Digitales Marketing

Social Media Manager oder Performance Marketer: Der Unterschied

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Was ist der Unterschied zwischen Social Media Manager und Performance Marketer?

Ein Social Media Manager verantwortet Inhalte, Sichtbarkeit und Community einer Marke auf sozialen Plattformen, während ein Performance Marketer bezahlte Budgets in messbare Verkäufe oder Anfragen verwandelt. Der erste baut Vertrauen und Aufmerksamkeit auf, der zweite liefert nachweisbare Conversions. In den meisten Unternehmen ergänzen sich beide Aufgaben.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Allerdings verschwimmen die beiden Titel in Stellenanzeigen häufig. Ein Unternehmen sucht „jemanden für Instagram und die Anzeigen“ und merkt später, dass eine der beiden Aufgaben liegen bleibt. Das liegt daran, dass beide Rollen andere Fähigkeiten, einen anderen Rhythmus und eine andere Definition von Erfolg verlangen. Deshalb vergleichen wir hier Verantwortung, Messung und Werkzeuge direkt nebeneinander. Danach zeigen wir, welches Unternehmen wann welche Rolle suchen sollte. Schließlich geht es um die strategische Rolle, die beide verbindet.

Alle Beispiele sind Beispielszenarien und keine echten Kundenfälle. Außerdem nennen wir weder Gehaltszahlen noch Branchenstatistiken, denn solche Werte veralten schnell und können eine Personalentscheidung in die falsche Richtung lenken.

Was macht ein Social Media Manager im Arbeitsalltag?

Ein Social Media Manager verantwortet die Stimme der Marke und ihre Beständigkeit auf den Plattformen. Der Tag dreht sich meist um Redaktionsplan, Veröffentlichungen, Kommentare und Nachrichten. Zudem hat jede Plattform eigene Formate und Gewohnheiten, daher reicht es selten aus, denselben Beitrag überall zu kopieren.

  • Plant den Redaktionsplan und hält die Veröffentlichungen am Laufen.
  • Erstellt Bilder, Videos und Texte oder steuert die Arbeit mit einem Designer.
  • Beantwortet Kommentare und Nachrichten im Ton der Marke.
  • Liest Plattformberichte und nutzt die Erkenntnisse für den nächsten Plan.
  • Erkennt negative Kommentare und erste Anzeichen einer Krise.

Der unsichtbarste Teil dieser Arbeit ist die Community. Zum Beispiel kann eine schlichte, ehrliche Antwort auf einen einzelnen Kommentar die Meinung vieler stiller Mitleser prägen. Außerdem reagiert diese Person im Ernstfall meist zuerst. Deshalb gehört auch Grundwissen zum Krisenmanagement in Social Media zu dieser Rolle.

Was macht ein Performance Marketer im Arbeitsalltag?

Ein Performance Marketer verantwortet, dass bezahltes Budget zu messbaren Ergebnissen führt. Diese Person baut Kampagnen in Google Ads, Meta oder einem anderen bezahlten Kanal auf, testet Zielgruppen und Gebotsstrategien und verschiebt dann das Geld anhand der Daten. Also bestimmen eher Tabellen und Entscheidungen den Tag als ein Redaktionsplan.

  • Legt Kampagnenstruktur, Ziele und Budgetverteilung fest.
  • Prüft, ob die Conversion Messung korrekt läuft.
  • Testet Anzeigentexte und kreative Varianten.
  • Überwacht Kosten pro Verkauf und Werbeertrag.
  • Erkennt Probleme auf Landingpages und meldet sie an die richtige Stelle.

Die Messung bildet das Fundament dieser Rolle. Die Google Ads Hilfe beschreibt die Conversion Messung als Weg, um wichtige Aktionen wie Käufe, Anmeldungen oder Anrufe zu erfassen. Falsche Messdaten führen somit zu falschen Entscheidungen. Daher prüft ein guter Performance Marketer zuerst das Tracking und erst dann die Kampagnen.

Wie unterscheiden sich Verantwortung, Messung und Werkzeuge?

Diese Tabelle zeigt den Unterschied am schnellsten. Natürlich zieht nicht jedes Unternehmen die Grenzen genauso. Dennoch bietet sie einen guten Ausgangspunkt für Stellenanzeigen und für die Aufgabenverteilung.

KriteriumSocial Media ManagerPerformance Marketer
HauptverantwortungInhalte, Community, MarkenstimmeBezahlte Kampagnen, Budget, Conversions
Zentrale KennzahlenReichweite, Interaktion, Qualität der Zielgruppe, AnfragenConversions, Kundenakquisitionskosten, Werbeertrag
Typische WerkzeugePlattformanalysen, Redaktionsplanung, DesigntoolsGoogle Ads, Meta Werbeanzeigenmanager, Google Analytics, Tag Management
ArbeitsrhythmusTägliche Beiträge und Antworten, wöchentliche PlanungTägliche Kontrolle, wöchentliche Optimierung, monatliche Budgetentscheidung
Zeit bis zum ErgebnisWächst über einen längeren ZeitraumZeigt sich früher, endet weitgehend mit dem Budget
KernkompetenzErzählen, Tonalität, Gespür für KulturAnalyse, Testdesign, Budgetdisziplin

Die wichtigste Zeile betrifft die Zeit bis zum Ergebnis. Organische Inhalte wachsen langsam, während Anzeigen schnell wirken, aber laufend Budget brauchen. Mehr zu dieser Abwägung lesen Sie in unserem Beitrag organisches Wachstum oder bezahlte Werbung.

Welche Kennzahlen zeigen den Erfolg der jeweiligen Rolle?

Beide Rollen öffnen vielleicht dieselben Berichte, stellen aber andere Fragen. Die Social Media Seite fragt: „Erreichen wir die richtigen Menschen und bringen wir sie zum Handeln?“ Die Performance Seite fragt dagegen: „Kommt jeder ausgegebene Euro zurück?“ Daher ist es normal, dass zwei Personen in demselben Bericht verschiedene Zeilen markieren.

Auf der Social Media Seite ist die Interaktionsrate ein brauchbarer Einstieg. Eine grobe Einschätzung liefert unser Rechner für die Instagram Engagement Rate. Allerdings bedeuten Likes allein noch kein Geschäftsergebnis. Speicherungen, geteilte Beiträge und eingehende Nachrichten senden oft ein stärkeres Signal.

Auf der Performance Seite stehen Werbeertrag und Kundenakquisitionskosten im Vordergrund. Zum Beispiel zeigt unser ROAS Rechner den Zusammenhang von Ausgaben und Umsatz in wenigen Sekunden. Trotzdem bedeutet ein hoher ROAS nicht immer Gewinn, denn die Produktmarge fehlt in dieser Formel. Welche Kennzahl zu welchem Ziel gehört, erklären wir im Beitrag zu Online Marketing KPIs.

Warum unterscheiden sich die Werkzeuge beider Rollen so stark?

Werkzeuge spiegeln die Art der Arbeit wider. Die Social Media Seite stützt sich auf Werkzeuge für Planung und Produktion, denn die Kernaufgabe ist ein stetiger Fluss an Inhalten. Die Performance Seite arbeitet dagegen in Werbeplattformen und Analysetools, denn die Kernaufgabe sind Entscheidungen auf Basis von Daten.

Zudem lassen sich Ergebnisse kaum vergleichen, wenn beide Seiten keine gemeinsame Messsprache nutzen. Die einfachste Grundlage ist das Markieren von Links. Mit unserem UTM Generator kennzeichnen Sie Links in organischen Beiträgen und Anzeigen einheitlich. Somit erkennen Sie in Google Analytics, woher jeder Besuch stammt.

Die Attribution verlangt mehr Sorgfalt. Die Google Analytics Hilfe erklärt die Attribution als Zuordnung von Anteilen an wichtigen Nutzeraktionen zu Anzeigen, Klicks und anderen Kontaktpunkten auf dem Weg des Kunden. Also gehört ein Verkauf nicht unbedingt allein zum letzten Klick. Wie verschiedene Modelle das Bild verändern, zeigt unser Werkzeug Attributionsmodelle vergleichen. Außerdem ist auf der Meta Seite das Meta Pixel ein grundlegender Schritt, um Aktivitäten auf der Website zu erfassen.

Wie unterscheiden sich beide Rollen bei kreativen Inhalten?

Bilder und Videos sind der Bereich mit den meisten Überschneidungen. Ein Social Media Manager betrachtet Inhalte aus Sicht der Beziehung zum Publikum. Teilen Menschen diesen Beitrag, löst er ein Gespräch aus, passt er zur Marke? Ein Performance Marketer betrachtet denselben Inhalt dagegen als Test. Bringt er den Klick, führt er zum Kauf, welche Variante kostet weniger?

Diese Sichtweisen müssen sich nicht widersprechen. Am effizientesten ist es sogar, organische Gewinner in bezahlte Tests zu übernehmen. Zum Beispiel eignet sich ein Produktvideo mit vielen Kommentaren gut als Testkandidat für Anzeigen. Ebenso zeigt eine erfolgreiche Anzeigenbotschaft dem Social Media Manager, was das Publikum wirklich interessiert.

  1. Der Social Media Manager listet jede Woche die stärksten Inhalte auf.
  2. Der Performance Marketer wählt daraus Testkandidaten aus.
  3. Erfolgreiche Botschaften fließen zurück in den Redaktionsplan.

So nutzen beide Rollen einen gemeinsamen kreativen Pool für unterschiedliche Ziele. Außerdem sinkt der Aufwand für Material, das am Ende nur eine Seite verwendet.

Wer verantwortet Kommentare, Nachrichten und Krisen?

Diese Verantwortung liegt meist beim Social Media Manager. Allerdings gehen Kommentare unter Anzeigen oft unter, denn sie erscheinen nicht im organischen Feed. Deshalb sollte die Stellenbeschreibung klar festlegen, wer die Kommentare unter Anzeigen beobachtet.

In einer Krise müssen beide Rollen gemeinsam handeln. Nehmen Sie zum Beispiel an, ein Produkt ist wegen eines Lieferproblems nicht verfügbar. Der Social Media Manager kümmert sich dann um Stellungnahme und Antworten. Gleichzeitig prüft der Performance Marketer, ob er die Anzeigen für dieses Produkt pausiert. Sonst entschuldigen Sie sich an einer Stelle und bewerben dasselbe Produkt an einer anderen weiter.

Verkaufsanfragen per Nachricht sind ein eigenes Thema. Sie sollten wissen, wer geantwortet hat, wie schnell die Antwort kam und ob aus der Anfrage ein Verkauf entstand. Ohne diese Aufzeichnung bleibt die Arbeit in den sozialen Kanälen in Berichten unsichtbar. Daher bringt schon eine einfache Tabelle beiden Seiten einen echten Nutzen. Kurz gesagt entscheidet weniger, wer antwortet, sondern wer den Vorgang bis zum Ende verfolgt.

Wo verläuft die Grenze bei Budgetentscheidungen?

Die Verteilung des Werbebudgets ist das Kerngebiet des Performance Marketers. Der Social Media Manager redet dagegen bei Produktionskosten, Designunterstützung und Kooperationen mit. Allerdings fordern beide Seiten dasselbe Geld für unterschiedliche Zwecke, wenn niemand weiß, wer am Ende entscheidet.

Klären Sie deshalb drei Fragen im Voraus:

  • Wer genehmigt das gesamte Marketingbudget?
  • Wer darf das Werbebudget im laufenden Monat verschieben, und bis zu welcher Grenze?
  • Aus welchem Budget stammen beworbene Beiträge?

Die letzte Frage wirkt klein, sorgt in der Praxis aber für viel Verwirrung. Beworbene Beiträge laufen oft außerhalb des Kampagnenplans, weil jemand sie direkt aus dem Konto heraus startet. Auch ihre Messung läuft getrennt. Für die Planung der Gesamtsumme helfen Ihnen die Schritte in unserem Beitrag Social Media Werbebudget berechnen. Somit beruht die Budgetdebatte auf einer gemeinsamen Rechnung und nicht auf Meinungen.

Wann sollte ein Unternehmen einen Social Media Manager suchen?

Denken Sie zuerst an diese Rolle, wenn Ihr Problem Sichtbarkeit, Vertrauen oder Beständigkeit heißt. Das gilt besonders dann, wenn Kunden vor dem Kauf Ihr Profil ansehen, denn ein leeres oder unregelmäßiges Konto schwächt den Verkauf unbemerkt. Zum Beispiel dient das Profil bei einem Café, einem Kosmetiksalon, einer Boutique oder einem Bildungsanbieter oft als Schaufenster.

Diese Anzeichen sprechen dafür, die Social Media Seite vorzuziehen:

  • Ihre Konten laufen unregelmäßig, und die Beiträge hängen davon ab, wer gerade Zeit hat.
  • Sie antworten spät auf Kommentare und Nachrichten.
  • Wer auf Ihre Anzeigen klickt, findet im Profil nichts Vertrauenswürdiges.
  • Ihr Produkt muss man erklären und zeigen.

Andererseits ist es unrealistisch, allein durch Inhalte schnelle Verkäufe zu erwarten. Diese Rolle schafft ihren Wert über die Zeit, deshalb sollten Sie sie auch über einen passenden Zeitraum beurteilen. Zudem braucht sie echtes Material aus dem Unternehmen. Ohne Fotos und Informationen rutscht selbst ein starker Social Media Manager bald in beliebige Inhalte ab.

Wann sollte ein Unternehmen einen Performance Marketer suchen?

Diese Rolle hat Vorrang, wenn Sie ein Produkt oder eine Leistung mit nachgewiesener Nachfrage haben und mehr Kunden messbar erreichen möchten. Suchen Menschen bereits nach Ihrem Angebot, fangen Suchanzeigen diese Nachfrage zum Beispiel direkt auf. Ebenso lernt die Anzeigenoptimierung schneller, wenn Ihr Onlineshop bereits Verkaufsdaten gesammelt hat.

Diese Anzeichen sprechen für einen Performance Marketer:

  • Sie geben Geld für Anzeigen aus, wissen aber nicht, welche Kampagne Verkäufe bringt.
  • Ihnen ist unklar, was ein Kunde Sie kostet.
  • Sie möchten in einer Saisonspitze schnell skalieren.
  • Ihre Website funktioniert, doch der Traffic hängt von einem einzigen Kanal ab.

Allerdings reparieren Anzeigen weder ein schwaches Angebot noch eine unglaubwürdige Website. In diesem Fall benennt ein guter Performance Marketer zuerst die Hindernisse und erhöht erst dann die Ausgaben. Die ersten Ansatzpunkte bei steigenden Kosten finden Sie im Beitrag Kundenakquisitionskosten senken. Sinkt der Werbeertrag plötzlich, hilft Ihnen unser Leitfaden zum ROAS Rückgang bei der Diagnose.

Sollte ein kleines Unternehmen beide Rollen gleichzeitig besetzen?

Für die meisten kleinen Unternehmen lautet die Antwort nein, zumindest am Anfang. Bei knappem Budget ist es sinnvoller, die Rolle zu wählen, die den größten Engpass löst. Denn wer beide Aufgaben von einer Person erwartet, bekommt meist beide nur halb erledigt.

Ein einfacher Entscheidungsweg sieht so aus:

  1. Suchen Kunden bereits nach Ihnen, beginnen Sie mit der Performance Seite, die diese Nachfrage auffängt.
  2. Entdecken Menschen Ihr Produkt beim Stöbern und wirkt es stark im Bild, investieren Sie zuerst in Social Media.
  3. Fehlt ein solides Profil oder eine gute Seite als Ziel, bauen Sie zuerst dieses Schaufenster auf.
  4. Sobald Daten vorliegen, ergänzen Sie die zweite Rolle in Teilzeit oder über externe Unterstützung.

Natürlich ist diese Reihenfolge kein Gesetz. Dennoch kommen Sie weiter, wenn Sie fragen: „Was blockiert den Verkauf gerade am meisten?“ statt „Was ist gerade beliebter?“ Müssen Sie beide Aufgaben einer Person geben, nennen Sie außerdem die Priorität klar in der Stellenbeschreibung. Somit steht diese Person nicht jede Woche zwischen zwei Definitionen von Erfolg.

Beispielszenario: Welche Reihenfolge passt zu einem lokalen Möbelhaus?

In diesem Beispielszenario denken wir an ein Möbelhaus, das eine einzige Stadt bedient. Die meisten Verkäufe entstehen durch Empfehlungen, das Instagram Konto läuft unregelmäßig, und auf der Website fehlen Produktseiten. Der erste Gedanke des Inhabers lautet: Anzeigen schalten.

Allerdings springt ein Interessent vermutlich ab, wenn er nach dem Klick im Profil keine aktuellen Produkte findet. Deshalb steht zuerst das Schaufenster auf der Social Media Seite an. Dazu gehören echte Fotos aus dem Geschäft, Produktvideos, Informationen zur Lieferung und kurze Beiträge zu häufigen Fragen. Danach erfasst das Team Anfragen per Nachricht und Telefon in einer einfachen Tabelle.

In der zweiten Phase beginnt die Performance Arbeit. Das Möbelhaus schaltet mit begrenztem Budget Anzeigen für passende Produktsuchen und ein lokales Publikum und misst Aktionen wie Anrufe und Routenanfragen. Sobald Daten vorliegen, sieht es, welche Produktgruppe am besten läuft.

In diesem Szenario braucht das Unternehmen nicht gleich zwei Vollzeitstellen. Das heißt, mit der richtigen Reihenfolge bringt selbst ein kleines Budget Erkenntnisse. Kurz gesagt zählt vor allem, welche Rolle welches Problem in welcher Abfolge löst.

Beispielszenario: Wie arbeiten beide Rollen im E-Commerce zusammen?

In diesem Beispielszenario denken wir an eine E-Commerce Marke für handgefertigte Wohnartikel. Die Marke verkauft regelmäßig und schaltet Anzeigen, doch die Ergebnisse lassen nach, weil sie immer dieselben Bilder nutzt. An diesem Punkt müssen sich die Wochenrhythmen beider Rollen verbinden.

Der Social Media Manager erstellt kurze Videos aus der Werkstatt, Beiträge zu Kundenfragen und Beispiele für die Nutzung der Produkte. Danach testet der Performance Marketer die Inhalte mit dem größten Interesse. Die Anzeigendaten zeigen anschließend, welche Botschaft dem Kauf am nächsten kommt. Wirkt zum Beispiel „handgefertigt“ besser als „schneller Versand“?

Anschließend fließt diese Erkenntnis zurück in den Inhaltsplan. Folglich arbeitet der Social Media Manager mit echten Reaktionen des Publikums statt mit Vermutungen. Auch dem Performance Marketer gehen die kreativen Ideen nicht aus. Der Gewinn entsteht also nicht dadurch, dass zwei Personen nebeneinander sitzen. Er entsteht vielmehr dadurch, dass ihre Erkenntnisse in einen gemeinsamen Kreislauf fließen. Zudem hilft dieser Kreislauf der Marke, ohne reine Abhängigkeit von kurzfristigen Anzeigen zu wachsen.

Welche strategische Rolle verbindet beide Bereiche?

Die verbindende Person arbeitet meist als Marketingleitung, Growth Lead oder Beratung. Sie schreibt nicht jeden Beitrag und baut nicht jede Kampagne. Stattdessen sorgt sie dafür, dass beide Bereiche demselben Geschäftsziel dienen. Auch das US Bureau of Labor Statistics beschreibt die Arbeit von Führungskräften in Werbung, Promotion und Marketing anhand von Budgets, Kanalwahl, Marktforschung und Personalführung.

In der Praxis beantwortet diese Rolle drei Fragen. Welches Ziel haben wir in diesem Zeitraum? Welcher Kanal trägt mit welchem Budget dazu bei? Was sollten wir beenden? Übernimmt niemand diese Fragen, spricht der Social Media Manager über Likes, der Performance Marketer über ROAS und die Geschäftsführung über Umsatz.

In kleinen Unternehmen füllt meist die Geschäftsführung diese Rolle aus. Fehlen allerdings Zeit oder Fachwissen, kann externe Unterstützung für eine begrenzte Stundenzahl sinnvoll sein. Zum Beispiel kann ein Online Marketing Berater Ihre Kanäle gemeinsam bewerten und die Budgetprioritäten klären, während die tägliche Umsetzung bei Ihren Mitarbeitenden bleibt.

Welche Entscheidungen trifft die strategische Rolle?

Diese Rolle schafft den größten Wert bei Prioritäten und beim bewussten Verzicht. Wer einen Kanal betreut, möchte verständlicherweise, dass genau dieser Kanal wächst. Ein strategischer Blick kann dagegen auch sagen, welcher Kanal sich vorerst zurücknehmen sollte.

  • Legt das Ziel des Zeitraums und die zugehörige Hauptkennzahl fest.
  • Bestimmt die Budgetverteilung zwischen den Kanälen und die Grenzen für Änderungen.
  • Verhindert Widersprüche zwischen Markenbotschaft und Kampagnenbotschaft.
  • Vereinheitlicht Begriffe und hält etwa schriftlich fest, was als Anfrage gilt.
  • Klärt den Testkalender und die Auswertung der Ergebnisse.

Die Messung der Markenwirkung gehört zu den schwierigeren Aufgaben. Zum Beispiel bietet Meta eine eigene Hilfeseite zu Brand Lift Tests, und solche Tests können bei passendem Budget und passenden Bedingungen Hinweise liefern. Allerdings braucht nicht jedes Unternehmen einen solchen Test. In kleinerem Rahmen sind Suchanfragen nach dem Markennamen und direkte Nachrichten ebenfalls ein nützliches Signal. Daher sollte die Messmethode zur Größe des Unternehmens passen.

Wie prüfen Sie Social Media Manager und Performance Marketer im Vorstellungsgespräch?

Fragen Sie nach der tatsächlichen Arbeit und nicht nach dem Titel. Denn derselbe Titel beschreibt in zwei Unternehmen oft ganz verschiedene Aufgaben. Gute Kandidaten erklären außerdem ihre Denkweise und nicht nur das Ergebnis.

Für die Social Media Seite eignen sich diese Fragen:

  • Wie bewerten Sie eine Beitragsreihe mit wenig Interaktion, und was ändern Sie?
  • Was tun Sie in der ersten Stunde einer Welle negativer Kommentare?
  • Welche Daten belegen, dass Inhalte dem Geschäft nützen?

Für die Performance Seite fragen Sie stattdessen:

  • Was prüfen Sie zuerst, wenn Sie ein Konto übernehmen?
  • Wie stellen Sie sicher, dass die Conversion Daten stimmen?
  • Wo suchen Sie, wenn der Werbeertrag hoch, der Gewinn aber niedrig ist?

Bitten Sie zudem um ein Beispiel für ein Projekt, das die Person beendet hat. Wer diesen Schritt begründen kann, bewertet Ergebnisse meist auch ehrlicher. Seien Sie außerdem vorsichtig bei garantierten Ergebnissen, denn der Erfolg hängt auch von Produkt, Markt und Budget ab.

Welche Probleme entstehen, wenn Unternehmen beide Rollen vermischen?

Unsere Beobachtung aus der Praxis lautet: Das Problem liegt meist an einer falschen Definition von Erfolg und nicht an einer schwachen Person. Zum Beispiel drängt die Forderung nach direkten Verkaufszahlen den Social Media Manager in kurzfristige Aktionsinhalte. Bald spricht das Konto dann nur noch über Rabatte.

Umgekehrt entstehen ähnliche Schwierigkeiten. Verlangen Sie vom Performance Marketer mehr Follower, wandert das Budget womöglich zu Zielen ohne Verkäufe. Im Bericht sehen Sie dann eine steigende Zahl, doch auf dem Konto kommt nichts an.

  • Soziale Kanäle füllen sich mit Werbesprache, und das Publikum verliert das Interesse.
  • Anzeigen widersprechen der organischen Botschaft, und das Vertrauen sinkt.
  • Beide Seiten melden denselben Verkauf als eigenen Erfolg.
  • Niemand übernimmt Probleme mit Landingpages oder Tracking.

Die Lösung kostet wenig. Halten Sie die Stellenbeschreibung, die Hauptkennzahl und einen gemeinsamen Besprechungsrhythmus schriftlich fest, dann verschwindet ein Großteil der Verwirrung. Deshalb lohnt sich der Blick auf die vorhandenen Definitionen, bevor Sie eine neue Person suchen. Eine kurze schriftliche Vereinbarung löst oft mehr als eine neue Einstellung.

Wie richten Sie einen gemeinsamen Berichtsrhythmus ein?

Sie brauchen keinen komplizierten Bericht, um beide Rollen an einen Tisch zu holen. Eine Zusammenfassung auf einer Seite reicht für die meisten Unternehmen aus. Wichtig ist nur, dass beide Seiten vom selben Geschäftsziel ausgehen.

  1. Schreiben Sie oben das Geschäftsziel des Zeitraums und die Hauptkennzahl auf.
  2. Ergänzen Sie darunter Ausgaben und Conversions der bezahlten Kanäle.
  3. Fügen Sie dann Reichweite, Interaktion und Anfragen aus den sozialen Kanälen hinzu.
  4. Notieren Sie für jede Seite eine Erkenntnis und einen nächsten Schritt.

Ein kurzes wöchentliches Gespräch genügt, und das monatliche Gespräch klärt Budget und Richtung. Zum Beispiel lautet die wöchentliche Frage: „Welcher Inhalt sollte in die Anzeigen wandern?“ Im monatlichen Gespräch geht es dann um die Frage: „Welches Ziel sollte mehr Budget bekommen?“

Legen Sie außerdem eine einzige Referenzquelle für Ihre Berichte fest. Plattformen zählen denselben Verkauf mitunter unterschiedlich, deshalb sollten Sie vorab bestimmen, welche Zahl als Hauptwert gilt. Somit wird das Treffen nicht zum Streit darüber, wessen Zahl stimmt. Stattdessen bleibt es bei der nächsten Entscheidung, und beide wissen danach, was sich in dieser Woche ändert.

Welcher Berufsweg passt zu Ihnen: Social Media Manager oder Performance Marketer?

Entscheiden Sie danach, bei welcher Arbeit die Zeit für Sie schnell vergeht. Erzählen Sie gern Geschichten, verfolgen Sie Trends und sprechen Sie gern mit Menschen, passt die Social Media Seite vermutlich besser. Denken Sie gern in Zahlen, führen Sie gern Experimente durch und ziehen Sie gern Schlüsse aus Entscheidungen, liegt Ihnen eher die Performance Seite.

Zudem ist diese Wahl keine endgültige Trennung. Wer von den Inhalten kommt, gewinnt an Wert, sobald Grundlagen zu Anzeigen und Analyse dazukommen. Ebenso testet jemand aus dem bezahlten Bereich besser, wenn er die Sprache von Kreativen und Publikum versteht. Kurz gesagt wechseln Menschen, die beide Seiten lesen können, langfristig leichter in strategische Rollen.

Ein kleines Projekt ist der ehrlichste Test für den Anfang. Erstellen Sie zum Beispiel einen Redaktionsplan für einen Monat im Betrieb eines Bekannten, oder begleiten Sie eine Kampagne mit kleinem Budget und schreiben Sie einen Bericht. Was Sie stärker anzieht, ist Ihre erste Richtung. Titel und Vergütung hängen von Stadt, Branche und Erfahrung ab, also prüfen Sie aktuelle Angaben bei offiziellen Stellen wie der Bundesagentur für Arbeit und in laufenden Stellenanzeigen.

Womit sollten Sie bei dieser Entscheidung beginnen?

Vervollständigen Sie zunächst diesen einen Satz: „Am stärksten begrenzt unser Geschäft gerade ...“ Lautet die Antwort Vertrauen und Sichtbarkeit, geben Sie der Social Media Seite Vorrang. Geht es um messbare Kundengewinnung, hat die Performance Seite Vorrang. Hängt beides zusammen und sieht niemand das Gesamtbild, brauchen Sie zuerst eine strategische Richtung.

Legen Sie danach für die gewählte Rolle eine schriftliche Stellenbeschreibung, eine Hauptkennzahl und einen Prüfzeitraum fest. Ohne diese drei Punkte endet eine Einstellung meist mit Enttäuschung. Denken Sie außerdem daran, dass Ihre Werbekonten und sozialen Konten immer Ihrem Unternehmen gehören sollten, egal mit welcher Rolle Sie arbeiten.

Wir von Talha Aslan und Team sind seit 2012 in der Praxis tätig und sehen immer wieder dasselbe. Die richtige Frage lautet nicht „Was ist besser?“, sondern „Was brauchen wir in diesem Zeitraum?“ Möchten Sie Ihre Kanäle gemeinsam bewerten, erreichen Sie Digital Marketing Experte Talha Aslan und das Team über unsere Startseite.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein Social Media Manager auch Anzeigen betreuen?
Ja, einfache Kampagnen kann ein Social Media Manager betreuen, doch die laufende Optimierung von Budget und Conversions verlangt eigenes Fachwissen. Bei kleinem Budget reicht oft eine Person aus. Steigen die Ausgaben, kosten Messung, Tests und Budgetentscheidungen deutlich mehr Zeit. Klären Sie deshalb Umfang und Priorität der Anzeigenarbeit schriftlich.
Erstellt ein Performance Marketer auch Inhalte?
Meist schreibt ein Performance Marketer Anzeigentexte und gibt die kreative Richtung vor, übernimmt aber nicht den regelmäßigen Inhaltsfluss. Diese Person entscheidet, welche Botschaften und Bilder in den Test gehen, und arbeitet dafür oft mit Design oder Redaktion zusammen. Planen Sie Redaktionsplan und Community daher als eigene Aufgabe ein.
Welche Rolle sollte ich zuerst besetzen?
Besetzen Sie zuerst die Rolle, die Ihren größten Engpass löst. Suchen Kunden bereits nach Ihnen, steht meist die Performance Seite vorn. Entdecken Menschen Ihr Produkt beim Stöbern oder wirkt Ihr Profil schwach, ist Social Media sinnvoller. Fehlt die Klarheit bei Messung und Richtung, verhindert kurze strategische Unterstützung oft eine teure Fehlentscheidung.
Kann eine Person beide Rollen übernehmen?
Ja, in einer frühen Phase ist das möglich, allerdings bleibt eine Seite wahrscheinlich zurück. Geben Sie beide Aufgaben einer Person, halten Sie die Wochenprioritäten und die Hauptkennzahl schriftlich fest. Mit wachsendem Umfang ergänzen Sie eine zweite Person oder externe Unterstützung. Klare Erwartungen schützen dabei die Person und auch das Unternehmen.
Welche Rolle zeigt schneller Ergebnisse?
Performance Marketing zeigt meist schneller Ergebnisse, denn nach dem Start der Anzeigen entstehen bald Daten zu Traffic und Conversions. Die Arbeit in sozialen Kanälen entfaltet ihre Wirkung dagegen über die Zeit. Allerdings lässt die Wirkung von Anzeigen stark nach, sobald das Budget endet. Deshalb ist derselbe Prüfzeitraum für beide Investitionen nicht sinnvoll.
Warum nennt dieser Beitrag keine Gehälter?
Gehälter hängen von Stadt, Branche, Erfahrung und Unternehmensgröße ab, und jede Zahl veraltet schnell. Ein fester Betrag könnte Sie deshalb zu einer falschen Entscheidung führen. Aktuelle Angaben finden Sie bei offiziellen Statistikstellen und in laufenden Stellenanzeigen. Betrachten Sie bei der Einstellung außerdem Gesamtkosten, Verantwortungsumfang und den erwarteten Beitrag der Rolle.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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