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301 Weiterleitung: Wie lange behalten, schadet Entfernen dem Ranking?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

301 Weiterleitung: Wie lange sollte sie bestehen bleiben?

Laut der Google Dokumentation zum Umzug einer Website sollten Sie Weiterleitungen so lange wie möglich behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Für Nutzer empfiehlt dieselbe Seite zudem, eine unbefristete Dauer zu erwägen. Ein festes Enddatum gibt es also nicht; entscheidend ist, ob die alte URL noch Besucher oder wertvolle Links bringt.

In diesem Beitrag geht es nur um eine Frage: Wann können Sie eine dauerhafte Weiterleitung entfernen? Den Unterschied zwischen 301, 302, 307 und 308 erklären wir bereits in einem eigenen Ratgeber. Deshalb wiederholen wir ihn hier nicht. Für Ketten lesen Sie unseren Beitrag zur Weiterleitungskette.

Zunächst schauen wir, was die offiziellen Dokumente sagen. Danach behandeln wir externe Links, Lesezeichen und den 404 Fehler nach dem Entfernen. Zum Schluss zeigen wir, wie Sie Ihre Regeln verwalten und welche Daten Sie vor dem Löschen sammeln.

Was sagen die offiziellen Google Dokumente zur Dauer einer 301 Weiterleitung?

Die Seite von Google Search Central zum Umzug einer Website mit URL Änderungen nennt die Dauer ausdrücklich. Kurz gesagt: Behalten Sie die Weiterleitungen so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr. Als Grund nennt Google, dass so die Signale auf die neuen URLs übergehen können.

Die Seite zu dauerhaften Weiterleitungen erzählt einen anderen Teil der Geschichte. Dort lesen Sie, dass Googlebot der Weiterleitung folgt und das Ziel als kanonische, also bevorzugte URL betrachtet. Eine Dauer haben wir auf dieser Seite allerdings nicht gefunden.

Außerdem steht in der Umzugsdokumentation, dass dauerhafte Weiterleitungen keinen Verlust an PageRank verursachen. PageRank ist der Wert, den Links zwischen Seiten weitergeben. Der Satz ist wichtig, denn er zeigt: Das Behalten einer Weiterleitung kostet kein Ranking.

Denn Dokumente ändern sich mit der Zeit. Prüfen Sie daher vor Ihrer Entscheidung den aktuellen Wortlaut selbst.

Wie lesen Sie die beiden Seiten zusammen? Die Umzugsseite beantwortet "wie lange", die Seite zu dauerhaften Weiterleitungen beantwortet "wie". Bei einer einzelnen geänderten URL ist es vernünftig, die Dauer von der Umzugsseite zu übernehmen. Denken Sie nur daran, dass es sich um eine Übernahme handelt.

Warum ist die Angabe "mindestens ein Jahr" wichtig?

Zunächst verknüpft Google den Zeitraum mit einer Begründung. Damit Signale auf die neuen URLs übergehen, muss Google die alten URLs erneut crawlen und die Links anderer Websites neu zuordnen. Denn die Crawl Häufigkeit ist nicht bei jeder Seite gleich. Eine tiefe, selten besuchte Seite wartet womöglich deutlich länger auf einen neuen Besuch als Ihre Startseite.

Lesen Sie "ein Jahr" deshalb als Untergrenze und nicht als Frist. Die Zahl heißt also nicht, dass jede Seite am selben Tag fertig ist. Zum Beispiel braucht ein alter Ratgeber, den Google nur wenige Male im Jahr crawlt, unter Umständen mehr Zeit.

Auch die andere Hälfte der Aussage ist interessant. Aus Sicht der Nutzer können Sie eine unbefristete Weiterleitung erwägen. Anders gesagt bekommt die Suchmaschine ein Minimum, während der Besucher eine Tür behält, die nie zufällt.

Kurz: Sehen Sie das erste Jahr als sicheren Startwert. Danach entscheiden Ihre Daten, nicht der Kalender.

Wie lange sollten 301 Weiterleitungen nach einem Domainumzug bestehen?

Der Domainumzug ist also genau das Szenario, das die Dokumentation beschreibt. Die ganze Website zieht auf eine neue Adresse um, und jede alte URL braucht ein Gegenstück. Die offizielle Dauer wurde für diesen Fall geschrieben: so lange wie möglich, in der Regel mindestens ein Jahr.

In der Praxis wenden wir eine eigene Regel an. Konkret entfernen wir vor Ablauf des ersten Jahres keine einzige Regel. Danach lesen wir die Serverlogs. Startseite, Kategorien und die am stärksten verlinkten Inhalte erhalten dann oft auch nach dieser Marke noch Anfragen.

Den gesamten Ablauf beschreiben wir in unserer Checkliste zur Website Migration. Dieser Beitrag bleibt bei der Lebensdauer der Weiterleitung selbst.

Testen Sie in den ersten Wochen nach dem Umzug, ob jede Weiterleitung funktioniert. Dafür eignet sich unser Redirect Checker. Den Schwellenwert können Sie später verlängern: Ist die Regelliste schlank und kommen weiter Anfragen, kostet ein jahrelanges Behalten nichts Sichtbares.

Wie lange sollten 301 Weiterleitungen im E-Commerce bestehen?

Denn im E-Commerce ändern sich URLs häufig. Artikelnummern werden aktualisiert, Kategorien wachsen zusammen, Plattformen wechseln. Jede Änderung erzeugt also eine neue Regel, und über die Jahre wächst die Liste. Deshalb wiegt die Dauerfrage im Shop besonders schwer.

Beispielszenario: Ein Shop wechselt die Plattform, und die Produkt URLs ziehen auf eine neue Struktur um. Die alten Adressen saisonaler Produkte bekommen nach einer Weile vielleicht keinen Traffic mehr. Kategorieseiten dagegen, die seit Jahren Links sammeln, bringen unter Umständen lange Besucher.

Gruppieren Sie Ihre Regeln daher nach Produkttyp. Ist ein Produkt endgültig weg und gibt es keine echte Alternative, kann ein 404 oder 410 ehrlicher sein als eine Weiterleitung. Diesen Fall behandelt unser Beitrag zu ausverkauften Produktseiten.

Achten Sie außerdem auf saisonale URLs. Kehrt eine Aktionsseite jedes Jahr zurück, ist es gesünder, sie unter derselben Adresse zu halten, statt weiterzuleiten.

Wie lange sollten 301 Weiterleitungen bei der Änderung einer einzelnen URL bestehen?

Auch wenn Sie die Adresse eines Artikels korrigieren oder einen Ordner umbenennen, brauchen Sie eine dauerhafte Weiterleitung. Die Seite von Google zu dauerhaften Weiterleitungen nennt für diesen Fall allerdings keine Dauer. Die Zeitangabe steht allerdings nur in der Umzugsdokumentation.

Für eine einzelne Seite gibt es also keine offizielle Dauer. Unser Rat: Übernehmen Sie die Logik der Umzugsseite. Behalten Sie die Weiterleitung mindestens ein Jahr und schauen Sie dann auf Link und Anfragedaten. Das ist unser vorsichtiger Ansatz und keine Regel von Google.

Außerdem zählt schon die erste Entscheidung. Muss die URL wirklich geändert werden? Oft ist Nichtstun also die günstigere Wahl. Ein Slug, also der lesbare Teil am Ende der Adresse, sollte nach der Veröffentlichung stabil bleiben. Für neue Adressen hilft unser Slug Generator.

Wenn Sie eine URL ändern, aktualisieren Sie außerdem alle internen Links, die auf die alte Adresse zeigten. Dieser Schritt kostet wenig und erspart somit später die meiste Aufräumarbeit.

Schadet das Entfernen einer 301 Weiterleitung dem Ranking?

In den offiziellen Dokumenten haben wir keine klare Aussage dazu gefunden, was nach dem Entfernen mit dem Ranking passiert. Deshalb versprechen wir kein bestimmtes Ergebnis. Bekannt ist nur: Die Dokumentation empfiehlt, Weiterleitungen lange zu behalten, und beziffert die Wirkung des Entfernens nicht.

Eine mögliche Folge können wir logisch herleiten, geben sie aber nicht als Aussage von Google aus. Fällt die Weiterleitung weg, liefert die alte URL meist einen 404. Links, die auf diese URL zeigen, führen dann nicht mehr zur neuen Seite. Die neue Seite könnte den Nutzen verlieren, den sie über diese Links erhielt.

Daher lässt sich nicht verallgemeinern, dass Entfernen "immer schadet" oder "nie etwas ausmacht". Die Wirkung hängt daher davon ab, wie viele Links und Besucher die URL noch erreichen.

Außerdem hat ein Rankingverlust selten nur eine Ursache. Inhalte, Wettbewerb und technische Änderungen können im selben Zeitraum greifen. Wenn Sie Weiterleitungen in kleinen Paketen entfernen, erkennen Sie Ursache und Wirkung leichter.

Bei einer URL ohne Links und ohne Traffic ist der praktische Effekt womöglich winzig. Bei einer wertvollen URL kann dieselbe Entscheidung einen echten Verlust auslösen. Der Unterschied liegt also darin, dass Sie mit Daten entscheiden.

Was passiert mit externen Links, wenn die Weiterleitung entfällt?

Denn einen externen Link können Sie nicht ändern. Der andere Websitebetreiber veröffentlicht die alte URL weiter. Solange Ihre 301 Weiterleitung aktiv ist, landet jeder, der den Link anklickt, auf der neuen Seite. Entfernen Sie die 301 Weiterleitung, sieht dieselbe Person meist eine Fehlerseite.

Weil dauerhafte Weiterleitungen laut Dokumentation keinen PageRank Verlust verursachen, kostet das Behalten kein Ranking. Das Argument für das Entfernen ist deshalb der Pflegeaufwand und nicht das Ranking.

Praktisch gehen Sie so vor:

  • Listen Sie die Websites auf, die auf die alte URL verlinken.
  • Bitten Sie die Betreiber wertvoller Links, die Adresse zu aktualisieren.
  • Behalten Sie die Weiterleitung für Links, die niemand anpasst.
  • Prüfen Sie ein Entfernen nur dort, wo kein Link mehr existiert.

Auch Google empfiehlt, stark besuchte externe Links zu aktualisieren. Einen breiteren Blick auf Linkwerte bietet unser Beitrag zu Backlinks und Linkqualität.

Warum sprechen Lesezeichen und alte Links für eine längere Dauer?

Besucher sehen alte URLs nicht nur in den Suchergebnissen. Sie speichern sie zudem als Lesezeichen und tragen sie in E-Mail Signaturen, gedruckten Katalogen, PDF Dateien und QR Codes weiter. Allerdings können Sie keine dieser Quellen selbst aktualisieren.

Genau deshalb rät Google dazu, für Nutzer eine unbefristete Weiterleitung zu erwägen. Zum Beispiel können die Adressen in einem Katalog, den Sie vor zwei Jahren gedruckt haben, immer noch Besucher bringen. Entfernen Sie die Weiterleitung zu früh, verlieren Sie diese Besucher leise.

Zudem ist dieser Verlust in Analysewerkzeugen schwer zu sehen. Denn wer auf einer Fehlerseite landet und geht, taucht meist nirgends als verlorener Kunde auf. Die Serverlogs sind daher der verlässlichste Weg, bevor Sie entscheiden.

Direkte Besucher, also Menschen, die die Adresse tippen oder ein Lesezeichen öffnen, trifft dieser Verlust am stillsten. Nur das Serverlog zeigt, welche Adresse sie angefragt haben.

Die alte URL gehört also nicht nur der Suchmaschine, sondern auch dem Besucher. Da Sie den Link in seiner Hand nicht ändern können, bleibt die Weiterleitung die einzige Brücke.

Was bedeutet der 404 nach dem Entfernen für Google?

Laut der Google Dokumentation zu HTTP Statuscodes behandelt Google 404 und 410 gleich. Google meldet außerdem der nächsten Verarbeitungsstufe, dass der Inhalt nicht existiert. Für die Suche heißt das: Die Indexierung nimmt eine bisher indexierte URL aus dem Index.

Dieselbe Seite sagt, dass Inhalte von URLs mit einem 4xx Statuscode ignoriert werden. Welcher Text auf Ihrer Fehlerseite steht, wertet Google also nicht aus. Eine gut gestaltete 404 Seite hilft Besuchern, sendet aber kein Signal an die Suchmaschine.

Entfernen Sie eine Weiterleitung, fällt die alte URL daher mit der Zeit aus dem Index. Das kann also genau Ihr Ziel sein. Verdient die URL aber noch Links, ist es womöglich ein Verlust, den Sie nicht wollten.

Den passenden Bericht in der Search Console können Sie neben unserem Beitrag zu 4xx Problemen lesen. Dort erfahren Sie, was die Codes bedeuten und wann Sie eingreifen.

Welche Weiterleitungen können Sie entfernen, welche sollten Sie behalten?

Daher fällt die Entscheidung pro URL. Die folgende Tabelle ist ein Rahmen aus unserer Praxis und keine Regel von Google. Lesen Sie die Zeitangaben zusammen mit dem dokumentierten "mindestens ein Jahr".

SituationUnsere EmpfehlungGrund
---------
Startseite und Kategorien nach einem DomainumzugBehaltenSie sammeln viele Links und Lesezeichen
Alter Blogbeitrag mit externen LinksBehaltenDer Linkwert bleibt bei der neuen URL
Alte Aktionsseite ohne Traffic und ohne LinksEntfernen prüfenSie kostet Pflege und bringt nichts
Einmalige URL Korrektur, ein Jahr vergangenLogs prüfen, dann entscheidenBehalten, solange Besuche kommen
Produkt endgültig weg, keine passende Alternative404 oder 410 ausliefernEine Weiterleitung auf Unpassendes führt in die Irre

Das "Behalten" in der Tabelle ist ein vorsichtiger Standard und keine Pflicht. Wer Daten hat, erstellt eine genauere Tabelle als diese.

Fügen Sie Ihrer eigenen Tabelle eine Spalte hinzu: die echte Anzahl der Anfragen im letzten Monat. Liegt die Zahl nahe null, ist das Risiko gering. Ist sie hoch, behalten Sie die Regel, egal was die Tabelle sagt.

Welche Daten prüfen Sie, bevor Sie eine Weiterleitung entfernen?

Überlassen Sie die Entscheidung deshalb nicht dem Bauchgefühl. Meist reichen drei Quellen, und Sie haben alle schon.

  • Serverlogs: Sie zeigen, wie viele Anfragen die alte URL erhält und woher sie kommen. So trennen Sie Bots von echten Besuchern.
  • Linkberichte: Die Search Console und ähnliche Werkzeuge listen die Websites auf, die auf die alte URL verlinken.
  • Analysedaten: Sie zeigen den Traffic der neuen URL, die jetzt die weitergeleiteten Besuche erhält.

Für die Logauswertung probieren Sie unsere Logfile Analyse. Wenn Sie die Search Console noch nicht kennen, beginnen Sie mit der Anleitung für Einsteiger.

Ohne Daten fehlt Ihnen somit die Grundlage. In diesem Fall ist das Behalten der 301 Weiterleitung die risikoärmere Wahl. Sammeln Sie die Daten außerdem mindestens einige Wochen, denn ein einzelner Tag kann saisonale Schwankungen verbergen.

Wie verwalten Sie Ihre Weiterleitungsregeln?

Eine 301 Weiterleitung anzulegen ist leicht, die Liste zu pflegen braucht Disziplin. Dann stapeln sich über die Jahre Hunderte Regeln. Weiß niemand mehr, wer eine Regel warum angelegt hat, traut sich auch niemand, sie zu löschen.

Die folgende Routine empfiehlt unser Team:

  1. Halten Sie für jede Regel alte URL, neue URL, Datum und Grund in einer Tabelle fest.
  2. Gruppieren Sie die Regeln in der Serverkonfiguration oder im Plugin in derselben Reihenfolge.
  3. Ergänzen Sie jede Gruppe um einen kurzen Kommentar.
  4. Legen Sie einen Termin für eine regelmäßige Durchsicht fest.
  5. Bewahren Sie gelöschte Regeln in einem Änderungsprotokoll auf, damit Sie zurückgehen können.

Für das gesammelte Zuordnen hilft Ihnen unser Tool für Weiterleitungen zuordnen beim Erstellen der Liste. So müssen Sie alte und neue URLs nicht einzeln von Hand zusammenführen.

Wie räumen Sie Weiterleitungsketten auf?

Eine Kette entsteht, wenn eine URL auf eine zweite weiterleitet und diese auf eine dritte. Sammeln sich alte Regeln an, sind Ketten daher kaum zu vermeiden. Weil dieses Thema einen eigenen Ratgeber hat, fassen wir hier nur die Logik des Aufräumens zusammen.

Die Grundregel ist einfach: Jede alte URL sollte direkt auf das endgültige Ziel zeigen. Entfernen Sie die Zwischenschritte, sinkt die Verzögerung, und die Regelliste wird übersichtlicher. Somit sehen Sie auch leichter, welche Regeln Sie löschen können.

Räumen Sie Ketten zunächst auf, bevor Sie Weiterleitungen entfernen. Sonst löschen Sie womöglich eine Regel in der Mitte und schicken die URLs am Anfang der Kette auf eine Fehlerseite. Details finden Sie in unserem Ratgeber zur Weiterleitungskette.

Führt zum Beispiel URL A auf B und B auf C, leiten Sie A direkt auf C um, bevor Sie B löschen. Dieser kleine Fehler in der Reihenfolge ist der häufigste Bruch, den wir in der Praxis sehen.

Warum sollten Sie interne Links auf alte URLs aktualisieren?

Die Umzugsdokumentation von Google sagt, dass interne Links auf der neuen Website auf die neuen URLs zeigen sollen statt auf die alten. Wir lesen den Grund so: Interne Links kontrollieren Sie selbst, also können sie das Ziel direkt erreichen, ohne eine Weiterleitung zu brauchen.

Dieselbe Dokumentation erwähnt, dass Weiterleitungen eine Verzögerung verursachen. Deshalb empfiehlt sie, die Links auf der eigenen Website und die stark besuchten externen Links zu aktualisieren. Aktualisierte interne Links machen das Entfernen einer Weiterleitung außerdem sicherer.

In der Praxis crawlen Sie Ihre Website und listen die internen Links auf, die einen 301 liefern. Danach stellen Sie jeden auf die endgültige URL um. Die interne Verlinkung als Ganzes behandelt unser Beitrag zur Strategie für interne Verlinkung. Zu verbreiteten Irrtümern lesen Sie interne Links und Nofollow.

Crawlen Sie dann nach dem Update erneut. Liefert kein interner Link mehr einen 301, kommen die Anfragen an die alte URL überwiegend von außen. Diese Information gibt vor dem Entfernen zusätzliche Sicherheit.

Was gehört mit alten URLs in die Sitemap?

Die Google Dokumentation erwähnt die Sitemap der alten URLs als Möglichkeit, den Umzug zu beobachten. Sie beschreibt zudem den erwarteten Verlauf: Mit der Zeit sinkt die Zahl der indexierten Seiten aus der Sitemap der alten URLs auf null, während die neuen URLs im Index zunehmen.

Somit ergibt sich eine nützliche Unterscheidung. Ihre dauerhafte Sitemap enthält nur neue, gültige URLs. Möchten Sie die alten beobachten, nutzen Sie eine zeitweilige, getrennte Datei. So vergleichen Sie die Indexzahlen beider Listen.

Nähert sich die Zahl der alten URLs der Null, sieht der Umzug gesund aus. Das allein erlaubt aber noch kein Entfernen, denn externe Links und Besucher brauchen eine eigene Prüfung. Zur Einrichtung lesen Sie unseren Beitrag zur XML Sitemap.

Alte URLs in der dauerhaften Sitemap bringen zudem nichts. Diese Datei sagt Google, dass es sich um Ihre aktuellen Seiten handelt, und weiterleitende URLs sind keine aktuellen Seiten.

Ersetzt das Tool Change of Address die 301 Weiterleitungen?

Nein. Laut Dokumentation ist das Tool ein zusätzlicher Schritt bei einem Wechsel der Domain oder Subdomain. In derselben Schrittliste stehen serverseitige dauerhafte Weiterleitungen als eigener Punkt. Eine Aussage, dass das Tool sie ersetzt, haben wir allerdings nicht gefunden.

Das Tool liegt in der Search Console unter dem englischen Namen Change of Address. Menüs können sich ändern, deshalb nennen wir keinen genauen Klickpfad. Suchen Sie im Panel nach dem passenden Bereich.

Ändert sich nur die Adresse einer Seite oder ordnen Sie Ordner neu, brauchen Sie das Tool nicht. Dann zählen nur die Weiterleitung und die Aktualisierung der internen Links.

Was passiert mit den 301 Weiterleitungen, wenn Sie die alte Domain auslaufen lassen?

Dieser Punkt wird bei Domainumzügen am seltensten beachtet. Verlängern Sie die alte Domain nicht, laufen daher auch die Weiterleitungen darauf nicht mehr. Eine 301 Weiterleitung lebt auf dem Server der alten Adresse, und ohne die Adresse gibt es keine Regel.

Zudem kann jemand anderes eine freigegebene Domain registrieren. Ihre alten Links führen dann auf eine Website, die Ihnen nicht gehört. Die Folgen können wir nicht vorhersagen, das Risiko ist dennoch klar.

Erwägen Sie deshalb, die alte Domain unabhängig von der Entscheidung über das Entfernen der Weiterleitungen zu verlängern. Was nach einem Ablauf zu tun ist, beschreibt unser Beitrag zum Thema abgelaufene Domain zurückholen.

Die jährliche Verlängerungsgebühr ist ein kleiner Posten. Dass wertvolle Links in fremde Hände geraten, ist dagegen ein Problem, das sich schwer umkehren lässt.

Reichen Leistung und Pflegeaufwand als Grund zum Entfernen?

Google räumt in der Dokumentation ein, dass jede Weiterleitung eine Verzögerung hinzufügt. Das stimmt, doch eine einzelne Weiterleitung bremst meist nur wenig. Die eigentliche Last entsteht allerdings durch Ketten und viele angesammelte Regeln.

Aktualisieren Sie deshalb zuerst die internen Links und kürzen Sie Ketten. Danach prüfen Sie, ob die Regelliste noch bremst. Bei den meisten Websites liefern also diese beiden Schritte den größten Gewinn.

Ist die Liste wirklich schwer geworden, ordnen Sie das Entfernen nach Wert:

  • Löschen Sie zuerst die Regeln, die keine Anfragen erhalten.
  • Prüfen Sie danach die Regeln, die nur Bots anfragen.
  • Fassen Sie die Regeln mit Links und Besuchern zuletzt an.

So senken Sie den Pflegeaufwand, ohne wertvolle URLs zu riskieren. Insgesamt kann Pflegeaufwand ein echter Grund sein, reicht allein aber selten aus. Wer Links und Ketten korrigiert, braucht das Entfernen oft gar nicht mehr.

Wie entscheiden Sie Schritt für Schritt über das Entfernen?

Die Entscheidung wirkt kompliziert, eine kurze Reihenfolge deckt sie aber ab. Der folgende Ablauf ist unser Vorschlag und kein offizielles Verfahren von Google. Lautet die Antwort bei einem Schritt "nein", gehen Sie zum nächsten.

  1. Ist seit dem Umzug mindestens ein Jahr vergangen, die Untergrenze aus der Dokumentation? Wenn nicht, behalten Sie die Regel.
  2. Erhält die alte URL noch echte Besucheranfragen? Wenn ja, behalten Sie sie.
  3. Verlinkt eine wertvolle externe Website darauf? Wenn ja, bitten Sie zuerst um ein Update oder behalten die Regel.
  4. Nutzen Ihre internen Links noch die alte URL? Wenn ja, korrigieren Sie diese zuerst.
  5. Steht die Regel in der Mitte einer Kette? Dann kürzen Sie die Kette und entscheiden danach.
  6. Ist alles sauber, entfernen Sie ein kleines Paket und beobachten es.

Das kann zunächst langsam wirken. Doch ein Entfernen lässt sich leicht rückgängig machen und wird schwer bemerkt. Deshalb ist ein behutsames Vorgehen günstiger als verlorene Besucher.

Geben Sie Ihrem Team diesen Ablauf als Checkliste, entscheiden nicht mehr verschiedene Personen verschieden. Somit vermeiden Sie auch, dass auf derselben Website unterschiedliche Leute unterschiedliche Regeln löschen.

Wie testen Sie, bevor Sie eine Weiterleitung entfernen?

Löschen Sie nicht direkt auf der Live Seite, sondern starten Sie mit einem kleinen Paket. Schreiben Sie zuerst die URLs auf, die Sie entfernen möchten. Prüfen Sie dann mit unserem Redirect Checker, welchen Statuscode und welches Ziel jede URL heute hat.

Danach gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Teilen Sie die Liste in zwei Teile; der erste Teil enthält die URLs mit dem geringsten Risiko.
  2. Entfernen Sie den ersten Teil und beobachten Sie einige Wochen die Serverlogs.
  3. Sehen Sie echte Besucher auf der Fehlerseite, fügen Sie die Regel wieder hinzu.
  4. Läuft alles gut, folgt der zweite Teil.

Bereiten Sie außerdem einen Rückweg vor. Bewahren Sie eine Kopie der entfernten Regeln auf, stellen Sie diese bei einem Problem in wenigen Minuten wieder her. Dieser kleine Schritt nimmt dem Entfernen somit den Schrecken.

Nach dem Entfernen lassen Sie den Broken Link Checker laufen. So entdecken Sie versehentlich gebrochene interne Links und stille 404 Fehler früh.

Was beobachten Sie nach dem Entfernen einer Weiterleitung?

Das Entfernen ist nur die halbe Arbeit, die eigentliche Information kommt danach. Beobachten Sie drei Signale gemeinsam: die Fehler und Indexberichte in der Search Console, die Zahl der 404 Antworten auf dem Server und den organischen Traffic der neuen URLs.

Sehen Sie einen unerwarteten Anstieg, prüfen Sie zuerst, welche URLs den Fehler liefern. Danach klären Sie, ob diese URLs externe Links erhalten. Falls ja, ist das Wiederherstellen der Weiterleitung oft die schnellste Lösung.

Sinkt der Traffic, schieben Sie die Ursache nicht vorschnell auf eine einzelne Änderung. Denn im selben Zeitraum können andere Updates greifen. Zum Trennen solcher Einbrüche nutzen Sie unseren Beitrag zum Traffic Einbruch in der Search Console.

Halten Sie das Beobachtungsfenster nicht zu kurz. Google besucht alte URLs nach eigenem Crawl Plan, daher können sich Effekte über mehrere Wochen verteilen. Eine wöchentliche Notiz hilft: Wie viele URLs lieferten Fehler, welche bekamen Links, welche Regeln haben Sie wiederhergestellt?

Welche Fehler passieren beim Entfernen von Weiterleitungen am häufigsten?

Die folgenden Fehler sehen wir in der Praxis immer wieder. Es sind also Erfahrungswerte und keine Dokumentationsregeln.

  • Eine Weiterleitung nur zu entfernen, weil "ein Jahr vorbei ist", ohne Daten anzusehen.
  • URLs mit externen Links zu löschen, ohne den Linkbericht zu öffnen.
  • Eine Regel in der Mitte einer Kette zu löschen und die URLs davor zu brechen.
  • Entfernte Seiten auf die Startseite umzuleiten und damit Soft 404 Antworten zu erzeugen.
  • Die Verlängerung der alten Domain zu vergessen.
  • Nach dem Entfernen nicht zu beobachten.

Mehr zu Soft 404 Antworten lesen Sie in unserem Ratgeber zu Soft 404 Fehlern. Kurz gesagt: Ein hastiges Aufräumen kostet leise wertvolle Besucher. Allen Fehlern gemeinsam ist, dass der Kalender oder ein Bauchgefühl entschied statt der Daten.

Wie geht unser Team bei dieser Entscheidung vor?

Unser Team folgt bei jedem Umzug derselben Reihenfolge: zuerst die Zuordnungstabelle, dann die Weiterleitungen, danach die Aktualisierung der internen Links und die Beobachtung. Das Entfernen kommt also zuletzt, und Daten steuern es. Der Kalender allein ist nie ein Grund.

Beispielszenario: Ein Shop hat die Domain gewechselt. Ein Jahr später lesen wir dann die Logs. Erhalten die alte Startseite und drei Kategorien weiter Anfragen, behalten wir diese Regeln. Hunderte alte Aktions URLs ohne Anfragen und ohne Links versuchen wir gruppenweise zu entfernen.

Jede Website sieht allerdings anders aus. Wenn Sie einen Plan für Ihre Situation möchten, schauen Sie sich unsere SEO Beratung an. Eine feste Formel wie "löschen Sie nach so vielen Monaten" versprechen wir nie, und dieser Beitrag bietet einen allgemeinen technischen Rahmen ohne Garantie.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich eine 301 Weiterleitung nach einem Jahr löschen?
Die Zeit allein reicht nicht. Die Umzugsdokumentation von Google rät, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Prüfen Sie nach Ablauf zuerst Serverlogs und Linkberichte. Erhält die alte URL noch Besucher oder externe Links, ist das Behalten die sicherere Wahl.
Verliere ich PageRank, wenn ich eine Weiterleitung entferne?
Laut Dokumentation verursachen dauerhafte Weiterleitungen keinen PageRank Verlust. Die Wirkung des Entfernens beziffert sie nicht. Liefert die alte URL einen 404, führen Links darauf womöglich nicht mehr zur neuen Seite. Prüfen Sie daher vor dem Entfernen, welche URLs Links erhalten, und behalten Sie diese.
Sind 404 Fehler in der Search Console nach dem Entfernen normal?
Ja, das ist normal. Ohne Weiterleitung liefert die alte URL einen 404, und Google nimmt sie mit der Zeit aus dem Index. Wichtig ist, dass es URLs sind, die Sie wirklich aufgeben wollten. Tauchen URLs mit Traffic oder Links in der Liste auf, stellen Sie die Regel am besten wieder her.
Sollte ich Weiterleitungen für Nutzer unbefristet behalten?
Pflicht ist es nicht, doch Googles Dokumentation rät, es aus Sicht der Besucher zu erwägen. Alte Lesezeichen, gedruckte Unterlagen und E-Mail Signaturen können weiter Menschen schicken. Ist der Leistungsaufwand gering und die Regelliste überschaubar, ist ein langes Behalten eine vernünftige Entscheidung für Ihre Website.
Muss ich die alte Domain nach dem Umzug verlängern?
Weiterleitungen laufen auf dem Server der alten Domain und stoppen, wenn die Registrierung ausläuft. Außerdem könnte jemand anderes die freigegebene Domain registrieren. Wir empfehlen daher, die alte Domain zu verlängern, solange die Weiterleitungen laufen und wertvolle Links existieren. Die Entscheidung hängt von Ihren Daten ab.
Ist es sinnvoll, eine gelöschte Seite auf die Startseite weiterzuleiten?
Meist nicht. Eine Weiterleitung auf eine unpassende Seite führt Besucher in die Irre und kann Soft 404 Probleme auslösen. Gibt es keine passende Alternative, ist ein 404 oder 410 der ehrlichere Weg. Existiert eine wirklich verwandte Seite, leiten Sie dorthin weiter, und achten Sie auf das gleiche Thema.
  • 301 Weiterleitung
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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