Canonical Fehler erkennen und beheben: Search Console Anleitung

Was sind Canonical Fehler und wie erkennen Sie sie?
Canonical Fehler sind Probleme, die entstehen, wenn Sie Google die bevorzugte Adresse einer Seite falsch, widersprüchlich oder gar nicht mitteilen. Zum Erkennen lesen Sie den Seitenindexierungsbericht der Search Console, das URL Prüftool und den Quelltext gemeinsam. Weicht Ihr angegebenes Canonical von der Adresse ab, die Google wählt, liegt ein Fehler vor.
Das Canonical Tag wirkt simpel. Dennoch gehört es zu den technischen SEO Einstellungen, die in der Praxis am häufigsten brechen. Ein einziger Fehler im Template betrifft oft Hunderte Seiten auf einmal. Zudem laden die Seiten weiter normal, deshalb fällt es lange niemandem auf.
In unseren Website Audits prüfen wir als Erstes die Canonical Konsistenz. Denn ein falsches Canonical kann eine gut geschriebene Seite aus den Ergebnissen fernhalten. In diesem Beitrag behandeln wir Canonical Fehler der Reihe nach: Search Console Status, Auslesen der URL Prüfung, typische Fehler und Korrekturschritte.
Wozu dient das Canonical Tag und wie nutzt Google es?
Das Canonical Tag teilt Google mit, welche URL unter mehreren mit gleichem oder sehr ähnlichem Inhalt die Hauptversion ist. Google wertet es als Signal, nicht als Befehl. Die endgültige Entscheidung trifft Google selbst, und zwar anhand der Ähnlichkeit der Seiten und weiterer Signale.
Laut Googles Dokumentation gibt es drei Wege, doppelte URLs zusammenzuführen. Eine Weiterleitung ist ein starkes Signal. Der rel="canonical" Link ist ebenfalls ein starkes Signal. Die Aufnahme in eine Sitemap ist dagegen nur ein schwaches Signal.
Verlassen Sie sich deshalb nicht auf ein einzelnes Tag. Richten Sie stattdessen alle Signale in dieselbe Richtung aus. Nennt das Canonical eine Adresse, listet die Sitemap eine andere und führen interne Links zu einer dritten, wählt Google seinen eigenen Favoriten.
Stellen Sie es sich so vor: Sie fragen drei Personen dasselbe und bekommen drei verschiedene Antworten. Google steht vor derselben Lage und entscheidet dann für Sie.
Warum schaden Canonical Fehler dem Ranking?
Ein falsches Canonical schadet auf zwei Arten. Erstens kann Ihre richtige Seite als Duplikat gelten und aus dem Index fallen. Zweitens verteilen sich Link und Interaktionssignale auf mehrere URLs. Somit trägt keine Adresse die Stärke, die sie haben sollte.
Außerdem verpufft Crawling Aufwand. Google besucht denselben Inhalt immer wieder unter verschiedenen Adressen. In großen Onlineshops verschärfen Filter und Sortierparameter diese Lage zusätzlich.
Ein Beispielszenario: Das Canonical Tag einer Kategorieseite zeigt versehentlich auf die Startseite. Dann kann Google die Kategorieseite als Kopie der Startseite behandeln. Folglich erscheint die Kategorieseite nicht mehr für ihre eigenen Keywords.
Ein solcher Verlust verläuft leise. Die Seite öffnet sich, der Inhalt stimmt, aber in den Suchergebnissen fehlt sie. Daher empfehlen wir, die Canonical Prüfung zur festen Gewohnheit zu machen.
Welche Canonical Status in der Search Console deuten auf ein Problem hin?
Im Seitenindexierungsbericht fallen drei Canonical Status auf. Zwei davon verlangen Aufmerksamkeit, einer ist meist unproblematisch. Wer die Bedeutung kennt, vermeidet außerdem unnötige Arbeit.
| Search Console Status | Bedeutung | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Duplikat: Vom Nutzer wurde keine kanonische Seite festgelegt | Die Seite dupliziert eine andere, und Sie haben kein bevorzugtes Canonical angegeben | Geben Sie ein eindeutiges Canonical an oder unterscheiden Sie den Inhalt klar |
| Duplikat: Google hat eine andere kanonische Seite als der Nutzer bestimmt | Sie haben ein Canonical angegeben, doch Google hielt eine andere URL für besser geeignet | Prüfen Sie beide URLs und vergleichen Sie Inhalt und Signale |
| Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag | Die Seite ist als Alternative markiert und verweist auf ein indexiertes Canonical | In der Regel ist keine Aktion nötig |
Die Statusnamen können je nach Sprache der Oberfläche leicht abweichen. Achten Sie daher auf die Bedeutung, nicht auf die genaue Bezeichnung.
Was bedeutet Duplikat ohne vom Nutzer festgelegte kanonische Seite?
Dieser Status sagt, dass Google Ihre Seite als Kopie einer anderen sieht und Sie kein Canonical angegeben haben. Google wählt die Hauptseite dann selbst. Die Seite, die es nicht wählt, zeigt es folglich nicht in den Ergebnissen.
Prüfen Sie zunächst, ob die Seite wirklich ein Duplikat ist. Handelt es sich um eine Parameter URL oder eine Variante mit Schrägstrich am Ende, ist die Lösung einfach. Dann ergänzen Sie ein Canonical, das auf die Hauptadresse zeigt.
Enthält die Seite dagegen eigenen Inhalt, liegt das Problem woanders. Dann müssen Sie den Inhalt anreichern, denn Google sucht nach eigenem Mehrwert. Dünne Seiten und fast gleiche Titel und Beschreibungen sind häufige Ursachen.
Zu Duplikaten durch Parameter lesen Sie auch unseren Leitfaden zu URL Parametern.
Was tun, wenn Google ein anderes Canonical wählt als Sie?
Dieser Status wiegt schwerer, weil Google Ihre Angabe ignoriert hat. Die Ursache liegt meist in einem inhaltlichen Unterschied zwischen beiden Seiten. Laut Google sollte eine doppelte Seite der als Canonical markierten Seite ähneln.
Prüfen Sie zunächst beide Adressen mit dem URL Prüftool. Vergleichen Sie danach das von Ihnen angegebene Canonical mit dem von Google gewählten. Öffnen Sie danach beide Seiten im Browser und schauen Sie, ob sie wirklich denselben Inhalt tragen.
Danach gleichen Sie Ihre Signale an. Richten Sie interne Links, Sitemap und Weiterleitungen auf dieselbe Adresse aus. Nur so haben Sie dann eine echte Chance, Googles Entscheidung zu ändern.
Manchmal ist Googles Wahl allerdings sinnvoller als Ihre. Eine alte Adresse hat zum Beispiel jahrelang Links gesammelt. In diesem Fall sollten Sie auch Ihre eigene Präferenz überdenken.
Wie prüfen Sie ein Canonical mit dem URL Prüftool?
Das URL Prüftool zeigt für eine Seite zwei Felder: das vom Nutzer deklarierte Canonical und das von Google ausgewählte Canonical. Stimmen beide Werte überein, hat Google Ihre Angabe akzeptiert. Weichen sie ab, müssen Sie nachforschen.
Gehen Sie also Schritt für Schritt vor:
- Fügen Sie die vollständige URL in das Suchfeld oben in der Search Console ein.
- Lesen Sie im Bereich der indexierten Version das Feld für die vom Nutzer deklarierte kanonische URL.
- Suchen Sie im selben Bereich das Feld für die von Google ausgewählte kanonische URL und vergleichen Sie beide.
- Weichen die Werte ab, prüfen Sie die von Google gewählte Adresse mit demselben Tool.
- Starten Sie nach der Korrektur den Live Test und beantragen Sie die Indexierung.
Beachten Sie einen Punkt. Laut Google sehen Sie die Canonical Entscheidung nur in den indexierten Daten. Der Live Test kann nicht vorhersagen, ob diese Version als Canonical gewählt wird. Das heißt, ob Ihre Korrektur gewirkt hat, sehen Sie erst nach dem erneuten Crawlen durch Google.
Google weist zudem darauf hin, dass diese Felder dem Index um einige Stunden hinterherhinken können. Bleiben Sie daher gelassen, wenn direkt nach einer Änderung noch der alte Wert steht.
Wie erkennen Sie Canonical Fehler im Seitenquelltext?
Die Search Console zeigt, was Google sieht. Der Quelltext zeigt dagegen, was Ihr Server tatsächlich sendet. Wenn Sie beides zusammen lesen, finden Sie also die Ursache der meisten Fehler schnell.
Öffnen Sie den Quelltext im Browser und suchen Sie nach "canonical". Prüfen Sie dann diese Punkte:
- Die Seite enthält genau ein Canonical Tag.
- Das Tag steht im Head Bereich.
- Nutzen Sie eine absolute Adresse, die also mit https beginnt.
- Richten Sie die Adresse auf die Seite selbst oder auf die echte Hauptversion.
- Achten Sie darauf, dass die HTTP Header kein abweichendes Canonical enthalten.
Kontrollieren Sie außerdem Tags, die JavaScript erst nachträglich einfügt. Zeigt das rohe HTML eine Adresse und die gerenderte Seite eine andere, liegt ein Widerspruch vor. Solche Widersprüche erschweren Google die Entscheidung.
In den Entwicklertools des Browsers zeigt der Tab Elemente das gerenderte HTML, die Quelltext Ansicht dagegen das rohe HTML. Legen Sie beide Ausgaben nebeneinander, dann fällt ein JavaScript Unterschied sofort auf.
Welche Canonical Fehler treten am häufigsten auf?
Die meisten Fehler, die wir immer wieder sehen, lassen sich in wenige Gruppen einteilen. Wer sie kennt, prüft also schneller. Die folgende Liste deckt auch Punkte ab, die zu Googles eigenen Warnungen passen.
- Das Canonical mit einem relativen Pfad schreiben.
- Mehr als ein Canonical Tag auf einer Seite lassen.
- Das Canonical Tag im Body statt im Head platzieren.
- Die Canonicals aller Seiten auf die Startseite richten.
- Canonical und noindex gleichzeitig verwenden.
- Eine Adresse als Canonical nennen, die 404 oder eine Weiterleitung liefert.
- Die Canonical Adresse in der robots.txt sperren.
- HTTP und HTTPS oder www und nicht www vermischen.
In den nächsten Abschnitten gehen wir die kritischsten Fehler einzeln durch.
Die meisten dieser Fehler treten zudem gemeinsam auf, nicht einzeln. Ein Template mit relativen Pfaden fügt zum Beispiel oft auch ein zweites Tag ein. Suchen Sie daher immer auch nach den Nachbarfehlern.
Warum sollten Sie Canonical und noindex nie kombinieren?
Die beiden Tags geben widersprüchliche Anweisungen. Noindex verlangt zunächst, dass die Seite den Index verlässt. Das Canonical will dagegen Signale auf eine andere Adresse übertragen. Google weist darauf hin, dass beides zusammen die Seite komplett aus den Ergebnissen entfernen kann.
Dieser Fehler entsteht meist in den Einstellungen eines SEO Plugins oder durch Template Vererbung. Sie haben zum Beispiel einer Filterseite sowohl noindex als auch ein Kategorie Canonical gegeben. Die Absicht ist gut, das Ergebnis aber unklar.
Die Regel ist deshalb einfach. Geben Sie noindex für Seiten, die nicht in den Index sollen. Geben Sie ein Canonical für Duplikate, deren Signale Sie auf der Hauptseite bündeln wollen. Kombinieren Sie beides nie auf derselben Seite.
Wenn Sie noindex und Crawl Sperre verwechseln, lesen Sie unseren Beitrag zu häufigen robots.txt Fehlern.
Was passiert, wenn die Canonical Adresse weiterleitet oder 404 liefert?
Funktioniert die Adresse nicht, die Sie als Canonical nennen, vertraut Google Ihrer Angabe nicht. Ein Canonical mit 404 verschwendet das Signal. Ein Canonical, das weiterleitet, erzeugt dagegen eine unnötige Kette.
Am sichersten öffnet sich die Canonical Adresse direkt mit dem Statuscode 200. Für Massenprüfungen nutzen Sie einen Crawler. Einzelne Adressen testen Sie mit unserem Redirect Checker.
Weiterleitungsketten sind außerdem ein eigenes Risiko. Wie sie entstehen und wie Sie sie verkürzen, erklären wir im Beitrag zur Weiterleitungskette.
Nennen Sie außerdem keine Adresse als Canonical, die die robots.txt sperrt. Google kann den Inhalt einer gesperrten Seite nicht lesen. Folglich kann es das Canonical Signal nicht überprüfen.
Wie stören HTTP, HTTPS, www und Schrägstrich Varianten das Canonical?
Dieselbe Seite kann unter vier Adressen erreichbar sein: http und https, mit und ohne www. Nehmen Sie die Versionen mit und ohne Schrägstrich am Ende hinzu, kommen Sie auf acht Varianten. Sind alle erreichbar, entscheidet Google selbst, welche es nimmt.
Google bevorzugt zwar automatisch die HTTPS Version. Trotzdem sollten Sie serverseitig auf ein einziges Format weiterleiten. Das Canonical Tag sollte diese Weiterleitung stützen, nicht ersetzen.
Zur Konsistenz beim Schrägstrich lesen Sie unseren Beitrag zum Schrägstrich am URL Ende. Haben Sie ein Format gewählt, nutzen interne Links, Sitemap und Canonical dasselbe.
Hier ein kleiner Test: Geben Sie die http Version, die Version ohne www und die Version ohne Schrägstrich Ihrer Seite im Browser ein. Leiten alle auf eine einzige Adresse weiter, steht Ihre Basis solide.
Wie setzen Sie Canonicals bei Parameter und Filterseiten?
Filter, Sortierung und Tracking Parameter erzeugen nämlich Hunderte Varianten desselben Inhalts. Die meisten dieser Varianten sollten ihr Canonical auf die saubere Seite ohne Parameter richten. So bündeln sich die Signale auf einer Adresse.
Allerdings ist nicht jeder Parameter gleich. Ein Parameter, der den Inhalt wirklich ändert, etwa Produktfarbe oder Sprache, kann als eigene Seite zählen. Ein Parameter, der nur die Sortierung ändert, erzeugt dagegen ein Duplikat.
Gruppieren Sie Ihre Parameter daher zuerst:
- Tracking Parameter, etwa solche mit utm, zeigen auf die saubere Adresse.
- Sortierparameter zeigen auf die saubere Kategorieadresse.
- Für Filter, die den Inhalt ändern, legen Sie eine eigene Strategie fest.
- Überlegen Sie, endlose Kombinationen vom Crawling auszuschließen.
Nutzen Sie Parameter in Kampagnenlinks, hilft Ihnen deshalb unser UTM Generator bei einer einheitlichen Struktur.
Beispielrechnung: Wie viele Seiten betreffen Canonical Fehler in einem Onlineshop?
Die Zahlen in diesem Abschnitt sind eine Beispielrechnung und stammen nicht von einem echten Kunden. Angenommen, ein Shop hat 2.000 Produkte sowie pro Kategorie 5 Filter und 4 Sortieroptionen. Das ergibt 20 Kombinationen, also 20 eigene URLs pro Kategorie.
Bei 50 Kategorien entstehen also 1.000 Kategorievarianten. Hinzu kommen außerdem Produktlinks mit Tracking Parametern. Somit wächst die Gesamtzahl der URLs leicht auf ein Mehrfaches der Produktzahl.
Nun fehlt auf den Filterseiten das Canonical. Google markiert viele dieser Varianten als Duplikate. In der Search Console sehen Sie dann Hunderte URLs unter den Duplikat Status.
Die Korrektur ist eine einzige Template Änderung. Gefilterte und sortierte Seiten richten ihr Canonical auf die saubere Kategorieadresse. Anders gesagt: Eine Regel korrigiert Hunderte URLs auf einmal.
Wie verhält sich das Canonical bei Paginierung und mehrsprachigen Seiten?
Bei der Paginierung trägt jede Seite nämlich ihren eigenen Inhalt. Daher ist es falsch, das Canonical der Seiten zwei und drei auf Seite eins zu richten. Deshalb sollte jede Seite in der Regel auf sich selbst verweisen.
Bei mehrsprachigen Seiten gelten zwei Regeln. Erstens trägt jede Sprachversion ihr eigenes Canonical. Zweitens melden Sie die Beziehung zwischen den Versionen mit hreflang. Google beachtet Canonicals innerhalb von hreflang Gruppen.
Der häufigste Fehler ist, die Canonicals aller Sprachversionen auf die Hauptsprache zu richten. Dann können die anderen Sprachen aus dem Index fallen. Details finden Sie in unserem Beitrag zum hreflang Tag, die Tags erzeugen Sie mit dem hreflang Generator.
Ein weiterer Ansatz bei der Paginierung ist eine Seite mit allen Ergebnissen. Ist diese Seite jedoch sehr schwer, leidet die Nutzererfahrung. Daher ist der Selbstbezug jeder Seite auf den meisten Websites die sicherere Wahl.
Wie beeinflussen Sitemap und interne Links das Canonical Signal?
Eine Sitemap ist zwar ein schwaches Signal, doch sie schadet, wenn sie falsch ist. Listen Sie darin nur Canonical Adressen auf. Weiterleitende, noindex gesetzte oder parametrisierte Adressen gehören nicht hinein.
Interne Links sind ebenso wichtig. Laut Googles Warnungen verwirrt es die Signale, wenn Sie auf doppelte Adressen verlinken. Links in Menü und Inhalt sollten immer auf die Canonical Version zeigen.
Verlinken Sie zum Beispiel über eine Parameter URL auf eine Produktseite, entdeckt Google auch diese Adresse. Dann muss es zwischen zwei Adressen wählen. Deshalb ist die saubere Adresse in internen Links die günstigste Canonical Verbesserung.
Zum Beispiel erstellen Sie Ihre Sitemap mit dem XML Sitemap Generator. Zum Datumsfeld lesen Sie unseren Beitrag zu lastmod in der Sitemap. Erzeugt ein automatisches System Ihre Sitemap, öffnen Sie die Ausgabe und lesen Sie sie. Zudem sehen wir oft weiterleitende Adressen, die in der Karte stehen bleiben.
Wie führen CMS und Plugin Einstellungen zu Canonical Fehlern?
Bei den meisten Websites schreiben Sie das Canonical Tag nicht von Hand. Ein CMS oder ein SEO Plugin erzeugt es automatisch. Diese Bequemlichkeit bedeutet allerdings, dass ein Einstellungsfehler sich auf die ganze Seite ausbreiten kann.
Drei Situationen begegnen uns oft. Erstens fügt das Theme zusätzlich zum Plugin Canonical ein zweites Tag ein, sodass die Seite zwei Tags trägt. Zweitens bleiben absolute Adressen der Testumgebung stehen. Drittens nutzen Archive und Kategorieseiten die falsche Template Logik.
Wählen Sie daher nach jedem Plugin Wechsel oder Update von jedem Seitentyp ein Beispiel. Öffnen Sie den Quelltext von Startseite, Kategorie, Produkt, Beitrag und Archiv. Lesen Sie dann das Tag.
Achten Sie besonders auf die Testumgebung. Laut Google verringern absolute Adressen die Verwirrung, die entsteht, wenn eine Testseite versehentlich in den Index gelangt.
Ist ein Canonical Fehler dasselbe wie ein Duplicate Content Problem?
Nein, beides ist verschieden. Duplicate Content heißt, dass derselbe Text unter mehreren Adressen steht. Ein Canonical Fehler heißt, dass Sie die Hauptadresse unter diesen Kopien falsch oder widersprüchlich angeben. Das eine ist das Problem selbst, das andere eine fehlerhafte Lösung.
Google behandelt doppelte Inhalte meist als Auswahlproblem, nicht als Strafe. Es wählt eine der Kopien und zeigt die anderen nicht. Schwierig wird es, weil seine Wahl nicht unbedingt die Seite trifft, die Sie wollen.
Dieser Unterschied ist in der Praxis wichtig. Können Sie das Duplikat an der Quelle beseitigen, tun Sie das zuerst. Sie können zum Beispiel dasselbe Produkt in zwei Kategorien unter einer URL anbieten. Geht das nicht, klären Sie die Hauptadresse mit einem Canonical.
Bedenken Sie außerdem, dass das Canonical die doppelten Seiten nicht löscht. Es sagt Google nur, welche Vorrang hat. Ein Besucher kann die Seite unter der Duplikat Adresse also weiterhin sehen.
In welcher Reihenfolge beheben Sie Canonical Fehler?
Alle Fehler gleichzeitig zu beheben, ist ineffizient. Beginnen Sie mit denen, die die größte Wirkung haben. Ein Fehler auf Template Ebene betrifft nämlich weit mehr URLs als ein Fehler auf einer einzelnen Seite.
Stellen Sie bei der Priorisierung zwei Fragen: Wie viele Seiten sind betroffen, und wie wertvoll sind sie? Umsatzstarke Kategorie und Produktseiten kommen deshalb vor alten Blog Archiven.
| Priorität | Fehlerart | Begründung |
|---|---|---|
| Hoch | Alle Seiten richten ihr Canonical auf die Startseite | Die ganze Website kann aus dem Index fallen |
| Hoch | Konflikt zwischen Canonical und noindex | Die Seite kann aus den Ergebnissen verschwinden |
| Mittel | Canonical Adresse liefert 404 oder leitet weiter | Das Signal verpufft |
| Mittel | Mehr als ein Canonical Tag | Google trifft seine eigene Wahl |
| Niedrig | Relative Pfade | Funktioniert meist, ist aber riskant |
Diese Tabelle ist ein Startvorschlag, die Reihenfolge kann sich also je nach Struktur Ihrer Website ändern. Trotzdem ist es fast immer richtig, Fehler auf Template Ebene mit vielen betroffenen Seiten nach vorn zu ziehen.
Denken Sie auch daran, dass nicht jeder Duplikat Status ein Fehler ist. Eine alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag braucht meist keine Aktion. Eine Parameter URL, die auf eine saubere Adresse zeigt, ist ebenfalls erwartbar. Versuchen Sie daher nicht, jede Zeile des Berichts zu korrigieren.
Wie führen Sie ein Canonical Audit Schritt für Schritt durch?
Ein regelmäßiges Audit verhindert vor allem, dass Probleme wiederkehren. In unserem Team folgen wir der Reihenfolge unten. Sie können somit dieselbe Logik von der kleinen Website bis zum großen Onlineshop anwenden.
- Listen Sie im Seitenindexierungsbericht der Search Console die Canonical Status auf.
- Wählen Sie aus jedem Status einige Beispiel URLs und prüfen Sie sie mit der URL Prüfung.
- Lesen Sie mit einem Crawler alle Canonical Tags der Website gesammelt aus.
- Übertragen Sie fehlende, widersprüchliche oder nicht selbstreferenzierende Tags in eine eigene Tabelle.
- Kontrollieren Sie Statuscode und noindex Zustand der Canonical Adressen.
- Vergleichen Sie die Canonical Liste mit Sitemap und internen Links.
- Beheben Sie die Fehler auf Template Ebene und bestätigen Sie sie mit Beispielseiten.
Den allgemeinen Rahmen eines technischen Audits finden Sie in unserem Beitrag Was ist technisches SEO.
Mit welchen Tools finden Sie Canonical Fehler?
Kein einzelnes Tool zeigt allerdings das ganze Bild. Denn jedes Tool ist in einem anderen Bereich stark. Deshalb ist die Kombination aus zwei oder drei Tools der gesündeste Weg.
- Der Seitenindexierungsbericht zählt die Canonical Status, die Google sieht.
- Das URL Prüftool vergleicht Angabe und Auswahl auf einer einzelnen Seite.
- Ein Crawler listet die Canonical Tags der gesamten Website in einer Tabelle.
- Die Quelltext Ansicht zeigt, was der Server tatsächlich sendet.
- Ein Redirect Checker liefert den Statuscode der Canonical Adresse schnell.
Die folgende Tabelle fasst zusammen, welches Tool Sie wann wählen.
| Ziel | Bestes Tool | Grenze |
|---|---|---|
| Googles Entscheidung sehen | URL Prüfung | Immer nur eine Seite |
| Umfang des Problems messen | Indexierungsbericht | Beispielliste der URLs ist begrenzt |
| Alle Tags gesammelt lesen | Crawler | Zeigt nicht Googles Wahl |
| Statuscode bestätigen | Redirect Checker | Liest den Canonical Inhalt nicht |
Wie steuern Sie Canonicals bei einem Website Umzug?
Ein Website Umzug ist die Phase, in der Canonical Fehler am häufigsten auftreten. Beim Wechsel auf eine neue Adressstruktur bleiben alte Canonicals oft zurück. Folglich zeigen neue Seiten auf die alten Adressen.
Erstellen Sie zunächst vor dem Umzug eine Zuordnung von alten und neuen Adressen. Auf der neuen Website zeigt das Canonical jeder Seite auf ihre eigene neue Adresse. Die alten Adressen leiten dagegen per 301 auf die neuen weiter.
Fällt Ihnen die Zuordnung der Weiterleitungen schwer, erleichtert unser Tool zum Zuordnen von Weiterleitungen die Arbeit. Beobachten Sie nach dem Livegang die Canonical Status in den ersten Tagen genau.
Stellen Sie außerdem sicher, dass keine Testadressen auf die Live Seite gelangen. Bleibt ein Canonical Tag der temporären Domain auf der Live Seite stehen, kann Google die ganze Website an die alte Adresse binden. Der Fehler wirkt klein, die Folgen sind aber schwer.
Crawlen Sie als Vorsichtsmaßnahme vor dem Start alle Canonical Tags gesammelt. Sobald Sie sicher sind, dass kein Tag die Testdomain nennt, schließen Sie den Wechsel ab.
Wann sehen Sie Ergebnisse nach der Korrektur von Canonical Fehlern?
Nach einer Korrektur muss Google die Seiten erneut crawlen und seine Canonical Entscheidung aktualisieren. Diese Zeit hängt von der Größe der Website und der Crawl Häufigkeit ab. Eine genaue Tageszahl zu nennen, wäre nicht ehrlich.
Um den Prozess zu beschleunigen, können Sie für wichtige Seiten über die URL Prüfung die Indexierung beantragen. Melden Sie außerdem die aktuelle Sitemap erneut in der Search Console.
Beobachten Sie das Ergebnis also sorgfältig. Die Zahl der URLs unter dem betreffenden Status sollte dann mit der Zeit sinken. Sinkt sie nicht, prüfen Sie das von Google gewählte Canonical erneut, denn die eigentliche Ursache ist vielleicht noch offen.
Suchen Sie eine allgemeine Methode für nicht indexierte Seiten, lesen Sie unsere Anleitung zum Finden nicht indexierter Seiten.
Gehen Sie nach der Korrektur noch einen Schritt weiter. Fehler zu beheben reicht nicht, Sie müssen auch verhindern, dass sie wiederkehren. Die meisten Canonical Probleme kommen nach einem neuen Template, einem Plugin Update oder einem Umzug zurück.
- Prüfen Sie vor jedem Release und jedem Umzug die Canonicals auf Beispielseiten.
- Legen Sie die Canonical Logik an einer einzigen Stelle im Template fest.
- Bestätigen Sie die Einstellungen nach SEO Plugin Updates erneut.
- Prüfen Sie die Canonical Status in der Search Console mindestens einmal im Monat.
- Vergleichen Sie bei jedem Umzug die alte und die neue Canonical Liste.
Es ist wichtig, diese Routine im Team zu verankern. Ändert ein Entwickler das Template, sollte die SEO Verantwortliche davon wissen. Halten Sie die Checkliste außerdem schriftlich fest und zeigen Sie sie neuen Kollegen, damit das Wissen nicht bei einer Person bleibt.
Wann brauchen Sie professionelle Hilfe bei einem Canonical Audit?
Auf einer kleinen Website lösen Sie Canonical Probleme selbst. Bei Websites mit Tausenden Seiten, mehreren Sprachen oder vielen Filtern wächst die Fehlerzahl jedoch schnell. Dort spart ein systematisches Audit Zeit.
Unser Team führt solche Audits im Rahmen der SEO Beratung durch. Zunächst messen wir den Ist Zustand, danach erstellen wir einen Korrekturplan nach Priorität. Ergebnisse hängen von Ihrer Website und Ihrer Branche ab, deshalb versprechen wir nichts. Dafür zeigen wir Ihnen bei jedem Schritt, was wir ändern und warum.
Für die Grundlagen lesen Sie außerdem unsere Search Console Anleitung. Offizielle Quellen sind Googles Seiten zum Zusammenführen doppelter URLs, zum Seitenindexierungsbericht und zum URL Prüftool.




