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Mobilfreundlichkeit testen: So prüfen Sie die mobile SEO Ihrer Website ohne das alte Google Tool

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 3 Aufrufe

Ein Kunde schrieb mir neulich: "Ich wollte die Mobilfreundlichkeit testen, aber das Google Tool lädt nicht mehr. Was nehme ich jetzt?" Diese Frage höre ich seit gut zwei Jahren regelmäßig. Den alten Test mit einem Klick gibt es nicht mehr. Trotzdem ist mobile SEO heute wichtiger als je zuvor. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die aktuellen Prüfwege, was jedes Tool wirklich anzeigt und welche Checkliste ich mit meinem Team bei jedem Audit nutze.

Was bedeutet Mobilfreundlichkeit testen und wie gehen Sie heute vor?

Mobilfreundlichkeit testen heißt zu prüfen, ob eine Seite auf dem Smartphone gut lesbar ist, sich mit dem Finger bedienen lässt und dieselben Inhalte wie die Desktopversion liefert. Heute erledigen Sie das nicht mit einem einzigen Tool, sondern mit Lighthouse, dem Gerätemodus der Chrome DevTools, der URL Prüfung in der Search Console und einem echten Smartphone.

Anders gesagt: Ein Siegel mit "bestanden" oder "nicht bestanden" existiert nicht mehr. Stattdessen beantwortet jedes Tool eine andere Frage. Lighthouse listet technische Probleme auf. Die DevTools zeigen das Layout in verschiedenen Bildschirmbreiten. Die URL Prüfung wiederum zeigt, wie Google Ihre Seite über den Smartphone Crawler sieht.

In der Praxis beobachte ich Folgendes: Unternehmen, die diese vier Schritte regelmäßig durchführen, entdecken mobile Fehler, bevor Kunden sich beschweren. Zudem kostet das fast nichts, denn alle Tools sind kostenlos.

Was ist mit Googles Test auf Optimierung für Mobilgeräte passiert?

Google hat den Test auf Optimierung für Mobilgeräte, die zugehörige API und den Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten in der Search Console am 1. Dezember 2023 eingestellt. Angekündigt hatte Google das bereits Monate vorher. Als Begründung nannte das Unternehmen, dass es inzwischen bessere Ressourcen zur Bewertung der mobilen Nutzbarkeit gibt, allen voran Lighthouse aus Chrome.

Das heißt allerdings nicht, dass Mobilfreundlichkeit unwichtig geworden ist. Googles Dokumentation zur Nutzererfahrung auf Seiten fragt weiterhin, ob Ihre Inhalte auf Mobilgeräten gut dargestellt sind. Dieselbe Seite empfiehlt Lighthouse, um die Nutzererfahrung zu verbessern, ausdrücklich auch bei der mobilen Nutzbarkeit.

Also: Das Tool ist weg, der Maßstab bleibt. Genau hier sehe ich den häufigsten Denkfehler. Manche Seitenbetreiber glauben, Google interessiere sich nicht mehr dafür, weil das Tool fehlt. Das Gegenteil stimmt, denn Google crawlt Ihre Website längst mit den Augen eines Smartphones.

Noch ein praktischer Hinweis: Im Netz finden Sie viele alte Anleitungen, die das eingestellte Tool Schritt für Schritt beschreiben. Diese Schritte funktionieren nicht mehr, weil die Adresse geschlossen ist. Achten Sie deshalb auf das Datum jeder Anleitung. Zudem nutzen manche Drittanbieter den alten Namen für eigene Tools. Diese geben nicht die offizielle Sicht von Google wieder.

Was ändert Mobile First Indexing für Ihre Website?

Im Oktober 2023 gab Google bekannt, dass die Umstellung auf Mobile First Indexing im Wesentlichen abgeschlossen ist. Nach dem 5. Juli 2024 stellte Google dann auch die letzten Websites, die noch der Desktop Crawler besuchte, auf den Smartphone Crawler um. Daher bewertet Google heute nahezu jede Website über ihre mobile Version.

Googles Leitfaden zu Mobile First Indexing sagt es deutlich: Für die Indexierung nutzt Google nur die Inhalte, die auf der mobilen Website erscheinen. Folglich zählt ein Absatz, eine Tabelle oder ein FAQ Block, den Sie auf dem Smartphone ausblenden, für das Ranking unter Umständen gar nicht.

Konkret heißt das: Wenn Sie die Mobilfreundlichkeit testen, prüfen Sie nicht nur die Nutzererfahrung. Sie prüfen auch die Indexierung. Was auf dem Smartphone fehlt, fehlt auch für Google.

Mit welchen Tools können Sie die Mobilfreundlichkeit testen?

Kein Tool zeigt allerdings alles. Deshalb kombiniere ich bei jedem Audit die folgenden Werkzeuge. Die Tabelle fasst zusammen, welches Tool welche Frage beantwortet.

ToolWas es zeigtDatenartWann Sie es nutzen
Lighthouse (in Chrome)Viewport, Schriftgröße, Größe der Tippziele, Leistung und BarrierefreiheitLabordatenNach jeder neuen Seite und jeder Designänderung
Gerätemodus der Chrome DevToolsLayout in verschiedenen Bildschirmbreiten, Simulation von Touch und langsamer VerbindungVisuelle SimulationBei der Suche nach Überlauf, Verschiebungen und Menüfehlern
URL Prüfung in der Search ConsoleDas von Googles Smartphone Crawler gerenderte HTML, ein Screenshot und LadefehlerGoogles eigene SichtAls Nachweis, dass Google Ihre Inhalte sieht
PageSpeed InsightsErgebnisse von Lighthouse plus echte Nutzerdaten aus dem Chrome UX Report, falls vorhandenLabor und FeldBei Ladezeit und Core Web Vitals
Bericht zu den Core Web Vitals in der Search ConsoleStatus mobiler und Desktop URL Gruppen der gesamten WebsiteFelddatenFür die monatliche Kontrolle
Echtes SmartphoneBedienung mit dem Finger, Tastaturverhalten, Checkout und FormulareEchte ErfahrungVor dem Livegang und bei kritischen Seiten

Keines dieser Tools kostet Geld. Allerdings deckt jedes einen anderen blinden Fleck ab. Zum Beispiel meldet Lighthouse nie, dass die Tastatur den Button im Checkout verdeckt. Das sehen Sie nur auf einem echten Gerät.

Wie führen Sie ein mobiles Audit mit Lighthouse durch?

Lighthouse ist ein Open Source Werkzeug, das direkt in Chrome steckt. Zunächst öffnen Sie die Seite in Chrome, starten mit F12 die Entwicklertools und wechseln zum Tab Lighthouse. Dann wählen Sie "Mobile" als Gerät und starten die Analyse.

Der Bericht umfasst vier Kategorien: Leistung, Barrierefreiheit, Best Practices und SEO. Hier kommt ein kleines, aber wichtiges Detail ins Spiel. Lighthouse 12 hat die Prüfungen zu Viewport und Schriftgröße aus der SEO Kategorie in die Best Practices verschoben. Außerdem ersetzt dort eine Prüfung der Zielgröße unter Barrierefreiheit die alte Prüfung der Tippziele.

Somit beweist ein SEO Wert von 100 nicht, dass Ihre Seite auf dem Smartphone funktioniert. Viele mobile Probleme tauchen inzwischen in anderen Kategorien auf. Beim Lesen eines Berichts gehe ich deshalb in dieser Reihenfolge vor:

  • Best Practices: Hinweise zum Viewport Tag und zur lesbaren Schriftgröße.
  • Barrierefreiheit: Zielgröße, Kontrast und Formularfelder ohne Beschriftung.
  • Leistung: LCP, CLS und die gesamte Blockierzeit.
  • SEO: Crawlbarkeit, Meta Description und Linktexte.

Noch ein Tipp: Starten Sie das Audit in einem Inkognitofenster. Sonst verfälschen Browsererweiterungen unter Umständen das Ergebnis.

Worauf achten Sie im Gerätemodus der Chrome DevTools?

Mit dem Gerätemodus der Chrome DevTools sehen Sie Ihre Seite in verschiedenen Smartphonegrößen. Nachdem Sie die Entwicklertools geöffnet haben, klicken Sie auf das Gerätesymbol oder drücken Strg+Umschalt+M. Danach wählen Sie ein vordefiniertes Gerät oder tippen eine eigene Breite ein.

Zunächst prüfe ich das horizontale Scrollen. Ist die Seite breiter als der Bildschirm, müssen Besucher seitlich wischen. Die Ursache ist meist eine Tabelle mit fester Breite, ein zu großes Bild oder ein fehlerhafter Außenabstand.

Außerdem führe ich im Gerätemodus diese Prüfungen durch:

  1. Testen Sie die schmalsten Bildschirme. Brechen Menü und Überschriften zwischen 320 und 360 Pixeln Breite um?
  2. Aktivieren Sie die Drosselung des Netzwerks. Wie lange dauert es bei langsamer Verbindung, bis der erste Bildschirm nutzbar ist?
  3. Drehen Sie auf Querformat. Belegt eine fixierte Kopfzeile den halben Bildschirm?
  4. Öffnen und schließen Sie das Menü. Reagiert das Hamburgermenü zuverlässig auf Tippen?

Denken Sie allerdings daran: Der Gerätemodus ist eine Simulation. Er bildet weder die echte Prozessorleistung noch die echte Touchgenauigkeit oder jede Eigenheit eines Browsers ab. Daher findet die letzte Kontrolle immer auf einem echten Gerät statt.

Was zeigt Ihnen die URL Prüfung in der Search Console?

Die URL Prüfung ist der einzige offizielle Weg, Ihre Seite so zu sehen, wie Google sie sieht. Laut Googles Hilfeseite zur URL Prüfung läuft der Livetest mit einem Smartphone Crawler. Deshalb halte ich dieses Werkzeug für den nächsten Verwandten des alten mobilen Tests.

Der Ablauf ist einfach. Zunächst fügen Sie die Adresse in die Suchleiste oben in der Search Console ein und klicken auf "Live URL testen". Nach dem Test öffnen Sie "Getestete Seite anzeigen". Dort finden Sie das gerenderte HTML, einen Screenshot, die HTTP Header, die Ausgabe der JavaScript Konsole und alle Ressourcen, die nicht laden.

Am häufigsten nutze ich dann die Liste der blockierten Ressourcen. Sperrt die robots.txt zum Beispiel einen Ordner mit CSS oder JavaScript, sieht Google ein zerschossenes Layout. In diesem Fall prüfen Sie Ihre Regeln am besten zuerst mit einem robots.txt Generator.

Trotzdem hat das Tool Grenzen. Pro Property gilt ein tägliches Limit für Livetests. Zudem garantiert ein positives Ergebnis nicht, dass die Seite in den Suchergebnissen erscheint. Das Tool misst den technischen Zugang, nicht Qualität oder Ranking.

Wie lesen Sie PageSpeed Insights und die Core Web Vitals richtig?

PageSpeed Insights vereint zwei Datenarten auf einem Bildschirm. Oben stehen echte Nutzerdaten aus dem Chrome UX Report, sofern Ihre Seite genug Besucher hat. Darunter sehen Sie die Labordaten von Lighthouse.

Dieser Unterschied ist wichtig, denn beide Werte weichen oft voneinander ab. Ein Labortest simuliert ein Gerät mit einer Verbindung. Felddaten spiegeln dagegen wider, was echte Besucher in den letzten 28 Tagen erlebt haben. Und genau die Felddaten betrachten Googles Systeme bei der Nutzererfahrung.

Der Leitfaden zu den Core Web Vitals auf web.dev definiert die Schwellen für "gut" so: Largest Contentful Paint bis 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint bis 200 Millisekunden und Cumulative Layout Shift bis 0,1. Google bewertet jede Schwelle am 75. Perzentil der Seitenaufrufe.

Beachten Sie außerdem, dass INP im März 2024 den alten Wert First Input Delay abgelöst hat. Zeigen ältere Berichte noch FID, dann berücksichtigen Sie diese Änderung beim Vergleich über längere Zeiträume.

Warum brauchen Sie trotzdem einen Test auf dem echten Smartphone?

Kein automatisches Tool ahmt vollständig nach, wie ein Kunde Ihre Website mit dem Daumen bedient. Deshalb teste ich kritische Seiten auf mindestens zwei echten Geräten: einem iPhone und einem Android Gerät. Wenn möglich, ist eines davon ein langsameres Mittelklassehandy.

Auf echten Geräten zeigen sich typischerweise diese Fehler: Die Tastatur verdeckt den Absendebutton, ein fixiertes Chatfenster überlagert das Menü, der Cookiebanner füllt den halben Bildschirm oder die Datumsauswahl öffnet sich nicht. Lighthouse meldet keinen dieser Punkte als Fehler.

Danach laden Sie die Website über mobile Daten statt über das Büro WLAN. Eine Seite, die im schnellen Netz sofort erscheint, fühlt sich bei schwachem Empfang oft zäh an. Nach meiner Erfahrung überrascht dieser einfache Schritt Teams am meisten.

Verlassen Sie sich bei der Geräteauswahl außerdem nicht auf das neueste Handy im Büro. Viele Ihrer Kunden nutzen vermutlich ältere und langsamere Geräte. Den Gerätebericht in Google Analytics können Sie dafür heranziehen und die Tests dann an den häufigsten Modellen ausrichten.

Kurz gesagt: Tools liefern Messwerte, das echte Smartphone liefert die Sicht Ihres Kunden. Sie brauchen beides.

Checkliste: So lasse ich mein Team die Mobilfreundlichkeit testen

Die folgende Liste enthält die Schritte, mit denen wir bei jeder neuen Website und nach jedem größeren Update die Mobilfreundlichkeit testen. Gehen Sie sie der Reihe nach durch, dann übersehen Sie keine Grundlage.

  1. Enthält die Seite ein Viewport Tag, das die Layoutbreite an die Gerätebreite koppelt?
  2. Können Besucher den Fließtext ohne Zoomen lesen?
  3. Sind Buttons und Links groß genug und mit genug Abstand für den Daumen?
  4. Entsteht irgendwo horizontales Scrollen?
  5. Enthält die mobile Version alle Hauptinhalte, Überschriften und FAQ Blöcke der Desktopversion?
  6. Stimmen Title und Meta Description in beiden Versionen überein?
  7. Trägt das mobile HTML dieselben strukturierten Daten?
  8. Nutzen beide Versionen identische Robots Meta Tags?
  9. Erscheint der Hauptinhalt, ohne dass jemand tippen oder wischen muss?
  10. Verdecken Einblendungen den Inhalt?
  11. Liegen die Felddaten der Core Web Vitals im Bereich "gut"?
  12. Lassen sich Formulare und Checkout auf dem echten Smartphone reibungslos abschließen?

In den folgenden Abschnitten erkläre ich jeden Punkt genauer. Möchten Sie diese Checkliste auf einer größeren Website als monatliche Routine verankern, dann richten wir das im Rahmen meiner SEO Beratung ein.

Wie prüfen Sie Viewport, Schriftgröße und Tippziele?

Beginnen Sie mit dem Viewport Tag. Im Head Ihrer Seite braucht es deshalb ein Meta Tag namens viewport, das die Breite an die Gerätebreite koppelt. Fehlt es, zeichnet das Smartphone die Seite in Desktopbreite und verkleinert sie, sodass niemand den Text lesen kann. Lighthouse meldet das unter Best Practices.

Danach folgt die Schriftgröße. Lighthouse warnt, wenn der Großteil des Textes zu klein zum bequemen Lesen ist. In der Praxis halte ich den Fließtext so groß, dass niemand zoomen muss, und lasse großzügigen Zeilenabstand.

Dann kommen die Tippziele. Das Kriterium zur Zielgröße in WCAG 2.2 legt 24 mal 24 CSS Pixel als Minimum für Touchziele fest. Diese Zahl ist also eine Untergrenze, kein Ziel. Für komfortable Bedienung gestalte ich Buttons deutlich größer. Eng gepackte Links im Footer fallen bei dieser Prüfung am häufigsten durch.

Liegt zum Beispiel der Link zur Telefonnummer direkt neben dem WhatsApp Button, tippen Besucher leicht daneben. Dieser kleine Fehler bedeutet direkt eine verlorene Anfrage.

Wie stellen Sie gleiche Inhalte auf Mobil und Desktop sicher?

Unter Mobile First Indexing ist der teuerste Fehler ein Inhalt, der auf dem Desktop existiert, auf dem Smartphone aber fehlt. Am praktischsten prüfen Sie das, indem Sie in der URL Prüfung das gerenderte HTML öffnen und nach wichtigen Textstellen suchen. Fehlen dort Überschriften, Produkttexte oder FAQ Antworten aus der Desktopversion, haben Sie ein Problem.

Googles Leitfaden ist in mehreren Punkten eindeutig. Die mobile Website soll dieselben Inhalte, dieselben Überschriften, gleichwertige Titles und Meta Descriptions, dieselben strukturierten Daten und dieselben Robots Meta Tags enthalten. Außerdem sollen Sie Hauptinhalte nicht erst nach einer Nutzeraktion per Lazy Loading nachladen.

Deshalb schaue ich mir jede Entscheidung des Designteams nach dem Motto "mobil machen wir es schlanker" genau an. Vereinfachen ist zwar ein guter Instinkt. Dennoch ist es sicherer, Inhalte in ein Akkordeon oder einen Tab zu legen, statt sie zu löschen. So bleibt der Text im HTML und Google kann ihn lesen.

Wie Title und Description auf dem Smartphone aussehen, zeigt Ihnen die Google SERP Vorschau. Fehlen Tags, liefert Ihnen der Meta Tag Generator schnell einen Entwurf.

Wie schaden Einblendungen und Banner der mobilen Nutzung?

Googles Dokumentation zur Nutzererfahrung empfiehlt ausdrücklich, aufdringliche Interstitials zu vermeiden. Auf dem Smartphone wirkt das Problem viel stärker als am Desktop, denn eine einzige Einblendung kann den ganzen Bildschirm verdecken.

Diese drei Fälle sehe ich am häufigsten: ein Newsletterfenster, das sofort beim Laden erscheint, ein Cookiebanner über den größten Teil des Bildschirms und ein Aktionshinweis, dessen Schließen Button niemand findet. Den gesetzlich nötigen Cookiehinweis behalten Sie natürlich. Trotzdem können Sie ihn so gestalten, dass er den Inhalt nicht verdeckt.

Zählen Sie außerdem Ihre fixierten Elemente. Eine fixierte Kopfzeile, eine fixierte Leiste unten, ein Chatfenster und ein Cookiebanner gleichzeitig lassen kaum Platz für Inhalte. Bei jedem mobilen Test schaue ich daher, wie viel vom Bildschirm tatsächlich Inhalt zeigt.

Die Seite der Conversion habe ich in meinem Beitrag zum Thema Absprungrate auf der Firmenwebsite senken ausführlicher beschrieben. Kurz gesagt: Sehen Besucher in der ersten Sekunde Hindernisse statt Inhalt, gehen sie wieder.

Wie prüfen Sie Bilder, Lazy Loading und strukturierte Daten mobil?

Bilder sind die größte Last für die mobile Ladezeit. Ein Bild mit 3000 Pixeln Breite an ein Smartphone zu schicken, das es mit 400 Pixeln anzeigt, verschwendet Bandbreite und bremst den LCP. Liefern Sie Bilder deshalb in passenden Größen aus und komprimieren Sie sie. Für eine schnelle Lösung reicht ein Tool zum Bild verkleinern.

Beim Lazy Loading kommt es auf die Balance an. Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs später zu laden, ist gute Praxis. Das Hauptbild im ersten Bildschirm, oft das LCP Element, sollten Sie dagegen nicht verzögert laden, denn das bremst die Seite. Lighthouse weist darauf bei den Leistungshinweisen hin.

Bei strukturierten Daten ist die Prüfung einfach. Jedes Markup für Breadcrumb, Product oder FAQ auf dem Desktop gehört auch ins mobile HTML. Das kontrollieren Sie im HTML der URL Prüfung oder im Test für Rich Results.

Achten Sie zudem darauf, dass die Alternativtexte der Bilder in beiden Versionen übereinstimmen. Googles Leitfaden zu Mobile First Indexing erwähnt dieses Detail eigens.

Wie testen Sie Formulare und Conversion Schritte mobil?

Mobile SEO bringt Besucher. Formulare und Checkout machen daraus aber erst Kunden. Deshalb sollte jeder mobile Test aus meiner Sicht mit einem Formular enden. Ich fülle jedes kritische Formular auf einem echten Smartphone von Anfang bis Ende aus und sende es ab.

Diese Punkte prüfe ich konkret:

  • Öffnet das Telefonfeld eine Zifferntastatur?
  • Zeigt das Feld für die E-Mail Adresse eine Tastatur mit dem @ Zeichen?
  • Erscheinen Fehlermeldungen direkt am Feld und in klarer Sprache?
  • Bleibt der Absendebutton bei geöffneter Tastatur erreichbar?
  • Lädt nach dem Absenden die Dankeseite und feuert das Conversion Tag?

Der letzte Punkt geht ständig unter. Das Formular funktioniert, doch eine kaputte Weiterleitung zur Dankeseite sorgt dafür, dass die Werbeplattform die Conversion nie sieht. Weiterleitungsketten prüfen Sie mit einem Redirect Checker. Details zur Gestaltung finden Sie in meinem Beitrag über Formulare für Termin, Angebot und Demo.

Welche Probleme beheben Sie nach dem Test zuerst?

Ein mobiles Audit liefert meist Dutzende Hinweise. Alles gleichzeitig zu beheben, erschöpft das Team und verzögert die wichtige Arbeit. Deshalb sortiere ich die Befunde in drei Gruppen.

Die erste Gruppe betrifft die Indexierung: fehlende Inhalte auf dem Smartphone, blockierte Dateien mit CSS oder JavaScript und abweichende Robots Tags. Diese Fehler führen dazu, dass Google die Seite falsch versteht, also haben sie Vorrang.

Die zweite Gruppe betrifft Hürden bei der Bedienung: horizontales Scrollen, Einblendungen über dem Inhalt, ein defektes Menü und Formulare, die sich nicht absenden lassen. Diese Fehler kosten Sie direkt Kunden.

Die dritte Gruppe umfasst Leistung und Feinschliff: Verbesserungen der Core Web Vitals, Bildoptimierung und kleinere Hinweise zur Barrierefreiheit. Sie sind wichtig. Trotzdem gleicht es dem Streichen der Wände bei undichtem Dach, wenn Sie sich vor den ersten beiden Gruppen darum kümmern.

Diese Reihenfolge deckt sich auch mit dem Ansatz aus meinem Beitrag, wie Sie UX und SEO in Einklang bringen.

Auf welchen Seiten sollten Sie die Mobilfreundlichkeit testen, bevor Sie weitermachen?

Jeden Monat jede Seite zu testen, ist nicht realistisch. Also beginne ich mit den Vorlagen. In einem Onlineshop bilden Startseite, Kategorieseite, Produktseite, Warenkorb und Checkout meist fünf zentrale Templates. Ein Fehler in einer Vorlage trifft jede Seite, die sie nutzt.

Die zweite Priorität gilt Seiten mit viel Traffic und Umsatz. Im Leistungsbericht der Search Console filtern Sie dazu nach dem Gerät "Mobil" und listen die Seiten mit den meisten Klicks auf. So landet Ihr Testaufwand dort, wo echte Besucher ankommen.

Die dritte Priorität sind Landingpages für Anzeigen. Kommen die meisten bezahlten Klicks aus Google Ads vom Smartphone, verbrennt jeder mobile Fehler auf dieser Seite Budget. Für einen breiteren Blick auf die Technik ergänzt mein Beitrag zu technischem SEO nach der KI Wende dieses Thema gut.

Wie oft sollten Sie die Mobilfreundlichkeit testen?

Die Mobilfreundlichkeit testen Sie nicht einmalig. Ein Theme Update, ein neues Plugin, ein Aktionsbanner oder ein neues Chatfenster kann eine Seite beschädigen, die gestern noch lief. Deshalb empfehle ich, den Test fest im Kalender zu verankern.

Mein Rhythmus beruht auf Praxiserfahrung und ist keine Garantie, taugt aber für die meisten Unternehmen als Startpunkt: nach jeder Änderung an Design oder Plugins ein Check mit Lighthouse und echtem Smartphone auf den kritischen Seiten, monatlich ein Blick in den Bericht zu den Core Web Vitals und einmal im Quartal ein vollständiges Audit aller Vorlagen.

Ein Relaunch birgt dagegen eigene Risiken. Schließen Sie die mobilen Tests unbedingt ab, bevor das neue Design live geht. Alle Schritte dazu habe ich im Beitrag SEO beim Website Relaunch schützen gesammelt.

Schließlich sollten Sie die Ergebnisse in einer einfachen Tabelle festhalten. Spalten für Datum, Seite, Tool und Befund genügen. Kehrt ein Problem zurück, sehen Sie dann schnell, was sich geändert hat.

Wie bringen Sie mobile Tests schon in die Designphase?

Die günstigste mobile Korrektur ist fehlerhafter Code, den niemand schreibt. Deshalb verlagere ich mobile Prüfungen in die Designphase. Zeichnet das Designteam zuerst das Layout für das Smartphone und erweitert es dann auf den Desktop, entstehen viele Probleme gar nicht erst.

Legen Sie während der Entwicklung für jede Vorlage einfache Abnahmekriterien fest: kein horizontales Scrollen, Hauptinhalt im mobilen HTML vorhanden, Buttons gut antippbar und keine Hinweise zu Viewport oder Schriftgröße in den Best Practices von Lighthouse. Eine Vorlage, die diese Kriterien verfehlt, geht nicht live.

In meinen eigenen Projekten im Webdesign halte ich mich an diese Regel. Folglich bleibt die Liste mobiler Korrekturen nach dem Start kurz, und Kunden beginnen vom ersten Tag an mit einer Website, die auf dem Smartphone sauber funktioniert.

Welche Fehler sehe ich bei mobilen SEO Audits am häufigsten?

Über die Jahre tauchen einige Fehler bei fast jeder Website auf, die ich prüfe. Wenn Sie diese kennen, sparen Sie Zeit, denn Sie wissen, wo Sie zuerst hinschauen.

  • Eine große Vergleichstabelle für den Desktop, die auf dem Smartphone über den Rand läuft.
  • Fehlende Kategorielinks im mobilen Menü, was die interne Verlinkung schwächt.
  • Kundenbewertungen und FAQ Blöcke, die auf dem Smartphone verborgen bleiben.
  • Ein fixiertes Chatfenster, das über dem Absendebutton liegt.
  • Chaos bei Weiterleitungen auf älteren Websites mit eigener mobiler Subdomain.

Gemeinsam ist diesen Fehlern, dass keiner in einem einzelnen automatischen Wert klar auffällt. Zum Beispiel erkennt Lighthouse eine überlaufende Tabelle nicht immer, im Gerätemodus der DevTools sehen Sie sie dagegen in zwei Sekunden. Ebenso finden Sie einen fehlenden Menülink nur, wenn Sie das Menü öffnen und jeden Eintrag prüfen.

Betrachten Sie die Ausgabe der Tools daher als Startpunkt. Die echten Befunde entdecken Sie, wenn Sie die Seite so nutzen wie ein Kunde. Bei jedem Audit verbringe ich mindestens zehn Minuten nur mit dem Surfen auf dem Smartphone und mache mir Notizen.

Fazit: Machen Sie mobile SEO Prüfungen zur Routine

Googles alter mobiler Test ist Geschichte, doch die mobile Nutzbarkeit war nie wichtiger. Google crawlt, indexiert und bewertet Ihre Website über das Smartphone. Somit steht die mobile Prüfung im Zentrum von SEO und nicht am Rand.

Zusammengefasst sieht Ihr Fahrplan so aus: Technische Hinweise sehen Sie in Lighthouse, das Layout testen Sie in verschiedenen Breiten mit den DevTools, Googles Sicht zeigt die URL Prüfung, echte Nutzerdaten liefert PageSpeed Insights und das letzte Wort hat ein echtes Smartphone. Legen Sie die Checkliste in den Kalender, dann finden Sie Probleme, bevor Ihre Kunden sie bemerken.

Wenn Sie die Mobilfreundlichkeit testen und das Audit gemeinsam mit mir durchgehen möchten, melden Sie sich gern. Im ersten Gespräch schauen wir uns Ihre drei wichtigsten Vorlagen zusammen an.

Häufig gestellte Fragen

Warum funktioniert Googles Test auf Optimierung für Mobilgeräte nicht mehr?
Google hat das Tool, die API und den Bericht zur mobilen Nutzerfreundlichkeit in der Search Console am 1. Dezember 2023 eingestellt. Als Grund nannte Google bessere Alternativen, vor allem Lighthouse. Mobilfreundlichkeit bleibt trotzdem Teil der Nutzererfahrung, daher testen Sie heute mit Lighthouse, Chrome DevTools, der URL Prüfung und einem echten Smartphone.
Welches Tool ersetzt den alten mobilen Test am besten?
Aus meiner Sicht kommt der Livetest der URL Prüfung in der Search Console dem alten Test am nächsten. Er läuft mit einem Smartphone Crawler und zeigt einen Screenshot sowie das gerenderte HTML. Für technische Hinweise ergänzen Sie Lighthouse, denn dort stecken heute die Prüfungen zu Viewport, Schriftgröße und Zielgröße.
Ist meine Website mobilfreundlich, wenn Lighthouse bei SEO 100 zeigt?
Nein, dieser Wert allein beweist das nicht. Lighthouse 12 hat die Prüfungen zu Viewport und Schriftgröße in die Best Practices verschoben und die alte Prüfung der Tippziele durch eine Prüfung der Zielgröße unter Barrierefreiheit ersetzt. Probleme mit Tastatur oder Formularen sehen Sie zudem nur auf einem echten Smartphone.
Kann ich die Mobilfreundlichkeit ohne Search Console prüfen?
Ja. Lighthouse, der Gerätemodus der Chrome DevTools und PageSpeed Insights funktionieren ohne Search Console. Um zu sehen, wie Google Ihre Seite rendert, brauchen Sie allerdings die URL Prüfung, und dafür ist eine bestätigte Property nötig. Die Bestätigung dauert nur wenige Minuten, zudem erhalten Sie dort den Bericht zu den Core Web Vitals.
Schadet es der SEO, wenn ich Inhalte mobil ausblende?
Wenn Sie Inhalte komplett entfernen, kann das schaden, denn Google nutzt für die Indexierung nur die mobile Version. Sicherer ist es, Text in einem Akkordeon oder Tab zu belassen, sodass er im HTML bleibt. Laden Sie Hauptinhalte außerdem nicht erst nach einem Tippen nach. Kontrollieren können Sie das im HTML der URL Prüfung.
Wie oft sollte ich die Mobilfreundlichkeit testen?
Nach meiner Praxiserfahrung, ohne Garantie, ist ein guter Startpunkt ein Check der kritischen Seiten nach jeder Änderung an Design oder Plugins. Dazu kommen ein monatlicher Blick in den Bericht zu den Core Web Vitals und einmal im Quartal ein vollständiges mobiles Audit aller Vorlagen. Passen Sie den Rhythmus an Ihr Änderungstempo an.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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