Quereinstieg ins Online Marketing: So klappt der erste Job

Kurze Antwort
Wie gelingt der Quereinstieg ins Online Marketing ohne Erfahrung?
Der Quereinstieg ins Online Marketing gelingt, wenn Sie zunächst einen Kanal lernen und ihn mit einem kleinen Projekt belegen. Sie schließen offizielle Gratiskurse ab, bauen ein ehrliches Portfolio auf und bewerben sich damit auf Praktika und Einstiegsstellen. Kurz gesagt ersetzen Sie fehlende Erfahrung durch sichtbare Nachweise.
Dieser Leitfaden behandelt die Reihenfolge der Fähigkeiten, kostenlose Quellen, das Portfolio und die ersten Bewerbungen. Talha Aslan und unser Team arbeiten seit 2012 in der Praxis, deshalb orientieren wir uns daran, was ein Marketing Team im Alltag wirklich braucht. Einen Job versprechen wir allerdings niemandem, denn das Ergebnis hängt von Ihrer Region, Ihrer Branche und Ihren Arbeitsproben ab.
Worauf achten Arbeitgeber bei Einsteigern wirklich?
Von Einsteigern erwartet niemand einen makellosen Lebenslauf. Stattdessen suchen Arbeitgeber Antworten auf drei Fragen: Kann diese Person lernen? Kann sie das Gelernte anwenden? Kann sie das Ergebnis ehrlich erklären? Deshalb bleibt oft die Bewerberin im Gedächtnis, die ein kleines Projekt von Anfang bis Ende schildert, und nicht der Bewerber mit drei Zertifikaten.
Zum Beispiel beweist der Satz "Ich kenne Google Ads" gar nichts. Der Satz "Ich habe für ein Beispielcafé die Suchabsicht in Gruppen sortiert, Anzeigen geschrieben und meine Reihenfolge begründet" zeigt dagegen, wie Sie denken. Das heißt, Ihr Gegenüber prüft vor allem Ihre Überlegungen und nicht die Größe Ihrer Zahlen.
Auch die Praxis zeigt, dass der Weg selten geradlinig verläuft. Viele Menschen kommen aus benachbarten Tätigkeiten wie Vertrieb, Kundenservice oder Redaktion ins Marketing. Ihre erste Stelle muss also nicht zwingend das Wort Marketing im Titel tragen. Entscheidend bleibt, dass Sie dort Aufgaben übernehmen, die Sie später als Nachweis nutzen können.
Welche Einstiegsstellen sind am realistischsten?
Stellentitel unterscheiden sich von Firma zu Firma, die Aufgaben lassen sich jedoch in wenige Gruppen einteilen. Die folgende Tabelle fasst zusammen, was die jeweilige Rolle täglich tut und welcher Nachweis bei der Bewerbung hilft. Sie stammt aus unserer Praxisbeobachtung und ist ein Startpunkt, keine Garantie.
| Einstiegsrolle | Kern der täglichen Arbeit | Nachweis im Portfolio |
|---|---|---|
| Social Media Assistenz | Redaktionsplan, Texte, Kommentare betreuen | Eigene Seite und ein kurzer Monatsbericht |
| Content Redaktion | Recherche, Texten, Aktualisieren | Drei bis fünf Artikel nach Suchabsicht |
| SEO Assistenz | Keyword Listen, Titel korrigieren, Monitoring | Search Console Auswertung einer kleinen Website |
| Assistenz für bezahlte Anzeigen | Kampagnen prüfen, Reporting, Anzeigenvarianten | Beispielkampagne und ausgewerteter Bericht |
| Marketing Koordination | Terminplanung, Dienstleister, Teamunterstützung | Geplantes und abgeschlossenes Kleinprojekt |
Wir empfehlen, zunächst genau eine Rolle zu wählen. Eine fokussierte Bewerbung überzeugt nämlich eher als eine allgemeine, die auf alles passt. Außerdem können Sie Ihre Wahl später ändern, denn die erste Stelle ist keine Entscheidung fürs Leben.
Welche Fähigkeiten brauchen Sie für den Quereinstieg ins Online Marketing zuerst?
Die Reihenfolge zählt, weil jede Fähigkeit auf der vorherigen aufbaut. Wer eine Werbeplattform auswendig lernt, ohne die Absicht der Kundschaft zu verstehen, zeigt sehr saubere Anzeigen den falschen Menschen. Deshalb empfehlen wir Einsteigern folgenden Ablauf:
- Marketing Grundlagen: Zielgruppe, Bedarf, Angebot und Kaufweg.
- Schriftliche Kommunikation: Klare Überschriften, einfache Sätze und eine einzige Handlungsaufforderung.
- Suchabsicht: Verstehen, wonach Menschen suchen und warum.
- Messkompetenz: Wichtige Kennzahlen und das Deuten eines Berichts.
- Ein Kanal in der Tiefe: SEO, Anzeigen, Content oder Social Media.
- Tabellen und Reporting: Daten bereinigen und mit zwei Diagrammen erklären.
Zum Beispiel können Sie beim Thema Messung mit dem Conversion Rate Rechner einfache Szenarien durchspielen. Somit sehen Sie, wie die Zahlen zusammenhängen, statt nur eine Formel zu lernen. Ebenso erklärt unser Beitrag zum Berechnen der Kosten pro Klick die Grundrechnung bei Anzeigen.
Welche Kennzahlen sollten Sie von Anfang an kennen?
Sie müssen nicht jede Kennzahl auswendig lernen, einige wenige sollten Sie jedoch sicher erklären können. Viele Einstiegsaufgaben bestehen nämlich aus dem Lesen von Berichten. Außerdem drehen sich kleine Fragen im Vorstellungsgespräch oft um diese Begriffe. Für den Anfang genügen vier:
- Klickrate (CTR): Der Anteil der Menschen, die ein Ergebnis oder eine Anzeige gesehen und geklickt haben.
- Kosten pro Klick (CPC): Was Sie durchschnittlich für einen Klick bezahlen.
- Conversion Rate: Der Anteil der Besucher, die die gewünschte Handlung abschließen.
- Werbekostenrendite (ROAS): Der Umsatz, den Sie für das eingesetzte Werbebudget erzielen.
Rechnen Sie anschließend ein Beispiel von Hand durch. Halten Sie die Ausgaben gleich, ändern Sie den Umsatz, und beschreiben Sie dann die Bedeutung des Ergebnisses. Somit sprechen Sie bald darüber, was eine Zahl aussagt. Zudem lernen Sie, nicht nach einer einzelnen Kennzahl zu entscheiden, denn eine hohe Klickrate bedeutet nicht automatisch Verkäufe.
Sollten Sie einen Kanal oder von allem etwas lernen?
Lernen Sie zunächst das Gesamtbild und vertiefen Sie danach einen Kanal. Das heißt, Sie wissen, wofür jeder Kanal steht, üben aber nur in einem wirklich intensiv. Sonst entsteht ein Profil, das zu allem zwei Sätze sagen kann und nirgends Arbeit vorweist.
Achten Sie bei der Wahl auf Ihre Neigung. Wer gern schreibt, startet naturgemäß mit Content und SEO; unser Beitrag dazu, wie Sie mit Content Marketing den Website Traffic steigern, zeigt die Logik dieses Wegs. Wer gern mit Zahlen arbeitet, fühlt sich bei Anzeigen und Analyse vermutlich wohler. Für alle, die eher zu Bild und Video neigen, ist unser Leitfaden für angehende Content Creator ein guter erster Halt.
Auch der Arbeitgeber spielt eine Rolle. Kleine Firmen suchen oft Menschen für mehrere Aufgaben, während große Teams engere Stellenprofile nutzen. Daher macht Sie das Grundwissen in einem benachbarten Kanal auf beiden Seiten nützlicher. Wo aber lernen Sie das alles? Das klärt der nächste Abschnitt.
Mit welchen offiziellen Gratiskursen sollten Sie beginnen?
Zu Beginn müssen Sie nichts bezahlen, denn die Plattformen vermitteln die Grundlagen in eigenen Kursen direkt aus erster Hand. Außerdem lernen Sie so von Anfang an die richtigen Begriffe. Beginnen Sie mit diesen Quellen:
- Google Skillshop: Das Schulungsangebot von Google, unter anderem zu Google Ads und Google Analytics.
- SEO Startleitfaden von Google: Die offizielle Einführung in die SEO Grundlagen für Websitebetreiber.
- Meta Blueprint eLearning: Onlinekurse zu Anzeigen auf Facebook und Instagram im eigenen Tempo.
- Das Demokonto von Google Analytics: Ein funktionsfähiges Konto mit realistischen Daten, das allen mit einem Google Konto offensteht.
Inhalte und Gebühren ändern sich im Lauf der Zeit, prüfen Sie den aktuellen Stand also immer auf der offiziellen Seite. Außerdem ist das Anschauen eines Kurses noch kein Lernen. Ohne eine kleine Übung nach jedem Modul verfliegt das Wissen schnell. Zusammengefasst zählt die angewandte Arbeit, nicht die Zahl der angesehenen Stunden.
Reicht ein Zertifikat für den ersten Job aus?
Nein, ein Zertifikat allein reicht nicht, zu Beginn hilft es jedoch. Laut Google sind Google Ads Zertifizierungen eine berufliche Anerkennung für Personen, die grundlegende und fortgeschrittene Kenntnisse des Produkts nachweisen. Ein Zertifikat zeigt also, dass Sie gelernt haben. Es beweist allerdings noch nicht, dass Sie die Aufgaben eines Kunden betreuen können.
Unsere Empfehlung ist einfach: Erwerben Sie ein oder zwei Zertifikate zu Ihrer Zielrolle und hören Sie dann auf. Weitere zu sammeln, fühlt sich produktiv an, weil es bequem ist. Andererseits erzählt die gleiche Zeit in einem Projekt deutlich mehr über Sie. Zum Beispiel liefern ein Zertifikat und eine Fallstudie mehr Gesprächsstoff als fünf Zertifikate.
Prüfen Sie außerdem Stufen und Gültigkeit der Programme. Manche sind kostenlos, andere können kostenpflichtig oder beaufsichtigt sein, auch Laufzeiten ändern sich. Deshalb sollten Sie den aktuellen Stand auf der offiziellen Seite kontrollieren, bevor Sie ein Zertifikat in Ihrer Bewerbung nennen.
Wie üben Sie, ohne Geld auszugeben?
Üben ohne Budget bietet weit mehr Möglichkeiten, als viele annehmen. Aufgaben ohne Werbeausgaben liegen vor allem bei Messung, Recherche und Text. Zum Beispiel können Sie diese Übungen schon diese Woche beginnen:
- Öffnen Sie im Demokonto von Analytics einen Kanalbericht und schreiben Sie eine Deutung in drei Sätzen.
- Erstellen Sie für ein Beispielunternehmen eine Liste nach Suchabsicht; unser Beitrag zum Thema, wie Sie Keywords finden, die verkaufen, hilft dabei.
- Schreiben Sie drei Titelvarianten für die Website eines lokalen Betriebs und prüfen Sie diese in der Google SERP Vorschau.
- Erstellen Sie mit dem UTM Generator einen Kampagnenlink und verfolgen Sie den Traffic Ihres eigenen Links.
Nichts davon ersetzt echte Anzeigenerfahrung, und das sollten Sie offen sagen. Trotzdem können Sie im Gespräch statt "Ich war noch nie im Konto" sagen: "So habe ich den Plan aufgebaut, und dieses Risiko habe ich gesehen." Somit zeigen Sie Können, ohne fehlende Erfahrung zu verbergen.
Halten Sie außerdem nach jeder Übung in zwei Zeilen fest, was Sie versucht und gelernt haben. Daraus entsteht innerhalb weniger Wochen das Rohmaterial Ihres Portfolios. Wenn Sie dann den Quereinstieg ins Online Marketing über echte Bewerbungen angehen, haben Sie wahre Beispiele und brauchen keine auswendig gelernten Sätze.
Wie bauen Sie Ihr eigenes kleines Projekt auf?
Ein kleines Projekt schließt die Erfahrungslücke am wirkungsvollsten. Sie starten nämlich ohne Erlaubnis, treffen die Entscheidungen selbst und können das Ergebnis von Anfang bis Ende schildern. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Wählen Sie ein enges Thema: Zum Beispiel einen klaren Informationsbedarf wie Gemüseanbau auf dem Balkon.
- Legen Sie den Kanal fest: Einen einfachen Blog, eine Instagram Seite oder einen kurzen Newsletter.
- Setzen Sie ein einziges Ziel: Zum Beispiel Besuche aus der Suche oder Anmeldungen zum Newsletter.
- Richten Sie die Messung früh ein: Vergangene Daten können Sie später nicht nachholen.
- Halten Sie einen festen Rhythmus: Wenig und regelmäßig schlägt viel und verstreut.
- Schreiben Sie monatlich einen kurzen Bericht: Was Sie versucht haben, was geschah und was Sie änderten.
Falls Sie einen Blog gewählt haben, lehrt Sie unsere Anleitung zur Google Search Console das Lesen der Suchdaten. Ebenso führt unser Beitrag zu GA4 in die Berichte zum Besucherverhalten ein. Zudem darf das Projekt ruhig klein bleiben. Wichtig ist, dass Sie jede Entscheidung begründen können.
Was gehört in ein Marketing Portfolio?
Ein Portfolio muss nicht lang sein, zwei oder drei gute Fälle genügen. Beschreiben Sie jeden Fall nach dem gleichen Aufbau, dann versteht der Leser Ihre Logik in wenigen Minuten. Nutzen Sie diese Punkte:
- Ausgangslage: Worum es ging und an wen sich das Projekt richtete.
- Ziel: Was Sie messen wollten und warum.
- Maßnahmen: Drei oder vier konkrete Schritte.
- Ergebnis: Echte Daten, unverändert, auch wenn sie klein sind.
- Lehre: Was Sie beim nächsten Mal anders machen würden.
Beschönigen Sie keine Zahlen, denn schon eine einzige Rückfrage im Gespräch deckt das auf. Nehmen Sie folgendes Beispielszenario: Eine Bewerberin zeigt die wenigen Besuche ihres kleinen Blogs mit einem echten Screenshot und erklärt, welche Überschrift warum besser lief. Diese Ehrlichkeit schafft mehr Vertrauen als eine große Zahl ohne Quelle.
Kennzeichnen Sie erfundene Arbeiten außerdem als Beispielplan. Somit geben Sie nichts Erdachtes als erledigt aus. Machen Sie auch private Daten in Screenshots unkenntlich, denn schon dieses Detail zeigt Ihren sorgfältigen Umgang mit Daten.
Worauf sollten Sie bei der Hilfe für einen echten Betrieb achten?
Freiwillige Hilfe für einen kleinen Betrieb ist wertvoll, Sie brauchen jedoch von Anfang an klare Grenzen. Halten Sie zunächst den Umfang schriftlich fest und holen Sie dann die Erlaubnis ein, die Daten im Portfolio zu zeigen. Zum Beispiel eignet sich der Google Eintrag eines Ladens im Viertel gut für den Anfang; unser Beitrag zu Google Maps SEO erklärt die Grundlagen.
Seien Sie auch beim Kontozugriff vorsichtig. Nutzen Sie statt geteilter Passwörter die offizielle Benutzerverwaltung der Plattform, denn so lässt sich der Zugriff später sauber entfernen. Übernehmen Sie außerdem keine Anzeigentests mit fremdem Geld, solange Ihnen das Wissen fehlt. Bedenken Sie, dass die Lernkosten sonst jemand anderes trägt.
Versprechen Sie auch keine Ergebnisse. Ein Satz wie "In drei Monaten bringe ich Sie auf Platz eins" stimmt nicht und schadet der Beziehung. Sagen Sie stattdessen, welche Aufgaben Sie übernehmen und was Sie gemeinsam beobachten. Somit bleibt die Erwartung realistisch, und Sie lernen, mit der natürlichen Unsicherheit dieser Arbeit umzugehen.
Wie finden Sie Praktika und Förderprogramme?
Praktika stehen nicht nur auf Jobportalen, suchen Sie deshalb breit. Karrierezentren von Hochschulen, Branchentreffen und direkte Nachrichten über LinkedIn funktionieren ebenfalls. Wer in Deutschland eine geförderte Weiterbildung sucht, sollte die Seite der Bundesagentur für Arbeit zum Bildungsgutschein lesen. Über die Förderung entscheidet die Agentur im Einzelfall nach einer Beratung; prüfen Sie die aktuellen Bedingungen dort.
Schreiben Sie ein kleines Team direkt an, bleiben Sie kurz und konkret. Zum Beispiel notieren Sie zwei kleine Verbesserungen auf der Website und fügen dann den Link zu Ihrem Portfolio hinzu. Statt um eine Chance zu bitten, zeigen Sie, was Sie beitragen können. Klären Sie außerdem Aufgaben und Dauer offen, damit niemand Ihre Nachricht als Angebot unbegrenzter Gratisarbeit versteht.
Vergleichen Sie Praktika nach der Arbeit, nicht nach dem Namen. Mit wem arbeiten Sie zusammen? Sehen Sie echte Konten? Bekommen Sie Rückmeldung? Solche Fragen zeigen Ihre Ernsthaftigkeit. Prüfen Sie außerdem Ihre Rechte zu Vergütung und Status, denn die Regeln hängen von der Art des Praktikums ab. Im Zweifel fragen Sie bei einer offiziellen Stelle nach.
Wie lesen Sie Stellenanzeigen beim Quereinstieg ins Online Marketing?
Sie müssen nicht jede Zeile einer Anzeige erfüllen. Viele Anzeigen beschreiben eine Wunschperson; wenn Sie den Großteil der Kernaufgaben abdecken, kommt eine Bewerbung also durchaus infrage. Trennen Sie allerdings die Punkte zuerst: Was ist wirklich Pflicht, und was wäre nur schön?
Lernen Sie außerdem einige Warnsignale kennen. Stellen, in denen eine Person alle Aufgaben allein tragen soll, vage Ziele oder unbezahlte Arbeit als angebliche Probe sprechen oft für ein schwaches Lernumfeld. Zum Beispiel dürfen Sie nachfragen, wenn eine Firma vor dem Gespräch eine vollständige Kampagne verlangt, wofür sie diese nutzen will.
Machen Sie auch die Menge nicht zum Ziel. Senden Sie statt Hunderter gleicher Bewerbungen lieber jede Woche wenige, passend zugeschnittene. Danach sehen Sie, welche Anzeigen Ihnen überhaupt antworten. Das ist im Grunde Marketing: Sie passen die Botschaft an die Zielgruppe an, messen das Ergebnis und ändern dann den nächsten Versuch.
Was sollte in Lebenslauf und Anschreiben hervorstechen?
Setzen Sie Ihren Projektnachweis im Lebenslauf ganz nach oben. Ausbildung und Zertifikate folgen danach. Der Leser sucht nämlich zuerst nach dem, was Sie tatsächlich können. Zudem ist ein Portfoliolink, der sich nicht öffnet, so gut wie gar nicht vorhanden; testen Sie also jeden Link vor dem Versand.
Ein Anschreiben braucht nur drei kurze Teile: warum diese Firma, welches Projekt als Nachweis dient und was Sie anfangs übernehmen könnten. Falls Sie etwa den Firmenblog gelesen haben, zeigen Sie das in einem Satz. Das heißt, ersetzen Sie allgemeine Adjektive wie "fleißig" durch eine konkrete Beobachtung.
Einen Entwurf können Sie mit KI Werkzeugen erstellen, Sie müssen jedoch jeden Satz vertreten können. Eine ausweichende Antwort auf eine Projektfrage beendet das Vertrauen schnell. Lesen Sie deshalb den endgültigen Text in Ihren eigenen Worten und nennen Sie nichts, was Sie nicht getan haben. Außerdem bleibt ein schlichter, ehrlicher Text länger im Gedächtnis als eine glänzende Vorlage.
Wie beschreiben Sie Ihre Projekte im Vorstellungsgespräch?
Am meisten hilft im Gespräch die Gewohnheit, jede Antwort an ein konkretes Beispiel zu binden. Schildern Sie der Reihe nach Lage, Entscheidung, Ergebnis und Lehre. Erfinden Sie außerdem kein Wissen. "Das habe ich noch nicht gemacht, ich würde es aber so lernen" ist bei Einsteigern eine reife Antwort.
Bereiten Sie sich auch ein wenig auf die Firma vor. Schauen Sie sich ihre Titel in der Suche, ihre Anzeigen und ihren Rhythmus auf Social Media an, und teilen Sie dann eine Beobachtung höflich mit. Somit zeigen Sie Interesse durch Taten. Andererseits hinterlässt eine Frage oft einen besseren Eindruck als offene Kritik.
Stellen Sie ebenso eigene Fragen. Wie misst das Team Erfolg? Was soll diese Rolle im ersten Monat leisten? Wer gibt Rückmeldung? Das sehen wir auch bei Betrieben, die mit einem Online Marketing Berater arbeiten: Am gesündesten läuft die Zusammenarbeit, wenn die Erwartungen früh geklärt sind. Für Ihren ersten Job gilt dasselbe Prinzip.
Wie nutzen Sie Ihre bisherige Berufserfahrung beim Wechsel?
Ein anderer Beruf muss kein Nachteil sein. Vielmehr kennen Menschen mit Kundenkontakt die Zielgruppe, Vertriebsleute kennen Einwände, und Lehrkräfte erklären Schwieriges einfach. Verstecken Sie Ihre frühere Arbeit deshalb nicht, sondern zeigen Sie die Verbindung zum Marketing.
- Vertrieb: Sie kennen Einwände und Kaufgründe.
- Buchhaltung oder Verwaltung: Tabellen und regelmäßige Berichte sind Ihnen vertraut.
- Lehrberuf: Vereinfachtes Wissen hat im Content direkten Wert.
- Kundenservice: Sie kennen die Sprache von Beschwerden und bringen echte Formulierungen in Anzeigentexte ein.
Auch Ihre frühere Branche kann ein guter Einstiegsbereich sein. Zum Beispiel findet sich jemand aus der Logistik schneller in die Marketingsprache von Logistikfirmen ein als andere Bewerber. Daher bedeutet der Neuanfang nicht, alles aufzugeben. Sie verbinden vielmehr Ihr vorhandenes Wissen mit der neuen Fähigkeit.
Welche Fehler verzögern den ersten Job am meisten?
Die meisten Bewerber verlieren nicht wegen fehlenden Wissens Zeit, sondern weil sie den Fokus verlieren. Diese Fehler sehen wir am häufigsten:
- Endlos Kurse ansehen und nie etwas veröffentlichen.
- Alle Kanäle gleichzeitig lernen wollen.
- Im Portfolio Ergebnisse ohne Quelle oder geschönte Zahlen zeigen.
- Allen Firmen die gleiche Bewerbung schicken.
- Nach einer Absage nicht notieren, was sich ändern soll.
- Kurzkursen vertrauen, die feste Ergebnisse versprechen.
Der letzte Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit. Wirbt ein Kurs mit Jobgarantie oder festem Einkommen, lesen Sie Inhalt, Angaben zur Lehrkraft und Rücktrittsbedingungen genau. Außerdem zeigen offizielle Gratiskurse Ihnen ohne Kosten, ob Ihnen das Fach überhaupt liegt. Folglich vermeiden Sie unnötige Ausgaben und entscheiden über die nächste Weiterbildung deutlich fundierter.
Wie setzen Sie KI Werkzeuge beim Lernen ein?
KI Werkzeuge können das Lernen beschleunigen, sie ersetzen aber nicht Ihr Urteil. Nutzen Sie zum Beispiel eine Zielgruppenidee als Startpunkt, und prüfen Sie diese dann anhand echter Suchdaten und Quellen. Somit lernen Sie, Antworten zu erkennen, die richtig klingen und trotzdem falsch sind.
In der Praxis bringen zwei Einsätze am meisten: sich einen Begriff auf dem eigenen Niveau erklären lassen und Kritik am eigenen Text einholen. Andererseits sollten Sie Ausgaben nicht unverändert ins Portfolio stellen, denn Arbeitgeber möchten Ihr eigenes Denken sehen. Fügen Sie außerdem keine Firmendaten ohne Erlaubnis in solche Werkzeuge ein. Datenschutz begegnet Ihnen auch im ersten Job.
Kurz gesagt müssen Sie den Einsatz nicht verstecken. Der Satz "Den Entwurf habe ich mit einem Werkzeug erstellt, diese drei Fehler gefunden und aus diesem Grund korrigiert" ist ehrlich und stark. Ändern sich die Werkzeuge, behält dieser Ansatz trotzdem seinen Wert.
Wie bauen Sie sich ein Netzwerk in der Branche auf?
Ein Netzwerk ist kein Stapel Visitenkarten. Es bedeutet vielmehr, dass einige Menschen wissen, woran Sie arbeiten. Deshalb hilft es, Gelerntes in kurzen Notizen zu teilen. Zum Beispiel können Sie einmal pro Woche auf LinkedIn über einen kleinen Test aus Ihrem Projekt und die Lehre daraus schreiben.
Besuchen Sie außerdem Branchentreffen, Hochschulgruppen und lokale Gründertreffen. Fragen Sie dort nicht nach einem Job. Stellen Sie stattdessen zuerst eine Frage, die Sie wirklich interessiert. Die meisten beantworten eine konkrete Frage gern kurz, während die Bitte um einen Job meist unbeantwortet bleibt.
Bitten Sie auch Menschen, mit denen Sie gearbeitet haben, um eine Referenz. Zwei ehrliche Sätze einer Betriebsinhaberin, der Sie geholfen haben, sind wertvoll. Allerdings sollten Sie die Worte nicht vorschreiben, denn es müssen ihre eigenen sein. Somit wird Ihr Netzwerk ebenso wie Ihr Portfolio zu einem ehrlichen Nachweis.
Was lernen Sie aus abgelehnten Bewerbungen?
Absagen gehören zur ersten Jobsuche dazu, nehmen Sie diese also möglichst nicht persönlich. Führen Sie stattdessen eine einfache Tabelle mit Firma, Rolle, Portfolioversion, Antwortstand und Notizen. Mit der Zeit erkennen Sie dann, welche Anzeigen am besten zu Ihnen passen.
Bekommen Sie zum Beispiel keine Antworten, liegt das Problem vermutlich im Lebenslauf oder in der Auswahl der Stellen. Erhalten Sie Einladungen, aber keine Zusage, prüfen Sie, wie Sie Ihre Projekte schildern. Das heißt, jede Stufe hat ihr eigenes Problem und braucht folglich eine eigene Lösung.
Nach einem Gespräch können Sie außerdem kurz danken und um eine Rückmeldung bitten. Nicht jede Firma antwortet, doch schon ein konkreter Hinweis verbessert die nächste Bewerbung. Somit ähnelt der Ablauf dem Testen und Verbessern einer Kampagne. Diesen Vergleich im Gespräch zu erwähnen, kann Ihnen sogar helfen.
Was erwartet Sie nach dem Quereinstieg ins Online Marketing in den ersten Wochen?
Die ersten Wochen bestehen meist aus Routine, nicht aus großer Strategie. Sie bereiten Berichte vor, korrigieren Tabellen, verfolgen den Redaktionsplan und prüfen Bildgrößen. Unterschätzen Sie diese Aufgaben nicht, denn genau hier sehen Sie, wie eine Kampagne tatsächlich läuft.
Fragen Sie ruhig nach, versuchen Sie es jedoch zuerst selbst. Sagen Sie statt "Wie mache ich das?" lieber "So habe ich es gemacht, bin ich auf dem richtigen Weg?" Somit lernen Sie schneller und achten die Zeit des Teams. Halten Sie außerdem jeden neuen Ablauf in einer kurzen Notiz fest.
Ändern Sie zudem keine Kontoeinstellungen ohne Erlaubnis. Eine kleine Änderung kann Budget oder Messung beeinflussen, fragen Sie also lieber nach, wenn Sie unsicher sind. Passiert ein Fehler, sagen Sie es sofort. Teams stört meist weniger der Fehler selbst als sein Verschweigen.
Wie sieht ein Lernplan für drei Monate aus?
Ein Kalender macht Fortschritt sichtbar. Die folgende Reihenfolge ist ein Beispielplan, passen Sie die Dauer also an Ihr Tempo an. Wer Vollzeit arbeitet, braucht natürlich länger, und das ist in Ordnung.
- Erster Monat: Grundlagen lernen, Zielrolle wählen, passenden offiziellen Kurs abschließen und das kleine Projekt starten.
- Zweiter Monat: Regelmäßig veröffentlichen, die Messdaten lesen und die erste Fallstudie entwerfen.
- Dritter Monat: Portfolio fertigstellen, Lebenslauf erneuern, Zielfirmen auflisten und mit den Bewerbungen beginnen.
Danach führen Sie das Projekt parallel zu den Bewerbungen weiter. Ein längerer Datenzeitraum stärkt nämlich jede neue Bewerbung. Knüpfen Sie außerdem kurze, aufrichtige Kontakte zu Menschen aus der Branche. Eine gute Frage kommt meist besser an als die direkte Bitte um einen Termin.
Wie starten Sie jetzt mit diesem Leitfaden?
Wählen Sie diese Woche einen kleinen Schritt: Legen Sie die Zielrolle fest, beginnen Sie einen offiziellen Kurs oder notieren Sie Ihr Projektthema. Ein erster veröffentlichter Beitrag schlägt die Suche nach dem perfekten Plan und erleichtert alle weiteren Entscheidungen. Schließlich haben Menschen, denen der Quereinstieg ins Online Marketing gelingt, meist eines gemeinsam: Sie haben vor der Bewerbung wirklich etwas ausprobiert.
Wir bieten hier keine Karriereberatung an, sondern geben nur die Arbeitsweise weiter, die sich in der Praxis bewährt. Wenn Sie sehen möchten, wie Marketing aus Sicht der Unternehmen aussieht, finden Sie die Arbeitsbereiche auf der Startseite von Digital Marketing Experte Talha Aslan und unserem Team. Dann erkennen Sie auch, wie die gelernten Begriffe in einer echten Leistung zusammenkommen.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



