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UGC Kampagne erstellen: 7 Schritte für Marken

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Wie erstellen Sie eine UGC Kampagne?

Eine UGC Kampagne ist ein geplantes Projekt, bei dem eine Marke echte Nutzungsinhalte von Kundinnen, Kunden oder Creatorn (Menschen, die Inhalte für Marken produzieren) sammelt und daraus Beiträge und Anzeigen macht. Sie gehen in sieben Schritten vor: Ziel, Creator und Produktversand, Briefing, Inhaltsrechte, Freigabe, Veröffentlichung und Messung.

Dieser Leitfaden behandelt nur die Umsetzung. Die Definition und die Arten von UGC erklären wir im Leitfaden zu UGC, deshalb wiederholen wir sie hier nicht. Stattdessen zeigen wir, wie Sie die Kampagne von Anfang bis Ende führen.

Unser Team empfiehlt daher, die Arbeit als Projekt zu behandeln. Denn eine UGC Kampagne ist keine einzelne Videobestellung. Sie umfasst mehrere Personen, mehrere Erlaubnisse und mehrere Kanäle. Das sind die sieben Schritte:

  1. Zunächst halten Sie Ziel und Erfolgskennzahl schriftlich fest.
  2. Dann wählen Sie Creator aus und versenden die Produkte.
  3. Danach schreiben Sie das Briefing, also die Anleitung für den Inhalt.
  4. Außerdem regeln Sie Inhaltsrechte und Nutzungserlaubnis schriftlich.
  5. Anschließend führen Sie die Freigabe durch.
  6. Schließlich veröffentlichen Sie die Inhalte organisch und als Anzeige.
  7. Zuletzt messen Sie das Ergebnis und planen die nächste Runde.

Die folgenden Abschnitte erklären jeden Schritt der Reihe nach.

Wie legen Sie das Ziel einer UGC Kampagne fest?

Zunächst schreiben Sie das Ziel in einem Satz auf. Zum Beispiel ist "die Conversion Rate der Produktseite steigern" oder "neue Anzeigenmotive gewinnen" ein klares Ziel. "Markenbekanntheit" allein bleibt vage. Denn es sagt nicht, welchen Inhalt Sie brauchen, wo Sie ihn zeigen und welche Zahl Sie beobachten.

Das Ziel bestimmt auch die Art des Inhalts. Zum Beispiel brauchen Produktseiten kurze, klare Anwendungsvideos. Anzeigen brauchen Hochformat, Untertitel und einen starken Einstieg in den ersten Sekunden. Im Social Feed wirken dagegen natürlichere, leicht geschnittene Beiträge besser.

Außerdem klären Sie früh, wohin das Geld fließt. Creator Honorar, Produktkosten, Versand und Werbebudget sind getrennte Posten. Denn wenn Sie diese vermischen, lassen sich die Ergebnisse schwer lesen.

Die Tabelle fasst erste Entscheidungen nach Ziel zusammen. Sie ist ein Beispielrahmen und gilt nicht für jede Marke gleich.

ZielVorrangiger InhaltEinsatzortErste Kennzahl
Conversion der ProduktseiteAnwendungsvideos und UnboxingProduktseite, E-MailConversion Rate der Seite
Neue AnzeigenmotiveKurze Videos im Hochformat mit UntertitelnMeta und TikTok AnzeigenKlickrate, Akquisekosten
Soziale BewährtheitErfahrungsvideos von KundenProfil, Stories, WebsiteSpeicherungen und Shares
ProduktneuheitErster Eindruck und UnboxingOrganisch und bezahltReichweite, Klicks auf die Website

Welche Inhaltsformate passen zu einer UGC Kampagne?

Ihr Ziel und Ihr Produkt entscheiden über das Format. Allerdings eignet sich nicht jedes Produkt für jedes Format. Prüfen Sie daher zuerst, in welchen Momenten sich Ihr Produkt gut zeigen lässt. Unboxing, erste Anwendung, Vergleich und Antworten auf häufige Fragen sind die üblichen Optionen.

  • Unboxing: zeigt den ersten Eindruck und die Verpackung.
  • Anwendungsvideo: zeigt, wie das Produkt in den Alltag passt.
  • Frage und Antwort: beantwortet einen Kaufeinwand direkt.
  • Vorher und Nachher: nutzen Sie es nur, wenn es ehrlich und belegbar ist.
  • Fotoset: praktisch für Produktseiten und E-Mail.

Bei Gesundheit, Finanzen, Kindern oder riskanten Aussagen prüfen Sie deshalb zuerst die rechtlichen Regeln. UGC gilt nämlich auch dann als Werbung, wenn Sie dafür zahlen oder den Inhalt bewerben.

Schreiben Sie außerdem die technischen Vorgaben ins Briefing. Konkret bitten Sie um Video im Format 9:16, mindestens zwei verschiedene Einstiegssätze und sauberen Ton. Das erleichtert die Nutzung in Anzeigen. Somit schneiden Sie aus einem Inhalt mehrere Varianten.

Wie wählen Sie Creator für eine UGC Kampagne aus?

Ein Creator ist eine Person, die auf dem eigenen Konto oder für eine Marke Inhalte produziert. Achten Sie bei der Auswahl zuerst auf Inhaltsqualität und Produktpassung, erst danach auf die Followerzahl. Denn bei einer UGC Kampagne wollen Sie oft einen glaubwürdigen Inhalt, nicht den Zugang zur Reichweite.

Suchen Sie Antworten auf diese Fragen:

  • Sind Licht, Ton und Schnitt sauber genug für eine Anzeige?
  • Passt die Tonalität zu Ihrer Zielgruppe?
  • Hat der Creator schon mit ähnlichen Produkten gearbeitet, und wie hat er sie vorgestellt?
  • Hält er sich an Briefings und Termine?
  • Wirken Kommentare und Interaktionen natürlich?

Für Kennzahlen eines Kontos hilft unser Beitrag Influencer auswählen: 7 Kennzahlen. Wenn Sie gekaufte Follower oder künstliche Interaktion vermuten, arbeiten Sie nicht mit diesem Konto. Außerdem beschreiben wir dazu keine Methoden, sondern nennen nur das Risiko: Das Vertrauen in Ihre Marke und Ihr Werbekonto können Schaden nehmen.

Sie können zudem eigene Kunden als Creator einbinden. Allerdings sollten sie dasselbe Briefing und dasselbe Freigabeformular bekommen. So bleibt der Ablauf für alle fair und klar. Die Sicht der Creator beschreibt unser Beitrag UGC Creator Einstieg.

Wie planen Sie den Produktversand für eine UGC Kampagne?

Beim Product Seeding schicken Sie dem Creator das Produkt, damit er Inhalte erstellen kann. Die wichtigste Regel lautet: Halten Sie Erwartungen schriftlich fest, bevor Sie versenden. Denn sobald das Produkt Ihr Haus verlässt, sollte der Creator wissen, was Sie wollen, bis wann und welche Rechte Sie nutzen.

Führen Sie die Versandliste in drei Spalten: Person, Produkt und Sendungsnummer. Dann sehen Sie bei einem verspäteten Paket sofort, welcher Inhalt sich verzögert. Bei vielen Varianten notieren Sie zudem, welche Variante jeder Creator erhalten hat.

Auch ein kostenloses Produkt ist eine geschäftliche Beziehung. Deshalb muss der Creator diese im Inhalt kenntlich machen. Dazu kommen wir in einem späteren Abschnitt.

Details finden Sie in unserem Leitfaden Influencer Produkte versenden. Dort geht es um Verpackung, Kommunikation und Nachverfolgung. Hier nennen wir daher nur die Punkte, die zum Ablauf der UGC Kampagne gehören.

Noch ein Hinweis: Klären Sie im Briefing, ob das Produkt nach der Nutzung zurückkommt. Sonst entsteht Unklarheit. Regeln Sie das also vor dem Versand.

Wie schreiben Sie ein Briefing für eine UGC Kampagne?

Das Briefing ist die Anleitung, die Sie dem Creator geben. Kurz gesagt, ein gutes Briefing führt, statt zu beschränken. Es lässt dem Creator seine eigene Stimme und nennt zugleich die Punkte der Marke, die feststehen. Ein schlechtes Briefing beschreibt dagegen entweder alles oder nichts.

Schreiben Sie auf die erste Seite das Ziel und den Einsatzort des Inhalts. Ein Inhalt für Anzeigen entsteht anders als ein Inhalt für organische Beiträge. Daher ist es für den Creator einfacher, wenn er den Einsatz früh kennt.

Jedes Briefing enthält diese Punkte:

  • Kampagnenziel und Zielgruppe.
  • Richtige, schriftliche Produktangaben.
  • Aussagen, die der Creator treffen soll, und Aussagen, die er vermeiden muss.
  • Format, Länge, Hochformat und Abgabetermin.
  • Regeln zur Kennzeichnung und zum Markieren.

Weitere Beispiele und Vorlagen finden Sie im Beitrag Influencer Briefing schreiben. Ein UGC Briefing funktioniert ebenso. Allerdings gewinnt der Abschnitt zu den Rechten an Gewicht.

Welche Abschnitte braucht ein UGC Briefing?

Schreiben Sie das Briefing nicht als langen Text. Machen Sie also daraus eine Seite mit kurzen Überschriften. Denn der Creator sollte beim ersten Lesen verstehen, was zu tun ist. Die Tabelle listet die Abschnitte und ihre Aufgabe.

AbschnittInhaltNutzen
ZweckZiel und Einsatzort des InhaltsBestimmt die Art des Drehs
ProduktangabenRichtige Merkmale, AnwendungVerhindert falsche Aussagen
KernbotschaftenEine oder zwei HauptaussagenSorgt für Konsistenz
TabusAussagen, die Sie nicht wollenSenkt das rechtliche Risiko
TechnikFormat, Länge, Ton, UntertitelErleichtert die Anzeigennutzung
ZeitplanAbgabe, Korrekturen, VeröffentlichungHält den Ablauf im Plan
RechteNutzungsdauer, Kanäle, GebietVermeidet späteren Streit

Hilfreich ist zudem ein Beispielinhalt als Link. Bitten Sie den Creator allerdings nicht, ihn zu kopieren. Denn das Beispiel zeigt nur Tonalität und Qualitätsniveau.

Auch ein kurzes Gespräch nach dem Versand des Briefings lohnt sich. Schriftliches sagt nie alles, daher senken Antworten auf die Fragen des Creators die Zahl der Korrekturen bei der ersten Abgabe.

Wie regeln Sie die Inhaltsrechte in einer UGC Kampagne?

Die schriftliche Regelung der Inhaltsrechte ist einer der wichtigsten Schritte jeder UGC Kampagne. Denn die Person, die filmt, und die Marke, die den Inhalt nutzt, sind verschiedene Parteien. Nach der Abgabe brauchen Sie daher eine klare Erlaubnis, die sagt, wie und wie lange Sie den Inhalt nutzen dürfen.

Diese Erlaubnis nennen wir Lizenz. Eine Lizenz ist die Einräumung eines Nutzungsrechts zu festen Bedingungen. Möchten Sie einen weiten Umfang, dann sprechen Sie mit dem Creator auch über den Preis dafür.

Eine einfache Regel: Nutzen Sie kein Recht, das im Briefing nicht steht. Allerdings ist die Erlaubnis für einen organischen Beitrag keine Erlaubnis für bezahlte Werbung. Die Anzeigennutzung ist in der Praxis oft ein eigenes Thema.

Zeigt der Inhalt andere Personen, Musik, ein Logo oder ein geschütztes Bild, brauchen Sie auch dafür eine Erlaubnis. Prüfen Sie zunächst, ob die Musik des Creators kommerziell nutzbar ist. Sonst kann die Plattform Ihre Anzeige entfernen.

Den allgemeinen Vertragsrahmen beschreibt der Beitrag Influencer Vertrag: 8 Punkte. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung und keine Steuerberatung. Lassen Sie Ihren Vertrag daher von einer Fachperson prüfen.

Welche Punkte gehören in eine UGC Lizenz?

Denken Sie bei der Lizenz zunächst nicht an einen langen Rechtstext. Listen Sie die Punkte in einfachen Worten auf und lassen Sie sie danach mit Ihrer Beratung in Vertragssprache übertragen. Jeder Punkt verkleinert die Lücke zwischen den Erwartungen von Creator und Marke.

  • Nutzungsdauer: wie lange Sie den Inhalt nutzen dürfen.
  • Kanäle: organische Konten, Website, E-Mail, bezahlte Anzeigen.
  • Gebiet: ein Land oder mehrere.
  • Bearbeitungsrechte: kürzen, Untertitel einfügen, Einstieg ändern.
  • Exklusivität: ob der Creator im selben Zeitraum für Wettbewerber arbeiten darf.
  • Das Recht des Creators, selbst zu posten, und die Bedingungen für die Entfernung.
  • Was nach Ablauf der Frist mit dem Inhalt geschieht.

Bearbeitungsrechte verdienen allerdings besondere Aufmerksamkeit. Für eine Anzeige müssen Sie ein Video eventuell kürzen oder mit einem neuen Einstieg versehen. Erlaubt das Briefing es nicht, verlieren Sie somit später Zeit.

Preise nennen wir nicht, denn Branche, Zielgruppe und Umfang unterscheiden sich in jedem Projekt. Trennen Sie die Kosten dennoch in drei Teile: Produktionsaufwand, Nutzungsrechte und gegebenenfalls Exklusivität. So sehen Sie, wofür der Creator ein Honorar verlangt.

Wie führen Sie die Freigabe in einer UGC Kampagne durch?

Die Freigabe ist der Schritt, in dem Sie den Inhalt vor der Veröffentlichung prüfen. Ziel ist nicht, den Inhalt neu zu schreiben. Stattdessen fangen Sie falsche Angaben, rechtliche Risiken und markenfremde Botschaften ab. Schreiben Sie daher die Freigabekriterien vorab auf, genau wie das Briefing.

Wir empfehlen daher einen Ablauf in zwei Stufen. In der ersten Stufe prüfen Sie eine Idee oder Skizze vor dem Dreh. Dann liefert der Creator den fertigen Inhalt. So erkennen Sie große Probleme noch vor dem Dreh.

Begrenzen Sie außerdem die Korrekturen von Anfang an. Erlauben Sie zum Beispiel zwei Runden und schreiben Sie das ins Briefing. Sonst zieht sich der Prozess hin und die Zusammenarbeit leidet.

Prüfen Sie bei der Freigabe diese Punkte:

  • Stimmen die Produktangaben?
  • Enthält der Inhalt eine übertriebene oder nicht belegbare Aussage?
  • Ist die Werbekennzeichnung vorhanden und klar?
  • Sind Musik und Bildrechte sauber?
  • Passen Format und Qualität für bezahlte Nutzung?

Geben Sie daher einer Person das letzte Wort. Schicken mehrere Personen unterschiedliche Kommentare, bekommt der Creator widersprüchliche Wünsche. Halten Sie außerdem jede Korrekturrunde schriftlich fest.

Sollten Sie UGC organisch oder als Anzeige veröffentlichen?

Für die meisten Marken lautet die Antwort: beides. Organische Beiträge liefern schnelles Feedback, Anzeigen tragen starke Inhalte zu einem größeren Publikum. Eine sinnvolle Reihenfolge ist, zuerst organisch zu veröffentlichen und dann gut laufende Inhalte als Anzeige zu nutzen.

Organisch teilt der Creator den Beitrag also meist auf seinem eigenen Konto. Dann stützt sich der Inhalt auf Publikum und Vertrauen des Creators. Wollen Sie den Beitrag auf dem Markenkonto erneut teilen, holen Sie diese Erlaubnis vorher ein.

Für Anzeigen haben Sie zwei Wege. Sie können den Inhalt in Ihr eigenes Werbekonto hochladen. Stattdessen können Sie die Anzeige auch unter dem Namen des Creators schalten. Im zweiten Fall erscheint sie mit der Identität des Creators und wirkt natürlich. Dafür muss der Creator allerdings auf der Plattform eine Freigabe erteilen.

Zum Vergleich von Anzeigen und organischer Reichweite lesen Sie UGC oder klassische Werbung. Für Produktseiten hilft UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung.

Kurz gesagt, die Veröffentlichung folgt einer Reihenfolge: erst organisch, dann messen, zuletzt die Anzeigenentscheidung. So geben Sie Werbebudget für bewährte Inhalte aus. Planen Sie Anzeigen ein, nehmen Sie diese gleich zu Beginn in den Kampagnenplan auf.

Wie wird Creator Content auf Meta und TikTok zur Anzeige?

Auf beiden Plattformen erteilt der Creator die Erlaubnis, bevor Sie seinen Inhalt als Anzeige schalten dürfen. Zunächst zu Meta: Die Funktion heißt dort Partnership Ads. Ein Creator kann die Erlaubnis für einen einzelnen Beitrag oder auf Kontoebene geben. Die offizielle Quelle ist die Meta Hilfeseite zu Berechtigungen auf Kontoebene im Partnership Ads Hub.

Bei TikTok dagegen heißt das Gegenstück Spark Ads. Laut dem offiziellen Spark Ads Leitfaden von TikTok erzeugt der Creator in den Anzeigeneinstellungen des Videomenüs einen Code. Diesen Code nutzen Sie dann im Werbeanzeigenmanager.

Dieselbe Seite enthält zudem einen wichtigen Hinweis. Stellen Sie sicher, dass der Anzeigentext endgültig ist, bevor Sie die Spark Ad erstellen, denn nach der Autorisierung lässt er sich nicht mehr bearbeiten. Deshalb schließen Sie die Freigabe vor dem Anzeigen Setup ab.

Menünamen und Schritte können sich ändern. Prüfen Sie daher vor der Einrichtung die offiziellen Seiten. Wir fassen hier nur die Logik zusammen: Der Creator erteilt die Erlaubnis, die Marke schaltet die Anzeige, und Zeitraum und Umfang passen zum Vertrag.

Läuft der Zeitraum ab, stoppen Sie die betroffenen Anzeigen und behalten die Erlaubnis im Blick. Tragen Sie dann einen Termin in den Kalender ein. Vermerken Sie außerdem, welche Creator Erlaubnis jede Anzeige nutzt.

Welche Kennzeichnungsregeln gelten für eine UGC Kampagne?

Schenken Sie einem Creator ein Produkt oder bezahlen Sie ihn, muss er diese Beziehung dem Publikum mitteilen. In den USA veröffentlicht die Federal Trade Commission (FTC) die Regeln. Der FTC Leitfaden Disclosures 101 for Social Media Influencers sagt, dass die Offenlegung direkt bei der Empfehlung stehen soll.

Zudem nennt derselbe Leitfaden ein kostenloses oder verbilligtes Produkt eine wesentliche Verbindung. Zudem rät er Creatorn, sich nicht allein auf das Kennzeichnungswerkzeug der Plattform zu verlassen. Stattdessen sollen sie eine eigene, klare Offenlegung ergänzen. Begriffe wie "Anzeige" oder "Werbung" sind leicht verständlich.

Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gelten eigene Werberegeln. Lassen Sie diese daher vor dem Start rechtlich prüfen. Schalten Sie Anzeigen in der Türkei, hilft unser Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei weiter.

Schreiben Sie das Kennzeichnungsformat ins Briefing und prüfen Sie es bei der Freigabe. Denn ein kleines, verstecktes oder vages Label hilft nicht. Bei sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Finanzen oder Inhalten für Kinder gelten zusätzliche Regeln. Sprechen Sie daher vorab mit Ihrer Rechtsberatung.

Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Fragen Sie daher eine Fachperson.

Wie messen Sie eine UGC Kampagne?

Die Messung bauen Sie also zu Beginn des Plans auf. Versuchen Sie es erst nach dem Ende der Kampagne, wissen Sie nicht, welcher Inhalt gewirkt hat. Wählen Sie zunächst eine Hauptkennzahl, die zu Ihrem Ziel passt. Danach ergänzen Sie Nebenkennzahlen.

Erstellen Sie für jeden Creator und jeden Inhalt einen eigenen Tracking Link. Dafür eignet sich dann unser UTM Generator. Somit sehen Sie, welcher Creator den Traffic gebracht hat.

Haben Sie Anzeigen geschaltet, rechnen Sie auch die Kostenseite aus. Dabei helfen zudem unser ROAS Rechner und die Berechnung der Klickrate. Entscheiden Sie beim Lesen der Ergebnisse nie anhand einer einzigen Kennzahl.

Denken Sie in drei Ebenen:

  • Inhaltsebene: Aufrufe, Sehdauer, Speicherungen, Shares.
  • Trafficebene: Klicks, Sitzungen, Warenkorb.
  • Umsatzebene: Bestellungen, Umsatz, Akquisekosten.

Einen weiteren Blick bietet der Beitrag Influencer Marketing ROI messen.

Welche UGC Kennzahlen gehören zu welcher Entscheidung?

Jede Kennzahl beantwortet eine andere Frage. Ordnen Sie daher jede Kennzahl einer Entscheidung zu. Die Tabelle zeigt gängige Paare. Keine einzelne Kennzahl sagt allein, ob eine Kampagne gelungen ist.

KennzahlBeantwortete FrageEntscheidung
Aufrufe und SehdauerHält der Inhalt die Aufmerksamkeit?Welcher Einstieg bleibt
Speicherungen und SharesFinden Zuschauer den Inhalt nützlich?Format zum Wiederholen
KlickrateLöst der Inhalt eine Handlung aus?Inhalt für die Anzeige
Conversion RateÜberzeugt die Seite Besucher?Seite oder Inhalt verbessern
Akquisekosten und ROASBringt die Anzeige Gewinn?Budget erhöhen oder senken

Gruppieren Sie die Ergebnisse auch nach Creator. Manche Creator bringen viele Aufrufe, aber wenig Umsatz. Andere erreichen weniger Menschen, dafür aber Käufer kurz vor dem Kauf. Dieser Unterschied prägt die Creator Liste der nächsten Runde.

Vertrauen Sie jedoch kurzfristigen Daten nicht zu stark. Denn frühe Schwankungen können täuschen. Bei Anzeigen warten Sie daher, bis die Lernphase beendet ist, und entscheiden dann.

Wie sieht der Zeitplan einer UGC Kampagne im Beispiel aus?

Der folgende Ablauf ist ein Beispielszenario, kein echter Kunde und kein echtes Ergebnis. Er zeigt nur die Reihenfolge der Schritte. Passen Sie die Zeiten an Ihr Produkt, die Zahl der Creator und Ihr Freigabetempo an.

Stellen Sie sich einen kleinen Onlineshop vor, der für ein neues Produkt kurze Anwendungsvideos möchte. Er formuliert als Ziel, die Conversion der Produktseite zu steigern und Anzeigenmotive zu erneuern.

  1. In Woche eins legen Sie zunächst Ziel, Budgetposten, Briefing und Lizenzpunkte fest.
  2. Dann prüfen Sie in Woche zwei die Creator Kandidaten und versenden Produkte an Ihre Auswahl.
  3. Danach schicken die Creator in Woche drei Skriptideen, und Sie geben sie frei.
  4. Bis Woche vier liefern die Creator die Videos, dann führen Sie eine Korrekturrunde durch.
  5. Schließlich veröffentlichen Sie in Woche fünf organisch, und die Tracking Links laufen.
  6. Weil erste Daten da sind, nehmen Sie in Woche sechs gut laufende Inhalte in Anzeigen auf.
  7. Zuletzt lesen Sie in Woche sieben und acht die Ergebnisse und pflegen den Kalender der Erlaubnisse.

In diesem Ablauf brauchen Freigabe und Korrektur meist am längsten. Folglich gilt: Je klarer Ihr Briefing, desto kürzer der Zeitplan.

Als kleine Marke starten Sie daher am besten mit einer Runde und wenigen Creatorn. Lesen Sie die Ergebnisse, dann skalieren Sie.

Welche Fehler machen Marken bei UGC Kampagnen?

Die meisten Fehler entstehen also in der Vorbereitung, nicht im Inhalt. Die Liste fasst häufige Problemfelder zusammen. Es sind allgemeine Beobachtungen und keine Ergebnisse eines bestimmten Kunden.

  • Creator suchen, bevor ein Ziel feststeht.
  • Ein langes, aber vages Briefing schreiben.
  • Rechte für Anzeigen nicht vorab klären.
  • Musik und Bildrechte nicht prüfen.
  • Die Freigabe auf mehrere Personen verteilen.
  • Nicht für jeden Creator einen eigenen Tracking Link anlegen.
  • Die Kampagne an einer einzigen Kennzahl messen.
  • Vergessen, Inhalte nach Ablauf der Erlaubnis zu entfernen.

Die meisten dieser Fehler vermeiden Sie, indem Sie Briefing und Lizenz sauber halten. Anders gesagt, die Zeit für die Vorbereitung spart Ihnen Zeit im Rest der Kampagne.

Ähnliche Probleme in der allgemeinen Influencer Arbeit finden Sie im Beitrag 6 häufige Fehler bei Influencer Kampagnen. Vieles davon gilt also auch für UGC.

Nutzen Sie Kundenbewertungen in Anzeigen, prüfen Sie die Erlaubnis der Person und die Richtigkeit der Bewertung. Details bietet Kundenbewertungen in der Werbung nutzen.

Sollten Sie eine UGC Kampagne selbst oder mit einer Agentur umsetzen?

Beides funktioniert. Kann Ihr eigenes Team Creator Beziehungen, Briefings und Erlaubnisse steuern, behalten Sie den Prozess im Haus. Fehlt dagegen Zeit oder Erfahrung, passt eine Agentur besser. Die Entscheidung hängt davon ab, wie viele Kampagnen Sie fahren und wie viel Aufwand Sie leisten können.

Legen Sie bei der Agenturwahl zunächst Ihre Kriterien fest. Transparenz im Prozess, Rechte und Lizenzverwaltung, Reporting und die Auswahlmethode für Creator sind die Hauptthemen. Wir behandeln sie ausführlich in UGC Agentur auswählen: 7 Kriterien.

Als Team von Talha Aslan unterstützen wir Marken in unserem Influencer Marketing Angebot bei Creator Auswahl, Briefing, Erlaubnissen und Messung. Auf der Social Seite arbeitet unsere Social Media Betreuung mit dem Inhaltsplan zusammen.

Egal, welchen Weg Sie wählen: Halten Sie die Aufgabenteilung schriftlich fest. Wer schreibt das Briefing? Wer gibt frei? Und wer behält die Erlaubnisse im Blick? Auf alle drei Fragen brauchen Sie eine klare Antwort.

Entscheidend ist also die Haltung. Bauen Sie die Kampagne als wiederholbaren Prozess auf, nicht als einmalige Aufgabe. Dann brauchen Sie in jeder Runde weniger Zeit.

Wie teilen Sie das Budget einer UGC Kampagne auf?

Planen Sie das Budget in Posten und nicht als eine Gesamtsumme. Denn trennen Sie die Posten, sehen Sie, welcher Teil wirkt. Zahlen nennen wir hier nicht, denn Branche, Zielgruppe und Nutzungsumfang unterscheiden sich in jedem Projekt. Die Posten können Sie dennoch so ordnen.

  • Creator Honorar: Dreh, Schnitt und Abgabe.
  • Nutzungsentgelt: organische, Website und Anzeigennutzung getrennt bepreist.
  • Produkt und Versand: Produkt, Verpackung und Zustellung.
  • Werbebudget: der Betrag, den Sie zur Verbreitung der Inhalte einsetzen.
  • Steuerungsaufwand: interne oder Agenturzeit für Briefing, Freigabe, Tracking und Reporting.

Lassen Sie außerdem eine kleine Reserve für Überraschungen. Zum Beispiel kann ein Inhalt neu gedreht werden müssen oder eine zusätzliche Korrekturrunde nötig sein. So müssen Sie die Kampagne nicht mittendrin stoppen.

Getrennte Posten helfen auch bei Verhandlungen. Sie sagen dem Creator dann genau, was das Honorar abdeckt. Anders gesagt, Sie sprechen über "wofür wie viel" und nicht über einen Gesamtpreis. Diese Offenheit klärt die Erwartungen beider Seiten.

Wie sprechen Sie während der UGC Kampagne mit Creatorn?

Kommunikation ist der unsichtbare Teil der Kampagne, aber der wichtigste. Nennen Sie in der ersten Nachricht, wer Sie sind, welche Marke Sie vertreten und worum es im Projekt geht. Fügen Sie danach Briefing und Lizenzpunkte bei. So sieht der Creator vor der Zusage, wozu er zustimmt.

Wählen Sie daher einen einzigen Kanal. Liegen manche Nachrichten in der E-Mail und andere im Messenger, verstreuen sich die Unterlagen. Halten Sie wichtige Entscheidungen und Freigaben außerdem immer schriftlich fest.

Wählen Sie einen respektvollen und klaren Ton, denn ein Creator ist Partner und kein Angestellter. Zudem erhöht gute Kommunikation die Chance, in der nächsten Kampagne wieder mit derselben Person zu arbeiten.

Schicken Sie kurz vor dem Termin eine knappe Erinnerung. Setzen Sie jedoch keinen Druck auf. Kommt es zu einer Verzögerung, fragen Sie nach dem Grund und passen den Zeitplan gemeinsam an. Nennen Sie zudem Zahlungsbedingungen und Termine gleich zu Beginn. Unklare Zahlung schadet dem Vertrauen schneller als fast alles andere.

Wie verwalten Sie UGC Inhalte nach der Kampagne?

Mit dem Ende der Kampagne ist die Arbeit allerdings nicht vorbei. Sammeln Sie Inhalte, Nutzungszeiträume und Ergebnisse in einem Archiv. Sonst wissen Sie in einem Jahr nicht mehr, welchen Inhalt Sie unter welcher Erlaubnis nutzen dürfen.

Dafür genügt eine einfache Tabelle. Vermerken Sie für jeden Inhalt den Namen des Creators, das Abgabedatum, die Art der Erlaubnis, das Ablaufdatum, die Kanäle und den Tracking Link. Diese Übersicht bringt rechtliche Sicherheit und Alltagskomfort.

Entfernen Sie dann Inhalte aus Anzeigen und von Seiten, sobald die Erlaubnis abläuft. Möchten Sie den Zeitraum verlängern, sprechen Sie erneut mit dem Creator. So bleibt die Beziehung gesund und Sie arbeiten in der nächsten Kampagne gern wieder zusammen.

Notieren Sie außerdem, welche Creator gut gearbeitet haben. Halten Sie fest, welches Format mit welchem Creator bei welchem Ziel wirkte. Somit macht diese Notiz Ihr nächstes Briefing treffsicherer.

Schließlich beenden Sie die Runde mit einer Zusammenfassung auf einer Seite. Schreiben Sie auf, was Sie wiederholen, was Sie lassen und was Sie als Nächstes testen. So wird die UGC Kampagne vom einmaligen Versuch zu einem Prozess, der sich ständig verbessert.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Schritte hat eine UGC Kampagne?
Sie können eine UGC Kampagne in sieben Schritten umsetzen: Ziel festlegen, Creator auswählen und Produkte versenden, Briefing schreiben, Inhaltsrechte und Lizenz regeln, Freigabe, organische und bezahlte Veröffentlichung sowie Messung. Die Zahl der Schritte ist keine feste Regel. Allerdings vermeidet diese Reihenfolge die meisten Probleme durch fehlende Vorbereitung und erleichtert die Kontrolle.
Brauchen Sie eine Erlaubnis, um UGC in Anzeigen zu nutzen?
In der Regel ja. Die Erlaubnis für einen organischen Beitrag ist nicht dieselbe wie die für bezahlte Werbung. Halten Sie Nutzungsdauer, Kanäle und Gebiet im Briefing und im Vertrag fest. Meta und TikTok bieten Anzeigenformate, die auf der Erlaubnis des Creators beruhen. Rechtliche Details klären Sie mit einer Fachperson, denn diese Antwort ist keine Rechtsberatung.
Müssen Sie in einer UGC Kampagne Produkte an Creator schicken?
Nein, zwingend ist das nicht, aber bei den meisten Produkten üblich. Ohne das Produkt zu nutzen, kann ein Creator keinen glaubwürdigen Inhalt erstellen. Bedenken Sie, dass auch ein kostenloses Produkt eine geschäftliche Beziehung ist. Der Creator muss sie deshalb im Inhalt offenlegen. Halten Sie die Erwartungen vor dem Versand schriftlich fest.
Mit welchen Kennzahlen messen Sie eine UGC Kampagne?
Das hängt von Ihrem Ziel ab. Für den Inhalt schauen Sie auf Aufrufe, Sehdauer und Speicherungen. Für Traffic zählen Klicks und Sitzungen. Für Umsatz betrachten Sie Bestellungen, Akquisekosten und ROAS. Nutzen Sie für jeden Creator einen eigenen UTM Link. Entscheiden Sie nie anhand einer einzigen Kennzahl und geben Sie den Ergebnissen genug Zeit.
Wie startet eine kleine Marke eine UGC Kampagne?
Eine kleine Marke startet mit einem Ziel, wenigen Creatorn und einer Runde. Schreiben Sie zunächst ein kurzes Briefing und eine einfache Lizenzliste. Messen Sie danach die Ergebnisse, finden Sie das Format, das wirkt, und skalieren Sie in Runde zwei. Getrennte Budgetposten für Honorar, Produkt, Versand und Anzeigen machen die Ergebnisse leichter verständlich.
Warum ist die Werbekennzeichnung bei UGC Kampagnen wichtig?
Schenken Sie einem Creator ein Produkt oder bezahlen Sie ihn, muss er diese Beziehung dem Publikum mitteilen. Eine versteckte oder vage Kennzeichnung schadet dem Vertrauen des Publikums und dem Ruf Ihrer Marke. In den USA veröffentlicht die FTC Leitlinien für Influencer. Diese Antwort ist keine Rechtsberatung, fragen Sie für Ihren Fall eine Fachperson.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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