Social Media

Was ist Influencer Marketing? Leitfaden für Marken

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist Influencer Marketing?

Influencer Marketing bedeutet, dass eine Marke ihr Produkt oder ihre Dienstleistung über Content Creator (Influencer) bewirbt, die in sozialen Netzwerken eine eigene Reichweite haben. Zunächst gibt die Marke dem Creator Geld, Produkte oder einen anderen Vorteil. Danach erstellt der Creator Inhalte für seine Follower, in seinem eigenen Stil. So entsteht eine Empfehlung, der die Zielgruppe bereits vertraut.

Konkret meint das Wort Influencer eine Person, die Entscheidungen ihrer Follower beeinflussen kann. Zum Beispiel kann das ein Fitnesstrainer, eine Hobbyköchin oder ein Techniktester sein. Daher sagt der Begriff mehr über Vertrauen als über Berühmtheit.

Was ist Influencer Marketing also in der Praxis? Es ist eine Mischung aus bezahlten Beiträgen, Produktversand, Affiliate Links, langfristigen Botschaftern und Inhalten von Creatorn. Daher stellt dieser Leitfaden jedes Format kurz vor. Die Details überlassen wir unseren Schwesterartikeln und verlinken sie an passender Stelle.

Der Unterschied zur klassischen Werbung liegt darin, wer spricht. In einer Anzeige redet die Marke, hier dagegen redet eine Person, der die Zielgruppe schon folgt. Deshalb hängt der Erfolg stärker vom Passen ab als vom Budget.

Wie funktioniert Influencer Marketing vom Briefing bis zum Report?

Eine Kampagne beginnt mit einem Ziel und endet mit einem Messbericht. Die Schritte dazwischen ähneln sich in den meisten Kampagnen, also gibt es eine feste Reihenfolge. Teams benennen sie unterschiedlich, doch die Logik bleibt gleich.

  1. Zunächst legen Sie das Ziel fest: Bekanntheit, Website Traffic, Verkauf oder Content.
  2. Dann wählen Sie Zielgruppe und Plattform.
  3. Danach sammeln Sie passende Creator und grenzen die Liste ein.
  4. Außerdem schreiben Sie ein Briefing, also ein kurzes Dokument zu Umfang und Erwartungen.
  5. Anschließend prüfen Sie den Inhalt und bestätigen den Veröffentlichungstermin.
  6. Schließlich messen Sie die Ergebnisse und planen die nächste Runde.

Allerdings ist das Briefing hier der wichtigste Punkt. Es soll einen Rahmen setzen, keinen Käfig. Denn wenn der Text zu streng ist, wirkt der Beitrag wie ein Werbespot. Außerdem bemerken Follower das sofort.

In der Praxis dauern die ersten beiden Schritte am längsten. Denn wenn Ziel und Zielgruppe unklar sind, wird jeder spätere Schritt zur Vermutung. Also planen Sie mehr Zeit für die Vorbereitung ein als für die Auswahl. Die ganze Planung beschreibt unser Leitfaden, wie Sie eine Influencer Marketing Strategie aufbauen.

Warum schafft Influencer Marketing Vertrauen für Marken?

Menschen vertrauen den Meinungen von Personen, denen sie folgen, oft mehr als der Anzeige einer Marke. Marketer nennen das Social Proof, also den Blick auf die Entscheidungen anderer. Deshalb bringen Influencer Inhalte diesen Effekt schnell zu Ihrer Marke.

Zudem erscheint der Inhalt im Feed, in dem Follower ohnehin Zeit verbringen. Sie sehen keinen Werbeblock, sondern eine Geschichte von einer bekannten Person. Folglich trifft die Botschaft auf weniger Widerstand.

Allerdings entsteht dieser Vorteil nicht automatisch. Passen Creator und Produkt nicht zusammen, spüren die Follower das also sofort. Zum Beispiel wirkt eine Backbloggerin, die Buchhaltungssoftware empfiehlt, unglaubwürdig. Deshalb kommt die Passung vor dem Budget.

Vertrauen funktioniert außerdem in beide Richtungen. Creator schützen ihren Ruf und möchten kein Produkt verteidigen, das sie nicht mögen. Darum lassen Sie sie das Produkt vorab testen, denn Ehrlichkeit zahlt sich aus.

Welche Ziele kann Influencer Marketing erfüllen?

Jede Kampagne braucht ein Hauptziel. Denn ohne Ziel bleibt die Messung vage. Zum Beispiel braucht eine Marke, die Bekanntheit sucht, andere Inhalte und andere Creator als eine Marke, die Verkäufe sucht.

  • Bekanntheit: Sie zeigen die Marke Menschen, die sie noch nicht kennen.
  • Traffic: Sie leiten Follower auf Ihre Website oder Ihr Profil.
  • Verkauf: Sie sammeln Bestellungen über Tracking Links und Codes.
  • Content: Sie gewinnen echtes Material für Anzeigen und Website.
  • Community: Sie stärken die Bindung zu bestehenden Kunden.

Daher laden Sie nicht alle Ziele auf eine Kampagne. Denn jedes Ziel verlangt einen anderen Ton und eine andere Messmethode. Wer von einem Beitrag zugleich große Reichweite und sofortigen Verkauf erwartet, schwächt oft beides.

Wählen Sie also ein Hauptziel und betrachten Sie die übrigen als Bonus. Dann messen Sie den Erfolg an diesem einen Ziel.

Wie unterscheidet sich Influencer Marketing von klassischer Werbung?

Bei klassischer Werbung kontrolliert die Marke Kanal, Botschaft und Zeitpunkt. In einer Influencer Kooperation schreibt der Creator die Botschaft. Somit setzt die Marke den Rahmen, während Ton und Format überwiegend beim Creator liegen.

Die Tabelle vergleicht beide Ansätze in groben Zügen. Sie ist eine Zusammenfassung, denn echte Kampagnen mischen oft beide Modelle.

ThemaKlassische WerbungInfluencer Kooperation
Wer schreibt die Botschaft?Marke und AgenturCreator innerhalb des Markenrahmens
ZielgruppeEntsteht über TargetingBestehende Follower des Creators
KontrolleHochMittel, je nach Freigabe
VertrauenseffektHängt vom Markenbild abHängt vom Ruf des Creators ab
MessungDirekt im WerbeanzeigenmanagerÜber Tracking Links und Codes
HauptrisikoWerbeblindheitFalscher Creator, unklare Kennzeichnung

Beide Ansätze konkurrieren nicht. Zum Beispiel nehmen viele Marken einen gut laufenden Creator Beitrag und verstärken ihn mit bezahlter Werbung. Einen verwandten Vergleich finden Sie in unserem Beitrag UGC oder klassische Werbung.

Welche Influencer Stufen gibt es: Nano, Micro, Makro und Mega?

Die Branche teilt Influencer nach Reichweite in Stufen ein. Die genauen Grenzen unterscheiden sich je nach Quelle, daher gibt es keinen einheitlichen Standard. Deshalb erklären wir die Logik und nennen keine Zahlen.

  • Nano Influencer: Eine kleine, oft enge Community. Der Creator kann direkt mit Followern sprechen.
  • Micro Influencer: Eine mittelgroße Community rund um eine Nische. Zudem ist die Themenpassung meist stark.
  • Makro Influencer: Eine breite Community. Content Erstellung ist oft ein Vollzeitberuf.
  • Mega Influencer: Eine sehr große Community, oft mit Prominentenstatus. Die Reichweite ist hoch, doch Kosten und Kontrollaufwand steigen ebenfalls.

Jede Stufe verdient einen eigenen Artikel. Die Stärken kleiner Communities zeigen wir in Was ist ein Nano Influencer. Den Stufenvergleich finden Sie in Mikro oder Makro Influencer. Deshalb wiederholen wir das hier nicht.

Im internationalen Umfeld taucht außerdem der Begriff KOL (Key Opinion Leader) auf. Den Unterschied erklären wir in Was ist ein KOL im Vergleich zum Influencer.

Welche Stufe passt zu welchem Ziel?

Allerdings gibt es keine beste Stufe, sondern nur die passende. Eine Marke, die breite Bekanntheit sucht, sucht nicht dieselbe Person wie eine Marke, die erste Verkäufe will. Die Tabelle zeigt also allgemeine Tendenzen und keine Garantien.

StufePasst oft zuWorauf Sie achten
NanoTests, lokales Vertrauen, erste InhalteMehr Personen bedeuten mehr Aufwand
MicroNischenverkauf, ExpertenwirkungThemenpassung genau prüfen
MakroBekanntheit, Launch, große ReichweiteBudget und Inhaltskontrolle
MegaGroße MarkenankündigungKosten und Streuverluste

Beispielszenario: Stellen Sie sich ein neues Café im Viertel vor. Dann helfen einige kleine lokale Accounts hier womöglich mehr als ein bekannter Name aus ganz Deutschland. Der Grund ist einfach, denn die Community wohnt nah genug für einen Besuch.

Die Stufenwahl bedeutet also, die passende zu finden und nicht die größte. Außerdem prägt das Budget diese Entscheidung, weil größere Reichweiten mehr kosten.

Welche Plattformen eignen sich für Influencer Marketing?

Wählen Sie die Plattform, auf der Ihre Zielgruppe Zeit verbringt. Denn derselbe Creator kann auf verschiedenen Kanälen unterschiedlich abschneiden. Denken Sie daher zuerst an die Zielgruppe und dann an die Plattform.

  • Instagram: Oft die erste Wahl für visuelle Produkte. Sie kombinieren Reels, Stories und Feed Beiträge.
  • TikTok: Kurzvideos und der Entdecken Feed helfen Marken, neue Zielgruppen zu erreichen. Mehr dazu lesen Sie im TikTok Influencer Marketing Leitfaden.
  • YouTube: Passt zu Produkten, die lange Erklärungen oder Tests brauchen. Außerdem bleiben die Inhalte lange auffindbar.
  • LinkedIn: Eine Option für B2B Marken und Dienstleister.

Ein Creator, der auf einem Kanal glänzt, wiederholt das nicht zwingend anderswo. Zudem hat jede Plattform eine eigene Inhaltssprache. Zum Beispiel ersetzt ein schnelles Kurzvideo keinen ausführlichen Test.

Zudem unterscheiden sich Kennzeichnung und Partnerschaftsfunktionen. Lesen Sie vor der Kampagne die offiziellen Hilfeseiten, denn Menünamen und Funktionen ändern sich mit der Zeit.

Was ist Influencer Marketing wert und wo stößt es an Grenzen?

Gut umgesetzt, bringt eine Influencer Kooperation mehrere Vorteile. Allerdings zeigt sich nicht jeder in jeder Kampagne gleich stark. Gewichten Sie sie daher nach Ihrem Ziel.

  • Steigert die Bekanntheit bei den richtigen Menschen.
  • Liefert authentische, überzeugende Inhalte zu Ihrem Produkt.
  • Gibt neues Material für Ihre Anzeigen.
  • Schafft Social Proof und stützt das Markenvertrauen.
  • Erreicht Nischen schnell.
  • Dient als Live Test für Ihren Markenton.

Die Inhaltsseite übersieht man oft. Mit Erlaubnis kann ein starker Beitrag zudem als bezahlte Anzeige laufen. Somit schafft eine Kooperation auf mehreren Kanälen Wert.

Ein weiterer Gewinn ist das Lernen. Nach der Kampagne sehen Sie, welche Botschaft bei welcher Zielgruppe in welchem Format funktioniert hat. Daher hilft diese Erkenntnis bei künftigen Anzeigen und Inhalten.

Dennoch brauchen Sie realistische Erwartungen. Denn keine Kooperation garantiert Verkäufe oder Interaktionen. Ein ehrlicher Plan formuliert das Ziel als "diese Zielgruppe kennenlernen" und nicht als "eine feste Stückzahl verkaufen".

Welche Risiken hat Influencer Marketing?

Jeder Kanal birgt Risiken, und dieser macht keine Ausnahme. Deshalb schützt die Kampagne, wer sie vorab kennt. Wir ordnen sie in drei Gruppen.

  • Reputationsrisiko: Frühere Beiträge oder das Verhalten eines Creators können auf Ihre Marke abfärben.
  • Rechtliches Risiko: Fehlende Kennzeichnung oder irreführende Aussagen können Sanktionen nach sich ziehen.
  • Leistungsrisiko: Die Community interessiert sich vielleicht nicht für Ihr Produkt, oder die Interaktion ist nicht organisch.

Die Followerzahl allein ist kein verlässliches Maß. Denn gekaufte Follower und künstliche Interaktion können Zahlen aufblähen. Solche Taktiken erklären wir nicht. Unser Rat ist einfach: Prüfen Sie die echte Community und lassen Sie die Finger davon, wenn etwas auffällt.

Abhängigkeit ist ein weiteres Risiko. Eine Marke, die sich auf einen Creator stützt, verliert nämlich Reichweite, sobald diese Person ausfällt. Das heißt, Abhängigkeit kostet Sicherheit. Verteilen Sie daher Ihre Kooperationen und bauen Sie auch eigene Kanäle auf.

Worauf Sie bei der Auswahl achten, lesen Sie in Influencer auswählen: 7 Kennzahlen. Typische Planungsfehler sammeln wir in 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen.

Welche Irrtümer über Influencer Marketing gibt es?

Das Thema ist beliebt, deshalb kursieren viele falsche Erwartungen. Wer sie früh ausräumt, schützt daher sein Budget. Hier die Irrtümer, die wir am häufigsten hören.

  • "Influencer sind nur Prominente." Nein, auch kleine Nischenaccounts können stark wirken.
  • "Mehr Follower bedeuten mehr Verkäufe." Tatsächlich zählt die Passung der Community mehr als die Größe.
  • "Ein Beitrag garantiert Verkäufe." Allerdings garantiert kein Beitrag etwas.
  • "Eine Kennzeichnung schadet dem Ergebnis." Im Gegenteil, Transparenz stützt das Vertrauen und erfüllt die Regeln.
  • "Ein Test genügt." Das Lernen braucht meist mehrere Runden.

Die meisten Irrtümer entstehen also, wenn man den Kanal als schnelles Werbemittel sieht. In Wahrheit ist Influencer Marketing Beziehungs- und Inhaltsarbeit. Darum schlägt ein geduldiger Plan den kurzen Vorstoß, denn Beziehungen brauchen Zeit.

Zum Beispiel sollten Sie bei schwachen Ergebnissen der ersten Runde nicht sofort aufgeben. Stattdessen prüfen Sie Inhalt, Creator und Angebot getrennt. Dann sehen Sie, wo das Problem wirklich liegt.

Was ist Influencer Marketing in der Türkei und welche Werberegeln gelten?

In der Türkei gilt ein Beitrag, den ein Creator gegen Bezahlung oder einen anderen Vorteil veröffentlicht, als Werbung. Das Handelsministerium, der Werberat und die Verordnung über kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken setzen den Rahmen. Die folgenden Hinweise sind allgemein, denn Details ändern sich. Sie sind keine Rechtsberatung, fragen Sie eine fachkundige Person.

Das Handelsministerium hat 2021 einen Leitfaden für Social Media Influencer veröffentlicht. Laut der offiziellen Mitteilung gilt er für Influencer, Werbetreibende, Agenturen und Medienunternehmen. Außerdem erwartet er, dass Hinweise wie "#Reklam" (Werbung) auf den ersten Blick auffallen. Außerdem soll ein Creator nicht so tun, als habe er ein geschenktes Produkt gekauft. Die Mitteilung des Handelsministeriums finden Sie auf Türkisch.

Die Einzelheiten der Verordnung wiederholen wir hier nicht. Dazu lesen Sie unseren Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei. Weil sich Regeln ändern, prüfen Sie vor Ihrer Entscheidung den offiziellen Text.

Wie kennzeichnen Sie eine bezahlte Partnerschaft?

Eine Kennzeichnung zeigt Followern also auf den ersten Blick, dass ein Beitrag kommerziell ist. Dazu muss sie sichtbar, lesbar und direkt am Inhalt stehen. Ein allgemeiner Hinweis auf der Profilseite reicht allein nicht aus.

Zudem bieten die Plattformen eigene Werkzeuge. Instagram stellt für Markeninhalte das Label "Bezahlte Partnerschaft" bereit. Laut Instagram Hilfecenter sind Markeninhalte Inhalte, die ein Creator gegen Geld oder etwas Wertvolles erstellt, und kostenlos geschickte Produkte können dazuzählen. Die aktuellen Schritte lesen Sie im Instagram Hilfecenter.

Für Leser in Deutschland ist der Leitfaden der Medienanstalten wichtig. Laut den Landesmedienanstalten müssen Nutzer auf den ersten Blick erkennen, dass ein Beitrag Werbung ist. Ein allgemeiner Hinweis, dass ein Account Werbung enthält, genügt daher nicht. Jeder Werbebeitrag trägt seine eigene Kennzeichnung.

  • Setzen Sie die Kennzeichnung in den Beitrag selbst, nicht nur ins Profil.
  • Nutzen Sie das offizielle Partnerschaftswerkzeug der Plattform, wenn es eines gibt.
  • Kennzeichnen Sie in Stories und Videos sowohl im Bild als auch im Ton.
  • Halten Sie die Kennzeichnungspflicht im Vertrag fest.

Zudem brauchen Verträge Sorgfalt. Unser Beitrag Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören hilft dabei, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

Für welche Branchen eignet sich Influencer Marketing?

Influencer Inhalte passen natürlich zu visuellen oder erlebnisbasierten Produkten. Dennoch hängt die Eignung weniger von der Branche ab als davon, wie gut Sie das Produkt zeigen können. Die Beispiele sind allgemein, denn sie stammen aus der Praxis.

  • E-Commerce und Mode: Nutzung und Look zeigen Sie in kurzen Inhalten. Für verkaufsorientierte Modelle lesen Sie Influencer Marketing für E-Commerce.
  • Gastronomie: Lokal und Speisekarte passen zu Kurzvideos.
  • Reisen und Hotellerie: Das Erlebnis lebt von Geschichte und Bild.
  • Technik und Software: Tests und Demos schaffen Vertrauen.
  • B2B Dienstleistungen: Expertenstimmen fallen auf Kanälen wie LinkedIn auf.

Allerdings haben einige Bereiche strenge Werberegeln. Gesundheit, Finanzen und Inhalte für Kinder unterliegen eigenen Gesetzen und Plattformrichtlinien. Deshalb wenden Sie sich dort vor der Planung an offizielle Quellen und an eine Fachperson.

Wenn Sie lieber Modellszenarien statt echter Fälle sehen möchten, lesen Sie Influencer Marketing Beispiele und Kampagnenmodelle.

Wer macht was in einer Influencer Kooperation?

In einer guten Kooperation sind die Rollen von Anfang an klar. Zunächst sagt die Marke, was sie will und was sie ausschließt. Der Creator erzählt das dann in seiner Sprache. Kippt die Balance, wirkt der Inhalt unecht oder zerfahren.

  • Marke: Teilt Ziel, Produktfakten, verbotene Aussagen und den Freigabeprozess.
  • Creator: Verantwortet Idee, Dreh, Tonalität und Veröffentlichungsrhythmus.
  • Beide gemeinsam: Klären Zeitplan, Kennzeichnungsregel und Tracking Link.

Achten Sie vor allem auf Produktaussagen. Ein Creator sollte nichts über Ihr Produkt sagen, was Sie nicht belegen können. Zum Beispiel bergen Formulierungen wie "das Beste" oder "garantierte Ergebnisse" ein Reputations- und Rechtsrisiko.

Kurz gesagt liefert die Marke den Rahmen und der Creator die Stimme. Halten Sie Freigaben schnell, denn langsame Freigaben machen Inhalte veraltet.

Was ist Influencer Marketing in der Praxis: welche Kooperationsmodelle gibt es?

Die Modelle unterscheiden sich darin, was die Marke gibt und was sie erwartet. Die Tabelle nennt die häufigsten. Nicht jedes Modell passt zu jeder Marke.

ModellSo funktioniert esWann es sinnvoll ist
Bezahlter BeitragBriefing und Vertrag, dann Lieferung des InhaltsSie brauchen eine kontrollierte Botschaft und einen Termin
Product SeedingSie senden ein Produkt, ein Beitrag ist nicht garantiertSie wollen Kennenlernen und organische Inhalte
AffiliateDer Creator bringt Verkäufe über Link oder CodeSie betreiben einen verkaufsorientierten Onlineshop
MarkenbotschafterLangfristige, wiederkehrende ZusammenarbeitSie wollen eine dauerhafte Beziehung aufbauen
UGCDer Creator erstellt Inhalte für Ihre KanäleSie brauchen Anzeigenmaterial

Den Produktversand behandeln wir im Product Seeding Leitfaden. UGC (nutzergenerierte Inhalte) ist ein eigener Ansatz, den Sie in UGC Kampagne erstellen in 7 Schritten finden.

Kleinere Budgets starten oft mit kleinen Communities. Diesen Aufbau erklären wir Schritt für Schritt in Micro Influencer Kampagne planen.

Woraus besteht ein Influencer Honorar?

Wir nennen hier keine Preise, denn Honorare unterscheiden sich stark nach Creator, Kanal und Inhalt. Stattdessen erklären wir Posten und Logik. So wissen Sie, wofür Sie zahlen, wenn ein Angebot eintrifft.

  • Produktionsaufwand: Idee, Dreh, Schnitt und Feinschliff.
  • Veröffentlichung und Reichweite: Der Beitrag erscheint in der Community des Creators.
  • Nutzungsrechte: Sie dürfen den Inhalt auf eigenen Kanälen oder in Anzeigen einsetzen.
  • Exklusivität: Der Creator arbeitet für einen festen Zeitraum nicht mit Wettbewerbern.
  • Korrekturschleifen: Änderungswünsche über das Briefing hinaus.

Nutzungsrechte und Exklusivität verändern den Preis spürbar. Schreiben Sie beides in den Vertrag, das beugt Streit vor. Fragen Sie die Posten außerdem einzeln ab, weil eine einzige Gesamtsumme verbirgt, was Sie kaufen.

Honorare klären Sie im Gespräch. Steuern und Rechnungsstellung sind ein eigenes Fachgebiet, sprechen Sie dazu mit Ihrer Steuerberatung. Das sind allgemeine Informationen und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Wie wählen Sie den richtigen Influencer aus?

Die Followerzahl ist nur ein Anfang. Die eigentliche Frage lautet, ob die Community des Creators Ihre Kundschaft ist. Dazu lesen Sie Inhalte, Kommentare und die Zusammensetzung der Community.

  • Deckt sich die Community mit Ihrer Zielkundschaft?
  • Sind die Kommentare echt und themenbezogen?
  • Passt der Ton der Inhalte zu Ihren Markenwerten?
  • Hat der Creator schon mit ähnlichen Marken gearbeitet, und wie lief es?
  • Nutzt er Kennzeichnungen korrekt?

Achten Sie bei Kommentaren auf die Qualität. Kommentare aus nur einem Wort, die sich wiederholen, deuten oft auf schwache Interaktion hin. Dagegen zeigen Kommentare mit Fragen und Erfahrungen eine lebendige Community.

Ein kurzes Gespräch mit dem Creator verrät ebenfalls viel. Antwortgeschwindigkeit und Erwartungen zeigen die Arbeitsweise. Filtern Sie Ihre Liste also nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit einem echten Austausch.

Für einen ersten Blick auf die Interaktion nutzen Sie unseren Instagram Engagement Rechner. Er ist nur ein einfacher Vorabcheck und trifft die Entscheidung nicht für Sie.

Wie messen Sie die Ergebnisse von Influencer Marketing?

Richten Sie die Messung vor dem Kampagnenstart ein. Ist das Ziel Verkauf, brauchen Sie Tracking Links. Geht es um Bekanntheit, schauen Sie stattdessen auf Reichweite, Speicherungen und Shares.

Ein eigener Tracking Link für jeden Creator ist eine der praktischsten Methoden. Mit unserem UTM Generator erstellen Sie diese Links in Sekunden. Dann sehen Sie in Ihrer Analyse, wie viel Traffic jede Person gebracht hat.

  • Verkaufsziel: Tracking Links, Rabattcodes, Zahl der Conversions.
  • Bekanntheitsziel: Reichweite, Aufrufe, Speicherungen, Shares.
  • Beziehungsziel: Qualität der Kommentare, Bereitschaft zur erneuten Zusammenarbeit.

Halten Sie den Report schlicht. Verfolgen Sie drei oder vier Kennzahlen, die zu Ihrem Ziel passen, statt Dutzende zu sammeln. Ein überladener Report verdeckt die eigentliche Frage, nämlich ob die Kooperation Sie dem Ziel nähergebracht hat.

Denken Sie auch an indirekte Effekte. Ein Beitrag kann die Suche nach Ihrem Markennamen erhöhen. Das lässt sich schwer messen, doch das Suchvolumen zur Marke gibt einen Hinweis. Die Logik der Rendite erklären wir in Influencer Marketing ROI messen.

Wie starten Sie mit Influencer Marketing?

Starten Sie bei der ersten Kampagne klein. Statt mit großem Budget und vielen Creatorn lernen Sie lieber mit wenigen, gut gewählten Kooperationen. Die folgende Reihenfolge ist ein praktischer Fahrplan für die erste Runde.

  1. Wählen Sie ein klares Ziel.
  2. Legen Sie Zielgruppe und Plattform fest.
  3. Erstellen Sie eine kurze Liste und lesen Sie frühere Inhalte jedes Creators.
  4. Schreiben Sie ein klares Briefing und einen einfachen Vertrag.
  5. Klären Sie die Kennzeichnungsregel gleich zu Beginn.
  6. Bereiten Sie den Tracking Link vor und beobachten Sie den Start.
  7. Prüfen Sie die Ergebnisse ehrlich und planen Sie dann Runde zwei.

Testen Sie die Tracking Links vor dem Start. Ein defekter Link macht alle Daten wertlos, also öffnen Sie ihn selbst und prüfen Sie, ob er in Ihrer Analyse erscheint.

Beispielszenario: Ein neuer Onlineshop arbeitet in Runde eins mit einer Handvoll kleiner Accounts. Jeder Account bekommt einen eigenen Tracking Link. Danach sieht der Shop, welcher Inhaltstyp funktioniert hat, und lenkt das Budget entsprechend.

Beim Schreiben des Briefings hilft Influencer Briefing schreiben. Anders gesagt brauchen Sie kein großes Team für den Anfang. Ein klarer Plan genügt.

Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit einer Influencer Agentur?

Sie können eine Kampagne intern führen. Für kleine, einmalige Tests reicht das oft aus. Allerdings wird das Prozessmanagement mit steigender Zahl von Creatorn schnell schwierig.

Eine Agentur kann in diesen Fällen sinnvoll sein:

  • Mehrere Creator arbeiten gleichzeitig mit.
  • Auswahl, Verträge und Reporting kosten mehr Zeit, als Sie haben.
  • Sie wollen die Kampagne zusammen mit bezahlter Werbung steuern.
  • Ein Team soll rechtliche Vorgaben und Kennzeichnungsregeln laufend verfolgen.

Eine Agentur bringt vor allem Zeit und Erfahrung. Zum Beispiel grenzt sie eine Liste schnell ein, erinnert an Vertragspunkte und hält das Reporting stabil. Das Ziel setzt sie dennoch nicht für Sie, Sie legen es gemeinsam fest.

Wir, das Team von Talha Aslan, bieten ebenfalls Influencer Marketing an. Unseren Ansatz beschreiben wir auf der Seite Influencer Marketing. Einen neutralen Blick auf die Wahl bietet der Beitrag Die richtige Influencer Agentur finden.

Was ist Influencer Marketing also und was tun Sie als Nächstes?

Sie wissen jetzt, was ist Influencer Marketing, von der Definition bis zu den ersten Schritten. Es erreicht die richtige Zielgruppe über Menschen, denen sie vertraut. Die Stärken sind echte Inhalte und Social Proof. Die Schwächen sind weniger Kontrolle und schwierigere Messung.

Zusammengefasst merken Sie sich fünf Dinge. Wählen Sie zuerst das Ziel. Dann suchen Sie den Creator nach Passung aus. Danach klären Sie Briefing und Vertrag. Vergessen Sie die Kennzeichnung nicht. Schließlich messen Sie und nehmen die Erkenntnisse in die nächste Runde mit.

Bereit für einen ausführlichen Plan? Lesen Sie weiter in unserem Strategie Leitfaden. Dieser Beitrag enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Influencer Marketing?
Influencer Marketing bedeutet, dass eine Marke ihr Produkt über Content Creator bewirbt, die in sozialen Netzwerken eine eigene Reichweite haben. Die Marke gibt Geld, Produkte oder einen anderen Vorteil, und der Creator erstellt Inhalte in seinem Stil. Weil Follower ihm bereits vertrauen, wirkt die Botschaft oft natürlicher als klassische Werbung.
Passt Influencer Marketing zu jeder Marke?
Nein, nicht zu jeder Marke gleich gut. Es funktioniert am besten, wenn Sie Ihr Produkt leicht zeigen können und Ihre Zielgruppe in sozialen Netzwerken Zeit verbringt. Allerdings gelten für Gesundheit, Finanzen und Inhalte für Kinder besondere Regeln. Prüfen Sie dort zuerst Gesetze und Plattformrichtlinien.
Muss ich eine bezahlte Partnerschaft kennzeichnen?
In der Regel ja. In Deutschland verlangen die Landesmedienanstalten, dass Nutzer Werbung auf den ersten Blick erkennen, und zwar bei jedem einzelnen Beitrag. In der Türkei erwartet der Leitfaden des Handelsministeriums eine sichtbare Kennzeichnung. Regeln ändern sich, prüfen Sie daher die offiziellen Quellen. Das ist keine Rechtsberatung.
Welche Influencer Stufe soll ich wählen?
Das hängt von Ihrem Ziel ab. Creator mit großer Reichweite passen meist zu Bekanntheit, während kleinere und mittlere Creator oft zu Nischenverkauf und Vertrauen passen. Eine feste Regel gibt es nicht. Starten Sie deshalb mit einer kleinen Testrunde, prüfen Sie die Ergebnisse und lenken Sie Ihr Budget danach.
Wie messe ich die Ergebnisse von Influencer Marketing?
Richten Sie die Messung vor dem Start ein. Für Verkäufe geben Sie jedem Creator einen eigenen Tracking Link und einen Rabattcode. Für Bekanntheit beobachten Sie Reichweite, Aufrufe, Speicherungen und Shares. Außerdem können Sie das Suchvolumen zum Markennamen als Hinweis nutzen und die Ergebnisse je Creator vergleichen.
Garantiert Influencer Marketing Verkäufe?
Nein, es garantiert keine Verkäufe. Keine Kooperation sichert Interaktion oder ein bestimmtes Ergebnis zu. Der Erfolg hängt von der Creator Wahl, der Produktpassung, dem Angebot und der Inhaltsqualität ab. Richten Sie die erste Kampagne daher aufs Lernen aus, prüfen Sie ehrlich und planen Sie die nächste Runde danach.
  • Influencer Marketing
  • Was ist Influencer Marketing
  • Social Media Marketing
  • Nano Influencer
  • Micro Influencer
  • Werbekennzeichnung
  • Influencer Kampagne
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Sprechen wir über Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Das Erstgespräch ist kostenlos, wir hören zu und melden uns mit einer klaren Roadmap.