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Mikro oder Makro Influencer: Welcher passt zu Ihnen?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Mikro oder Makro Influencer: Wie entscheiden Sie sich richtig?

Die Wahl zwischen Mikro oder Makro Influencer ist eine Entscheidung zwischen Nähe und Reichweite. Zudem bringen Mikro Influencer meist eine engere Community, mehr Vertrauen und bessere Chancen auf Verkäufe. Makro Influencer bieten dagegen große Reichweite und schnelle Sichtbarkeit. Daher ist für die meisten Marken ein Mix die stärkste Lösung, abgestimmt auf das Kampagnenziel.

Dieser Leitfaden ist also ein Entscheidungswerkzeug. Zunächst erklären wir die Stufen Nano, Mikro, Makro und Mega. Danach vergleichen wir Reichweite, Interaktion und Kosten. Schließlich zeigt eine Entscheidungstabelle, welche Stufe zu welchem Ziel passt.

Falls Ihnen Begriffe neu sind, hier drei kurze Erklärungen. Erstens: Ein Influencer ist eine Person, der Menschen in sozialen Netzwerken zu einem bestimmten Thema folgen und deren Empfehlungen Gewicht haben. Zweitens meint Reichweite die Zahl der verschiedenen Personen, die einen Beitrag sehen. Drittens ist ein Briefing die schriftliche Aufgabenbeschreibung, die eine Marke an Creator gibt.

Einen Überblick über den gesamten Kanal finden Sie in unserem Leitfaden zu Influencer Marketing. Hier konzentrieren wir uns daher auf eine einzige Frage: Welche Größe passt zu welcher Aufgabe?

Was sind Nano, Mikro, Makro und Mega Influencer?

Diese vier Begriffe gruppieren Creator nach der Zahl ihrer Follower. Das System ist also eine gemeinsame Kurzsprache und kein wissenschaftlicher Standard. Teams nutzen dieselben Wörter, damit alle an dieselbe Art von Account denken. Deshalb lohnt es sich, jeden Begriff zu definieren, bevor Sie jemanden briefen.

  • Nano Influencer: Die kleinste Community. Denn diese Creator sprechen oft direkt mit Followern, die sie kennen und denen sie vertrauen.
  • Mikro Influencer: Creator mit klarer Nische und treuer Community, die ihnen wegen dieses Themas folgt.
  • Makro Influencer: Creator mit breiter, gemischter Community, die oft von ihren Inhalten leben.
  • Mega Influencer: Sehr große Reichweite, häufig Prominente oder nah dran.

Außerdem behandeln wir die kleinste Stufe in einem eigenen Beitrag. Warum kleine Communities so starke Bindungen aufbauen können, lesen Sie in unserem Artikel Was ist ein Nano Influencer. Deshalb ist Nano hier nur ein Glied im Vergleich.

Warum unterscheiden sich die Follower Grenzen je nach Quelle?

Branchenleitfäden nennen häufig ungefähr diese Spannen: Nano von etwa 1.000 bis 10.000 Followern, Mikro von 10.000 bis 100.000, Makro von 100.000 bis 1 Million und Mega darüber. Das sind verbreitete Konventionen, kein offizieller Standard. Zum Beispiel beginnen einige Quellen Makro schon bei 500.000. Andere ergänzen eine Zwischenstufe, die sie "Mid Tier" nennen.

Die Unterschiede haben einfache Gründe: Plattformen verhalten sich verschieden, Märkte sind unterschiedlich groß, und jede Agentur arbeitet mit ihrem eigenen Creator Pool. Zum Beispiel kann ein Creator mit 50.000 Followern in einem Land eine Nische dominieren. Dagegen wirkt in einem größeren Markt dieselbe Zahl vielleicht durchschnittlich.

Übernehmen Sie daher keine Spanne aus einem Bericht eins zu eins in Ihren Plan. Schreiben Sie stattdessen eine eigene Definition für die Kampagne auf. Zum Beispiel: "Mikro heißt, ein Creator postet regelmäßig in unserer Nische und spricht mit seinen Followern." Dann meint das ganze Team dasselbe.

Wann ist ein Nano Influencer sinnvoll?

Nano Creator funktionieren gut bei kleinen, lokalen Zielen und risikoarmen Tests. Konkret: Denken Sie an ein Café im Viertel, eine lokale Dienstleistung oder erstes Feedback zu einem neuen Produkt. Die Follower kennen den Creator persönlich, deshalb klingen Empfehlungen aufrichtig.

Allerdings sind die Grenzen real. Die Reichweite ist gering, also baut ein einzelner Nano Beitrag selten allein Bekanntheit auf. Zudem steigt der Aufwand, wenn Sie mit vielen Nano Creatorn arbeiten. Denn jeder Creator braucht ein Briefing, einen Zeitplan und eine Prüfung der Inhalte.

Bei Nano Creatorn ist der Vertragsaufwand meist leicht, aber nicht null. Erhält ein Creator zum Beispiel ein kostenloses Produkt, braucht der Beitrag eine klare Kennzeichnung. Klären Sie außerdem schriftlich die Nutzungsrechte, das heißt, ob Ihre Marke den Beitrag in Anzeigen weiterverwenden darf.

Kurz gesagt: Nano ist ein Test und kein Skalierungswerkzeug. Den vollständigen Ablauf wiederholen wir deshalb hier nicht, sondern verweisen auf den oben genannten Nano Beitrag.

Wo punkten Mikro Influencer besonders?

Mikro Creator glänzen, wenn Sie eine Nische erreichen wollen. Stellen Sie sich zum Beispiel ein technisches Produkt, ein bestimmtes Hobby oder eine Expertin in einem Fachgebiet vor. Die Follower sehen diese Person wegen des Themas, daher liest sich eine Empfehlung wie ein Rat und nicht wie eine zufällige Anzeige.

Außerdem sind Mikro Creator flexibel bei der Art der Zusammenarbeit. Dann können Sie mit Produktversand, Rabattcode, Erfahrungsbeitrag oder langfristiger Botschafterrolle arbeiten. Diese Flexibilität passt zu Marken mit kleinem Budget, die trotzdem regelmäßig Inhalte wollen.

Den kompletten Aufbau beschreiben wir in unserem Leitfaden zur Planung einer Micro Influencer Kampagne. Hier zeigen wir also nur, wo die Mikro Stufe in der Entscheidungstabelle steht.

Wann wählen Sie Makro Influencer und was ändert das an der Frage Mikro oder Makro Influencer?

Makro Creator passen zu Momenten, in denen Sie eine schnelle, breite Ankündigung brauchen. Zum Beispiel zählen ein Produktstart, eine Kampagnenenthüllung oder ein Schub für die Markensichtbarkeit dazu. Außerdem erreicht ein einziger Beitrag viele Menschen auf einmal.

Die Kosten bestehen allerdings nicht nur aus Geld. Die Community ist gemischt, deshalb sehen viele Menschen den Beitrag, die nicht zu Ihrer Zielgruppe gehören. Zudem posten Makro Creator oft bezahlte Inhalte. Dann kann das Vertrauen sinken, wenn Follower dieses Muster bemerken.

Zudem dauern Freigaben länger. Management, Kalender und Markenregeln spielen eine Rolle, also planen Sie das Veröffentlichungsdatum früh. Wird der Zeitplan dann eng, wirkt der Inhalt hastig und verliert seinen natürlichen Ton.

Prüfen Sie bei Makro Creatorn die Qualität der Inhalte, die Struktur der Community und die Natürlichkeit früherer Kooperationen. Also bedeutet ein größerer Account nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Passt er aber zum Ziel, ist er ein starkes Werkzeug für Ankündigungen.

Sind Mega Influencer und Prominente die richtige Wahl für Ihre Marke?

Mega Creator passen zu Marken, die schnell Bekanntheit aufbauen wollen und ein großes Budget haben. Eine Zusammenarbeit mit einer prominenten Person kann zudem Prestige bringen. Die Community ist jedoch so breit, dass Inhalte selten eine enge Zielgruppe ansprechen.

Daher ist die Mega Stufe für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ein unnötiges Risiko. Die Honorare sind hoch, die Messung ist schwieriger, und Sie können schwer steuern, wie der Inhalt Ihre Marke zeigt. Außerdem folgen die Menschen der Person und nicht der Marke, daher sollten Sie Erwartungen an Verkäufe vorsichtig setzen.

Markensicherheit ist ein eigenes Thema, denn frühere Beiträge und das öffentliche Bild eines Creators färben auf Ihre Marke ab. Prüfen Sie daher ältere Inhalte vor der Unterschrift und nehmen Sie Verhaltensklauseln in den Vertrag auf.

Kurz gesagt: Sehen Sie die Mega Stufe wie eine riesige Werbetafel. Sie schafft Sichtbarkeit, aber den Weg zum Verkauf müssen Sie trotzdem selbst bauen. Honorarzahlen nennen wir nicht, weil sie je nach Person, Plattform und Umfang stark schwanken.

Warum zählt die Qualität der Community mehr als ihre Größe, wenn Sie Mikro oder Makro Influencer vergleichen?

Die Größe einer Community ist eine Zahl. Ihre Qualität dagegen ist eine Beziehung. Ein Account kann 200.000 Follower haben, doch wenn die meisten in einem anderen Land leben oder den Account nicht mehr ansehen, hilft Ihnen diese Zahl wenig. Daher sollten Sie zuerst die Struktur der Community prüfen und erst dann die Zahl betrachten.

Um die Qualität also einzuschätzen, bitten Sie den Creator um die eigenen Statistiken. Viele Plattformen zeigen Creatorn, wo ihre Follower leben, wie alt sie sind und wie sie Inhalte nutzen. Menünamen ändern sich je nach Plattform und Zeitpunkt. Der sicherste Weg ist deshalb ein Screenshot direkt vom Creator.

Zum Beispiel kann ein Mikro Creator, dessen Community komplett in Ihrem Verkaufsgebiet lebt, besser sein als ein Makro Creator. Verkaufen Sie dagegen deutschlandweit, hilft eine breite Community. Die richtige Frage lautet also nicht "Welcher Account ist größer?", sondern "Welcher Account erreicht meine Kundschaft?"

Ändert sich die Wahl zwischen Mikro oder Makro Influencer je nach Plattform?

Teilweise, denn jede Plattform hat ein eigenes Inhaltsformat, ein eigenes Nutzungsverhalten und eigene Gewohnheiten bei Kooperationen. Auf einer Plattform mit Kurzvideos kann sich der Beitrag eines kleinen Creators manchmal unerwartet weit verbreiten. Auf einer bildlastigen Plattform dauert der Vertrauensaufbau eventuell länger. Betrachten Sie das als Beobachtung, die Sie mit eigenen Daten prüfen, und nicht als Regel.

Entscheiden Sie die Stufe also nicht losgelöst von der Plattform. Klären Sie zunächst, wo Ihre Zielgruppe ihre Zeit verbringt. Dann vergleichen Sie die Kandidaten auf genau dieser Plattform. Planen Sie TikTok, hilft Ihnen unser TikTok Leitfaden für Marken.

Zudem können Sie Stufen plattformübergreifend mischen. Fahren Sie etwa auf einer Plattform eine Makro Ankündigung und bitten Sie auf einer anderen Mikro Creator um ausführliche Inhalte.

Wie beeinflussen Laufzeit und Kooperationsform die Wahl der Stufe?

Ein einmaliger Beitrag und eine lange Partnerschaft verlangen unterschiedliche Stufen. Für eine einzelne Ankündigung kann ein Makro Creator sinnvoll sein, denn das Ziel ist schnelle Sichtbarkeit. Eine langfristige Botschafterrolle funktioniert meist besser mit Mikro Creatorn.

Außerdem lernt der Creator die Marke mit der Zeit kennen, und die Botschaft klingt natürlicher. Sehen Follower dieselbe Person immer wieder mit derselben Marke, nehmen sie die Empfehlung folglich ernster. In diesem Sinn kann eine lange Partnerschaft glaubwürdiger wirken als ein einzelner Beitrag.

Andererseits steigen bei langen Verträgen der Vertrags und Nachverfolgungsaufwand. Exklusivität, also der Verzicht auf Konkurrenzmarken, ist eine eigene Verhandlung. Sprechen Sie sie daher früh an und halten Sie sie schriftlich fest. Bei der Vergütung konzentrieren Sie sich auf die Posten und ihre Logik, nicht auf eine Zahl.

Wie lesen Sie das Verhältnis von Reichweite, Interaktion und Kosten?

Lesen Sie die drei Größen daher gemeinsam. Erstens zeigt die Reichweite, wie viele Menschen den Inhalt gesehen haben. Zweitens zeigt die Interaktion, wie sehr sie sich dafür interessiert haben. Drittens sagen die Kosten, was diese Aufmerksamkeit gekostet hat. Wer dagegen nur eine Größe betrachtet, kann in die Irre geführt werden.

Das allgemeine Muster ist einfach: Mit wachsender Follower Zahl steigt die Gesamtreichweite, aber die Aufmerksamkeit je Follower sinkt oft. Auch die Forschung weist in diese Richtung. Zum Beispiel wertete eine Studie, die das Keller Center der Baylor University zusammenfasst, mehr als 1,8 Millionen Käufe aus. Die Autoren Beichert, Bayerl, Goldenberg und Lanz berichten, dass Nano und Mikro Creator bessere Erträge erzielten als Makro Creator. Allerdings muss dieses Ergebnis nicht für jede Marke und jede Branche gelten.

Die folgende Tabelle fasst allgemeine Tendenzen zusammen. Sie ist eine qualitative Ausgangsbewertung aus der Praxis und keine Garantie.

StufeReichweiteTendenz bei der InteraktionTendenz bei den Kosten je EinheitSteuerungsaufwand
NanoGeringOft hochNiedrigHoch (viele Creator)
MikroMittelOft hochMittelMittel
MakroHochEher niedrigerHochNiedrig
MegaSehr hochMeist niedrigSehr hochNiedrig, aber viel Vertragsarbeit

Warum reicht die Engagement Rate allein nicht aus?

Die Engagement Rate zeigt, wie viel Aufmerksamkeit ein Account im Verhältnis zu seinen Followern erhält. Eine hohe Rate kann also ein gutes Zeichen sein. Bei kleinen Accounts kann allerdings ein einziger beliebter Beitrag die Rate künstlich anheben. Schauen Sie deshalb auf den Durchschnitt der letzten Monate und nicht auf einen einzelnen Beitrag.

Zudem zeigt Interaktion Interesse und keine Verkäufe. Ein Beitrag kann viele Likes sammeln und trotzdem niemanden auf Ihre Produktseite führen. Ist Verkauf Ihr Ziel, dann prüfen Sie die Qualität der Kommentare. Menschen, die nach Preisen fragen oder ihre eigene Erfahrung teilen, sind ein stärkeres Signal.

Den Durchschnitt eines Accounts prüfen Sie mit unserem Instagram Engagement Rechner. Wenn Sie also die Zahlen weniger Beiträge eingeben, beschleunigt das die erste Auswahl. Unser Beitrag zu den 7 Kennzahlen bei der Auswahl vertieft diesen Schritt.

Wählen Sie bei einem Bekanntheitsziel Mikro oder Makro Influencer?

Bei Bekanntheit ist entscheidend, wie viele der richtigen Menschen Ihre Marke sehen. Makro und Mega Creator sind daher die ersten Optionen, die einem einfallen. Denn breite Reichweite erlaubt es, in kurzer Zeit viele Menschen zu erreichen. Behalten Sie aber die Worte "richtige Menschen" im Blick.

Hier ein Beispielszenario. Zum Beispiel will eine neue Kosmetikmarke in der Startwoche auffallen. Sie veröffentlicht einen Ankündigungsbeitrag mit einem Makro Creator. Danach bittet sie in derselben Woche mehrere Mikro Creator, einen Produkttest zu zeigen. Das ist ein erfundenes Szenario und kein echtes Kundenergebnis.

In einem solchen Aufbau vergrößert der Makro Creator die Sichtbarkeit, während die Mikro Creator das Vertrauen stützen. Zur Messung von Bekanntheit beobachten Sie Reichweite, Profilbesuche und die Entwicklung der Markensuchen gemeinsam. Lesen Sie sie also als Richtung und nicht als eine einzige Endzahl.

Ist bei einem Verkaufsziel Mikro oder Makro Influencer besser?

Für Conversions, also Verkäufe oder ausgefüllte Formulare, passen Mikro und Nano Stufen oft besser. Denn Follower vertrauen dem Rat des Creators tendenziell stärker. Wächst das Vertrauen, kann auch die Chance steigen, dass jemand zur Produktseite klickt.

Die Conversion hängt jedoch nicht allein vom Creator ab. Auch die Klarheit Ihres Angebots, die Geschwindigkeit der Produktseite und der Bezahlvorgang spielen eine Rolle. In der Praxis rettet ein guter Creator keine schwache Seite. Testen Sie Ihre Seite deshalb vor dem Start auf dem Smartphone.

Für verkaufsorientierte Kooperationen lesen Sie unseren Beitrag zu Influencer Marketing für E-Commerce. Die Nachverfolgung ist die andere Grundregel: Geben Sie jedem Creator einen eigenen Link. Das behandeln wir daher im Abschnitt zur Messung.

Sollten Sie bei kleinem Budget Mikro oder Makro Influencer wählen?

Bei begrenztem Budget ist der Start mit Mikro und Nano Creatorn meist sicherer. Außerdem kann ein Makro Beitrag mehr kosten als die Zusammenarbeit mit mehreren Mikro Creatorn. Mehrere kleine Kooperationen verteilen außerdem das Risiko. Liefert ein Creator dann weniger als erwartet, halten die anderen das Gleichgewicht.

Seien Sie allerdings vorsichtig mit dem Wort "günstig". Kleine Creator kosten vielleicht weniger Geld, verlangen aber mehr Aufwand. Denn Briefings schreiben, Creator anschreiben und Inhalte verfolgen kostet Ihre Zeit. Rechnen Sie diesen Aufwand deshalb zu den Kosten.

Wir nennen keine Honorarzahlen, weil die Posten von Person zu Person variieren. In der Praxis schauen Sie auf die Zahl der Beiträge, die Inhaltsart, die Nutzungsrechte, die Dauer der Exklusivität und zusätzliche Freigaben. Daher gilt als Faustregel: Vergleichen Sie Angebote immer nach Leistungsumfang und nicht nach dem Gesamtpreis allein.

Wie bauen Sie einen Plan mit gemischten Stufen auf?

Ein gemischter Plan gibt also jeder Stufe eine andere Aufgabe. Denken Sie an eine Pyramide. Zunächst sorgen an der Spitze wenige große Creator für Sichtbarkeit. In der Mitte tragen Mikro Creator Vertrauen und Nischenreichweite. An der Basis übernehmen Nano Creator lokale und testbasierte Aufgaben.

Ein weiteres Beispielszenario: Eine E-Commerce Marke kündigt eine neue Kollektion mit einem Makro Creator an. Im selben Zeitraum stylen einige Mikro Creator die Kollektion auf ihre Weise. Außerdem testen Nano Creator Produkte und schreiben Erfahrungen. Das ist ein fiktives Beispiel und stützt sich auf kein echtes Markenergebnis.

  1. Wählen Sie zunächst ein Hauptziel: Bekanntheit oder Conversion.
  2. Verteilen Sie dann das Budget passend zum Ziel auf die Stufen.
  3. Richten Sie zudem für jede Stufe einen eigenen Tracking Link ein.
  4. Passen Sie nach der ersten Welle die Verteilung für die zweite an.

Der größte Vorteil eines gemischten Plans ist schnelleres Lernen. Weil Sie drei Stufen im selben Zeitraum testen, können Sie vergleichen, was jede bewirkt. Der Nachteil ist allerdings mehr Steuerungsaufwand: drei Briefings, drei Kalender und drei Tracking Aufbauten.

Die Verteilung ändert sich also von Kampagne zu Kampagne. Da niemand die Ergebnisse vorher kennt, empfehlen wir zuerst einen kleinen Test und danach die Skalierung. Die Planungslogik dahinter finden Sie in unserem Beitrag Influencer Marketing Strategie aufbauen.

Welche Fragen erleichtern die Entscheidung zwischen Mikro oder Makro Influencer?

Entscheiden Sie nicht allein anhand einer Tabelle. Beantworten Sie stattdessen zuerst ein paar ehrliche Fragen. Ihr Team kann alle deshalb vor dem Kampagnenstart klären. Widersprechen sich die Antworten, ist das Ziel meist noch unscharf, und Sie sollten es vereinfachen.

  1. Was ist das eine Hauptziel: Sichtbarkeit oder Verkauf?
  2. Wo lebt Ihre Zielgruppe, welche Themen verfolgt sie und auf welcher Plattform?
  3. Wie viele Creator kann Ihr Team gleichzeitig betreuen?
  4. Wie viel können Sie in einen ersten Test stecken, und wie viel dürfen Sie verlieren?
  5. Mit welchen Daten messen Sie das Ergebnis, und liegen sie vor dem Start bereit?
  6. Planen Sie eine einmalige Zusammenarbeit, oder soll sie weiterlaufen?

Ist das Ziel zum Beispiel Verkauf, das Budget klein und das Team klein, wirken einige Mikro Creator sinnvoll. Ist das Ziel eine Startankündigung und das Team bereit, ist auch Makro Unterstützung vernünftig. Schreiben Sie Ihre Antworten daher auf eine Seite, damit Ihre Kriterien bei der Prüfung der Kandidaten stabil bleiben.

Diese Fragen liefern zwar keine einzige richtige Antwort. Sie helfen aber dennoch, die Wahl der Stufe zu begründen. Eine Entscheidung, die Sie erklären können, lässt sich leichter auswerten, selbst wenn das Ergebnis überrascht.

Was sagt die Entscheidungstabelle zu den einzelnen Zielen?

Die folgende Tabelle schlägt für jedes Ziel eine Startstufe vor. Sie ist ein Rahmen für die Diskussion und keine Regel. Passen Sie sie deshalb an Ihre Branche an.

ZielErste WahlUnterstützungAchten Sie auf
Schnelle MarkenbekanntheitMakroMikroPassung der Zielgruppe prüfen
Vertrauen in einer NischeMikroNanoZur Nische passende Creator finden
Verkauf und ConversionMikroNano, MakroProduktseite vorbereiten
Lokales GeschäftNanoMikroStandort der Community prüfen
Produkttest und FeedbackNanoMikroBriefing einfach halten
Großer ProduktstartMakro, MegaMikroMessung vorher einrichten

Zwei Spalten sind besonders wichtig: "Unterstützung" und "Achten Sie auf". Also trägt eine einzelne Stufe selten eine ganze Kampagne. Zudem erinnert jede Warnung an den häufigsten Fehler der jeweiligen Stufe.

Welche Prüfungen sollten Sie vor der Zusage an einen Creator machen?

Nach der Wahl der Stufe müssen Sie jeden Account einzeln prüfen. Die Follower Zahl ist daher nur ein erster Filter. Entscheidend sind dann die Echtheit der Community und die Passung zu Ihrer Marke. Haben Sie den Verdacht auf gekaufte Follower oder Bots, starten Sie die Kampagne nicht.

  • Sind die Kommentare sinnvoll und abwechslungsreich, oder kurz und wiederholend?
  • Lebt der Großteil der Follower in Ihrer Zielregion?
  • Hat der Creator früher schon natürlich mit ähnlichen Produkten gearbeitet?
  • Passt der Stil der Inhalte zum Ton Ihrer Marke?
  • Sind bezahlte Beiträge klar gekennzeichnet?

Diese Prüfungen gelten also für jede Stufe. Methoden zum Fälschen einer Community erklären wir nicht, wir weisen nur auf das Risiko hin. Denn die Zusammenarbeit mit einem auffälligen Account verschwendet Budget und schadet Ihrem Ruf. Eine längere Checkliste finden Sie in unserem Beitrag zu den Kennzahlen.

Mit welchen Werkzeugen messen Sie die Ergebnisse?

Die Messung beginnt mit einem eigenen, nachverfolgbaren Link für jeden Creator. Ein UTM Parameter zeigt Ihnen, welcher Creator welchen Besuch gebracht hat. Somit sehen Sie den Traffic von Makro und Mikro Creatorn getrennt. Mit unserem UTM Generator bereiten Sie Ihre Parameter in wenigen Minuten vor.

Bei verkaufsorientierten Kampagnen hilft außerdem der Ertrag auf die Werbeausgaben, kurz ROAS. Unser ROAS Rechner liefert die Zahl schnell. Bedenken Sie allerdings, dass ein Teil der Wirkung von Influencern sich nicht direkt verfolgen lässt. Dazu zählt zum Beispiel, wer einen Beitrag sieht, später nach Ihrer Marke sucht oder auf einem anderen Gerät kauft.

Denken Sie auch an den Zeitpunkt. Bei Mikro Creatorn zeigt sich die Wirkung oft in den ersten Tagen nach dem Beitrag. Bei Makro Creatorn können Verbreitung und Markensuchen ein längeres Fenster brauchen. Berichten Sie zu früh, behandeln Sie große Accounts folglich unfair.

Verlassen Sie sich daher nicht auf eine einzige Kennzahl. Lesen Sie Reichweite, Interaktion, Klicks und Verkäufe zusammen. Den ganzen Rahmen beschreibt unser Beitrag zum Messen des Influencer Marketing ROI.

Was sollten Sie zu Kennzeichnung und Verträgen wissen?

Bezahlte oder geschenkte Kooperationen müssen klar erkennbar sein. In den USA erwartet die Federal Trade Commission eine klare Offenlegung, sobald ein Creator eine materielle Verbindung zu einer Marke hat. Der FTC Leitfaden Disclosures 101 erklärt, dass auch kostenlose Produkte und Rabatte als solche Verbindung gelten.

Für Deutschland und die EU gelten eigene Regeln zur Werbekennzeichnung. Lassen Sie sich dazu rechtlich beraten, bevor Sie eine Kampagne starten. Wer in der Türkei arbeitet, findet in unserem Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei einen Überblick über das dortige Regelwerk.

Halten Sie im Vertrag die Zahl der Beiträge, den Freigabeprozess, die Nutzungsrechte und die Laufzeit fest. Je größer die Stufe, desto größer die Vertragsarbeit. Dieser Abschnitt ist ein allgemeiner Überblick und keine Rechts oder Steuerberatung. Wenden Sie sich für Ihren Fall bitte an eine qualifizierte Fachperson.

Welche Fehler machen Marken bei der Wahl der Stufe am häufigsten?

Der erste Fehler ist, die Follower Zahl als einziges Maß zu sehen. Eine große Zahl garantiert keine große Wirkung. Der zweite Fehler ist, ohne Ziel nach Creatorn zu suchen. Ist das Ziel unklar, kann keine Stufe das richtige Ergebnis liefern. Diese zwei Fehler begegnen uns in der Praxis am häufigsten.

Der dritte Fehler ist ein vernachlässigtes Briefing. Weiß der Creator nicht, was er sagen soll, wird der Beitrag zur allgemeinen Anzeige. Wir halten Briefings kurz, klar und flexibel. Unser Leitfaden zum Influencer Briefing geht darauf im Detail ein.

Der vierte Fehler ist einmaliges Denken. Marken, die eine ganze Stufe nach einer Kampagne bewerten, verpassen die Chance zu lernen. Zudem macht eine zu spät eingerichtete Messung es unmöglich zu erkennen, welcher Creator funktioniert hat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen.

Mit welcher Stufe starten Sie und wie unterstützt Sie unser Team?

Für die meisten Marken ist ein kleiner Test mit einigen Mikro Creatorn ein vernünftiger Start. Sie messen, lernen, was funktioniert, und skalieren dann. Makro Unterstützung für Bekanntheit kann der zweite Schritt sein. Diese Reihenfolge passt nicht zu jeder Marke, hält aber das Risiko niedrig.

Als Talha Aslan und Team entwickeln wir diese Wahl gemeinsam mit Ihnen anhand von Ziel, Budget und Zielgruppe. Wir prüfen Kandidaten, erstellen das Briefing und richten Tracking Links ein. Möchten Sie den Prozess selbst steuern, hilft Ihnen die Entscheidungstabelle in diesem Leitfaden trotzdem weiter.

Unser Leistungsumfang steht auf der Seite Influencer Marketing Leistungen. Die Beispiele hier sind fiktiv und behaupten keine Kundenergebnisse. Wählen Sie in jeder Kampagne zuerst das Ziel und danach die Stufe.

Häufig gestellte Fragen

Sind Mikro Influencer immer besser als Makro Influencer?
Nein, es hängt von Ihrem Ziel ab. Mikro Creator bringen oft eine engere Community und höhere Interaktion, Makro Creator dagegen eine deutlich größere Reichweite. Für Conversions ist Mikro meist der bessere Startpunkt, für schnelle Bekanntheit passt Makro oft besser. Viele Marken kombinieren beide in einem gemischten Plan.
Welche Follower Grenzen haben die einzelnen Influencer Stufen?
Einen festen Standard gibt es nicht. Branchenleitfäden nutzen häufig ungefähr 1.000 bis 10.000 für Nano, 10.000 bis 100.000 für Mikro, 100.000 bis 1 Million für Makro und darüber für Mega. Die Grenzen verschieben sich je nach Quelle. Übernehmen Sie daher keine fremden Zahlen, sondern schreiben Sie eine eigene Definition für Ihre Kampagne.
Kann ich mit kleinem Budget mit einem Makro Influencer arbeiten?
Technisch ja, aber es ist riskant. Ein Makro Beitrag kann den Großteil eines kleinen Budgets verbrauchen, und verfehlt das Ergebnis die Erwartung, bleibt nichts zum Nachsteuern. Mit kleinem Budget verteilt der Start mit einigen Mikro oder Nano Creatorn das Risiko meist besser. Nach der ersten Welle können Sie skalieren.
Was ist ein Plan mit gemischten Influencer Stufen und warum funktioniert er?
Ein gemischter Plan nutzt Creator aus mehreren Stufen für verschiedene Aufgaben. Ein Makro Creator sorgt etwa für Sichtbarkeit, Mikro Creator bauen Vertrauen auf, Nano Creator übernehmen Produkttests. Er funktioniert, weil jede Stufe die Schwäche einer anderen ausgleicht. Richten Sie für jede Stufe ein eigenes Tracking ein und vergleichen Sie die Ergebnisse.
Reicht eine hohe Engagement Rate, um einen Influencer zu wählen?
Nein. Interaktion zeigt Interesse und keine Verkäufe. Bei kleinen Accounts kann ein einzelner beliebter Beitrag die Rate künstlich anheben. Prüfen Sie den Durchschnitt der letzten Monate, die Qualität der Kommentare und den Standort der Community. Bestätigen Sie die Wahl anschließend mit einem kleinen Test und vergleichen Sie mehrere Creator.
Müssen Influencer Kooperationen gekennzeichnet werden?
Bezahlte oder geschenkte Kooperationen sollten klar erkennbar sein. In den USA verlangt die FTC das, wenn ein Creator eine materielle Verbindung zu einer Marke hat. Für Deutschland und die EU gelten eigene Regeln. Das ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Wenden Sie sich für Ihren Fall bitte an eine qualifizierte Fachperson.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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