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Influencer Agentur finden: Kriterien und Warnsignale

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 4 Aufrufe

Was ist eine Influencer Agentur und wie wählen Sie die richtige aus?

Eine Influencer Agentur findet Creator für Ihre Marke, steuert Vertrag und Briefing, begleitet die Veröffentlichung und berichtet die Ergebnisse. Bei der Auswahl prüfen Sie, wie die Agentur Creator prüft, wie offen sie Kosten zeigt, was im Vertrag steht, wie sie berichtet und ob sie Referenzen oder einen Pilot anbietet.

Ein Influencer ist ein Social Media Creator, der sich bei seiner Community Vertrauen aufgebaut hat und mit Marken zusammenarbeitet. Die Agentur übernimmt also die Abläufe zwischen Creator und Unternehmen. Eine gute Agentur liefert also nicht nur eine Namensliste, sondern führt den Prozess vom ersten Briefing bis zum Abschlussbericht.

In diesem Leitfaden erklären wir, was Agenturen tun und wann sich die Zusammenarbeit lohnt. Zudem zeigen wir Auswahlkriterien, Fragen für das Erstgespräch und Warnsignale. Deshalb nennen wir keine Agenturen und erstellen kein Ranking. Unser Ziel ist ein Rahmen, mit dem Sie selbst entscheiden können.

Kurz zu den Begriffen: Ein Briefing ist die schriftliche Vorgabe, die dem Creator sagt, was er erstellen soll. Zudem produziert und veröffentlicht der Creator den Inhalt. Der Werbetreibende ist die Marke, die die Kampagne bezahlt und beauftragt.

Was macht eine Influencer Agentur konkret für Ihre Marke?

Eine Agentur vermittelt also nicht nur einen einzelnen Creator. Konkret übernimmt sie von Kampagnenstart bis Kampagnenende mehrere Rollen. Wenn Sie diese Rollen kennen, vergleichen Sie Angebote somit Zeile für Zeile.

  • Strategie: legt Ziel, Zielgruppe und Plattform fest und verbindet die Kampagne mit Verkauf, Reichweite oder Traffic.
  • Creator Auswahl: findet passende Creator und prüft Community und Inhaltsqualität.
  • Briefing und Freigaben: schreibt das Briefing, legt Entwürfe zur Freigabe vor und steuert Korrekturen.
  • Verträge und Rechte: hält Leistungen, Termine und Nutzungsrechte schriftlich fest.
  • Veröffentlichungskontrolle: prüft, dass Beiträge pünktlich und mit korrekter Werbekennzeichnung erscheinen.
  • Reporting: misst das Ergebnis mit den vorher vereinbarten Kennzahlen.

Allerdings übernimmt nicht jede Agentur alle sechs Rollen. Manche vermitteln zum Beispiel nur Creator, andere steuern die komplette Kampagne. Fragen Sie deshalb im ersten Gespräch, welche Aufgaben die Agentur Ihnen abnimmt.

Wenn Sie zuerst die Strategie klären möchten, lesen Sie unseren Leitfaden, wie Sie eine Influencer Marketing Strategie aufbauen.

Wann lohnt sich die Zusammenarbeit mit einer Influencer Agentur?

Eine Agentur lohnt sich zunächst dann, wenn Umfang und Komplexität Ihre internen Kapazitäten übersteigen. Denn Creator suchen, Verträge schreiben und Berichte bauen kosten viel Zeit. Außerdem zahlt sich die Erfahrung einer Agentur aus, wenn Sie regelmäßig Kampagnen fahren.

  • Mehrere Creator arbeiten gleichzeitig an Ihrer Kampagne, und die Abstimmung wird aufwendig.
  • Sie sind auf mehr als einer Plattform aktiv, doch im Team kennt niemand alle Plattformen.
  • Ein schneller Start steht an, und Sie haben noch keine Creator Kontakte.
  • Sie wünschen sich einen erfahrenen Blick auf Verträge, Nutzungsrechte und Kennzeichnung.
  • Das Reporting soll Ergebnisse mit Umsatz oder Traffic Daten verbinden.

Treffen die meisten Punkte zu, lohnt sich also ein Agenturgespräch. Treffen nur ein oder zwei Punkte zu, starten Sie stattdessen mit einem kleinen Pilot.

Auch der Zeitpunkt zählt. Denn wer Agenturen wenige Tage vor dem Start anfragt, entscheidet unter Druck. Zum Beispiel bei einer Saisonkampagne oder einem Produktlaunch beginnen Sie die Gespräche besser einige Wochen vorher, damit Raum für Vergleich und Test bleibt.

Wann ist die Arbeit im eigenen Team besser?

Allerdings ist eine Agentur nicht für jede Marke die richtige Antwort. Mit kleinem Budget, einer Plattform und wenigen Creatorn arbeiten Sie daher intern oft günstiger und schneller. Zudem kennt niemand Ihr Produkt besser als Sie selbst.

Das eigene Team passt, wenn Sie eine Social Media Verantwortliche oder einen Verantwortlichen haben, die oder der das Produkt erklären kann. Außerdem sollten Sie sich wohlfühlen, Creator direkt anzuschreiben, und nur wenige Kampagnen planen. Dann können Sie das Agenturhonorar in das Creator Budget verschieben.

Trotzdem gilt: Verträge und Kennzeichnung nimmt auch das eigene Team ernst. Darauf kommen wir weiter unten zurück. Arbeiten Sie zum ersten Mal mit einem Creator, hilft unser Beitrag, wie Sie ein Influencer Briefing schreiben.

Rechnen Sie den Zeitaufwand ehrlich mit. Creator suchen, schreiben, Produkte versenden und berichten kosten Stunden Ihrer Social Media Verantwortlichen. Wer diese Last realistisch einschätzt, entscheidet sich somit leichter für oder gegen eine Agentur.

Wie unterscheiden sich Agentur, eigenes Team und Hybridmodell?

Zunächst fasst die Tabelle die drei Wege zusammen. Sie ist ein allgemeiner Rahmen aus der Praxis und führt nicht für jede Marke zum gleichen Ergebnis.

KriteriumMit AgenturEigenes TeamHybridmodell
TempoStartet oft schnell dank fertiger Abläufe und KontakteBraucht AufbauzeitStrategie intern, Umsetzung extern
KontrolleSie legen die Freigabeschritte festSie haben volle KontrolleSie teilen die Kontrolle
KostenstrukturAgenturhonorar und Creator Honorar sind getrennte PostenMeist Zeit und ToolkostenSie kaufen nur die Bausteine ein, die Sie brauchen
FachwissenErfahrung auf mehreren PlattformenBegrenzt auf das Wissen Ihres TeamsDie Agentur schließt die Lücken
RisikoHängt von Transparenz und Reporting abWissen zu Vertrag und Kennzeichnung kann dünn seinUnklare Rollen führen zu Reibung

Das heißt: Das richtige Modell hängt von Ihrem Ziel und Ihren internen Ressourcen ab. Daher ist für viele Marken ein Hybridmodell ein ausgewogener Start. Sie behalten die Strategie und lassen die Agentur die Umsetzung steuern.

Im Hybridmodell kommt es vor allem auf klare Rollen an. Wer schreibt das Briefing, wer gibt frei, wer liest den Bericht? Beantworten Sie diese drei Fragen schriftlich, dann arbeiten beide Seiten ohne Reibung.

Welche Kriterien sollten Sie bei der Wahl einer Influencer Agentur nutzen?

Entscheiden Sie also anhand von Kriterien, die Sie vorab aufschreiben, nicht nach Bauchgefühl. Sonst gewinnt die Agentur mit der besten Präsentation, nicht die mit der besten Arbeit. Wir empfehlen diese sechs Kriterien.

  1. Creator Pool und Prüfverfahren.
  2. Transparenz bei Honoraren, Creator Vergütung und Abläufen.
  3. Vertragsbedingungen und Nutzungsrechte.
  4. Berichtsformat und Messmethode.
  5. Referenzen und die Möglichkeit eines Pilotprojekts.
  6. Preismodell und zusätzliche Kostenposten.

Danach erklären wir jedes Kriterium in den folgenden Abschnitten. Dort sehen Sie konkret, was Sie fragen sollten und welche Antworten ein gutes Zeichen sind.

Zudem hilft eine Gewichtung. Eine Marke mit der ersten Influencer Kampagne legt vielleicht den größten Wert auf Transparenz und Verträge, während eine erfahrene Marke die Tiefe des Reportings höher gewichtet. Schreiben Sie die Gewichte vor den Gesprächen auf, damit eine glänzende Präsentation Ihr Urteil nicht verzerrt.

Wie prüft eine Influencer Agentur ihren Creator Pool?

Der Pool ist also die Liste der Creator, auf die die Agentur zugreifen kann. Dabei zählt das Prüfverfahren deshalb mehr als die Größe. Fragen Sie daher, was die Agentur kontrolliert, bevor sie einen Creator aufnimmt.

  • Prüft sie, ob die Community echt ist und die Interaktion natürlich wirkt?
  • Passt die Verteilung der Community nach Land, Alter und Interessen zu Ihrer Zielgruppe?
  • Hat der Creator schon mit ähnlichen Kategorien gearbeitet, und bleibt die Qualität konstant?
  • Hat der Creator frühere Kooperationen sauber gekennzeichnet?

Auch Plattform Tools helfen in dieser Phase. Meta bietet zum Beispiel den Meta Creator Marketing Hub, damit Marken Creator finden und bewerten können. Laut der offiziellen Hilfeseite erreichen Sie ihn über die Meta Business Suite oder den Werbeanzeigenmanager. Fragen Sie außerdem, ob Ihre Agentur solche offiziellen Werkzeuge kennt.

Wie Sie einzelne Creator bewerten, lesen Sie in unserem Beitrag zu den 7 Kennzahlen bei der Influencer Auswahl.

Was bedeutet Transparenz bei einer Agentur?

Transparenz heißt: Sie sehen, wohin das Geld fließt und wie die Arbeit abläuft. Zeigt sich eine Agentur hier verschlossen, verlieren die anderen Kriterien somit an Wert. Deshalb sollten Sie im ersten Gespräch klare Antworten zu diesen Punkten verlangen.

  • Zeigt das Angebot Creator Honorar und Agenturhonorar in getrennten Zeilen?
  • Kann die Agentur begründen, warum sie jeden Creator ausgewählt hat?
  • Erklärt sie, wie die vorgeschlagene Creator Liste zustande kommt?
  • Legt sie Ihnen Entwürfe vor der Veröffentlichung zur Freigabe vor?
  • Steht schriftlich fest, wer bei Problemen verantwortlich ist?

Kurz gesagt: Eine transparente Agentur zeigt Ihnen den ganzen Prozess. Arbeitet sie wie eine Blackbox und schickt nur einen Ergebnisbericht, können Sie nicht prüfen, was warum geschah.

Ein kurzer Test hilft: Fragen Sie bei jeder Zeile im Angebot, wer dieses Geld erhält. Eine klare Antwort in einem Satz ist dann ein gutes Zeichen. Bleibt die Antwort vage, bitten Sie schriftlich um die Aufschlüsselung.

Welche Vertragsbedingungen sollten Sie prüfen?

Denken Sie an zwei Ebenen: den Vertrag zwischen Ihnen und der Agentur sowie den Vertrag zwischen Agentur und Creator. Beide sollten Leistungen, Termine, Freigaben, Nutzungsrechte und die Verantwortung für die Werbekennzeichnung klar regeln.

Vor allem die Nutzungsrechte geraten oft aus dem Blick. Dürfen Sie das Video des Creators als Anzeige schalten, wie lange und auf welchen Kanälen? Steht das nicht im Vertrag, sinkt somit später Ihre Verhandlungsposition. Ebenso wichtig ist die Exklusivität, also ob der Creator für Wettbewerber arbeiten darf.

Eine ausführliche Checkliste finden Sie im Beitrag Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören. Planen Sie ein UGC Projekt, folgt unser Leitfaden UGC Agentur auswählen einer ähnlichen Logik.

Hinweis: Dieser Abschnitt ist ein allgemeiner Rahmen und keine Rechts oder Steuerberatung. Bei Fragen zu Steuern, Rechnungen und Verträgen wenden Sie sich an eine qualifizierte Fachperson.

Wie sollte eine Influencer Agentur berichten und welche Kennzahlen sollten Sie verlangen?

Gutes Reporting beginnt vor der Kampagne, nämlich mit der Festlegung dessen, was Sie messen. Verlangen Sie daher Kennzahlen passend zu Ihrem Ziel und nicht nur Reichweite und Likes. Geht es um Verkauf, zählen Klicks, Conversions und Umsatz. Geht es um Bekanntheit, zählen Reichweite, Aufrufe und Speicherungen.

ZielWichtige KennzahlenWas Sie zur Messung brauchen
BekanntheitReichweite, Aufrufe, Speicherungen, SharesScreenshots der Plattform Statistiken
TrafficKlicks, Sitzungen, AbsprungrateUTM Link, Analytics Konto
VerkaufConversions, Bestellungen, UmsatzRabattcode oder trackbarer Link
CommunityQualität der Follower, Inhalt der KommentareManuelle Prüfung der Kommentare

Trackbare Links erstellen Sie mit unserem UTM Generator. Möchten Sie die Interaktion selbst prüfen, hilft der Instagram Engagement Rate Rechner.

Um Ergebnisse mit Geld zu verbinden, lesen Sie, wie Sie den Influencer Marketing ROI messen. Vereinbaren Sie außerdem vorab den Rhythmus. Eine kurze Wochenübersicht und ein ausführlicher Bericht am Kampagnenende genügen für die meisten Projekte.

Wie bitten Sie um Referenzen und ein Pilotprojekt?

Erstens lässt Sie eine Referenz frühere Arbeit der Agentur überprüfen. Bitten Sie deshalb um ein Gespräch mit einer Marke aus einer ähnlichen Kategorie. Lehnt die Agentur ab, fragen Sie nach dem Grund. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung kann ein guter Grund sein, doch dann sollte die Agentur einen anderen Nachweis anbieten.

Zweitens senkt ein Pilot Ihr Risiko. Starten Sie statt einer vollen Kampagne mit einem Creator und einem Beitrag. So sehen Sie also zu geringen Kosten, wie die Agentur mit Briefings umgeht, wie schnell sie antwortet und wie gut sie berichtet. Zum Schluss prüfen Sie Ziele und Messung gemeinsam.

  • Legen Sie für den Pilot ein klares Ziel und einen Zeitraum fest.
  • Schreiben Sie die Erfolgskriterien vor dem Start auf.
  • Besprechen Sie vorab, unter welchen Bedingungen aus dem Pilot eine volle Kampagne wird.

Bedenken Sie: Eine Referenzliste allein reicht nicht. Fragen Sie deshalb nach Quelle und Zeitpunkt jedes Beispiels. Eine alte Kampagne als aktuell darzustellen, ist eine häufige Form der Irreführung.

Wie funktioniert das Preismodell einer Influencer Agentur?

Preise unterscheiden sich von Agentur zu Agentur, und wir nennen hier keine Zahlen. Stattdessen zeigen wir, welche Posten ein Angebot enthalten sollte. Wer das Angebot Zeile für Zeile liest, kann zwei Agenturen fair vergleichen.

PostenBedeutungFrage an die Agentur
Creator HonorarDas Entgelt für den CreatorEnthält der Creator Preis einen Aufschlag der Agentur?
AgenturhonorarAufwand für Planung, Steuerung und ReportingPauschal, prozentual oder pro Projekt?
ProduktversandProdukt und Lieferung an CreatorWer trägt diese Kosten?
NutzungsrechteErlaubnis, den Inhalt als Anzeige zu nutzenSind Dauer und Kanäle im Honorar enthalten?
KorrekturenÄnderungswünscheWie viele Runden sind inklusive, und was kosten weitere?

Das Honorar kann pauschal, prozentual oder gemischt sein. Entscheidend ist der Anreiz hinter dem Modell. Zum Beispiel neigt eine Agentur, die einen Prozentsatz des Creator Budgets erhält, eher zu einem größeren Budget. Sprechen Sie das früh an.

Wählen Sie ein Angebot nicht nur, weil es günstig ist. Ein niedriger Preis lässt vielleicht Nutzungsrechte oder Korrekturen aus. Gleichen Sie deshalb zuerst die Posten an und vergleichen Sie dann.

Was muss eine Agentur über Werbekennzeichnung wissen?

Erhält ein Creator Geld, Gratisprodukte oder Rabatte, ist der Beitrag Werbung, und das Publikum muss das erkennen. Die deutschen Landesmedienanstalten veröffentlichen dazu den Leitfaden zur Werbekennzeichnung in Social Media. Laut ihrer Beschreibung stützt er sich auf die Werberegeln des Medienstaatsvertrags und enthält eine Übersicht, ob, wie und wo Werbung zu kennzeichnen ist. Lesen Sie ihn im Leitfaden der Medienanstalten.

Auf Plattformebene verlangt Instagram, dass Branded Content mit dem Label für bezahlte Partnerschaft erscheint. Die Regeln finden Sie in den Instagram Richtlinien für Branded Content. Wirbt Ihre Marke in der Türkei, erklärt unser Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei den dortigen Rahmen.

Fragen Sie die Agentur daher: Wer prüft bei jedem Beitrag die Kennzeichnung, und wer korrigiert sie bei Fehlern? Hat niemand eine Antwort, bleibt die Verantwortung somit ungeklärt. Hinweis: Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung.

Welche Fragen sollten Sie einer Influencer Agentur stellen?

Die Fragen im Erstgespräch zeigen daher schnell, wie eine Agentur arbeitet. Drucken Sie die Liste aus und nehmen Sie sie mit zum Termin.

  1. Wie bauen Sie Ihren Creator Pool auf und wie prüfen Sie ihn?
  2. Welche Kontrollen führen Sie durch, bevor Sie einen Creator empfehlen?
  3. Zeigt das Angebot Creator Honorar und Ihr Honorar getrennt?
  4. Welchen Zeitraum und welche Kanäle decken die Nutzungsrechte ab?
  5. Wer prüft die Kennzeichnung, und wer behebt Fehler?
  6. Welche Kennzahlen berichten Sie, und wie oft?
  7. Können wir einen Pilot starten, und wie definieren wir Erfolg?
  8. Welche Ausstiegsbedingungen gelten, falls wir den Vertrag beenden möchten?

Die Qualität der Antworten zählt, ebenso die Art, wie die Agentur antwortet. Wer klar und begründet antwortet, arbeitet also vermutlich mit derselben Disziplin. Außerdem verhindern schriftliche Fragen und schriftliche Antworten spätere Missverständnisse.

Welche Warnsignale gibt es bei Influencer Agenturen?

Zunächst gilt: Manche Zeichen sollten Sie vor der Unterschrift innehalten lassen. Ein einzelnes Zeichen entscheidet nichts, doch mehrere zusammen verlangen Vorsicht.

  • Ergebnisgarantien, etwa eine feste Zahl an Verkäufen, Followern oder Interaktionen.
  • Keine Auskunft darüber, woher die Creator Liste stammt und wie die Agentur sie prüft.
  • Gekaufte Follower oder gekaufte Interaktion als Taktik.
  • Posten im Angebot, die sich hinter einer Pauschalsumme verstecken.
  • Fehlende Regelungen zu Nutzungsrechten und Kennzeichnung im Vertrag.
  • Ausweichende Antworten auf Ihre Bitte um Referenz oder Pilot.
  • Reporting mit oberflächlichen Zahlen wie Likes und Aufrufen.

Konkret wiegen das erste und das dritte Zeichen am schwersten. Denn sie gefährden Ihre Marke und Ihr Budget direkt.

Sehen Sie ein Warnsignal, müssen Sie das Gespräch trotzdem nicht sofort beenden. Bitten Sie zunächst um eine Erklärung. Eine klare, begründete und belegte Antwort senkt das Risiko, ein Ausweichen verstärkt das Signal.

Wie sollte eine Agentur mit Fake Followern und Bots umgehen?

Denn gekaufte Follower und automatische Interaktion verfälschen Kampagnenergebnisse und verstoßen gegen Plattformregeln. Wir beschreiben hier keine Methode. Wir fassen nur das Risiko und den sicheren Weg zusammen.

Der sichere Weg hat drei Schritte. Zunächst prüft die Agentur die Community Daten und die Kommentarqualität des Creators. Danach teilt sie Ihnen das Ergebnis mit. Schließlich regelt sie im Vertrag, wie Zahlung und Stornierung ablaufen, falls Fake Interaktion auftaucht.

Anders gesagt: Die Agentur sollte eine klare Haltung zeigen. Sie nimmt verdächtige Konten nicht in die Liste auf und nennt Ihnen den Grund. Fragen Sie deshalb im Erstgespräch nach dieser Haltung. Sehen Sie außerdem während der Kampagne einen unerwarteten Sprung bei der Interaktion, dürfen Sie von der Agentur eine Erklärung verlangen.

Wie vergleichen Sie Agenturen mit einer Bewertungstabelle?

Haben Sie mit zwei oder drei Agenturen gesprochen, vergleichen Sie Punkte statt Gefühle. Die Tabelle zeigt eine Beispielvorlage. Passen Sie die Gewichte daher an Ihre Prioritäten an. Die Zahlen sind nur ein Beispiel.

KriteriumBeispielgewichtAgentur A Punkte (1 bis 5)Agentur B Punkte (1 bis 5)
Pool und Prüfung2543
Transparenz2053
Vertrag und Rechte2044
Reporting1534
Referenzen und Pilot1043
Preismodell1034

Im Beispiel multiplizieren Sie jedes Gewicht mit der Punktzahl und addieren alles. Somit liegt die Agentur mit Stärken bei Transparenz und Pool vorn. Dann können Sie Ihrem Team die Begründung der Entscheidung zeigen.

Bewerten Sie nicht allein. Bitten Sie je eine Person aus Marketing, Vertrieb und bei Bedarf Recht, dieselbe Tabelle auszufüllen, und bilden Sie den Durchschnitt. Zeilen mit stark abweichenden Punkten zeigen dann, wo Sie nachfragen müssen.

Wie sollten die ersten 30 Tage mit der Agentur aussehen?

Nach der Entscheidung prägt der erste Monat den Ton der Zusammenarbeit. Teilen Sie ihn in vier kleine, klare Schritte.

  1. Zunächst halten Sie Ziel, Zielgruppe, Budgetrahmen und Freigabeprozess schriftlich fest.
  2. Dann prüfen Sie die Creator Vorschläge samt Begründung und geben den Briefing Entwurf frei.
  3. Danach veröffentlichen Sie den Pilot Beitrag und kontrollieren gemeinsam die Kennzeichnung.
  4. Schließlich werten Sie den ersten Bericht, die Kennzahlen und die trackbaren Links aus.

In der Praxis hilft Ihnen dieser Rhythmus, Probleme früh zu erkennen. Denn die meisten Kampagnenfehler entstehen aus Erwartungen, die zu Beginn niemand geklärt hat. Die häufigsten Fehler beschreiben wir im Beitrag 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen.

Schließlich: Halten Sie am Ende des ersten Monats ein kurzes Review ab. Bewerten Sie konkret Reaktionszeit, Briefing Qualität und Klarheit des Berichts. Liegt das Ergebnis unter Ihrer Erwartung, verlangen Sie einen Korrekturplan, bevor Sie in die volle Kampagne gehen.

Was sollten kleine Unternehmen vor der Wahl einer Agentur beachten?

Führen Sie ein kleines Unternehmen, passen Pakete für Großkunden womöglich nicht. Klären Sie deshalb zuerst den Umfang Ihres Bedarfs. Eine flexible Agentur, die auch für einen Creator und eine Kampagne arbeitet, passt daher besser.

  • Fragen Sie nach Projektarbeit statt monatlicher Pauschale.
  • Verlangen Sie Erfahrung mit kleinen Creatorn, denn kleine Budgets setzen oft auf sie.
  • Klären Sie im Erstgespräch, ob die Agentur ein Mindestbudget verlangt.
  • Bitten Sie um ein konkretes Beispiel für lokale oder Nischen Zielgruppen.

Mehr zu kleineren Creator Stufen lesen Sie im Beitrag Was ist ein Nano Influencer. Für ein kleines Unternehmen schützt die richtige Influencer Agentur das Budget und hält den Prozess schlank.

Wie geht die Zusammenarbeit nach der Kampagne weiter?

Die Beziehung muss nicht mit der Kampagne enden. Allerdings sollten Sie über den nächsten Schritt mit Daten entscheiden, nicht nach Gefühl. Führen Sie deshalb am Ende ein kurzes Review durch und halten Sie fest, was funktioniert hat.

  1. Prüfen Sie anhand der vorab definierten Kennzahlen, ob Sie das Ziel erreicht haben.
  2. Entscheiden Sie je Creator anhand der Inhaltsqualität, ob Sie weiter zusammenarbeiten.
  3. Tragen Sie das Ende der Nutzungsrechte in den Kalender ein und sprechen Sie Verlängerungen früh an.
  4. Nehmen Sie die Erkenntnisse aus dem Agenturbericht in das nächste Briefing mit.

Außerdem sollten Sie mindestens eine volle Kampagne sehen, bevor Sie einen Jahresrahmenvertrag unterschreiben. Somit gehen Sie langfristig mit echter Erfahrung in die Zusammenarbeit.

Wer hat diesen Leitfaden geschrieben und wie bleiben wir fair?

Wir sind selbst ein Team, das Influencer Marketing und Social Media Betreuung anbietet. Wenden Sie diese Kriterien deshalb auch auf uns an. Was wir leisten, sehen Sie auf unserer Seite zum Influencer Marketing und zur Social Media Betreuung.

Zudem haben wir keine Agenturen gerankt, niemanden hervorgehoben und keine Ergebnisse versprochen. Zahlen im Text sind reine Beispielrechnungen, und Branchenspannen sind ein Startwert aus der Praxis, keine Garantie.

Zusammengefasst: Die richtige Influencer Agentur ist nicht die, die am meisten verspricht, sondern die, die ihren Prozess am offensten zeigt. Schreiben Sie Ihre Kriterien auf, stellen Sie die Fragen, starten Sie mit einem kleinen Pilot und entscheiden Sie mit Punkten.

Häufig gestellte Fragen

Was macht eine Influencer Agentur?
Eine Influencer Agentur findet Creator für Ihre Marke, erstellt das Briefing, steuert Verträge und Freigaben, begleitet die Veröffentlichung und berichtet die Ergebnisse. Kurz gesagt, sie übernimmt die Abläufe zwischen Creator und Marke. Der Umfang unterscheidet sich je Agentur, deshalb sollten Sie schriftlich klären, welche Aufgaben das Angebot enthält.
Brauchen Sie eine Influencer Agentur?
Nein, nicht zwingend. Kleine Kampagnen mit einer Plattform, kleinem Budget und wenigen Creatorn steuern Sie auch im eigenen Team. Eine Agentur spart Zeit, wenn viele Creator, mehrere Plattformen oder aufwendige Verträge und Berichte anfallen. Ein Hybridmodell, bei dem Sie die Strategie behalten und die Umsetzung auslagern, ist eine ausgewogene Option.
Welches Kriterium ist bei der Agenturwahl am wichtigsten?
Ein einzelnes Kriterium gibt es nicht, doch Transparenz und die Prüfung der Creator entscheiden bei den meisten Marken. Sehen Sie nicht, wohin das Geld fließt und wie Creator ausgewählt werden, können Sie die übrigen Kriterien nicht kontrollieren. Danach prüfen Sie Verträge, Reporting und Preismodell in dieser Reihenfolge.
Darf man von einer Agentur Referenzen verlangen?
Ja, das ist üblich. Sie können um ein Gespräch mit einer Marke aus einer ähnlichen Kategorie bitten. Kann die Agentur aus Vertraulichkeitsgründen keine Referenz nennen, sollte sie einen anderen Nachweis anbieten. Auch ein Pilotprojekt kann die Referenz ersetzen, weil Sie die Arbeitsqualität mit geringem Risiko sehen.
Kann eine Influencer Agentur Ergebnisse garantieren?
Nein, das kann sie nicht. Eine Agentur, die eine feste Zahl an Verkäufen, Followern oder Interaktionen verspricht, ist ein Warnsignal, denn das Ergebnis hängt von Produkt, Preis, Zielgruppe und Inhalt zugleich ab. Eine seriöse Agentur schlägt Ziele und eine Messmethode vor, garantiert aber nichts, und das sollten Sie im Vertrag prüfen.
Wie rechnen Influencer Agenturen ab?
Die Vergütung setzt sich meist aus Creator Honorar, Agenturhonorar, Produktversand und Nutzungsrechten zusammen. Das Modell kann pauschal, prozentual oder gemischt sein. Wichtig ist, dass das Angebot jeden Posten einzeln ausweist. So vergleichen Sie zwei Angebote fair und erkennen versteckte Kosten, bevor Sie etwas unterschreiben.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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