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Influencer Briefing schreiben: Aufbau, Vorlage und Beispiel

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist ein Influencer Briefing und warum braucht jede Kooperation eines?

Ein Influencer Briefing ist ein kurzes schriftliches Dokument, in dem eine Marke einem Content Creator Ziel, Botschaft, Regeln, Zeitplan, Freigabe und Messung einer Kampagne mitteilt. Konkret sorgt es dafür, dass beide Seiten mit denselben Erwartungen arbeiten, bevor die erste Kamera läuft.

Ohne Briefing bleibt nämlich alles in Chatnachrichten hängen, also ohne klare Regeln. Mündliche Absprachen verblassen allerdings schnell, jeder liest sie anders, und die Lücken zeigen sich erst nach dem Dreh. Ein schriftliches Influencer Briefing schließt diese Lücken früh.

Außerdem respektiert es die Zeit des Creators. Wer weiß, was Sie wollen, steckt seine Energie in Ideen und Dreh statt in Raten. In diesem Leitfaden gehen wir deshalb jeden Baustein einzeln durch und liefern am Ende Tabelle und Beispielgerüst.

Wo das Briefing im Gesamtplan steht, zeigt unser Leitfaden zur Influencer Marketing Strategie. Einen kurzen Briefing Abschnitt finden Sie auch in unserem Beitrag zur Micro Influencer Kampagne. Hier gehen wir allerdings deutlich tiefer.

Aus welchen Bausteinen besteht ein gutes Influencer Briefing?

Ein vollständiges Influencer Briefing enthält meist zehn Bausteine. Zunächst: Keiner davon muss lang sein, die meisten brauchen nur wenige Sätze. Wichtig ist allerdings, dass Sie keinen auslassen.

  • Marken und Kampagnenüberblick.
  • Kampagnenziel.
  • Zielgruppe.
  • Kernbotschaft und Unterstützungspunkte.
  • Do's und Don'ts.
  • Content Format und Zeitplan.
  • Anweisung zur Werbekennzeichnung.
  • Freigabe und Korrekturschleifen.
  • Messung und Zuordnung der Ergebnisse.
  • Honorar, Rechte und Nutzungsdauer.

Außerdem zählt die Reihenfolge. Zuerst kommt das Warum (Ziel und Zielgruppe), dann das Was (Botschaft und Format), zuletzt das Wie (Zeitplan, Freigabe, Messung, Honorar). So versteht der Creator zuerst den Zweck und liest danach die Regeln.

Danach öffnen wir in den nächsten Abschnitten jeden Baustein nacheinander. Die Übersichtstabelle auf einer Seite finden Sie in der Mitte des Beitrags.

Wie schreiben Sie Marken und Kampagnenüberblick ins Influencer Briefing?

Der Überblick lässt den Creator Ihre Marke und Kampagne in zwei Minuten verstehen. Wer sind Sie, was verkaufen Sie, warum läuft die Kampagne jetzt, und was erwarten Sie vom Creator? Deshalb gehören diese Antworten hierher.

Dafür genügen zwei kurze Absätze. Im ersten beschreiben Sie Marke, Produkt und Tonalität. Im zweiten nennen Sie den Anlass, zum Beispiel einen Produktstart oder eine neue Saison.

  • Die Marke in einem Satz: was Sie tun und für wen.
  • Das Produkt oder die Leistung im Zentrum der Kampagne.
  • Der Anlass: warum jetzt und für welchen Zeitraum.
  • Die Tonalität: freundlich, fachlich oder humorvoll.
  • Verweise: Website, Produktseite und Social Media Profile der Marke.

Erstens: Vermeiden Sie Marketingjargon. Ein Creator kennt Ihre internen Begriffe nicht, deshalb senkt einfache Sprache das Risiko von Missverständnissen. Fügen Sie außerdem keinen Unternehmenstext ein. Schreiben Sie lieber eine Zusammenfassung, die der Creator einem Freund in eigenen Worten erzählen könnte.

Kurz gesagt macht ein klarer Überblick alle weiteren Abschnitte leichter.

Wie definieren Sie Ziel und Zielgruppe im Influencer Briefing?

Das Ziel ist die wichtigste Zeile in Ihrem Influencer Briefing. Format, Handlungsaufforderung und Messung hängen davon ab. Es gibt drei typische Zieltypen: Reichweite, Website Besuche und Verkäufe. Wählen Sie also nur einen als Hauptziel.

Zweitens: Binden Sie das Ziel möglichst an eine messbare Aussage. Schreiben Sie statt „Markenbekanntheit“ lieber „das neue Produkt vorstellen und Besucher auf die Produktseite führen“. Denn dieser Satz zeigt allen, wie Erfolg aussieht.

Zudem reichen bei der Zielgruppe Altersspanne, Ort, Interessen und Bedarf. Notieren Sie außerdem, wie sich die Follower des Creators von Ihrer Wunschkundschaft unterscheiden. So weiß der Creator, für wen er den Inhalt wirklich erstellt.

  • Hauptziel: ein Satz, wenn möglich messbar.
  • Nebenziel: höchstens eines.
  • Zielgruppe: Alter, Ort, Interessen, Bedarf.
  • Problem der Zielgruppe: was das Produkt löst.

Fällt Ihnen die Zielwahl schwer, hilft unser Leitfaden zu Influencer Marketing ROI messen. Für die Auswahl der Creator lesen Sie Influencer auswählen: 7 Kennzahlen.

Beginnen Sie deshalb nicht zu schreiben, bevor das Ziel steht. Denn ändert sich das Ziel, ändern sich Botschaft, Format und Messung mit. Sprechen Sie also zuerst intern, dann schreiben Sie das Dokument.

Wie formulieren Sie Kernbotschaft und Unterstützungspunkte?

Die Kernbotschaft ist der eine Satz, den das Publikum behalten soll. Unterstützungspunkte sind zwei oder drei kurze Ideen, die sie stützen. Deshalb gilt: Wenn Sie die Botschaft auf eine Hauptidee verdichten, zerfasert der Inhalt nicht.

Allerdings sollten Sie dem Creator keinen fertigen Textbaustein vorgeben. Nennen Sie stattdessen Idee, Grund und Beleg. Zum Beispiel: Statt „die Flasche ist leicht und robust“ nennen Sie das echte Merkmal, das beides zeigt. Der Creator zeigt dieses Merkmal dann in einer Szene aus seinem Alltag.

Außerdem gehört die Tonalität in diesen Abschnitt. Beschreiben Sie Ihre Markenstimme mit wenigen Adjektiven und lassen Sie dem Creator seinen eigenen Stil. Das Publikum merkt nämlich schnell, wenn ein Beitrag nicht nach dem Creator klingt, dem es folgt.

  • Kernbotschaft: ein Satz, eine Idee.
  • Unterstützungspunkte: höchstens drei.
  • Beleg: ein Merkmal, das Sie nachweisen können.
  • Tonalität: Ihre Markenstimme plus Freiraum des Creators.

Enthält die Botschaft eine konkrete Produktaussage, schreiben Sie sie nur so, wie Sie sie belegen können. Sonst wiederholt der Creator eine Behauptung, die Sie nicht beweisen können, und beide tragen das Risiko.

Wie legen Sie Do's und Don'ts im Influencer Briefing fest?

Do's sind Elemente, die der Inhalt enthalten muss. Don'ts sind Dinge, die er vermeiden muss. Diese Liste öffnen Creator daher am häufigsten, und sie wirkt am besten, wenn sie kurz bleibt.

Schreiben Sie deshalb nur die Punkte auf, über die Sie nicht verhandeln. Eine Regelliste mit fünfzehn Punkten überfordert den Creator und erstickt die Kreativität. In der Praxis reichen fünf bis sieben Punkte für die meisten Kampagnen.

DoDon't
Produkt in echter Nutzung zeigenAussagen, die Sie nicht belegen können
Werbekennzeichnung sichtbar nutzenKennzeichnung verstecken oder ans Ende schieben
Markenprofil verlinkenVergleich mit namentlich genannten Mitbewerbern
Tracking Link oder Code teilenEin Produkt loben, das man nicht genutzt hat
Entwurf vorher zur Freigabe sendenOhne Freigabe veröffentlichen

Dann passen Sie die Tabelle an Ihre Marke an. Bei sensiblen Themen wie Gesundheit, Finanzen oder Kindern arbeiten Sie zusätzlich mit Ihrer Rechtsberatung. Deshalb geben wir in diesen Bereichen hier bewusst keine Beispiele.

Schreiben Sie außerdem zu jedem Don't kurz den Grund. „Kein Mitbewerbervergleich, weil er rechtliche Risiken birgt“ hilft dem Creator, die Regel zu verstehen. Denn wer den Grund kennt, hält sich leichter daran.

Wie schreiben Sie Content Format und Zeitplan ins Influencer Briefing?

Der Formatabschnitt sagt dem Creator, was er erstellen und wo er es veröffentlichen soll. Zunächst nennen Sie Plattform, Inhaltstyp, Anzahl und ungefähre Länge. Eine Zeile wie „ein Reel und drei Story Frames“ nimmt das Raten weg.

Im Zeitplan erledigen drei Termine die meiste Arbeit: Abgabe des Entwurfs, Antwort auf die Freigabe und Veröffentlichung. Planen Sie dazwischen Puffer für Korrekturen ein, denn ein erster Entwurf braucht oft eine Runde Änderungen.

  • Plattform und Inhaltstyp: Video, Foto, Story oder Livestream.
  • Anzahl und ungefähre Länge.
  • Abgabetermin des Entwurfs.
  • Termin der Markenfreigabe.
  • Veröffentlichungstermin und Zeitfenster.
  • Wie lange der Beitrag nach dem Posten online bleibt.

Außerdem stimmen Sie die Online Dauer mit dem Honorarabschnitt ab. Je länger ein Beitrag online bleiben soll, desto stärker beeinflusst das die Logik des Honorars. Zur rechtlichen Seite lesen Sie Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören.

Wie nehmen Sie die Anweisung zur Werbekennzeichnung ins Influencer Briefing auf?

Die Anweisung zur Werbekennzeichnung sagt dem Creator, wie er bezahlte oder geschenkte Kooperationen für Follower sichtbar macht. Deshalb nehmen Sie diesen Abschnitt immer auf. Fehlt die Kennzeichnung, geraten Creator und Marke gleichermaßen in eine schwierige Lage.

Allerdings hängen die Regeln vom Markt ab, in dem Ihre Zielgruppe lebt. Konkret: Für Deutschland klären Sie die geltenden Anforderungen bitte mit einer Rechtsberatung. Wir nennen hier keine Einzelvorschriften, weil dieser Beitrag keine Rechtsberatung ist.

Arbeiten Sie mit Creators in der Türkei, hilft die Orientierung am Leitfaden des türkischen Handelsministeriums. Es hat im Mai 2021 über den Werbeausschuss Hinweise für Social Media Influencer veröffentlicht. Danach soll kommerzielle Kommunikation klar, verständlich und unterscheidbar sein. Genannte Beispiele sind „#Reklam“ (Werbung) und ein Hinweis auf die Zusammenarbeit mit der Marke. Außerdem sollen Werbetreibende die Influencer über ihre Pflichten informieren. Quelle: Mitteilung des Handelsministeriums (auf Türkisch).

Zudem bieten auch Plattformen Werkzeuge. Die offizielle TikTok Hilfeseite beschreibt die Einstellung „Disclose commercial content“ und die Option „Branded content“. Bei einer Kooperation mit einer fremden Marke erhält der Beitrag dann das Label „Paid partnership“. Schritte können sich ändern, deshalb sollten Sie die TikTok Hilfeseite im Briefing verlinken.

Bei Meta können Sie Berechtigungen für Partnerschaftsanzeigen auf Kontoebene im Creator Marketing Hub verwalten. Details finden Sie im Instagram Hilfebereich. Zu den türkischen Regeln lesen Sie außerdem unseren Beitrag über die Werbeverordnung in der Türkei.

Allerdings sollten Sie die Anweisung nicht am Ende des Briefings verstecken. Setzen Sie sie stattdessen an den Anfang der Do Liste, denn sie ist nicht verhandelbar. Zeigen Sie dem Creator außerdem ein Beispiel, wo das Label erscheinen soll.

Wie definieren Sie Freigabe und Korrekturschleifen?

Der Freigabeabschnitt legt fest, wer den Inhalt vor der Veröffentlichung prüft, bis wann und nach welchen Kriterien. Fehlt er, führen Einwände also nach dem Dreh schnell zu Streit zwischen beiden Seiten.

Erstens: Benennen Sie genau eine Person für die Freigabe. Wenn mehrere Personen widersprüchliches Feedback geben, zieht sich die Korrekturschleife in die Länge. Schreiben Sie außerdem die Kriterien vorher auf. Zum Beispiel: „Sind alle Do's erfüllt, gilt der Beitrag als freigegeben.“ Das senkt subjektive Einwände.

  • Freigabe: eine Person auf Markenseite.
  • Antwortzeit: zum Beispiel zwei Werktage (Beispielwert).
  • Korrekturrechte: wie viele Runden und in welchem Umfang.
  • Gründe für Korrekturen: nur Abweichungen vom Briefing oder auch Geschmack.
  • Endfreigabe: über welchen Kanal und schriftlich.

Zweitens: Klären Sie auch den Korrekturumfang. Ein Satz wie „Abweichungen vom Briefing korrigieren wir kostenlos, neue Geschmacksideen zählen als zusätzliche Runde“ verhindert späteren Streit. Das heißt, wenn die Regel vorher feststeht, fühlt sich niemand überrumpelt.

Legen Sie zudem eine Notfallregel fest. Tritt am Veröffentlichungstag ein Problem auf, sollte klar sein, wer erreichbar ist. Denn ein einziger Ansprechpartner spart in letzter Minute Zeit.

Wie gehören Messung und Zuordnung ins Influencer Briefing?

Der Messabschnitt sagt, mit welchen Daten Sie die Kampagne bewerten und welche Daten Sie vom Creator erwarten. Zuordnung bedeutet, dass Sie ein Ergebnis einem bestimmten Beitrag oder Creator zurechnen können. Ein Link, ein Code oder ein Gutschein erfüllt diese Aufgabe.

Allerdings hängen die Kennzahlen vom Ziel ab. Bei Reichweite zählen Aufrufe, bei Website Besuchen Klicks und Sitzungen, bei Verkäufen Bestellungen und Codenutzung. Deshalb listen Sie diese Kennzahlen im Briefing auf. Sagen Sie außerdem, welchen Screenshot oder Bericht Sie vom Creator möchten.

  • Tracking Link: eine eigene UTM Adresse pro Creator.
  • Rabattcode: nur für diesen Creator und nachverfolgbar.
  • Daten vom Creator: Beitragsstatistiken und Link zum Beitrag.
  • Berichtstermin: wie viele Tage nach der Veröffentlichung.

Für Tracking Links nutzen Sie unseren UTM Generator. Danach bewerten Sie den Ertrag mit dem ROAS Rechner. Zudem erklären wir die Logik im Beitrag zu UTM Parametern.

Seien Sie bei der Messung auch ehrlich. Ein Beitrag kann Aufrufe bringen, während der Kauf später über einen anderen Kanal passiert. Deshalb gleicht ein Satz wie „wir bewerten die Kampagne nicht an einer einzigen Zahl“ die Erwartungen aus.

Was gehört in den Abschnitt zu Honorar und Rechten?

Dieser Abschnitt fasst zusammen, was die Arbeit wert ist und wer den Inhalt wie lange und wofür nutzen darf. Allerdings ersetzt er den Vertrag nicht. Er macht nur die Erwartungen von Anfang an sichtbar.

Konkrete Beträge müssen Sie im Briefing allerdings nicht nennen. Es hilft allerdings, die Honorarposten und die Zahlungslogik aufzulisten. So weiß der Creator, welche Arbeit bezahlt wird.

  • Honorarposten: Erstellung, Veröffentlichung, Zweitverwertung, Zusatzinhalte.
  • Produktunterstützung: Status eines gesendeten Produkts.
  • Zahlungszeitpunkt und Bedingung: nach Lieferung, Freigabe oder Veröffentlichung.
  • Nutzungsrechte: ob die Marke den Inhalt auf eigenen Kanälen und in Anzeigen nutzen darf.
  • Nutzungsdauer und Umfang: wie viele Monate und auf welchen Medien.
  • Exklusivität: falls Sie Mitbewerber ausschließen, für wie lange.

Möchten Sie den Inhalt als bezahlte Anzeige wiederverwenden, schreiben Sie das klar ins Briefing und in den Vertrag. Rechnung, Steuer und Vertrag behandeln wir hier nur allgemein. Das ist keine Rechts oder Steuerberatung, ziehen Sie also Fachleute hinzu und lesen Sie unseren Leitfaden zum Influencer Vertrag.

Wie halten Sie die Balance zwischen kreativer Freiheit und Kontrolle?

Ein gutes Briefing hält den Rahmen eng und den Inhalt frei. Das heißt, es nennt die Pflichtpunkte klar und überlässt den Rest dem Creator. Kippt diese Balance, entsteht entweder Werbung, die wie Werbung wirkt, oder ein Beitrag ohne Bezug zur Marke.

Denken Sie den Rahmen in drei Schichten. Erstens gibt es feste Regeln: Kennzeichnung, rechtliche Grenzen, korrekte Angaben. Zweitens gibt es starke Hinweise: Botschaft und Beleg. Drittens gibt es freien Raum: Dramaturgie, Humor, Ton und Bildsprache.

  • Fester Raum: Kennzeichnung, Richtigkeit, Markensicherheit.
  • Geführter Raum: Kernbotschaft, Beleg, Handlungsaufforderung.
  • Freier Raum: Dramaturgie, Humor, Bildsprache, Reihenfolge.

In der Praxis vertraut das Publikum der Stimme des Creators. Ein Skript, das die Marke Wort für Wort schreibt, senkt daher oft die Interaktion. Geben Sie stattdessen Referenzbeispiele und sagen Sie: „Fange dieses Gefühl ein, kopiere es nicht.“

Dazu gibt es einen einfachen Test. Fragen Sie nach dem Schreiben: „Würden zehn Creator mit diesem Dokument zehn verschiedene Beiträge erstellen?“ Lautet die Antwort ja, stimmt der Rahmen. Sähen die Beiträge dagegen gleich aus, kontrollieren Sie zu stark. Bei kleinen Konten ist diese Freiheit noch wichtiger, wie wir in der Micro Influencer Kampagne beschreiben.

Was ergänzen Sie im Briefing, wenn Sie kostenlose Produkte senden?

Product Seeding heißt, einem Creator ein Produkt kostenlos oder zu geringem Preis zu senden und auf Inhalte zu hoffen. Deshalb ist hier das Briefing noch wichtiger. Ohne Honorar bleibt die Grenze der Erwartung vage, und jede Seite stellt sich etwas anderes vor.

Dazu ergänzen Sie drei Punkte. Erstens sagen Sie klar, ob für das Produkt ein Inhalt erwartet wird. Zweitens erinnern Sie daran, dass auch ein geschenktes Produkt eine Kennzeichnung nötig machen kann. Drittens nennen Sie, ob der Creator auch ohne Beitrag bleiben darf.

  • Produktname, Menge und Liefertermin.
  • Inhalt erforderlich oder freiwillig.
  • Kennzeichnungshinweis: auch geschenkte Produkte können eine Kennzeichnung brauchen.
  • Regel zu Rückgabe oder Behalten.

Denn den ganzen Ablauf sehen Sie in unserem Leitfaden zum Product Seeding. Dann laufen Versand, Nachfassen und Briefing in einem Fluss.

Wie passen Sie das Briefing an die jeweilige Plattform an?

Das Gerüst eines Briefings bleibt überall gleich. Format, Länge und Kennzeichnungsschritte ändern sich allerdings je Plattform. Schreiben Sie Ihre Vorlage daher einmal und passen Sie in jeder Kampagne nur die Plattformzeilen an.

Zum Beispiel können bei kurzen Videos die ersten Sekunden entscheidend sein. Dann ergänzen Sie eine Zeile wie „zeige das Produkt in den ersten fünf Sekunden“. Bei einer Fotokampagne helfen dagegen Bildausschnitt und Lichtreferenzen mehr. Bei langen Videos beschreiben Sie die Kapitelstruktur und die Stelle der Markennennung.

  • Kurzvideo: Einstieg, Produktzeigen, Reihenfolge der Handlungsaufforderung.
  • Foto und Karussell: Bildausschnitt, Textfläche, visuelle Referenzen.
  • Story: Anzahl der Frames, Kennzeichnung in jedem Frame, Linknutzung.
  • Langes Video: Kapitelstruktur, Platz der Markennennung, Beschreibungsfeld.

Formulieren Sie auch die Kennzeichnungsanweisung je Plattform, denn jede hat eigene Partnerschaftswerkzeuge und Regeln. Verlassen Sie sich für aktuelle Schritte nur auf offizielle Hilfeseiten, weil sich Menünamen mit der Zeit ändern. Planen Sie eine Kurzvideo Kooperation, hilft unser TikTok Influencer Marketing Leitfaden für Marken.

In welcher Reihenfolge und über welchen Kanal senden Sie das Briefing?

Ein kurzes Gespräch zu Beginn funktioniert meist besser als eine lange E-Mail ohne Vorwarnung. Das schriftliche Dokument transportiert die Regeln, das Gespräch dagegen Kontext und Ton. Senden Sie das Dokument danach schriftlich und bitten Sie um Bestätigung.

Wir empfehlen daher diesen Ablauf. Zunächst prüfen Sie Passung und Interesse des Creators. Danach teilen Sie eine kurze Vorabinfo mit Ziel und Zeitplan. Zeigt der Creator Interesse, senden Sie dann das vollständige Briefing. Schließlich sammeln Sie seine Fragen und beantworten sie in einer schriftlichen Antwort.

  1. Erster Kontakt: Kampagnenüberblick und Zeitplan.
  2. Passungsprüfung: Interesse und Verfügbarkeit des Creators.
  3. Vollständiges Briefing: schriftliches Dokument und Referenzen.
  4. Fragenrunde: offene Punkte klären.
  5. Schriftliche Bestätigung: die Antwort „verstanden“ des Creators.

Diese Reihenfolge verhindert, dass das Briefing nur überflogen und vergessen wird. Außerdem hinterlässt sie einen professionelleren Eindruck. Lassen Sie zudem eine Person das gesamte Gespräch führen, denn das verringert Informationschaos.

Wie sieht eine Vorlage für ein Influencer Briefing Abschnitt für Abschnitt aus?

Die folgende Tabelle fasst die Vorlage für ein Influencer Briefing auf einen Blick zusammen. Jede Zeile zeigt einen Abschnitt, den Inhalt und die typische Länge. Kopieren Sie die Tabelle in Ihre Kampagne und füllen Sie sie aus.

AbschnittWas Sie schreibenTypische Länge
Marken und KampagnenüberblickMarke, Produkt, Anlass, Tonalität2 kurze Absätze
ZielEin Hauptziel mit Kennzahl1 Satz
ZielgruppeAlter, Ort, Interessen, Bedarf3 bis 4 Punkte
BotschaftenKernbotschaft, Unterstützungspunkte, Beleg4 bis 5 Punkte
Do's und Don'tsRegelliste5 bis 7 Punkte
Format und ZeitplanPlattform, Anzahl, TermineKurze Liste
WerbekennzeichnungArt des Labels, Platz, Quelle2 bis 3 Sätze
Freigabe und KorrekturenZuständige Person, Frist, Runden3 Punkte
Messung und ZuordnungLink, Code, gewünschte Daten3 bis 4 Punkte
Honorar und RechtePosten, Zahlung, Nutzungsrechte4 bis 6 Punkte

Allerdings sind die Längen ein Startbereich aus der Praxis und keine Garantie. Halten Sie das Briefing insgesamt auf ein bis zwei Seiten.

Wie sieht ein Beispielgerüst für ein Influencer Briefing aus?

Das folgende Gerüst ist ein Beispielszenario. Denn es ist keine echte Marke und keine echte Kampagne. „Marke X“ und das Produkt sind erfunden. Übernehmen Sie deshalb beim Anpassen nur die Struktur und tauschen Sie den Inhalt.

  1. Überblick: Marke X stellt Trinkflaschen für den Alltag her. Die Kampagne stellt eine neue Farbserie vor.
  2. Ziel: Die neue Serie vorstellen und Besucher auf die Produktseite führen.
  3. Zielgruppe: Junge Erwachsene in der Stadt, die Sport und Alltag verbinden.
  4. Kernbotschaft: Eine praktische Flasche, die Sie den ganzen Tag begleitet.
  5. Unterstützungspunkte: Handliches Design, Farbauswahl, Robustheit im Alltag.
  6. Do's: Produkt in echter Nutzung zeigen, Markenprofil verlinken, Tracking Link teilen.
  7. Don'ts: Aussagen ohne Beleg, Mitbewerbervergleiche, versteckte Kennzeichnung.
  8. Format und Zeitplan: Ein Video und drei Story Frames, Termine für Entwurf, Freigabe und Veröffentlichung stehen gemeinsam im Dokument.
  9. Werbekennzeichnung: Ein klares, sichtbares Werbelabel oder das Partnerschaftslabel der Plattform.
  10. Freigabe und Korrekturen: Eine freigebende Person, Antwort in zwei Werktagen, eine Korrekturrunde.
  11. Messung: Ein UTM Link für den Creator und Teilen der Beitragsstatistiken.
  12. Honorar und Rechte: Die Posten stehen im Vertrag, Nutzungsdauer und Umfang sind klar benannt.

Übernehmen Sie dieses Gerüst in ein Word oder Notion Dokument und nutzen Sie es in jeder Kampagne wieder. So aktualisieren Sie jedes Mal nur Marke und Ziel. Notieren Sie nach jeder Kampagne außerdem, was Sie geändert haben, damit die Vorlage reift.

Welche Fehler machen Marken beim Influencer Briefing am häufigsten?

Der häufigste Fehler ist ein Briefing, das entweder zu kurz oder zu lang ist. Zum Beispiel schafft eine einzige Zeile Unsicherheit. Ein Dokument mit fünf Seiten liest dagegen niemand. Ein bis zwei Seiten sind für die meisten Kampagnen die richtige Größe.

  • Das Ziel weglassen oder drei Ziele gleichzeitig nennen.
  • Alles zur Pflicht machen und den kreativen Raum schließen.
  • Die Werbekennzeichnung vergessen.
  • Freigabeprozess und Rundenzahl offenlassen.
  • Den Tracking Link nicht an den Creator geben.
  • Rechte und Nutzungsdauer nur mündlich besprechen.

Ein weiterer Fehler ist, das Briefing zu senden und nie auf Antwort zu warten. Bitten Sie den Creator um ein „verstanden“ und um Fragen. Ein schriftliches Briefing ist keine einseitige Ankündigung, sondern eine Vereinbarung zwischen zwei Seiten.

Noch ein Fehler: das Briefing nach Kampagnenstart zu ändern. Allerdings ist manchmal eine Änderung unvermeidlich. Teilen Sie sie dann schriftlich mit und sagen Sie, dass die alte Fassung nicht mehr gilt. So vermeiden Sie Arbeit mit zwei Versionen. Weitere Stolpersteine finden Sie in 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen.

Welche Checkliste gehen Sie vor dem Versand des Briefings durch?

Zunächst lesen Sie das Briefing vor dem Versand noch einmal aus Sicht des Empfängers. Die folgende Liste fängt die meisten Lücken ab. Können Sie eine Zeile nicht mit Ja beantworten, ergänzen Sie den Abschnitt zuerst.

  • Steht das Ziel in einem klaren Satz?
  • Haben Sie die Kernbotschaft auf eine Idee verdichtet?
  • Bleibt die Liste der Do's und Don'ts unter sieben Punkten?
  • Enthält das Briefing die Kennzeichnungsanweisung samt Quelle?
  • Stehen alle drei Termine (Entwurf, Freigabe, Veröffentlichung) im Dokument?
  • Sind die freigebende Person und die Korrekturrunde benannt?
  • Liegt der Tracking Link oder Code bereit?
  • Stehen Honorarposten und Nutzungsrechte im Text?
  • Beschreibt das Dokument die Marke in einfacher Sprache und im richtigen Ton?

Lassen Sie danach jemanden aus Ihrem Team gegenlesen. Denn wer nicht tief im Projekt steckt, entdeckt die Lücken sofort. Außerdem können Sie die Checkliste dauerhaft unten an die Vorlage hängen.

Ist ein Influencer Briefing dasselbe wie ein Webdesign Briefing?

Nein, es sind verschiedene Dokumente. Ein Influencer Briefing ist die Anleitung, die Sie einem Creator für eine Kampagne geben. Ein Webdesign Briefing beschreibt dagegen Umfang, Seiten, technische Anforderungen und Designwünsche eines Website Projekts.

Zudem unterscheiden sich Zielgruppe, Inhalt und Lieferumfang. Beim Influencer Briefing stehen Botschaft, Format und Kennzeichnung im Vordergrund, beim Webbriefing Seitenstruktur, Funktionen und Ziele. Planen Sie ein Website Projekt, lesen Sie Webdesign Briefing erstellen.

Allerdings ist beiden gemeinsam, dass sie Ziele und Erwartungen schriftlich festhalten. Trotzdem können Sie das eine nicht durch das andere ersetzen. Umfasst Ihre Kampagne sowohl Creator Arbeit als auch eine Website, schreiben Sie zwei getrennte Briefings und tragen das gemeinsame Ziel in beide ein.

Fazit: Wie halten Sie Ihr Influencer Briefing lebendig?

Kurz gesagt ist ein Briefing keine Datei, die Sie einmal schreiben und vergessen. Notieren Sie nach jeder Kampagne, was funktioniert hat und welches Problem wiederkam, und aktualisieren Sie die Vorlage. Dann startet jede neue Kooperation klarer als die vorige.

Zusammengefasst ist ein gutes Influencer Briefing kurz, klar und zweiseitig. Es nennt Ziel und Botschaft offen, begrenzt die Regeln, denkt an Kennzeichnung und Messung und lässt Raum für Kreativität.

Möchten Sie eine Kampagne von Grund auf aufsetzen oder den Briefing Prozess gemeinsam einrichten, schauen Sie sich unsere Leistung Influencer Marketing an. Für den größeren Zusammenhang lesen Sie auch unseren Leitfaden zu Influencer Marketing.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte ein Influencer Briefing sein?
Für die meisten Kampagnen genügen ein bis zwei Seiten. Diese Länge ist ein Startbereich aus der Praxis und keine feste Regel. Entscheidend ist, dass Ziel, Botschaft, Pflichtregeln, Zeitplan und Messung klar dastehen. Längere Dokumente liest niemand, sehr kurze führen zu Missverständnissen. Zusätzliche Details können Sie in einen Anhang auslagern.
Ist ein Influencer Briefing dasselbe wie ein Vertrag?
Nein, ein Briefing erklärt Inhalt und Erwartungen der Kampagne als Anleitung. Ein Vertrag regelt dagegen verbindlich die Rechte und Pflichten beider Seiten. Sie können das Briefing dem Vertrag beifügen. Bei Rechnung, Steuer und Rechten ziehen Sie bitte Fachleute hinzu, denn dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Soll ich dem Influencer ein fertiges Skript geben?
In der Regel nicht. Ein starres Skript unterdrückt die eigene Stimme des Creators und lässt den Beitrag wie Werbung wirken. Geben Sie stattdessen Kernbotschaft, Beleg und Pflichtpunkte vor und überlassen Sie die Dramaturgie dem Creator. Referenzbeispiele helfen dabei. Feste Bereiche wie Richtigkeit und Kennzeichnung benennen Sie klar.
Warum gehört eine Kennzeichnungsanweisung ins Briefing?
Bezahlte oder geschenkte Kooperationen sollten Sie für das Publikum klar erkennbar machen. Wenn das Briefing Art und Platz des Labels nennt, sinkt das Risiko von Fehlern. Die Regeln unterscheiden sich je Markt und Plattform. Klären Sie die genauen Pflichten für Ihren Markt deshalb mit einer Rechtsberatung.
Muss ich im Briefing einen Honorarbetrag nennen?
Nein, den Betrag nennen Sie meist im Angebot und im Vertrag. Im Briefing genügt es, die Honorarposten, den Zahlungszeitpunkt und die Nutzungsrechte aufzulisten. So sieht der Creator, welche Arbeit bezahlt wird. Außerdem bleibt das Briefing einfach, wenn der Betrag in einem getrennten Dokument steht.
Wie sende ich das Briefing an den Creator?
Senden Sie es als ein schriftliches Dokument und führen Sie zusätzlich ein kurzes Gespräch. Darin bestätigen Sie Ziel und Pflichtpunkte mündlich. Danach bitten Sie den Creator um Fragen und eine schriftliche Bestätigung. Diese Antwort verringert spätere Missverständnisse, und Sie erkennen früh, welchen Punkt der Creator falsch verstanden hat.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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