Kundenbewertungen in der Werbung nutzen: Was ist erlaubt?

Wie nutzen Sie Kundenbewertungen in der Werbung richtig?
Kundenbewertungen in der Werbung nutzen Sie richtig, wenn Sie die echte Aussage eines Kunden mit dessen Einwilligung, ohne Sinnverfälschung und mit nachweisbarer Quelle in Anzeige, Anzeigentext oder Landingpage übernehmen. Sie erfinden nichts, polieren nichts auf und picken sich kein Lob heraus, das den Gesamteindruck verzerrt.
Dieser Leitfaden führt Sie durch den ganzen Prozess. Zunächst geht es um Einwilligung und Datenschutz. Danach klären wir, wann Kürzen und Zitieren irreführend wird. Anschließend betrachten wir die Richtlinien von Meta und Google, die wichtigsten Formate und eine saubere Bewertungssammlung. Schließlich erklären wir, warum gefälschte Bewertungen zurückschlagen und was Sie stattdessen tun.
Ein Hinweis vorab: Dieser Beitrag liefert einen allgemeinen Rahmen. Er ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Fragen Sie bei Verträgen, Datenschutz und Werberecht eine Fachperson, bevor Sie entscheiden.
Warum wirken Kundenbewertungen in der Werbung so stark?
Denn Menschen begegnen den Versprechen einer Marke mit Vorsicht. Die Erfahrung eines anderen Kunden hält man dagegen eher für glaubwürdig. Deshalb macht eine Bewertung aus einem Versprechen einen Beleg.
In der Praxis erfüllt eine Bewertung in der Anzeige drei Aufgaben:
- Erstens senkt sie Zweifel. Der Käufer sieht also, was jemand beim Ausprobieren tatsächlich erlebt hat.
- Zweitens beantwortet sie Einwände. Fragen zu Größe, Lieferzeit oder Einrichtung beantwortet ein Kunde in eigenen Worten.
- Drittens liefert sie natürliche Sprache. Die Worte eines Kunden klingen oft menschlicher als geschliffene Markentexte.
Dieser Effekt hält allerdings nur, wenn die Bewertung echt ist und Sie sie ehrlich einsetzen. Die Wirkung auf den Umsatz behandeln wir gesondert im Beitrag Produktbewertungen und Umsatz. Deshalb bleiben wir hier beim sicheren Einsatz auf Werbeflächen.
Zudem stärkt eine Bewertung das schwächste Glied vieler Anzeigen. Die Anzeige weckt in der ersten Sekunde Aufmerksamkeit, aber den Beleg liefert erst die Kundenstimme. Sehen Sie eine Bewertung also als Stütze für eine konkrete Aussage und nicht als Dekoration.
Welche Arten von Bewertungen können Sie nutzen?
Allerdings hat nicht jede Bewertung denselben Wert. Bevor Sie eine auswählen, klären Sie die Herkunft.
- Marktplatz oder Shop Bewertungen: Der Kunde hat sie außerhalb Ihrer Seite geschrieben. Prüfen Sie trotzdem die Nutzungsbedingungen der Plattform und nennen Sie die Quelle.
- Bewertungen im Google Unternehmensprofil: Sie sind öffentlich. Name oder Foto in einer Anzeige können allerdings eine eigene Einwilligung verlangen.
- Direktes Feedback: Mails, Umfragen und Nachrichten. Hier ist eine ausdrückliche Erlaubnis der sauberste Weg.
- Video Testimonials: Der Kunde spricht in die Kamera. Sie brauchen eine schriftliche Einwilligung und einen klaren Nutzungsumfang.
- Nutzerinhalte: Ein Beitrag, den der Kunde selbst erstellt hat. Dieses Format erklären wir im Leitfaden zu UGC.
Kurz gesagt: Die Regel ist einfach. Wenn Sie die Quelle einer Bewertung nicht nennen können, verwenden Sie sie nicht. Denn ein Zitat ohne nachvollziehbare Herkunft lädt zu Beschwerden und Missverständnissen ein.
Welche Einwilligung brauchen Sie für Kundenbewertungen in der Werbung?
Eine Bewertung ist die Aussage eines Menschen und enthält deshalb oft personenbezogene Daten. Name, Foto, Stimme und Video zählen dazu. Datenschutzrecht wie die DSGVO in Europa und das KVKK in der Türkei bestimmt, wie Sie damit umgehen.
Die türkische Datenschutzbehörde erklärt, dass Informationspflicht und ausdrückliche Einwilligung getrennte Schritte sind. Einzelheiten finden Sie auf der Seite der KVKK Behörde zur Informationspflicht. Konkret heißt das: Sie informieren den Kunden, wie Sie seine Daten nutzen, und holen die Einwilligung getrennt ein, wenn Sie sich darauf stützen.
Ein gutes Einwilligungsformular nennt diese Punkte klar:
- Welchen Inhalt Sie nutzen: Text, Ton, Foto oder Video.
- Wo Sie ihn nutzen: Anzeigen, Website, soziale Netzwerke oder Print.
- Wie lange Sie ihn nutzen und wie der Kunde die Einwilligung widerruft.
- Ob Sie den vollen Namen, die Initialen oder gar keinen Namen zeigen.
Auch Ihre Website spielt eine Rolle. Dazu passt unser Leitfaden zur datenschutzkonformen Website nach DSGVO. Im konkreten Einzelfall gibt Ihnen eine Rechtsberatung die sicherste Antwort.
Wann wird Kürzen oder Zitieren irreführend?
Eine Bewertung zu kürzen ist legitim. Ihren Sinn zu ändern ist es nicht. Daher ziehen Sie die Grenze genau an dieser Stelle.
Diese Gewohnheiten verursachen meistens Ärger:
- Aus "Tolles Produkt, aber die Lieferung kam sehr spät" machen Sie nur "Tolles Produkt".
- Erstens streichen Sie einen negativen Satz und zeigen den Rest als vollständige Meinung.
- Zweitens schreiben Sie eine Bewertung um und veröffentlichen sie unter dem Namen des Kunden.
- Drittens zeigen Sie ein extremes Ergebnis, als wäre es typisch.
- Zuletzt nutzen Sie eine alte Bewertung weiter, obwohl sich Produkt oder Leistung geändert haben.
Daher empfehlen wir drei einfache Regeln. Erstens: Wenn Sie kürzen, behalten Sie den Sinn und markieren die Kürzung mit Auslassungspunkten. Zweitens: Ändern Sie außer offensichtlichen Tippfehlern nichts am Wortlaut. Drittens: Bewahren Sie Datum und Kontext der Bewertung auf.
Beispielszenario: Eine Kaffeemarke zitiert "Schmeckt großartig, die Verpackung ist etwas schlicht" nur als "Schmeckt großartig". Konkret stimmt die erste Hälfte. Allerdings hat die Marke genau diese Hälfte gewählt und sie für die ganze Meinung stehen lassen. Zitieren Sie stattdessen den ganzen Satz oder holen Sie die Zustimmung des Kunden für die kurze Fassung ein.
Was sagt das türkische Werberecht zu Bewertungen?
In der Türkei bildet die Verordnung über kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken den Rahmen. Zudem übernimmt der Werberat den Vollzug. Der Umgang mit Bewertungen fällt dort unter irreführende Werbung und Täuschung der Verbraucher.
Die Änderungen der Verordnung zu Verbraucherbewertungen wiederholen wir hier nicht. Lesen Sie dazu unseren Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei. Artikelnummern und Sanktionen prüfen Sie dort oder mit Ihrer Rechtsberatung.
Im Alltag helfen vier Fragen:
- Stammt die Bewertung von einem echten Kunden?
- Weiß dieser Kunde, dass Sie sie in einer Anzeige nutzen?
- Bewahrt Ihr Zitat den Gesamtsinn der Bewertung?
- Versprechen Sie in der Anzeige mehr, als die Bewertung belegt?
Lauten alle vier Antworten positiv, haben Sie den größten Teil geschafft. Allerdings gelten in Bereichen wie Gesundheit, Finanzen und Angeboten für Kinder zusätzliche Regeln. Holen Sie dort vorab immer fachlichen Rat ein.
Was bedeutet die FTC Regel zu Bewertungen für Ihre Anzeigen?
Die Regel der US Handelsbehörde FTC zu Verbraucherbewertungen und Testimonials gilt seit dem 21. Oktober 2024. Sie verbietet gefälschte oder falsche Bewertungen. Zudem untersagt sie, negative Bewertungen mit falschen Anschuldigungen oder Drohungen zu unterdrücken. Die Zusammenfassung lesen Sie auf der Seite der FTC mit Fragen und Antworten.
Die Regel erfasst auch Insider. Mitarbeitende und Angehörige, die Bewertungen schreiben, müssen ihre Beziehung zum Unternehmen deutlich offenlegen. Bezahlte Influencer müssen ihre tatsächliche Erfahrung schildern. Außerdem dürfen Unternehmen Belohnungen nicht an positive Meinungen knüpfen.
Allerdings gilt diese Regel für den US Markt. Wenn Sie dort nicht werben, bindet sie Sie nicht unmittelbar. Trotzdem ist sie ein starker Maßstab für gute Praxis. Denn viele Plattformen arbeiten weltweit, und die Regel zeigt die Richtung der Aufsicht.
Was sagen die Meta Richtlinien zu Anzeigen mit Bewertungen?
Die Werbestandards von Meta enthalten allgemeine Grundsätze gegen irreführende oder übertriebene Aussagen. Danach dürfen Sie keine täuschenden oder aufgeblähten Behauptungen über den Erfolg eines Produkts nutzen, um Menschen zum Kauf zu drängen.
Somit fällt auch eine Anzeige mit Bewertung unter dieselben Grundsätze. Die Bewertung kann völlig echt sein und trotzdem Probleme machen, wenn Ihr Anzeigentext sie als Beleg für ein übertriebenes Versprechen darstellt. Außerdem schaut Meta möglicherweise nicht nur auf das Motiv, sondern auch auf die Landingpage und die gesamte Seitenerfahrung.
Wir empfehlen deshalb diese praktischen Schritte:
- Zeigen Sie auf der Landingpage dieselbe Bewertung wie in der Anzeige.
- Meiden Sie Bewertungen, die Ergebnisse versprechen, etwa schnelle Gewichtsabnahme oder Einkommen.
- Lesen Sie die Richtlinie vor jeder Kampagne erneut, denn Details ändern sich.
Menüpfade und Kleingedrucktes ändern sich, also prüfen Sie immer die offizielle Seite. Für die Einrichtung finden Sie Unterstützung in unserer Meta Ads Betreuung.
Wie behandelt Google Ads Bewertungszitate im Anzeigentext?
Die Richtlinie zur falschen Darstellung bei Google Ads verbietet Anzeigen, die Nutzer täuschen, indem sie relevante Informationen auslassen oder irreführende Angaben machen. Sie richtet sich auch gegen unzuverlässige Behauptungen, die ein unwahrscheinliches Ergebnis als wahrscheinlich darstellen.
Das größte Risiko einer Suchanzeige mit Zitat liegt darin, ein herausragendes Ergebnis als Normalfall zu zeigen. Zum Beispiel führt die Überschrift "Unser Kunde sah nach drei Wochen Ergebnisse" in die Irre, wenn sie nur eine Person betrifft und das nicht erwähnt.
Ein sicherer Ansatz sieht so aus:
- Halten Sie das Zitat kurz und setzen Sie es in Anführungszeichen.
- Formulieren Sie die Aussage so, dass Nutzer sie auf Ihrer Landingpage nachprüfen.
- Verschweigen Sie nie wichtige Angaben wie Preis, Dauer oder Bedingungen.
Vergleichen Sie außerdem Anzeigentext und Landingpage. Wer das Zitat aus der Anzeige auf der Seite nicht findet, fühlt sich getäuscht. Ein identisches Zitat an beiden Orten schützt daher die Nutzererfahrung und Ihre Richtlinientreue. Für Unterstützung im Konto sehen Sie sich unsere Google Ads Verwaltung an.
Welche Formate eignen sich für Kundenbewertungen in der Werbung?
Eine Bewertung kann in mehreren Formaten auftreten. Sie wählen das Format nach Ihrem Ziel. Die folgende Tabelle bietet einen beispielhaften Vergleich.
| Format | Beste Platzierung | Stärke | Worauf Sie achten |
|---|---|---|---|
| Zitatkarte | Feed und Story | Schnell erstellt und leicht lesbar | Das Zitat muss seinen vollen Sinn behalten |
| Video Testimonial | Reels, TikTok, YouTube | Wirkt echt und überzeugend | Schriftliche Einwilligung und klarer Umfang nötig |
| Sternebewertung | Ecke des Motivs, Landingpage | Schafft Vertrauen auf einen Blick | Quelle und Berechnung müssen ehrlich sein |
| Screenshot | Story, Landingpage | Wirkt authentisch | Namen und Telefonnummern ausblenden |
| Zusammenfassender Text | Anzeigenbeschreibung, E-Mail | Viel Inhalt auf wenig Platz | Die Zusammenfassung muss das echte Bild zeigen |
Das Prinzip hinter jeder Zeile bleibt gleich. Nutzen Sie eine Bewertung mit bekannter Quelle, klarer Erlaubnis und unverändertem Sinn.
Wie gestalten Sie eine Zitatkarte, die Bestand hat?
Erstens ist die Zitatkarte das einfachste und häufigste Format. Sie setzen einen Satz groß auf einen ruhigen Hintergrund. Zweitens soll der Satz für sich sprechen.
Gehen Sie für eine starke Karte so vor:
- Wählen Sie den konkretesten Satz. "Kam in drei Tagen an und hielt die Farbe nach der ersten Wäsche" wirkt besser als "Tolles Produkt".
- Fügen Sie den Namen in der Form hinzu, die der Kunde erlaubt hat. Ohne Erlaubnis nutzen Sie eine allgemeine Angabe wie "Verifizierter Kunde".
- Ergänzen Sie Datum und Quelle, wenn das hilft.
- Halten Sie Farbe und Schrift schlicht. Die Karte soll wie eine echte Bewertung wirken und nicht wie ein grelles Plakat.
Die Kraft einer Karte stammt also aus dem Detail und nicht aus dem Design. Sie können zwei oder drei Varianten bauen und testen, welche gewinnt. Eine Testmethode beschreibt unser Leitfaden zum Creative Testing bei Meta Ads.
Prüfen Sie die Karte schließlich auf dem Smartphone. Die meisten Menschen sehen Anzeigen mobil. Lassen Sie daher Ränder frei, nutzen Sie hohen Kontrast und halten Sie das Zitat bei zwei bis drei Zeilen. Ist die Bewertung länger, zeigen Sie den ganzen Text auf der Landingpage.
Wie bauen Sie eine Anzeige mit Video Testimonial?
Ein Video Testimonial ist eine kurze Erfahrung in der Stimme des Kunden. Zudem wirkt es warm und echt. Außerdem verlangt es bei Einwilligung und Schnitt die meiste Sorgfalt.
Den Ablauf gestalten Sie so:
- Legen Sie vor dem Dreh schriftlich fest, welche Kanäle und welche Dauer gelten.
- Geben Sie dem Kunden daher kein Skript. Denn seine eigenen Worte klingen glaubwürdiger.
- Ordnen Sie beim Schnitt keine Sätze so um, dass sich der Sinn verschiebt.
- Hat der Kunde etwas erhalten, etwa ein Gratisprodukt oder einen Rabatt, nennen Sie das klar.
Dieser letzte Punkt zählt allerdings besonders. Wer das Produkt gratis bekam und danach positiv spricht, muss dieses Verhältnis offenlegen, denn Zuschauer haben ein Recht darauf. Filmen Sie außerdem nie eine Mitarbeiterin oder einen Verwandten und geben Sie sie als normalen Kunden aus. Das gilt also als gefälschte Bewertung.
Wenn Sie Creator und Kunden kombinieren wollen, zeigt unser Beitrag UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung einen brauchbaren Ablauf.
Wie zeigen Sie Sternebewertungen in Anzeigen und auf Seiten?
Eine Sternebewertung schafft zunächst Vertrauen auf einen Blick. Allerdings täuscht eine falsch berechnete Bewertung schneller als fast alles andere.
Beachten Sie diese Punkte:
- Stützen Sie die Bewertung auf den Durchschnitt echter Bewertungen. Runden Sie außerdem nie von Hand auf.
- Zeigen Sie neben der Note die Zahl der Bewertungen. Eine 5,0 aus drei Bewertungen bedeutet etwas anderes als eine 4,8 aus dreitausend.
- Nennen Sie Quelle und Zeitraum der Bewertung.
Andererseits haben auch Suchmaschinen Regeln. Die Richtlinien von Google zu Bewertungs Snippets schließen Seiten, die Bewertungen über sich selbst kontrollieren, in bestimmten Fällen vom Sternefeature aus, etwa bei LocalBusiness oder Organization Auszeichnung. Außerdem muss der Bewertungsinhalt auf der ausgezeichneten Seite klar sichtbar sein.
Kurz gesagt: Lesen Sie die Richtlinien, bevor Sie strukturierte Daten für eine Bewertung auf Ihrer Seite ergänzen.
Wo gehören Bewertungen auf der Landingpage hin?
Wer auf eine Anzeige klickt, erwartet die Aussage der Anzeige auf der Seite wieder. Zeigen Sie daher die Bewertung aus Ihrer Anzeige auch auf der Landingpage. Das erhöht zudem die Stimmigkeit und erleichtert die Einhaltung der Richtlinien.
Diese Platzierungen bieten sich an:
- Direkt unter dem Angebot: Sie nimmt Zweifel im Moment der Entscheidung.
- In der Nähe von Preis oder Formular: Sie beruhigt die letzte Unsicherheit.
- Im FAQ Bereich: Sie beantwortet Fragen mit den Worten echter Kunden.
Die Wirkung messen Sie mit unserem Conversion Rate Rechner. Vergleichen Sie die Seite mit und ohne Bewertungsblock und halten Sie alles andere gleich.
Wie sammeln Sie Kundenbewertungen auf faire Weise?
Denn starke Bewertungen entstehen durch einen guten Sammelprozess. Je ehrlicher Ihr Prozess, desto leichter verteidigen Sie Ihr Motiv.
Diese Schritte bewähren sich in der Praxis:
- Senden Sie nach der Lieferung zu einem sinnvollen Zeitpunkt eine kurze Einladung.
- Laden Sie zweitens alle Kunden ein, nicht nur die, die Sie für zufrieden halten.
- Knüpfen Sie keine Belohnung an eine positive Meinung.
- Bitten Sie separat und ausdrücklich um Erlaubnis für die Nutzung in der Werbung.
- Antworten Sie auf negative Bewertungen höflich und öffentlich.
Zudem zählt der Zeitpunkt. Ein Kunde, dessen Produkt noch nicht angekommen ist, kann nichts bewerten. Warten Sie also, bis er Zeit zum Ausprobieren hatte, und senden Sie dann ein kurzes Formular mit einer Frage.
Negative Bewertungen zu verstecken, schlägt langfristig zurück. Wie die FTC Regel oben zeigt, betrachten Aufsichtsbehörden dieses Verhalten in den USA inzwischen als Verstoß.
Warum sind gefälschte Bewertungen riskant und was ist die Alternative?
Gekaufte, erfundene oder von Mitarbeitenden geschriebene Bewertungen wirken kurzfristig verlockend. Allerdings bergen sie ernste Risiken, sowohl bei Plattformrichtlinien als auch im Werberecht. Dazu gehören zum Beispiel Kontosperren, Imageverlust und Bußgelder.
Deshalb erklären wir hier keine Methode für Fälschungen. Stattdessen nennen wir sichere Optionen:
- Bitten Sie echte Kunden regelmäßig um Bewertungen.
- Haben Sie wenige Bewertungen, sagen Sie das ehrlich und stützen Sie das Vertrauen mit anderen Belegen: klare Rückgaberegeln, Live Support oder Zertifikate.
- Führen Sie kurze Gespräche mit echten Kunden und sammeln Sie freigegebene Zitate.
- Starten Sie eine Kampagne mit Nutzerinhalten. Unser Beitrag UGC Kampagne erstellen in 7 Schritten nennt die Schritte.
Kurz gesagt: Wenige echte Bewertungen schlagen viele zweifelhafte.
Wie testen und messen Sie Anzeigen mit Bewertungen?
Ob eine Bewertung wirkt, zeigen also Daten und keine Annahmen. Deshalb sollten Sie jedes Motiv nachverfolgbar machen.
Ein einfaches Messsetup besteht aus diesen Teilen:
- Nutzen Sie für jede Bewertungsvariante ein eigenes Motiv und einen eigenen UTM Parameter. Unser UTM Generator beschleunigt das.
- Ändern Sie nur eine Sache: die Bewertung selbst oder das Format.
- Lesen Sie Ergebnisse erst mit genug Daten. Der A/B Test Rechner zeigt, ob ein Unterschied nur Zufall ist.
- Verfolgen Sie den Werbeertrag mit dem ROAS Rechner.
Beispielszenario: Eine Modemarke erstellt zwei Zitatkarten. Eine betont die Passform, die andere die Stoffqualität. Bei gleichem Budget und gleicher Zielgruppe sehen Sie, welcher Einwand den Kauf stärker bremst. Das ist ein erfundenes Beispiel und kein echtes Kampagnenergebnis.
Seien Sie außerdem beim Testen geduldig. Entscheiden Sie nicht nach den ersten Tagen, denn Anzeigensysteme durchlaufen eine Lernphase. Außerdem sollten Sie nicht nur eine Kennzahl verfolgen. Dann bringt eine Karte mit hoher Klickrate nichts, wenn sie nicht zu Käufen führt.
Welche Checkliste nutzen Sie vor der Veröffentlichung?
Deshalb fängt eine kurze Checkliste vor dem Start die meisten Fehler ab. Teilen Sie sie mit Ihrem Team und gehen Sie sie bei jeder Anzeige in derselben Reihenfolge durch.
- Stammt die Bewertung von einem echten Kunden und ist die Quelle dokumentiert?
- Liegt eine schriftliche Erlaubnis mit klarem Umfang vor?
- Bewahrt das Zitat den Sinn der Bewertung?
- Verspricht die Anzeige nur, was die Bewertung stützt?
- Erscheint dieselbe Bewertung auf der Landingpage?
- Haben Sie Namen, Nummern und Adressen entfernt, wo nötig?
- Haben Sie eine Gegenleistung an den Kunden offengelegt?
- Ist das Datum der Bewertung noch aktuell?
Archivieren Sie diese Liste zusammen mit dem Einwilligungsformular. Kommt eine Beschwerde, spart es viel Ärger, wenn Sie zeigen können, wer welche Bewertung erlaubt hat. Nutzen Sie die Liste außerdem zur Einarbeitung neuer Teammitglieder. Die meisten Fehler entstehen nicht aus böser Absicht, sondern weil die Regel unbekannt ist.
Wie führen Sie Bewertungsarchiv und Einwilligungsnachweise?
Eine Erlaubnis einzuholen ist wichtig, ihren Nachweis aufzubewahren ebenso. Kommt eine Beschwerde und Sie haben keinen Beleg, können Sie nicht zeigen, dass Sie korrekt gehandelt haben.
Dafür genügt zunächst eine einfache Tabelle. Halten Sie für jede Bewertung diese Spalten fest:
- Den vollständigen Text und den zitierten Teil.
- Quelle und Datum.
- Die Einwilligung des Kunden mit Datum und Umfang.
- Alle Anzeigen und Seiten, in denen die Bewertung läuft.
- Die Maßnahme bei Widerruf und das Abschlussdatum.
Widerruft ein Kunde seine Erlaubnis, nehmen Sie die Bewertung aus allen Anzeigen und Seiten. Deshalb müssen Sie wissen, wo jede einzelne läuft. Prüfen Sie das Archiv jedes Quartal und aktualisieren oder streichen Sie alte Einträge.
Welche Fehler schwächen Anzeigen mit Bewertungen?
Wer die häufigen Fehler vorher kennt, spart also Zeit. Die folgende Tabelle stellt jedem Fehler einen besseren Ansatz gegenüber.
| Fehler | Warum problematisch | Besserer Ansatz |
|---|---|---|
| Name und Foto ohne Erlaubnis | Datenschutz und Beschwerderisiko | Schriftliche Einwilligung einholen oder Namen ausblenden |
| Nur Lob auswählen | Verzerrt das Gesamtbild | Beispiele wählen, die die reale Mischung zeigen |
| Bewertung umschreiben | Es sind nicht mehr die Worte des Kunden | Wörtlich zitieren, nur Tippfehler korrigieren |
| Ergebnisversprechen zitieren | Richtlinien und Irreführungsrisiko | Eine Bewertung wählen, die die Erfahrung beschreibt |
| Sehr alte Bewertung nutzen | Das Produkt kann sich geändert haben | Aktuelle Bewertungen zeigen |
Die meisten dieser Fehler entstehen durch Eile und schlechte Dokumentation. Den Prozess einmal zu reparieren kostet daher weit weniger, als jede Anzeige einzeln zu retten.
Wie kombinieren Sie Bewertungen mit Influencer und UGC Inhalten?
Eine Bewertung kann allein stehen oder neben der Geschichte eines Creators. Zum Beispiel zeigt ein Creator, wie er das Produkt ausprobiert, und Ihre Anzeige ergänzt eine echte Kundenbewertung als Beleg.
Halten Sie daher zwei Dinge auseinander. Zunächst ist der Beitrag eines Creators eine bezahlte oder beschenkte Zusammenarbeit. Eine Kundenbewertung ist dagegen eine unabhängige Erfahrung. Erscheinen beide in einem Bild, sollten Zuschauer erkennen, was was ist.
Für kombinierte Formate empfehlen wir diese Regeln:
- Kennzeichnen Sie die Zusammenarbeit deutlich.
- Zeigen Sie die Kundenbewertung in einem eigenen Block mit Quelle.
- Bitten Sie Creator nie darum, Bewertungen zu schreiben, und belohnen Sie das auch nicht.
Wenn Sie bei der Zusammenarbeit Unterstützung wünschen, sehen Sie sich unser Angebot für Influencer Marketing an. Zudem hilft unser Team bei Auswahl und Briefing.
Was tun Sie als Nächstes mit Kundenbewertungen in der Werbung?
Sammeln Sie zunächst Ihre vorhandenen Bewertungen in einer Tabelle. Notieren Sie zu jeder die Quelle, das Datum und den Status der Erlaubnis. Danach bereiten Sie aus den freigegebenen Bewertungen zwei oder drei Formate vor und starten einen kleinen Test.
Ändern Sie deshalb nicht alle Kanäle auf einmal. Verbinden Sie zuerst eine Landingpage mit einer Anzeigenfläche. Nach den ersten Ergebnissen übertragen Sie den Ansatz auf weitere Kanäle.
Zudem kann auch ein kleines Unternehmen diese Routine aufbauen. Konkret genügen drei bis fünf echte Bewertungen für den Anfang. Wenn Sie eine Dankesnachricht senden, fragen Sie höflich nach der Erlaubnis. So wird die Erlaubnis zum natürlichen Schritt statt zu Zusatzarbeit.
Am Ende sind Kundenbewertungen in der Werbung zuerst eine Frage von Vertrauen und Dokumentation und erst danach eine Designfrage. Läuft dieses System, fällt die Wahl von Formaten und Kanälen deutlich leichter.



