Übergabe der Website: Was sollten Sie von Ihrer Agentur verlangen?

Kurze Antwort
Was sollten Sie bei der Übergabe der Website verlangen?
Eine Checkliste zur Übergabe der Website ist das Paket aus Konten und Dokumenten, das Ihnen alle Eigentums- und Zugriffsrechte überträgt: Domainregistrierung, Hostingpanel, Adminkonto, Quelldateien, ein aktuelles Backup, Lizenzen, Inhaberschaft in Analytics und Search Console sowie eine schriftliche Dokumentation. Fehlt davon etwas, ist die Übergabe nicht abgeschlossen.
Die Übergabe der Website ist der Projektschritt, den viele unterschätzen, obwohl er am längsten nachwirkt. Das Design steht, die Seite ist online. Allerdings gehört die Website praktisch demjenigen, auf dessen Namen Domain, Hosting, Adminkonto und Analyse laufen. In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team, was Sie am Übergabetag konkret in der Hand haben sollten.
Kurz gesagt bedeutet Übergabe mehr als „die Seite ist live“. Stellen Sie sich vor, Ihr Entwickler ist morgen nicht mehr erreichbar. Können Sie die Website dann ohne Probleme an ein anderes Team weitergeben, ist die Übergabe wirklich erledigt. Deshalb empfehlen wir, diese Liste mit genau diesem Maßstab zu lesen. Prüfen Sie zudem jeden Punkt mit einer Frage: Liegt diese Information bei mir oder nur im Gedächtnis einer Person?
Andererseits ist die Übergabe nicht dasselbe wie die Abnahme. Ob Seiten und Funktionen korrekt arbeiten, prüfen Sie mit unserer Checkliste zur Website Abnahme. Dieser Beitrag beantwortet dagegen eine andere Frage: Was sollte Ihnen gehören, und was sollten Sie besitzen?
Warum bedeutet die Übergabe der Website mehr als eine Seite, die online ist?
Eine Website kann einwandfrei aussehen, während entscheidende Teile in fremden Konten liegen. Zum Beispiel steht die Domain im privaten Konto des Entwicklers. Ihr Hosting läuft vielleicht über einen Agenturtarif. Und die Analytics Property hängt womöglich am Login der Agentur. Heute funktioniert alles, doch nach dem Ende der Zusammenarbeit können Sie nichts davon ändern.
In unserer Praxis ist die häufigste Ursache keine böse Absicht, sondern Unordnung. Projekte laufen schnell, alle sagen „das übertragen wir später“, und später kommt nie. Daher behandeln wir die Übergabe als eigenen Arbeitsschritt, der genauso wichtig ist wie das Design.
Stecken Sie bereits in diesem Problem, weil Website oder Domain bei einer früheren Agentur liegen, dann hilft Ihnen unser Leitfaden, wie Sie Website und Domain von der Agentur zurückholen. Dieser Beitrag soll also verhindern, dass Sie überhaupt in diese Lage kommen.
Wann sollten Sie die Checkliste vorbereiten?
Der beste Zeitpunkt ist der Projektstart. Wenn Sie die Liste erst in der letzten Woche herausholen, existieren die meisten Konten bereits unter fremdem Namen. Eine Korrektur bedeutet dann Mehraufwand. Teilen Sie die Liste dagegen im ersten Termin, legt das Team jedes Konto von Anfang an auf Ihren Namen an.
Zum Beispiel dauert es in der Konzeptphase nur wenige Minuten, zu klären, wo die Domain liegt, wem das Hosting gehört und welches Konto die Analyse hält. Dasselbe Thema nach dem Livegang zu lösen, kann dagegen Tage kosten. Sehen Sie die Liste deshalb als Eröffnungsdokument, nicht als Abschlussdokument.
Außerdem lohnt es sich, die Liste während des ganzen Projekts aktuell zu halten. Kaufen Sie ein neues Plugin oder binden Sie einen neuen Dienst an, füllen Sie die passende Zeile sofort aus. Am Übergabetag prüfen Sie dann gemeinsam eine fertige Tabelle, statt ein Inventar von Grund auf zu erstellen. Somit ist eine gute Übergabe keine Aufgabe des letzten Tages, sondern ein Protokoll, das mit dem Projekt wächst.
Wie prüfen Sie die Inhaberschaft der Domain?
Die Domain ist Ihre Adresse und steht deshalb an erster Stelle. Die Prüfung ist einfach. Läuft das Konto beim Registrar auf Ihren Namen? Steht Ihr Unternehmen als Inhaber im Registrareintrag? Auch die Kontaktadresse sollte Ihnen gehören, denn Verlängerungshinweise und Transferbestätigungen gehen an diese E-Mail. Gehört sie dem Entwickler, verpassen Sie womöglich eine Ablaufwarnung oder eine Transferanfrage.
Informieren Sie sich zudem über Transfersperre und Transfercode. Die Transfer Policy der ICANN regelt den AuthInfo Code und die Sperrstatus für den Wechsel einer Domain zwischen Registraren. Den Code selbst brauchen Sie am Übergabetag nicht. Sie sollten ihn allerdings jederzeit selbst in Ihrem Panel erzeugen können.
- Name des Registrars und Loginadresse.
- Nachweis, dass das Konto Ihre E-Mail nutzt.
- Verlängerungsdatum und automatische Verlängerung.
- Panel, in dem die DNS Einträge liegen.
Ist eine Domain bereits abgelaufen, zeigt unser Beitrag Domain abgelaufen: so bekommen Sie sie zurück einen detaillierten Weg.
Haben Sie Zugriff auf Hosting und Serverdaten?
Im Hosting liegen die Dateien und die Datenbank Ihrer Website. Im Idealfall eröffnen Sie das Hostingkonto selbst, Sie erhalten die Rechnungen, und das Designteam bekommt einen zusätzlichen Benutzer. Endet die Zusammenarbeit, entfernen Sie dann einfach diesen Benutzer.
Manche Projekte laufen allerdings über den eigenen Tarif der Agentur. Das ist an sich nicht falsch. Halten Sie trotzdem schriftlich fest, wann und wie schnell Sie Unterstützung beim Umzug bekommen. Speichern Sie außerdem diese Angaben in einem gemeinsamen Passwortsafe:
- Adresse des Hostingpanels, Benutzername und Methode der Zweifaktoranmeldung.
- SFTP Zugangsdaten für die Dateiübertragung.
- Name der Datenbank und Datenbankbenutzer.
- Eingesetzte PHP Version oder Laufzeitumgebung.
- Laufzeitende des Tarifs und Ressourcenlimits.
Tipp: Teilen Sie Passwörter über einen Passwortmanager, nicht als Klartext per E-Mail. Ändern Sie nach der Übergabe das Hostingpasswort selbst. Prüfen Sie zudem, an welches Postfach die Hostingrechnungen gehen, denn eine verpasste Zahlungserinnerung kann die Seite offline nehmen.
Wie übernehmen Sie das Adminkonto richtig?
Das erste Adminkonto im Backend sollte Ihnen gehören. Ihr Entwickler kann für die tägliche Arbeit ein eigenes Konto nutzen. Die Hauptrolle als Administrator sollte jedoch an Ihre E-Mail gebunden sein, damit Links zum Zurücksetzen des Passworts in Ihrem Postfach landen.
Ein Beispielszenario: Ein Unternehmen übernimmt seine Website mit einem einzigen Konto namens „admin“, und die Agentur kennt das Passwort. Nach Projektende ändert niemand das Passwort. Folglich kann sich das frühere Team technisch weiterhin anmelden. Richtig ist es, jeder Person ein eigenes Konto zu geben und nicht benötigte Konten zu schließen. Kommt etwa eine neue Mitarbeiterin dazu, legen Sie ihr Konto an; verlässt sie das Unternehmen, schließen Sie nur dieses eine.
Stellen Sie deshalb am Übergabetag diese Fragen: Wie viele Adminkonten gibt es? Wem gehört jedes davon? Ist die Zweifaktoranmeldung aktiv? Wer hat ungenutzte Konten entfernt? Schriftliche Antworten auf diese vier Fragen verhindern später viele Sicherheitsprobleme.
Warum sind Quelldateien und Designdateien so wichtig?
Die Website im Netz ist eigentlich ein Ergebnis. Die eigentlichen Werte sind Themedateien, individueller Code, Designdateien und Originalbilder, aus denen sie entsteht. Ohne diese Dateien bleiben Sie selbst für kleine Änderungen an dasselbe Team gebunden.
Gerade bei individuell programmierten Seiten sollten Sie eine aktuelle Kopie des Quellcodes verlangen. Liegt der Code in einem Versionskontrollsystem, etwa einem Git Repository, bitten Sie um die Übertragung auf ein Konto, das Ihnen gehört. Mindestens sollten Sie Lesezugriff erhalten. Für Designdateien gilt dieselbe Logik.
- Quellcode des Themes oder der Anwendung.
- Projektdateien aus dem Designtool.
- Hochauflösende Originale von Logo, Icons und Bildern.
- Liste der Schriften und ihrer Bezugsquelle.
Somit fangen Sie nicht bei null an, wenn Sie ein Jahr später eine neue Seite brauchen. Wechseln Sie das Team, kann das neue Team außerdem Ihre bestehende Designsprache weiterführen.
Wie erstellen und testen Sie bei der Übergabe der Website ein Backup?
Ziehen Sie bei der Übergabe der Website ein vollständiges Backup, also Dateien und Datenbank zusammen, und legen Sie es in Ihrem eigenen Speicher ab. Ein Backup, das nur existiert, reicht allerdings nicht. Sie sollten auch sehen, dass sich die Seite daraus wiederherstellen lässt. Ein nie getestetes Backup kann Sie im Ernstfall überraschen.
Bitten Sie daher um eine Wiederherstellungsnotiz im Übergabepaket. Wo liegt das Backup? Mit welchem Werkzeug entstand es? Mit welchen Schritten stellen Sie es wieder her? Laufen automatische Backups, nennt die Notiz zudem Häufigkeit und Aufbewahrungsdauer.
Einen breiteren Blick auf die Planung bietet unsere Website Backup Strategie mit Anzahl der Kopien, Speicherort und Rhythmus. Für die Übergabe gilt eine kurze Regel: Mindestens eine Kopie liegt außerhalb des Hostinganbieters und unter Ihrer Kontrolle.
Auf wessen Namen sollten Lizenzen und Premium Plugins laufen?
Kostenpflichtige Themes, Plugins, Schriften und Stockfotos sind stille Abhängigkeiten. Liegt eine Lizenz im Konto der Agentur, endet das Recht auf Updates womöglich am Tag der Trennung. Die Website läuft dann weiter, erhält aber unter Umständen keine Sicherheitsupdates mehr.
Verlangen Sie deshalb für jede kostenpflichtige Komponente eine Tabelle mit Lizenzinhaber, Verlängerungsdatum und Nutzungsbedingungen. Manche Lizenzen lassen sich übertragen, andere nicht. Prüfen Sie das auf der Lizenzseite des jeweiligen Produkts. Ist eine Lizenz nicht übertragbar, kennen Sie besser schon vorher die Kosten einer neuen Lizenz auf Ihren Namen.
Unterschätzen Sie außerdem Lizenzen für Stockfotos und Schriften nicht. Ohne Nachweis der Nutzungsrechte fällt es schwer, auf eine spätere Anfrage eines Rechteinhabers zu reagieren. Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung; zu Lizenzbedingungen fragen Sie bitte eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt.
Wie übernehmen Sie Analytics und Search Console?
Messkonten tragen die Geschichte Ihrer Website. Hat die Agentur die Google Analytics Property unter ihrem eigenen Konto angelegt, verlieren Sie nach der Trennung womöglich den Zugriff auf Jahre an Besucherdaten. Verlangen Sie also, dass die Property in Ihrem Konto liegt oder dass Sie die höchste Berechtigung erhalten.
Die Google Seite zur Verwaltung von Zugriff und Datenbeschränkungen beschreibt fünf Rollen in Analytics: Administrator, Bearbeiter, Marketingexperte, Analyst und Betrachter. Bei der Übergabe sollten Sie Administrator sein. Die Agentur kann bei Bedarf eine engere Rolle behalten. Sichern Sie zudem Screenshots zentraler Einstellungen wie Datenaufbewahrung und Schlüsselereignisse.
In der Search Console zählt die Inhaberschaft noch mehr. Laut der Google Anleitung zur Verwaltung von Inhabern, Nutzern und Berechtigungen weist ein bestätigter Inhaber seine Inhaberschaft über ein Token auf der Website nach. Selbst nach dem Entfernen des Nutzers kann er sich erneut bestätigen, solange das Token bestehen bleibt. Das heißt, Sie müssen beim Entfernen früherer Inhaber auch die Tokens bereinigen. Die Schritte zeigt unser Beitrag, wie Sie alte Inhaber aus der Search Console entfernen.
Übergabetabelle: Wer sollte welchen Punkt halten?
Die folgende Tabelle fasst für jeden Punkt der Übergabe der Website zusammen, wem er idealerweise gehört und was Sie verlangen sollten. Drucken Sie sie aus und nehmen Sie sie zum Übergabetermin mit.
| Punkt | Auf wessen Namen | Was Sie verlangen | Risiko, wenn es fehlt |
|---|---|---|---|
| Domain | Ihr Unternehmen | Registrarkonto, Verlängerungsdatum | Verlust der Adresse |
| Hosting | Ihr Unternehmen (bevorzugt) | Panelzugang, SFTP, Datenbankdaten | Kein Umzug möglich |
| Adminkonto | Ihre E-Mail | Hauptrolle als Administrator, Zweifaktoranmeldung | Kontrollverlust |
| Quelldateien | Ihr Unternehmen | Code Repository, Designdateien, Originalbilder | Abhängigkeit |
| Backup | Ihr Speicher | Vollbackup und Wiederherstellungsnotiz | Datenverlust |
| Lizenzen | Ihr Unternehmen | Lizenzliste, Verlängerungsdaten | Keine Updates |
| Analytics | Ihr Konto | Rolle Administrator | Verlust der Historie |
| Search Console | Ihr Konto | Bestätigte Inhaberschaft | Verlust der Suchdaten |
| Dokumentation | Ihr Unternehmen | Schriftliche Nutzer- und Techniknotiz | Wissensverlust |
Gehören Tag Manager und Werbeverknüpfungen auch auf die Liste?
Ja, denn an diese Konten denkt man oft zuletzt. Ein Google Tag Manager Container, Conversion Tags und Verknüpfungen mit Werbekonten gehören ebenfalls zur Website. Hat die Agentur den Container im eigenen Konto angelegt, fehlt Ihnen womöglich das Recht, Tags zu ändern.
Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Konto im Container die höchste Berechtigung hat. Verlangen Sie außerdem eine einfache Liste der Messcodes: welches Tag, zu welchem Zweck, mit welchem Auslöser? Dann finden Sie später ungenutzte oder doppelte Tags schnell. Notieren Sie zudem, welche Tags Ihr Einwilligungstool mit welcher Einwilligung ausspielt.
Ebenso sollten die Werbekonten selbst Ihnen gehören; die Agentur verbindet sich nur über einen Verwaltungszugang. Die Logik bleibt also bei jedem Werkzeug gleich: Das Konto gehört Ihnen, das Team erhält Zugriff.
Was gehört in die Dokumentation?
Die Dokumentation ist das Handbuch Ihrer Website. Sie muss nicht lang sein. Trotzdem sollte sie so klar sein, dass ein neues Team die Seite an einem Tag versteht. In unseren Projekten besteht die Übergabenotiz meist aus zwei Teilen: einem Nutzerleitfaden für das Redaktionsteam und einer Infrastrukturnotiz für das Technikteam.
- Schritte zum Anlegen von Seiten und Beiträgen sowie empfohlene Bildgrößen.
- E-Mail Adressen, die Formularbenachrichtigungen erhalten.
- Installierte Plugins, ihr Zweck und welche davon kritisch sind.
- Zusammenfassung der Cache- und Sicherheitseinstellungen.
- Methode für Backup und Wiederherstellung.
- Drittanbieterdienste und der Ablageort ihrer API Schlüssel.
Zudem hilft eine kurze Bildschirmaufnahme sehr. Eine schriftliche Notiz und wenige Minuten Erklärung beantworten die meisten künftigen Fragen. Schreiben Sie das Dokument allerdings nicht einmal und vergessen es dann. Ändern Sie etwas Wesentliches an der Seite, passen Sie auch den betreffenden Abschnitt an.
Sollten Sie E-Mail, Formulare und Drittanbieter prüfen?
Unbedingt. Kontaktformulare, Newsletteranmeldungen, Livechat und Zahlungsanbieter laufen jeweils über eigene Konten. Hat die Agentur diese Konten auf ihren Namen eröffnet, landen womöglich sogar Ihre Formularnachrichten im Dashboard eines Dritten.
Ein Beispielszenario: Ein Unternehmen verschickt sein Kontaktformular über einen Versanddienst im Konto der Agentur. Nach Vertragsende schaltet sich der Dienst ab, und wochenlang erreicht keine Anfrage mehr jemanden. Eröffnen Sie daher jeden Dienst in Ihrem eigenen Konto oder lassen Sie sich das Konto bei der Übergabe übertragen.
Außerdem hängt Ihre geschäftliche E-Mail an den DNS Einträgen Ihrer Domain. Exportieren Sie deshalb die aktuellen Maileinträge, bevor Sie DNS Einstellungen ändern. Sonst bricht bei einem Umzug der Website auch Ihr Postfach weg.
Was sollten Sie bei Sicherheit und SSL prüfen?
Bestätigen Sie am Übergabetag, dass die Seite über HTTPS lädt, das Zertifikat gültig ist und die Verlängerung automatisch läuft. Unser SSL Check Tool zeigt Ablaufdatum und abgedeckte Domains in Sekunden. Finden Sie zudem heraus, über welches Konto das Zertifikat verlängert; bei einem Hostingwechsel brauchen Sie es womöglich neu.
Ergänzen Sie dann diese Sicherheitsprüfungen auf Ihrer Liste:
- Starke Passwörter und Zweifaktoranmeldung in jedem Adminkonto.
- Schließung temporärer Konten aus der Bauphase.
- Testumgebungen für Suchmaschinen gesperrt.
- Kernsoftware und Plugins auf aktuellem Stand.
Somit sieht die Website nicht nur gut aus, sondern steht ab dem ersten Tag auf einem sicheren Fundament.
Sollten Sie einen Bericht zu Barrierefreiheit und Qualität verlangen?
Wir empfehlen es, denn eine Website, die alle nutzen können, gehört selbstverständlich zur Übergabe. Der W3C Standard WCAG 2.2 definiert drei Konformitätsstufen für Barrierefreiheit: A, AA und AAA. Fragen Sie bei der Übergabe schriftlich, welche Stufe das Team angestrebt hat und welche Prüfungen stattfanden.
Der Bericht muss nicht lang sein. Als Anfang genügt es, wenn er Prüfungen zu Tastaturbedienung, Farbkontrast, Alternativtexten und Formularbeschriftungen zeigt. Zusätzlich können Sie eine Zusammenfassung der Tests zu Ladezeit und mobiler Darstellung anfügen.
So dokumentieren Sie den Zustand der Website am Tag der Übernahme. Taucht in den Folgemonaten ein Problem auf, dient dieser Bericht als Ausgangspunkt. Dann erkennen Sie schnell, ob das Problem schon vor der Übergabe bestand oder durch eine spätere Änderung entstand.
Wo sollten Sie das Übergabepaket aufbewahren?
Die erhaltenen Angaben helfen nur, wenn sie am richtigen Ort liegen. Wir empfehlen, Passwörter, Zugangsdaten und Lizenzschlüssel im Passwortmanager Ihres Unternehmens abzulegen, in einem gemeinsamen Safe, den einige berechtigte Personen öffnen können. Informationen im privaten Postfach einer einzelnen Person verschwinden nämlich, sobald diese Person geht.
Legen Sie zudem für Backups, Designdateien und Dokumentation einen Ordner im Cloudspeicher des Unternehmens an. Gliedern Sie ihn einfach: Zugänge, Backups, Quelldateien, Lizenzen und Dokumente. Dann findet eine neue Kollegin oder eine neue Agentur das Gesuchte in wenigen Minuten.
- Passwörter: gemeinsamer Safe mit Zugriff pro Person.
- Backups: außerhalb des Hostings, in datierten Ordnern.
- Lizenzen: Kaufbeleg und Verlängerungsdatum.
- Dokumentation: ein bearbeitbares Hauptdokument.
Überprüfen Sie diese Ordnung außerdem mindestens einmal im Jahr. Entziehen Sie ausgeschiedenen Personen den Zugriff, verlängern Sie auslaufende Lizenzen und löschen Sie alte Backups nach Ihrem Aufbewahrungsplan.
Welche Vertragsklauseln sollten die Übergabe regeln?
Eine Checkliste wirkt am besten, wenn der Vertrag sie stützt. Legen Sie schon im Angebot schriftlich fest, welche Punkte Sie erhalten, entsteht am Ende kein Streit. Beim Vergleich von Angeboten hilft Ihnen unsere Checkliste zum Vergleich von Webdesign Angeboten, genau diese Klausel zu finden.
- Auf wessen Namen Domain, Hosting und Messkonten laufen.
- Übertragung von Quelldateien und Designdateien.
- Eigentum und Verlängerungspflicht bei kostenpflichtigen Lizenzen.
- Dauer und Umfang der Unterstützung nach dem Launch.
- Bedingungen für Umzugshilfe nach dem Ende der Zusammenarbeit.
Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung; zum Vertragstext fragen Sie bitte eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt. Ein praktischer Tipp trotzdem: Hängen Sie die Übergabetabelle als Anlage an den Vertrag. Dann wissen beide Seiten ab dem ersten Tag, was sie am Ende prüfen.
Ändert sich die Checkliste bei einem Relaunch?
Die Kernpunkte bleiben gleich, allerdings gewinnen zwei Themen an Gewicht: ein Archiv der alten Seite und die Weiterleitungen. Sichern Sie vor dem Livegang der neuen Seite ein vollständiges Backup der alten Seite in einem eigenen Ordner. Dann haben Sie eine Quelle, falls Sie später eine alte Seite oder ein altes Bild brauchen.
Verlangen Sie zudem eine Zuordnungstabelle, die zeigt, wohin jede alte URL weiterleitet. Diese Tabelle gehört zu den wichtigsten Dokumenten, um Sichtbarkeit in der Suche zu schützen. Außerdem dient sie bei künftigen Änderungen als Nachschlagewerk.
Andererseits sollten Sie Dienste auflisten, die die alte Seite nutzte und die neue Seite nicht mehr braucht. Ein ungenutzter Formulardienst, ein altes Tag oder ein offenes Konto bedeuten zusätzliche Kosten und eine Sicherheitslücke. Daher enthält die Übergabe bei einem Relaunch auch einen Aufräumschritt.
Wie sieht die kürzeste Liste für ein kleines Unternehmen aus?
Nicht jedes Unternehmen braucht ein vollständiges Dokumentationspaket. Selbst bei einer einfachen Visitenkartenseite lösen diese sieben Punkte die meisten späteren Probleme im Voraus. Anders gesagt darf die Liste kurz sein, aber nie leer.
- Domainkonto mit Ihrer E-Mail.
- Eigener Benutzer für das Hostingpanel.
- Hauptadminkonto auf Ihren Namen.
- Vollbackup in Ihrem eigenen Speicher.
- Höchste Berechtigung in Analytics und Search Console.
- Liste der kostenpflichtigen Komponenten.
- Einseitige Nutzungsnotiz.
Ein Beispielszenario: Eine Caféinhaberin nutzt die Website nur für Speisekarte und Kontaktdaten. Ein komplexer Technikbericht bringt hier wenig. Trotzdem sollten diese sieben Punkte bei ihr liegen. Wächst die Website, wächst die Liste dann einfach mit.
Wie läuft der Übergabetag Schritt für Schritt ab?
Ein geordneter Termin funktioniert am Übergabetag deutlich besser als ein verstreuter Mailverlauf. Diesen Ablauf empfehlen wir:
- Öffnen Sie jeden Punkt der Tabelle und sehen Sie die Inhaberschaft auf dem Bildschirm.
- Melden Sie sich in jedem Panel mit Ihrem eigenen Konto an, nicht in einer fremden Sitzung.
- Laden Sie das Vollbackup herunter und speichern Sie es in Ihrem eigenen Speicher.
- Holen Sie die Lizenz- und Dienstliste ab und tragen Sie die Verlängerungsdaten in Ihren Kalender ein.
- Nehmen Sie Dokumentation und Bildschirmaufnahme entgegen.
- Schließen Sie temporäre Konten und ändern Sie gemeinsame Passwörter.
- Lassen Sie beide Seiten ein Übergabeprotokoll bestätigen.
Versuchen Sie danach, die Website innerhalb einer Woche selbst zu bedienen. Aktualisieren Sie einen Inhalt, testen Sie ein Formular und öffnen Sie einen Bericht. So bemerken Sie fehlende Punkte, bevor der Supportzeitraum endet.
Wie planen Sie die Wartung nach der Übergabe der Website?
Nach der Übergabe der Website endet die Arbeit nicht; nur die Verantwortung wechselt. Updates, Backupkontrollen, Sicherheitsscans und Inhaltspflege brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit. Entscheiden Sie deshalb schon bei der Übergabe, ob Ihr eigenes Team das übernimmt oder ob Sie einen Wartungsvertrag abschließen.
Welche Aufgaben zur monatlichen Pflege gehören, zeigt unsere Checkliste zur Website Wartung. Für Ordnung bei allen digitalen Konten bietet unser Beitrag, wie Sie digitale Assets verwalten, einen praktischen Rahmen. Übernimmt Ihr eigenes Team die Wartung, legen Sie zudem die verantwortliche Person und einen festen Prüftag pro Monat fest.
Zusammengefasst setzt der Wartungsplan die Checkliste fort. Die Liste sichert das Heute, die Wartung schützt das Morgen.
Welche Fehler passieren bei der Übergabe der Website am häufigsten?
Nach unserer Erfahrung folgen die meisten Fehler wenigen wiederkehrenden Mustern. Wer sie kennt, nutzt die Checkliste bewusster. Zudem erfordert fast keiner dieser Fehler technisches Wissen; meist fehlt nur die richtige Frage zur richtigen Zeit.
- Die Domain im privaten Konto des Entwicklers lassen.
- Einen gemeinsamen Adminzugang mit allen teilen.
- Backups nur auf dem Hostingserver aufbewahren.
- Nie fragen, auf wessen Namen die Lizenzen laufen.
- Alte Bestätigungstokens in der Search Console belassen.
- Die Dokumentation mit „wissen wir doch“ überspringen.
Die Übergabe ist also kein Vertrauenstest, sondern schafft Ordnung. Ein gutes Team legt Ihnen diese Liste vor, bevor Sie danach fragen. Weicht Ihr Team diesen Themen aus, sehen Sie das als Signal und fordern Sie die fehlenden Punkte schriftlich an.
Können wir diese Übergabestruktur für Ihre Website aufsetzen?
Ja. In unserem Webdesign Service legen wir Domain, Hosting, Adminkonto und Messwerkzeuge von Anfang an auf Ihren Namen an. Zum Projektende übergeben wir die ausgefüllte Tabelle von oben samt schriftlicher Dokumentation. Das heißt, die Website gehört Ihnen schon vor dem Livegang.
Möchten Sie die Übergabe einer bestehenden Seite ordnen oder ein neues Projekt starten, schildern Sie uns Ihren Bedarf und fordern Sie ein Webdesign Angebot an. Im Angebot führen wir dann Punkt für Punkt auf, was an Sie übergeht.
Zum Schluss: Eine Checkliste ist kein Zeichen von Misstrauen. Vielmehr schützt sie beide Seiten und macht die Zusammenarbeit professionell.



