Web

Webdesigner Portfolio prüfen: So erkennen Sie echte Qualität

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie prüfen Sie ein Webdesigner Portfolio richtig?

Ein Webdesigner Portfolio prüfen Sie an den Live Websites und nicht an den Bildern: Öffnen Sie jedes Projekt auf dem Smartphone, messen Sie die Ladezeit, fragen Sie nach dem Geschäftsziel, suchen Sie wiederkehrende Vorlagen und sprechen Sie mit früheren Kunden. Funktionierende Websites belegen Qualität, Screenshots nicht.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Diesen Leitfaden haben wir für Unternehmer geschrieben, die eine Website planen und Anbieter ohne technisches Vorwissen vergleichen möchten. Sie bekommen eine einfache Testreihenfolge. Damit können Sie zwei oder drei Kandidaten in etwa einer Stunde nach demselben Maßstab prüfen. Außerdem finden Sie in der Mitte des Textes eine Tabelle mit direkten Fragen und Hinweisen darauf, wie eine gute Antwort klingt.

Warum reicht ein Portfolio allein nicht als Qualitätsbeweis?

Ein Portfolio ist ein Schaufenster. Der Anbieter wählt seine besten Arbeiten aus und zeigt sie von der besten Seite, und das ist völlig normal. Allerdings verrät ein Schaufenster nur etwas über das Aussehen. Es sagt nichts darüber, wie sich die Website auf dem Smartphone verhält, ob das Formular funktioniert oder ob das Unternehmen dadurch Kunden gewinnt.

Zudem lässt sich heute viel leichter als früher ein beeindruckendes Bild erzeugen. Fertiges Theme, Stockfoto und Gerätemockup genügen, und schon wirkt selbst durchschnittliche Arbeit glänzend. Deshalb sollten Sie Optik nur für die erste Auswahl nutzen und nie für die endgültige Entscheidung.

Wo beginnt also der Fehler? Viele Inhaber entscheiden sich innerlich schon, sobald ihnen die Farben gefallen. Für Ihr Unternehmen zählt jedoch eine andere Frage: Kann diese Person oder dieses Team eine Website bauen, auf der Ihre Kunden das Gesuchte finden und danach Kontakt aufnehmen?

Worauf achten Sie im Webdesigner Portfolio zuerst?

Im Webdesigner Portfolio achten Sie zuerst darauf, ob Links zu Live Projekten vorhanden sind. Ohne Link bleibt alles Weitere eine Vermutung. Fragen Sie danach nach den drei neuesten Projekten und nach dem Projekt, das Ihrer Branche am nächsten kommt. So sehen Sie den aktuellen Stand und zugleich das Verständnis für Ihren Markt.

Notieren Sie beim ersten Durchgang die Antworten auf vier Fragen:

  • Gibt es Live Adressen, oder nur Bilder?
  • Wie viele Projekte sind aktuell, und wie viele sind Jahre alt?
  • Erklärt jedes Projekt sein Ziel und den Ablauf?
  • Sehen Sie unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Branchen?

Diese Liste liefert kein Endurteil, sie zeigt aber, welches Webdesigner Portfolio Ihre Zeit verdient. Falls die Frage nach der Unternehmensform noch offen ist, behandeln wir Webdesign Agentur oder Freelancer in einem eigenen Beitrag. Hier bleiben wir bei der Qualität der Arbeit.

Was tun, wenn Sie diese Tests nicht selbst durchführen können?

Nicht jeder Unternehmer hat Zeit für diese Prüfungen, und das ist völlig in Ordnung. Ist Ihre Website ein wichtiger Weg zu neuen Kunden, kostet eine falsche Wahl allerdings mehr als den Neubau, denn auch verlorene Monate zählen. Wenn sich Ergebnisse widersprechen oder Sie die Daten nicht einordnen können, hilft ein Blick von außen.

Auch für unser professionelles Webdesign legen wir dieselben Maßstäbe an: Ziel, mobile Nutzung, Ladezeit und Kontrolle nach dem Start. Trotzdem sollten Sie die folgenden Tests ruhig auch bei uns anwenden. Ein Anbieter, der solche Fragen begrüßt, sendet bereits ein gutes Signal.

Was verrät Ihnen die Live Website?

In der Praxis ist die Live Website das ehrlichste Dokument im ganzen Portfolio. Prüfen Sie nach dem Klick zuerst, ob die Adresse noch funktioniert. Eine geschlossene Seite, ein neues Design oder eine Fehlermeldung sagen durchaus etwas aus, sind aber nicht immer die Schuld des Designers. Fragen Sie deshalb nach, statt den Anbieter sofort auszusortieren.

Auf einer funktionierenden Website gehen Sie dann in dieser Reihenfolge vor:

  1. Erkennen Sie auf der Startseite sofort, was das Unternehmen macht?
  2. Öffnen Sie zwei Leistungsseiten aus dem Menü und prüfen Sie, ob der Text wirklich zu diesem Unternehmen gehört.
  3. Suchen Sie auf der Kontaktseite den Telefonlink und das Formular.
  4. Öffnen Sie eine zufällige Unterseite und achten Sie darauf, ob dort dieselbe Sorgfalt sichtbar bleibt.
  5. Tippen Sie eine erfundene Adresse ein und sehen Sie sich die Fehlerseite an, denn auch dieses Detail zeigt Sorgfalt.

Ein Beispiel: Ist die Startseite großartig, wirken die Unterseiten aber unordentlich, floss die Mühe vermutlich nur ins Schaufenster. Kunden landen über die Suche jedoch oft direkt auf einer Unterseite. Daher sagt die Qualität der Unterseiten mehr aus als die Startseite.

Wie führen Sie eine echte mobile Prüfung durch?

Das beste Werkzeug für die mobile Prüfung ist Ihr eigenes Smartphone. Öffnen Sie die Website aus dem Portfolio zuerst dort und erst danach am Desktop. Verhalten Sie sich dann wie ein echter Nutzer: Menü öffnen, Leistung finden, Telefonnummer antippen, Formular ausfüllen. Achten Sie auf lesbare Texte, fingerfreundliche Schaltflächen und seitliches Scrollen.

Danach holen Sie sich eine zweite Meinung, indem Sie die Adresse in unseren Mobile Friendly Test eingeben. Das Ergebnis ersetzt Ihre eigene Beobachtung nicht, kann aber Probleme aufdecken, die Ihnen entgangen sind. Wie Sie das Ergebnis lesen, erklärt unser Beitrag zum Thema Mobilfreundlichkeit testen.

Besonders drei Fehler verdienen Aufmerksamkeit. Erstens sind das Popups, die den Bildschirm verdecken und sich schwer schließen lassen. Zweitens sind es Überschriften und Bilder, die sich auf kleinen Bildschirmen überlappen. Zuletzt geht es um Informationen, die am Desktop sichtbar sind und auf dem Smartphone verschwinden. Wirkt die Website mobil genauso sorgfältig, hat der Designer sie wirklich im Einsatz getestet.

Wie messen Sie die Ladezeit der Websites im Portfolio?

Für die Ladezeit nutzen Sie Googles PageSpeed Insights. Geben Sie die Adresse ein und öffnen Sie den Bericht, der zwei Arten von Daten zeigen kann. Laut der Dokumentation von Google stammen Felddaten von echten Chrome Nutzern und decken die letzten 28 Tage ab. Labordaten entstehen dagegen bei einem einzelnen simulierten Ladevorgang in kontrollierter Umgebung.

Lesen Sie zuerst die Felddaten, falls vorhanden, denn sie spiegeln echte Besucher wider. Bei kleinen Firmenwebsites bleibt dieser Bereich oft leer. Den Grund erklären wir im Beitrag zur Meldung nicht genügend Nutzungsdaten. Dann können Sie das Laborergebnis lesen, sollten es aber nicht als alleiniges Urteil verstehen.

Als Orientierung nennt die Web Vitals Seite auf web.dev diese "guten" Grenzen: 2,5 Sekunden für LCP (Laden des Hauptinhalts), 200 Millisekunden für INP (Reaktionszeit) und 0,1 für CLS (Layoutverschiebung). Diese Werte können sich ändern, also prüfen Sie den aktuellen Stand auf der offiziellen Seite. Starren Sie zudem nicht auf die Punktzahl. Zum Beispiel sagt eine 92 gegenüber einer 88 kaum etwas aus. Das eigentliche Warnsignal sind durchgehend schwache Ergebnisse bei allen Projekten.

Ist eine langsame Website immer die Schuld des Designers?

Nein, nicht immer. Nach der Übergabe hat das Unternehmen vielleicht unkomprimierte Bilder hochgeladen, neue Plugins installiert oder Werbecodes und Chatcodes ergänzt. Skripte von Drittanbietern machen selbst eine schnelle Website schwerer. Außerdem entscheidet über das Hosting oft der Kunde, sodass der Designer diesen Teil vielleicht nie beeinflussen konnte.

Nutzen Sie das Ergebnis deshalb als Frage und nicht als Vorwurf. Fragen Sie: "Wie schnell war diese Website bei der Übergabe, und was hat sich danach geändert?" Ein guter Designer erklärt die Ursachen und übernimmt seinen Anteil. Ein schwacher Anbieter wischt das Thema dagegen weg oder schiebt alles auf den Kunden.

Entscheiden Sie zudem nie anhand einer einzigen Website, sondern prüfen Sie mindestens drei. Sind alle Projekte langsam, liegt das Problem wahrscheinlich an einem gemeinsamen Vorgehen. Ist nur eines langsam, hat diese Website womöglich ihre eigene Geschichte. In der Praxis zählt das Muster also weit mehr als ein Einzelwert.

Woran erkennen Sie, ob eine Website einem Geschäftsziel dient?

Um das Geschäftsziel zu beurteilen, versetzen Sie sich in die Lage eines Kunden dieses Unternehmens. Haben Sie zum Beispiel die Website einer Zahnarztpraxis aus dem Portfolio geöffnet, wie viele Schritte braucht ein Termin? Wie schnell erreichen Sie bei einem Hersteller die Produktdaten und das Anfrageformular? Ist der Weg lang, bleibt die Arbeit schwach, auch wenn das Design gefällt.

Fragen Sie danach den Anbieter: "Was war das Ziel dieses Projekts?" Zahlen müssen Sie nicht hören, denn Kundendaten sind oft vertraulich. Das Ziel sollte er allerdings klar benennen können. Eine brauchbare Antwort lautet etwa: "Der Kunde wollte mehr Anrufe, deshalb steht die Nummer oben auf jeder Seite, und die Leistungen haben eigene Seiten."

Hören Sie dagegen Aussagen wie "der Traffic stieg um so und so viel", bitten Sie um einen Nachweis. Fragen Sie auch nach der Ursache, denn Werbung oder Saison können dahinterstecken. Vor Ihrer Entscheidung lohnt sich außerdem ein Blick auf conversionorientiertes Webdesign, damit Sie wissen, was eine Website messen sollte.

Wie erkennen Sie Vorlagen im Webdesigner Portfolio?

Um Vorlagen zu erkennen, öffnen Sie drei Websites nebeneinander und blenden die Farben gedanklich aus. Stehen Kopfbereich, Dreierboxen, Kundenstimmen und Fußbereich immer in derselben Reihenfolge? Ändern sich nur Farbe und Logo, ist die Vielfalt in diesem Webdesigner Portfolio womöglich nur ein einziges Muster, das sich ständig wiederholt.

Ein Muster zu nutzen ist für sich genommen kein Fehler. Für viele Projekte ist eine Vorlage durchaus die richtige Wahl, und wir vergleichen beide Wege unter Website Template oder individuelles Webdesign. Das Problem entsteht erst, wenn jemand eine Vorlage als Individualarbeit verkauft. Fragen Sie daher klar, was Sie bekommen.

Ein kleines technisches Hilfsmittel kann hier ebenfalls nützen. Unser CMS Checker liefert einen Hinweis darauf, auf welcher Plattform eine Website läuft. Dieses Ergebnis zeigt allerdings für sich noch keinen Mangel. Wichtig bleibt, dass der Anbieter offen über die Plattform spricht und seine Wahl begründen kann.

Gehört das Portfolio wirklich diesem Designer?

Die meisten Anbieter sind ehrlich, nur zeigen Bilder selten, wer was gemacht hat. Eine Person hat vielleicht die Oberfläche entworfen, während jemand anderes den Code schrieb. Diese Aufteilung ist in Ordnung, Sie sollten aber davon erfahren. Schließlich gilt dieselbe Rollenverteilung dann auch für Ihr Projekt.

Zur Prüfung eignen sich drei praktische Wege:

  • Wählen Sie ein Projekt aus und fragen Sie: "Was genau war Ihr Anteil an dieser Arbeit?"
  • Suchen Sie im Fußbereich der Website nach einem Designerhinweis oder Firmennamen; fehlt er, heißt das nichts, ist er vorhanden, bestätigt er die Angabe.
  • Kontaktieren Sie das Unternehmen und fragen Sie, mit wem es gearbeitet hat.

Wenn Sie der zeitliche Verlauf interessiert, zeigt unser Website Archiv, wie eine Website früher aussah. Sieht zum Beispiel ein angeblich brandneues Projekt seit Jahren gleich aus, ist das ein guter Anlass, nach den Daten zu fragen. Ziel ist dabei Klarheit und nicht, jemanden in die Enge zu treiben.

Was fragen Sie im Gespräch mit einer Referenz?

Das Referenzgespräch ist beim Webdesigner Portfolio der wertvollste und zugleich am häufigsten übersprungene Schritt. Bitten Sie den Anbieter um Kontaktdaten, wählen Sie aber auch ein Unternehmen außerhalb seiner Liste. Jeder nennt schließlich zuerst seinen zufriedensten Kunden. Ein Anruf bei einem Unternehmen mit sichtbarer Telefonnummer dauert nur wenige Minuten.

Für das Gespräch eignen sich diese Fragen:

  1. Wurde das Projekt im vereinbarten Zeitraum fertig, und falls nicht, warum dauerte es länger?
  2. Wie leicht war der Designer erreichbar?
  3. Wie reagierte er, als nach dem Start ein Problem auftrat?
  4. Liegen Domain, Hosting und Zugang zum Verwaltungsbereich bei Ihnen selbst?
  5. Würden Sie wieder mit derselben Person oder Firma arbeiten?

Die letzte Frage sagt am meisten, also lassen Sie der Antwort Zeit. Selbst ein kurzes Zögern ist aufschlussreich. Auch Google empfiehlt in seinem offiziellen Leitfaden zur Auswahl von SEO Dienstleistern, mit früheren Kunden zu sprechen. Dieselbe Logik gilt für ein Webprojekt.

Welche Fragen stellen Sie, und welche Antworten sollten Sie erwarten?

Die folgende Tabelle fasst Fragen für Ihr Gespräch mit dem Anbieter zusammen. Die Antworten sind Richtungshinweise und keine festen Formulierungen. Entscheidend ist, dass die Antwort konkret bleibt und zu den gezeigten Arbeiten passt.

FrageBeruhigende AntwortAntwort mit Vorsicht
Was war das Ziel dieses Projekts?Nennt das Ziel und die Entscheidungen dahinterSagt "Der Kunde wollte etwas Modernes"
Was war Ihr Anteil?Trennt Design, Code und TextBleibt vage und meidet Details
Haben Sie eine Vorlage genutzt?Sagt es offen und begründet esWeicht aus und nennt alles individuell
Warum lädt diese Website langsam?Prüft die Ursache und trennt spätere ÄnderungenTut die Messung ab oder beschuldigt nur den Kunden
Was passiert nach dem Start?Klärt Umfang und Grenzen der BetreuungSagt "Sie erreichen mich immer" ohne schriftliche Regelung
Wer behält die Zugänge?Bestätigt, dass Domain und Verwaltung Ihnen gehörenWill die Zugänge im eigenen Konto behalten
Garantieren Sie Platz eins bei Google?Sagt, dass niemand Rankings garantieren kannVerspricht eine Position oder eine besondere Beziehung zu Google

Die letzte Zeile stützt sich auf eine klare Quelle. Im oben genannten Leitfaden nennt Google Garantien für den ersten Platz und angebliche besondere Beziehungen zu Google ausdrücklich als Warnsignale.

Wie prüfen Sie Barrierefreiheit und Zeichen von Sorgfalt?

Barrierefreiheit bedeutet, dass eine Website für alle nutzbar ist, auch für Menschen mit Behinderungen. Dafür müssen Sie kein Experte sein, denn die Easy Checks des W3C schlagen einfache Tests vor. Für einen groben Eindruck reichen diese drei:

  • Bewegen Sie sich mit der Tabulatortaste durch die Seite und achten Sie darauf, dass Links und Formularfelder der Reihe nach ausgewählt sind.
  • Vergrößern Sie den Text im Browser; nichts sollte abgeschnitten erscheinen oder sich überlappen.
  • Prüfen Sie, ob hellgraue Schrift lesbar bleibt, denn schwacher Kontrast ermüdet die Augen.

Diese Prüfung ersetzt kein vollständiges Audit, und auch das W3C sagt das deutlich. Trotzdem liefert sie einen Hinweis. Wer an solche Details denkt, kümmert sich wahrscheinlich auch um Bereiche, die Sie auf den ersten Blick nicht sehen.

Notieren Sie zudem die kleinen Zeichen. Ist der Titel im Browsertab sinnvoll? Sind Bilder unscharf? Fallen Ihnen Rechtschreibfehler auf? Nichts davon sollte allein zum Ausschluss führen. Treten sie allerdings alle auf derselben Website auf, sagt das etwas über die Sorgfalt aus.

Sind Texte und Bilder im Portfolio eigenständig?

Die Qualität einer Website zeigt sich auch im Inhalt und nicht nur im Layout. Lesen Sie zunächst eine Leistungsseite aus dem Portfolio und stellen Sie sich eine einfache Frage. Gehört dieser Text nur zu diesem Unternehmen, oder könnte er mit einem anderen Firmennamen auch anderswo stehen? Eine Seite voller allgemeiner Sätze lässt vermuten, dass der Designer das Unternehmen kaum kennengelernt hat.

Fragen Sie dasselbe bei den Bildern. Sind Teamfotos, Produktaufnahmen und Arbeitsplatz echt, oder handelt es sich um Stockfotos, die Sie überall sehen können? Stockfotos sind für sich genommen kein Fehler, denn manchmal kann der Kunde keine Fotos liefern. Fehlt allerdings auf der ganzen Website jede echte Spur des Unternehmens, leidet das Vertrauen.

Andererseits schreiben Kunden die Texte oft selbst, also ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse. Fragen Sie den Anbieter, wer die Inhalte vorbereitet hat. Liefern Sie den Text selbst, müssen Sie das früh wissen, weil es Zeitplan und Kosten direkt beeinflusst. Diese Antwort hilft Ihnen zudem später beim Vergleich der Angebote.

Wie lesen Sie die Suchgrundlage einer Portfolio Website?

Eine Website soll nicht nur gut aussehen, sondern auch gefunden werden. Deshalb lohnen sich einige Prüfungen ohne Technikwissen. Unterscheiden sich die Titel im Browsertab von Seite zu Seite? Sind die Seitenadressen lesbar? Googles Einstiegsleitfaden empfiehlt seitenspezifische, klare und knappe Titel sowie beschreibende Wörter in der URL.

Für einen breiteren Blick können Sie die Adresse in unserem SEO Check testen. Lasten Sie nicht jede Warnung dem Designer an, denn Rankings hängen von vielen Faktoren ab, und manche Projekte haben sich später verändert. Zudem umfasst nicht jede Webdesign Leistung auch SEO, deshalb kommt es auf den Umfang an.

Fragen Sie daher direkt: "Welche Sucheinstellungen übernehmen Sie beim Start, und was liegt außerhalb des Umfangs?" Eine klare Antwort macht Ihre Erwartungen und möglichen Zusatzaufwand früh sichtbar. Hören Sie stattdessen eine Rankinggarantie, denken Sie an die Warnung in der Tabelle oben.

Lässt ein Portfolio den Umgang nach dem Start erkennen?

Teilweise, ja. Öffnen Sie zunächst die Websites aus dem Portfolio und achten Sie auf die Daten. Blieb der Blog oder Neuigkeitenbereich vor Jahren stehen? Sind die Angaben im Fußbereich aktuell? Funktioniert das Sicherheitszertifikat? Vieles davon liegt in der Verantwortung des Unternehmens. Lässt sich eine Website allerdings nur schwer aktualisieren, hören Inhaber oft ganz damit auf.

Bitten Sie den Anbieter daher um eine kurze Führung durch den Verwaltungsbereich. Wie leicht ändern Sie dort Text oder Bild? Könnten Sie das auch ohne Rückfrage beim Designer? Wenn Sie zum Beispiel für jede kleine Preisliste auf den Support warten, bremst das Ihr Unternehmen und kostet mit der Zeit zusätzlich Geld.

Lesen Sie das Portfolio einer Webdesign Agentur anders?

Ja, ein wenig anders. Bei der Wahl einer Webdesign Agentur lautet die Kernfrage, ob die Menschen hinter den gezeigten Arbeiten auch Ihr Projekt betreuen. Ein Agenturportfolio erstreckt sich über Jahre, und das Team hat sich inzwischen vielleicht verändert. Fragen Sie deshalb: "Arbeitet das Team hinter diesen Projekten auch an meinem Projekt?"

Bei einem einzelnen Designer verlagert sich die Frage. Finden Sie heraus, wofür er Hilfe holt, wie er mit vollen Phasen umgeht und was geschieht, wenn er nicht erreichbar ist. In beiden Fällen brauchen Sie eine belastbare Antwort, die Risiken liegen allerdings an anderer Stelle.

Die gesamte Auswahl beschreiben wir im Beitrag Webdesign Agentur finden. Hier ergänzen wir nur dies: Ein bekannter Name ändert den Maßstab nicht. Öffnen Sie also trotzdem die Live Website, testen Sie sie auf dem Smartphone und stellen Sie dieselben Fragen.

Sollten Sie neue Designer mit dünnem Portfolio ausschließen?

Nein, schließen Sie sie nicht automatisch aus. Ein neuer Designer hat vielleicht wenige Projekte, und diese wenigen können trotzdem ausgezeichnet sein. Entscheidend sind die Qualität der Arbeit und die Denkweise, nicht die Anzahl. Drei starke Websites sagen mehr aus als dreißig ähnliche.

Allerdings bleibt das Risiko ein anderes, und das sollten Sie anerkennen. Jemand mit wenig Erfahrung steht womöglich zum ersten Mal vor einem großen Projekt. Teilen Sie das Projekt deshalb in Etappen, halten Sie jedes Ergebnis schriftlich fest und koppeln Sie Zahlungen an Lieferungen. Somit zeigen sich Probleme früh, solange sie noch günstig zu lösen sind.

Ähnlich gehen Sie bei Anbietern vor, die wegen Vertraulichkeit keine Arbeiten zeigen können. Ein Unternehmen kann unveröffentlichte Arbeit etwa per Bildschirmfreigabe oder über einen kurzen Testlink vorführen. Geht auch das nicht, soll es Ihnen wenigstens die eigene Vorgehensweise erläutern. Ohne jeden Nachweis fehlen Ihnen schlicht die Informationen für eine Entscheidung.

Beispielszenario: Wie vergleichen Sie drei Kandidaten fair?

Stellen Sie sich als Beispielszenario den Inhaber eines Baumarkts mit drei Kandidaten vor. Der erste hat ein sehr beeindruckendes Portfolio, nennt aber keine Live Links. Beim zweiten wirken die Bilder schlichter, dafür funktionieren die Websites auf dem Smartphone gut. Unterdessen nutzt der dritte über alle Projekte hinweg dieselbe Struktur und verkauft sie als Individualdesign.

Eine einheitliche Punkteliste erleichtert dem Inhaber die Entscheidung deutlich:

  1. Funktioniert die Live Website, und zeigen Unterseiten Sorgfalt?
  2. Läuft die Website auf dem Smartphone flüssig?
  3. Sind die Ladezeiten über die Projekte hinweg stabil?
  4. Nennt der Anbieter für jedes Projekt ein klares Ziel?
  5. Verlief das Referenzgespräch gut?
  6. Sind Übergabe und Zugänge klar geregelt?

In dieser Konstellation liegt der zweite Kandidat vorn, denn er bringt trotz weniger Glanz echte Nachweise. Dennoch bleibt das ein gedachtes Beispiel, und Ihre Prioritäten können abweichen. Steht die optische Markenwirkung im Zentrum Ihres Geschäfts, gewichten Sie diesen Punkt zum Beispiel höher. Wichtig ist nur, den Maßstab festzulegen, bevor Sie die Kandidaten kennenlernen.

Was gehört nach der Prüfung in den Vertrag?

Was Ihnen im Webdesigner Portfolio gefallen hat, sollte sich auch im Vertrag wiederfinden. Halten Sie schriftlich fest, dass Sie eine auf Smartphones gut funktionierende Website erwarten. Ebenso gehören Ihre Erwartung an die Ladezeit, die zu liefernden Seiten, die Korrekturrechte und die Frage nach einer Vorlage hinein. So sagt später niemand: "Darüber haben wir nie gesprochen."

Schauen Sie in dieser Phase auch auf Ihre eigene Vorbereitung. Liegt Ihr Webdesign Briefing vor, also das kurze Dokument mit Ihren Anforderungen, beziehen sich alle Angebote auf denselben Umfang. Danach vergleichen Sie die Preise mit unserer Liste unter Webdesign Angebote vergleichen.

Denken Sie außerdem an die Übergabe, denn fehlende Zugänge wiederzubekommen ist mühsam. Unsere Checkliste zur Website Übergabe zeigt, was Sie verlangen sollten. Die Angaben hier sind allgemein und ersetzen keine Rechtsberatung, also lassen Sie den Vertrag bei größeren Projekten anwaltlich prüfen.

Bei welchen Warnzeichen sollten Sie innehalten?

Manche Zeichen sind kein Endurteil, verlangen aber eine Erklärung, bevor Sie weitermachen. Sehen Sie mehrere davon gleichzeitig, ist es meist sicherer, die Entscheidung zu verschieben:

  • Der Anbieter gibt keine einzige Live Adresse heraus.
  • Fragen nach seinem Anteil beantwortet er mit einem Themenwechsel.
  • Preis und Dauer stehen fest, bevor jemand nach Ihrem Unternehmen fragt.
  • Ihre Domain soll auf sein eigenes Konto laufen.
  • Für Google gibt es eine feste Position als Versprechen.
  • Die Bitte um ein Gespräch mit früheren Kunden stößt auf Ablehnung.

Andererseits ist der Satz "Das weiß ich nicht, ich melde mich dazu" kein schlechtes Zeichen. Er kann sogar mehr Vertrauen schaffen als sofortige Sicherheit bei jeder Frage. Behalten Sie diesen Unterschied im Kopf, denn Ehrlichkeit spart Ihnen im gesamten Projekt Zeit.

Wie sieht eine schnelle Checkliste für das Webdesigner Portfolio aus?

Eine schnelle Checkliste für das Webdesigner Portfolio fasst alle Schritte auf einer Seite zusammen. Haken Sie daher die Punkte für jeden Kandidaten ab. Fehlt etwas, fragen Sie nach dem Grund und notieren die Antwort. Vergleichen Sie die Kandidaten dann nach Ihren eigenen Prioritäten.

  • Live Links: Sie haben mindestens drei Projekte zum Öffnen.
  • Smartphone: Jede Website hat eine echte Aktion bewältigt.
  • Ladezeit: Sie haben gemessen und den Designer nach dem Ergebnis gefragt.
  • Ziele: Jedes Projekt hat ein genanntes Ziel und einen klaren Anteil des Anbieters.
  • Struktur: Drei Websites nebeneinander zeigen keine versteckte Wiederholung.
  • Referenzen: Mindestens ein früherer Kunde hat mit Ihnen gesprochen.
  • Zugänge: Sie wissen, wer Domain und Verwaltung behält.
  • Personen: Ihr Gesprächspartner arbeitet auch am Projekt mit.

Kurz gesagt verspricht diese Liste keinen perfekten Kandidaten. Sie senkt nur das Risiko, allein nach der Optik zu entscheiden. Zudem sind diese Fragen der erste Test Ihrer Zusammenarbeit, denn wer offen damit umgeht, ist später meist auch angenehmer im Projekt.

Wie geht es weiter, wenn Sie unentschieden sind?

Stehen zwei Kandidaten nach den Kriterien gleich, achten Sie auf die Kommunikation. Wie haben sie geantwortet, wie klar haben sie geschrieben, und was haben sie gefragt, um Ihr Unternehmen zu verstehen? Mit dieser Zusammenarbeit leben Sie schließlich das ganze Projekt über. Seien Sie zudem etwas vorsichtiger bei allen, die einen Preis nennen, bevor sie nach Informationen fragen.

Als letzte Methode schicken Sie beiden Kandidaten dieselbe kleine schriftliche Frage: "Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Aufgabe einer Website in meinem Unternehmen?" Die Länge der Antwort spielt keine Rolle. Allerdings erkennen Sie leicht den Unterschied zwischen einer Antwort, die Ihr Geschäft verstehen will, und einem allgemeinen Text für alle.

Können Sie das Webdesigner Portfolio nicht selbst bewerten, oder muss Ihre Website zuverlässig Kunden bringen, holen Sie am besten ein schriftliches Angebot von einem erfahrenen Team ein. Wenn Sie bei uns Ihre Firmenwebsite erstellen lassen, halten wir Ziel, Umfang und Übergabe von Anfang an schriftlich fest. Beschreiben Sie dort Ihr Projekt, um ein Angebot zu erhalten, und prüfen Sie unsere Arbeit gern mit denselben Tests aus diesem Beitrag.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Projekte sollte ein Webdesigner Portfolio zeigen?
Wichtiger als die Gesamtzahl sind Live Projekte, die Sie wirklich testen können. Wir empfehlen mindestens drei, möglichst eines aus Ihrer Branche. Ein kleines Portfolio kann hervorragend sein, ein großes dagegen immer dasselbe Muster wiederholen. Deshalb sollte die Anzahl allein nie über Ihre Wahl entscheiden.
Kann ich einem Portfolio ohne Live Links vertrauen?
Allein darauf sollten Sie sich kaum verlassen, sofort aussortieren müssen Sie den Anbieter allerdings nicht. Vertraulichkeit oder eingestellte Projekte sind durchaus echte Gründe. Bitten Sie um eine Bildschirmfreigabe, eine Testumgebung oder ein Gespräch mit einem früheren Kunden. Fehlt jeder Nachweis, entscheiden Sie nur nach Bildern, und das bleibt riskant.
Sollte ich Webdesigner meiden, die Vorlagen nutzen?
Nein, eine Vorlage ist für sich genommen kein Problem und für viele kleine Projekte sinnvoll. Entscheidend bleibt, dass der Anbieter das offen sagt und die Website an Ihr Unternehmen anpasst. Das eigentliche Problem entsteht, wenn er eine Vorlage als Individualarbeit verkauft. Fragen Sie deshalb schon beim Angebot nach und halten Sie die Antwort im Vertrag fest.
Sollte ein niedriger PageSpeed Wert zum Ausschluss führen?
Nein, ein einzelner Wert sollte das nicht entscheiden. Nach der Übergabe verändern sich Websites oft, und schwere Bilder, Plugins oder Werbetags drücken dann das Ergebnis. Messen Sie mindestens drei Projekte und fragen Sie den Anbieter nach den Zahlen. Sind alle Projekte schwach und fehlt jede Erklärung, nehmen Sie das als ernste Warnung.
Darf ich frühere Kunden eines Webdesigners ansprechen?
Ja, eine kurze und höfliche Anfrage ist völlig in Ordnung. Stellen Sie sich vor, erklären Sie Ihr Vorhaben und bitten Sie um wenige Minuten. Neben den genannten Referenzen können Sie zudem ein weiteres Unternehmen mit sichtbaren Kontaktdaten anfragen. Antwortet niemand, haken Sie nicht nach, und deuten Sie Schweigen auch nicht als schlechtes Urteil.
Bietet eine Webdesign Agentur ein besseres Portfolio als ein einzelner Designer?
Darauf gibt es keine allgemeine Antwort, denn die Qualität hängt von der Arbeit ab und nicht von der Unternehmensform. Fragen Sie bei einer Agentur, ob das gezeigte Team auch Ihr Projekt betreut. Fragen Sie einzelne Designer, wo sie Unterstützung holen. In beiden Fällen gelten dieselben Tests für Live Website, Smartphone und Referenzen.
  • Webdesigner Portfolio
  • Webdesigner finden
  • Webdesign Agentur
  • Website erstellen lassen
  • Vorlagen erkennen
  • Referenzen prüfen
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Angebot für Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Wir melden uns am selben Tag und senden Umfang, Zeitplan und Preis innerhalb von 1 Werktag als schriftliches Angebot.