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Google Search Console: Was ist das und wie nutzen Sie sie? Anleitung für Einsteiger

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 3 Aufrufe

Eine Website ohne Google Search Console zu betreiben, ähnelt einer Autofahrt mit abgeklebtem Armaturenbrett. Sie kommen zwar voran, sehen aber dann weder das Tempo noch die Warnleuchten. Ich betreue seit 2012 Websites für Kunden, und dieses kostenlose Tool richte ich immer als Erstes ein. In dieser Anleitung zeige ich Ihnen die Grundlagen: Einrichtung, Bestätigung, die wichtigsten Berichte und die erste Sitemap.

Ein Glossar bekommen Sie hier nicht. Stattdessen erkläre ich, welcher Bericht welche Frage beantwortet und wie Sie die Zahlen ruhig lesen. Am Ende haben Sie eine einfache Routine für jeden Monat.

Was ist die Google Search Console und wofür brauchen Sie sie?

Die Google Search Console ist ein kostenloser Dienst von Google, der zeigt, wie Ihre Website in der Google Suche abschneidet. Sie liefert Impressionen, Klicks und Suchanfragen, zeigt indexierte Seiten und meldet technische Probleme. Kurz gesagt ist sie der offizielle Draht zwischen Google und Ihrer Website.

Das Tool verbessert Ihre Rankings allerdings nicht von selbst. Es hilft Ihnen also vor allem, Probleme früh zu erkennen. Setzt ein Entwickler zum Beispiel versehentlich ein noindex auf die ganze Website, sehen Sie das hier, bevor der Umsatz einbricht. Außerdem nutzt Google diesen Kanal für Warnungen zu manuellen Maßnahmen oder Sicherheitsproblemen.

Für Führungskräfte zählt vor allem eines: Die Zahlen stammen aus Googles eigenen Daten. Externe SEO Tools schätzen den Traffic dagegen mit Modellen, denn sie sehen Googles Daten nicht. Die Search Console zeigt hingegen echte Impressionen und echte Klicks. Deshalb bitte ich in jedem Beratungsprojekt zuerst um Zugriff auf dieses Konto.

Worin unterscheidet sich die Search Console von Google Analytics?

Viele verwechseln die beiden Tools, denn beide zeigen Traffic. Der Unterschied liegt darin, wo die Messung beginnt. Die Search Console misst den Moment vor dem Besuch, also die Sichtbarkeit in den Ergebnissen und den Klick. Google Analytics misst dagegen, was nach dem Klick passiert: besuchte Seiten, gesendete Formulare und Käufe.

Folglich stimmen die Zahlen nie genau überein. Die Search Console zählt Klicks. Analytics zählt Sitzungen und sieht Besucher ohne Cookie Einwilligung oft gar nicht. Gerade in Deutschland, wo viele Nutzer das Consent Banner ablehnen, fällt diese Lücke deutlich auf. Ich habe viele Teams erlebt, die deshalb grundlos Alarm geschlagen haben.

  • Search Console: Impressionen, Klicks, Suchanfragen, Indexierung und technischer Zustand.
  • Google Analytics: Sitzungen, Interaktion, Conversions und Umsatz.
  • Gemeinsam: Sie verknüpfen beide, um zu sehen, welche Suchanfrage welche Conversion bringt.

Anders gesagt: Das eine Tool zeigt, wie viele Menschen ins Schaufenster schauen. Das andere zeigt, was die Besucher im Laden tun. Sie brauchen also beide Sichten.

Wie richten Sie ein Google Search Console Konto ein?

Sie brauchen nur ein Google Konto. Öffnen Sie die Startseite der Search Console und klicken Sie auf „Jetzt starten“. Danach fragt das Tool nach einer Property. Konkret ist eine Property schlicht die Version Ihrer Website, die die Search Console beobachten soll.

Mein wichtigster Rat an dieser Stelle: Legen Sie das Konto mit einem dauerhaften Firmenkonto an, nicht mit einer privaten Adresse. Eröffnet eine Agentur oder ein Freelancer das Konto auf eigenen Namen, verlieren Sie nach dem Vertragsende womöglich den Zugriff. Ich bitte meine Kunden deshalb immer, selbst Inhaber zu bleiben und mich als separaten Nutzer hinzuzufügen.

Zudem sollten Sie realistisch planen. Bei einer neuen Property dauert es zunächst oft einige Tage, bis erste Daten erscheinen. Hat jemand dieselbe Property früher schon bestätigt, sehen Sie dagegen auch die älteren Daten. Daher empfehle ich, die Einrichtung kurz vor dem Launch einer neuen Website abzuschließen.

Domain Property oder URL Präfix Property: Welche passt zu Ihnen?

Die Search Console bietet zwei Typen von Properties. Ihre Wahl bestimmt folglich, welche Daten Sie an einem Ort sehen. Laut Googles Hilfeseite zur Bestätigung umfasst eine Domain Property alle Protokolle und alle Subdomains. Das heißt: http, https, www und etwa blog laufen in einer Ansicht zusammen.

Eine URL Präfix Property umfasst dagegen nur die eingegebene Adresse und die Pfade darunter. Eine Property für https://www.beispiel.de enthält zum Beispiel weder die http Version noch die Version ohne www. Trotzdem ist dieser Typ nützlich, wenn Sie einen einzelnen Ordner getrennt beobachten möchten.

MerkmalDomain PropertyURL Präfix Property
UmfangAlle Protokolle und SubdomainsNur die eingegebene Adresse und ihre Pfade
BestätigungNur per DNS EintragHTML Datei, HTML Tag, Analytics, Tag Manager
AufwandZugang zur DNS Verwaltung nötigZugang zu Dateien oder Tags genügt
Geeignet fürDas Gesamtbild der WebsiteEinen Ordner oder eine Sprachversion

In der Praxis starte ich jedes Projekt mit einer Domain Property. Danach ergänze ich bei Bedarf URL Präfix Properties für einzelne Ordner, etwa für /de/ auf einer mehrsprachigen Website.

Welche Methoden gibt es, um die Inhaberschaft zu bestätigen?

Google zeigt Daten nur dem echten Inhaber einer Website. Deshalb müssen Sie nach dem Anlegen der Property Ihre Inhaberschaft nachweisen. Die Optionen hängen zudem vom Typ der Property ab.

  1. DNS Eintrag: Sie legen bei Ihrem Domainanbieter einen TXT Eintrag an. Für eine Domain Property ist das der einzige Weg.
  2. HTML Datei: Sie laden eine kleine Datei von Google in das Stammverzeichnis Ihrer Website.
  3. HTML Tag: Sie fügen ein Meta Tag in den head Bereich Ihrer Startseite ein.
  4. Google Analytics: Läuft Ihr Analytics Code bereits und haben Sie Bearbeitungsrechte, dauert die Bestätigung nur wenige Klicks.
  5. Google Tag Manager: Nach derselben Logik bestätigen Sie über Ihren Tag Manager Container.

Der DNS Eintrag wirkt zunächst am schwierigsten. Allerdings ist er auch am robustesten, denn er übersteht Theme Wechsel und Plugin Updates. Bei WordPress Websites habe ich oft erlebt, dass ein Theme Update das Meta Tag entfernt hat. DNS Änderungen brauchen manchmal einige Stunden. Meldet die Search Console also noch einen Fehler, warten Sie und versuchen Sie es später erneut.

Warum verlieren Sie die Bestätigung und wie behalten Sie sie?

Die Bestätigung ist kein einmaliger Vorgang. Laut Google gilt sie, solange die Search Console Ihr Bestätigungstoken finden und prüfen kann. Das System kontrolliert das deshalb regelmäßig. Findet es das Token nicht, erhalten Sie eine Nachricht und dann eine kurze Frist, bevor der Zugriff endet.

In echten Projekten führen immer wieder dieselben Situationen zum Verlust:

  • Ein Relaunch bringt ein neues Theme, das das alte Meta Tag nicht mehr enthält.
  • Bei einem Serverumzug bleibt die Bestätigungsdatei auf dem alten Server zurück.
  • Beim Wechsel des Domainanbieters gehen einzelne DNS Einträge verloren.
  • Jemand entfernt den Analytics Code oder tauscht ihn gegen ein neues Konto aus.

Deshalb halte ich immer mindestens zwei Methoden gleichzeitig aktiv. Neben dem DNS Eintrag lasse ich zum Beispiel eine HTML Datei auf dem Server. So bleibt der Zugriff erhalten, auch wenn eine Methode ausfällt. Planen Sie eine Website Migration oder einen Domainwechsel, gehört dieser Punkt ganz nach oben auf Ihre Liste.

Welche vier Kennzahlen im Leistungsbericht zählen wirklich?

Der Leistungsbericht ist die meistgenutzte Ansicht der Search Console. Googles Dokumentation zum Leistungsbericht beschreibt die vier Kennzahlen so:

  • Klicks: wie oft Nutzer aus den Google Suchergebnissen auf Ihre Website geklickt haben.
  • Impressionen: wie oft Ihre Website in den Suchergebnissen erschienen ist.
  • Durchschnittliche CTR: die Klicks geteilt durch die Impressionen.
  • Durchschnittliche Position: die mittlere Position Ihres obersten Ergebnisses.

Einsteiger stolpern vor allem über die durchschnittliche Position. Die Zahl beschreibt kein festes Ranking. Stattdessen mittelt sie viele Positionen über verschiedene Nutzer, Geräte und Suchanfragen. Für sich allein führt sie daher leicht in die Irre.

Mein Rat lautet also: Lesen Sie die vier Werte zusammen. Steigen die Impressionen, während die Klicks stagnieren, überzeugen Titel und Beschreibung vermutlich nicht. Prüfen Sie dann mit der Google SERP Vorschau, wie Ihr Snippet aussieht, und schreiben Sie es neu.

Wie filtern und vergleichen Sie die Leistungsdaten?

Standardmäßig zeigt der Bericht die letzten drei Monate. Über den Datumsfilter gehen Sie allerdings bis zu 16 Monate zurück, denn so lange speichert die Search Console diese Daten. Um einen saisonalen Rückgang von einem echten Verlust zu trennen, vergleichen Sie den Zeitraum mit dem Vorjahr.

Filter beantworten dann ganz praktische Fragen. Welche Seite erzielt die meisten Impressionen? Schneiden Sie mobil oder am Desktop besser ab? Aus welchen Ländern kommen die Klicks? Zudem bietet Google inzwischen einen Filter, der Suchanfragen mit und ohne Markenbezug automatisch trennt. Google hat ihn im November 2025 vorgestellt und im März 2026 für alle geeigneten Websites freigeschaltet. Bei Properties für Unterordner und bei Websites mit sehr wenigen Impressionen fehlt er.

Die Ansicht ohne Markenbezug nutze ich sehr häufig, weil dort die echte Wirkung von SEO sichtbar wird. Markensuchen kommen von Menschen, die Sie schon kennen. Neue Kunden finden Sie dagegen meist über generische Suchanfragen. Welche das sein sollten, erkläre ich im Beitrag Keywords finden, die verkaufen.

Beachten Sie schließlich: Die neuesten Tage erscheinen im Diagramm als gestrichelte Linie. Diese Daten sind vorläufig und ändern sich in den folgenden Tagen oft noch.

Was verrät Ihnen der Bericht zur Seitenindexierung?

Der Bericht „Seiten“ zeigt, wie viele der Google bekannten URLs im Index sind und warum die übrigen fehlen. Langjährige Nutzer kennen ihn noch als Abdeckungsbericht. Er ist somit der Ausgangspunkt für technisches SEO. Sie sehen hier zwei Gruppen: indexierte und nicht indexierte Seiten.

Nicht jede Seite außerhalb des Index ist ein Problem. Alte URLs mit Weiterleitung oder Danke Seiten mit bewusstem noindex gehören zum Beispiel genau dorthin. Häufige Gründe sind:

  • Die Seite trägt ein noindex und Google hält sich daran.
  • Die URL leitet auf eine andere Seite weiter.
  • Die Seite liefert den Fehler 404, existiert also nicht mehr.
  • Google stuft eine leere oder dünne Seite als Soft 404 ein.
  • Ihre robots.txt Datei verbietet das Crawling.
  • Die Seite dupliziert eine andere URL und Sie haben keine kanonische Version angegeben.
  • Google kennt die URL, hat sie aber noch nicht gecrawlt.

Entscheidend ist, ob eine Seite, die Sie im Index haben möchten, in dieser Liste landet. Steht eine Leistungsseite etwa unter „Durch robots.txt blockiert“, prüfen Sie Ihre Regeln sofort. Der robots.txt Generator hilft Ihnen, sie sauber neu aufzusetzen.

Was bedeutet „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“?

Dieser Status beunruhigt Einsteiger mehr als jeder andere. Er bedeutet: Google hat die Seite besucht und gelesen, sie aber vorerst nicht in den Index aufgenommen. Das ist also kein technischer Fehler. Vielmehr handelt es sich um eine Bewertung.

Nach meiner Erfahrung sind die Ursachen meist einfach. Der Inhalt ist dünn oder gleicht einer anderen Seite fast vollständig. Manchmal führt kein einziger interner Link zur Seite. In anderen Fällen bietet die Seite Suchenden schlicht keinen klaren Mehrwert. Im E-Commerce landen zum Beispiel Filterseiten mit fast gleichem Inhalt oft hier.

„Gefunden, zurzeit nicht indexiert“ ist dagegen etwas anderes. Google kennt die Adresse, hat sie aber noch nicht gecrawlt. Auf großen Websites können knappe Crawling Kapazität oder ein langsamer Server die Ursache sein.

In beiden Fällen hilft es nicht, die Indexierung immer wieder zu beantragen. Stärken Sie stattdessen den Inhalt, setzen Sie interne Links und führen Sie Duplikate zusammen. Die tieferen technischen Fragen behandle ich im Beitrag technisches SEO nach der KI Wende.

Wie nutzen Sie das Tool zur URL Prüfung?

Die URL Prüfung zeigt, wie Google eine einzelne Seite sieht. Fügen Sie zunächst die vollständige Adresse in die Suchleiste oben in der Search Console ein. Nach wenigen Sekunden wissen Sie, ob die Seite bei Google ist.

Laut Googles Dokumentation zur URL Prüfung bietet das Tool zwei Ansichten. Die erste zeigt die indexierte Version: die zuletzt gespeicherte Fassung, das letzte Crawling und die von Google gewählte kanonische URL. Die zweite ist der Live Test. Er prüft die aktuelle Seite in Echtzeit und zeigt den Status von robots.txt und noindex. Außerdem liefert er einen Screenshot der gerenderten Seite.

Der Unterschied zwischen beiden Ansichten ist vor allem für Einsteiger lehrreich. Haben Sie gestern einen Fehler behoben, zeigt die indexierte Version zum Beispiel noch das alte Problem. Der Live Test verrät Ihnen dagegen sofort, ob Ihre Korrektur funktioniert.

Eine Warnung steht sogar in der Dokumentation selbst: „URL ist auf Google“ heißt nicht, dass die Seite bei jeder Suche erscheint. Der Index ist nur die Voraussetzung für ein Ranking. Über den Rest entscheiden dann Qualität und Relevanz.

Wann sollten Sie die Indexierung beantragen?

In der URL Prüfung finden Sie die Schaltfläche „Indexierung beantragen“. Konkret setzt sie die Seite in die Warteschlange für das Crawling. Laut Google dauert das meist ein bis zwei Tage, manchmal auch länger. Zudem gilt pro Property ein tägliches Kontingent.

Setzen Sie die Schaltfläche daher gezielt ein. In diesen Fällen nutze ich sie:

  1. Sie veröffentlichen eine neue, wichtige Seite, etwa eine neue Leistungsseite.
  2. Sie beheben einen kritischen Fehler, zum Beispiel ein versehentlich gesetztes noindex.
  3. Sie ändern einen zentralen Teil der Seite, etwa Preise oder Kontaktdaten.

Hunderte Seiten einzeln einzureichen, kostet dagegen nur Zeit. Für viele URLs verweist Google selbst auf Sitemaps. Auch ein wiederholter Antrag für dieselbe Seite beschleunigt nichts. Steht die Seite bereits in der Warteschlange, ist Geduld also die richtige Strategie.

Wie reichen Sie eine Sitemap in der Google Search Console ein?

Eine Sitemap ist eine XML Datei mit den wichtigen Seiten Ihrer Website. Laut Googles Sitemap Dokumentation darf eine Datei höchstens 50.000 URLs oder unkomprimiert 50 MB umfassen. Größere Websites verteilen die URLs deshalb auf mehrere Dateien und nutzen einen Sitemap Index.

  1. Ermitteln Sie zunächst die Adresse Ihrer Sitemap. WordPress und die meisten Systeme erzeugen sie automatisch. Müssen Sie sie selbst bauen, nutzen Sie den XML Sitemap Generator.
  2. Öffnen Sie die Adresse im Browser und prüfen Sie, ob die Datei sauber lädt.
  3. Wählen Sie dann in der Search Console links den Punkt „Sitemaps“.
  4. Tragen Sie die Adresse ein und klicken Sie auf „Senden“.
  5. Prüfen Sie nach einigen Tagen, ob der Status „Erfolgreich“ lautet, und notieren Sie die Zahl der gefundenen Seiten.

Eine Sitemap garantiert keine Indexierung, denn Google behandelt sie als Hinweis. Dennoch erleichtert sie das Auffinden bei neuen, großen oder schlecht verlinkten Websites deutlich. Ergänzen Sie außerdem eine Sitemap Zeile in Ihrer robots.txt Datei.

Was zeigen die Berichte zu Core Web Vitals und HTTPS?

Diese beiden Berichte im Bereich Nutzerfreundlichkeit fassen zusammen, wie Menschen Ihre Website erleben. Der Bericht zu den Core Web Vitals beruht auf echten Daten von Chrome Nutzern zu Ladezeit, Reaktionsfähigkeit und visueller Stabilität. Er ordnet URLs als „Gut“, „Optimierung erforderlich“ oder „Schlecht“ ein.

Denken Sie daran: Das sind Felddaten, kein Labortest. Websites mit wenig Traffic haben deshalb oft zu wenige Daten, und der Bericht bleibt leer. Das ist also normal und kein Fehler.

Der HTTPS Bericht zeigt, ob Ihre Seiten über eine sichere Verbindung laden. Gemischte Inhalte und ungültige Zertifikate tauchen hier auf.

Noch ein Hinweis: Google hat den alten Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten und den Test auf Optimierung für Mobilgeräte am 1. Dezember 2023 eingestellt. Als Ersatz empfahl Google Lighthouse in Chrome. Nennt eine ältere Anleitung noch diesen Bericht, ist sie also veraltet. Wenn ich Websites im Rahmen meines Webdesigns baue, laufen diese mobilen Prüfungen von Anfang an mit.

Warum sind manuelle Maßnahmen und Sicherheitsprobleme so wichtig?

Diese beiden Berichte sind meist leer, und das ist eine gute Nachricht. Füllen sie sich allerdings, leidet Ihre Sichtbarkeit spürbar.

Eine manuelle Maßnahme bedeutet: Ein Mitarbeiter von Google hat Ihre Website geprüft und einen Verstoß gegen die Spamrichtlinien festgestellt. Gekaufte Links oder versteckte Inhalte, die Nutzer täuschen, sind typische Auslöser. Der Bericht nennt dann das Problem und die betroffenen Seiten. Nach der Behebung stellen Sie im selben Bericht einen Antrag auf erneute Überprüfung.

Der Bericht zu Sicherheitsproblemen meldet, wenn Angreifer Ihre Website übernommen haben oder sie schädliche Software enthält. Eine gehackte Website kann im Browser der Besucher einen roten Warnbildschirm auslösen. Eine Meldung hier dulden Sie folglich keinen Tag länger als nötig.

Kritische Probleme meldet die Search Console außerdem per E-Mail. Achten Sie also darauf, dass Benachrichtigungen aktiv sind und in einem Postfach landen, das jemand liest.

Wofür sind der Linkbericht und das Tool zum Entfernen gut?

Der Linkbericht zeigt zwei Dinge. Erstens sehen Sie, auf welche Ihrer Seiten andere Websites am häufigsten verlinken. Zweitens sehen Sie, welche Seiten die meisten internen Links erhalten. Das ist eine Stichprobe, keine vollständige Backlink Datenbank. Dennoch reicht sie, um zu erkennen, welche Inhalte von selbst Links anziehen.

Die Ansicht der internen Links übersehen allerdings viele. Steht eine wichtige Leistungsseite dort ganz unten, verweist Ihre Website schlicht zu selten auf sie. Das gehört zu den einfachsten SEO Korrekturen überhaupt.

Mit dem Tool „Entfernen“ blenden Sie eine Seite vorübergehend aus den Suchergebnissen aus. Das hilft etwa, wenn ein Dokument versehentlich online ging. Die Entfernung ist allerdings befristet. Dauerhaft verschwindet eine Seite nur, wenn Sie sie löschen, mit noindex versehen oder mit einem Passwort schützen. Nach einem Umzug von Seiten prüfen Sie die Weiterleitungen am besten mit dem Redirect Checker.

Worauf achten Sie bei Nutzern und Berechtigungen?

Die Search Console kennt drei Rollen: Inhaber, uneingeschränkter Nutzer und eingeschränkter Nutzer. Ein Inhaber verwaltet Nutzer und alle Einstellungen. Ein uneingeschränkter Nutzer sieht fast alle Daten und darf einige Aktionen ausführen. Schließlich darf ein eingeschränkter Nutzer Daten nur ansehen.

Diese Aufteilung empfehle ich:

  • Das Unternehmen bleibt über ein dauerhaftes Firmenkonto bestätigter Inhaber.
  • Die SEO Beratung oder Agentur erhält uneingeschränkten Zugriff.
  • Führungskräfte und reine Leser bekommen eingeschränkten Zugriff.
  • Endet ein Vertrag, entziehen Sie den Zugriff noch am selben Tag.

Das bringt zwei Vorteile. Erstens bleiben die Daten immer im Unternehmen. Zweitens wissen Sie, wer was getan hat. Verknüpfen Sie die Search Console zudem mit Ihrer Google Analytics Property, sehen Sie Suchdaten und Conversions nebeneinander.

Noch eine Gewohnheit lohnt sich: Prüfen Sie die Nutzerliste mindestens einmal im Jahr. Ehemalige Mitarbeiter, beendete Agenturen und unbekannte Adressen sammeln sich mit der Zeit an. Fast jedes Konto, das ich übernommen habe, enthielt solche vergessenen Zugänge. Die Bereinigung dauert fünf Minuten und gibt Ihnen die volle Kontrolle zurück.

Wie oft sollten Sie die Google Search Console prüfen?

Googles eigener Einstiegsleitfaden beruhigt an dieser Stelle: Eine tägliche Kontrolle ist nicht nötig. Tritt ein neues Problem auf, schickt Google Ihnen eine E-Mail. Empfohlen ist etwa ein Blick pro Monat sowie nach jeder größeren Änderung an der Website.

Diese Monatsroutine gebe ich meinen Kunden mit:

  1. Vergleichen Sie im Leistungsbericht die letzten 28 Tage mit dem Vorzeitraum. Danach vergleichen Sie mit demselben Zeitraum im Vorjahr.
  2. Betrachten Sie die Klicks ohne Markenbezug gesondert.
  3. Prüfen Sie im Bericht „Seiten“, ob die Zahl indexierter Seiten unerwartet sinkt.
  4. Kontrollieren Sie den Bereich „Sitemaps“ auf Fehler.
  5. Schauen Sie, ob neue URLs in die Gruppe „Schlecht“ der Core Web Vitals gerutscht sind.
  6. Bestätigen Sie, dass manuelle Maßnahmen und Sicherheitsprobleme weiterhin leer sind.

Mit etwas Übung dauert diese Routine keine halbe Stunde. Wie Sie daraus einen klaren Bericht für die Geschäftsführung machen, zeige ich im Beitrag Marketing Report richtig lesen.

Welcher Bericht beantwortet welche Frage?

Die vielen Berichte im Menü schrecken Einsteiger oft ab. Sobald Sie jedem Bericht eine Frage zuordnen, wird das Tool jedoch viel einfacher. Außerdem spricht dann das ganze Team dieselbe Sprache. So ordne ich es in Schulungen zu:

  • „Warum ist unser Traffic gesunken?“ Öffnen Sie den Leistungsbericht und vergleichen Sie Zeiträume.
  • „Warum erscheint meine neue Seite nicht?“ Nutzen Sie die URL Prüfung.
  • „Wie viele meiner Seiten kennt Google?“ Prüfen Sie den Bericht „Seiten“.
  • „Ist meine Website für echte Nutzer langsam?“ Gehen Sie zu den Core Web Vitals.
  • „Haben wir eine Abstrafung?“ Schauen Sie unter manuelle Maßnahmen.
  • „Welche Seiten ziehen Links an?“ Öffnen Sie den Linkbericht.

Mit dieser Zuordnung gehen Sie direkt zur Antwort, statt ziellos zu klicken. Vor allem bei einem Traffic Rückgang zahlt sich diese Disziplin aus. Denn manchmal steckt kein technischer Fehler dahinter, sondern eine veränderte Ergebnisseite. So steigen etwa die Impressionen, während die Klicks sinken, weil KI Zusammenfassungen die Frage bereits beantworten. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Was sind Zero Click Suchen.

Typische Fehler von Einsteigern, die Sie vermeiden sollten

Über die Jahre habe ich in Unternehmen jeder Größe dieselben Fehler gesehen. Wer sie kennt, spart daher oft Monate. Zudem brauchen Sie für die meisten Korrekturen keinen Entwickler, sondern nur ein paar Einstellungen und etwas Aufmerksamkeit.

  • Nur eine URL Präfix Property anlegen und die Daten der http oder www losen Version nie sehen.
  • Die Bestätigung an ein einziges Meta Tag knüpfen und beim Relaunch den Zugriff verlieren.
  • Die durchschnittliche Position als einzigen Erfolgsmaßstab betrachten.
  • Jede Seite außerhalb des Index für ein Problem halten und unnötige Arbeit erzeugen.
  • Täglich für dieselben Seiten die Indexierung beantragen.
  • Search Console oder Analytics für „falsch“ erklären, weil die Zahlen abweichen.

Keiner dieser Fehler entsteht zudem aus fehlendem Fachwissen. Alle entstehen, weil unklar ist, was das Tool eigentlich misst. Sobald die Begriffe aus dieser Anleitung sitzen, verschwinden die meisten Fehler also von selbst.

Wie machen Sie aus Daten der Google Search Console konkrete Maßnahmen?

Daten bleiben ein Diagramm, solange Sie keine Entscheidung daraus ableiten. Der eigentliche Wert der Search Console liegt darin, dass sie zeigt, was Sie reparieren und was Sie ausbauen sollten. Diese drei Maßnahmen nutze ich am häufigsten:

  1. Titel und Beschreibungen für Seiten mit vielen Impressionen und niedriger CTR neu schreiben.
  2. Seiten für Suchanfragen mit einer durchschnittlichen Position zwischen 8 und 20 stärken. Dieser Bereich ist ein Startwert aus meiner Praxis, keine Garantie.
  3. Wichtige, nicht indexierte Seiten mit internen Links und tieferem Inhalt unterstützen.

Bei den meisten kleinen und mittleren Websites bringen diese drei Schritte den schnellsten Effekt. Auf großen Websites oder nach einer Migration ist das Bild allerdings oft komplexer. Stecken Sie in dieser Lage, prüfen wir Ihr Konto gern gemeinsam im Rahmen meiner SEO Beratung.

Mein Fazit: Richten Sie die Google Search Console nicht einmal ein, um sie dann zu vergessen. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde pro Monat. Dafür erhalten Sie ein ehrlicheres Bild vom Zustand Ihrer Website als aus manchem Agenturbericht.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Google Search Console kostenlos?
Ja, die Google Search Console ist vollständig kostenlos. Sie brauchen nur ein Google Konto und den Nachweis, dass Ihnen die Website gehört oder Sie sie verwalten. Eine kostenpflichtige Version gibt es nicht. Nach der Bestätigung stehen Ihnen alle Berichte im selben Konto zur Verfügung. Deshalb lohnt sie sich schon für die kleinste Firmenwebsite.
Wie weit reichen die Daten der Search Console zurück?
Der Leistungsbericht speichert Daten für die letzten 16 Monate. Standardmäßig sehen Sie drei Monate, über den Datumsfilter aber den gesamten Zeitraum. Brauchen Sie eine längere Historie, exportieren Sie die Daten regelmäßig oder holen Sie sie über die API in ein eigenes System. Sonst gehen ältere Daten unwiederbringlich verloren.
Garantiert eine eingereichte Sitemap die Indexierung?
Nein, eine Sitemap garantiert keine Indexierung. Sie ist ein Hinweis, der Google beim Auffinden Ihrer Seiten hilft. Google bewertet jede Seite dennoch nach eigenen Kriterien für Qualität und Crawling. Trotzdem erleichtert eine Sitemap das Auffinden bei neuen, großen oder schwach verlinkten Websites deutlich. Ich reiche daher für jede betreute Website eine ein.
Wie oft darf ich die Indexierung beantragen?
Für jede Property gilt ein tägliches Kontingent, dessen genaue Höhe Google nicht veröffentlicht. Ein wiederholter Antrag für dieselbe Seite beschleunigt nichts. Nutzen Sie die Funktion deshalb nur für wichtige neue Seiten und kritische Korrekturen. Für viele URLs auf einmal ist eine aktuelle Sitemap der bessere Weg, den auch Google empfiehlt.
Warum weichen die Zahlen von Search Console und Analytics ab?
Weil beide Tools unterschiedliche Dinge messen. Die Search Console zählt Klicks in den Suchergebnissen, Analytics dagegen Sitzungen auf Ihrer Website. Abgelehnte Cookies, spät ladende Tags und verschiedene Zeitzonen vergrößern die Lücke zusätzlich. Erwarten Sie also keine exakte Übereinstimmung, sondern vergleichen Sie die Entwicklung über die Zeit.
Wo teste ich heute die Optimierung für Mobilgeräte?
Google hat den Test auf Optimierung für Mobilgeräte und den passenden Bericht in der Search Console am 1. Dezember 2023 eingestellt. Stattdessen nutzen Sie Lighthouse in Chrome. Außerdem liefert der Live Test in der URL Prüfung einen Screenshot der von Google gerenderten Seite. Für eine schnelle Grundprüfung reicht das meist aus.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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