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Webdesign Briefing erstellen: Leitfaden und Vorlage für die Agentur

Talha AslanTalha Aslan 17 Min. Lesezeit

Bevor Sie mit einer Agentur über eine neue Firmenwebsite oder einen Onlineshop sprechen, brauchen Sie ein einziges Dokument: ein Webdesign Briefing. Ich schreibe seit über zehn Jahren Angebote für Webprojekte. Deshalb weiß ich, wo Projekte kippen. Meist scheitern sie nicht im Design, sondern schon in der ersten E-Mail. In diesem Leitfaden gehe ich Ziel, Zielgruppe, Wettbewerb, Umfang, Inhalte, Budget, Zeitplan und Erfolgskriterien der Reihe nach durch. Am Ende finden Sie eine Vorlage zum Kopieren.

Was ist ein Webdesign Briefing und warum ist es so wichtig?

Ein Webdesign Briefing ist ein kurzes schriftliches Dokument, das Zweck, Zielgruppe, Umfang, Verantwortung für Inhalte, Budgetrahmen, Zeitplan und Erfolgskriterien eines Webprojekts festhält. Die Agentur kalkuliert damit ein passendes Angebot, und Sie prüfen bei der Abnahme, was vereinbart war.

Ohne Webdesign Briefing beginnt jedes Meeting bei null. Zum Beispiel wünscht sich die Marketingleitung eine moderne Seite, während die Geschäftsführung insgeheim an ein Händlerportal denkt. Die Agentur kalkuliert dann auf Basis von Notizen aus einem einzigen Telefonat. Folglich meinen drei Beteiligte mit denselben Worten drei verschiedene Dinge.

Meine Erfahrung ist eindeutig. Ein gutes Webdesign Briefing verkürzt die Angebotsphase und spart Korrekturschleifen. Zudem beendet es die Frage, ob etwas im Preis enthalten war, bevor sie aufkommt. Außerdem können Sie Angebote mehrerer Agenturen auf gleicher Grundlage vergleichen. Sehen Sie das Briefing also als erste Vereinbarung des Projekts, noch vor dem eigentlichen Vertrag.

Was unterscheidet ein starkes Briefing von einem schwachen?

Am schnellsten zeigt sich der Unterschied, wenn man zwei Fassungen desselben Abschnitts nebeneinanderstellt. Die folgende Tabelle zeigt deshalb typische vage Formulierungen. Daneben steht jeweils eine konkrete Alternative.

AbschnittSchwaches BriefingStarkes Briefing
ZielWir wollen eine schicke, moderne SeiteWir wollen mehr qualifizierte Anfragen über das Angebotsformular
ZielgruppeAlleEinkaufsleiter und Inhaber von Produktionsbetrieben, meist am Desktop
WettbewerbBesser als die KonkurrenzDrei Wettbewerber mit je zwei Stärken und einer Schwäche
UmfangFirmenwebsite12 Seiten, 2 Sprachen, Blog, Angebotsformular, CRM Anbindung
InhalteTexte klären wir späterDeutsche Texte liefern wir, die englische Übersetzung übernimmt die Agentur
BudgetWir warten auf Ihr AngebotEin klarer Rahmen für Design und Umsetzung, Wartung separat
ZeitplanSo schnell wie möglichLivegang zwei Wochen vor der Messe
ErfolgDie Seite soll gefallenConversion Rate des Formulars und organischer Traffic über 90 Tage

Die starke Fassung ist nicht länger, sondern konkreter. Anders gesagt: Sie lassen der Agentur nichts zum Raten übrig.

Welche Vorbereitung brauchen Sie, bevor Sie das Briefing schreiben?

Schreibt eine Person das Webdesign Briefing allein am Schreibtisch, beschreibt es meist die Website im Kopf dieser Person. Den Bedarf des Unternehmens trifft es dann selten. Machen Sie deshalb zuerst eine kurze interne Runde.

  • Fragen Sie den Vertrieb, welche Fragen Kunden am Telefon ständig wiederholen.
  • Klären Sie mit Buchhaltung oder Geschäftsführung einen realistischen Budgetrahmen.
  • Öffnen Sie Ihre Webanalyse und notieren Sie, welche Seiten Besucher bekommen und welche nicht.
  • Bestimmen Sie, wer das Design freigibt und das letzte Wort hat.
  • Listen Sie vorhandene Materialien auf, etwa Logodateien, Hausfarben, Fotos und Produktkataloge.

Sammeln Sie alles Gefundene zunächst ungefiltert in einem gemeinsamen Ordner. Konkret heißt das: Vertriebsfragen wörtlich notieren und Screenshots aus der Analyse mit Datum speichern. Danach schreiben Sie das Briefing, indem Sie aus diesem Ordner auswählen. Auch die Agentur kann so bei Bedarf auf die Rohdaten zugreifen.

Diese Vorbereitung dauert meist ein bis zwei Tage. Allerdings spart sie später deutlich mehr Zeit, denn die Hälfte der Agenturfragen beantworten Sie damit vorab. Zudem stärkt sie die Beteiligung im eigenen Team, sodass sich später niemand übergangen fühlt.

Wie beschreiben Sie Ihr Unternehmen und den Hintergrund des Projekts?

Das Webdesign Briefing beginnt mit einer kurzen Vorstellung. Kennt die Agentur Sie noch nicht, muss sie Produkt, Markt und Alleinstellung in wenigen Absätzen verstehen. Verzichten Sie deshalb auf Broschürensprache und schreiben Sie schlicht.

Beantworten Sie zum Beispiel diese Fragen. Was verkaufen Sie, und an wen? In welchen Regionen oder Ländern sind Sie aktiv? Warum wählen Kunden Sie statt eines Mitbewerbers? Danach erklären Sie, warum das Projekt gerade jetzt ansteht. Wirkt die bisherige Seite veraltet, gibt es eine neue Produktlinie, oder starten Sie in den Export?

Diese Frage nach dem Warum jetzt legt oft den eigentlichen Zweck offen. Ein Kunde sagte mir im ersten Gespräch nur, die Seite sei alt. Nach ein paar Rückfragen zeigte sich das echte Problem: Händler gaben Bestellungen telefonisch durch, und niemand behielt den Überblick. Somit wurde aus der geplanten Visitenkarte ein einfaches Anfragesystem. Ein ehrlicher Hintergrund gibt der Agentur also die Chance, die passende Lösung vorzuschlagen.

Schließlich sollten Sie geplante Änderungen an der Marke erwähnen. Ändern sich Logo oder Corporate Design, gehört diese Arbeit an den Anfang. Sonst gestalten Sie die Website zweimal. Planen Sie Webdesign und Markenarbeit in diesem Fall im selben Zeitplan.

Wie formulieren Sie ein messbares Projektziel?

Das Ziel ist das Herzstück im Webdesign Briefing. Professionell wirken oder digital präsent sein ist ein Gefühl, kein Ziel. Denn aus einem Gefühl kann keine Agentur Designentscheidungen ableiten. Schreiben Sie stattdessen in einem Satz, was die Website für das Unternehmen leisten soll.

Solche Ziele funktionieren gut:

  • Mehr qualifizierte Anfragen über das Angebotsformular erhalten.
  • Wiederkehrende Telefonfragen direkt auf der Website beantworten.
  • Vertriebspartnern im Ausland einen englischen Produktkatalog bieten.
  • Den Empfang durch Onlinebuchung von Terminen entlasten.

Haben Sie mehrere Ziele, dann bringen Sie diese in eine Rangfolge. Denn die Rangfolge entscheidet, welche Aktion den prominentesten Platz auf der Startseite bekommt. Notieren Sie zudem neben jedem Ziel, woran Sie es auf der Website messen. Typische Signale sind Formularanfragen, Klicks auf die Telefonnummer, WhatsApp Klicks oder Katalogdownloads.

Wenn Sie unsicher sind, wie aus einem Ziel eine Zahl wird, hilft mein Beitrag zu Conversion Zielen Schritt für Schritt. Im Briefing selbst genügt es, die Hauptconversion und die unterstützenden Aktionen zu benennen.

Was gehört in den Abschnitt zur Zielgruppe?

Die Zielgruppe bestimmt Tonalität und Dichte des Designs. Eine Seite für einen dreißigjährigen Gründer sollte anders aussehen als eine Seite für den sechzigjährigen Inhaber eines Fertigungsbetriebs. Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe daher über Bedürfnisse und Verhalten, nicht nur über Alter und Beruf.

Vier Fragen reichen in der Praxis meist aus. Wer besucht die Seite? Mit welcher Frage kommt die Person? Was muss sie sehen, bevor sie entscheidet? Welches Gerät nutzt sie? Ein Einkäufer im B2B Umfeld sucht zum Beispiel Datenblätter und Zertifikate. Eine Privatkundin achtet dagegen eher auf Preis, Bewertungen und Lieferzeit.

Gibt es mehrere Zielgruppen, schreiben Sie für jede ein kurzes Profil und markieren Sie die wichtigste. Vor allem sollten diese Profile auf echten Beobachtungen beruhen. Hinweise aus Vertrieb, Kundenservice und Analyse sind wertvoller als jede Vermutung.

Eine ausführliche Methode finden Sie in meinem Beitrag zur Zielgruppenanalyse. Das Webdesign Briefing braucht allerdings keine lange Personasammlung. Eine halbe Seite klare Beschreibung gibt der Agentur genug Orientierung.

Wie teilen Sie Wettbewerber und Referenzseiten im Webdesign Briefing?

Dieser Abschnitt macht Geschmack sichtbar, was mit Worten allein schwerfällt. Trotzdem reicht eine reine Liste von Adressen nicht. Der Satz, dass Ihnen eine Seite gefällt, verrät der Agentur nicht, ob Sie Farben, Aufbau oder Tempo meinen.

Ich empfehle diese Struktur:

  1. Nennen Sie drei direkte Wettbewerber.
  2. Notieren Sie zu jedem zwei Punkte, die Ihnen gefallen, und einen, der Ihnen missfällt.
  3. Ergänzen Sie zwei Inspirationsseiten aus anderen Branchen, auch wenn Ihnen dort nur ein Detail gefällt.
  4. Fügen Sie ein Beispiel hinzu, das Sie auf keinen Fall wollen, denn auch ein klares Nein gibt Richtung.

Die Wettbewerbsliste hilft zudem bei der Suchmaschinenoptimierung. Wer weiß, gegen welche Seiten er in den Suchergebnissen antritt, plant Seitenstruktur und Inhaltstiefe gezielter. Dafür eignet sich die Methode aus meiner SEO Konkurrenzanalyse. Schreiben Sie dennoch deutlich dazu, dass Sie keine Kopie eines Mitbewerbers wollen. Es geht um Inspiration, nicht um Nachahmung.

Wie legen Sie Seiten und Funktionen im Projektumfang fest?

Der Umfang beeinflusst den Preis stärker als jeder andere Abschnitt. Firmenwebsite kann eine Visitenkarte mit fünf Seiten bedeuten oder ein Portal mit vierzig Seiten und Login. Beschreiben Sie den Umfang deshalb mit einer Seitenliste und einer Funktionsliste.

Beginnen Sie zunächst mit einer groben Sitemap: Startseite, Über uns, Leistungen oder Produkte, Referenzen, Blog und Kontakt. Schätzen Sie dann, wie viele Seiten jede Gruppe umfasst. Die Angabe von sechs Produktkategorien mit rund vierzig Produkten zeigt der Agentur zum Beispiel, ob sie mit Vorlagen oder mit individuellen Layouts planen sollte.

Danach listen Sie die Funktionen auf. Häufig sind das Mehrsprachigkeit, Blog, Suche, Filter, Angebots oder Terminformular, Benutzerkonten, Zahlungen sowie eine Anbindung an CRM oder ERP. Für die Formularfelder hilft mein Beitrag zum Formular für Termin, Angebot und Demo.

Markieren Sie schließlich jede Funktion als Pflicht oder als spätere Phase. So kann die Agentur in zwei Stufen anbieten. Sie entscheiden dann nach Budget, was in die erste Version kommt.

Warum sollten Sie ausdrücklich festhalten, was nicht zum Umfang gehört?

Die Liste der ausgeschlossenen Leistungen ist der am häufigsten übersprungene Teil eines Briefings. Zugleich sorgt gerade sie für den meisten Streit. Sie halten eine Aufgabe vielleicht für selbstverständlich enthalten, doch die Agentur hat sie nie kalkuliert. Umgekehrt kommt es ebenso vor: Die Agentur plant eine teure Funktion ein, die Sie gar nicht brauchen.

Sprechen Sie deshalb diese Punkte offen an und halten Sie die Antworten schriftlich fest:

  • Sind Fotoshooting und Videoproduktion Teil des Angebots?
  • Wer übernimmt Texterstellung und Übersetzung?
  • Wer überträgt Inhalte von der alten auf die neue Seite?
  • Bleiben Domain, Hosting und E-Mail Verwaltung bei der Agentur?
  • Ist die Wartung nach dem Livegang ein separater Vertrag?
  • Gehören Anzeigenschaltung und Social Media Betreuung zu diesem Projekt?

Diese Liste wirkt auf den ersten Blick vielleicht abweisend. Tatsächlich bewirkt sie das Gegenteil, denn Sie vereinfachen das Angebot, indem Sie sagen, was nicht kalkuliert werden muss. Kurz gesagt ist sie die günstigste Versicherung gegen überraschende Nachträge.

Wer verantwortet Texte, Bilder und Übersetzungen?

Die häufigste Verzögerung in Webprojekten entsteht nicht im Design, sondern bei den Inhalten. Das Team gibt das Design frei, die Entwicklung ist fertig. Dann fehlen wochenlang der Text für Über uns oder die Produktbeschreibungen. Legen Sie deshalb die Verantwortung für Inhalte Punkt für Punkt fest.

Eine einfache Methode hilft dabei. Beantworten Sie für jede Inhaltsart drei Fragen: Wer erstellt sie, bis wann, und wer gibt sie frei? Texte, Produktbilder, Teamfotos, Kundenlogos, Zertifikate und Übersetzungen verdienen jeweils eine eigene Zeile.

Schreiben Sie die Texte selbst, dann schicken Sie der Agentur früh eine Beispielseite. So plant das Design mit realistischen Textlängen. Kaufen Sie Texte bei der Agentur ein, gehört das in den Umfang, zusammen mit Ihren Erwartungen an die Auffindbarkeit. Wollen Sie suchmaschinenorientierte Texte, spart es Zeit, den Inhaltsplan parallel mit einer SEO Beratung abzustimmen.

Notieren Sie außerdem die Bildrechte. Wer zahlt Lizenzen für Stockfotos? In welcher Auflösung liefern Sie eigene Fotos? Solche Details werden sonst in der Woche vor dem Livegang zum Problem.

Welche technischen Anforderungen gehören in ein Webdesign Briefing?

Für diesen Abschnitt müssen Sie nicht programmieren können. Es geht darum, Rahmenbedingungen und Erwartungen zu teilen, die die Agentur kennen muss. Nutzt Ihr Unternehmen zum Beispiel ein CRM, eine Buchhaltungssoftware oder ein Warenwirtschaftssystem, schreiben Sie dazu, ob die Website daran angebunden sein soll.

Haben Sie ein bevorzugtes Content Management System, nennen Sie es. Sonst genügt ein Bedarfssatz wie dieser: Unser Team soll Texte und Bilder selbst pflegen können. Halten Sie zudem fest, wo Domain und Hosting liegen und wer Zugang hat.

Messbare Ziele für Leistung und Barrierefreiheit sind eine gute Gewohnheit. Googles Core Web Vitals Leitfaden auf web.dev definiert eine gute Nutzererfahrung als LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1. Der Satz, dass die Core Web Vitals im guten Bereich liegen sollen, gibt der Agentur also ein klares Ziel. Für Barrierefreiheit können Sie sich ebenso auf die WCAG 2.2 des W3C beziehen.

Ergänzen Sie schließlich rechtliche Anforderungen wie Datenschutzerklärung, Cookie Einwilligung und Formulareinwilligung nach DSGVO. Verkaufen Sie online an Verbraucher, prüfen Sie zudem die Pflichten aus dem European Accessibility Act, den Deutschland mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz umgesetzt hat.

Wie ergänzen Sie SEO und Weiterleitungen, wenn es schon eine Website gibt?

Gehört die neue Seite nicht zu einem ganz jungen Unternehmen, braucht Ihr Briefing einen Abschnitt zum Ist Zustand. Denn wer Seiten löscht, die seit Jahren Besucher bringen, kann jeden Gewinn des neuen Designs wieder verspielen.

Nennen Sie dort die Seiten mit dem meisten organischen Traffic und die Seiten mit den meisten Conversions. Ergänzen Sie wichtige Adressen mit externen Links und die eingesetzten Analysetools. Halten Sie dann fest, ob sich die URL Struktur ändert. Falls ja, benennen Sie die Person, die den Weiterleitungsplan von alten zu neuen Adressen erstellt.

Für Umzüge mit geänderten URLs empfiehlt Google, eine Zuordnung alter zu neuen Adressen vorzubereiten und dauerhafte Weiterleitungen zu nutzen. Die Einzelheiten stehen im Leitfaden von Google Search Central zum Websiteumzug. Weist das Briefing diese Aufgabe niemandem zu, bleibt sie erfahrungsgemäß liegen.

Den ganzen Ablauf beschreibe ich in meiner Checkliste zur Website Migration. Im Briefing reicht dagegen ein Satz wie dieser: Der Erhalt der aktuellen Rankings ist Projektvoraussetzung. Dazu kommt der Name der verantwortlichen Person.

Sollten Sie Ihr Budget im Briefing nennen?

Ja, zumindest einen Rahmen sollten Sie nennen. Viele Unternehmen glauben, ein verschwiegenes Budget verschaffe Verhandlungsvorteile. In der Praxis wählt eine Agentur ohne Budgetangabe dann einen von zwei Wegen. Entweder bietet sie das teuerste Szenario an, oder sie kalkuliert knapp und kürzt still den Umfang.

Mit einem Rahmen überlegt die Agentur, wie sie darin den größten Nutzen schafft. Sie schlägt zum Beispiel einige clevere Vorlagen statt individueller Layouts für jede Seite vor und investiert die Ersparnis in Funktionen. Somit liegen die Angebote näher beieinander und lassen sich leichter vergleichen.

Ich empfehle, das Budget in drei Posten aufzuteilen:

  • Ein einmaliges Budget für Design und Entwicklung.
  • Laufende Kosten wie Hosting, Domain, Lizenzen und Wartung.
  • Ein Budget für Inhalte, SEO oder Anzeigen nach dem Livegang.

Den dritten Posten vergessen viele Unternehmen. Allerdings bleibt eine Website ohne Plan für Besucher oft hinter den Erwartungen zurück, selbst bei hervorragendem Design. Welche Faktoren den Preis bestimmen, ist ein eigenes Thema. Im Briefing zählt ein ehrlicher, realistischer Rahmen.

Wie legen Sie Zeitplan und Freigabeprozess fest?

So schnell wie möglich ist kein Zeitplan. Schreiben Sie mindestens zwei Daten ins Webdesign Briefing: den gewünschten Projektstart und den spätesten Livegang. Hängt der Termin an einer Messe, einer Kampagne oder einem Produktstart, nennen Sie den Grund. Nur dann kann die Agentur die Priorität richtig einschätzen.

Ebenso wichtig ist der Freigabeprozess. Wer gibt das Design frei? Wie viele Tage braucht eine Freigabe? Mit wie vielen Korrekturschleifen rechnen Sie? Meiner Erfahrung nach liegt der Grund für Verzögerungen selten beim Tempo der Agentur. Stattdessen liegt er meist in der Freigabekette auf Kundenseite.

Ergänzen Sie deshalb eine einfache Entscheidungstabelle. Nennen Sie eine feste Ansprechperson, die Person mit finaler Freigabe und alle, die mitreden, aber nicht freigeben. Notieren Sie zudem Urlaubszeiten, Feiertage oder Hochsaison, in denen Ihr Team kaum erreichbar ist.

Eine typische Reihenfolge der Phasen sieht so aus: Analyse und Sitemap, Wireframes, visuelles Design, Entwicklung, Einpflegen der Inhalte, Test und dann Livegang. Wenn Sie vorab festlegen, wer jede Phase freigibt, behält das Projekt seinen Rhythmus.

Wie definieren Sie Erfolgskriterien im Briefing?

Ein Erfolgskriterium beantwortet die Frage, ob das Projekt funktioniert hat, ohne Diskussion. Fehlt es, entscheidet am Ende der persönliche Geschmack. Gefällt einem Mitglied der Geschäftsführung die Farbe nicht, gilt das Projekt womöglich als gescheitert.

Verknüpfen Sie die Kriterien im Webdesign Briefing deshalb mit dem Zielabschnitt. Lautet das Ziel mehr Angebotsanfragen, vergleichen Sie Formularanfragen und Conversion Rate vor und nach dem Livegang. Soll der Support entlastet werden, zählen Sie konkret, wie viele wiederkehrende Fragen noch telefonisch ankommen.

Nehmen Sie außerdem die Messung selbst in den Umfang auf. Analyse einrichten, Conversion Ereignisse anlegen und Kampagnenlinks einheitlich markieren kostet Arbeit. Wer übernimmt das, Sie oder die Agentur? Für Kampagnenlinks sorgt der UTM Generator für einheitliche Benennung.

Fällt Ihnen die Auswahl schwer, bietet mein Beitrag zu Online Marketing KPIs eine gute Startliste. Drei oder vier Kennzahlen genügen für ein Briefing. Fünfzehn Kennzahlen verwässern also nur den Fokus.

Wie sieht eine Vorlage für das Webdesign Briefing aus?

Kopieren Sie die folgende Vorlage in ein Dokument und füllen Sie jede Überschrift aus. Halten Sie jeden Punkt kurz. Schließlich sollen Sie keinen Roman schreiben, sondern absehbare Fragen vorab beantworten.

  1. Unternehmen und Hintergrund: was wir tun, an wen wir verkaufen, warum wir jetzt starten.
  2. Hauptziel: das eine Ergebnis, das die Seite liefern muss, dazu Nebenziele.
  3. Zielgruppe: wichtigstes Profil, Bedürfnisse, genutztes Gerät.
  4. Wettbewerb und Referenzen: drei Mitbewerber, zwei Inspirationsseiten, Stärken und Schwächen.
  5. Umfang: Sitemap, ungefähre Seitenzahl, Sprachen, Funktionen, Pflicht oder spätere Phase.
  6. Ausgeschlossen: Leistungen, die nicht im Angebot enthalten sind.
  7. Inhalte: Verantwortliche und Termine für Texte, Bilder und Übersetzung.
  8. Technik: Schnittstellen, Erwartung an das CMS, Hosting, Ziele für Leistung und Barrierefreiheit, Datenschutz.
  9. Ist Zustand: zu schützende Seiten, Verantwortung für Weiterleitungen, Zugang zur Analyse.
  10. Budget: einmaliger Rahmen, laufende Kosten, Budget für Vermarktung.
  11. Zeitplan: Start, spätester Livegang, Freigabezeiten, Abwesenheiten.
  12. Erfolgskriterien: drei oder vier Kennzahlen und wer sie misst.
  13. Kontakte: Projektleitung, finale Freigabe, bevorzugter Kanal.

Diese Vorlage passt nicht auf jedes Projekt eins zu eins. Ein Onlineshop braucht zum Beispiel zusätzliche Punkte für Zahlung, Versand und den Import von Produktdaten.

Welche Fehler passieren häufig beim Briefing einer Agentur?

Blicke ich auf die Briefings zurück, die ich erhalten habe, tauchen immer wieder dieselben Fehler auf. Wer sie kennt, kann vor dem Absenden also schnell gegenprüfen.

  • Die Lösung statt des Problems beschreiben. Wir brauchen einen Slider ist schwächer als: Wir müssen drei Produktgruppen auf der Startseite zeigen.
  • Alles als Priorität markieren. Sind alle zehn Punkte entscheidend, ist es keiner.
  • Die entscheidende Person zu spät einbinden. Sieht sie das Design erst bei der Präsentation, sind Korrekturen sicher.
  • Den Aufwand für Inhalte unterschätzen. Fehlen die Texte, geben Sie am Ende ein Design voller leerer Kästen frei.
  • Verschiedenen Agenturen verschiedene Briefings schicken. Dann ist ein fairer Vergleich unmöglich.

Noch ein Punkt: Ein Briefing schreiben Sie nicht einmal und vergessen es dann. Aktualisieren Sie es mit den Rückfragen der Agentur und legen Sie die finale Fassung dem Vertrag bei. Weitere Fragen vor der Beauftragung finden Sie in meiner Checkliste zur Beauftragung von UI und UX Design.

Wie geht es weiter, nachdem Sie das Briefing verschickt haben?

Mit dem Versand vom Webdesign Briefing ist die Arbeit nicht erledigt, denn jetzt beginnt das eigentliche Gespräch. Eine gute Agentur liest das Briefing und meldet sich mit Rückfragen. Anzahl und Tiefe dieser Fragen zeigen Ihnen, wie ernst sie den Auftrag nimmt.

Mein Rat lautet daher: Vereinbaren Sie nach dem Versand ein kurzes Gespräch. Bitten Sie die Agentur dort, das Briefing in eigenen Worten wiederzugeben. Missverständnisse zeigen sich sofort, und ihre Korrektur kostet nichts.

Wenn Angebote eintreffen, ordnen Sie jedes den Überschriften Ihres Briefings zu. Welche Agentur deckt welchen Punkt ab, und wer lässt etwas weg oder deutet es anders? Zudem werden Sie merken, dass die meisten Preisunterschiede aus Unterschieden im Umfang stammen. Diese Zuordnung verhindert also den Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

Nach der Einigung gehört das finale Briefing in den Anhang des Vertrags. Dann prüfen Sie jede neue Anforderung im Projekt schnell mit einer Frage: Steht das im Briefing? Somit ist sofort klar, ob es sich um Zusatzaufwand handelt oder um vereinbarten Umfang.

Wie verändert ein gutes Briefing die Zusammenarbeit mit der Agentur?

Viele betrachten ein Webdesign Briefing als technisches Formular. Dabei prägt es auch den Ton der Zusammenarbeit. Eine Agentur mit klarem Briefing erlebt einen vorbereiteten, ernsthaften Kunden, und das Team investiert folglich meist mehr Sorgfalt.

Außerdem bringt ein Briefing Ihr eigenes Team auf eine gemeinsame Sprache. Treffen Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung Entscheidungen auf Basis desselben Dokuments, werden Meetings kürzer. Bei Uneinigkeit kehren Sie zum schriftlichen Ziel zurück statt zu persönlichen Meinungen.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich nach dem Livegang. Sie messen den Ertrag an den Erfolgskriterien aus dem Briefing. Deshalb können Sie für die nächste Ausbaustufe datenbasiert entscheiden, wo Sie investieren.

Auf meiner Seite waren die produktivsten Projekte immer die, bei denen Kunden das Briefing mit mir gemeinsam erarbeitet haben. Manchmal schreiben wir den ersten Entwurf zusammen und schließen Lücken im Gespräch. So werden Designentscheidungen keine Geschmacksfragen mehr, sondern Entscheidungen für ein klares Ziel.

Welche Checkliste sollten Sie vor dem Versand durchgehen?

Bevor Sie das Webdesign Briefing verschicken, stellen Sie sich die folgenden Fragen. Können Sie alle mit Ja beantworten, ist Ihr Dokument bereit für die Agentur.

  • Steht das Hauptziel in einem einzigen Satz?
  • Sind wichtigste Zielgruppe und ihr Gerät klar?
  • Haben Sie Wettbewerber und Referenzen mit Begründung ergänzt?
  • Haben Sie Umfang und Ausschlüsse getrennt aufgelistet?
  • Stehen Verantwortliche und Termine für Inhalte fest?
  • Haben Sie Budgetrahmen und laufende Kosten genannt?
  • Sind spätester Livegang und Freigabekette klar?
  • Wissen Sie, woran Sie den Erfolg nach dem Livegang messen?

Zusammengefasst sagt ein gutes Webdesign Briefing der Agentur, was Sie erreichen wollen, nicht wie sie es bauen soll. Überlassen Sie das Wie der Agentur und machen Sie Ziel, Grenzen und Kennzahlen klar. Möchten Sie Ihr Briefing von außen prüfen lassen, erreichen Sie mich über meine Seite zum Webdesign.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte ein Webdesign Briefing sein?
Für die meisten Firmenwebsites genügen zwei bis fünf Seiten. Wichtiger als die Länge sind klare Antworten zu Ziel, Zielgruppe, Umfang, Inhalten, Budget, Zeitplan und Erfolgskriterien. Bei Onlineshops oder Projekten mit Schnittstellen kommen technische Anhänge hinzu. Halten Sie den Haupttext trotzdem kurz, damit die Agentur ihn in einem Zug lesen kann.
Erhöht eine Agentur den Preis, wenn ich mein Budget nenne?
In der Regel nicht, denn ein Rahmen macht Angebote realistischer. Ohne Budget kalkuliert eine Agentur entweder das umfangreichste oder das knappste Szenario. Mit einem Rahmen sucht sie den größten Nutzen innerhalb dieser Grenze, und Sie vergleichen Angebote auf gleicher Basis. Verhandeln können Sie danach immer noch über den Umfang.
Sollte die Agentur das Briefing für mich schreiben?
Die Agentur kann beim Strukturieren helfen, der Inhalt sollte aber von Ihnen kommen. Sie kennen Ziele, Kunden und Rahmenbedingungen am besten. In der Praxis ist es am effizientesten, einen eigenen Entwurf zu schreiben, ihn in einem Gespräch mit der Agentur durchzugehen und Lücken gemeinsam zu schließen. Beide Seiten geben die finale Fassung frei.
Darf ich dasselbe Briefing an mehrere Agenturen schicken?
Ja, und für vergleichbare Angebote ist das sogar notwendig. Bekommt jede Agentur andere Informationen, erkennen Sie nicht, ob ein Preisunterschied aus Umfang oder Qualität stammt. Schicken Sie dasselbe Dokument und teilen Sie alle Rückfragen samt Antworten mit allen Agenturen. So kalkulieren alle mit denselben Fakten, und der Vergleich bleibt fair.
Was unterscheidet ein Briefing von einem Pflichtenheft?
Das Briefing beschreibt Zweck und Erwartungen eines Projekts, das Pflichtenheft dagegen die Umsetzung. Sie schreiben das Briefing in der Sprache des Unternehmens, mit Ziel, Zielgruppe, Umfang und Budget. Das Pflichtenheft folgt meist später, erstellt von Agentur oder Entwicklern, und legt Datenstrukturen sowie Details der Schnittstellen fest.
Darf sich das Briefing während des Projekts ändern?
Ja, allerdings sollten Sie jede Änderung schriftlich festhalten. Neue Anforderungen entstehen im Projektverlauf ganz natürlich. Entscheidend ist, gemeinsam anhand des Briefings zu klären, ob eine Änderung zum Umfang gehört oder Zusatzaufwand ist. Liegt die finale Fassung dem Vertrag bei und tragen Updates ein Datum, gelingen diese Entscheidungen schnell und ruhig.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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