Influencer Marketing für E-Commerce: Kooperationen, die verkaufen

Was ist Influencer Marketing für E-Commerce und wie führt es zu Verkäufen?
Influencer Marketing für E-Commerce bedeutet, Produkte eines Online Shops über Creator zu bewerben, denen ihre Community vertraut, und das Interesse messbar in Bestellungen zu überführen. Das Ziel ist mehr als Reichweite, denn Sie verbinden Inhalt und Kasse über messbare Links, Rabattcodes und eine passende Produktseite.
Ein Influencer ist eine Person mit einer Community in sozialen Netzwerken, die sich Vertrauen aufgebaut hat. Zudem lesen Follower eine Empfehlung oft wie den Tipp einer Freundin und nicht wie Werbung. Daher kann dieses Vertrauen im E-Commerce die Zweifel auf der Produktseite senken.
Trotzdem verkauft nicht jeder Beitrag. Deshalb zeigen wir in diesem Leitfaden, welche Bausteine aus einer Kooperation Bestellungen machen. Ergebnisse versprechen wir nicht, denn sie hängen von Produkt, Preis, Zielgruppe und Timing ab.
Zum Beispiel kann ein Shop ein neues Produkt mit einem Beitrag starten, der nur Likes bringt. Derselbe Beitrag mit Produktlink und kurzem Code liefert dagegen konkret Bestelldaten.
Wie unterscheidet sich Influencer Marketing für E-Commerce mit Verkaufsziel von Awareness Kampagnen?
Eine Awareness Kooperation will, dass man die Marke wahrnimmt. Eine verkaufsorientierte Kooperation dagegen verknüpft jeden Schritt mit einer Bestellung. Dieser Unterschied verändert von Anfang an das Briefing (den schriftlichen Arbeitsrahmen für den Creator), das Budget und die Messung.
Die folgende Tabelle stellt beide Ansätze gegenüber. Verstehen Sie sie also als allgemeinen Rahmen und passen Sie die Gewichtung an Ihr Ziel an.
| Thema | Awareness Fokus | Verkaufsfokus |
|---|---|---|
| Hauptziel | Gesehen und erinnert werden | Bestellungen und Umsatz |
| Hauptkennzahl | Reichweite, Aufrufe | Klicks, Warenkörbe, Bestellungen |
| Inhaltstyp | Markengeschichte, Vorstellung | Produktdemo, Nutzung, Angebot |
| Zielseite | Profil oder Account | Produkt oder Kampagnenseite |
| Zuordnung | Begrenzt | UTM, Code, Umfrage |
Sie können beides in einer Kampagne für Influencer Marketing für E-Commerce mischen. Allerdings erleichtert es die Auswertung, wenn jeder Inhalt ein Hauptziel hat.
Auch das Briefing ändert sich. Zunächst sagen Sie dem Creator, welches Merkmal er zeigen soll, wohin der Link führt und wie er den Code nennt. Die Wortwahl überlassen Sie ihm, denn eine natürliche Sprache wirkt meist besser als ein Skript.
Welche E-Commerce Produkte funktionieren in Influencer Kooperationen am besten?
Also funktionieren Produkte am besten, die im Video klar aussehen, ihren Nutzen schnell zeigen und einen Preis haben, den man in einem Beitrag versteht. Wohnaccessoires, Mode, Küchenhelfer und Hobbyartikel sind typische Beispiele für Kategorien, die zu Kurzvideos passen.
Andererseits brauchen erklärungsbedürftige oder hochpreisige Produkte länger bis zur Entscheidung. Dann erwarten Sie nicht, dass ein einzelner Beitrag den Verkauf abschließt. Sie sehen ihn stattdessen als ersten vertrauensbildenden Schritt.
Stellen Sie sich diese Fragen:
- Lässt sich der Nutzen in einem Video von 30 Sekunden zeigen?
- Braucht die Zielgruppe ungewöhnlich viel Vertrauen vor dem Kauf?
- Hält Ihr Lagerbestand einen plötzlichen Ansturm aus?
- Bestätigt die Produktseite das Versprechen aus dem Beitrag?
Wenn Sie die ersten beiden Fragen nicht klar beantworten, stärken Sie also zuerst Produktseite und Preisbotschaft.
Prüfen Sie außerdem, ob die Community des Creators zu Ihrer Preislage passt. Denn ein starkes Video konvertiert nicht, wenn die Zuschauer anders einkaufen als Ihre Kunden. Wählen Sie für die erste Kooperation ein oder zwei Hero Produkte statt des ganzen Sortiments.
Warum richten Sie einen messbaren Link und einen Rabattcode gemeinsam ein?
Ein messbarer Link zeigt, wer den Klick geliefert hat. Ein Rabattcode zeigt, auf wessen Empfehlung hin bestellt wurde. Beide gleichen die Lücken des anderen aus, denn ein Kunde kann einen Code nutzen, ohne je den Link anzuklicken.
Zum Beispiel sieht jemand ein Video, schließt den Browser und ruft Ihren Shop Stunden später direkt auf. Die Linkmessung übersieht diese Bestellung allerdings. Der Code hinterlässt dagegen einen Eintrag an der Kasse.
Andererseits kann ein Code allein täuschen. Codes, die auf Gutscheinseiten landen, ziehen Bestellungen an, die der Creator nie ausgelöst hat. Deshalb lesen Sie beide Signale nebeneinander und deuten den Unterschied.
Fügen Sie wenn möglich eine dritte Ebene hinzu: eine kurze Umfrage nach dem Kauf mit der Frage "Wie haben Sie von uns erfahren?". Sie kann nämlich Einfluss zeigen, den kein Link erfasst. Die Antworten beruhen allerdings auf Selbstauskunft, also sehen Sie sie als Hinweis und nicht als Beweis.
Die allgemeine Logik der Zuordnung erklärt unser Leitfaden zum Thema Influencer Marketing ROI messen. Hier konzentrieren wir uns daher auf das E-Commerce Setup.
Wie bauen Sie UTM Parameter für Influencer Links auf?
UTM Parameter sind Markierungen am Ende eines Links. Die Google Analytics Hilfe empfiehlt, beim Markieren einer URL immer utm_source, utm_medium und utm_campaign zu nutzen, während utm_term und utm_content optional sind. Dieselbe Seite weist darauf hin, dass Analytics zwischen Groß und Kleinschreibung unterscheidet: siehe die Erklärung zu Kampagnen URLs in der Analytics Hilfe.
Deshalb legen Sie im Team einen einheitlichen Schreibstandard fest. Kleinbuchstaben und kurze Namen bewähren sich.
- utm_source: der Account Name des Creators oder ein Kürzel.
- utm_medium: ein fester Wert wie influencer oder creator.
- utm_campaign: der Name der Kampagne.
- utm_content: die Platzierung, zum Beispiel story, reel oder bio.
Links von Hand zu tippen führt also zu Fehlern. Mit unserem UTM Generator erzeugen Sie für jeden Creator dieselbe Struktur.
Arbeiten mehrere Creator an einer Kampagne, vergeben Sie jedem eine eigene utm_source. Story und Bio Link desselben Creators trennen Sie mit utm_content. Dann sehen Sie, welche Platzierung die Klicks gebracht hat.
Klicken Sie schließlich vor dem Start jeden Link selbst an. Prüfen Sie danach in Analytics, ob die Sitzung die richtige Quelle zeigt. Denn ein kleiner Tippfehler kann die Daten der ganzen Kampagne verderben.
Sollten Sie einen Rabattcode, einen messbaren Link oder beides nutzen?
Im Influencer Marketing für E-Commerce ist beides zusammen die verlässlichste Wahl. Plattformgrenzen und Kampagnenziele können das allerdings ändern. Die Tabelle fasst Stärken und Schwächen jeder Methode zusammen.
| Methode | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Messbarer Link (UTM) | Zeigt Klicks und Verhalten im Shop | Übersieht Bestellungen ohne Klick |
| Code pro Creator | Erfasst die Bestellung direkt | Kann auf Gutscheinseiten landen |
| Beides zusammen | Klicks und Bestellungen nebeneinander | Mehr Aufwand bei Einrichtung und Kontrolle |
| Umfrage "Wie haben Sie von uns erfahren?" | Erfasst indirekten Einfluss | Beruht auf Selbstauskunft |
Halten Sie den Code kurz, einprägsam und creatorspezifisch. Eine Laufzeit verringert zudem die Streuung. So steuern Sie das Risiko, dass der Code über die Kampagne hinaus kursiert.
Auch die Sichtbarkeit zählt, denn Zuschauer vergessen den Code seltener, wenn der Creator ihn im Video nennt, in die Beschreibung schreibt und einblendet. Außerdem sollte das Gutscheinfeld im Warenkorb leicht zu finden sein, damit beim Einlösen nichts verloren geht.
Wie stimmen Sie die Produktseite auf den Influencer Inhalt ab?
Zuschauer kommen nämlich, um das Produkt aus dem Beitrag zu finden. Landen sie stattdessen auf einer allgemeinen Kategorieseite, springen viele ab. Deshalb führen Sie den Link direkt auf das passende Produkt oder eine Kampagnenseite.
Drei Dinge auf der Seite sollten zum Inhalt passen:
- Produktname, Farbe und Variante aus dem Video sollten auf der Seite identisch aussehen.
- Preis und Angebot aus dem Beitrag sollten auch auf der Seite stehen.
- Die Stelle für den Rabattcode sollte offensichtlich sein.
Das mobile Erlebnis ist ebenfalls entscheidend. Die meisten Besucher aus sozialen Netzwerken kommen mit dem Smartphone, also prüfen Sie Ladezeit und Bilder. Auch dasselbe Produktfoto wie im Beitrag weit oben hilft, weil der Besucher in Sekunden erkennen soll, dass er richtig ist.
Bewertungen und soziale Belege spielen hier mit. Zeigen Sie daher echte Kundenstimmen, die die Empfehlung des Creators stützen. Zum Aufbau der Seite lesen Sie unseren Beitrag Produktseite im Online Shop optimieren.
Möchten Sie Kundenfotos auf der Seite nutzen, erklärt unser Artikel UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung Rechte und Einwilligungen.
Wie planen Sie Lager und Logistik, bevor die Kooperation startet?
Ein starker Beitrag kann binnen Stunden mehr Bestellungen bringen als erwartet. Geht der Bestand aus, gefährden Sie allerdings das Vertrauen des Creators und den Ruf Ihres Shops. Daher klären Sie Lager und Versand vor dem Veröffentlichungstermin.
Gehen Sie so vor:
- Listen Sie die Produkte und Varianten der Kampagne auf.
- Reservieren Sie für jede Variante einen sicheren Puffer.
- Planen Sie, wie Sie den Code pausieren oder eine Warnung zeigen, wenn der Bestand sinkt.
- Nennen Sie die Lieferzeit klar auf der Seite.
- Informieren Sie Ihren Kundenservice rechtzeitig über den Termin.
Ist ein Artikel ausverkauft, bieten Sie lieber eine Benachrichtigung bei Wiederverfügbarkeit an, statt die Seite zu löschen. Bleiben Sie auch beim Lieferversprechen ehrlich. Verzögert sich der Versand während der Kampagne, kann sich der Ärger in den Kommentaren des Creators zeigen.
Somit ist eine realistische Lieferzeit mehr wert als ein schnelles, aber falsches Versprechen. Geben Sie dem Kundenservice außerdem eine kurze Notiz mit. Dann beantwortet ein Team, das die kommenden Fragen kennt, sie meist besser.
Plötzlicher Traffic kann zudem Ihren Shop verlangsamen, also testen Sie die Seite vorab.
Sollten Sie im eigenen Shop oder auf einem Marktplatz verkaufen?
Diese Entscheidung bestimmt also, wohin Sie die Community des Creators schicken. Im eigenen Shop steuern Sie Messung und Kundendaten selbst. Auf einem Marktplatz sind Vertrauen und Zahlungsgewohnheiten dagegen vorhanden, die Messung ist aber begrenzt.
| Thema | Eigener Online Shop | Marktplatz (zum Beispiel Trendyol in der Türkei) |
|---|---|---|
| Zuordnung und Messung | Detailliert mit UTM und Codes | Auf Plattformberichte begrenzt |
| Kundendaten | Bleiben bei Ihnen | Abhängig von Plattformregeln |
| Vertrauen | Hängt von Ihrer Markenarbeit ab | Nutzt das Vertrauen der Plattform |
| Flexibilität bei Aktionen | Hoch | Folgt den Kampagnenregeln der Plattform |
| Kostenposten | Werbung, Infrastruktur | Provision, Plattformwerbung |
Verkaufen Sie auf einem Marktplatz, prüfen Sie zuerst in den offiziellen Hilfeseiten des Händlerportals, wie ein Creator Code dort funktioniert. Zu Gutscheinarten lesen Sie unseren Beitrag Trendyol Gutscheine für Händler.
Beides muss allerdings kein Gegensatz sein. Sie können zum Beispiel Awareness Inhalte zum Marktplatz und angebotsorientierte Inhalte zum eigenen Shop lenken. Wichtig ist, dass jeder Weg seine eigene Messlogik hat.
Welches Vergütungsmodell wählen Sie für E-Commerce Creator: Festhonorar, Provision oder Hybrid?
Zunächst gibt es drei Grundmodelle. Ein Festhonorar ist eine feste Zahlung für gelieferten Inhalt. Eine Provision dagegen ist ein Anteil an den Verkäufen, die der Creator bringt. Zudem mischt ein Hybrid beides. Zahlen nennen wir hier nicht, denn Honorare hängen von Reichweite, Inhalt und Nutzungsrechten ab.
| Modell | Vorteil für die Marke | Risiko für die Marke | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Festhonorar | Budget steht vorab fest | Sie zahlen auch ohne Verkäufe | Awareness und Content Erstellung |
| Provision | Koppelt das Risiko an Verkäufe | Der Creator zeigt weniger Interesse | Klares, messbares Verkaufsziel |
| Hybrid | Gleicht beides aus | Der Vertrag wird detaillierter | Die meisten E-Commerce Kampagnen |
Denken Sie in Kostenposten: Aufwand für die Content Erstellung, Nutzungsrechte, Exklusivität und das Produkt selbst. Vereinbaren Sie eine Provision, halten Sie Zuordnungsmethode und Zahlungszeitraum schriftlich fest. Zu den Vertragspunkten lesen Sie Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören.
Eine Aufschlüsselung der Posten hilft beiden Seiten. Zum Beispiel weiß der Creator, wofür er bezahlt wird, und Sie wissen, wofür Sie zahlen. Folglich verläuft die nächste Verhandlung leichter.
Wie legen Sie bei Provisionsmodellen klare Zuordnungsregeln fest?
Der häufigste Streit bei Provisionen betrifft die Frage, welche Bestellung wem gehört. Deshalb schreiben Sie die Regeln gleich zu Beginn auf. Unklare Absprachen schaden daher der Zusammenarbeit mehr als jedes einzelne Ergebnis.
Klären Sie diese Punkte:
- Welche Messung zählt: nur der Code, nur der Link oder beides.
- Was mit der Provision bei Retouren oder stornierten Bestellungen geschieht.
- Wie lange der Code gilt und welches Nutzungslimit besteht.
- Der Zahlungszeitraum und wer den Bericht erstellt.
Retouren und Stornos verdienen besondere Sorgfalt. Daher entscheiden Sie vorab, ob Sie die Provision bei einer Retoure zurückfordern. Dann gibt es später keinen Streit.
Auch das Zuordnungsfenster zählt. Es nennt die Zahl der Tage nach dem Klick, in denen eine Bestellung noch gilt. Ist es zu kurz, unterschätzen Sie die Arbeit des Creators. Ist es dagegen zu lang, schreiben Sie ihm Bestellungen zu, die andere Kanäle gebracht haben. Finden Sie also eine faire Mitte.
Schließlich schafft ein transparenter Bericht Vertrauen. Teilen Sie das Berichtsformat gleich am Anfang mit.
Warum lohnen sich Nano und Micro Influencer als Einstieg?
Creator mit kleinerer Community haben oft eine engere Bindung zu ihren Followern. Deshalb wirken ihre Empfehlungen manchmal persönlicher. Für erste E-Commerce Tests kann es klüger sein, das Budget auf mehrere kleine Kooperationen zu verteilen, statt alles in einen großen Namen zu stecken.
Allerdings bedeutet ein kleiner Account nicht automatisch bessere Ergebnisse. Somit entscheiden Passung der Zielgruppe, Qualität des Inhalts und Produktfit. Viele kleine Kooperationen erhöhen zudem den Steuerungsaufwand, also richten Sie Ihre Nachverfolgung zuerst ein.
Details zur Kampagnenplanung finden Sie im Beitrag Micro Influencer Kampagne planen. Hier betonen wir nur die E-Commerce Seite: Geben Sie jeder kleinen Kooperation einen eigenen Link und Code. Dann sehen Sie genau, welche Verkäufe gebracht hat.
Welche E-Commerce Angaben gehören ins Briefing für Creator?
Ein Briefing ist der schriftliche Arbeitsrahmen für den Creator. Im E-Commerce sollte es mehr enthalten als den Ton der Marke. Es braucht auch die konkreten Angaben, die den Verkauf stützen.
- Das wichtigste Produktmerkmal und die Momente, die Sie zeigen möchten.
- Wie Link und Code geteilt werden sollen.
- Start und Ende der Kampagne.
- Wie das Label für bezahlte Partnerschaft zu nutzen ist.
- Aussagen, die Sie vermeiden, zum Beispiel unbelegbare Versprechen.
Geben Sie dem Creator außerdem die Chance, das Produkt wirklich zu testen. Denn Zuschauer merken schnell, wenn ein Inhalt ohne Nutzung entstanden ist. Planen Sie Gifting, hilft der Leitfaden zum Product Seeding.
Ein gutes Briefing setzt den Rahmen und lässt Raum für die eigene Stimme des Creators. Diese Balance hält den Inhalt natürlich und trotzdem messbar. Weitere Hinweise finden Sie unter Influencer Briefing schreiben.
Wie lesen Sie Warenkorb Kennzahlen bei Influencer Traffic?
Ein Verkauf ist der letzte Schritt des Trichters. Davor stehen dann Produktaufrufe und das Legen in den Warenkorb. Die Entwicklerdokumentation zu Google Analytics 4 beschreibt E-Commerce Ereignisse wie view_item, add_to_cart und purchase: E-Commerce Messung in GA4.
Dieselbe Dokumentation zeigt, dass das purchase Ereignis die Parameter transaction_id und coupon enthalten kann. Dadurch trennen Sie Bestellungen mit Gutschein in Ihren Berichten.
Gruppieren Sie die Kennzahlen so:
- Traffic: Sitzungen vom Creator und das Verhalten auf der Seite.
- Warenkorb: Rate der Warenkorb Aktionen und der Checkout Starts.
- Verkauf: Zahl der Bestellungen, Umsatz und durchschnittlicher Warenkorbwert.
- Code: Bestellungen mit Code und die betroffenen Produkte.
Vergleichen Sie also Bestellungen mit und ohne Code nebeneinander. Der Warenkorbwert verhält sich mit Code oft anders, also sehen Sie den Effekt des Rabatts auf den Umsatz.
Legen viele Besucher Produkte in den Warenkorb und zahlen nie, liegt das Problem womöglich im Checkout. Dazu passt unser Beitrag UTM Parameter für Kampagnen Tracking. Prüfen Sie zudem die Geräteverteilung, denn ein schwacher mobiler Checkout versteckt sich oft in den Daten.
Warum sollten Sie Retouren bei Influencer Verkäufen getrennt auswerten?
Ein Verkauf, der zunächst stark aussieht, kann nach Retouren anders wirken. Zeigt der Inhalt das Produkt heller oder anders als es ist, driften Erwartung und echter Artikel auseinander. Das kann daher die Retouren erhöhen.
Deshalb trennen Sie Influencer Bestellungen nach Code oder Quelle und verfolgen den Retourenstatus gesondert. Die GA4 Dokumentation erklärt, dass Sie Erstattungen über ein refund Ereignis mit der zugehörigen transaction_id messen können.
Sehen Sie hohe Retouren, prüfen Sie diese Punkte:
- Zeigt der Inhalt Größe, Farbe und Nutzung richtig?
- Sind Größen und Materialangaben auf der Produktseite klar?
- Hat die Kampagne ein unerwartetes Produkt in den Vordergrund gerückt?
Zudem sind Rückmeldungen des Kundenservice eine nützliche Quelle. Erfassen Sie den Grund jeder Retoure in einer kurzen Kategorie, etwa Größe, Farbe, Erwartungslücke oder Transportschaden. Dann erkennen Sie, ob das Problem im Inhalt oder im Produkt lag.
Lösungen behandeln wir im Beitrag Retourenquote im Onlineshop senken. Hier betonen wir daher nur den Bezug zu Influencern.
Was ist Social Commerce und wie verbinden Sie es mit Influencer Kooperationen?
Social Commerce heißt konkret, dass Nutzer Produkte direkt in der Plattform entdecken und kaufen. Shop Fenster, Produktmarkierungen und Katalogverbindungen gehören zu diesem Modell. Welche Funktion in welchem Land und für welchen Kontotyp verfügbar ist, hängt von der Plattform ab.
Bestätigen Sie deshalb Funktionsnamen und Verfügbarkeit im offiziellen Hilfecenter, statt sie anzunehmen. Danach wählen Sie den Weg, der Influencer Inhalt und Kasse verbindet: ein Shop in der Plattform oder Ihr eigener Shop.
Für die Katalogseite hilft unser Leitfaden zum Meta Commerce Manager. Für den Verkauf über Kurzvideos lesen Sie die TikTok Sales Kampagne.
Denn ein Checkout in der Plattform liefert womöglich keine UTM Daten an Ihren Shop. Dann stützen Sie sich auf die Berichte der Plattform und Ihre Code Einträge.
Kurz gesagt öffnet Social Commerce einen zusätzlichen Verkaufsweg, macht die Messung aber komplexer. Wählen Sie darum für die erste Kampagne nur einen Weg. So lässt sich das Ergebnis leichter deuten.
Was bedeuten Kennzeichnung und Rabattcodes rechtlich?
Ob Geschenk oder bezahlter Beitrag: Fließt ein Wert zwischen Marke und Creator, trägt der Inhalt eine Geschäftsbeziehung. Das sollten Sie dem Publikum deshalb klar zeigen. Das Instagram Hilfecenter veröffentlicht eine Definition von Markeninhalten und die zugehörige Richtlinie: Instagram Richtlinien für Markeninhalte.
Die Bedingungen für das Werkzeug der Plattform lesen Sie auf der Seite zu den Voraussetzungen für Partnerschaftsanzeigen und Markeninhalte.
Betrifft Ihre Kampagne die Türkei, gelten die Verordnung über kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken sowie der Werberat. Die Vorschriften wiederholen wir hier nicht. Details finden Sie im Artikel Werbeverordnung Türkei: neue Regeln für Influencer, Rabatte und KI.
Dieselbe Sorgfalt gilt daher auch für Gifting. Denn klare Kennzeichnung schützt Publikum und Marke gleichermaßen.
Dieser Abschnitt ist allgemeine Information und keine Rechts oder Steuerberatung. Lassen Sie sich zu Verträgen, Rechnungen und Steuern von einer Fachperson beraten.
Wie sieht eine beispielhafte E-Commerce Influencer Kooperation aus?
Der folgende Ablauf ist ein Beispielszenario, keine echte Marke und kein echtes Ergebnis. Stellen Sie sich zum Beispiel einen kleinen Heimtextil Shop vor, der eine neue Kollektion mit Creatorn startet.
- Der Shop formuliert das Ziel als "qualifizierter Traffic und Bestellungen für die Produktseite".
- Dann bereitet er die Produktseite passend zu Farben und Varianten im Video vor.
- Außerdem erstellt er für jeden Creator einen eigenen UTM Link und einen kurzen Rabattcode.
- Er wählt das Hybridmodell: Festhonorar für den Inhalt, Provision auf Codebasis für Verkäufe.
- Vor der Veröffentlichung klärt er Lager und Versand und briefet den Kundenservice.
- Nach der Veröffentlichung berichtet er Traffic, Warenkörbe, Bestellungen und Retouren getrennt.
Zahlen nennen wir bewusst nicht, denn Ergebnisse unterscheiden sich je nach Shop und Community. Entscheidend ist also, dass jeder Schritt eine messbare Entsprechung hat.
Folglich beantworten Sie nach der Kampagne die Frage "Hat es funktioniert?" mit Aufzeichnungen statt mit Gefühlen. Für Kennzahlen wie den ROAS nutzen Sie unseren ROAS Rechner.
Wie nutzen Sie Influencer Inhalte erneut in Anzeigen?
Starker Creator Inhalt kann auch als Anzeigenmotiv funktionieren. Dafür brauchen Sie daher eine Erlaubnis und die Partnerschaftswerkzeuge der Plattform. Das Instagram Hilfecenter erklärt, dass eine Marke einem Creator die Erlaubnis zum Markieren geben und aus dem Inhalt eine Partnerschaftsanzeige erstellen kann.
Halten Sie vor der Nutzung drei Punkte schriftlich fest:
- Welchen Inhalt Sie in Anzeigen verwenden.
- Wie lange und auf welchen Kanälen er läuft.
- Ob der Creator für diese Rechte eine gesonderte Vergütung erhält.
Ein Inhalt als Anzeige braucht eine andere Messung als ein organischer Beitrag. Verwenden Sie daher im Werbekonto einen eigenen Kampagnennamen und eine eigene UTM Struktur.
Auch Tests lohnen sich. Probieren Sie dasselbe Video mit anderen Überschriften und Zielgruppen aus, um zu sehen, welche Botschaft mehr Klicks bringt. Ändern Sie dabei trotzdem immer nur ein Element, damit Sie die Ursache erkennen.
Welche Fehler kosten Influencer Marketing für E-Commerce Umsatz?
Die meisten Fehler im Influencer Marketing für E-Commerce entstehen also in der Vorbereitung, nicht im Inhalt. Unten stehen die Probleme, die wir am häufigsten sehen. Es sind allgemeine Beobachtungen aus der Praxis, keine Daten eines bestimmten Kunden.
- Der Link führt auf die Startseite statt auf das Produkt.
- Eine öffentliche Gutscheinseite greift den Code ab.
- Die Marke legt einen Termin ohne Lagerplan fest.
- Das Reporting folgt nur der Bestellzahl und ignoriert Retouren.
- Niemand nutzt das Kennzeichnungslabel, oder es bleibt vage.
- Die Messmethode kommt erst nach der Veröffentlichung zur Sprache.
Eine Checkliste vor dem Start verhindert das meiste davon. Deshalb teilen wir im nächsten Abschnitt eine kurze.
Ein weiterer häufiger Fehler ist, alle Erwartungen auf einen einzigen Creator zu laden. Kleine Tests mit unterschiedlichen Zielgruppen zeigen nämlich verlässlicher, was funktioniert. Anders gesagt: Starten Sie klein und skalieren Sie dann, was Sie gelernt haben.
Welche Checkliste nutzen Sie vor dem Start einer Kooperation?
Die folgende Liste ist ein kurzes Gerüst für Influencer Marketing für E-Commerce, das Sie vor jeder Kooperation durchgehen. Erweitern Sie sie passend zu Ihrem Produkt.
- Formulieren Sie das Kampagnenziel in einem Satz.
- Führen Sie den Link auf eine Produkt oder Kampagnenseite.
- Testen Sie UTM Markierung und Code mit einer Probebestellung.
- Legen Sie Laufzeit, Umfang und Nutzungslimit des Codes fest.
- Schreiben Sie Vergütungsmodell und Zuordnungsregeln in den Vertrag.
- Schließen Sie Lager, Versand und Kundenservice Plan ab.
- Ergänzen Sie im Briefing die Hinweise zur Kennzeichnung.
- Legen Sie Berichtstermin und Kennzahlenliste vorab fest.
Überspringen Sie die Probebestellung deshalb nicht. Wenn Sie vor dem Start sehen, dass der Code im Warenkorb funktioniert und die Messung richtig einträgt, kostet das viel weniger als eine spätere Korrektur.
Sie können die Liste auch nach der Kampagne nutzen. Notieren Sie zu jedem Punkt: erledigt, verpasst oder gelernt. Somit lebt das Wissen im Prozess und nicht im Kopf einer einzelnen Person.
Wie unterstützt unser Team Online Shops bei Influencer Kooperationen?
Wir sind Talha Aslan und Team. Konkret unterstützen wir bei der Creator Auswahl, beim Briefing, bei der Einrichtung der Messung und beim Reporting. Den Leistungsumfang beschreiben wir auf unserer Seite zu Influencer Marketing.
Für den Shop selbst, also Website, Produktseiten und Conversion Ablauf, kommt unsere E-Commerce Beratung ins Spiel. Beides gemeinsam zu betrachten, hilft dem Traffic, zu Bestellungen zu werden.
Möchten Sie den Prozess selbst aufbauen, folgen Sie einfach der Reihenfolge dieses Leitfadens. Der Kern ist also, Ziel, Produkt, Zuordnung, Lager und Retouren vor dem Kampagnenstart zu klären.
Den strategischen Rahmen finden Sie im Beitrag Influencer Marketing Strategie aufbauen.



