Social Media

UGC Agentur auswählen: 7 Kriterien für Marken

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist eine UGC Agentur und wie wählen Sie die richtige aus?

Eine UGC Agentur sucht für Ihre Marke Creator, briefet sie und liefert die fertigen Videos oder Fotos. Bei der Auswahl prüfen Sie sieben Punkte: Creator Pool und Prüfung, Nutzungsrechte und Lizenzdauer, Korrekturen und Lieferzeit, Format, transparente Preise, Reporting sowie Referenzen mit einem Testprojekt.

UGC steht für User Generated Content, also von Nutzern erstellte Inhalte. In der Praxis setzen Marken sie in Anzeigen, auf Produktseiten und in eigenen Social Media Kanälen ein. Deshalb liefert eine gute UGC Agentur nicht nur ein schönes Video, sondern auch klare Rechte und messbare Ergebnisse.

In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie eine UGC Agentur über sieben Kriterien auswählen. Konkret finden Sie zu jedem Kriterium die passende Frage, das gute Signal und den Punkt, an dem Sie vorsichtig sein sollten. Zudem haben wir eine Bewertungstabelle und eine Vertragsliste ergänzt.

Warum ist die Wahl der UGC Agentur so wichtig?

Bei UGC kaufen Sie nicht nur ein Video. Sie kaufen ein Nutzungsrecht. Allerdings hilft Ihnen ein starkes Video in der Werbung nicht, wenn die Lizenz unklar bleibt. Deshalb ist die Agenturwahl eine Entscheidung über Vertrag und Abläufe, nicht nur über Kreativität.

Zudem hat der Prozess viele Teile. Zunächst suchen Sie Creator, versenden das Produkt, sammeln die Inhalte, fordern Korrekturen an und nehmen die Dateien ab. Steuert die Agentur diese Kette schlecht, kostet jeder Schritt Zeit und Geld.

Die Folgen einer schlechten Wahl zeigen sich oft spät. Die ersten Videos kommen an und gefallen Ihnen, denn sie wirken fertig. Drei Monate später möchten Sie sie als Anzeige schalten und erfahren, dass die Lizenz abgelaufen ist. Daher lohnt sich ein klarer Auswahlprozess von Anfang an.

Die Grundlagen zu UGC behandeln wir daher separat. Lesen Sie dazu unseren Leitfaden zu UGC. Hier konzentrieren wir uns deshalb allein auf die Agenturwahl.

Welche 7 Kriterien helfen bei der Auswahl einer UGC Agentur?

Die sieben Kriterien lauten: Creator Pool und Prüfung, Nutzungsrechte und Lizenzdauer, Korrekturen und Lieferzeit, Format und Plattform, transparente Preise, Reporting sowie Referenzen mit Testprojekt. Der Vertrag hält diese sieben Punkte dann schriftlich fest.

Die folgende Tabelle fasst also alles auf einen Blick zusammen. Die einzelnen Zeilen erklären wir dann in den nächsten Abschnitten.

KriteriumFrage an die AgenturGutes Signal
Creator PoolWie finden und prüfen Sie Creator?Ein klarer Auswahl und Prüfprozess
NutzungsrechteWelchen Umfang und welche Dauer hat die Lizenz?Schriftlicher Umfang, Dauer und Kanalliste
Korrekturen und LieferungWie viele Korrekturen, bis wann?Zeitplan und Korrekturgrenze im Vertrag
Format und PlattformFür welches Format und welche Plattform drehen Sie?Formatliste je Plattform
PreiseAus welchen Posten besteht der Preis?Einzelposten, keine Zusatzkosten
ReportingWelche Daten teilen Sie, wie oft?Feste Kennzahlen und regelmäßige Übersicht
Referenzen und TestKönnen wir klein starten?Pilotangebot und nachvollziehbare Beispiele

Die guten Signale sind ein allgemeiner Rahmen. Daher können Sie die Gewichtung an Branche und Budget anpassen.

Kriterium 1: Wie prüfen Sie den Creator Pool einer UGC Agentur?

Der Creator Pool ist die Liste der Content Creator, die über die Agentur arbeiten. Allerdings ist seine Größe weniger wichtig als seine Entstehung. Fragen Sie, ob Creator ein Bewerbungs und Prüfverfahren durchlaufen oder ob die Agentur nur eine öffentliche Liste sammelt.

Fragen Sie außerdem nach den Prüfschritten. Wie kontrolliert die Agentur frühere Arbeiten, die Echtheit des Kontos und die Passung zur Marke? Spricht die Agentur von selbst über Fake Konten und gekaufte Follower, ist das ein gutes Signal.

Fragen Sie zudem nach Creatorn aus Ihrer Branche. Verkaufen Sie zum Beispiel Küchenzubehör, möchten Sie Beispiele von Creatorn sehen, die ähnliche Produkte gefilmt haben. Die Frage lautet also nicht „Wie viele Creator haben Sie?“, sondern „Wie viele passen zu meinem Produkt?“

  • Lassen Sie sich Bewerbung und Auswahl der Creator schriftlich erklären.
  • Fordern Sie Arbeitsproben an, bevor Sie zusagen.
  • Klären Sie, ob Sie jeden Creator freigeben dürfen.
  • Fragen Sie, wie die Agentur Creator mit Konkurrenzmarken behandelt.

Die Sicht der Creator beschreibt unser Beitrag UGC Creator werden. Wenn Sie beide Seiten kennen, stellen Sie also bessere Fragen.

Kriterium 2: Wie sollten Nutzungsrechte und Lizenzdauer aussehen?

Die Lizenz legt fest, wo, wie lange und in welcher Form Sie das Video nutzen dürfen. Hier machen die meisten Marken Fehler. Das Video wirkt bei der Lieferung zwar fertig, das eigentliche Recht steht allerdings im Vertrag.

Lassen Sie diese Fragen schriftlich beantworten. Posten Sie organisch, schalten Sie bezahlte Anzeigen oder beides? Wie lange gilt die Lizenz? Was passiert nach Ablauf, und wie verlängern Sie? Gibt es eine gesonderte Einwilligung für Gesicht und Stimme des Creators?

Auch die Plattformen haben eigene Regeln. TikTok nutzt zum Beispiel einen Autorisierungscode, den der Creator vor der Bewerbung seines Beitrags bereitstellt. Konkret finden Sie die Details auf der TikTok Spark Ads Hilfeseite. Ebenso brauchen bei Meta Partnerschaftsanzeigen die Erlaubnis des Creators. Die Meta Hilfeseite zu Partnerschaftsanzeigen erklärt das.

Fragen Sie die Agentur deshalb: „Für welche Kanäle und welche Dauer lizenzieren Sie, und wie berechnen Sie zusätzliche Nutzung?“ Erhalten Sie keine klare Antwort, gehen Sie nicht in den Vertrag.

Kriterium 3: Wie legen Sie Korrekturen und Lieferzeit fest?

Die Lieferzeit ist der Zeitraum von der Freigabe des Briefings bis zum ersten Entwurf und zur finalen Datei. Korrekturen sind die Änderungen, die Sie nach dem ersten Entwurf anfordern dürfen. Halten Sie daher beides schriftlich fest, mit Zahlen und Terminen.

Fragen Sie nach drei getrennten Terminen: Ankunft des Produkts beim Creator, erster Entwurf und finale Lieferung. In der Praxis verzögert der Produktversand in vielen Projekten alles. Klären Sie daher, wer den Versand verantwortet.

Auch der Umfang einer Korrektur zählt. Allerdings sind eine kleine Änderung und ein kompletter Neudreh nicht dasselbe. Ein Tippfehler im Untertitel ist zum Beispiel schnell behoben, ein falsch gezeigtes Produkt erfordert dagegen einen neuen Dreh. Zieht die Agentur diese Grenze im Vertrag, vermeiden Sie spätere Streitigkeiten.

  1. Notieren Sie den Termin der Briefing Freigabe.
  2. Trennen Sie Versandtermin und Liefertermin.
  3. Legen Sie Entwurfstermin und Zahl der Korrekturen fest.
  4. Vereinbaren Sie Dateiformat und Benennung für die finale Lieferung.

Die Qualität des Briefings prägt somit diesen ganzen Zeitplan. Unser Beitrag Influencer Briefing schreiben liefert ein Gerüst, das auch für UGC funktioniert.

Kriterium 4: Wie prüfen Sie Format und Plattformpassung?

Die Formatpassung umfasst Plattform, Seitenverhältnis und Länge jedes Videos. Ein Hochformatvideo, ein quadratisches Bild und eine Aufnahme für die Produktseite brauchen unterschiedliche Bildausschnitte. Fragt die Agentur früh danach, spricht das für sie.

Sagen Sie der Agentur deshalb genau, wo Sie den Inhalt einsetzen. Für Anzeigen zählen vor allem die ersten Sekunden, die Untertitel und ein klar sichtbares Produkt. Für ein organisches Konto reicht dann oft ein natürlicherer Ablauf. Kurz gesagt, ein Video passt nicht überall.

Sprechen Sie auch über die Dateilieferung. Klären Sie vorab, ob Sie Rohmaterial, eine Version ohne Untertitel oder mehrere Seitenverhältnisse möchten. Denn jedes spätere Format bedeutet zusätzliche Arbeit für die Agentur. Nennen Sie es also am Anfang, dann vermeiden Sie Zusatzkosten.

Betreiben Sie einen Onlineshop, schauen Sie sich den Einsatz auf Produktseiten und in Anzeigen an. Unser Beitrag zu UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung zeigt diese Formate.

Kriterium 5: Woran erkennen Sie transparente Preise?

Transparente Preise bedeuten, dass Sie die einzelnen Posten der Gesamtsumme sehen. Wir nennen hier bewusst keine Zahlen, denn der Preis hängt von Branche, Creator und Lizenz ab. Wichtig ist daher, dass Sie die Posten und die Logik verstehen.

Typische Posten sind das Creator Honorar, der Produktversand, die Agenturgebühr, ein Korrekturkontingent, die Lizenzdauer und Zusatznutzungen. Weist die Agentur sie getrennt aus, können Sie Angebote also vergleichen. Nennt sie dagegen nur eine Summe, fragen Sie dann nach dem Inhalt.

Bereiten Sie außerdem Fragen zu versteckten Kosten vor. Berechnet die Agentur zum Beispiel extra für weitere Korrekturen, eine längere Lizenz, eilige Lieferung oder Rohdateien? Jede Antwort mit „Ja“ ist ein Risikoposten in Ihrem Budget.

  • Bitten Sie die Agentur, den Preis in Posten aufzuteilen.
  • Fragen Sie, wie die Lizenzdauer den Preis beeinflusst.
  • Lassen Sie Zusatznutzung und Verlängerung schriftlich regeln.
  • Koppeln Sie Zahlungstermine an Lieferstufen.

Planen Sie Ihr Budget, trennen Sie also Content Produktion und Werbeausgaben. Wie aus Inhalten Umsatz entsteht, können Sie mit unserem ROAS Rechner ausprobieren.

Kriterium 6: Wie sollte das Reporting aussehen?

Das Reporting zeigt Ihnen, ob die gelieferten Inhalte wirken. Bei UGC gibt es meist zwei Berichte: einen Produktionsbericht und einen Leistungsbericht. Der erste erklärt also den Prozess, der zweite das Ergebnis.

Im Produktionsbericht sehen Sie, wie viele Creator die Agentur angesprochen und freigegeben hat und welche Inhalte sie geliefert hat. Im Leistungsbericht sehen Sie dann, wie die Inhalte in Anzeigen oder auf organischen Konten laufen. Hat die Agentur allerdings keinen Zugriff auf Ihr Werbekonto, braucht sie diese Daten von Ihnen.

Klären Sie die Messung deshalb früh. Legen Sie fest, welche Kennzahlen Sie verfolgen, wie oft der Bericht kommt und wer die Daten sammelt. Für die Kennzeichnung Ihrer Links nutzen Sie unseren UTM Generator.

Eine ehrliche Agentur garantiert keine Ergebnisse. Denn der Umsatz hängt auch von Produkt, Preis und Anzeigenaufbau ab. Gehen Sie daher vorsichtig mit Angeboten um, die „garantierten Umsatz“ versprechen.

Kriterium 7: Wie fragen Sie nach Referenzen und einem Testprojekt?

Eine Referenz ist ein nachvollziehbarer Beleg für frühere Arbeit. Ein Testprojekt ist ein kleiner Pilot. Zusammen zeigen sie den Abstand zwischen dem, was eine Agentur sagt, und dem, was sie tut.

Fragen Sie bei einer Referenz, für wen die Arbeit entstand und welche Rolle die Agentur hatte. Darf sie aus Vertraulichkeit keinen Kunden nennen, kann sie dennoch Format und Prozess beschreiben. Wir nennen in diesem Beitrag kein Markenbeispiel, weil wir keines belegen können.

Allerdings ist das Ziel eines Tests nicht ein großes Ergebnis. Sie möchten den Prozess beobachten. Ein kurzes Briefing, wenige Creator und ein enger Zeitplan genügen daher. So testen Sie Reaktionszeit, Umgang mit Korrekturen und Dateiqualität mit geringem Risiko.

Lehnt die Agentur einen Pilot ab, fragen Sie nach dem Grund. Manche Agenturen arbeiten zum Beispiel erst ab einem Mindestumfang. Bietet sie allerdings gar keinen kleinen Einstieg an, steigt Ihr Risiko.

Welche Klauseln gehören in einen Vertrag mit einer UGC Agentur?

Ein Vertrag überführt somit die sieben Kriterien in Schriftform. Er sollte Umfang, Lizenz, Zeitplan, Honorar, Vertraulichkeit und Ausstiegsregeln nennen. Die folgende Liste gibt allerdings nur einen allgemeinen Rahmen. Sie ersetzt keine Rechts oder Steuerberatung, daher sprechen Sie mit einer Fachperson.

  • Leistungsumfang: Zahl der Inhalte, Format und Plattform.
  • Lizenz: Nutzungsbereich, Dauer, Region und Zusatznutzung.
  • Creator Einwilligung: schriftliche Zustimmung für Bild, Stimme und persönliche Daten.
  • Lieferung und Korrekturen: Termine, Zahl der Korrekturen und Abnahmeregeln.
  • Honorar und Zahlung: Einzelposten, Zahlungszeitpunkt und Regeln für Zusatzarbeit.
  • Vertraulichkeit und Exklusivität: Produktdetails und Konkurrenzmarken.
  • Kündigung und Erstattung: Stornoregeln und Lösung bei ausbleibender Lieferung.
  • Werbekonformität: Kennzeichnung bezahlter Partnerschaften und Plattformregeln.

Für Creator Verträge lesen Sie auch Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören. Dieselbe Logik gilt weitgehend für UGC.

Welche Fragen sollten Sie einer UGC Agentur stellen?

Fragen im Erstgespräch zeigen, wie eine Agentur arbeitet. In der Praxis sagt die Klarheit der Antworten oft mehr als das Angebot selbst. Daher können Sie die folgende Liste zum Termin mitnehmen.

  1. Wie finden und prüfen Sie Creator?
  2. Welche Dauer und welchen Umfang hat die Lizenz, und wie läuft die Verlängerung?
  3. Wie viele Korrekturen sind enthalten, und was kosten weitere?
  4. Wer übernimmt den Produktversand im Zeitplan?
  5. Für welche Plattformen und Formate drehen Sie?
  6. Aus welchen Posten besteht das Angebot?
  7. Welchen Bericht teilen Sie, und wie oft?
  8. Können wir mit einem kleinen Testprojekt starten?

Achten Sie außerdem darauf, wie die Agentur antwortet. Kurze, klare und belegte Antworten sind also ein gutes Zeichen. Lange und vage Antworten deuten dagegen oft auf einen unklaren Prozess hin.

Worin unterscheidet sich eine UGC Agentur von einer Influencer Agentur?

Eine UGC Agentur konzentriert sich auf Inhalte, die Ihre Marke selbst nutzt. Eine Influencer Agentur zielt auf die Reichweite im Publikum des Creators. Bei UGC veröffentlichen Sie den Inhalt meist auf Ihrem Konto oder in Ihren Anzeigen. Bei Influencer Arbeit liegt der Beitrag meist auf dem Konto des Creators.

Dieser Unterschied verändert somit Ihre Auswahlkriterien. Die Tabelle vergleicht beide Modelle.

ThemaUGC AgenturInfluencer Agentur
HauptergebnisInhalte für Ihre MarkeBeitrag für das Publikum des Creators
Ort der NutzungMarkenkonto, Anzeigen, ProduktseiteKonto des Creators
Wichtiges RechtLizenz und Nutzung in AnzeigenVeröffentlichungstermin und Kennzeichnung
MessungLeistung in Anzeigen und auf SeitenReichweite, Interaktion, Klicks
Wichtigstes KriteriumLizenzdauer und FormatZielgruppenpassung und Freigabeprozess

Beide Modelle schließen sich nicht aus. Manche Marken bauen zunächst mit UGC eine Inhaltsbibliothek auf und wechseln später zu Influencer Arbeit. Für diesen Weg lesen Sie unseren Leitfaden zur richtigen Influencer Agentur. Dort erklären wir eigene Kriterien wie Zielgruppenpassung und Freigabeprozess.

Sollten Sie UGC selbst umsetzen oder eine Agentur beauftragen?

Kann Ihr Team Creator finden, Briefings schreiben und Verträge verfolgen, können Sie UGC selbst umsetzen. Allerdings wird das mit wachsendem Umfang schwieriger. Denn Creator Kontakt, Versand und Lizenzunterlagen brauchen echte Zeit.

Eine Agentur bringt Prozesssteuerung und ein Creator Netzwerk mit. Andererseits fügt sie eine Ebene zwischen Ihnen und dem Creator ein. Sie müssen also Kosten und Kontrolle abwägen.

Stellen Sie sich einige Fragen. Wie viele Inhalte möchten Sie pro Monat? Betreut jemand die Creator Beziehungen? Haben Sie ein System für Lizenzen und Verträge? Bei geringem Umfang kann der Start im eigenen Haus also sinnvoll sein. Bei hohem Umfang passt eher eine Agentur.

Diese Entscheidung gilt nicht für immer. Sie können die ersten drei Monate selbst arbeiten, sehen, wo es hakt, und diesen Teil dann abgeben. Somit briefen Sie die Agentur deutlich klarer. Die Schritte einer Kampagne beschreibt unser Beitrag UGC Kampagne erstellen.

Welche Warnsignale sollten Sie bei einer UGC Agentur beachten?

Ein Warnsignal ist ein Hinweis, vor dem Vertrag innezuhalten. Es bedeutet allerdings nicht immer das Aus für die Agentur, verlangt aber eine Erklärung. Die folgende Liste sammelt die häufigsten Signale.

  • Die Agentur nennt Lizenzdauer und Umfang nicht schriftlich.
  • Sie kann ihre Creator Prüfung nicht erklären.
  • Sie verspricht Umsatz oder Wachstum.
  • Das Angebot zeigt nur eine Gesamtsumme ohne Einzelposten.
  • Arbeitsproben oder ein Pilotangebot lehnt sie ab.
  • Das Risiko von Fake Konten und Bot Followern wischt sie beiseite.
  • Kennzeichnung und Plattformregeln ignoriert sie.

Ein einzelnes Warnsignal ist nicht immer ein Ausschlussgrund. Treten jedoch drei oder vier zusammen auf, schauen Sie sich andere Optionen an. Der Grund ist einfach, denn Unklarheit ist bei UGC der teuerste Posten.

Wie gestalten Sie ein erstes Testprojekt?

Ein Testprojekt ist ein kurzer Erstauftrag mit geringem Risiko. Sie jagen also keinen Ergebnissen hinterher, sondern lernen die Arbeitsweise kennen. Halten Sie den Umfang deshalb klein.

Hier ein Beispielszenario: Eine Marke für Heimtextilien bestellt bei der Agentur einige kurze Videos. Sie hält dann das Briefing auf einer Seite, schreibt den Lizenzumfang auf und wählt eine Plattform. Das ist ein Beispielszenario, kein echter Kunde und kein echtes Ergebnis.

In einem solchen Pilot prüfen Sie zunächst einige Dinge. Versteht die Agentur das Briefing? Hält sie den Zeitplan ein? Wie geht sie mit Korrekturwünschen um? Kommen die Dateien im gewünschten Format an? Liefert sie das Lizenzdokument pünktlich?

  1. Wählen Sie ein Produkt und eine Plattform.
  2. Schreiben Sie ein kurzes Briefing und einen klaren Zeitplan.
  3. Lassen Sie den Lizenzumfang auch für den Pilot schriftlich festhalten.
  4. Bewerten Sie die Agentur am Ende mit einer kurzen Bewertungstabelle.

Wie nutzen Sie eine Bewertungstabelle für den Agenturvergleich?

Eine Bewertungstabelle vergleicht mehrere Agenturen nach demselben Maßstab. Sie geben jedem Kriterium 1 bis 5 Punkte und legen ein Gewicht fest. Somit trifft nicht mehr das Bauchgefühl die Entscheidung.

Die folgende Tabelle ist eine Vorlage. Passen Sie die Gewichte an Ihre Marke an. Planen Sie zum Beispiel starken Anzeigeneinsatz, steigt das Gewicht der Lizenz.

KriteriumGewicht (Beispiel)Agentur AAgentur B
Creator Pool und PrüfungHoch1 bis 51 bis 5
Nutzungsrechte und LizenzHoch1 bis 51 bis 5
Korrekturen und LieferungMittel1 bis 51 bis 5
Format und PlattformMittel1 bis 51 bis 5
PreistransparenzHoch1 bis 51 bis 5
ReportingMittel1 bis 51 bis 5
Referenzen und PilotMittel1 bis 51 bis 5

Dies ist eine Beispielvorlage. Die Angaben „hoch“ und „mittel“ sind daher nur ein Startvorschlag. Passen Sie sie an Ihre eigenen Prioritäten an.

Was gehört in das Briefing für eine UGC Agentur?

Eine Agentur arbeitet nur so gut wie das Briefing, das sie bekommt. Erklären Sie nicht, was Sie wollen, dann raten die Creator. Bereiten Sie daher vor dem ersten Gespräch einen kurzen Briefing Entwurf vor.

Nennen Sie im Entwurf das Produkt, die Zielgruppe, den Kanal für den Inhalt und die eine Hauptbotschaft. Listen Sie zudem verbotene Formulierungen und Konkurrenzmarken auf. So sieht die Agentur schon vor dem ersten Angebot den echten Umfang.

  • Produkt und Einsatz: Was leistet es, wer nutzt es?
  • Zielkanal: Anzeigen, Produktseite oder organisches Konto.
  • Ton und Bildausschnitt: locker, informativ oder zeigend.
  • Pflicht und Verbotsformulierungen: Markensprache und rechtliche Grenzen.
  • Lieferformat: Seitenverhältnis, Länge, Untertitel und Dateityp.

Achten Sie zudem darauf, wie die Agentur Ihr Briefing liest. Eine Agentur, die gute Fragen stellt, will den Auftrag verstehen. Eine Agentur ohne Rückfragen verursacht dagegen oft später viele Korrekturen.

Ändern sich die Kriterien für kleine und große Marken?

Die Kriterien bleiben also gleich, ihr Gewicht verschiebt sich. Für eine kleine Marke sind zum Beispiel Budgetflexibilität und ein kleines Startpaket oft wichtiger. Eine große Marke achtet stärker auf Vertragsdetails, Reporting Abläufe und Unterstützung mehrerer Plattformen.

Ein neuer Onlineshop startet zum Beispiel mit wenigen Inhalten und möchte sehen, welches Video in Anzeigen funktioniert. Dann zählen Pilotangebot und klare Lizenz am meisten. Eine Marke mit vielen Produkten braucht dagegen einen stetigen Inhaltsfluss je Produkt. Daher gewinnen Lieferzeitplan und Breite des Creator Pools an Bedeutung.

Ordnen Sie also zuerst Ihre eigenen Prioritäten, dann gewichten Sie die Bewertungstabelle. Eine einzige richtige Liste gibt es also nicht. Lizenzklarheit und Preistransparenz bleiben jedoch für jede Markengröße zentral.

Planen Sie das Budget, behandeln Sie Content Produktion und Werbeausgaben als getrennte Posten. Für die Anzeigenseite hilft unser ROAS Rechner als einfacher Startpunkt.

Was passiert mit Ihren Rechten, wenn Sie die Agentur wechseln?

Trennen Sie sich von einer Agentur, hängt die Nutzung der gelieferten Inhalte von den Lizenzbedingungen ab. Schweigt der Vertrag dazu, entsteht Unsicherheit im ungünstigsten Moment. Deshalb ist es einfacher, Ausstiegsregeln gleich zu Beginn zu besprechen.

Erwägen Sie einige Fragen im Vertrag. Gilt die Lizenz auch nach dem Ende der Zusammenarbeit bis zum Ablauf weiter? Dürfen Sie mit den Creatorn neu verhandeln? Erhalten Sie Rohdateien und Projektarchiv? Und welche Lösung bietet die Agentur für Arbeiten, die sie nie geliefert hat?

Führen Sie außerdem ein eigenes Archiv. Speichern Sie jede gelieferte Datei samt Lizenzdokument in Ihrem eigenen Speicher. Sonst kostet Sie die Abhängigkeit vom System der Agentur beim Wechsel Zeit.

Das Thema enthält rechtliche Details. Auch wenn Ihnen der Rahmen klar ist, lassen Sie den Endtext von einer Rechtsberatung prüfen.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie UGC in Anzeigen nutzen?

Schalten Sie UGC als Anzeige, müssen Sie Plattformregeln und Werberecht beachten. Inhalte, die im Austausch für eine Gegenleistung entstehen, gelten oft als kommerzielle Kommunikation. Klären Sie deshalb Kennzeichnung und Erlaubnis früh.

Als Beispiel aus den USA erklärt die Federal Trade Commission, dass eine wesentliche Verbindung im Inhalt selbst klar erkennbar sein soll. Das steht im FTC Leitfaden zur Offenlegung für Social Media Influencer. Die Richtlinien von Meta für Branded Content setzen auf der Plattformseite einen ähnlichen Rahmen.

Werben Sie in der Türkei, gelten zudem lokale Regeln. Neue Vorgaben beschreiben wir im Beitrag Werbeverordnung Türkei.

Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Bitte ziehen Sie eine Fachperson hinzu. Fragen Sie außerdem Ihre Agentur, welche Schritte sie bei Kennzeichnung und Erlaubnis geht.

Wie steuern Sie die ersten 30 Tage nach der Agenturwahl?

Die Wahl der Agentur ist nur die halbe Arbeit. Die ersten 30 Tage prägen die Gewohnheiten der Zusammenarbeit. In dieser Zeit brauchen Sie klare Kommunikation und eine feste Kontrolle.

Zunächst legen Sie in Woche eins Briefing, Zeitplan und Lizenzdokument fest. In Woche zwei geben Sie die ersten Creator frei. Danach prüfen Sie in Woche drei die ersten Entwürfe. In Woche vier testen Sie die gelieferten Inhalte in einem kleinen Durchlauf.

Benennen Sie außerdem einen Kontaktkanal und eine verantwortliche Person auf Ihrer Seite. Verstreutes Feedback erhöht die Zahl der Korrekturen. Sammeln Sie daher Ihre Anmerkungen in einer Liste und senden Sie sie gemeinsam.

Führen Sie ein Lizenzprotokoll in einer einfachen Tabelle: welcher Inhalt, welcher Creator, welcher Kanal, welches Enddatum. Diese kleine Gewohnheit verhindert eine Lizenzüberraschung nach drei Monaten. Somit ist das wertvollste Ergebnis des ersten Monats eine geordnete Dokumentation.

Fazit: Wo beginnen Sie bei der Wahl einer UGC Agentur?

Schreiben Sie zuerst Ihr Ziel auf: Anzeigen, Produktseiten oder ein organisches Konto. Dann wandeln Sie die sieben Kriterien in eine Bewertungstabelle um, stellen zwei oder drei Agenturen dieselben Fragen und bitten um einen kleinen Test. Bleiben Sie bei der Lizenz hart, denn auch das beste Video ist ohne Nutzungsrecht wertlos.

Unser Team arbeitet in Social Media Betreuung und Influencer Marketing. Wenn Sie Ihr Kooperationsmodell planen, schauen Sie sich unser Influencer Marketing Angebot und unsere Social Media Betreuung an. Die Kriterien in diesem Beitrag gelten allerdings unabhängig davon, mit welcher Agentur Sie arbeiten.

Zur Messung Ihrer UGC Inhalte können Sie außerdem unsere Rechner nutzen. Eine kurze Checkliste vor dem Start spart Zeit und Budget.

Zum Schluss: Eine gute UGC Agentur bietet Ihnen keinen schnellen, sondern einen verlässlichen Prozess. Wer die Lizenz klar festhält, den Preis in Posten aufteilt und mit einem kleinen Pilot starten will, ist eher ein langfristiger Partner. Hetzen Sie also das Erstgespräch nicht. Stellen Sie die Fragen der Reihe nach und notieren Sie die Antworten. So haben Sie beim Vergleich der Angebote eine solide Grundlage.

Häufig gestellte Fragen

Welches Kriterium ist bei der Wahl einer UGC Agentur am wichtigsten?
Am wichtigsten sind Nutzungsrechte und Lizenzdauer. Ein Video kann hervorragend aussehen, doch ohne schriftliche Erlaubnis für Anzeigen oder Produktseiten hilft es Ihnen kaum. Lassen Sie Umfang, Dauer, Kanäle und Verlängerung im Vertrag festhalten. Erst auf dieser Grundlage haben die übrigen Kriterien Gewicht.
Ist es sinnvoll, bei einer UGC Agentur ein Testprojekt anzufragen?
Ja, das ist sinnvoll. Ein kleines Testprojekt zeigt mit geringem Risiko, wie die Agentur ein Briefing versteht, den Zeitplan einhält und Korrekturen behandelt. Ein Produkt, wenige Creator und ein kurzer Zeitplan genügen. Bietet die Agentur keinen kleinen Einstieg an, fragen Sie nach dem Grund und vergleichen Sie weitere Anbieter.
Welche Preisposten sollte ich im Angebot einer UGC Agentur prüfen?
Achten Sie auf Creator Honorar, Produktversand, Agenturgebühr, Korrekturkontingent und Lizenzdauer als getrennte Posten. Fragen Sie außerdem, wie die Agentur weitere Korrekturen, längere Lizenzen und eilige Lieferung berechnet. Sind die Posten unklar, wird der Vergleich schwer, und spätere Zusatzkosten werden wahrscheinlicher.
Worin unterscheiden sich UGC Agentur und Influencer Agentur?
Eine UGC Agentur liefert Inhalte, die Ihre Marke in eigenen Kanälen und Anzeigen nutzt. Eine Influencer Agentur zielt auf Beiträge, die das Publikum des Creators erreichen. Bei UGC stehen daher Lizenz und Format im Vordergrund, bei Influencer Arbeit eher Zielgruppenpassung und Freigabeprozess. Sie können beide Modelle auch kombinieren.
Brauche ich die Erlaubnis des Creators, um UGC in Anzeigen zu nutzen?
In der Regel ja. Plattformen verlangen eine gesonderte Autorisierung oder Partnerschaftserlaubnis, bevor Sie den Beitrag eines Creators als Anzeige bewerben. Außerdem sollten Sie das Recht zur Nutzung in Anzeigen schriftlich vereinbaren. Details unterscheiden sich je nach Plattform, deshalb prüfen Sie die offiziellen Hilfeseiten. Dies ist keine Rechtsberatung.
Kann eine UGC Agentur Ergebnisse garantieren?
Eine ehrliche Agentur verspricht weder Umsatz noch Wachstum. Das Ergebnis hängt auch von Produkt, Preis, Anzeigenaufbau und Zielgruppe ab. Zusagen kann eine Agentur zu Produktion, Zeitplan und Reporting machen. Betrachten Sie Angebote mit garantiertem Umsatz als Warnsignal und fragen Sie genauer nach.
  • ugc agentur
  • ugc
  • agenturauswahl
  • creator prüfung
  • nutzungsrechte
  • influencer marketing
  • social media
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Sprechen wir über Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Das Erstgespräch ist kostenlos, wir hören zu und melden uns mit einer klaren Roadmap.