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Was ist UGC? Leitfaden für Wachstum mit nutzergenerierten Inhalten

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist UGC?

UGC (User Generated Content, auf Deutsch nutzergenerierte Inhalte) sind Fotos, Videos, Bewertungen und Beiträge, die Kundinnen, Kunden, Follower oder Creator statt des Markenteams erstellen. Deshalb nutzen Marken sie als sozialen Beweis. Wer den Inhalt erstellt und wie die Marke ihn weiterverwendet, bestimmt die Art des UGC.

Ein Alltagsbeispiel zeigt das konkret. Eine Kundin filmt das Auspacken ihrer neuen Sneaker und teilt den Clip. Danach zeigt die Marke dieses Video auf der Produktseite. Kurz gesagt: Das ist UGC in seiner einfachsten Form. Allerdings umfasst der Begriff auch Creator Videos, die eine Marke beauftragt und bezahlt.

In diesem Leitfaden beantworten wir die Frage was ist UGC mit Definition, Arten, Wirkung, Risiken und Einstieg. Die Umsetzung Schritt für Schritt überlassen wir unseren anderen Beiträgen und verlinken sie.

Was ist UGC und warum sprechen alle darüber?

Weil die eigene Stimme einer Marke allein nicht mehr genügt. Vor allem möchten Käufer ein Produkt in den Händen eines anderen Menschen sehen. Außerdem machen Kurzvideo Plattformen aus einem einfachen Handyclip ein starkes Werbeformat.

Deshalb gehen Marken in zwei Richtungen vor. Zunächst sammeln sie, was Kunden von sich aus erstellen. Dann beauftragen sie Creator mit einem Briefing und bestellen Videos im UGC Stil. Beide Wege gehören unter denselben Schirm, doch Sie steuern sie völlig unterschiedlich.

Allerdings ist die Idee nicht neu. Produktbewertungen, Kundenfotos und markierte Beiträge zählen seit Jahren als UGC. Neu ist also, dass Marken daraus einen geplanten Posten im Marketing machen. Das heißt, Sie gestalten den Prozess, statt ihn dem Zufall zu überlassen.

Was ist UGC: Welche Arten gibt es?

Daher erleichtern drei Hauptarten Ihre Planung. Die Einteilung schaut darauf, wie der Inhalt entsteht und ob die Marke etwas dafür gibt. Zunächst zeigt die folgende Tabelle die drei Arten nebeneinander.

ArtWie sie entstehtKontrolle der MarkeTypischer Einsatz
Organische KundeninhalteDer Kunde teilt von sich ausGeringSozialer Beweis, Produktseite
Belohnte oder provisionierte InhalteDie Marke ruft auf und bietet Preis oder ProvisionMittelGewinnspiel, Partnerprogramm
Creator Inhalte im Auftrag der MarkeDie Marke schickt ein Briefing, der Creator produziertHochWerbung, Produktvideo

Die drei Arten schließen sich nicht aus. Zum Beispiel kann eine Marke alle gleichzeitig betreiben. Allerdings hat jede Art ein eigenes Profil bei Rechten, Kosten und Risiken. Deshalb betrachten Sie sie einzeln.

Konkret entscheidet Ihr Ziel, wo Sie anfangen. Möchten Sie Vertrauen aufbauen, beginnen Sie mit organischen Inhalten. Brauchen Sie Beteiligung, dann probieren Sie eine Belohnung. Fehlt Werbematerial, dann starten Sie mit Creatorn. Eine frisch gestartete Marke hat noch keine organischen Inhalte, daher ist Creator Material oft der logische erste Schritt.

In welchen Formaten tritt UGC auf?

Zunächst: UGC ist nicht nur Video. Ein Kunde kann einen Satz schreiben oder eine lange Rezension filmen. Also hängt das Format von Plattform und Produkt ab.

Diese Formate sehen wir am häufigsten:

  • Schriftliche Bewertungen und Sterne: Die älteste Form von UGC, zu finden auf Produktseiten und in Kartenprofilen.
  • Fotos: Bilder des Produkts im Zuhause und im Licht des Kunden.
  • Kurzvideos: Unboxing, erster Gebrauch oder Vergleich.
  • Stories und Markierungen: Flüchtige Beiträge, in denen der Kunde die Marke erwähnt.
  • Fragen und Antworten: Antworten, die Kunden einander in Communities und Foren geben.

Jedes Format erfüllt ein anderes Bedürfnis. Zum Beispiel schaffen Bewertungen Vertrauen, während Kurzvideos Aufmerksamkeit wecken. Statt sich auf ein Format zu verlassen, wählen Sie also die Mischung, die zu Ihrem Ziel passt.

Auch Plattformgewohnheiten spielen eine Rolle. Zum Beispiel gewinnen auf Kurzvideo Plattformen bewegte Inhalte. Auf der Produktseite lesen sich ein klares Foto und ein kurzer Kommentar schneller. Daher können Sie denselben Kundeninhalt an verschiedenen Orten unterschiedlich zeigen.

Was sind organische Kundeninhalte?

Organische Kundeninhalte sind Beiträge, um die niemand gebeten hat. Der Kunde mag das Produkt, macht ein Foto und markiert die Marke. Dann schreibt er eine Bewertung, teilt eine Story oder dreht einen Clip. Die Marke ist in diesem Prozess nur Zuschauer.

Diese Art wirkt am echtesten, denn es gibt weder Bezahlung noch Skript. Allerdings kann die Marke sie nicht steuern. Konkret wählen Sie nicht, wann sie kommt, wie sie aussieht oder was sie sagt.

Trotzdem kann die Marke sie sichtbar machen. Durchsuchen Sie Ihre Markierungen regelmäßig, sammeln Sie die besten Beispiele und fragen Sie vor der Nutzung um Erlaubnis. Somit kosten diese Gewohnheiten fast nichts. Zur Erlaubnis kommen wir in einem späteren Abschnitt.

Organische Inhalte haben noch einen Wert: die natürliche Sprache. Denn Kunden beschreiben das Produkt mit eigenen Worten. Manchmal zeigen sie eine Nutzung, auf die die Marke nie kam. Dieser Einblick ist oft der beste Rohstoff für Produktideen und Werbetexte.

Was ist belohnter oder provisionierter UGC?

Bei dieser Art ermutigt die Marke zum Erstellen. Zum Beispiel veranstaltet sie ein Gewinnspiel, belohnt den besten Beitrag oder vereinbart über ein Partnerprogramm eine Provision auf Verkäufe. Das heißt: Der Kunde erstellt, die Marke bietet eine Gegenleistung.

Sobald es eine Gegenleistung gibt, ist der Inhalt nicht mehr ganz spontan. Daher können Regeln zur Werbekennzeichnung greifen. Sie müssen klar schreiben, was Sie Teilnehmern bieten und wie Sie deren Inhalte nutzen.

Die Mechanik eines Gewinnspiels ist ein eigenes Thema. Wir erklären sie in unserer Anleitung für Instagram Gewinnspiele. Hier halten wir daher nur fest, dass diese Art unter das Dach von UGC fällt.

Provisionsmodelle laufen länger. Zum Beispiel teilt der Kunde einen Link oder Code und erhält einen Anteil an jedem Verkauf. In diesem Fall müssen Tracking und Auszahlung klar geregelt sein. Außerdem notieren Sie früh, welche Inhalte Sie akzeptieren, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Was sind UGC Creator Inhalte im Auftrag einer Marke?

Ein UGC Creator erstellt nach dem Briefing einer Marke Produktvideos oder Fotos. Ein Briefing ist der schriftliche Rahmen, den die Marke dem Creator gibt: Ziel, Botschaft, Format und Frist. Oft produziert der Creator den Inhalt für die Nutzung durch die Marke, nicht für das eigene Profil.

Somit ist das die geplanteste Form von UGC. Der Inhalt wirkt wie der Clip eines echten Nutzers, doch Sie haben ihn beauftragt. Deshalb werden Vertrag, Lizenz und Kennzeichnung entscheidend.

Wenn Sie die Creator Seite interessiert, lesen Sie UGC Creator werden Schritt für Schritt. Den Ablauf auf Markenseite beschreiben wir in UGC Kampagne erstellen in 7 Schritten. Daher wiederholen wir ihn hier nicht.

Der Wert von Creator Inhalten liegt darin, dass sie wie ein normaler Kunde klingen. Zudem stellt ein guter Creator das Produkt in einen echten Moment und fesselt in der ersten Sekunde. Achten Sie bei der Auswahl auf natürliche Sprache und saubere Aufnahmen statt auf Studioglanz.

Was ist der Unterschied zwischen UGC und Influencer Inhalten?

Der Unterschied liegt darin, an wessen Publikum sich der Inhalt richtet. Ein Influencer, also ein Creator mit echter Reichweite und Vertrauen, spricht zu den eigenen Followern. Ein UGC Creator dagegen produziert meist für die Kanäle und Anzeigen der Marke. Folglich rückt die Followerzahl in den Hintergrund.

Allerdings ist die Grenze fließend. Zum Beispiel können Sie das Video eines kleinen Influencers wie UGC einsetzen. Deshalb trennen Sie beides besser danach, wofür Sie bezahlen.

KriteriumUGC CreatorInfluencer
KernwertDer Inhalt selbstReichweite und Vertrauen
VeröffentlichungMeist Kanal oder Anzeige der MarkeEigenes Profil des Influencers
AuswahlbasisAufnahmequalität, natürliche SpracheZielgruppe, Interaktion
Fokus des BriefingsBotschaft und FormatPassung zur Zielgruppe und Kennzeichnung

In der Praxis können beide Methoden zusammenarbeiten. Zum Beispiel kann das Video eines Influencers nach Freigabe in der Anzeige der Marke laufen. Dann ist der Inhalt zugleich Influencer Arbeit und UGC Nutzung. Folglich regeln Sie die Nutzungsrechte im Vertrag gesondert.

Die Influencer Seite behandeln wir in Was ist Influencer Marketing. Für den Vergleich der Anzeigenleistung lesen Sie UGC oder klassische Werbung.

Was ist UGC und warum wirkt er?

UGC beruht auf sozialem Beweis. Menschen schauen auf die Erfahrung anderer, bevor sie sich für ein Produkt entscheiden. Lobt sich die Marke selbst, dann ist das eine Behauptung. Erklärt es dagegen ein Kunde, dann wird daraus ein Zeugnis.

Der Bericht Global Trust in Advertising von Nielsen vom September 2015 zeigt: 83 Prozent der weltweit Befragten vertrauen den Empfehlungen von Freunden und Familie ganz oder teilweise. Im selben Bericht vertrauen 66 Prozent den online veröffentlichten Meinungen von Verbrauchern. Die Daten sind alt, deshalb nennen wir sie nur als Richtungshinweis.

Dieser Befund bedeutet nicht, dass UGC Ergebnisse garantiert. Er deutet also lediglich an, dass Inhalte von Menschen glaubwürdiger wirken als Markenbotschaften. Trotzdem bleibt es Ihre Aufgabe, das Ergebnis zu messen. Den Einfluss von Produktbewertungen auf den Umsatz behandeln wir separat.

Sozialer Beweis senkt zudem die Entscheidungsmüdigkeit. Steht ein Besucher vor Dutzenden Optionen, bietet die Wahl anderer eine Abkürzung. Somit macht UGC diese Abkürzung sichtbar. Allerdings beschleunigt UGC für das falsche Produkt auch die Enttäuschung, daher zählt Ehrlichkeit.

Wo hilft UGC einer Marke?

UGC wirkt an vielen Berührungspunkten, nicht nur an einem. Gut platziert dient derselbe Inhalt also mehreren Zielen. Vor allem ist entscheidend, ihn nicht als einmaligen Beitrag zu sehen.

Die wichtigsten Einsatzorte sind diese:

  • Produktseite: Kundenfotos und Videos nehmen unentschlossenen Besuchern Zweifel.
  • Anzeigen: Ein natürlich wirkender Clip fühlt sich weniger nach Werbung an als ein polierter Markenspot.
  • Social Media Profil: Kundenbeiträge füllen Lücken im Redaktionsplan.
  • E-Mail und Landingpages: Echte Nutzerzitate erhöhen die Überzeugungskraft.
  • Produktentwicklung: Wer sieht, wie Kunden das Produkt nutzen, bekommt neue Ideen.

Details zum Onlinehandel finden Sie in unserem Beitrag UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung. Zum Thema Bewertungen lesen Sie Kundenbewertungen in der Werbung nutzen.

Daher braucht eine passende Erlaubnis, wer einen Inhalt an mehreren Stellen nutzt. Zum Beispiel deckt die Zustimmung zu einem organischen Repost nicht unbedingt die Werbenutzung ab. Führen Sie deshalb in Ihrer Anfrage jede Nutzung einzeln auf.

Welche Irrtümer rund um die Frage was ist UGC sind verbreitet?

Der erste Irrtum lautet, UGC sei kostenloser Inhalt. Organische Inhalte wirken gratis, doch Sammeln, Klären und Auswählen kosten Arbeit. Zudem brauchen Creator Inhalte offensichtlich ein Budget.

Der zweite Irrtum: Sie dürften jeden Kundenbeitrag frei nutzen. Ein öffentlicher Beitrag gibt der Marke aber nicht das Recht, ihn in Werbung zu verwenden. Die Erlaubnis ist also eine eigene Frage.

Der dritte Irrtum lautet, UGC bedeute nur Video. Bewertungen, Fotos, Umfrageantworten und Forenbeiträge zählen ebenso. Der vierte Irrtum behauptet, es sei nur etwas für große Marken. Auch ein kleines Unternehmen kann mit Kundenfotos einfach starten.

Ein fünfter Irrtum erwartet, UGC werde von allein viral. Also bemerkt in Wirklichkeit niemand Inhalte, die Sie nicht der richtigen Zielgruppe am richtigen Ort zeigen. Betrachten Sie UGC deshalb als stetiges Arbeitsfeld, nicht als Wunder.

Welche Risiken hat UGC?

UGC bringt Risiken mit, nicht nur Vorteile. Wer sie früh kennt, kann den Prozess also darauf ausrichten. Die folgende Liste fasst die häufigsten zusammen.

  • Rechte und Erlaubnis: Ein Beitrag in der Werbung ohne Zustimmung des Urhebers kann Widerspruch auslösen.
  • Markensicherheit: Kundeninhalte können eine unerwünschte Botschaft, ein Konkurrenzprodukt oder ein unpassendes Bild enthalten.
  • Schwankende Qualität: Organische Inhalte passen nicht immer zum Ton Ihrer Marke.
  • Fehlende Kennzeichnung: Wer eine Belohnung oder Zahlung verschweigt, schadet Vertrauen und Regelkonformität.
  • Personenbezogene Daten: Ein Clip kann fremde Gesichter oder private Details zeigen.

Diese Risiken sind ein Grund, den Prozess zu ordnen, nicht auf UGC zu verzichten. Außerdem hilft es, sie nach Gewicht zu sortieren. Rechte und Erlaubnis wiegen am schwersten, denn sie führen direkt zu Löschforderungen. Dann betrifft die Markensicherheit den Ruf. Prozessdisziplin löst den Rest.

Wie regeln Sie Rechte und Erlaubnis bei UGC?

Wer den Inhalt erstellt hat, ist sein Urheber. Möchte eine Marke ihn auf eigenen Kanälen, in Anzeigen oder auf der Produktseite nutzen, sollte sie den Umfang schriftlich klären. Selbst eine kurze Nachricht ist besser als gar keine Erlaubnis, denn sie schafft Klarheit.

Eine Erlaubnis sollte diese Punkte nennen: welchen Inhalt Sie nutzen, auf welchen Kanälen, wie lange, ob in Anzeigen und ob Sie ihn bearbeiten dürfen. Bei Creator Inhalten schreiben Sie diese Bedingungen in den Vertrag.

Zu den Vertragspunkten lesen Sie Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören. Urheberrecht, Datenschutz und Recht am eigenen Bild sind juristische Themen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung, bitte lassen Sie sich fachkundig beraten.

Halten Sie jede Erlaubnis nach Möglichkeit fest. Ein Nachrichtenverlauf, eine E-Mail oder ein einfaches Einverständnisformular ist ein guter Anfang. Außerdem helfen Notizen Ihnen später, sich an Absprachen zu erinnern. Denken Sie außerdem daran, den Inhalt nach Ablauf der vereinbarten Frist zu entfernen.

Wie schützen Sie bei UGC die Markensicherheit?

Markensicherheit bedeutet, dass Inhalte nicht gegen Ihre Werte verstoßen. Bei organischen Inhalten können Sie das nicht vorab prüfen. Daher brauchen Sie vor der Veröffentlichung einen Filter.

Ein einfacher Filter stellt diese Fragen:

  1. Zeigt der Inhalt Ihr Produkt korrekt und so, wie es ist?
  2. Sind im Hintergrund eine andere Marke, eine Person oder ein unpassendes Element zu sehen?
  3. Stimmen die Aussagen mit den Tatsachen und den Werberegeln überein?
  4. Hat das veröffentlichende Konto eine Vorgeschichte, die zu Ihrer Marke im Widerspruch steht?
  5. Ziehen Kommentare und Markierungen den Beitrag in einen negativen Zusammenhang?

Bei Creator Inhalten senkt das Briefing dieses Risiko deutlich. Wie ein gutes Briefing aussieht, zeigt unser Beitrag Influencer Briefing schreiben. Somit treffen alle im Team dieselbe Entscheidung, wenn Sie den Filter aufschreiben.

Auch Moderation zählt. Zeigen Sie Kundeninhalte auf Ihrer Seite, prüfen Sie Kommentare und Markierungen regelmäßig. Jeder Beitrag, den Sie veröffentlichen, steht im Schaufenster Ihrer Marke, und Sie tragen dafür die Verantwortung.

Warum sind Werbekennzeichnung und Transparenz bei UGC wichtig?

Weil Zuschauer wissen möchten, ob hinter dem Inhalt eine geschäftliche Beziehung steht. Bezahlter oder geschenkter Inhalt, der als organische Empfehlung auftritt, kann täuschen. Das ist also eine Frage von Vertrauen und von Regeln.

In den USA hat die Federal Trade Commission im November 2019 ihren Leitfaden Disclosures 101 veröffentlicht. Konkret verlangt er, dass Creator wesentliche Verbindungen wie Gratisprodukte oder Zahlungen neben der Empfehlung deutlich offenlegen. Begriffe wie "Werbung" im Sinne von "ad" und "sponsored" gelten dort als akzeptabel, vage Kürzel wie "collab" dagegen nicht. Den Leitfaden finden Sie auf der offiziellen Seite der FTC.

Wer in der Türkei wirbt, bewegt sich im Rahmen der türkischen Verordnung über kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken sowie des Werberats. Daher wiederholen wir die Regeln hier nicht. Details finden Sie in unserem Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei.

Als Faustregel gilt: Nennen Sie jede Gegenleistung klar. Die Gegenleistung kann zum Beispiel Geld sein, aber auch ein Gratisprodukt oder ein Rabatt. Ein Hinweis in winziger Schrift oder am Ende des Beitrags ist keine Transparenz. Somit ist ein schlichter, sichtbarer Satz der sicherste Weg.

Wie wird UGC auf den Plattformen zu Werbung?

Plattformen bieten eingebaute Wege, Creator oder Kundeninhalte als Anzeige zu schalten. Der Inhalt erscheint dann unter dem Profil des Urhebers und bleibt mit ihm verbunden. Das ist zudem transparenter, als einen Clip herunterzuladen und neu hochzuladen.

Zunächst machen auf TikTok Spark Ads aus organischen Beiträgen Werbekampagnen. Laut Hilfecenter von TikTok erzeugt der Creator in den Anzeigeneinstellungen des Videos einen Code und gibt ihn der Marke. Den Ablauf erklären wir in TikTok Spark Ads: Autorisierungscode Anleitung. Die offizielle Quelle ist die TikTok Hilfeseite.

Andererseits erfüllen bei Meta Partnerschaftsanzeigen eine ähnliche Aufgabe. Das Instagram Hilfecenter behandelt Werbeerlaubnisse auf Inhaltsebene als eigenes Thema. Menüschritte ändern sich mit der Zeit, prüfen Sie den aktuellen Pfad daher immer auf der offiziellen Seite.

Diesen Wegen ist eines gemeinsam: Die Freigabe läuft innerhalb der Plattform. Somit liegt die Zustimmung des Urhebers dokumentiert vor. Besprechen Sie trotzdem vorab die Freigabedauer und den Widerruf.

Wie funktioniert UGC in einem Beispielszenario?

Das Folgende ist ein Beispielszenario, kein echter Kunde. Stellen Sie sich eine kleine Marke für Heimtextilien vor, die Kissenbezüge verkauft. Allerdings finden sich auf der Produktseite nur schlichte Studiofotos. Besucher fragen sich, wie die Bezüge im echten Licht aussehen.

Zunächst bittet die Marke Kunden in der E-Mail nach dem Kauf um Fotos. Die Bilder der Kunden, die zugestimmt haben, stellt sie auf die Produktseite. Dann beauftragt sie einen Creator mit einem Anwendungsvideo und schaltet es als Anzeige.

Somit erscheinen hier alle drei UGC Arten. Organische Fotos schaffen Vertrauen, die Belohnung für die Einladung steigert die Beteiligung, und das Creator Video speist die Anzeigen. Die Ergebnisse sind für dieses Beispiel nur angenommen. Daher müssen Sie sie in Ihrem eigenen Geschäft messen.

Entscheidend ist, dass jeder Schritt mit eigener Erlaubnis läuft. Für das Kundenfoto brauchen Sie eine Zustimmung, für das Creator Video einen eigenen Vertrag. Außerdem legen Sie für die Anzeige eine Freigabedauer fest. So nutzen Sie keinen Inhalt über seinen Umfang hinaus.

Wie starten Sie mit UGC?

Kurz gesagt: Klein anzufangen ist richtig. Zunächst sehen Sie sich an, welcher UGC bereits existiert. Durchsuchen Sie eine Woche lang Ihre Markierungen, Bewertungen und alle Beiträge, die Ihren Markennamen erwähnen.

Danach können Sie eine einfache Roadmap zeichnen:

  1. Wählen Sie Ihr Ziel: Vertrauen, Verkauf oder Werbematerial.
  2. Sammeln Sie vorhandene Kundeninhalte und speichern Sie sie.
  3. Bereiten Sie eine kurze Anfrage zur Erlaubnis vor.
  4. Schreiben Sie ein Briefing für einen kleinen Creator Test.
  5. Messen Sie die Ergebnisse und wiederholen Sie, was funktioniert.

Die Details zu den Schritten finden Sie in unserem Leitfaden zur UGC Kampagne. Daher zeichnet dieser Beitrag nur den Startrahmen. Die richtige Reihenfolge lautet: erst ansehen, dann um Erlaubnis bitten, zuletzt investieren.

Setzen Sie sich für den ersten Monat ein realistisches Ziel. Zum Beispiel lehrt es mehr, zwanzig Kunden zu erreichen und fünf Beiträge freizugeben, als ein großes Ziel. Denn dieser kleine Test zeigt Engpässe früh. Danach skalieren Sie langsam.

Wie messen Sie die Ergebnisse von UGC?

Die Regel für die Messung ist einfach: Geben Sie jedem Inhalt ein Ziel und jedem Ziel eine Kennzahl. Wollen Sie Vertrauen, dann beobachten Sie die Conversion der Produktseite und die Interaktion mit Bewertungen. Wollen Sie Anzeigenergebnisse, dann verfolgen Sie Klick und Conversion Kosten.

Nutzen Sie UTM Parameter, um Quellen zu trennen. Unser UTM Generator erleichtert das. Die Logik erklären wir in UTM Parameter für Kampagnen Tracking.

Nehmen wir ein Beispielszenario: Sie schalten für dasselbe Produkt zwei Anzeigenvideos. Erstens läuft ein Studiodreh, zweitens ein Clip im UGC Stil. Sie markieren beide und vergleichen den Werbeertrag mit unserem ROAS Rechner. Das Ergebnis hängt von Branche und Produkt ab, daher versprechen wir nichts.

Ein einzelner Vergleich genügt nicht, denn der Kontext zählt. Zum Beispiel kann ein Video mit vielen Aufrufen ohne Verkäufe auf ein Problem der Produktseite hinweisen. Lesen Sie die Kennzahlen deshalb im gesamten Trichter, nicht einzeln.

Welche Fehler machen Marken bei UGC Kampagnen?

Die meisten Fehler beginnen als kleine Versäumnisse am Anfang. Wer sie kennt, geht also nicht zweimal denselben Weg. Die folgende Liste sammelt die häufigsten.

  • Veröffentlichen ohne Erlaubnis: Ein schöner Beitrag in der Anzeige, ohne zu fragen, schadet Beziehung und Vertrauen.
  • Sammeln ohne Ziel: Inhalte stapeln sich, aber niemand nutzt sie.
  • Alles annehmen: Ohne Filter verwässert Ihr Markenton.
  • Kennzeichnung vergessen: Bezahlte Inhalte als organisch darzustellen schadet der Transparenz.
  • Nicht messen: Wer Inhalte vervielfacht, ohne den Erfolg zu kennen, verbrennt Budget.

Allerdings ist keiner dieser Punkte eine technische Hürde. Alle sind Gewohnheiten. Deshalb ist eine Checkliste in der ersten Woche der günstigste Schutz.

Ein Fehler kommt hinzu: UGC allein für ausreichend zu halten. Selbst starke Inhalte konvertieren nicht, wenn die Produktseite langsam oder der Preis unklar ist. Kurz gesagt: UGC stützt einen soliden Verkaufsweg und ersetzt ihn nicht.

Für welche Unternehmen eignet sich UGC am besten?

UGC funktioniert am leichtesten bei Produkten und Diensten, die man zeigen kann. Mode, Wohnaccessoires, Kosmetik, Kaffee und Handgemachtes sind Beispiele. Denn der Kunde kann den Moment der Nutzung mühelos teilen.

Zudem können auch Dienstleister es nutzen. Ein Restaurant kann Gästefotos zeigen, eine Schule Geschichten von Absolventen. Halten Sie nur heikle Aussagen aus dem Inhalt heraus. In Branchen mit strengen Werberegeln holen Sie zuerst fachlichen Rat ein.

Im B2B Bereich tritt UGC meist als Kundenzitat, geteilte Fallnotiz oder Community Inhalt auf. Das Format ist anders, das Prinzip bleibt gleich: die Stimme eines echten Nutzers. Daher kann auch ein kleines oder gewöhnliches Unternehmen die Tür zu UGC öffnen.

Eine Frage entscheidet über die Eignung: Würde Ihr Kunde das Produkt gern teilen? Wenn ja, fühlt sich UGC natürlich an. Wenn nein, dann wechseln Sie etwa bei sehr privaten Produkten zu kontrollierteren Formen wie Creator Inhalten oder schriftlichen Bewertungen.

Sollten Sie UGC mit Agentur oder allein betreuen?

Einen kleinen Test können Sie selbst durchführen. Sie durchsuchen Markierungen, fragen einige Kunden um Erlaubnis und ergänzen den Inhalt auf der Produktseite. Eine Agentur brauchen Sie in dieser Phase also nicht.

Allerdings wird die Arbeit schwer, sobald Creator Auswahl, Briefing, Vertrag, Lizenzverwaltung und Anzeigensteuerung zusammenkommen. Dann spart ein erfahrenes Team Zeit. Die Auswahlkriterien nennen wir in UGC Agentur auswählen: 7 Kriterien.

Wir sind Talha Aslan und Team und bieten Influencer Marketing sowie Social Media Betreuung an. Zunächst hören wir Ihr Ziel an. Danach klären wir gemeinsam, welche UGC Art zu Ihnen passt.

Fragen Sie sich, wie viele Stunden pro Woche Sie dafür einplanen können. Reicht die Zeit nicht, dann teilen Sie den Prozess auf. Zum Beispiel übernehmen Sie Erlaubnis und Sammlung selbst und holen sich Unterstützung für Creator Briefing und Anzeigeneinrichtung.

Was sollte nach der Frage was ist UGC der erste Schritt sein?

Der erste Schritt ist, UGC als Gewohnheit zu sehen, nicht als Kampagne. Machen Sie Kundeninhalte sichtbar, machen Sie die Erlaubnis zum Standard und messen Sie, was funktioniert. Creator Inhalte bauen dann auf diesem Fundament auf.

Zusammengefasst heißt UGC nicht, dass andere an Ihrer Stelle sprechen. Es bedeutet, die Stimme des Kunden regelmäßig, mit Erlaubnis und transparent in die Geschichte Ihrer Marke einzubauen.

Lesen Sie nichts in diesem Beitrag als Ergebnisversprechen. Denn Resultate hängen von Produkt, Zielgruppe und Plattform ab. Kleine Tests mit Ihren eigenen Daten sind die verlässlichste Methode.

Als Nächstes empfehlen wir unseren Leitfaden zur UGC Kampagne mit den Umsetzungsschritten. Für einen Vergleich lesen Sie UGC oder klassische Werbung.

Häufig gestellte Fragen

Ist UGC dasselbe wie nutzergenerierte Inhalte?
Ja, UGC ist die gängige Abkürzung für User Generated Content, also nutzergenerierte Inhalte. Gemeint sind Fotos, Videos und Bewertungen von Kunden, Followern oder Creatorn. Im Alltag beschreibt der Begriff auch Creator Videos, die eine Marke beauftragt. Schauen Sie deshalb, wie der Inhalt entstand und was die Marke dafür gab.
Brauchen Sie für UGC eine Erlaubnis?
In der Regel ja, denn wer den Inhalt erstellt, ist sein Urheber. Bevor Sie ihn auf eigenen Kanälen oder in Anzeigen nutzen, klären Sie den Umfang schriftlich. Die rechtlichen Einzelheiten hängen vom Fall ab. Diese Antwort ist keine Rechtsberatung, lassen Sie sich daher bitte fachkundig beraten.
Kann ein UGC Creator zugleich Influencer sein?
Ja, die Rollen unterscheiden sich aber. Ein Influencer erreicht sein eigenes Publikum, ein UGC Creator produziert meist für Kanäle und Anzeigen einer Marke. Eine Person kann beide Rollen übernehmen. Sie erkennen den Unterschied daran, wofür Sie bezahlen: für Reichweite oder für den Inhalt selbst.
Schlägt UGC klassische Werbung immer?
Nein, das garantiert niemand. Inhalte im UGC Stil können bei manchen Produkten und Zielgruppen gut funktionieren und bei anderen schlecht. Das Ergebnis hängt von Produkt, Kanal und Ziel ab. Testen Sie deshalb beide Inhaltsarten unter gleichen Bedingungen und entscheiden Sie anhand Ihrer eigenen Daten.
Wie startet ein kleines Unternehmen mit UGC?
Schauen Sie zuerst, was bereits existiert. Durchsuchen Sie Markierungen und Bewertungen und bitten Sie den Urheber eines Beitrags, der Ihnen gefällt, per Nachricht um Erlaubnis. Danach nutzen Sie den Inhalt auf Produktseite oder Profil. Das braucht kein großes Budget, nur regelmäßige Aufmerksamkeit und eine klare Gewohnheit bei der Erlaubnis.
Wann braucht UGC eine Werbekennzeichnung?
Ist der Inhalt bezahlt oder gegen ein Produkt entstanden, besteht eine geschäftliche Verbindung, und Zuschauer sollten sie klar erkennen. Dafür helfen die Kennzeichnungsfunktionen der Plattformen. In der Türkei läuft der Rahmen über die Werbeverordnung und den Werberat. Fragen Sie für Ihren konkreten Fall eine fachkundige Person.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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