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Product Seeding: So senden Sie Produkte an Influencer

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 3 Aufrufe

Was ist Product Seeding und wie funktioniert es im Influencer Marketing?

Product Seeding bedeutet, dass eine Marke ihr Produkt kostenlos an sorgfältig ausgewählte Influencer verschickt und auf eine ehrliche Erfahrung hofft. Sie zahlen also kein Honorar und verlangen keinen Beitrag. Das Ziel ist, das Produkt vor die richtige Zielgruppe zu bringen und eine Beziehung aufzubauen.

Zudem sprechen viele Teams von Gifting. Manche verwenden beide Begriffe gleich. Andere meinen mit Seeding einen breiten Versand und mit Gifting eine kleinere, persönlichere Aktion.

Zunächst wirkt das simpel: Sie packen ein Paket, verschicken es und warten auf Beiträge. In der Praxis hängt das Ergebnis jedoch davon ab, wen Sie auswählen, wie das Paket wirkt, wie Sie Ihre Nachricht formulieren und was Sie erwarten. Daher führt Sie dieser Leitfaden durch den gesamten Ablauf.

Den Aufbau bezahlter Kampagnen wiederholen wir hier nicht. Dazu lesen Sie unseren Beitrag, wie Sie eine Micro Influencer Kampagne planen.

Eine Unterscheidung ist uns wichtig. Denn Seeding ist kein Weg, einen Beitrag zu kaufen. Stattdessen bieten Sie eine Gelegenheit zum Ausprobieren an. Daher sollte Ihr Ton wie eine Einladung klingen und nicht wie eine Werbeanfrage.

Wie unterscheidet sich Product Seeding von einer bezahlten Kooperation?

Bei einer bezahlten Kooperation zahlen Sie ein Honorar und erwarten vereinbarte Inhalte, Termine und eine Freigabe. Beim Product Seeding geht nur das Produkt raus, Inhalte sind nicht garantiert. Dieser Unterschied verändert also Erwartung und Messung.

Zunächst stellt die Tabelle beide Modelle nebeneinander. Sie ist ein allgemeiner Rahmen, denn jede Kampagne hat eigene Bedingungen.

ThemaProduct SeedingBezahlte Kooperation
Was die Marke gibtProdukt und VerpackungHonorar, oft zusätzlich Produkt
Inhalte garantiertNeinIm Vertrag festgelegt
FreigabeprozessMeist keinerBriefing und Freigaben
HauptzielKennenlernen, organische Inhalte, BeziehungKontrollierte Botschaft und Reichweite
RisikoEs kommt eventuell kein BeitragHöheres Budget, engere Vorgaben
MessungAntwortquote, Anzahl Inhalte, spätere KooperationenReichweite, Klicks, Verkaufsziele

Kurz gesagt, beide Modelle konkurrieren nicht. Sie lernen Creator durch Seeding kennen und skalieren danach mit bezahlter Zusammenarbeit.

Sie können beides auch verbinden. Starten Sie zunächst mit einer breiten Seeding Runde und machen Sie danach den Creatorn ein bezahltes Angebot, die gut reagiert haben. So fließt Ihr Budget in Beziehungen, die Sie bereits getestet haben.

Für welche Ziele eignet sich Product Seeding?

Seeding funktioniert am besten für Bekanntheit, Glaubwürdigkeit und einen Pool authentischer Inhalte. Wenn Sie ein neues Produkt einführen, hat eine erste ehrliche Meinung eines echten Nutzers großes Gewicht.

Gute Ziele sind zum Beispiel:

  • Erste Sichtbarkeit für ein neues Produkt oder eine neue Kollektion.
  • Realistisches Bildmaterial von Menschen, die das Produkt nutzen.
  • Ein Test der Passung, bevor Sie eine Partnerschaft bezahlen.
  • Ein natürlicher Zugang zu einer Nischencommunity.

Andererseits ist Seeding allein kein verlässliches Mittel für kurzfristige Verkaufsziele. Denn Sie steuern nicht, wann und wie Creator posten. Wenn Ihr Verkaufsziel streng ist, denken Sie daher auch an eine bezahlte Struktur.

Ein weiteres Ziel ist Inhaltsvielfalt. Zum Beispiel zeigen verschiedene Personen dasselbe Produkt in unterschiedlichen Umgebungen. Dadurch erhalten Sie Material, das eigene Shootings kaum liefern. Allerdings brauchen Sie die ausdrückliche Erlaubnis der Person, bevor Sie es auf Ihren Kanälen oder in Anzeigen nutzen.

Welche Marken profitieren von Product Seeding?

Marken profitieren, wenn sich ihr Produkt leicht ausprobieren, leicht filmen und zu vernünftigen Kosten versenden lässt. Kaffee, Keramik, Heimtextilien, Fitnesszubehör oder verpackte Snacks sind zum Beispiel gut geeignet.

Allerdings greift die Methode in manchen Fällen zu kurz. Ist das Produkt teuer, zerbrechlich oder aufbauintensiv, steigen die Kosten schnell. Außerdem trägt ein einzelner Beitrag den Wert nicht, wenn er sich erst nach langer Nutzung zeigt.

Vor allem in regulierten Kategorien ist zusätzliche Sorgfalt nötig. Trägt ein Produkt Gesundheitsversprechen oder Altersgrenzen, holen Sie vorher fachlichen Rat ein. In diesem Leitfaden nennen wir daher keine Beispiele aus diesen Bereichen.

Denken Sie schließlich an den Lagerbestand. Denn jede verschickte Einheit fehlt im Verkauf. Kleine Marken mit begrenzter Produktion halten die Liste deshalb kurz und versenden nur an Creator mit sehr guter Passung.

Wie wählen Sie die richtigen Influencer für Product Seeding aus?

Der richtige Influencer hat eine Zielgruppe, die zu Ihren Käufern passt, und einen Inhaltsstil, der zur Marke passt. Die Followerzahl allein sagt das nicht aus, denn Seeding ist vor allem eine Frage der Zielgruppenpassung.

Stellen Sie bei jedem Profil diese Fragen:

  • Liegen die Inhalte nah an Ihrer Produktkategorie?
  • Wirken die Kommentare echt und themenbezogen?
  • Hat die Person ähnliche Produkte schon natürlich gezeigt?
  • Kennzeichnet sie Kooperationen mit Marken klar?
  • Gibt es einen professionellen Kontaktweg für die Adresse?

Zur Prüfung der Interaktion hilft unser Instagram Engagement Rechner. Die vollständige Bewertungsliste finden Sie im Beitrag Influencer auswählen: 7 Kennzahlen.

Außerdem sind kleinere Reichweiten oft ein effizienter Start. Dazu lesen Sie, was ein Nano Influencer ist.

Schauen Sie außerdem auf frühere Partnerschaften. Zum Beispiel lässt ein Profil, das viele Produkte hintereinander zeigt, Ihres leicht untergehen. Ein wählerischer Creator schenkt Ihrem Produkt dagegen mehr Aufmerksamkeit.

Wie erstellen Sie eine Versandliste für Product Seeding?

Eine Versandliste ist also eine einfache Tabelle. Sie zeigt, wer welches Produkt bekommt, warum die Person gewählt wurde und in welcher Reihenfolge Sie schreiben. Ohne Liste verlieren Sie den Überblick, denn Sie sehen nicht, wer geantwortet hat.

Nehmen Sie diese Spalten auf:

  • Profilname und Plattform.
  • Auswahlgrund, zum Beispiel Zielgruppenpassung oder Stil.
  • Produkt sowie Größe oder Farbe.
  • Kontaktstatus: erste Nachricht, Antwort, Adresse erhalten.
  • Sendungsnummer und Zustelldatum.
  • Status des Beitrags und Link.

Teilen Sie die Liste danach in zwei Gruppen. Die erste Gruppe umfasst wenige Creator mit hoher Passung und bekommt ein sorgfältigeres Paket. Die zweite Gruppe dagegen ist breiter und schlichter. So nutzen Sie das Budget ausgewogen.

Ergänzen Sie außerdem eine Spalte für Ersatzkandidaten. Antwortet jemand nicht, hält eine fertige Alternative die Runde im Zeitplan.

Allerdings gibt es keine feste Listengröße. Starten Sie klein, lesen Sie das Ergebnis und erweitern Sie dann die zweite Runde.

Was gehört in ein Product Seeding Paket?

Ein gutes Paket zeigt das Produkt vorteilhaft, lässt sich leicht öffnen und eignet sich zum Fotografieren. Das Auspacken wird oft ebenso geteilt wie das Produkt, denn es macht das Filmen einfach.

Folgende Bestandteile bieten sich an:

  • Das Produkt in voller Größe, vollständig und unbeschädigt.
  • Eine kurze, herzliche Notiz mit dem Namen der Person.
  • Zudem eine kleine Karte mit der Geschichte des Produkts.
  • Eine praktische Beigabe, etwa ein Tipp oder ein Rezept.
  • Ein Kontaktweg und eine Ansprechperson für Fragen.

Erstens bitten Sie in der Notiz nicht um einen Beitrag. Schreiben Sie stattdessen etwa: "Wir hoffen, es gefällt Ihnen, und freuen uns über Ihre Meinung." Pakete, die nach Druck aussehen, schaden meist.

Verpacken Sie das Produkt außerdem stabil. Denn ein beschädigtes Produkt zerstört den ersten Eindruck sofort. Bei einem zerbrechlichen Keramikstück brauchen Sie zum Beispiel Polsterung, Eckenschutz und einen klaren Hinweis auf dem Karton. Das kostet etwas mehr, ist aber viel günstiger als ein erneuter Versand.

Wie schreiben Sie die erste Nachricht an einen Influencer?

Die erste Nachricht ist kurz, persönlich und ohne Bedingungen. Sie soll nicht verkaufen. Sie fragt stattdessen, ob die Person das Produkt gern erhalten möchte. So behält sie die Kontrolle.

Eine gute Nachricht folgt dieser Reihenfolge:

  1. Nennen Sie etwas Konkretes aus den Inhalten, etwa ein Detail aus dem letzten Video.
  2. Stellen Sie Ihre Marke in einem Satz vor.
  3. Schreiben Sie klar, dass das Produkt kostenlos ist und kein Beitrag nötig ist.
  4. Fragen Sie, ob die Person eine Adresse mitteilen möchte.
  5. Nennen Sie Ihre Kontaktdaten.

Ein Beispiel: "Guten Tag, uns haben die Pflegetipps in Ihrem letzten Video sehr gefallen. Wir sind eine kleine Marke für Wohnaccessoires und möchten Ihnen unsere neuen Pflanzgefäße schicken. Einen Beitrag erwarten wir nicht, wir hoffen nur, dass sie Ihnen gefallen. Teilen Sie uns gern eine Adresse mit?"

Standardtexte fallen sofort auf. Fügen Sie daher jeder Nachricht mindestens einen persönlichen Satz hinzu. Mehr zur Struktur lesen Sie im Beitrag, wie Sie ein Influencer Briefing schreiben.

Fragen Sie erst nach der Adresse, wenn die Person Interesse zeigt. Somit schaffen Sie Vertrauen und vermeiden unnötige Datensammlung.

Müssen Influencer nach einem kostenlosen Produkt posten?

Nein. Bei einem echten Geschenk gibt es keine Pflicht zum Posten, und Marken sollten sie auch nicht verlangen. Fordern Sie einen Beitrag, ist es kein Geschenk mehr, sondern eine geschäftliche Vereinbarung.

Setzen Sie Ihre Erwartungen daher früh richtig. Rechnen Sie damit, dass die Rücklaufquote in einer Seeding Runde niedrig bleiben kann. Ein stiller Creator mag das Produkt zum Beispiel nicht, hat keine Zeit oder sieht es nicht passend für den Redaktionsplan.

Für ein gutes Erwartungsmanagement tun Sie Folgendes:

  • Notieren Sie in internen Berichten ausdrücklich "kein Beitrag garantiert".
  • Machen Sie den Erfolg nicht von einer einzelnen Zahl abhängig.
  • Sehen Sie negatives Feedback als wertvolle Daten.
  • Haken Sie bei Creatorn, die nicht antworten, nicht nach.

Anders gesagt, Seeding ist eine Investition in Beziehungen und kein Kauf. Somit senkt diese Sicht die Enttäuschung im Team und in der Geschäftsführung.

Zum Beispiel ist eine Runde mit nur wenigen Beiträgen kein Misserfolg. Entscheidend sind die Qualität dieser Beiträge und die Haltung der Menschen zu Ihrer Marke. Erstellen Sie den Ergebnisbericht daher in zwei Teilen, quantitativ und qualitativ.

Müssen Sie Geschenke als Werbung kennzeichnen lassen?

Ja. Ein kostenloses Produkt gilt als geschäftliche Beziehung, deshalb sollte der Beitrag das klar erkennen lassen. Dass Sie kein Honorar zahlen, hebt die Pflicht zur Offenlegung nicht auf.

In den USA sagt die Federal Trade Commission (FTC): Erhält jemand von einer Marke kostenlose oder rabattierte Produkte und erwähnt eines davon, sollte die Person das offenlegen, auch ohne Aufforderung der Marke. Quelle: FTC Disclosures 101 for Social Media Influencers.

Die Plattformen gehen ähnlich vor. Die Richtlinie von TikTok für Markeninhalte zählt ein von der Marke geschenktes Produkt zu Markeninhalten und verlangt die Einstellung zur Offenlegung kommerzieller Inhalte. Quelle: TikTok Branded Content Policy. Meta beschreibt Markeninhalte als Inhalte, die ein Geschäftspartner im Austausch für einen Wert beeinflusst, die Regeln stehen auf der Seite Meta Richtlinien für Markeninhalte.

Für Ihren Markt gelten außerdem eigene Werberegeln zur Kennzeichnung. Prüfen Sie diese und holen Sie rechtlichen Rat ein. Arbeiten Sie mit Creatorn in der Türkei, erklärt unser Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei den Rahmen, den wir hier nicht wiederholen.

In der Praxis hilft ein Satz in Ihrer Nachricht: "Falls Sie posten, weisen Sie bitte darauf hin, dass das Produkt ein Geschenk war." Das erinnert ohne Druck. Prüfen Sie nach der Veröffentlichung einmal, ob die Kennzeichnung sichtbar ist.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung. Fragen Sie zu Verträgen, Steuern und Rechnungen eine qualifizierte Fachperson. Menünamen und Einstellungen ändern sich zudem, nutzen Sie daher die aktuelle Ansicht in der App und die offiziellen Hilfeseiten.

Wie planen Sie Versand und Musterkosten beim Product Seeding?

In der Praxis kostet Seeding mehr als das Produkt selbst. Verpackung, Versand, Arbeitszeit und mögliche Rücksendungen oder Schäden kommen hinzu. Planen Sie diese Posten nicht ein, gerät das Budget außer Kontrolle.

Trennen Sie diese Kostenposten:

  • Die Herstellungskosten oder Einkaufskosten des Produkts, nicht den Verkaufspreis.
  • Verpackung und Präsentationsmaterial wie eine Notizkarte.
  • Versandgebühren und gegebenenfalls Versicherung.
  • Die Zeit der Person, die die Liste betreut.
  • Einen Puffer für Schäden, Verluste und erneuten Versand.

Beispielrechnung (hypothetisch): Addieren Sie zunächst Produktkosten, Verpackung und Versand. Multiplizieren Sie die Summe dann mit der Zahl der Pakete. Das Ergebnis sind dann die Rohkosten der Runde. Teilen Sie sie durch die Zahl der Creator, die gepostet haben, und Sie erhalten die Kosten pro Beitrag. Die Zahlen unterscheiden sich je Marke, daher nennen wir keinen festen Betrag.

Für die allgemeine Budgetlogik hilft unser ROAS Rechner. Direkte Verkäufe sind beim Seeding allerdings nicht immer das wichtigste Signal.

Denken Sie außerdem an Rücksendungen und Umtausch. Bei Größenprodukten kostet die falsche Größe Geld und Zeit. Fragen Sie die Größe deshalb vorher ab und wählen Sie im Zweifel Produkte mit flexibler Passform.

Wie funktioniert der Zoll beim Versand von Produkten ins Ausland?

Bei grenzüberschreitenden Sendungen gelten die Zollregeln des Ziellandes, und sie unterscheiden sich von Land zu Land. Die Einstufung als Geschenk, Muster oder Handelsware, der Warenwert und Listen eingeschränkter Waren können ein Paket verzögern oder stoppen.

Gehen Sie bei internationalen Sendungen so vor:

  1. Prüfen Sie die aktuellen Regeln der Zollbehörde des Ziellandes und die Bedingungen Ihres Versanddienstleisters.
  2. Stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt versendet werden darf.
  3. Füllen Sie die Zollerklärung korrekt und vollständig aus.
  4. Fragen Sie die Person, ob Zölle oder Gebühren anfallen könnten.
  5. Nennen Sie die erwartete Lieferzeit und mögliche Verzögerungen.

Denn eine überraschende Rechnung zerstört Wohlwollen schnell. Fragen Sie daher bei Unsicherheit Ihren Versanddienstleister oder einen Zollagenten. Länderspezifische Sätze nennen wir nicht, denn sie ändern sich oft.

Einfacher ist manchmal ein lokales Lager oder ein Fulfillment Partner im Zielland. Wägen Sie diese Entscheidung allerdings gegen Ihr Budget ab.

Erklären Sie dem Empfänger außerdem, was das Paket enthält, was es wert ist und warum Sie es senden. Das beschleunigt die Abwicklung also, falls der Zoll nachfragt. Für verbindliche Auskünfte zu Abgaben wenden Sie sich an eine qualifizierte Beratung.

Welche Plattformen eignen sich für Product Seeding?

Daher hängt die beste Plattform davon ab, wie Ihr Produkt gezeigt wird. Für visuelle, leicht testbare Produkte sind Instagram und TikTok naheliegend. Erklärungsbedürftige Produkte passen oft besser zu langen Videos.

  • Instagram: Fotos, Kurzvideos und Stories für ein schnelles Kennenlernen.
  • TikTok: offen für Testvideos und Auspackvideos, mit hohem Entdeckungspotenzial.
  • Plattformen für lange Videos: gut für ausführliche Tests.
  • LinkedIn: sinnvoll für B2B Produkte und ein berufliches Publikum.

Schauen Sie zunächst, wo Ihre Käufer ohnehin Zeit verbringen. Zum Beispiel passt ein Snack für junge Zielgruppen zu Kurzvideos. Ein professionelles Werkzeug passt eher zu LinkedIn.

Speziell für TikTok lesen Sie als Nächstes unseren TikTok Influencer Marketing Leitfaden für Marken.

Wie schützen Sie Adressen und persönliche Daten beim Seeding?

Namen, Adressen und Telefonnummern sind personenbezogene Daten. Fragen Sie daher nur nach dem, was Sie für den Versand brauchen, und speichern Sie es nicht länger als nötig. Teilen Sie es außerdem nie in einem öffentlichen Kanal.

  • Erfragen Sie die Adresse nur, wenn die Person sie anbietet.
  • Beschränken Sie den Zugriff auf die Personen, die versenden.
  • Löschen Sie nicht mehr benötigte Angaben nach der Zustellung.
  • Sagen Sie der Person, wofür Sie die Daten nutzen.

Zu den Einzelheiten des Datenschutzrechts in Ihrem Markt fragen Sie eine Rechtsberatung. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Eine einfache Regel hilft trotzdem: Fragen Sie nie nach mehr, als Sie brauchen.

Wie fassen Sie nach dem Versand nach?

Das Nachfassen beginnt nach der Zustellung mit einer höflichen Nachricht ohne Druck. Das Ziel ist also nicht, einen Beitrag zu erbitten. Sie wollen stattdessen bestätigen, dass das Paket angekommen ist und alles passt.

Wir empfehlen diesen Ablauf:

  • Senden Sie die Sendungsverfolgung, sobald das Paket unterwegs ist.
  • Fragen Sie einige Tage nach der Zustellung, ob alles angekommen ist.
  • Antwortet die Person, bedanken Sie sich und hören Sie dem Feedback zu.
  • Erscheint ein Beitrag, danken Sie und markieren Sie die Person natürlich.
  • Kommt keine Antwort, schicken Sie keine zweite Erinnerung.

Pflegen Sie außerdem die Beziehung zu Creatorn, die gepostet haben. Wer sie bei neuen Produkten zuerst bedenkt, bereitet eine spätere bezahlte Kooperation vor.

Möchten Sie einen Beitrag weiterverwenden, holen Sie vorher eine ausdrückliche Erlaubnis ein. Dagegen schadet die Nutzung in Anzeigen ohne Zustimmung dem Vertrauen und kann rechtliche Grenzen überschreiten. Konkret nennen Sie in der Anfrage Inhalt, Kanal und Zeitraum. Die Nutzung auf dem Markenprofil und als bezahlte Anzeige sind zwei getrennte Erlaubnisse.

Wie messen Sie die Ergebnisse von Product Seeding?

Nutzen Sie mehrere Kennzahlen statt einer einzigen Zahl. Direkte Verkäufe sind oft gering, daher lesen Sie die Ergebnisse auch auf der Ebene von Antworten, Inhalten und Beziehungen.

Diese Kennzahlen können Sie beobachten:

  • Versendete und zugestellte Pakete.
  • Der Anteil der Creator, die geantwortet haben.
  • Der Anteil, der gepostet hat, sowie die Zahl der Inhalte.
  • Die Qualität der Interaktion, etwa der Inhalt von Kommentaren und Speicherungen.
  • Indirekte Signale wie Profilbesuche und Markensuchen.
  • Die Zahl der Beziehungen, die zu bezahlter Arbeit führten.

Wenn ein Link geteilt wird, erstellen Sie markierte Links mit unserem UTM Generator. Somit trennen Sie den Traffic in der Analyse. Die meisten Seeding Beiträge enthalten jedoch keinen Link, deshalb gehört auch die qualitative Auswertung dazu.

Beobachten Sie außerdem die Zeit bis zum ersten Beitrag. Wird sie lang, dann prüfen Sie Paket und Nachricht erneut. Nennen Sie bei Zahlen immer Quelle und Zeitraum und verkaufen Sie alte Daten nicht als aktuell.

Wie berechnen Sie das Budget für Product Seeding?

Bauen Sie das Budget von der Rundengröße aus auf, die Sie testen möchten, und nicht rückwärts von einer Zielzahl an Beiträgen. Klein zu starten und die zweite Runde mit Erkenntnissen auszubauen ist sicherer.

Gehen Sie so vor:

  1. Legen Sie fest, wie viele Pakete Sie versenden.
  2. Ermitteln Sie die Gesamtkosten eines Pakets: Produkt, Verpackung, Versand.
  3. Multiplizieren Sie beide Werte für das Rundenbudget.
  4. Addieren Sie einen Puffer für Arbeitszeit und mögliche Schäden.
  5. Vergleichen Sie nach der Runde die echten Kosten mit der Resonanz.

Beträge nennen wir nicht, denn die Kosten schwanken stark je nach Produkt und Region. Wichtig ist, dass Sie das Budget als getestete Investition sehen und nicht als Verlust.

Legen Sie zudem eine Abbruchschwelle fest. Liegt die Antwortquote weit unter Ihrer Erwartung, prüfen Sie vor Runde zwei Liste und Nachricht. Dann wiederholen Sie denselben Fehler nicht im größeren Maßstab.

Planen Sie Seeding neben bezahlter Werbung, hilft unser Google Ads Budget Rechner bei der Gesamtplanung.

Welche Fehler passieren beim Product Seeding am häufigsten?

Am häufigsten sind die falsche Auswahl der Personen, versteckter Druck zum Posten, schlechte Verpackung und die Bewertung der Runde an einem einzigen Beitrag. Zusammengefasst lassen sich alle diese Fehler vermeiden.

  • Eine Liste allein nach Followerzahl zu bauen.
  • Allen dieselbe Nachricht zu schicken.
  • Den Beitrag in der Nachricht zur Bedingung zu machen.
  • Die Kennzeichnung bei Geschenken zu ignorieren.
  • Zoll und Versandkosten zu vergessen.
  • Creatorn nachzulaufen, die nicht geantwortet haben.
  • Die Messung nur an Verkäufe zu koppeln.

Fehler auf Kampagnenebene haben wir im Beitrag 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen gesammelt.

Wann wird aus einem Geschenk eine bezahlte Kooperation?

Ein Geschenk wandelt sich zur bezahlten Kooperation, sobald Sie Zahlung versprechen, einen Beitrag verlangen oder einen konkreten Inhalt festlegen. Daher gehören ab diesem Moment Vertrag, Briefing und Freigabe dazu.

Mit Personen, zu denen Sie eine gute Beziehung aufgebaut haben, können Sie in eine zweite Stufe gehen. Beachten Sie dabei diese Punkte:

  • Suchen Sie einen natürlichen Beitrag, der echte Begeisterung zeigt.
  • Machen Sie das Angebot in einer eigenen, klaren Nachricht.
  • Halten Sie Umfang, Termin und Nutzungsrechte schriftlich fest.
  • Nennen Sie die Kennzeichnung auch im Vertrag.

Was in eine Vereinbarung gehört, erklären wir im Beitrag Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören.

Einen Beitrag als Gegenleistung für ein Geschenk zu erwarten und ihn nachträglich einzufordern, schadet dagegen dem Vertrauen.

Wie passt Product Seeding in einen Influencer Marketing Plan?

Seeding ist die Entdeckungsphase und die Aufwärmphase eines größeren Influencer Marketing Plans. Zuerst lernen Sie sich kennen, dann bauen Sie die Beziehung auf, und erst danach skalieren Sie bezahlt. Diese Reihenfolge schützt Ihr Budget daher vor Risiko.

Sie können Seeding in drei Ebenen einordnen:

  • Ebene eins: eine breite, günstige Seeding Runde.
  • Ebene zwei: persönliche Beziehungen zu Creatorn, die reagieren.
  • Ebene drei: bezahlte, messbare Zusammenarbeit mit den am besten passenden Creatorn.

Den strategischen Rahmen finden Sie im Leitfaden, wie Sie eine Influencer Marketing Strategie aufbauen. Wünschen Sie praktische Unterstützung, lesen Sie mehr zu unserer Leistung Influencer Marketing.

Beispielszenario: Eine neue Kaffeemarke schickt Muster an eine kleine Liste, spricht mit den Antwortenden und testet dann mit zwei Personen eine bezahlte Zusammenarbeit. Das ist ein erfundener Ablauf und kein echtes Kundenergebnis.

Wie führen Sie eine Product Seeding Runde Schritt für Schritt durch?

Sie führen eine Runde in sechs Schritten durch: Ziel, Liste, Paket, Nachricht, Nachfassen und Messung. Binden Sie jeden Schritt an eine schriftliche Checkliste, bleibt die Qualität auch bei Teamwechseln stabil.

  1. Schreiben Sie Ihr Ziel auf: Bekanntheit, Inhalte oder Beziehungen.
  2. Bauen Sie die Liste nach Zielgruppenpassung.
  3. Entscheiden Sie über Paket und Notiz und senken Sie das Schadensrisiko.
  4. Schreiben Sie eine persönliche erste Nachricht ohne Bedingungen.
  5. Erinnern Sie Ihr Team und die Person an die Kennzeichnung.
  6. Messen Sie die Kennzahlen und planen Sie dann Runde zwei.

Seeding ist also keine einmalige Kampagne, sondern ein wiederholbarer Prozess. Außerdem liefert jede Runde Ihnen eine bessere Liste und ein besseres Paket.

Führen Sie außerdem zwischen den Runden eine kurze Notiz zu den Erkenntnissen. Welche Nachricht bekam Antworten, welches Paket wurde oft geteilt, welches Produkt fand kein Interesse? Die Notiz bewahrt das Wissen, auch wenn jemand anderes die nächste Runde leitet.

Bei der Vorbereitung eigener Beiträge hilft Ihnen außerdem unser Hashtag Generator.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Product Seeding?
Product Seeding heißt, dass eine Marke ihr Produkt kostenlos an sorgfältig ausgewählte Influencer sendet. Sie zahlen kein Honorar und verlangen keinen Beitrag. Ziel ist, dass die richtige Zielgruppe das Produkt durch eine ehrliche Erfahrung kennenlernt und dass daraus eine Beziehung entsteht, die später in eine bezahlte Zusammenarbeit münden kann.
Garantiert ein kostenloses Produkt einen Beitrag?
Nein. Bei einem echten Geschenk gibt es keine Garantie für einen Beitrag, denn die Person mag das Produkt vielleicht nicht oder hat keine Zeit. Bewerten Sie eine Seeding Runde deshalb anhand mehrerer Signale wie Antwortquote, Inhaltsqualität und späterer Kooperationen und nicht anhand eines einzelnen Beitrags.
Müssen Influencer geschenkte Produkte kennzeichnen?
Ja, ein Geschenk gilt als geschäftliche Beziehung. Die FTC sagt, dass kostenlose oder rabattierte Produkte offenzulegen sind, auch ohne Aufforderung der Marke, und Plattformen behandeln Geschenke als Markeninhalte. Prüfen Sie die aktuellen Regeln Ihres Marktes und holen Sie rechtlichen Rat ein; dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Was beachte ich beim Versand ins Ausland?
Es gelten die Zollregeln des Ziellandes, und Geschenke, Muster und Handelswaren können unterschiedlich behandelt werden. Prüfen Sie vorab die Bedingungen Ihres Versanddienstleisters und die Zollbehörde des Ziellandes, füllen Sie die Erklärung korrekt aus und informieren Sie den Empfänger über mögliche Zölle oder Gebühren.
Wie messe ich die Ergebnisse von Product Seeding?
Nutzen Sie mehrere Kennzahlen statt einer einzigen: zugestellte Pakete, Antwortquote, Zahl der Creator mit Beitrag, Anzahl der Inhalte, Qualität der Interaktion, indirekte Signale wie Markensuchen und die Zahl der Beziehungen, die später bezahlt wurden. Enthält ein Beitrag einen Link, trennen Sie den Traffic mit UTM Parametern.
Wann sollte Seeding zu einer bezahlten Kooperation werden?
Wechseln Sie zu einer bezahlten Zusammenarbeit, wenn ein Creator natürlich gepostet hat und zu Ihrer Marke passt. Machen Sie das Angebot in einer eigenen Nachricht und halten Sie Umfang, Termin, Nutzungsrechte und Kennzeichnung schriftlich fest. Sobald Sie einen Beitrag verlangen oder Zahlung versprechen, brauchen Sie Vertrag und Briefing.
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  • kennzeichnung
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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