Digitales Marketing

Influencer Marketing ROI messen: Formeln, KPIs und Attribution

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist Influencer Marketing ROI und wie messen Sie ihn?

Influencer Marketing ROI ist der Gewinn, den eine Zusammenarbeit mit einem Content Creator im Verhältnis zu den Gesamtkosten bringt. Zum Messen addieren Sie alle Kosten, ordnen den Umsatz mit einer Attributionsmethode der Kampagne zu und teilen den Nettogewinn durch die Gesamtkosten.

Die Formel ist einfach. Allerdings ist schwierig der Nachweis, welcher Beitrag welchen Verkauf ausgelöst hat. Nutzer sehen einen Post, denken tagelang darüber nach, suchen dann Ihre Marke und rufen die Seite direkt auf. Deshalb erfasst eine einzelne Messmethode immer nur einen Teil des Bildes.

In diesem Leitfaden zeigen wir die Formeln, die passenden KPIs je Ziel, die Attributionsmethoden und eine gekennzeichnete Beispielrechnung. Keine Zahl stammt von einem echten Kunden; alle Beispiele dienen nur dazu, die Logik zu erklären. Außerdem geht es um eine Entscheidung, die Sie begründen können, nicht um einen Bericht, der nur gut aussieht.

Wie berechnen Sie den Influencer Marketing ROI?

Die Grundformel lautet: ROI in Prozent ist der Rohertrag minus die Gesamtkosten, geteilt durch die Gesamtkosten, mal 100. Konkret meint Rohertrag den Umsatz nach Abzug von Warenkosten und anderen variablen Ausgaben, nicht den reinen Umsatz.

Sie gehen in drei Schritten vor:

  1. Addieren Sie die Gesamtkosten der Kampagne, auch alle Posten neben dem Honorar des Creators.
  2. Legen Sie den Umsatz fest, den Sie der Kampagne zuordnen, und multiplizieren Sie ihn mit Ihrer Marge.
  3. Ziehen Sie die Gesamtkosten vom Rohertrag ab, teilen Sie durch die Kosten und schreiben Sie das Ergebnis in Prozent.

Ein positives Ergebnis heißt, dass die Kampagne sich bezahlt gemacht hat. Ein negatives Ergebnis heißt dagegen, dass das Budget nicht zurückkam. Allerdings erzählt eine einzelne Zahl nie die ganze Geschichte. Kaufen Kunden nach der ersten Bestellung erneut, sollten Sie den ROI zusätzlich über einen längeren Zeitraum lesen.

Der Zweck der Messung ist also eine bessere Budgetentscheidung. Funktioniert eine Kampagne, wissen Sie, was Sie skalieren. Scheitert sie, dann wissen Sie, was Sie ändern. Kurz gesagt: Der Influencer Marketing ROI ist ein Entscheidungswerkzeug, kein Zeugnis.

Was ist der Unterschied zwischen ROI und ROAS im Influencer Marketing?

ROAS ist der Umsatz pro Euro Werbeausgabe, der ROI dagegen zeigt die Rentabilität. Beide wirken ähnlich, doch sie beantworten verschiedene Fragen, denn der Blickwinkel unterscheidet sich. ROAS fragt: "Wie viel Umsatz brachte jeder Euro?" Der ROI fragt: "Haben wir am Ende verdient?"

Zum Beispiel kann eine Kampagne mit einem ROAS von 2 bei knapper Marge trotzdem Verlust machen. Nutzen Sie den ROAS daher als schnelles Frühsignal und den ROI als Entscheidungszahl. Den ersten Teil rechnen Sie mit unserem ROAS Rechner.

KennzahlWas sie zeigtWann Sie sie nutzen
ROIRentabilität nach allen Kosten.Bei der Entscheidung, ob sich die Kampagne gelohnt hat.
ROASUmsatz pro ausgegebenem Euro.Beim schnellen Vergleich von Kampagnen.
CPAKosten pro Bestellung oder Lead.Bei Verkaufs und Lead Zielen.
TKPKosten pro tausend Impressionen.Bei Reichweitenzielen.

Sinkt der ROAS mitten in der Kampagne, hilft unser Beitrag ROAS Rückgang: Ursachen und Diagnose bei der ersten Analyse.

Welche Kosten gehören in die Gesamtkosten der Kampagne?

Die Gesamtkosten sind also mehr als das Honorar des Creators. Viele Marken schönen ihren ROI, weil sie Nebenkosten vergessen. Für eine ehrliche Rechnung listen Sie deshalb zu Beginn alle Posten auf.

  • Das Honorar oder die Vergütung für die Kooperation.
  • Die Kosten für das gesendete Produkt samt Versand.
  • Die Produktion: Dreh, Schnitt, Location, Ausrüstung und kreative Unterstützung.
  • Agenturkosten oder Betreuungsgebühren sowie Abos für Tools und Plattformen.
  • Das Mediabudget, falls Sie den Beitrag als Anzeige verstärken.
  • Die Kosten von Rabattcodes oder Gutscheinen für Ihre Marge.
  • Nutzungsrechte am Inhalt und eventuelle Verlängerungen.

Beträge nennen wir hier bewusst nicht, denn sie schwanken stark nach Marke, Zielgruppe und Umfang. Wichtig ist daher, dass jeder Posten in derselben Tabelle landet. So spiegelt Ihr Influencer Marketing ROI wider, was Sie wirklich ausgegeben haben.

Kosten tauchen außerdem manchmal spät auf. Halten Sie die Kostentabelle daher während der Kampagne offen und gleichen Sie sie am Ende mit den Rechnungen ab. In unserem Leitfaden zur Influencer Marketing Strategie sehen Sie, wie das Budget in den Gesamtplan passt.

Welche KPIs sollten Sie je nach Kampagnenziel verfolgen?

Eine KPI ist ein messbares Signal für Erfolg, deshalb hängt sie vom Ziel ab. Wer in jeder Kampagne dieselbe Zahl betrachtet, wird in die Irre geführt. Wählen Sie also zuerst das Ziel und verfolgen Sie dann die passende Kennzahl. Sonst füllt sich Ihr Bericht mit Zahlen, die gut aussehen, aber nichts entscheiden.

ZielWichtigste KPIsGrenze, die Sie beachten
BekanntheitReichweite, Impressionen, Videoaufrufe und TKP.Ein Aufruf beweist kein Interesse.
InteraktionLikes, Kommentare, Speicherungen, Shares und Interaktionsrate.Die Qualität der Kommentare zählt mehr als die Menge.
TrafficKlicks, Sitzungen und Kosten pro Websitebesuch.Ein Klick ist kein Verkauf.
VerkaufBestellungen, Umsatz, CPA, ROAS und ROI.Die Attributionsmethode verändert das Ergebnis.

Sie können zum Beispiel alle vier Ziele in einer Kampagne beobachten. Dennoch sollten Sie ein Hauptziel behalten und die anderen als Stützsignale führen.

Passen Ziel und KPI nicht zusammen, wirkt eine Kampagne zu Unrecht gut oder schlecht. Ein Beitrag für Bekanntheit am Verkauf zu messen, ist zum Beispiel unfair. Ebenso verdeckt es das Ergebnis, eine Verkaufskampagne nur für Aufrufe zu loben.

Zeigen Reichweite und Interaktion den Influencer Marketing ROI?

Nein, nicht allein. Denn Reichweite und Interaktion beschreiben Sichtbarkeit und Interesse, der Umsatz liegt auf einer anderen Ebene. Trotzdem sind diese Kennzahlen nützlich, denn sie zeigen die ersten Schritte auf dem Weg zum Kauf.

Für die Interaktionsrate addieren Sie Likes, Kommentare und Speicherungen und teilen durch die Reichweite oder die Followerzahl. Schreiben Sie deshalb im Bericht, welche Basis Sie gewählt haben. Unser Instagram Engagement Rate Rechner übernimmt die Rechnung.

Eine hohe Interaktionsrate bringt unter Umständen keine Bestellungen. Andererseits kann ein Creator mit mittlerer Interaktion starke Verkäufe auslösen. Der Grund ist einfach: Kaufabsicht hängt davon ab, wie gut der Inhalt zum Produkt passt, nicht davon, wie viele Menschen ein Herz tippen.

Behandeln Sie diese Zahl also nicht als einziges Auswahlkriterium. Zielgruppenpassung, Content Stil und frühere Kooperationen zählen außerdem. Mehr dazu lesen Sie in Influencer auswählen: 7 Kennzahlen.

Wie richten Sie UTM Links ein, um den Influencer Marketing ROI zu messen?

UTM Parameter sind Markierungen am Ende eines Links, die Ihrem Analyse Tool mitteilen, woher der Traffic kommt. Sie erstellen für jeden Creator einen eigenen Link. Dann zeigt Google Analytics 4, wie viele Sitzungen und Bestellungen jede Person gebracht hat.

Laut Google Analytics Hilfe sollten Sie bei benutzerdefinierten Kampagnen Links immer utm_source, utm_medium und utm_campaign verwenden. Dieselbe Seite weist darauf hin, dass die Werte zwischen Groß und Kleinschreibung unterscheiden, sodass "Meta" und "meta" als zwei Quellen erscheinen. Die Details finden Sie in Googles Seite zum Erfassen von Kampagnendaten mit benutzerdefinierten URLs.

  • Nutzen Sie für utm_source den Profilnamen des Creators, zum Beispiel beispiel_profil.
  • Wählen Sie für utm_medium einen festen Wert, zum Beispiel influencer.
  • Schreiben Sie zudem utm_campaign klein und mit Bindestrichen.
  • Trennen Sie mit utm_content verschiedene Beiträge desselben Creators.

Creator können einen Link in einer Story, in der Beschreibung oder im Profil platzieren. Erstellen Sie daher für jede Platzierung eine eigene markierte Adresse und notieren Sie, welche wohin gehört. Dann sehen Sie, welche Platzierung mehr Klicks brachte.

Links von Hand zu tippen, lädt daher zu Fehlern ein. Unser UTM Generator hält die Namen einheitlich, und der Beitrag UTM Parameter für Kampagnen Tracking erklärt die Logik genauer.

Wie verfolgen Sie Verkäufe mit Rabattcodes?

Ein Rabattcode ist ein kurzer, für jeden Creator eigener Code, den Käufer an der Kasse eingeben. Sie ordnen die Bestellung direkt dieser Person zu. Zudem geben Sie der Zielgruppe einen konkreten Kaufanreiz, der die Conversion steigern kann.

Die Stärke dieser Methode ist also ihre Einfachheit. Ihr Shop zeigt Bestellungen und Umsatz je Code sofort an. Die Schwächen liegen aber ebenso offen:

  • Landet der Code auf Gutscheinseiten, rechnen Sie fremde Bestellungen dem Creator zu.
  • Wer den Code vergisst, bleibt unsichtbar, obwohl der Beitrag ihn geschickt hat.
  • Rabatte senken Ihre Marge, deshalb zählen sie als Kostenposten.

Auch die Gestaltung des Codes spielt eine Rolle. Zum Beispiel wird ein kurzer Code, der an den Namen des Creators erinnert, öfter genutzt. Vermeiden Sie dennoch gängige Wörter, denn erratbare Codes verbreiten sich über die gewünschte Zielgruppe hinaus.

Vertrauen Sie dem Code also nie allein. Lesen Sie ihn zusammen mit den UTM Daten, setzen Sie ein Ablaufdatum und beobachten Sie Gutscheinseiten. Beispiele für den Shop finden Sie in unserem Beitrag zu Influencer Marketing für E-Commerce.

Wie funktioniert die Attribution mit Affiliate Links?

Ein Affiliate Link ist eine Tracking Adresse, die Sie jedem Partner Ihres Partnerprogramms geben. Kommt ein Besucher darüber und kauft innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, schreiben Sie den Verkauf diesem Partner gut. In der Praxis zahlen Sie meist eine Provision auf abgeschlossene Verkäufe.

Das Modell wirkt attraktiv, weil es das Risiko teilt. Sie zahlen einen Anteil, der am Verkauf hängt, zusätzlich zum Fixhonorar oder statt dessen. Allerdings passt es nicht zu jeder Marke und jedem Creator. Sie brauchen ein funktionierendes Partner Tracking, eine definierte Cookie Laufzeit und eine im Vertrag festgelegte Provision.

Allerdings hat auch die Affiliate Messung Grenzen. Der Link folgt nur der Person, die geklickt hat; wer auf einem anderen Gerät zurückkehrt, kann aus den Daten fallen. Halten Sie diese Details deshalb im Vertrag fest. Eine gute Checkliste bietet unser Beitrag Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören.

Warum lohnt sich die Frage "Wie haben Sie von uns erfahren?"

Das ist eine einzige Frage, die Sie bei oder nach der Bestellung stellen. Sie erhalten die Antwort in den Worten des Kunden und sehen so Effekte, die Links und Codes übersehen. Viele Menschen kommen ohne jeden Code, einfach über die Suche nach Ihrer Marke.

Halten Sie die Umfrage zunächst schlank. Bieten Sie zum Beispiel wenige Auswahlfelder an: Instagram, TikTok, Empfehlung von Freunden, Google Suche, Sonstiges. Ergänzen Sie ein freies Textfeld, in dem Kunden den Creator nennen können.

Die Ergebnisse sind nicht exakt, denn sie beruhen auf Erinnerung. Trotzdem zeigen sie eine Richtung. Taucht ein Creator zum Beispiel nie in den UTM Daten auf, wird aber in den Antworten oft genannt, hat die Kooperation einen indirekten Effekt. Nutzen Sie die Umfrage daher als Ergänzung zum Tracking, nicht als einzige Wahrheit.

Gibt es allerdings nur wenige Antworten, fällt die Deutung schwer. Platzieren Sie die Frage deshalb auf der Bestellbestätigung und machen Sie sie nicht zur Pflicht. Erzwungene Antworten werden zufällig, und zufällige Antworten verfälschen die Daten.

Wie lesen Sie indirekte Wirkung und Verkäufe nach dem Ansehen?

Indirekte Wirkung heißt: Der Nutzer sieht einen Beitrag, klickt nicht und kauft später. Creator Inhalte wirken oft wie eine Erinnerung, denn sie halten die Marke im Gedächtnis. Die Person merkt sich die Marke, sucht sie Tage später und geht direkt auf Ihre Seite.

Sie können das nicht direkt messen, aber nach Spuren suchen:

  • Prüfen Sie, wie sich die Suchen nach Ihrem Markennamen in den Kampagnenwochen verändern.
  • Beobachten Sie außerdem direkten und organischen Traffic auf Anstiege im selben Zeitraum.
  • Vergleichen Sie die Verkäufe des gezeigten Produkts vor und nach der Kampagne.
  • Zählen Sie die Creator Namen, die in den Umfrageantworten vorkommen.

Die Grenze ist klar: Sie können nicht beweisen, warum ein Anstieg eintrat. Eine andere Kampagne, die Saison oder eine Pressemeldung kann die Suchen in derselben Woche erhöhen. Berichten Sie die indirekte Wirkung daher als Hinweis, nicht als Beweis.

Als markierter Geschäftspartner können Sie Einblicke zu Branded Content einsehen. Die Meta Hilfeseite zu Einblicken in Branded Content beschreibt das. Welche Kennzahlen erscheinen, hängt vom Inhaltstyp ab, prüfen Sie deshalb die aktuelle Liste auf dieser Seite.

Wie vergleichen Sie Attributionsmethoden?

Attribution heißt zu entscheiden, welche Quelle den Verkauf gutgeschrieben bekommt. Allerdings ist keine Methode allein perfekt. Deshalb ist es am gesündesten, Stärken und Schwächen jeder Methode zu kennen und sie so zu kombinieren, dass eine die Lücken der anderen schließt.

MethodeStärkeSchwäche
UTM LinkZeigt Sitzungen und Bestellungen im Analyse Tool.Erfasst keine Käufer, die den Link nie anklicken.
RabattcodeOrdnet Bestellungen leicht zu und motiviert Käufer.Kann auf Gutscheinseiten landen und senkt die Marge.
Affiliate LinkZahlt pro Verkauf und liefert klare Belege.Braucht Einrichtung und einen Vertrag.
UmfrageErfasst indirekte Wirkung in den Worten der Käufer.Beruht auf Erinnerung und liefert keine exakte Zahl.
Markensuche und direkter TrafficGibt Hinweise auf Effekte nach dem Ansehen.Beweist keine Ursache.

Die Google Analytics Hilfe erinnert im Abschnitt zu Berichten zu Werbung und Attribution außerdem daran, dass verschiedene Attributionsmodelle die Gutschrift unterschiedlich verteilen. Derselbe Verkauf kann also je nach Modell einer anderen Quelle zufallen. Nennen Sie deshalb Modell und Zeitfenster in jedem Bericht.

Wie vermeiden Sie Doppelzählungen?

Doppelzählung heißt, einen Verkauf in zwei Methoden zu zählen. Ein Käufer kommt zum Beispiel über einen UTM Link und gibt zusätzlich den Code ein. Addieren Sie beide Berichte, zählen Sie eine Bestellung zweimal. Folglich wirkt der ROI höher, als er ist.

Um das zu verhindern, gleichen Sie über die Bestellnummer ab. Das heißt, jede Bestellung gehört genau einer Quelle. Legen Sie eine Prioritätsregel fest, zum Beispiel erst Code, dann UTM, zuletzt Umfrage. Schreiben Sie diese Regel vor dem Start der Kampagne an den Anfang des Berichts.

Die Regel kann willkürlich wirken, doch sie muss konsequent bleiben. Wenden Sie sie jedes Mal gleich an, bleibt der Vergleich zwischen Kampagnen intakt. Ändert sich die Regel, müssen Sie frühere Berichte neu berechnen.

Eine weitere Falle ist ein Tag, das an der Kasse oder im Profil Link verloren geht. Dann erscheint die Bestellung als direkter Traffic. Testen Sie den Kaufprozess daher vor dem Start selbst, mobil und am Desktop, und prüfen Sie, ob die Markierung bis zum letzten Schritt erhalten bleibt.

Beispielrechnung: Ist eine Kampagne mit ROAS 1,5 rentabel?

Die folgende Rechnung ist frei erfunden. Sie zeigt also weder eine echte Marke noch ein echtes Kampagnenergebnis und dient nur der Arithmetik. Lesen Sie die Werte nicht als Honorarempfehlung oder Branchenwert.

PostenBeispielwert
Gesamtkosten (alle Posten)10.000 Euro
Zugeordneter Umsatz nach Bereinigung von Doppelzählungen15.000 Euro
Annahme zur Marge40 Prozent
Rohertrag6.000 Euro
ROAS15.000 / 10.000 = 1,5
ROI(6.000 - 10.000) / 10.000 = minus 40 Prozent

Ein ROAS von 1,5 sieht auf den ersten Blick nicht schlecht aus. Allerdings deckt der Rohertrag die Kosten nicht, deshalb ist der ROI negativ. Anders gesagt: Umsatz kam, Gewinn nicht.

Das heißt nicht, dass die Kampagne gescheitert ist. Sie hat sich lediglich im Zeitfenster der ersten Bestellung nicht bezahlt gemacht. Zum Beispiel läge bei 60 Prozent Marge der Rohertrag bei 9.000 Euro und der ROI bei minus 10 Prozent. Bei 70 Prozent Marge wären es 10.500 Euro Rohertrag und plus 5 Prozent ROI. Die Marge ist also die empfindlichste Eingabe.

Wie berücksichtigen Sie die indirekte Wirkung im ROI?

Gehen Sie vorsichtig vor, wenn Sie indirekte Wirkung in eine Zahl übersetzen. Erfinden Sie keinen Multiplikator, sondern bauen Sie Szenarien. In der Beispielrechnung zeigen Sie die Bestellungen, die Umfrageteilnehmer einem Creator zuschreiben, außerhalb von Code und UTM Daten in einer eigenen Zeile.

Drei Szenarien erleichtern die Arbeit:

  • Vorsichtig: Zählen Sie nur direkt zugeordneten Umsatz.
  • Mittel: Fügen Sie die zusätzlichen Bestellungen hinzu, die die Umfrage bestätigt.
  • Optimistisch: Nehmen Sie für einen festen Zeitraum auch den Wert von Wiederholungskäufen auf.

So geben Sie der Geschäftsführung eine Spanne statt einer exakten Zahl. Deckt schon das untere Ende die Kosten, dann fällt die Entscheidung leicht. Macht das untere Ende Verlust, besprechen Sie vor dem Skalieren, was sich ändern muss.

Für den Wert von Wiederholungskäufen nutzen Sie Ihre eigenen Kundendaten und keinen Branchendurchschnitt. Schreiben Sie außerdem Ihre Annahmen auf. Ein Satz wie "wir haben die Hälfte der Umfrageantworten der Kampagne zugerechnet" verrät dem Leser, wie sehr er der Zahl trauen darf. Somit beschädigt eine versteckte Annahme das Vertrauen.

Wie erstellen Sie einen Bericht zur Influencer Kampagne?

Ein guter Bericht sagt dem Entscheider in zwei Minuten, was passiert ist. Sie schreiben zuerst Ziel und Ergebnis, dann die Details. Bleibt die Vorlage in jeder Kampagne gleich, fällt der Vergleich zwischen Kampagnen leichter.

AbschnittInhalt
ZusammenfassungZiel, Zeitraum, Hauptergebnis und eine Empfehlung in einem Satz.
KostenDie Summe und die Aufteilung nach Posten.
SichtbarkeitReichweite, Impressionen, Aufrufe und Interaktionsrate.
Traffic und VerkaufUTM Sitzungen, Code Bestellungen, Affiliate Verkäufe und Conversion Rate.
Indirekte WirkungUmfrageantworten, Markensuche und Veränderung des direkten Traffics.
ROI und ROASEine Rechnung mit drei Szenarien und eine offene Liste der Annahmen.
ErkenntnisseWas funktionierte, was haperte und der nächste Schritt.

Verfolgen Sie auch den Anteil der Besucher, die bestellen. Unser Conversion Rate Rechner beschleunigt das. Als letzte Prüfung eignen sich die 6 häufigen Fehler bei Influencer Kampagnen als Checkliste.

Wie planen Sie die Messung, bevor die Kampagne startet?

Zunächst gilt: Messung lässt sich nicht nach Kampagnenende einrichten. Sind Links, Codes und Umfrage am Anfang nicht bereit, sammeln Sie keine Daten rückwirkend. Schreiben Sie den Plan deshalb im Briefing; das Briefing ist das Aufgabendokument für den Creator.

  1. Schreiben Sie Hauptziel und Erfolgskriterium auf.
  2. Tragen Sie die Kostenposten in eine Tabelle ein.
  3. Erstellen Sie für jeden Creator einen UTM Link und einen eigenen Code.
  4. Fügen Sie die Kaufumfrage in Ihren Shop ein.
  5. Notieren Sie vor dem Start Markensuchen, direkten Traffic und Verkaufsniveau.
  6. Testen Sie Link und Code von Anfang bis Ende.
  7. Legen Sie Berichtstermin und Messzeitraum im Voraus fest.

Der Ausgangswert vor der Kampagne ist die wertvollste Referenz, wenn Sie indirekte Wirkung lesen. Ohne ihn können Sie also nicht sagen, ob ein späterer Anstieg von der Kampagne oder von der Saison kam. Wir empfehlen mindestens vier Wochen Ausgangsdaten, das ist jedoch eine verbreitete Praxis und keine feste Regel.

Bei Saisonprodukten nehmen Sie denselben Zeitraum des Vorjahres hinzu. Hilfe zum Briefing selbst finden Sie in Influencer Briefing schreiben.

Wie verändert sich die Messung, wenn Sie Creator Inhalte als Anzeige verstärken?

Verstärken Sie Creator Inhalte als Partnerschaftsanzeige, teilt sich die Messung in zwei Ebenen: organisch und bezahlt. Nach Metas Beschreibung erscheinen bei Partnerschaftsanzeigen die Konten von Werbetreibendem und Partner gemeinsam im Anzeigenkopf, und die Anzeige nutzt Signale beider Konten.

Dann brauchen Sie den Bericht aus dem Werbeanzeigenmanager und zusätzlich die organischen Zahlen des Creators. Denn organische Einblicke verwaltet nur der Inhaber des Beitrags. Halten Sie deshalb das Teilen der Einblicke und die Lieferung von Screenshots von Anfang an im Vertrag fest.

Die Kosten der bezahlten Verbreitung gehören ebenfalls in die Gesamtkosten. Sonst zeigen Sie einen künstlich hohen ROI. Verfolgen Sie Verkäufe, die die Werbeplattform zuordnet, getrennt von organischen Verkäufen über UTM und Code. So senken Sie das Risiko von Doppelzählungen.

Wie vergleichen Sie Kooperationen mit Micro und Makro Influencern?

Damit der Vergleich fair bleibt, nutzen Sie für beide Gruppen dieselben Maße. Reichweiten lassen sich nicht vergleichen, weil die Followerzahlen verschieden sind. Stellen Sie stattdessen Kosten pro Bestellung, Conversion Rate und ROI nebeneinander.

  • Kleine Profile haben oft niedrigere Fixkosten, aber Sie steuern mehr Kooperationen.
  • Große Profile bieten viel Reichweite pro Beitrag, doch die Zielgruppenpassung kann streuen.
  • In beiden Gruppen entscheidet das Interesse der Zielgruppe an Ihrem Produkt mehr als die Followerzahl.

Das sind allerdings nur allgemeine Beobachtungen, keine Regeln. Jede Marke sollte mit eigenen Daten testen. Die Logik der Arbeit mit kleineren Profilen lesen Sie in Micro Influencer Kampagne planen.

Wie nutzen Sie die ROI Ergebnisse für die nächste Kampagne?

Der eigentliche Wert des Influencer Marketing ROI liegt in der besseren nächsten Kampagne. Legen Sie den Bericht nicht ab, sondern suchen Sie Antworten auf drei Fragen. Erstens: Welches Inhaltsformat funktionierte? Zweitens: Welche Zielgruppe konvertierte? Schließlich: Welcher Kostenposten fiel höher aus als erwartet?

Schreiben Sie die Antworten in eine Lernliste und übernehmen Sie sie ins nächste Briefing. Hat zum Beispiel ein Erzählstil mehr Speicherungen erzielt, testen Sie ihn in der neuen Kooperation erneut. Auch langfristige Beziehungen zu Creators, die Verkäufe auslösen, machen das Budget effizienter.

Bedenken Sie zudem, dass ein erfolgreicher Beitrag noch kein Muster ist. Machen Sie daher einen kleinen Wiederholungstest, bevor Sie ein gutes Ergebnis skalieren. Für einen breiteren Effizienzblick hilft unser Beitrag zur Marketing Efficiency Ratio.

Welche Fehler passieren bei der Messung des Influencer Marketing ROI am häufigsten?

Fehler beim Influencer Marketing ROI entstehen meist aus Gewohnheit, nicht aus der Kampagne. Die folgenden sehen wir in der Praxis oft; es sind allgemeine Beobachtungen und keine Aussagen über einen bestimmten Kunden.

  • Umsatz als Gewinn lesen und die Marge ignorieren.
  • Nur das Honorar des Creators als Kosten zählen.
  • Code und UTM Umsatz addieren und doppelt zählen.
  • In einem sehr kurzen Zeitfenster entscheiden.
  • Followerzahlen als Ergebnis präsentieren.
  • Vergessen, den Ausgangswert festzuhalten.

Deuten Sie auch eine einzelne Kampagne nicht zu stark. Eine kleine Stichprobe enthält Zufallsschwankungen, deshalb ist das gemeinsame Muster von zwei oder drei Kampagnen verlässlicher.

Denken Sie außerdem daran, dass Unmessbares nicht wertlos ist. Content Assets, Markenvertrauen und Community Effekte passen nicht sauber in eine Tabelle. Daher sagt ein ehrlicher Bericht das offen. Teilen Sie die Zahlen zudem mit dem Creator, denn offene Ergebnisse erleichtern die nächste Zusammenarbeit.

Wie wirken Werberegeln auf Messung und Berichtswesen?

Creator Beiträge können unter Werberegeln fallen, und diese unterscheiden sich je nach Land. Meist müssen Sie die Kooperation klar kennzeichnen; das betrifft den rechtlichen Rahmen und das Vertrauen der Zielgruppe. Deshalb wiederholen wir die Einzelheiten einer bestimmten Vorschrift hier nicht.

Arbeiten Sie mit türkischen Zielgruppen oder einem türkischen Creator, lesen Sie unseren Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei. Rabattcodes, Kampagnenbedingungen und die Form der Kennzeichnung spielen in diesem Rahmen eine Rolle.

Erfassen Ihre Messwerkzeuge personenbezogene Daten, etwa bei Umfragen und Tracking Cookies, prüfen Sie auch Ihre Informationspflichten. Dieser Abschnitt ist allgemeine Information und keine Rechts oder Steuerberatung. Bei Fragen zu Steuern, Rechnungen und Verträgen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Fachperson.

Wie unterstützt unser Team Sie beim Aufbau der Messung?

Als Talha Aslan und Team bauen wir die Messseite von Influencer Projekten am liebsten zu Beginn einer Kampagne auf. Denn eine Kampagne ohne korrekte Markierung lässt sich nachträglich selten retten.

Dabei klären wir das Ziel, richten die UTM und Code Struktur ein und bereiten die Berichtsvorlage vor. Außerdem ist das Beispiel in diesem Leitfaden erfunden. Es ist kein versprochenes Ergebnis, und wir garantieren nicht, dass eine Kampagne einen bestimmten ROI erzielt.

Schauen Sie sich gern unsere Leistungsseite zu Influencer Marketing an. Für die Grundlagen eignet sich Was ist Influencer Marketing, und die Ausgabenseite behandelt unser Beitrag zum Social Media Werbebudget.

Häufig gestellte Fragen

Welche Formel gilt für den Influencer Marketing ROI?
Der ROI in Prozent ist der Rohertrag minus die Gesamtkosten, geteilt durch die Gesamtkosten, mal 100. In die Kosten gehören Honorar, Produkt, Versand, Produktion, Agentur und Mediabudget. Nutzen Sie den Rohertrag nach Marge, nicht den reinen Umsatz. Ein positives Ergebnis zeigt, dass sich die Kampagne bezahlt gemacht hat.
Sind ROAS und ROI dasselbe?
Nein. Der ROAS zeigt den Umsatz pro ausgegebenem Euro, der ROI dagegen den Gewinn nach Abzug der Kosten. Bei knapper Marge kann der ROAS gut aussehen, während der ROI negativ ist. Nutzen Sie den ROAS für schnelle Vergleiche und den ROI für die Entscheidung über die Rentabilität. Zeigen Sie beide im Bericht nebeneinander.
Welche Methode erfasst Influencer Verkäufe am genauesten?
Es gibt keine einzelne genaueste Methode. UTM Links erfassen Sitzungen, Rabattcodes Bestellungen, Affiliate Links Partnerverkäufe und Umfragen die indirekte Wirkung. Jede lässt eine Lücke. Kombinieren Sie deshalb mehrere, gleichen Sie über die Bestellnummer ab und vermeiden Sie Doppelzählungen. So erhalten Sie eine verlässlichere Zahl und sehen die Lücken.
Sollte man die indirekte Wirkung im ROI berücksichtigen?
Ja, aber vorsichtig. Erfinden Sie keinen Multiplikator. Bauen Sie stattdessen ein vorsichtiges, ein mittleres und ein optimistisches Szenario und zeigen Sie die durch Umfragen bestätigten Bestellungen in einer eigenen Zeile. So geben Sie eine Spanne statt einer exakten Zahl an, und Ihre Annahmen bleiben für alle sichtbar.
Wie lange sollten Sie Kampagnenergebnisse verfolgen?
Das hängt von Ihrem Kaufzyklus ab. Bei Produkten mit schneller Entscheidung genügen oft wenige Wochen, bei überlegten Käufen brauchen Sie ein längeres Fenster. Entscheidend ist, dass Sie den Messzeitraum vor dem Start festlegen und in jeder Kampagne denselben nutzen. So bleibt der Vergleich fair, und Sie trennen saisonale Effekte von Kampagneneffekten.
Können auch kleine Marken den Influencer ROI messen?
Ja. Pro Creator genügen ein eigener UTM Link, ein eigener Code und eine Umfrage mit einer Frage als Start. Sie tragen die Kostenposten in eine Tabelle ein und notieren das Verkaufsniveau vor dem Start. Teure Tools sind nicht nötig; Disziplin und einheitliche Namen zählen mehr. Wiederholen Sie dieselbe Struktur in jeder Kampagne.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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