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Influencer Vertrag: Diese 8 Punkte gehören unbedingt hinein

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist ein Influencer Vertrag und warum sollte er schriftlich sein?

Ein Influencer Vertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen einer Marke und einem Content Creator. Er legt Leistungsumfang, Lieferung, Zahlung und die Grenzen der Nutzung des Inhalts fest. Schriftlich fixiert er also Erwartungen, dient als Beleg bei Streit und zeigt Rechte und Pflichten beider Seiten klar.

Dieser Beitrag gibt nur allgemeine Informationen. Er ist keine Rechts oder Steuerberatung, deshalb lassen Sie Ihren fertigen Vertrag bitte von einer Anwältin oder einem Anwalt lesen.

In der Praxis sieht unser Team immer dasselbe Muster. Zum Beispiel einigen sich beide Seiten per Chat, und niemand fragt, ob die Marke das Video als Anzeige nutzen darf. Dann endet die Kampagne, und jede Seite erinnert sich an einen anderen Deal.

Daher schließt ein schriftlicher Influencer Vertrag diese Lücke. Außerdem schützt er den Creator, weil er Zahlungstermin, Korrekturgrenze und Einsatzorte des Inhalts festhält.

Hier ein kleines Beispielszenario: Eine Möbelmarke beauftragt einen Creator mit zwei kurzen Videos. Ohne Vertrag weiß also niemand, ob die Marke die Videos ein Jahr lang bewerben darf. Mit Vertrag ist die Frage dann vor dem Dreh beantwortet.

Welche 8 Punkte gehören in jeden Influencer Vertrag?

Kurz gesagt: Acht Punkte bilden das Rückgrat einer soliden Vereinbarung. Jede Kampagne ist anders, daher passen Sie die Details an. Trotzdem sollten Sie keine dieser Überschriften leer lassen.

  1. Parteien und Leistungsumfang.
  2. Lieferung und Termine.
  3. Freigabeprozess für Inhalte.
  4. Nutzungsrechte und Laufzeit.
  5. Exklusivität.
  6. Kennzeichnungspflicht.
  7. Zahlung und Kündigung.
  8. Vertraulichkeit und Datenschutz.

Die Tabelle zeigt, welche Frage jeder Punkt beantwortet und was ohne ihn schiefgehen kann.

PunktFrage, die er beantwortetRisiko, wenn er fehlt
Parteien und UmfangWer erstellt was auf welchem Kanal?Streit über die Grenzen der Leistung
Lieferung und TermineWas kommt wann und in welchem Format?Verspätungen und Formatüberraschungen
FreigabeWer gibt frei, und wie schnell?Endlose Korrekturschleifen
NutzungsrechteWo und wie lange darf die Marke den Inhalt nutzen?Vorwurf unerlaubter Nutzung
ExklusivitätDarf der Creator für Wettbewerber arbeiten?Unerwartete Interessenkonflikte
KennzeichnungWie erscheint die Partnerschaft?Rechtliches und Plattformrisiko
Zahlung und KündigungWann fließt Geld, und wie endet der Deal?Streit um Honorar und Abbruch
Vertraulichkeit und DatenschutzWelche Infos und Daten bleiben geschützt?Lecks und Datenprobleme

Wie legen Sie Parteien und Leistungsumfang im Influencer Vertrag fest?

Der erste Punkt klärt, wer mit wem arbeitet. Zum Beispiel nennen Sie auf Markenseite Firmenname, Steuerdaten und eine Ansprechperson. Dann notieren Sie auf Creator Seite, ob eine Einzelperson oder eine Firma handelt und über welche Kanäle veröffentlicht.

Allerdings ist der Leistungsumfang der wichtigste Teil. Konkret nennen Sie Plattform, Anzahl der Beiträge, Format, Länge und das Produkt oder die Dienstleistung.

Denn vage Formulierungen führen später zu Ärger. Zum Beispiel lässt sich "ein paar Beiträge" schwer messen, während "ein kurzes Video und drei Story Bilder" klar ist.

Außerdem hilft es, Ausgeschlossenes zu nennen. Wenn Event Auftritte, Livestreams oder zusätzliche Korrekturrunden nicht dazugehören, schreiben Sie das auf.

Steht eine Agentur zwischen Marke und Creator, benennen Sie die Vertragsparteien und die Verantwortungskette. Dazu kommen wir daher in einem eigenen Abschnitt.

Wie formulieren Sie Lieferung und Termine?

Dieser Punkt legt fest, wer was bis wann liefert. Zunächst trennen Sie Entwurfstermin, Veröffentlichungstermin und die Dauer, die der Beitrag online bleibt. Das sind drei verschiedene Dinge, daher bekommt jedes eine eigene Zeile.

Außerdem sollte der Zeitplan auch die Marke binden. Tragen Sie also ein, wann das Produkt ankommt, wann das Briefing rausgeht und wie schnell die Marke Feedback gibt. Ein Briefing ist die kreative Anleitung für die Kampagne. Je klarer es ist, desto weniger verschiebt sich also der Plan. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie ein Influencer Briefing schreiben.

Legen Sie außerdem eine Mindestdauer fest. Notieren Sie, wie viele Tage der Beitrag online bleibt und ob der Creator ihn danach löschen oder archivieren darf.

Außerdem gehört auch die Messung hierher. Wenn Sie nach der Veröffentlichung Screenshots der Statistiken wünschen, schreiben Sie das auf. Für verfolgbare Links hilft ein UTM Generator, damit alle dieselbe Benennung nutzen.

Wie läuft der Freigabeprozess für Inhalte ab?

Die Freigabeklausel legt fest, wer den Inhalt vor der Veröffentlichung prüft, wie schnell und nach welchen Kriterien. Sonst entstehen zwei Extreme. Das heißt: Entweder sieht die Marke nichts vor der Veröffentlichung, oder die Korrekturen hören nie auf.

Ein guter Ablauf enthält meist vier Punkte:

  • Der Creator schickt den Entwurf zum vereinbarten Termin.
  • Die Marke antwortet innerhalb eines festen Zeitfensters, zum Beispiel in wenigen Werktagen.
  • Der Vertrag begrenzt die Zahl der Korrekturrunden.
  • Eine Regel klärt, was bei Schweigen passiert.

Allerdings vergessen Teams den letzten Punkt am häufigsten. Antwortet die Marke nicht, gilt der Entwurf dann als freigegeben, oder verschiebt sich der Termin? Beantworten Sie diese Frage deshalb schriftlich.

Trennen Sie außerdem Korrektur und Neudreh. Zum Beispiel gilt eine geänderte Bildunterschrift oder ein anderer Ton als Korrektur. Eine neue Szene gilt allerdings meist als neue Leistung.

Zudem können Sie Gründe für Einwände auflisten. Zum Beispiel zählen falsche Produktangaben, das Logo eines Wettbewerbers oder ein unpassender Kontext dazu.

Wie bestimmen Sie Nutzungsrechte und Laufzeit?

Nutzungsrechte legen fest, wer den Inhalt auf welchen Kanälen, wie lange und in welchen Regionen nutzen darf. Der Creator erstellt den Inhalt, deshalb erhält die Marke das Recht zur Weiternutzung nicht automatisch. Deshalb sichern Sie es im Vertrag ab.

Eine Nutzungsklausel enthält meist diese Punkte:

  • Kanäle: nur das Konto des Creators, die Konten der Marke oder auch die Website.
  • Laufzeit: zum Beispiel drei Monate, sechs Monate oder ein Jahr.
  • Gebiet: ein Land oder mehrere.
  • Bearbeitung: ob die Marke zuschneiden, Untertitel ergänzen oder neu schneiden darf.

Zunächst klären Sie, was am Ende der Laufzeit passiert. Verschwindet der Inhalt, oder bekommt die Marke gegen Gebühr eine Verlängerungsoption?

Allerdings erhöht eine breitere Nutzung in der Regel das Honorar, das ein Creator verlangt. Deshalb ist es fair, den Umfang früh zu besprechen. Wir nennen hier also keine Preise. Zeigen Sie stattdessen Posten und Logik in Vertrag und Angebot, mit Produktion und Nutzung als getrennten Zeilen.

Brauchen Anzeigen und Whitelisting eine eigene Erlaubnis?

Ja, denn die Art der Nutzung ändert sich. Whitelisting heißt, dass eine Marke Anzeigen über das Profil eines Creators oder gemeinsam mit ihm schaltet. Zum Beispiel nennt sich dieses Modell bei Meta Partnership Ads. Dann bittet die Marke den Creator um die Erlaubnis, den Beitrag über das Werbekonto der Marke zu bewerben.

Das Hilfecenter von Meta erklärt die Regeln, Labels und Berechtigungen für Markeninhalte. Konkrete Details finden Sie in den Meta Richtlinien für Markeninhalte. Menüs und Schritte ändern sich, deshalb prüfen Sie den aktuellen Ablauf direkt in der Plattform.

Ihr Vertrag sollte vier Fragen beantworten:

  1. Über welche Konten laufen die Anzeigen?
  2. Wer steuert das Werbebudget?
  3. Wie lange gilt die Erlaubnis?
  4. Stoppt die Marke die Anzeigen, wenn die Laufzeit endet?

Außerdem zählt auch der Zugriff. Zum Beispiel sollte eine Marke niemals ein Passwort des Creators verlangen. Stattdessen genügt der Berechtigungsablauf der Plattform.

Wenn Sie bezahlte Ergebnisse messen wollen, gibt Ihnen ein ROAS Rechner eine schnelle Orientierung. Diese Rechnung gehört also in den Kampagnenplan, nicht in den Vertrag.

Wie wirken Urheberrecht und geistiges Eigentum auf den Vertrag?

Fotos, Videos und Texte gelten oft als kreative Werke, daher spielt das Urheberrecht eine Rolle. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land, und wir zeigen hier nur den allgemeinen Rahmen. Fragen Sie daher für Ihren Fall immer eine Anwältin.

Unsere Arbeit betrifft oft die Türkei, deshalb hier ein Beispiel. Das türkische Gesetz über geistiges und künstlerisches Eigentum verlangt für Verträge über wirtschaftliche Rechte die Schriftform. Zudem müssen die einzelnen Rechte getrennt aufgeführt sein. Das steht in Artikel 52 des offiziellen türkischen Gesetzestextes. Allerdings haben andere Länder andere Regeln.

Die praktische Lehre gilt trotzdem überall. Führen Sie die benötigten Rechte daher einzeln auf, etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung und Nutzung in Anzeigen. Verlassen Sie sich nicht auf einen vagen Satz wie "alle Rechte gehen über".

Danach klären Sie den Unterschied zwischen Übertragung und Lizenz. Zum Beispiel wechselt bei einer Übertragung das Recht vollständig die Seite. Allerdings behält der Creator bei einer Lizenz das Eigentum und erlaubt die Nutzung. Viele Kooperationen nutzen eine Lizenz, weil sie flexibler ist. Welches Modell passt, entscheiden Sie daher mit Ihrer Anwältin.

Schließlich trennen Sie das Honorar für die Erstellung vom Honorar für die Nutzung. Im Vertrag können das also zwei Zeilen sein.

Wie formulieren Sie die Exklusivität im Influencer Vertrag?

Exklusivität hindert einen Creator daran, in einem bestimmten Zeitraum für Wettbewerber zu arbeiten. Zum Beispiel verhindert sie für die Marke, dass sich die Kampagnenbotschaft mit Inhalten eines Rivalen vermischt. Für den Creator schränkt sie die Einnahmen ein, deshalb braucht sie Balance.

Zunächst legen Sie drei Dinge klar fest:

  • Kategorie: nur "Sneaker" oder gleich "Sportbekleidung"? Die Breite der Kategorie ist entscheidend.
  • Zeitraum: nur während der Kampagne oder auch danach?
  • Umfang: eine Produktlinie oder die ganze Marke?

Zum Beispiel (Beispielszenario): Eine Kaffeemarke bittet den Creator, während der Kampagne keine andere Filterkaffeemarke zu bewerben. Mit einer Dessertmarke darf er trotzdem arbeiten. Somit hilft diese klare Grenze beiden Seiten bei der Planung.

Allerdings verlangt breite und lange Exklusivität meist eine eigene Vergütung und sorgfältige Formulierungen. Fragen Sie sich daher, ob Sie sie wirklich brauchen. Ein kurzer Produktlaunch rechtfertigt selten ein weites Verbot, und es erschwert die Verhandlung.

Exklusivität kann zudem Fragen des Wettbewerbsrechts berühren. Lassen Sie sie daher prüfen.

Wie gehört die Kennzeichnungspflicht in den Influencer Vertrag?

Kurz gesagt: Eine Kennzeichnung sagt dem Publikum, dass ein Beitrag aus einer kommerziellen Beziehung stammt. Die US Behörde FTC veröffentlicht den Leitfaden Disclosures 101 für Influencer. Zudem sagt sie, dass Influencer für ihre Kennzeichnung selbst verantwortlich sind, und verlangt klare, deutlich sichtbare Worte wie "ad" oder "sponsored". Außerdem lehnt sie vage Begriffe wie "sp" oder "collab" ab.

Außerdem bringen Plattformen eigene Werkzeuge mit. Die TikTok Richtlinie für Markeninhalte verlangt, dass Creator die Einstellung zur Offenlegung kommerzieller Inhalte aktivieren. Meta nutzt also ein Label für Markeninhalte. Prüfen Sie deshalb die aktuellen Regeln jeder Plattform.

Für Kampagnen in der Türkei hat das Handelsministerium 2021 einen Leitfaden für Social Media Influencer veröffentlicht. Konkret erwartet er, dass der kommerzielle Charakter eines Beitrags auf den ersten Blick erkennbar ist. Außerdem sollen Werbetreibende Influencer über die Regeln informieren. Den größeren Rahmen zeigt unser Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei, den wir hier nicht wiederholen. Allerdings gelten für Deutschland und die EU eigene Regeln, die Ihre Anwältin kennt.

Ihr Vertrag braucht deshalb zwei Dinge. Erstens definieren Sie Label, Wortlaut und Position. Zweitens benennen Sie, wer das vor der Veröffentlichung prüft.

Wie schreiben Sie Zahlung und Kündigung?

Die Zahlungsklausel sagt, wann, für welche Posten und unter welchen Bedingungen Geld fließt. Deshalb nennen wir keine Beträge. Sinnvoll ist diese Logik: Produktion, Nutzung und Zusatzleistungen erscheinen als getrennte Posten.

Nehmen Sie diese Punkte auf:

  • Zahlungsplan: im Voraus, bei Lieferung oder nach der Veröffentlichung.
  • Rechnung oder Beleg: abhängig vom Steuerstatus der Parteien.
  • Fälligkeit und Folgen bei Verzug.
  • Behandlung von Produktgeschenken, wenn sie Teil der Vergütung sind.

Allerdings unterscheiden sich Steuer und Rechnungsregeln je nach Person, Firma und Land. Daher zeigen wir nur den allgemeinen Rahmen. Für genaue Schritte fragen Sie also Ihre Steuerberatung. Das ist keine Steuerberatung.

Die Kündigungsklausel erklärt, wie die Zusammenarbeit enden kann. Beschreiben Sie gültige Gründe, die Frist und die Vergütung bei Teillieferung.

Zum Beispiel darf eine Marke die Zahlung stoppen, wenn der Creator den Liefertermin verpasst. Ebenso darf ein Creator die Arbeit einstellen, wenn die Marke einen Entwurf nie beantwortet. Kurz gesagt: Wer diese Fälle aufschreibt, löst Probleme, bevor sie wachsen.

Warum braucht der Influencer Vertrag eine Klausel zu Vertraulichkeit und Datenschutz?

Eine Vertraulichkeitsklausel schützt Informationen, die während der Kooperation fließen. Zum Beispiel sind neue Produkte, Launch Termine, Kampagnenpläne und Preise vertraulich. Außerdem sollte die Klausel sagen, wie lange die Geheimhaltung gilt.

Personenbezogene Daten sind ein eigenes Thema. Ein Gewinnspiel oder ein Formular sammelt zum Beispiel Namen und Kontaktdaten. Sie müssen daher klären, wer über die Daten entscheidet und wer sie nur verarbeitet. Je nachdem, wo Ihr Publikum lebt, kann also die DSGVO greifen. Die Grundlagen finden Sie in unserem Leitfaden zur datenschutzkonformen Website nach DSGVO. Für Kampagnen in der Türkei veröffentlicht die Datenschutzbehörde KVKK offizielle Informationen.

Beantworten Sie diese Fragen in der Klausel:

  • Welche personenbezogenen Daten sammelt die Kampagne?
  • Wer entscheidet über die Verwendung der Daten?
  • Wie lange speichern Sie die Daten, und was passiert danach?

Zudem können Sie eine Grenze setzen. Der Creator gibt zum Beispiel keine Daten von Followern außerhalb des vereinbarten Ablaufs an die Marke weiter.

Befristen Sie außerdem die Vertraulichkeit. Ein ewiges Geheimnis lässt sich in der Praxis kaum nachhalten.

Ändert sich der Influencer Vertrag bei Nano, Micro und Macro Influencern?

In der Praxis bleiben die Kernpunkte gleich, aber die Detailtiefe ändert sich. Bei kleinen Creator Accounts kann zum Beispiel ein kurzer, einfacher Text genügen. Allerdings schreiben Sie bei großen Konten und Agenturdeals Umfang, Freigaben und Rechte genauer.

Die Tabelle fasst zusammen, worauf es ankommt. Sie beruht also auf Praxiserfahrung als Ausgangsrahmen und ist keine Garantie.

StufeGewicht des VertragsPunkt mit besonderer Aufmerksamkeit
NanoKurz und einfachProduktversand und Kennzeichnung
MicroMittlere DetailtiefeNutzungsrechte und Freigabe
Macro und größerAusführlichExklusivität, Kündigung und Rechtehonorar
Über eine AgenturVerkettete VerträgeVerteilung der Verantwortung

Selbst im Nano Bereich brauchen Sie trotzdem eine Kennzeichnungsregel und schriftliche Erwartungen. Mehr zu den Stufen lesen Sie bei Nano Influencern und in unserem Beitrag, wie Sie eine Micro Influencer Kampagne planen.

Andererseits unterscheiden sich langfristige Programme. Ein Markenbotschafter Vertrag regelt Rechte und Pflichten über eine ganze Saison statt für einen Beitrag. Unser Leitfaden zum Markenbotschafter Programm erklärt diese Logik.

Was unterscheidet den Influencer Vertrag vom Briefing?

Ein Briefing ist der kreative Leitfaden. Ein Vertrag ist also die rechtliche Bindung. Konkret sagt das Briefing dem Creator, was er in welchem Ton und mit welcher Botschaft erzählt. Der Vertrag regelt somit, wer was bis wann und unter welchen Bedingungen tut.

Beide Dokumente arbeiten zusammen, aber keines ersetzt das andere. Das Briefing sagt zum Beispiel "bleiben Sie natürlich im Ton", der Vertrag nennt "zwei Korrekturrunden".

Hängen Sie das Briefing als Anlage an den Vertrag, wird somit klar, welche Vorgaben beide Seiten binden. Allerdings ändert sich das Briefing oft, während der Vertrag stabiler bleibt. Besprechen Sie daher früh, ob eine neue Bitte im Briefing den Umfang erweitert.

Sonst taucht die Frage "gehört diese Zusatzbitte zum Honorar?" immer wieder auf. Kurz gesagt: Der Vertrag zeichnet den Rahmen, das Briefing füllt ihn.

Wie beeinflussen Plattformregeln Ihre Vereinbarung?

Jede Plattform hat eigene Regeln für Markeninhalte, und diese Regeln gehören in Ihre Vereinbarung. TikTok verlangt zum Beispiel eine Einstellung zur Offenlegung kommerzieller Inhalte, und Meta bietet ein Label und einen Berechtigungsablauf für Markeninhalte.

Ein nützlicher Satz für den Vertrag lautet: "Der Creator hält die Richtlinie für Markeninhalte der Plattform ein, auf der der Inhalt erscheint." Selbst wenn die Plattform ihre Regeln ändert, bleibt die Verantwortung klar.

Funktionen, Menünamen und die Verfügbarkeit je Land ändern sich mit der Zeit. Nennen Sie deshalb im Vertrag keine genauen Menüpfade. Prüfen Sie die aktuellen Schritte im offiziellen Hilfecenter.

Denken Sie außerdem an Löschungen. Wer zahlt einen Neudreh, wenn eine Plattform den Inhalt wegen eines Richtlinienverstoßes entfernt? Entscheiden Sie das vorab, dann vermeiden Sie eine unangenehme Überraschung.

Welche zusätzlichen Regelungen sollten Sie jenseits der acht Punkte bedenken?

Acht Punkte sind das Rückgrat. Allerdings brauchen manche Kampagnen mehr. Sie müssen nicht alles aufnehmen, wählen Sie daher das, was passt.

  • Haftung und Freistellung: wer für falsche Angaben oder Rechtsverletzungen einsteht.
  • Höhere Gewalt: wie sich der Zeitplan bei Krankheit, Ausfällen oder unerwarteten Ereignissen ändert.
  • Streitbeilegung: eine Abfolge, etwa erst Gespräch, dann andere Wege.
  • Übertragung: Grenzen für die Weitergabe des Vertrags an Dritte.
  • Mitteilungen: an welche E-Mail oder Adresse förmliche Hinweise gehen.

Denn die Formulierung verlangt juristisches Können. Zeigen Sie diese Regelungen daher Ihrer Anwältin gesondert. Anwendbares Recht und Gerichtsstand gehören ebenfalls in ihren Bereich.

Bei kleinen Aufträgen halten Sie die Liste daher kurz. Denn ein sehr langer Vertrag erhöht das Risiko, dass jemand ungelesen unterschreibt.

Brauchen Produktversand und unbezahlte Kooperationen einen Vertrag?

Beim Product Seeding schicken Sie einem Creator ein Produkt, ohne ein Honorar zu zahlen. Ein kurzer schriftlicher Text hilft trotzdem, weil er Erwartungen und Kennzeichnungsregel festhält.

Ein kurzer Text kann diese Punkte abdecken:

  • Welches Produkt Sie schicken und ob der Creator es zurückgibt.
  • Ob Sie Inhalte erwarten oder ob Posten freiwillig bleibt.
  • Wie die Kennzeichnung aussieht, falls der Creator postet.
  • Ob die Marke den Inhalt auf eigenen Kanälen weiternutzen darf.

Ein kostenloses Produkt gilt als Vorteil, daher spielt die Kennzeichnung eine Rolle. Den ganzen Ablauf zeigt unser Leitfaden zum Product Seeding.

Ebenso gilt bei nutzergenerierten Inhalten, kurz UGC, eine ähnliche Logik. Will eine Marke den Inhalt in Anzeigen nutzen, braucht sie also eine klare Erlaubnis. Unser Beitrag zur UGC Kampagne in 7 Schritten zeigt die Schritte.

Kurz gesagt: Egal wie klein der Deal ist, halten Sie die Antwort auf "wer erwartet was?" schriftlich fest.

Wie bauen Sie die Vertragskette auf, wenn eine Agentur beteiligt ist?

In der Praxis gibt es mit Agentur meist zwei Verträge. Einer läuft zwischen Marke und Agentur. Dann läuft der andere zwischen Agentur und Creator. Beide müssen also zusammenpassen.

Achten Sie in der Kette auf diese Punkte:

  1. Gehen Nutzungsrechte an die Marke über, muss der Creator Vertrag das abdecken.
  2. Kennzeichnung und Regelkonformität brauchen eine klare Verteilung der Verantwortung.
  3. Der Zahlungsweg muss klar sein: Zahlt die Marke an die Agentur, und zahlt die Agentur an den Creator?
  4. Jemand braucht die Befugnis, Inhalte freizugeben.

Der Leitfaden des türkischen Handelsministeriums nennt Agenturen und Medien als mögliche eigene Verantwortliche. Deshalb ist es sicherer, die Agentur in den Vertrag einzubinden, statt sie auszulassen.

Zudem kann eine schwache Agenturwahl Vertragsprobleme verstärken. Auswahlkriterien finden Sie in unserem Leitfaden, wie Sie die richtige Influencer Agentur finden.

Unser Team zeichnet zunächst meist ein einfaches Schema, wie die Rechte vom Creator über die Agentur zur Marke wandern. Fehlt ein Glied, sehen Sie es somit vor der Unterschrift.

Welche Fehler machen Marken beim Influencer Vertrag am häufigsten?

Eine Handvoll Fehler taucht immer wieder auf. Wer sie vorab kennt, schreibt also den Entwurf besser.

  • Den Umfang vage lassen: Formulierungen wie "ein paar Beiträge".
  • Nutzungsrechte zu breit schreiben: "unbegrenzt und für immer" für alles.
  • Das Freigabefenster vergessen: keine Regel für Schweigen.
  • Die Kennzeichnung vertagen: niemand legt fest, wie das Label aussieht.
  • Die Kündigung ignorieren: was passiert, wenn die Lieferung halb endet?
  • Eine Vorlage kopieren: der Text eines anderen Auftrags ohne Anpassung.

Eine Vorlage ist nicht schlecht. Allerdings müssen Sie prüfen, ob sie zu Ihrer Kampagne passt. Denn Umfang, Kanäle und Laufzeit unterscheiden sich in jedem Auftrag.

Allgemeine Kampagnenfehler zeigt unser Beitrag zu den 6 häufigen Fehlern bei Influencer Kampagnen. Zudem verhindert die richtige Klausel viele davon.

Welche Checkliste nutzen Sie vor der Unterschrift?

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihren Entwurf zu prüfen, bevor er zur Anwältin geht. Allerdings ersetzt sie keine rechtliche Prüfung.

  1. Haben Sie Parteien und Konten richtig eingetragen?
  2. Lassen sich Anzahl, Format und Länge zählen?
  3. Haben Entwurf, Freigabe und Veröffentlichung getrennte Termine?
  4. Begrenzen Sie die Korrekturen und setzen Sie eine Antwortfrist?
  5. Nennen die Nutzungsrechte Kanäle, Laufzeit und Gebiet?
  6. Gibt es eine eigene Erlaubnis für Anzeigen?
  7. Ist die Exklusivität eng und klar?
  8. Haben Sie das Kennzeichnungslabel festgelegt?
  9. Sind Zahlungsposten und Fälligkeiten klar?
  10. Gibt es Klauseln zu Kündigung, Vertraulichkeit und Datenschutz?

Kurz gesagt: Jedes "Nein" ist ein Thema für das nächste Gespräch. Teilen Sie die Liste zu Beginn der Zusammenarbeit, dann läuft der Prozess schneller.

Außerdem brauchen Sie einen Messplan außerhalb des Vertrags. Unser Beitrag, wie Sie den Influencer Marketing ROI messen, hilft Ihnen dabei.

Wie steuern Sie die Zusammenarbeit nach der Unterschrift?

Die Unterschrift startet die Arbeit erst. Nutzen Sie den unterschriebenen Text daher während der Kampagne als Referenz. Drei einfache Gewohnheiten helfen.

Erstens bewahren Sie alle Nachrichten und Freigaben an einem Ort auf. Auch wenn der Vertrag den Freigabeschritt beschreibt, erleichtert ein schriftlicher Beleg dennoch das Leben.

Zweitens halten Sie Änderungen schriftlich fest. Wächst der Umfang, dokumentieren Sie das mit einem Nachtrag oder einer schriftlichen Bestätigung. Denn mündliche Änderungen vergisst jeder mit der Zeit.

Drittens tragen Sie das Ende der Nutzungsrechte in den Kalender ein. Zum Beispiel ist eine Anzeige nach Ablauf der Lizenz eine der häufigsten Überraschungen.

Halten Sie außerdem die Sprache einfach. Viele Creator kennen juristische Begriffe nicht, daher führen komplizierte Sätze zu Missverständnissen. Geben Sie der Gegenseite daher Zeit zum Lesen und für Fragen. Dann kann später niemand sagen, er habe es nicht gewusst.

Das große Bild zeigt unser Leitfaden, wie Sie eine Influencer Marketing Strategie aufbauen.

Wie unterstützt unser Team beim Influencer Vertrag?

Wir sind das Team von Talha Aslan, und unser Influencer Marketing Service umfasst Kampagnenplanung, Briefings, Content Ablauf und Messung. Beim Vertrag machen wir also die passenden Punkte und Fragen für Ihren Ablauf sichtbar.

Allerdings schreiben wir keine Rechtstexte und geben keine Rechtsberatung. Lassen Sie den endgültigen Vertrag deshalb immer von Ihrer Anwältin lesen. Wir bereiten Kampagnendetails und Checkliste vor, damit Ihr Gespräch mit ihr kurz und fokussiert bleibt.

Zum Auffrischen der Grundlagen starten Sie mit unserem Leitfaden, was Influencer Marketing ist. Für ein Gespräch über Ihre Kampagne kontaktieren Sie unser Team.

Ein guter Influencer Vertrag muss weder lang noch kompliziert sein. Allerdings sollte jeder der acht Punkte klar, messbar und für beide Seiten fair sein.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für eine kleine Kooperation einen schriftlichen Influencer Vertrag?
Ja, auch bei kleinen Kooperationen lohnt sich eine kurze schriftliche Vereinbarung. Mündliche Absprachen lassen Leistung, Zahlung, Freigabe und Nutzungsrechte offen. Deshalb verhindern schon zwei Seiten die meisten Missverständnisse. Halten Sie es einfach, aber schreiben Sie es auf. Lassen Sie den endgültigen Text von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Welche Punkte gehören in jeden Influencer Vertrag?
Meist gibt es acht Kernpunkte: Parteien und Leistungsumfang, Lieferung und Termine, Freigabeprozess, Nutzungsrechte und Laufzeit, Exklusivität, Kennzeichnungspflicht, Zahlung mit Kündigung sowie Vertraulichkeit mit Datenschutz. Danach passen Sie jeden Punkt an die Kampagne an. Das ist ein allgemeiner Rahmen und keine Rechtsberatung, deshalb prüfen Sie die Details mit Ihrer Anwältin.
Warum braucht der Influencer Vertrag eine eigene Klausel für Whitelisting?
Weil ein Beitrag auf dem Kanal des Creators etwas anderes ist als eine Anzeige über das Werbekonto der Marke. Eine eigene Klausel nennt die Konten, die Laufzeit, die Kanäle und die Verantwortung für das Budget. Ohne sie hat die Marke vielleicht nicht die Erlaubnis, die sie annimmt, oder der Creator stimmt mehr zu als gewollt.
Was bedeutet Exklusivität im Influencer Vertrag?
Exklusivität heißt, dass der Creator in einem festgelegten Zeitraum nicht für Wettbewerber in derselben Kategorie arbeitet. Daher sollten Sie Kategorie, Dauer und Umfang klar beschreiben. Eine breite oder lange Exklusivität schränkt die Einnahmen des Creators ein und verlangt meist eine eigene Vergütung sowie sorgfältige Formulierungen. Klären Sie die Details mit Ihrer Anwältin.
Wer ist für die Werbekennzeichnung im Influencer Vertrag verantwortlich?
In der Praxis tragen beide Seiten dazu bei. Die Leitlinien der US Behörde FTC für Influencer sagen, dass Creator für ihre Kennzeichnung selbst verantwortlich sind. Zugleich verweist die FTC für Werbetreibende und Endorser auf dieselben Grundsätze. Deshalb sollte Ihr Vertrag festlegen, wie, wo und mit welchen Worten die Kennzeichnung erscheint und wer sie vor der Veröffentlichung prüft.
Brauchen auch kostenlose Produktkooperationen einen Vertrag?
Idealerweise ja, aber ein kürzerer Text reicht oft. Wenn Sie als Gegenleistung für ein kostenloses Produkt Inhalte erwarten, notieren Sie Erwartung, Liefertermin und Kennzeichnungsregel. Auch ein kostenloses Produkt gilt als Vorteil, deshalb spielt die Kennzeichnung eine Rolle. Lassen Sie den Wortlaut vor dem Versand von einer Anwältin prüfen.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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