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Tool zur Adressänderung in der Search Console: So nutzen Sie es richtig

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Was ist das Tool zur Adressänderung in der Search Console?

Das Tool zur Adressänderung (Change of Address tool) ist eine Funktion der Search Console, die Google meldet, dass Ihre alte Domain dauerhaft auf eine neue umgezogen ist. Sie nutzen es, nachdem Ihre 301 Weiterleitungen aktiv sind. Google crawlt dann bevorzugt die neue Website, überträgt Signale und wählt die neue Website bei kanonischen Seiten.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Das Tool zur Adressänderung ist die Funktion der Search Console, mit der Sie Google mitteilen, dass Ihre Website von einer Domain auf eine andere umgezogen ist. In diesem Leitfaden zeigen wir von Talha Aslan und Team die Voraussetzungen, die einzelnen Schritte, typische Fehler und das Monitoring nach dem Umzug. Die gesamte Migrationsplanung behandeln wir in einem eigenen Artikel; hier geht es nur um das Tool.

Die offizielle Hilfeseite zum Tool zur Adressänderung fasst es knapp zusammen: Sie verwenden das Tool, nachdem Sie Ihre Website umgezogen und weitergeleitet haben. Das Tool zieht also nichts für Sie um. Weiterleitungen, neuer Server, neue Sitemap und interne Links bleiben Ihre Aufgabe. Das Tool sagt Google lediglich, dass der Umzug bewusst und dauerhaft ist.

Zudem wirkt die Meldung nur begrenzt. Laut Google gelten die Effekte einer Anfrage 180 Tage ab Beginn der Migration. In dieser Zeit priorisiert Google das Crawling und die Indexierung der neuen Website. Allerdings entfernt Google die alte Website nicht aus dem Index. Alte URLs können weiter in den Ergebnissen erscheinen, wenn sie erreichbar sind und auf der neuen Website keine Entsprechung haben.

Falls Sie die Search Console noch nicht gut kennen, hilft Ihnen zunächst unsere Search Console Anleitung für Einsteiger. Begriffe wie Property, Bestätigung und Inhaber tauchen in diesem Artikel häufig auf.

Wann nutzen Sie das Tool zur Adressänderung?

Kurz gesagt gibt es genau ein Szenario: Sie wechseln von einer Domain oder Subdomain auf eine andere. Auch der Leitfaden von Google zum Websiteumzug mit URL Änderungen stellt klar, dass Sie das Tool nur bei einem Domainwechsel oder Subdomainwechsel brauchen.

Zum Beispiel fallen diese Fälle darunter:

  • Der Wechsel von example.com auf example.net nach einem Rebranding.
  • Ein Umzug von einer Länderdomain auf eine generische Domain.
  • Der Umzug einer Blog Subdomain wie blog.example.com auf eine eigene Domain.
  • Sogar der Umzug einer Domain in einen Ordner einer anderen Domain, den Google ausdrücklich erlaubt.

Gerade der letzte Punkt überrascht viele Websitebetreiber. Laut Hilfeseite können Sie eine Domain in einen Pfad einer anderen Domain verschieben. Umgekehrt funktioniert es allerdings nicht. Einen einzelnen Ordner können Sie mit dem Tool nicht umziehen, denn es läuft nicht in Properties auf Pfadebene.

Deshalb sollten Sie vor dem Öffnen des Tools klären, ob Ihr Umzug wirklich ein Domainwechsel ist. Lautet die Antwort nein, sind Weiterleitungen und eine aktualisierte Sitemap meist der richtige Weg. Somit sparen Sie sich eine überflüssige Anfrage.

Bei welchen Umzügen brauchen Sie das Tool nicht?

Manche Umzüge erkennt Google selbst und rät in diesen Fällen vom Tool ab. Diese Unterscheidung spart Ihnen daher Zeit. Laut offizieller Hilfeseite gehören diese Fälle nicht zum Einsatzbereich:

  • Wechsel von HTTP auf HTTPS: Google erkennt diese Änderung automatisch. Sie folgen den Umzugsrichtlinien, lassen das Tool aber weg.
  • Pfadänderungen auf derselben Website: Etwa die Umbenennung von /produkte/ in /shop/. Hier setzen Sie Weiterleitungen und aktualisieren die Sitemaps.
  • Wechsel zwischen www und ohne www auf derselben Domain: Google empfiehlt dafür Canonical Tags oder Weiterleitungen.
  • Umzüge ohne sichtbare URL Änderung: Ein Wechsel des Hostinganbieters oder des CDN gehört in diese Gruppe.

Für einen Hostingwechsel brauchen Sie eher eine eigene Checkliste. Die wichtigsten Punkte haben wir in unserer Checkliste zum Webhosting Wechsel gesammelt. Beim Wechsel auf HTTPS stehen dagegen Zertifikate und gemischte Inhalte im Vordergrund; dazu finden Sie mehr in unserem Leitfaden zum SSL Zertifikat.

Was passiert, wenn Sie das Tool trotzdem in einem dieser Fälle öffnen? Meist stoppt Sie schon der Property Typ. Trotzdem erzeugt eine unnötige Anfrage Verwirrung im Team. Daher ordnen wir das Szenario immer zuerst ein.

Welche Voraussetzungen müssen Sie vorher erfüllen?

Das Tool zur Adressänderung lässt Sie erst dann eine Anfrage senden, wenn einige Grundbedingungen stimmen. Aus der offiziellen Hilfeseite und unserer Praxis ergibt sich diese kurze Liste:

  1. Eine dauerhafte 301 Weiterleitung führt von der alten Startseite zur neuen Startseite.
  2. Außerdem leiten die kanonischen Seiten der alten Website per 301 auf ihre neuen Entsprechungen weiter.
  3. Sie sind Inhaber der alten und der neuen Property.
  4. Zudem nutzen Sie für beide Properties dasselbe Google Konto als Inhaber.
  5. Sie öffnen das Tool in einer Property auf Domainebene, denn Properties auf Pfadebene unterstützen es nicht.

An Punkt vier scheitern die meisten Projekte. Zum Beispiel gehört die alte Property dem Konto einer Agentur, die neue dagegen Ihrem eigenen Konto. Dann geht das Tool nicht weiter. Prüfen Sie deshalb die Inhaberliste beider Properties vor dem Umzugstag. Müssen Sie alte Zugänge zuerst bereinigen, hilft Ihnen unser Artikel zum Entfernen alter Inhaber in der Search Console.

Außerdem bittet Google darum, die Leitfäden zum Websiteumzug zu lesen und die dort beschriebenen Vorarbeiten abzuschließen. Das Tool ist also das letzte Glied der Vorbereitung, nicht das erste.

Wie bereiten Sie die 301 Weiterleitungen vor?

Eine 301 Weiterleitung ist eine Serverantwort, die Browsern und Suchmaschinen meldet, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist. Die Dokumentation von Google zu Weiterleitungen erklärt, dass 301 und 308 einen dauerhaften Umzug signalisieren. Google behandelt das Ziel zudem als kanonische URL.

Wir beginnen immer mit einer Zuordnungstabelle. Jede wichtige alte URL bekommt eine eindeutige Entsprechung auf der neuen Website. So vermeiden Sie einen klassischen Fehler, nämlich alle alten URLs auf die neue Startseite zu schicken. Unser Tool zum Zuordnen von Weiterleitungen beschleunigt diesen Schritt.

Danach sorgen Sie dafür, dass jede Weiterleitung in einem einzigen Schritt ankommt. Springt eine alte URL erst auf HTTPS, dann auf www und dann auf die neue Domain, entsteht eine Kette. Der Umzugsleitfaden von Google empfiehlt kurze Ketten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über Weiterleitungsketten.

Schließlich testen Sie die Weiterleitungen auf der Livewebsite. Wählen Sie zufällige alte URLs und prüfen Sie diese mit unserem Redirect Checker. Jede URL sollte den Code 301 liefern und am richtigen Ziel landen. Auch das Tool selbst prüft vor dem Senden der Anfrage einige Seiten auf 301 Weiterleitungen.

Wie bestätigen Sie die alte und die neue Property?

Mit der Bestätigung weisen Sie der Search Console nach, dass Ihnen eine Website gehört. Das Tool verlangt Inhaberrechte für beide Properties; ein einfacher Nutzerzugang reicht nicht. Deshalb fügen Sie die neue Domain schon vor dem Umzugstag als Property hinzu und bestätigen sie.

Dabei gibt es ein wichtiges Detail. Das Tool zieht Subdomains unterhalb der angegebenen Domain nicht mit um, auch www nicht. Google empfiehlt daher, das Tool für jede Subdomainvariante der alten Domain zu nutzen, also für die Version mit und ohne www. Zudem sollten Sie jede Variante in der Search Console bestätigen. Haben etwa example.com und www.example.com beide Zugriffe erhalten, brauchen beide Properties eine Bestätigung.

Bei Protokollen ist es dagegen einfacher. Laut Google überträgt das Tool alle Protokolle der Quellproperty. Stellen Sie also eine Anfrage für http://example.com, zieht https://example.com ebenfalls mit um.

Unser Praxistipp: Wählen Sie eine Bestätigungsmethode, die nicht vom alten Server abhängt. Haben Sie nur mit einer HTML Datei auf dem alten Hosting bestätigt, kann die Bestätigung beim Abschalten des Servers verloren gehen. Ein DNS Eintrag bleibt dagegen während des Umzugs bestehen. Somit behalten Sie über die gesamten 180 Tage Zugriff auf die alte Property.

Wie nutzen Sie das Tool zur Adressänderung Schritt für Schritt?

Ist die Vorbereitung abgeschlossen, dauert die Nutzung des Tools nur wenige Minuten. Die eigentliche Arbeit steckt also in den vorherigen Abschnitten. Hier folgt die Reihenfolge der Hilfeseite, ergänzt um unsere Praxisnotizen:

  1. Schließen Sie die Vorarbeiten ab: Die neue Website ist online, und die 301 Weiterleitungen sind aktiv und getestet.
  2. Prüfen Sie die Voraussetzungen und stellen Sie sicher, dass dasselbe Google Konto beide Properties besitzt.
  3. Öffnen Sie die Property der alten Website auf Domainebene und suchen Sie das Tool zur Adressänderung im Bereich der Property Einstellungen. Da sich Menünamen ändern können, schauen Sie im Zweifel unter den Einstellungen nach.
  4. Wählen Sie die neue Website aus der Liste und folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm.
  5. Das Tool führt Vorabprüfungen durch. Bestehen die kritischen Prüfungen, bestätigen Sie die Anfrage.
  6. Wiederholen Sie den Vorgang in einer eigenen Property für jede alte Subdomainvariante, etwa für www.
  7. Beginnen Sie dann mit dem Monitoring und lassen Sie die Weiterleitungen bestehen.

Bestehen die kritischen Prüfungen, zeigen die beteiligten Websites einen Hinweis, dass der Umzug läuft. Laut Google sehen Sie diese Hinweise 180 Tage lang. In der neuen Property erscheint unter Umständen eine Notiz, dass andere Websites hierher umziehen. Im Verlauf der Migration addiert Google die Zugriffe der alten Website zu denen der neuen.

Zum Zeitpunkt äußert sich der Leitfaden von Search Central eindeutig. Sie senden die Anfrage, nachdem die Weiterleitungen live und getestet sind, als einen Schritt beim Start des Umzugs. Eine Vorabmeldung ohne Weiterleitungen funktioniert also nicht.

Was bedeuten die Vorabprüfungen?

Vorabprüfungen sind die Kontrollen, die das Tool vor dem Senden Ihrer Anfrage durchführt. Die offizielle Hilfeseite teilt sie in zwei Gruppen: kritische Vorabprüfungen und nicht kritische Prüfungen. Allerdings nennt die Seite weder die einzelnen Prüfungen noch genaue Fehlermeldungen. Deshalb erfinden wir hier auch keinen Bildschirmtext.

Fällt eine kritische Prüfung durch, müssen Sie das Problem beheben, bevor Sie fortfahren. Bei einer nicht kritischen Prüfung sehen Sie dagegen eine Warnung mit Empfehlungen, und Ihre Anfrage kann trotzdem weiterlaufen. Laut Hilfeseite bestätigt das Tool zudem, dass Ihnen beide Websites gehören, und prüft einige Seiten auf 301 Weiterleitungen.

In unserer Praxis sind das die typischen Gründe für eine fehlgeschlagene Prüfung:

  • Die Startseite leitet per 302 oder per JavaScript statt per 301 weiter.
  • Außerdem kommt es vor, dass die alte Startseite gar nicht weiterleitet und noch den alten Inhalt zeigt.
  • Das Inhaberkonto der neuen Property unterscheidet sich vom Konto der alten Property.
  • Zudem landet die alte URL manchmal auf einer dritten Zwischenadresse statt auf der neuen Domain.

Erhalten Sie eine Warnung, schauen Sie sich zuerst die echte HTTP Antwort an. Ist Ihnen der Unterschied zwischen dauerhafter und temporärer Weiterleitung unklar, hilft unser Vergleich von 301, 302, 307 und 308. Somit beheben Sie die Ursache, statt zu raten.

Wie gehen Sie mit Subdomains und www Varianten um?

Subdomains sind der am häufigsten übersehene Teil des Prozesses. Laut Google zieht das Tool Subdomains unterhalb der angegebenen Domain nicht mit um, www eingeschlossen. Andererseits ziehen alle Pfade unter dieser Domain mit. Eine Anfrage für example.com umfasst also example.com/blog/, aber nicht shop.example.com.

Listen Sie deshalb vor dem Umzug jede Subdomain der alten Domain auf, die Suchzugriffe erhält. Hat eine Website zum Beispiel die Hauptdomain, eine www Version und eine eigene Shop Subdomain, braucht jede davon eine eigene Property und eine eigene Anfrage. Wollen Sie eine Domain und eine Subdomain an unterschiedliche Ziele umziehen, empfiehlt Google zudem eine separate Property für die Subdomain mit eigener Migration.

Und wie sieht es mit Properties auf Domainebene allgemein aus? Die Hilfeseite sagt, dass das Tool auf Domainebene funktioniert, und nennt Beispiele wie example.com, m.example.com und http://example.com. Trotzdem gilt die Regel, dass Subdomains nicht automatisch mitziehen. Am sichersten ist es daher, jede Variante einzeln zu bestätigen.

Außerdem sollten Sie die Struktur aus Subdomains und Unterordnern während des Umzugs nicht ändern. Google warnt, dass die Kombination aus Umzug und Redesign oder URL Umbau zu Zugriffsverlusten führen kann. Behalten Sie die Struktur also bei und ändern Sie sie erst, wenn sich der Umzug gesetzt hat.

Wann nutzen Sie das Tool, und wann nicht?

Die folgende Tabelle vergleicht die offiziellen Vorgaben von Google auf einen Blick. Für jedes Szenario sehen Sie die passende Methode und ob das Tool zur Adressänderung infrage kommt.

SzenarioTool zur Adressänderung nötig?Richtige Methode
Wechsel von example.com auf example.netJa301 Weiterleitungen, Inhaberschaft beider Properties, Anfrage im Tool
Umzug von example.com in example.net/neu/JaDas Tool unterstützt den Umzug einer Domain in einen Pfad
Umzug von blog.example.com auf eine eigene DomainJaEigene Property und eigene Anfrage für die Subdomain
Wechsel von HTTP auf HTTPSNeinGoogle erkennt ihn selbst; Weiterleitungen und Umzugsrichtlinien
Wechsel zwischen www und ohne www auf einer DomainNeinCanonical Tags oder Weiterleitungen
Ordner auf derselben Website umbenennenNeinWeiterleitungen und aktualisierte Sitemap
Hosting oder CDN wechseln, URLs bleiben gleichNeinLeitfaden von Google für Umzüge ohne URL Änderung

Selbst in den Zeilen mit Ja reicht das Tool allein nicht aus. Es wirkt nur, wenn Weiterleitungen und Inhaltszuordnung stimmen. Eine falsche Zuordnung kann es nicht reparieren.

Welche Fehler passieren beim Tool zur Adressänderung häufig?

Die Fehler, die wir am häufigsten sehen, entstehen eher aus Eile und fehlender Planung als aus fehlendem Fachwissen. Die Best Practices auf der Hilfeseite sprechen die meisten davon direkt an:

  • Verkettete Umzüge: Sie können Website B nicht direkt nach dem Umzug von A nach B auf Website C umziehen. Google schließt das ausdrücklich aus.
  • Sammelumzüge: Statt mehrere Websites gleichzeitig an einem neuen Ort zusammenzuführen, ziehen Sie sie einzeln um und warten, bis sich die Zugriffe stabilisieren.
  • Umzug plus Redesign: Halten Sie die Struktur so ähnlich wie möglich.
  • Zu frühes Entfernen der Weiterleitungen: Behalten Sie sie mindestens 180 Tage, bei anhaltenden Zugriffen länger.
  • Alte Domain aufgeben: Google empfiehlt, die alte Domain mindestens ein Jahr weiter zu bezahlen.
  • Die www Variante vergessen: Jede Subdomainvariante braucht eine eigene Anfrage.

Dazu kommt ein weiterer Fehler: schlechte Abstimmung. Nutzt eine Person das Tool, während eine andere die Weiterleitungsregeln auf dem Server ändert, ist das Ergebnis kaum vorhersehbar. Legen Sie deshalb für den Umzugstag eine verantwortliche Person und eine schriftliche Reihenfolge fest.

Jeder dieser Fehler kann Ihre Zugriffe wochenlang belasten. Möchten Sie, dass wir den Umzug mit Ihnen planen und jeden Schritt begleiten, werfen Sie einen Blick auf unsere SEO Beratung und fordern Sie ein Angebot für Ihre Website an.

Wie brechen Sie eine Umzugsanfrage ab?

Manchmal kippt ein Umzug: Das Rebranding fällt aus, oder bei der neuen Domain taucht ein rechtliches Problem auf. Für diesen Fall bietet Google einen Weg zum Abbrechen. Laut Hilfeseite können Sie die Anfrage innerhalb von 180 Tagen nach dem Senden abbrechen.

Die Reihenfolge ist dabei wichtig, denn ein Klick allein genügt nicht:

  1. Entfernen Sie zunächst die 301 Weiterleitungsregeln auf dem alten Server. Sonst folgt Google ihnen unter Umständen weiter.
  2. Richten Sie dann 301 Weiterleitungen von der neuen zurück auf die alte Website ein.
  3. Öffnen Sie anschließend das Tool zur Adressänderung in der alten Property und wählen Sie die Option zum Abbrechen des Umzugs.
  4. Wiederholen Sie das für jede alte Website, die Sie nicht mehr umziehen möchten.

Die genaue Beschriftung der Schaltfläche kann sich mit der Zeit ändern. Suchen Sie die Option zum Abbrechen deshalb direkt auf der Seite des Tools in der alten Property.

Bedenken Sie allerdings, dass ein Abbruch die Rankings nicht auf Knopfdruck wiederherstellt. Google muss die Weiterleitungen in beide Richtungen erneut verarbeiten, und das braucht Zeit. Betrachten Sie den Abbruch daher als letzten Ausweg. Am gesündesten ist es, die Entscheidung vor dem ersten Klick im Tool endgültig zu treffen.

Wie verwalten Sie Sitemaps nach dem Umzug?

Eine Sitemap ist eine XML Datei, in der Sie die URLs auflisten, die Google crawlen soll. Während eines Umzugs helfen Sitemaps Google, neue URLs schneller zu finden. Der Leitfaden von Search Central empfiehlt zwei Sitemaps aus Ihrer URL Zuordnung: eine mit den alten URLs und eine mit den neuen.

Die neue Sitemap reichen Sie in der neuen Property ein. Laut Leitfaden zeigt sie anfangs null indexierte Seiten, und das ist normal. Die Zahl in der alten Sitemap sollte dagegen mit der Zeit sinken. Weiterleitungswarnungen in der alten Sitemap sind zu erwarten; Sie können sie ignorieren.

Sobald Google die neue Sitemap nutzt, können Sie die alte entfernen. Wir überstürzen das allerdings nicht. Zunächst warten wir, bis die Zahl in der alten Sitemap deutlich gesunken ist.

Zum Auffrischen der Grundlagen empfehlen wir unseren Beitrag XML Sitemap erstellen. Kann die neue Property die Sitemap nicht lesen, liegt die Ursache oft in einer Zugriffseinstellung auf dem neuen Server.

Was sollten Sie nach dem Umzug in der Search Console beobachten?

Nach der Anfrage im Tool zur Adressänderung beginnt die eigentliche Arbeit: das Monitoring. Laut Leitfaden von Search Central sinken im Idealfall die Zugriffe auf die alte Website, während sie auf der neuen steigen. Wir teilen das Monitoring in diese Bereiche auf:

  • Gesamtzugriffe: Vergleichen Sie die Leistungsberichte der alten und neuen Property nebeneinander.
  • Indexstatus: Die Zahl indexierter Seiten sollte auf der alten Website fallen und auf der neuen steigen. Prüfen Sie regelmäßig auf unerwartete Crawlingfehler.
  • Suchanfragen: Achten Sie darauf, dass die neuen URLs Impressionen und Klicks erhalten.
  • Serverlogs: Bestätigen Sie, dass der Googlebot die neue Website crawlt und keine URL unerwartete Fehlercodes liefert.
  • Analytics: Echtzeitberichte zeigen Ihnen in den ersten Tagen schnell die Nutzerzugriffe.

Löschen Sie die alte Property nach dem Umzug nicht. Denn Zugriffe auf alte URLs, kaputte Weiterleitungen und Crawlingfehler sehen Sie nur dort. Außerdem bleiben die Umzugshinweise 180 Tage lang in beiden Properties sichtbar.

Sinken die Zugriffe, zerlegen Sie den Rückgang nach Suchanfrage und Seite, bevor Sie in Panik geraten. Wie das geht, zeigen wir in unserem Beitrag zur Analyse eines Traffic Einbruchs in der Search Console. So erkennen Sie, ob der Umzug oder etwas anderes den Rückgang verursacht.

Wann erholen sich die Zugriffe?

Eine exakte Antwort gibt es nicht, und niemand sollte Ihnen ein Datum versprechen. Laut Leitfaden von Search Central kann es bei kleinen und mittelgroßen Websites einige Wochen oder länger dauern, bis Google die neuen URLs zeigt. Große Websites brauchen unter Umständen noch länger.

Ein anderer Satz im Leitfaden ist sogar wichtiger. Damit der Umzug als abgeschlossen gilt, muss der Googlebot jede URL der alten und der neuen Website mindestens einmal besuchen. Tiefe Seiten mit wenig Crawling setzen sich also zuletzt. Das Aktualisieren interner Links auf die neuen URLs gehört deshalb zu den praktischsten Wegen, das Crawling zu beschleunigen.

Zudem sollten Sie während des Umzugs mit Schwankungen in der Sichtbarkeit rechnen. Google sagt, dass sich die Rankings mit der Zeit einpendeln. Allerdings ist das keine Garantie. Weiterleitungsfehler, fehlende Inhalte oder Strukturänderungen können aus einer kurzen Delle einen dauerhaften Verlust machen.

Statt eines festen Kalenders empfehlen wir Kontrollpunkte. Konkret beobachten wir in der ersten Woche Weiterleitungen und Crawlingfehler, im ersten Monat die Indexzahlen und danach die Leistung auf Ebene der Suchanfragen. Somit verschiebt sich die Frage von „wann wird es besser“ zu „wo stehen wir gerade“.

Was passiert nach 180 Tagen?

Das Tool zur Adressänderung wirkt nur für eine begrenzte Zeit. Laut Hilfeseite erkennt Google nach 180 Tagen keine Beziehung mehr zwischen den beiden Websites. Ist die alte Website noch online und crawlbar, behandelt Google sie als eigenständige, nicht verwandte Website.

Das zeigt, warum Weiterleitungen so wichtig sind. Nach Ablauf des Zeitfensters hängt der Signalfluss zur neuen Website weitgehend an Ihren 301 Weiterleitungen. Die Hilfeseite empfiehlt, Weiterleitungen mindestens 180 Tage zu behalten, bei anhaltenden Suchzugriffen länger. Der Umzugsleitfaden von Search Central geht noch weiter und rät, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr.

Kurz gesagt liegen Sie mit mindestens einem Jahr, besser länger, auf der sicheren Seite. Unser Beitrag dazu, wie lange Sie 301 Weiterleitungen behalten sollten, hilft Ihnen bei dieser Entscheidung.

Die alte Domain aufzugeben ist außerdem ein eigenes Risiko. Google empfiehlt, sie mindestens ein Jahr weiter zu bezahlen. Wir raten meist zu einem längeren Zeitraum. Registriert jemand anderes Ihre alte Domain, arbeiten Ihre alten Backlinks plötzlich für ihn statt für Sie.

Beispielszenario: Wie läuft ein Umzug von example.com auf example.net ab?

Das Szenario in diesem Abschnitt ist rein beispielhaft; es beschreibt weder einen echten Kunden noch echte Zahlen. Ein Dienstleister beschließt nach einem Rebranding, von example.com auf example.net umzuziehen. Auch die www Version der Website erhält Zugriffe.

Zunächst exportiert das Team alle wichtigen URLs der alten Website und ordnet ihnen neue URLs zu. Die Struktur bleibt bewusst gleich, das Redesign folgt erst nach dem Umzug. Danach fügt das Team die neue Domain in der Search Console hinzu und bestätigt sie per DNS Eintrag. Außerdem prüft es, dass dasselbe Google Konto beide alten Properties besitzt, also example.com und www.example.com.

Am Umzugstag geht die neue Website online. Das Team aktiviert die 301 Weiterleitungen und testet sie mit zufälligen URLs. Anschließend öffnet es das Tool in der alten Property, wählt die neue Website und sendet die Anfrage, sobald die kritischen Prüfungen bestanden sind. Dann wiederholt es den Vorgang für die www Property.

In den folgenden Wochen reicht das Team die neue Sitemap ein und lässt die alte noch eine Weile bestehen. Es beobachtet beide Properties nebeneinander. Zudem aktualisiert es interne Links, Adressen in Social Media Profilen und wichtige externe Links auf die neue Domain. Schließlich beschließt es, die alte Domain und die Weiterleitungen mindestens ein Jahr zu behalten. Den Erfolg bestimmt in diesem Szenario also nicht das Tool, sondern die disziplinierte Vorbereitung rund um das Tool.

Welche Links sollten Sie nach dem Umzug aktualisieren?

Weiterleitungen retten alte Links, aber jede Weiterleitung bremst Nutzer ein wenig. Der Leitfaden von Search Central empfiehlt daher, eigene Links und stark frequentierte externe Links auf die neuen URLs umzustellen.

Unsere Liste folgt meist dieser Reihenfolge:

  1. Interne Links, Menüs und Footerlinks der eigenen Website.
  2. Canonical Tags, hreflang Tags und URLs in strukturierten Daten.
  3. Google Unternehmensprofil, Social Media Profile und E-Mail Signaturen.
  4. Finale URLs und Trackingparameter in Ihren Werbekonten.
  5. Anfragen an die Betreiber wichtiger externer Links, die Zugriffe bringen.

Zeigen interne Links noch auf die alte Domain, folgt Google jedes Mal einer Weiterleitung. Das bremst das Crawling und verzögert die oben genannte Bedingung, dass jede URL mindestens einmal besucht sein muss. Crawlen Sie deshalb direkt nach dem Umzug die gesamte Website und listen Sie alle Links auf, die noch zur alten Domain führen.

Achten Sie außerdem auf Canonical Tags, die noch die alte Domain nennen. Das erzeugt widersprüchliche Signale zwischen Weiterleitung und Canonical. Wie Sie solche Widersprüche finden, zeigt unser Beitrag über Canonical Fehler in der Search Console.

Worin unterscheidet sich dieser Leitfaden von einer Checkliste zur Website Migration?

Dieser Leitfaden konzentriert sich ausschließlich auf das Tool zur Adressänderung: Voraussetzungen, Schritte, Prüfungen, Abbruch und Monitoring. Eine Website Migration ist dagegen ein viel breiterer Prozess. Er reicht vom Inhaltsinventar über die Testumgebung und die URL Zuordnung bis zum Plan für den Launchtag.

Planen Sie den gesamten Umzug, ist unsere SEO Checkliste zur Website Migration der richtige Startpunkt. Deren Schritte haben wir hier nicht wiederholt. Das Tool ist nur einer der Schritte am Launchtag auf dieser Liste.

Kurz gesagt empfehlen wir, beide Beiträge zu lesen. Erstellen Sie zuerst den Gesamtplan für die Migration. Gibt es dann einen Domainwechsel, nutzen Sie das Tool zur Adressänderung mit den Schritten aus diesem Leitfaden. So setzen Sie das Tool weder mit lückenhafter Vorbereitung ein, noch verlieren Sie Zeit in einem Szenario, das es gar nicht braucht.

Noch ein Hinweis: Manche Probleme während eines Umzugs haben mit dem Tool nichts zu tun. Eine Regel auf dem neuen Server kann eine Schleife erzeugen, oder ein Sicherheitsplugin sperrt den Googlebot aus. Halten Sie solche Probleme für Fehler des Tools, suchen Sie die Lösung am falschen Ort. Prüfen Sie daher zuerst die Serverantworten.

Wer sollte einen Websiteumzug steuern?

Das Tool zur Adressänderung ist für sich genommen einfach. Vorbereitung, Tests und Monitoring rund um das Tool umfassen allerdings viele technische Entscheidungen. Eine falsche Weiterleitungsregel oder eine vergessene Subdomain kann monatelange Sichtbarkeitsverluste verursachen. Deshalb zählt eine verantwortliche Person mit schriftlichem Plan.

Bei Talha Aslan und Team erstellen wir für Domainumzüge die Zuordnungstabelle, testen die Weiterleitungen, nutzen das Tool in der richtigen Reihenfolge und beobachten beide Properties 180 Tage lang. Rankings garantieren wir dabei nie, denn über das Ergebnis entscheiden die Systeme von Google. Unser Versprechen ist, Risiken früh zu erkennen und die Wahrscheinlichkeit von Verlusten zu senken.

Planen Sie einen Domainwechsel, oder entwickeln sich Ihre Zugriffe nach einem Umzug nicht wie erwartet? Dann lösen wir das Problem gemeinsam auf Ihrer Website und begleiten die Entwicklung. Umfang und Ablauf sehen Sie auf unserer Seite zur SEO Beratung, wo Sie auch ein Angebot anfordern können.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich das Tool zur Adressänderung ohne Weiterleitungen nutzen?
Nein, das geht nicht. Vor dem Senden bestätigt das Tool, dass Ihnen beide Websites gehören, und prüft einige Seiten auf 301 Weiterleitungen. Leitet die Startseite nicht weiter, scheitern Sie an einer kritischen Prüfung. Bringen Sie deshalb zuerst die neue Website online, testen Sie die Weiterleitungen live und öffnen Sie erst dann das Tool.
Brauche ich das Tool beim Wechsel auf HTTPS?
Nein. Google erkennt einen Wechsel von HTTP auf HTTPS selbst und rät in diesem Fall vom Tool ab. Trotzdem sollten Sie die Umzugsrichtlinien befolgen, jede HTTP URL per 301 auf ihre HTTPS Version weiterleiten und interne Links aktualisieren. Dadurch wählt Google die neue Version leichter als kanonische Adresse aus.
Kann ich eine Umzugsanfrage rückgängig machen?
Ja, innerhalb von 180 Tagen nach dem Senden. Entfernen Sie zuerst die 301 Regeln auf dem alten Server und richten Sie dann Weiterleitungen von der neuen zurück auf die alte Website ein. Danach brechen Sie den Umzug im Tool der alten Property ab. Allerdings kehren die Rankings dadurch nicht sofort zurück, denn Google braucht erneut Zeit.
Brauche ich für die www Version eine eigene Anfrage?
Ja. Laut Google zieht das Tool Subdomains unterhalb der angegebenen Domain nicht mit um, auch www nicht. Haben die Versionen mit und ohne www beide Suchzugriffe erhalten, bestätigen Sie beide in der Search Console. Anschließend nutzen Sie das Tool für jede Property einzeln, damit kein Teil Ihrer Zugriffe auf der alten Adresse zurückbleibt.
Wie lange sollte ich die Weiterleitungen behalten?
So lange wie möglich. Die Hilfeseite empfiehlt mindestens 180 Tage, bei anhaltenden Zugriffen länger. Der Umzugsleitfaden von Search Central rät in der Regel zu mindestens einem Jahr. Wir empfehlen daher mindestens ein Jahr. Bezahlen Sie außerdem die alte Domain mindestens ein Jahr weiter, damit niemand anderes sie registriert.
Garantiert das Tool zur Adressänderung meine Rankings?
Nein. Das Tool hilft Google, die neue Website zu priorisieren und Signale zu übertragen, aber über Rankings entscheiden die Systeme von Google. Falsche Weiterleitungen, fehlende Inhalte oder Strukturänderungen während des Umzugs können weiterhin Verluste verursachen. Kombinieren Sie das Tool deshalb mit einer sauberen URL Zuordnung und regelmäßigem Monitoring.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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