UGC Creator werden: Schritt für Schritt zum Einstieg

Wie können Sie UGC Creator werden?
UGC Creator werden heißt, für Marken Videos, Fotos und Texte im Stil echter Kunden zu produzieren. Sie starten mit einem Smartphone, wenigen Arbeitsproben, einem klaren Angebot und einer schriftlichen Vereinbarung. Eine große Reichweite brauchen Sie nicht, und Sie müssen die Inhalte auch nicht auf Ihrem eigenen Profil posten.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie UGC Creator werden, und führt Sie daher durch den ganzen Weg. Zunächst klären wir die Rolle. Danach gehen wir auf Fähigkeiten, Ausrüstung, Portfolio, Markensuche, Preisbausteine, Nutzungsrechte, Steuern und typische Fehler ein. Der Text bietet nur einen allgemeinen Rahmen. Außerdem ist er keine Rechts oder Steuerberatung, deshalb sprechen Sie vor jeder Unterschrift mit einer Fachperson.
Die kurze Antwort auf die Frage, wie Sie UGC Creator werden, lautet so: Wählen Sie zuerst ein Inhaltsformat, in dem Sie stark sind. Erstellen Sie dann drei bis fünf Beispiele. Schreiben Sie danach regelmäßig Marken an. Zudem führen Sie jeden Auftrag mit einem schriftlichen Briefing und schriftlichen Nutzungsbedingungen.
Denken Sie den Weg in drei Fragen: Über welche Produktkategorie möchten Sie sprechen? Wen sprechen Sie an? Welches Format passt am besten? Denn die Antworten prägen Ihr Portfolio, Ihr Angebot und Ihre Zielmarken. Wer alles gleichzeitig anbietet, wirkt auf Marken selten klar.
Haben Sie außerdem Geduld. Die ersten Aufträge sind allerdings oft klein. Trotzdem wird jede Lieferung zum Beleg für das nächste Angebot, und so wachsen Vertrauen und Erfahrung.
Was macht ein UGC Creator genau?
UGC steht für User Generated Content. Somit stellt ein UGC Creator solche Inhalte für eine Marke her. Die Marke nutzt die Dateien dann auf ihrem eigenen Kanal, in Anzeigen oder auf Produktseiten. Zudem müssen Sie den Inhalt nicht auf Ihrem Profil veröffentlichen.
Ein typischer Auftrag läuft so ab:
- Die Marke schickt Ihnen das Produkt und ein Briefing.
- Sie testen das Produkt und drehen Ihr Skript.
- Die Marke prüft den Schnitt und bittet bei Bedarf um Änderungen.
- Sie liefern die freigegebenen Dateien und erhalten Ihr Honorar nach den vereinbarten Nutzungsbedingungen.
Die Arbeit geht also über das Filmen hinaus. Sie treffen den Ton der Marke, erklären den echten Nutzen in einfachen Worten und schneiden das Video für den Kanal, auf dem es laufen soll. Zum Beispiel hat ein Hochformat Video für soziale Netzwerke ein anderes Tempo als ein Video für die Produktseite.
Anders gesagt: Die Rolle ist teils kreativ und teils ein Dienstleistungsjob. Liefertermine, Dateiformate und schnelle Antworten zählen ebenso wie der Inhalt selbst. Die Sicht der Marke finden Sie in unserem Leitfaden Was ist UGC. Hier konzentrieren wir uns deshalb auf die Creator Seite.
Was unterscheidet einen UGC Creator von einem Influencer?
Ein Influencer verkauft den Zugang zu einem Publikum. Ein UGC Creator dagegen verkauft die Produktion von Inhalten. Im ersten Fall zahlt die Marke also für Ihre Reichweite. Im zweiten Fall zahlt sie für starke Inhalte, die sie auf eigenen Kanälen einsetzen kann.
Die folgende Tabelle fasst den Unterschied zusammen.
| Thema | UGC Creator | Influencer |
|---|---|---|
| Was die Marke kauft | Inhaltsdateien und Nutzungsrechte | Reichweite und einen Beitrag |
| Wo der Inhalt läuft | Meist Kanal oder Anzeigen der Marke | Meist das Profil des Creators |
| Follower Zahl | Nicht das Hauptkriterium | Eines der wichtigen Kriterien |
| Kernfähigkeit | Skript, Dreh, Schnitt | Community und Vertrauen |
| Wichtiger Vertragspunkt | Nutzungsumfang und Dauer | Veröffentlichungsplan und Kennzeichnung |
Allerdings können sich die Rollen überschneiden. Zum Beispiel kann dieselbe Person Inhalte produzieren und zusätzlich auf dem eigenen Profil teilen. Mehr zur Influencer Seite lesen Sie im Beitrag Was ist Influencer Marketing.
UGC Creator werden: Welche Fähigkeiten brauchen Sie?
Vier Fähigkeiten bilden den Kern der Arbeit. Dafür brauchen Sie kein teures Studio, denn mit einem Smartphone und regelmäßiger Übung können Sie alle vier aufbauen.
- Skripte schreiben: Sie formulieren kurze Sätze, die in den ersten drei Sekunden Aufmerksamkeit wecken und den Nutzen klar erklären.
- Filmen: Sie halten Licht, Bildausschnitt und Ton sauber.
- Schneiden: Sie kürzen Leerlauf und setzen ein flüssiges Tempo.
- Kommunikation: Sie antworten schnell und nehmen Änderungswünsche professionell auf.
Fähigkeiten wachsen mit der Zeit. In den ersten Wochen sollten Sie daher keine Perfektion anstreben. Verbessern Sie stattdessen bei jedem Dreh einen einzigen Punkt. Konzentrieren Sie sich zum Beispiel in einem Video nur auf das Licht und im nächsten nur auf den ersten Satz.
Außerdem lernen Sie durch Beobachten. Analysieren Sie Anzeigen, die Ihnen gefallen. Was zeigen sie in den ersten drei Sekunden? Wo schneiden sie? Wie schließen sie ab? Somit schärft diese Gewohnheit Ihre Skripte schnell. Für den Einstieg hilft unser Beitrag zum Reels Hook in den ersten drei Sekunden.
Welche Ausrüstung reicht, um UGC mit dem Smartphone zu drehen?
Zum Start genügt ein aktuelles Smartphone. Dann, wenn Sie investieren möchten, kaufen Sie zuerst Ton, dann Licht und dann ein Stativ. Klarer Ton und gutes Licht entscheiden eher als reine Bildqualität darüber, ob eine Marke Ihre Datei nutzen kann.
Ein einfaches Grundset sieht so aus:
- Smartphone: Ein neueres Modell, das mit der Hauptkamera mindestens in Full HD filmt.
- Stativ: Ein kleines Tischstativ oder ein Standstativ für einen ruhigen Bildausschnitt.
- Licht: Tageslicht am Fenster ist die erste Wahl, ein günstiges Ringlicht kann helfen.
- Mikrofon: Ein Ansteckmikrofon verbessert den Ton deutlich.
- Schnitt App: Eine kostenlose mobile App reicht aus.
Räumen Sie außerdem den Hintergrund auf. Denn ein unordentlicher Raum lenkt vom Produkt ab. Beispielszenario: Ein Pflegeprodukt vor einer schlichten Wand bei Tageslicht zu filmen, passt zu vielen Briefings.
Beim Ton lohnt sich zusätzliche Sorgfalt. Wählen Sie einen ruhigen Raum und nutzen Sie weiche Flächen gegen Hall. Vorhänge, Teppiche und Kissen helfen also dabei. Denn Zuschauer verzeihen ein einfaches Bild, aber sie verlassen ein Video mit schlechtem Ton. Reinigen Sie vor jedem Dreh zudem das Objektiv und schalten Sie den Flugmodus ein.
Bauen Sie Ihr Set daher Schritt für Schritt aus. Starten Sie mit dem Gerät, das Sie besitzen, denn Sie wissen noch nicht, welche Aufträge Sie am häufigsten drehen. Kaufen Sie zum Beispiel ein Mikrofon, wenn Sie viele Sprechvideos machen, und Licht, wenn Sie viele Produktaufnahmen drehen.
In welchen Inhaltsformaten kann sich ein UGC Creator spezialisieren?
Jedes Format beantwortet einen anderen Bedarf der Marke. Deshalb gibt Ihnen die Wahl von ein oder zwei Formaten am Anfang ein klares Profil. Später können Sie Ihr Angebot dann erweitern.
- Unboxing: Zeigt den ersten Eindruck, die Verpackung und den Inhalt.
- Erfahrungsvideo: Beschreibt das Produkt so, als hätten Sie es eine Weile genutzt.
- Problem und Lösung: Zeigt ein Problem und stellt das Produkt als Lösung vor.
- Vergleich: Stellt zwei Anwendungen oder ein Vorher und Nachher nebeneinander.
- Fragen und Antworten: Beantwortet häufige Kundenfragen in kurzen Clips.
- Fotoset: Liefert saubere Bilder für Produktseiten und Anzeigen.
Zum Beispiel wünschen sich E-Commerce Marken oft kurze Videos für Produktseiten. Dienstleistungsmarken dagegen setzen eher auf Inhalte, in denen Sie selbst sprechen. Wenn Sie wissen, mit welchen Marken Sie arbeiten möchten, können Sie Ihr Portfolio gezielt ausrichten.
Auch eine einzelne Kategorie schafft deshalb Vertrauen. Wählen Sie zum Beispiel Wohnen, Küche, Technik oder Körperpflege und sammeln Sie dort Ihre Beispiele. Dann erinnern sich Marken leichter an Sie. Halten Sie sich in sensiblen Bereichen wie Gesundheit und Finanzen von kühnen Aussagen fern.
Wie bauen Sie ein UGC Portfolio auf?
Ein Portfolio ist Ihr Beleg, denn es zeigt einer Marke, dass Sie aus einem Briefing ein brauchbares Video machen. Wenn Sie noch keine Kunden haben, ist das trotzdem kein Problem. Erstellen Sie Beispiele für Produkte Ihrer Wahl und kennzeichnen Sie diese klar als Beispiele.
Ein starkes Portfolio enthält diese Teile:
- Drei bis fünf kurze Videos in verschiedenen Formaten, etwa Unboxing, Vorführung und Problem und Lösung.
- Dazu ein bis zwei Fotosets.
- Ein bis zwei Sätze zu jedem Beitrag, die Ziel und Ansatz erklären.
- Ihre Kontaktdaten und einen Hinweis zur Lieferzeit.
Fassen Sie also alles auf einer Seite zusammen. Eine einfache Website, ein Cloud Ordner oder ein aufgeräumtes Profil funktionieren alle. Holen Sie außerdem eine Erlaubnis ein, bevor Sie Namen oder Logo einer echten Marke zeigen. Denn eine nicht genehmigte Nutzung von Markenmaterial kann Ärger auslösen.
Schreiben Sie zu jedem Beitrag eine kurze Einordnung. Was war das Ziel? Welches Format haben Sie gewählt? Warum? Denn Marken möchten sehen, wie Sie denken, nicht nur, was Sie filmen. Nennen Sie zudem Länge und Seitenverhältnis, etwa Hochformat oder Quadrat, denn das beschleunigt die Entscheidung. Kurz gesagt: Vielfalt schlägt Menge. Fünf starke, verschiedene Beispiele wirken besser als zwanzig ähnliche.
UGC Creator werden: Wie erreichen Sie Ihre ersten Marken?
Es gibt vier gängige Wege: direkte Angebote, UGC Plattformen, Agenturen und offene Aufrufe von Marken. Allerdings reicht kein einzelner Weg allein. Die meisten Creator kombinieren sie und gehen auf jedem Weg kleine, regelmäßige Schritte.
| Weg | So funktioniert er | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Direktes Angebot | Sie schicken dem Marketing Team einer Marke eine kurze E-Mail oder Nachricht | Persönlich, kurz und mit Beispielen |
| UGC Plattformen | Sie bewerben sich auf offene Briefings | Gebühren und Zahlungsbedingungen lesen |
| Agenturen | Eine Agentur verbindet Marke und Creator | Nutzungsrechte und Zahlungstermin schriftlich festhalten |
| Offene Aufrufe | Aufrufe in sozialen Netzwerken oder auf Jobportalen | Bei unklarem Umfang vorsichtig sein |
Für direkte Angebote funktioniert eine einfache Formel. Nennen Sie im ersten Satz, was Ihnen am Produkt gefällt. Schlagen Sie im zweiten Satz eine Inhaltsidee vor. Teilen Sie im dritten Satz den Link zu Ihrem Portfolio. Lange Lebensläufe bleiben dagegen meist ungelesen, weil niemand Zeit dafür hat.
Legen Sie außerdem eine Zielliste an. Wählen Sie Marken, die bereits Creator Inhalte posten, Videos auf Produktseiten nutzen und Anzeigen schalten. Denn sie kennen den Wert von UGC schon. Notieren Sie dann in einer einfachen Tabelle die Marke, das Sendedatum und den Antwortstatus.
Wie Marken Agenturen bewerten, lesen Sie in UGC Agentur auswählen: 7 Kriterien. Der Beitrag zeigt außerdem, worauf Marken achten.
Wie schreiben Sie eine Nachricht, die Antworten bekommt?
Ein gutes Angebot ist kurz, persönlich und konkret. Es respektiert die Zeit der Marke und erleichtert die Entscheidung. Nutzen Sie die folgende Reihenfolge als Beispielvorlage.
- Nennen Sie ein Detail am Produkt, das Ihnen aufgefallen ist.
- Schlagen Sie in einem Satz eine Inhaltsidee vor.
- Fügen Sie Links zu zwei oder drei Beispielen hinzu.
- Geben Sie Lieferzeit und Kontaktdaten an.
- Lassen Sie den Preis fürs Gespräch offen und fragen Sie stattdessen nach dem Umfang.
Beispielszenario: Sie bieten einer Marke für Heimtextilien ein fünfzehnsekündiges Video an, das Struktur und einfache Pflege einer Decke zeigt. Zum Beispiel hilft ein kurzer Skriptentwurf der Marke dabei, sich das Ergebnis vorzustellen.
Verzichten Sie allerdings auf Massennachrichten zum Kopieren. Derselbe Text an Hunderte Marken senkt Ihre Antwortquote, denn Marketing Teams erkennen eine allgemeine Nachricht sofort. Warten Sie eine Woche und schicken Sie dann eine freundliche Erinnerung. Kommt keine Antwort, dann wenden Sie sich der nächsten Marke zu.
Wie lesen Sie ein Briefing und liefern Ihre erste Arbeit ab?
Ein Briefing ist die schriftliche Aufgabenbeschreibung der Marke. Konkret nennt es das Ziel, die Produktpunkte, die Sie betonen sollen, Format und Länge, verbotene Formulierungen und den Liefertermin. Ein gutes Briefing erleichtert daher Ihre Arbeit. Ein schwaches Briefing führt dagegen zu zusätzlichen Korrekturrunden.
Klären Sie vor dem Dreh diese Fragen:
- Auf welchem Kanal und in welchem Format setzt die Marke den Inhalt ein?
- Möchte die Marke Ihr Gesicht und Ihre Stimme im Bild?
- Wie viele Korrekturrunden enthält das Honorar?
- Wann sind Produkt und Dateien fällig?
So schließen Sie spätere Streitpunkte früh aus. Schicken Sie die Lieferung außerdem in sauberen Ordnern. Ergänzen Sie zudem im Dateinamen den Auftragsnamen und die Versionsnummer.
Fragen Sie vor dem Dreh nach, wenn etwas unklar ist, denn eine Frage kostet weniger als ein neuer Dreh. Halten Sie die Antworten der Marke zudem schriftlich fest, damit Sie bei abweichenden Erwartungen einen Beleg haben. Die Sicht der Marke finden Sie im Beitrag Influencer Briefing schreiben.
Welche Preisbausteine besprechen Sie im UGC Angebot?
Denken Sie also an den Preis als Summe von Bausteinen, nicht als eine feste Zahl. Wir nennen hier keine Beträge, denn Einnahmen hängen von Branche, Marke, Umfang und Ihrer Erfahrung ab. Denn kein Leitfaden kann Ihnen Einkommen oder regelmäßige Aufträge zusichern.
Im Angebotsgespräch kommen meist diese Bausteine zur Sprache:
- Anzahl und Format der Inhalte: Ein einzelnes Video oder ein ganzes Set.
- Lieferzeit: Eine Eillieferung kann anders bewertet werden.
- Nutzungsrechte: Nur organische Veröffentlichung oder auch bezahlte Anzeigen.
- Nutzungsdauer und Region.
- Korrekturrunden und Anfragen nach Rohdateien.
- Produktbereitstellung und Drehkosten.
- Exklusivität: Das Versprechen, nicht für konkurrierende Marken in derselben Kategorie zu arbeiten.
Zum Beispiel hat dasselbe Video einen anderen Umfang, wenn es nur im organischen Kanal der Marke läuft. Läuft es dagegen als bezahlte Anzeige, ändert sich der Umfang. Je breiter das Nutzungsgebiet wird, desto breiter werden auch die Bausteine Ihres Angebots.
Warum sind Nutzungsrechte und Lizenzdauer so wichtig?
Bei UGC bezahlt die Marke oft eher das Recht zur Nutzung als die Datei selbst. Steht der Umfang nicht schriftlich fest, erwartet jede Seite womöglich etwas anderes. Das schadet der Beziehung und Ihrem Ruf.
Lassen Sie im Vertrag diese Punkte klar festhalten:
- Auf welchen Kanälen die Marke den Inhalt nutzt.
- Ob der Inhalt als Anzeige laufen darf.
- Wann die Nutzungsdauer beginnt und endet.
- Was nach Ablauf der Dauer mit dem Inhalt geschieht.
- Ob Ihr Gesicht und Ihre Stimme in anderen Projekten erscheinen dürfen.
Drei Monate organische Nutzung und ein Jahr bezahlte Nutzung sind zum Beispiel zwei sehr verschiedene Umfänge. Schreiben Sie außerdem die Region auf, wenn die Marke den Inhalt in anderen Ländern einsetzt. Mit diesen Angaben erklären Sie leichter, warum sich Ihr Angebot ändert.
Die Forderung nach unbegrenzten Rechten bedeutet einen sehr weiten Umfang, deshalb machen Sie das im Angebot sichtbar. Denn Urheberrecht und Datenschutz verlangen juristisches Fachwissen. Fragen Sie dazu eine Anwältin oder einen Anwalt.
Was gehört in einen UGC Vertrag?
Daher gilt: Ein schriftlicher Vertrag schützt beide Seiten. Auch ein kurzer Vertrag sollte die Aufgabe, den Liefertermin, das Honorar samt Zahlungsdatum, den Umfang der Rechte, die Zahl der Korrekturen und die Bedingungen für eine Absage regeln.
Prüfen Sie außerdem die Zahlungsbedingungen besonders genau. Fragen Sie, wie viele Tage nach Ihrer Rechnung die Marke zahlt. Klären Sie zudem, wie die Marke Ihre Vorbereitungskosten übernimmt, falls sie den Auftrag absagt.
Die üblichen Klauseln aus Influencer Verträgen geben daher auch für UGC gute Hinweise. Lesen Sie dazu Influencer Vertrag: 8 Punkte, die hineingehören.
Bedenken Sie allerdings, dass viele Marken ihre eigene Vorlage nutzen und diese oft zugunsten der Marke formuliert ist. Lesen Sie deshalb jede Klausel Zeile für Zeile. Bitten Sie bei einer unklaren Formulierung um eine Erklärung. Ein Satz wie „alle Rechte“ kann zum Beispiel viel mehr umfassen, als Sie denken. Zeigen Sie den Text vor der Unterschrift einer Rechtsperson.
Wie steuern Sie Korrekturen und den Abschluss eines Auftrags?
Eine Korrekturrunde ist die Phase, in der die Marke Ihren Inhalt prüft und Änderungen wünscht. Wenn Sie diese Phase gut steuern, bleibt der Auftrag für Sie lohnend. Unbegrenzte Korrekturen dehnen dagegen leise Ihre Arbeitszeit aus.
- Nennen Sie im Angebot die Zahl der enthaltenen Korrekturrunden.
- Bitten Sie die Marke, alle Rückmeldungen in einer Nachricht oder einem Dokument zu bündeln.
- Behandeln Sie Wünsche außerhalb des Umfangs als Zusatzarbeit und senden Sie ein neues Angebot.
- Bestätigen Sie die freigegebene Version schriftlich.
Verfolgen Sie danach den Zahlungsprozess. Senden Sie Ihre Rechnung dann zum Termin aus dem Vertrag. Bitten Sie die Marke außerdem am Ende um einen kurzen Erfahrungssatz und nehmen Sie ihn nach der Erlaubnis in Ihr Portfolio auf. So wird jeder Auftrag zum Beleg für den nächsten.
Notieren Sie zum Abschluss das Ende der Nutzungsdauer in Ihrem eigenen Kalender. Nutzt die Marke den Inhalt danach weiter, erinnern Sie freundlich an eine Verlängerung.
Was sollte ein UGC Creator zu Steuern und Rechnungen wissen?
Das Thema hängt von der Person und vom Land ab, denn die Regeln ändern sich. Deshalb geben wir einen Rahmen, keine Regeln. Fragen Sie eine Steuerberatung, wie Sie Einnahmen melden, welches Dokument Sie ausstellen und wie die Umsatzsteuer für Sie gilt.
Diese allgemeinen Punkte sollten Sie im Blick behalten:
- Einnahmen führen oft zu einer Steuerpflicht.
- Die Regeln für Creator unterscheiden sich je nach Land. In der Türkei gibt es zum Beispiel eine eigene Regelung für Social Content Creator im Einkommensteuergesetz, doch Bedingungen und Grenzen ändern sich, daher prüfen Sie den aktuellen Stand auf der Website der türkischen Steuerverwaltung.
- Die Zusammenarbeit mit ausländischen Marken kann den Zahlungsweg und die Dokumentart verändern.
- Eine Marke oder Agentur kann bestimmte Unterlagen von Ihnen verlangen. Klären Sie das vor dem Start.
Den Preis mit und ohne Umsatzsteuer sehen Sie in unserem Mehrwertsteuer Rechner. Das Ergebnis hilft allerdings nur beim Rechnen. Dieser Beitrag ist keine Rechts oder Steuerberatung, treffen Sie Ihre Entscheidungen daher mit einer Fachperson.
Auch saubere Aufzeichnungen helfen deshalb. Bewahren Sie Angebote, Verträge, Zahlungstermine und Belege in einem geordneten Ordner auf. So geben Sie Ihrer Steuerberatung vollständige Informationen und vermeiden Stress am Jahresende.
Wann brauchen Sie eine Kennzeichnung als bezahlte Partnerschaft?
Zahlt eine Marke Sie, schenkt sie Ihnen ein Produkt oder gibt sie eine andere Gegenleistung, und der Inhalt erscheint auf Ihrem Profil, sollten Zuschauer das erkennen können. Die Plattformen bieten dafür daher eigene Kennzeichnungen. Wer sie nutzt, hält Plattformregeln und Werbevorgaben leichter ein.
Die offizielle Richtlinie von TikTok für Markeninhalte verlangt, bei kommerziellen Inhalten die Offenlegungseinstellung zu aktivieren. Einzelheiten finden Sie in der TikTok Branded Content Policy. Bei Instagram behandelt das Hilfezentrum die Berechtigungen auf Inhaltsebene für Partnerschaftsanzeigen. Die aktuellen Schritte lesen Sie auf der Seite des Instagram Hilfezentrums.
Menünamen und Schritte ändern sich mit der Zeit. Prüfen Sie daher vor jedem Beitrag die aktuelle Hilfeseite. Zum Rahmen in der Türkei lesen Sie unseren Beitrag zur Werbeverordnung in der Türkei. Die Regeln wiederholen wir hier nicht.
Vereinbaren Sie zu Beginn jedes Auftrags, auf welchem Profil der Inhalt erscheint und welche Kennzeichnung er trägt. Die meisten Probleme mit Kennzeichnungen entstehen durch unklare Zuständigkeit. Wer früh fragt, senkt das Risiko, dass Inhalte später entfernt werden oder weniger Reichweite bekommen.
Welche Fehler sollte ein UGC Creator vermeiden?
Neue Creator machen nämlich oft ähnliche Fehler. Die meisten entstehen durch Eile und fehlende schriftliche Unterlagen. Hier sind die häufigsten:
- Mit dem Dreh beginnen, ohne das Briefing zu lesen.
- Einen Preis nennen, ohne nach den Nutzungsrechten zu fragen.
- Unbegrenzte Korrekturrunden akzeptieren.
- Markenmaterial ohne Erlaubnis im Portfolio zeigen.
- Aussagen über ein Produkt treffen, das Sie nie getestet haben.
- Den Zahlungstermin nicht schriftlich festhalten.
- Zu jedem Angebot Ja sagen und dann Termine verpassen.
Versprechen Sie in den Bereichen Gesundheit und Finanzen keine garantierten Ergebnisse. Eine irreführende Aussage bringt Marke und Creator in Gefahr. Beschreiben Sie, was das Produkt wirklich leistet, mit Formulierungen, die die Marke freigegeben hat.
Wer UGC Creator werden möchte, macht oft einen weiteren Fehler, nämlich Rückmeldungen persönlich zu nehmen. Ein Änderungswunsch bedeutet nicht, dass Ihre Arbeit schlecht ist. Die Marke möchte den Inhalt an ihr Ziel anpassen. Eine ruhige, lösungsorientierte Antwort öffnet die Tür für langfristige Zusammenarbeit.
Warum sind gekaufte Follower und Abkürzungen riskant?
Abkürzungen wirken verlockend, aber sie sind teuer. Gekaufte Follower und Bot Interaktionen verstoßen gegen Plattformregeln, und Marken erkennen sie in ihren Analysen schnell. Ihr Konto kann eingeschränkt werden, und Ihre Markenbeziehungen können enden.
Deshalb empfehlen wir hier keine Methode und kein Tool. Die sichere Alternative ist klar: Erstellen Sie echte Beispiele, bauen Sie mit jedem Auftrag eine Fähigkeit aus und lassen Sie Ihre Referenzen natürlich wachsen. Marken achten bei UGC ohnehin mehr auf die Qualität der Inhalte als auf Follower Zahlen.
Zeigen Sie außerdem nie das Video einer anderen Person als Ihr eigenes. Das schafft Probleme beim Urheberrecht und beim Ruf. Ein fertiges Video ohne echte Produkterfahrung passt zum Beispiel nicht zum Briefing einer Marke. Marken können zudem Rohdateien oder Belege für Ihren Prozess verlangen. Der sicherste Weg ist daher, die eigene Arbeit selbst zu filmen.
Wie sieht ein Plan für die ersten 30 Tage aus?
Wenn Sie UGC Creator werden wollen, können Sie der folgenden Reihenfolge folgen. Der Zeitplan kann für Sie kürzer oder länger ausfallen. Das Ziel ist ein stetiger Fortschritt.
- Woche eins: Wählen Sie Ihre Zielkategorie, listen Sie fünf Marken auf und bereiten Sie Ihre Ausrüstung vor.
- Danach, in Woche zwei, drehen und schneiden Sie drei Beispielvideos in jeweils einem anderen Format.
- Dann, in Woche drei, bauen Sie Ihre Portfolio Seite auf, schreiben Ihr Angebot und bereiten eine Vertragsvorlage vor.
- Schließlich senden Sie in Woche vier Ihre Angebote, bewerben sich auf Plattformen und notieren jede Antwort.
Ergebnisse kommen vielleicht nicht sofort, und das ist normal. Verbessern Sie nach jeder Runde Ihren Text und Ihre Beispiele. Sobald Aufträge fertig sind, nehmen Sie die neuen Arbeiten in Ihr Portfolio auf.
Ziehen Sie am Ende des Plans eine kurze Bilanz. Welche Art von Angebot bekam Antworten, und welches Beispiel weckte Interesse? Fragen Sie sich auch, welcher Schritt Zeit gekostet hat. Diese Notizen prägen Ihren zweiten Monat. Halten Sie den Zeitplan außerdem realistisch, denn im ersten Monat muss nicht alles fertig werden.
Wie wählen Marken einen UGC Creator aus?
Wer UGC Creator werden will, sollte wissen: Marken achten meist auf vier Dinge: Qualität der Inhalte, Passung zum Briefing, Liefermoral und Kommunikation. Die Follower Zahl steht bei UGC an zweiter Stelle, denn der Inhalt läuft auf dem Kanal der Marke selbst.
Beispielszenario: Ein Onlineshop sucht fünfzehnsekündige Videos für Produktseite und Anzeigen. Ein Portfolio mit starken ersten drei Sekunden, sauberem Ton und klarer Produktansicht kann dann mehr Aufträge bringen als ein breites, aber zerstreutes Profil. Die Shop Seite behandeln wir im Beitrag UGC für E-Commerce Produktseiten und Werbung.
Außerdem starten Marken oft mit einem kleinen Testauftrag. Läuft er gut, geht die Zusammenarbeit weiter. Betrachten Sie Ihre erste Lieferung also als Prüfung für Inhalt und Kommunikation. So öffnet sich die Tür für spätere Aufträge.
Den Ablauf einer Kampagne aus Sicht der Marke lesen Sie in UGC Kampagne erstellen in 7 Schritten.
Welche Rückmeldungen und Ergebnisse können Sie von einer Marke erfragen?
Nicht jede Marke teilt Ergebnisse. Trotzdem ist eine höfliche Nachfrage Ihr gutes Recht. Wer weiß, welcher Inhalt funktioniert hat, schreibt beim nächsten Auftrag bessere Skripte.
- Auf welchem Kanal und mit welchem Ziel das Video lief.
- Ein allgemeiner Kommentar zu Signalen wie der Wiedergabedauer.
- Welcher Einstiegssatz am besten ankam.
- Welche Verbesserung sich die Marke fürs nächste Mal wünscht.
Eine Marke muss Zahlen allerdings nicht teilen und kann sie vertraulich halten. Auch eine qualitative Rückmeldung hilft dann weiter. Für Beiträge auf Ihrem eigenen Profil können Sie Links mit unserem UTM Generator verfolgen.
Die Messlogik in einem größeren Rahmen sehen Sie im Beitrag Influencer Marketing ROI messen. Dort erklären wir die Sicht der Marke im Detail.
Wie hängt UGC Creator werden mit dem Weg zum Content Creator zusammen?
Ein Content Creator veröffentlicht regelmäßig Inhalte auf dem eigenen Kanal. Ein UGC Creator produziert Inhalte für Marken. Beide Rollen ergänzen sich. Haben Sie einen Kanal, wächst Ihr Portfolio von selbst, und ohne Kanal können Sie trotzdem mit UGC starten.
Den größeren Weg beschreibt unser Leitfaden für Einsteiger zum Content Creator. Diesen UGC Leitfaden können Sie als Fortsetzung mit Fokus auf Markenaufträge lesen.
Wenn Sie lieber mit einem kleinen Publikum arbeiten, zeigt Ihnen der Beitrag Was ist ein Nano Influencer einen Weg. Ihr eigenes Profil messen Sie mit der Instagram Engagement Rate.
Wie unterstützen wir Marken auf der anderen Seite?
Wir sind Talha Aslan und Team. Wir bieten Marken Influencer Marketing und Social Media Betreuung an. Auf der Creator Seite geben wir einen allgemeinen Rahmen wie in diesem Leitfaden. Wir versprechen keinem Creator Einnahmen oder garantierte Aufträge.
Möchten Sie als Marke UGC und Creator Kooperationen planen, lesen Sie mehr zu unserem Influencer Marketing. Wir entwickeln Briefing, Auswahl, Vertragsrahmen und Messung gemeinsam mit Ihnen.
Zudem kennen wir beide Seiten des Prozesses, und deshalb sagen wir: Eine gute Zusammenarbeit beginnt mit einem klaren Briefing, einem fairen Umfang und offener Kommunikation. Viele Überschriften in diesem Leitfaden sind Fragen, die auch Marken uns stellen.



