Web

Webdesign Agentur finden: Kriterien, an denen Sie die richtige Agentur erkennen

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 1 Aufrufe

Wer eine Webdesign Agentur finden will, kauft kein fertiges Produkt. Sie starten eine Zusammenarbeit über mehrere Monate und bekommen ein digitales Werkzeug, das Sie jahrelang nutzen. Ich arbeite seit 2012 im Onlinemarketing. Ich habe Unternehmen bei der Agenturwahl beraten und saß auch selbst als Anbieter am Tisch, der ausgewählt werden wollte.

In diesem Leitfaden geht es um die Kriterien, die eine gute Agentur von einer riskanten unterscheiden, und um eine Bewertungstabelle für Ihre Entscheidung. Angebote Posten für Posten zu vergleichen, ist eine eigene Aufgabe. Hier steht also die Agentur selbst im Mittelpunkt, noch bevor Sie ein Angebot lesen. Wie ich selbst arbeite, sehen Sie auf meiner Seite zum Webdesign.

Wie können Sie eine Webdesign Agentur finden, die wirklich passt?

Eine passende Webdesign Agentur finden Sie, indem Sie jede Kandidatin nach Portfolio, Arbeitsprozess, geprüften Referenzen, Eigentum an Code und Domain sowie Support nach dem Livegang bewerten und dann die höchste gewichtete Gesamtpunktzahl wählen. Der Preis kommt zuletzt, denn ein billiges Angebot der falschen Agentur wird am Ende meist am teuersten.

In der Praxis empfehle ich drei Phasen. Zunächst erstellen Sie eine kurze Vorauswahl und streichen alle, deren Portfolio oder Branchenbezug zu schwach ist. Dann führen Sie mit drei oder vier verbleibenden Agenturen ein Kennenlerngespräch. Schließlich rufen Sie Referenzen an, lesen den Vertragsentwurf und füllen die Bewertungstabelle aus.

Der Vorteil dieser Methode liegt also auf der Hand. Sie holt die Entscheidung aus dem Bauchgefühl heraus und stellt sie auf eine gemeinsame Grundlage. Das hilft vor allem dann, wenn mehrere Führungskräfte mitreden. Zudem haben Sie ein halbes Jahr später eine schriftliche Antwort auf die Frage, warum Sie sich für diese Agentur entschieden haben.

Was sollten Sie klären, bevor Sie Agenturen ansprechen?

Bevor Sie Agenturen vergleichen, schreiben Sie Ihren eigenen Bedarf auf. Sonst verkauft Ihnen jede Agentur die Lösung, die sie am besten beherrscht, und Sie vergleichen am Ende unterschiedliche Dinge. Deshalb lohnt sich ein einseitiges Briefing.

  • Geschäftsziel: Soll die Website Anfragen sammeln, Händler gewinnen oder Bewerbungen bringen?
  • Messbare Conversion: Legen Sie fest, welche Aktion als Erfolg zählt. Dabei hilft mein Beitrag zu Conversion Zielen.
  • Sprachen und Märkte: Eine Sprache oder eine mehrsprachige Website für den Export?
  • Inhalte: Wer schreibt die Texte und liefert die Fotos?
  • Internes Team: Wer pflegt die Website nach dem Start?
  • Zeitplan und Budgetrahmen: Keine exakte Zahl, aber ein realistischer Rahmen.

Wer die passende Webdesign Agentur finden will, schickt also jeder Agentur dasselbe Briefing. So lesen Sie jede Antwort als Antwort auf dieselbe Frage. Ist Ihre Zielgruppe noch unscharf, beginnen Sie am besten mit einer Zielgruppenanalyse.

Welche Kriterien zählen, wenn Sie eine Webdesign Agentur finden wollen?

Nach meiner Erfahrung entscheiden fünf Hauptkriterien darüber, ob Sie die richtige Webdesign Agentur finden. Jedes Kriterium schließt ein anderes Risiko. Folglich kann eine Agentur, die bei einem Punkt schwach ist, später Probleme machen, egal wie stark sie sonst wirkt.

  1. Portfolio: Hat die Agentur Projekte in Ihrer Komplexität umgesetzt?
  2. Prozess: Sind die Schritte von der Analyse bis zum Livegang schriftlich festgehalten?
  3. Referenzen: Würden frühere Kunden die Agentur wieder beauftragen?
  4. Eigentum: Auf wessen Namen laufen Domain, Code, Designdateien und Konten?
  5. Support: Wer kümmert sich nach dem Start um Fehler, Sicherheit und Updates?

Zusätzlich nutze ich zwei Hilfskriterien: Kommunikation und technische Kompetenz. Die Kommunikation beobachten Sie ab der ersten E-Mail. Die technische Kompetenz erkennen Sie an den Antworten auf Ihre Fragen zu SEO, Ladezeit und Barrierefreiheit. In den folgenden Abschnitten zeige ich, wie Sie jedes Kriterium prüfen.

Wie lesen Sie ein Agenturportfolio richtig?

Ein Portfolio ist ein Schaufenster, und ein Schaufenster zeigt nicht immer den ganzen Laden. Schauen Sie sich deshalb echte Websites an, keine Screenshots. Öffnen Sie jedes Projekt im Browser, testen Sie es auf dem Smartphone und füllen Sie das Kontaktformular aus. Auch Projekte, die offline sind oder inzwischen eine andere Agentur betreut, sagen etwas aus.

Konkret achte ich auf diese Punkte:

  • Liegen die Projekte nah an Ihrer Branche oder Ihrer Komplexität?
  • Sehen die Websites wie Kopien voneinander aus, oder hat jede Marke ein eigenes Gesicht?
  • Ist die mobile Ansicht genauso sorgfältig wie die Desktopansicht?
  • Laden die Seiten schnell, und funktionieren Menü und Formulare?
  • Nennt die Agentur ihre genaue Rolle, oder setzt sie nur ihr Logo darunter?

Der letzte Punkt ist wichtig. Manche Agenturen zeigen zum Beispiel ein Projekt als eigenes Werk, obwohl sie nur das visuelle Design geliefert haben. Fragen Sie also bei jedem Projekt: Was genau haben Sie hier gebaut? Zudem können Sie einen schnellen Lighthouse Test machen. Ein schwaches Ergebnis auf mehreren Portfolioseiten sagt viel über den Standard der Agentur.

Wie prüfen Sie die technische Qualität im Portfolio schnell?

Dafür müssen Sie kein Entwickler sein. Mit ein paar kostenlosen Werkzeugen haben Sie in einer halben Stunde ein brauchbares Bild. Laut Googles Leitfaden auf web.dev liegen die Grenzwerte der Core Web Vitals für eine gute Nutzererfahrung bei 2,5 Sekunden für LCP, 200 Millisekunden für INP und 0,1 für CLS. Prüfen Sie also, wie nah die Portfolioseiten an diese Werte kommen.

Außerdem empfehle ich diese schnellen Kontrollen:

  • Hat jede Seite einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung? Die SERP Vorschau zeigt, wie das in der Suche aussieht.
  • Führen alte Adressen auf die richtigen neuen Seiten? Ein Weiterleitungsprüfer beantwortet das in Sekunden.
  • Können Sie den Text mobil gut lesen und Buttons bequem antippen?
  • Sind die Bilder angemessen groß, oder lädt jede Seite mehrere Megabyte?

Diese Tests liefern kein endgültiges Urteil, denn der Kunde kann die Website nach dem Start selbst verändert haben. Taucht dasselbe Problem allerdings bei mehreren Projekten auf, haben Sie einen guten Grund, im Gespräch nachzufragen.

Warum ist der Arbeitsprozess wichtiger als das Portfolio?

Das Portfolio zeigt zunächst die Vergangenheit. Der Prozess zeigt, was in Ihrem Projekt passieren wird. Eine gute Agentur beschreibt Analyse, Informationsarchitektur, Design, Entwicklung, Test und Livegang schriftlich. Zudem nennt sie für jeden Schritt das Ergebnis und den Punkt, an dem Sie freigeben.

Stellen Sie deshalb im Gespräch diese Fragen:

  1. Was fragen Sie in der Analysephase, und was liefern Sie am Ende?
  2. In welchem Werkzeug gestalten Sie, und wie präsentieren Sie uns die Entwürfe?
  3. Wie viele Korrekturschleifen gibt es, und was umfasst eine Schleife?
  4. Auf welchen Geräten und Browsern testen Sie?
  5. Was passiert am Tag des Livegangs und in der ersten Woche danach?

Eine Agentur mit klaren Antworten hat diese Arbeit schon oft gemacht. Andererseits klingt der Satz „jedes Projekt ist anders, das sehen wir dann“ flexibel, bedeutet aber meist, dass kein Plan existiert. Wie ein strukturierter Designprozess aussieht, beschreibe ich in Webdesign mit Figma.

Was sollten Sie in der Analysephase erwarten?

In der Analysephase trennt sich eine gute Agentur am deutlichsten von einer durchschnittlichen. Die durchschnittliche springt dann direkt ins Design. Die gute versucht zuerst, Ihr Geschäft, Ihre Wettbewerber und Ihre Nutzer zu verstehen. Daher ist die Zahl der Fragen im ersten Termin ein wichtiges Signal.

Typische Ergebnisse dieser Phase sind eine Sitemap, ein Inhaltsplan pro Seite, die wichtigsten Nutzerwege und ein Messplan. Im Messplan steht, welche Formulare und Buttons Sie verfolgen. Haben Sie bereits eine Website, gehören auch die Liste der Seiten mit Suchtraffic und ein Weiterleitungsplan dazu.

Viele Teams lassen den Weiterleitungsplan weg, und dieser Fehler kostet viel. Wie Sie Ihren Suchtraffic schützen, erkläre ich im Beitrag SEO beim Relaunch schützen. Kann eine Agentur dazu keinen konkreten Plan nennen, notieren Sie das als deutlichen Minuspunkt.

Wie prüfen Sie Referenzen, bevor Sie Ihre Webdesign Agentur finden und beauftragen?

Die Kundenstimmen auf der Agenturwebsite hat die Agentur selbst ausgewählt. Sie ersetzen also keine Prüfung. Echte Prüfung beginnt erst, wenn Sie selbst mit einem früheren Kunden sprechen. Bitten Sie um Kontakte von mindestens zwei Kunden aus den letzten zwei Jahren. Idealerweise hatte einer davon ein schwieriges Projekt.

Konkret frage ich in kurzen Referenzgesprächen:

  • Lag das Projekt im Zeitplan, und wenn nicht, warum?
  • Blieb das Budget im ursprünglich besprochenen Rahmen?
  • Wie hat die Agentur reagiert, als ein Problem auftrat?
  • Wie schnell kamen Antworten auf Supportanfragen nach dem Start?
  • Würden Sie für ein neues Projekt heute wieder mit ihr arbeiten?

Die letzte Frage ist deshalb die wertvollste. Ein zögerliches „ja, im Großen und Ganzen waren wir zufrieden“ ist etwas anderes als ein klares „auf jeden Fall“. Zudem lohnt es sich, eine Firma aus dem Portfolio direkt anzurufen, ohne die Agentur als Vermittler. So bekommen Sie eine ungefilterte Meinung.

Welche Fragen zum Eigentum sollten Sie vor Vertragsschluss stellen?

Das Thema Eigentum bekommt die wenigste Aufmerksamkeit und verursacht die meisten Probleme. Sie müssen von Anfang an wissen, ob Sie Website, Domain und Daten mitnehmen können, falls die Zusammenarbeit endet. Fragen Sie deshalb vor dem Vertrag schriftlich, auf wessen Namen diese Werte laufen.

WertWas Sie wollenWarnsignal
DomainAuf Ihr Unternehmen registriert, Zugang bei IhnenAuf die Agentur registriert, Passwort nur dort
HostingkontoAuf Ihr Unternehmen oder übertragbarGemeinsamer Agenturserver, Umzug kostet extra
Quellcode und ThemeVollständige Kopie bei ÜbergabeGeschlossene Plattform, nicht übertragbar
DesigndateienBearbeitbare Quelldateien bei ÜbergabeNur exportierte Bilder
Analytics und Search ConsoleInhaberrechte bei Ihrem UnternehmenAgenturkonto, Sie haben nur Leserechte
Geschäftliche E-MailKonto unter Ihrer KontrolleIm Agenturpanel, Zugriff eingeschränkt

Ein Warnsignal in dieser Tabelle bedeutet nicht immer böse Absicht, oft steckt nur Bequemlichkeit dahinter. Trotzdem gehören die Übergaberegeln in den Vertrag. Worauf Sie bei der E-Mail achten sollten, beschreibe ich im Beitrag E-Mail mit eigener Domain.

Was bedeutet eine geschlossene Plattform im Vergleich zu einer offenen?

Manche Agenturen nutzen ein selbst entwickeltes Redaktionssystem, das nur auf ihren eigenen Servern läuft. Auf den ersten Blick wirkt das einfach und sicher. Wollen Sie jedoch die Agentur wechseln, können Sie die Website unter Umständen gar nicht umziehen. Dann bezahlen Sie in der Praxis einen kompletten Neubau.

Eine offene Plattform ist dagegen ein verbreitetes Redaktionssystem oder ein dokumentiertes Framework. Ein anderer Entwickler kann es übernehmen. Ich sehe ein geschlossenes System nicht automatisch als Ausschlussgrund. Allerdings stelle ich immer zwei Fragen: Bekommen wir bei einer Trennung eine vollständige Kopie von Website und Datenbank? Und könnte ein anderes Team diesen Code verstehen?

Kurz gesagt bestimmt die Plattform, wie abhängig Sie von der Agentur sind. Abhängigkeit ist nicht immer schlecht, denn mit einer guten Agentur wollen Sie lange arbeiten. Es ist allerdings ein großer Unterschied, ob Sie diese Abhängigkeit bewusst wählen oder erst später bemerken.

Wie bewerten Sie Support und Wartung nach dem Livegang?

Eine Website ist am Tag des Starts nicht fertig. Eigentlich beginnt die Arbeit erst dann. Sicherheitsupdates, Backups, kleine Inhaltsänderungen und Fehler hören nie auf. Wenn Sie eine Webdesign Agentur finden wollen, nehmen Sie das Supportmodell deshalb genauso ernst wie das Design.

Stellen Sie also diese Fragen:

  • Gibt es nach dem Start eine kostenlose Fehlerbehebung, und wie viele Tage dauert sie?
  • Was umfasst das monatliche Wartungspaket, und was nicht?
  • Wen erreiche ich im Notfall, und über welchen Kanal?
  • Stehen Reaktionszeit und Lösungszeit schriftlich fest?
  • Wo liegen die Backups, und haben Sie eine Wiederherstellung je getestet?

Eine schriftliche Reaktionszeit ist viel mehr wert als ein mündliches „wir melden uns sofort“. Wie aktuelle Inhalte die Sichtbarkeit beeinflussen, erkläre ich in Content aktualisieren für SEO. Eine Agentur, die beim Support vage bleibt, lässt Sie nach dem Start womöglich allein.

Wie erkennen Sie Kommunikation und Projektführung schon im ersten Gespräch?

Für die Kommunikation brauchen Sie allerdings keinen Vertrag. Wie schnell die Agentur auf Ihre erste E-Mail antwortet, sagt viel. Ebenso zeigt sich, ob das Team vorbereitet kommt und Ihre Notizen richtig zusammenfasst. Ein Team, das im Verkauf nachlässig ist, wird im Projekt nicht plötzlich sorgfältig.

Fragen Sie zudem, wer Ihr Ansprechpartner im Alltag sein wird. Oft führt eine erfahrene Führungskraft das Verkaufsgespräch, und dann leitet jemand das Projekt, den Sie nie kennengelernt haben. Das erlebe ich zudem häufig. Deshalb ist es fair, den Projektleiter vor der Unterschrift mindestens einmal zu treffen.

Fragen Sie außerdem nach dem Projektwerkzeug. Wo verfolgt die Agentur Aufgaben, Freigaben und Dateien? Gibt es einen wöchentlichen Statusbericht? In meinen eigenen Projekten hole ich jede Freigabe schriftlich ein, denn nach drei Monaten beendet nur ein schriftlicher Nachweis die Diskussion „das hatten wir doch besprochen“.

Wie testen Sie Kompetenz bei SEO, Ladezeit und Barrierefreiheit?

Viele Agenturen versprechen „SEO optimiert“, doch das allein sagt nichts. Stellen Sie also konkrete Fragen: Wer schreibt die Seitentitel, wer ergänzt strukturierte Daten, und wie leiten Sie alte Adressen weiter? Auch Google rät auf der Seite zur Beauftragung eines SEO, nach Beispielen früherer Arbeit zu fragen. Zudem betont Google, dass niemand eine Platz eins Position garantieren kann.

Zur Barrierefreiheit können Sie ähnlich fragen. Die WCAG 2.2 des W3C verlangen zum Beispiel auf Stufe AA für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1. Fragen Sie die Agentur, wie sie den Kontrast in ihren Entwürfen prüft. Dann sollte sie eine klare Methode nennen können.

Wer tiefer einsteigen will, findet im Beitrag SEO und UX einen guten Einstieg. Anders gesagt: Eine Agentur, die technische Fragen technisch beantwortet, beherrscht ihr Handwerk.

Wie wichtig ist Branchenerfahrung?

Branchenerfahrung hilft, entscheidet aber nicht allein. Eine Agentur, die schon in Ihrer Branche gearbeitet hat, versteht Einkaufsprozesse und typische Kundenfragen schneller. Somit verkürzt sich die Analysephase, und der erste Entwurf trifft besser.

Andererseits neigt eine Agentur mit vielen Projekten in einer Branche dazu, jedem Kunden eine ähnliche Lösung anzubieten. Eine Website, die aussieht wie die Ihres Wettbewerbers, erschwert die Abgrenzung. Fragen Sie deshalb auch, wie sich zwei Projekte aus dieser Branche voneinander unterscheiden.

Industrieunternehmen haben zusätzliche Anforderungen wie Produktkataloge, technische Daten und Händlernetze. Diese Standards habe ich im Beitrag Website für Industrieunternehmen gesammelt. Kurz gesagt: Werten Sie Branchenerfahrung als Pluspunkt, aber nie als Ersatz für Portfolio und Prozess.

Wer sollte die Inhalte erstellen?

Viele Websiteprojekte stocken nicht wegen des Designs, sondern wegen der Inhalte. Die Agentur baut die Vorlage und wartet dann wochenlang auf Texte und Fotos. Klären Sie die Zuständigkeit für Inhalte deshalb gleich im ersten Gespräch.

Es gibt drei übliche Modelle. Erstens schreiben Sie die Texte, und die Agentur setzt sie ein. Zweitens führt die Agentur Interviews mit Ihnen und schreibt selbst. Drittens liefert die Agentur ein Gerüst, Sie füllen es, und die Agentur überarbeitet die Endfassung. Welches Modell Sie auch wählen, im Vertrag sollte es klar stehen.

Fragen Sie außerdem, ob die Agentur Inhalte nach Suchintention plant. Ein schönes Design mit Überschriften, nach denen niemand sucht, bringt keinen Traffic. Die Schritte aus meinem Beitrag SEO Texte schreiben geben Ihnen dafür eine gemeinsame Sprache. Eine klare Antwort hier verdient also Zusatzpunkte.

Worauf achten Sie bei der ersten Designpräsentation?

Die erste Designpräsentation ist somit der erste harte Beweis dafür, wie gut die Agentur zugehört hat. In einer guten Präsentation verknüpft die Agentur jede Entscheidung mit einer Erkenntnis aus der Analyse. Sie hören dann zum Beispiel: „Den Anfragebutton haben wir hier platziert, weil Ihre Einkäufer zuerst das Datenblatt prüfen.“

In einer schwachen Präsentation beruhen Entscheidungen nur auf Geschmack, etwa „diese Farbe wirkt moderner“. Das ist nicht immer schlecht, doch Design ohne Begründung macht die erste Korrekturschleife zur Debatte. Achten Sie zudem darauf, ob die Agentur mobile Ansichten zeigt. Wer nur Desktopentwürfe präsentiert, denkt mobil womöglich erst später mit.

Prüfen Sie schließlich den Fokus auf Conversion. Stellt der Entwurf die Zielaktion aus Ihrem Briefing in den Vordergrund? Diesen Ansatz erkläre ich in conversionorientiertes Webdesign.

Wie hilft eine Bewertungstabelle, die richtige Webdesign Agentur finden zu können?

Eine Bewertungstabelle macht also aus der Wahl eine Messung statt einer Debatte. Sie geben jedem Kriterium ein Gewicht, bewerten jede Agentur von 1 bis 5 und berechnen die gewichtete Summe. Die Gewichte unten sind mein Ausgangspunkt aus der Praxis. Sie sind also eine Startbasis, keine allgemeingültige Wahrheit.

KriteriumGewichtSo sieht eine 5 ausSo sieht eine 1 aus
Passendes Portfolio20 %Live und schnell, ähnliche KomplexitätWiederholte Vorlagen, defekte Seiten
Klarer Prozess20 %Schriftliche Schritte, Ergebnisse, FreigabenVage Antworten ohne Plan
Referenzprüfung20 %Beide Referenzen würden wieder beauftragenKeine oder zögerliche Referenzen
Eigentum und Übergabe15 %Alles auf Ihren Namen, Übergabe schriftlichDomain und Code bei der Agentur
Supportmodell15 %Schriftliche Reaktionszeiten, getestete BackupsMündliche Zusagen, unklarer Umfang
Kommunikation10 %Schnell, vorbereitet, schriftliche ProtokolleLangsame Antworten, Missverständnisse

Beispielrechnung: Eine Agentur erhält 4 beim Portfolio, 5 beim Prozess, 4 bei Referenzen, 3 beim Eigentum, 4 beim Support und 5 bei der Kommunikation. Die gewichtete Punktzahl beträgt dann 0,8 + 1,0 + 0,8 + 0,45 + 0,6 + 0,5 = 4,15. Lassen Sie die Tabelle am besten von zwei Personen getrennt ausfüllen. Wo die Werte abweichen, liegt der Punkt, den Sie besprechen sollten.

Wann sollten Sie auf den Preis schauen?

Schauen Sie zuletzt auf den Preis. Das heißt nicht, dass der Preis egal ist. Der Grund ist einfach: Der Preis einer Agentur, die an den Kriterien scheitert, verwässert nur den Vergleich. Zunächst bestimmen Sie also die zwei oder drei Kandidaten, die in der Tabelle die Hürde nehmen. Danach legen Sie nur deren Angebote nebeneinander.

Diese Reihenfolge schützt zudem vor einer Denkfalle. Sehen Sie früh ein günstiges Angebot, verzeihen Sie dieser Agentur unbewusst ihre Schwächen. Ebenso bewerten Sie eine starke Agentur zu streng, wenn Sie früh ein teures Angebot sehen. Deshalb ergibt eine Bewertung ohne Preiskenntnis ein faireres Ergebnis.

Der detaillierte Angebotsvergleich mit Leistungsumfang, versteckten Kosten und Wartungsgebühren ist ein eigenes Thema. Hier nur so viel: Zwei Angebote mit unterschiedlichem Umfang zu vergleichen, führt in die Irre. Bitten Sie also jede Agentur, den Umfang im selben Format zu beschreiben, mit Seiten, Sprachen, Funktionen und Supportdauer. Abgeschlossene Projekte von mir sehen Sie unter Referenzen.

Welche Warnsignale sollten das Gespräch sofort beenden?

Manche Signale machen jede Bewertung überflüssig. Sehe ich sie, rate ich zum Abbruch, egal wie beeindruckend die Agentur sonst wirkt. Denn diese Signale wachsen mitten im Projekt meist zu größeren Problemen.

  • Die Agentur garantiert ein bestimmtes Ranking in den Suchergebnissen.
  • Die Domain soll unbedingt auf den Namen der Agentur laufen.
  • Sie nennt im ersten Gespräch ohne jede Analyse einen festen Preis und ein fertiges Design.
  • Bei der Bitte nach Referenzkontakten weicht sie aus.
  • Sie will ohne Vertrag nur auf Basis eines Angebots starten.
  • Über frühere Kunden erzählt sie ausführlich Negatives.

Die Rankinggarantie wiegt am schwersten, und auch Googles eigener Leitfaden warnt davor. Eine breitere Liste an Fragen für jede Beratung finden Sie in meiner Beratungscheckliste.

Welche Klauseln gehören unbedingt in den Vertrag?

Sie haben die richtige Agentur gewählt; jetzt gehört diese Wahl auf Papier. Ein Vertrag ist kein Zeichen von Misstrauen, vielmehr schützt er beide Seiten. Lassen Sie ihn am besten rechtlich prüfen. Inhaltlich achte ich auf diese Punkte:

  1. Umfang: welche Seiten, Sprachen, Funktionen und Schnittstellen enthalten sind.
  2. Zeitplan: Termine je Phase und das Vorgehen bei Verzug.
  3. Grenze für Korrekturen und Preise für zusätzliche Wünsche.
  4. Nutzungsrechte: Design und Code gehen mit der Zahlung an Sie über.
  5. Eigentum: wem Domain, Hosting und Konten gehören.
  6. Support: Dauer, Umfang, Reaktionszeit und Kosten.
  7. Personenbezogene Daten: wo Formulardaten liegen und wer Zugriff hat.
  8. Trennung: wie Dateien und Zugänge am Ende übergehen.

Den letzten Punkt vergessen die meisten Verträge. Dabei ist es viel leichter, die Trennung zu regeln, solange alles gut läuft, als wenn es bereits Streit gibt.

Große Agentur oder kleines Team: Wie entscheiden Sie über die Größe?

Die Größe einer Agentur ist allein kein Qualitätsmerkmal. Eine große Agentur hat vielleicht mehr Spezialisten, doch Ihr Projekt steht auf ihrer Liste womöglich weit unten. Ein kleines Team schenkt Ihnen eventuell mehr Aufmerksamkeit, hat aber begrenzte Kapazität. Fragen Sie deshalb nicht, wer größer ist, sondern wie wichtig Ihr Projekt für die Agentur ist.

Ich nutze eine einfache Faustregel. Liegt Ihr Budget weit unter den typischen Projekten der Agentur, landen Sie vermutlich beim unerfahrensten Team. Liegt es weit darüber, überfordern Sie ihre Kapazität. Die Mitte ist am gesündesten. Das ist allerdings eine Beobachtung aus der Praxis, keine Garantie.

Ob Sie direkt mit einem Spezialisten oder mit einem ganzen Team arbeiten, ist eine eigene Entscheidung mit eigenen Vor und Nachteilen. Wie ich arbeite, fasse ich auf der Seite über mich zusammen.

Wie sieht die letzte Checkliste vor der Entscheidung aus?

Die Bewertung ist fertig, und eine Agentur liegt also vorn. Vor der Unterschrift empfehle ich eine letzte Runde. Sie deckt kleine, aber wichtige Details auf, die eine Tabelle übersehen kann.

  • Findet sich jeder Punkt aus Ihrem Briefing im Angebot wieder?
  • Haben Sie selbst mit den Referenzen gesprochen?
  • Spricht jede Zeile der Eigentumstabelle für Ihr Unternehmen?
  • Stehen Supportdauer und Reaktionszeit im Vertrag?
  • Kennen Sie Ihren Projektleiter persönlich?
  • Gibt es bei Ihnen intern eine verantwortliche Person?

Jedes Nein auf dieser Liste ist eine Lücke, die Sie vor der Unterschrift schließen. Vergessen Sie zudem Ihre eigene Rolle nicht. Selbst die beste Agentur hält keinen Zeitplan, wenn Freigaben wochenlang liegen bleiben.

Fazit: Woran erkennen Sie die richtige Agentur?

Zusammengefasst ist die richtige Agentur nicht die mit der schönsten Präsentation, sondern die transparenteste. Sie zeigt ihr Portfolio offen, beschreibt ihren Prozess schriftlich, lässt Sie mit Kunden sprechen, überträgt Ihnen das Eigentum und regelt den Support klar. Bewerten Sie diese fünf Kriterien in einer Tabelle, dann ergibt sich die Entscheidung weitgehend von selbst.

Wer eine Webdesign Agentur finden möchte, kann den ersten Schritt heute gehen: Schreiben Sie Ihr einseitiges Briefing. Danach sprechen Sie mit drei Agenturen und füllen die Tabelle aus. Wünschen Sie eine zweite Meinung zu Ihrem Projekt, schreiben Sie mir über die Kontaktseite. Ich höre mir zuerst Ihren Bedarf an und sage Ihnen dann ehrlich, ob ich der Richtige dafür bin.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, eine Webdesign Agentur zu finden?
Eine sorgfältige Auswahl dauert meist drei bis fünf Wochen. Das Briefing braucht einige Tage, danach folgen Gespräche mit drei oder vier Agenturen und die Referenzprüfung. Eine Abkürzung ist verlockend. Allerdings kostet eine falsche Wahl oft monatelange Nacharbeit, deshalb lohnen sich ein paar Wochen gründlicher Prüfung fast immer.
Mit wie vielen Agenturen sollte ich sprechen?
Ich empfehle ausführliche Gespräche mit drei oder vier Agenturen. Weniger bieten zu wenig Vergleich, mehr kosten auf beiden Seiten unnötig Zeit. In der Vorauswahl dürfen Sie eine längere Liste anschauen. Die Bewertungstabelle füllen Sie dann aber nur für Kandidaten aus, die beim Portfolio und beim Branchenbezug die erste Hürde nehmen.
Ist es ein Problem, wenn die Agentur meine Domain registriert?
Die Registrierung darf die Agentur gern übernehmen. Entscheidend ist, dass die Domain auf Ihr Unternehmen läuft und Sie den Verwaltungszugang behalten. Ist die Agentur Inhaber, hängen Sie bei einer Trennung von ihrem guten Willen ab. Prüfen Sie deshalb die Inhaberdaten und halten Sie die Übertragung klar im Vertrag fest.
Sollte ich eine Agentur mit starkem Portfolio, aber ohne Referenzen wählen?
Das sehe ich als ernstes Warnsignal. Das Portfolio wählt die Agentur selbst aus, Referenzen zeigen dagegen, wie die Zusammenarbeit wirklich lief. Vertraulichkeit kann manchmal ein berechtigter Grund sein. Kann eine Agentur Sie jedoch mit keinem einzigen Kunden verbinden, lässt sich ihr Prozess nicht prüfen. Versuchen Sie dann zumindest, eine Portfoliofirma direkt zu kontaktieren.
Darf ich die Gewichte in der Bewertungstabelle ändern?
Ja, das sollten Sie sogar. Die Gewichte in diesem Beitrag sind ein Ausgangspunkt. Haben Sie zum Beispiel kein internes Team, erhöhen Sie das Gewicht des Supports. Bei einer mehrsprachigen Exportwebsite zählen Prozess und Technik stärker. Wichtig ist nur, die Gewichte vor den Gesprächen festzulegen und sie später nicht zugunsten eines Favoriten zu ändern.
Ist es ein Fehler, die günstigste Agentur zu wählen?
Nicht immer, aber den Preis an die Spitze der Kriterien zu stellen, ist ein Fehler. Bestimmen Sie zuerst die Agenturen, die bei den fünf Kriterien gut abschneiden, und vergleichen Sie dann deren Preise. So erkennen Sie, ob ein niedriger Preis aus fehlendem Umfang oder echter Effizienz stammt. Angebote mit ungleichem Umfang führen sonst in die Irre.
#Webdesign#Agenturwahl#Unternehmenswebsite#Bewertungstabelle#Referenzen#Website Eigentum
Teilen:
Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Sprechen wir über Ihr Projekt.

Keine Zwischenhändler, keine Ebenen: Sie sprechen direkt mit dem Experten, der die Arbeit macht. Das Erstgespräch ist kostenlos, ich höre zu und melde mich mit einer klaren Roadmap.

WhatsApp Jetzt anrufen