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Website Migration: So vermeiden Sie Rankingverluste beim Umzug (Checkliste für jede Art)

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 3 Aufrufe

Eine Website auf eine neue Domain, ein neues System oder einen neuen Server umzuziehen, gehört zu den riskantesten Aufgaben im SEO. In diesem Beitrag zerlege ich die Website Migration nach Art des Umzugs und gebe Ihnen für jede Art eine eigene Checkliste. Seit 2012 arbeite ich im digitalen Marketing, deshalb teile ich auch die Fehler, die mir in der Praxis immer wieder begegnen.

Was ist eine Website Migration?

Eine Website Migration ist jede geplante Änderung an Domain, Protokoll, System, URL Struktur oder Hosting einer Website, die beeinflusst, wie Suchmaschinen sie crawlen, indexieren und ranken. Das SEO Ziel lautet: die Signale der alten URLs vollständig auf die neuen übertragen und den Einbruch beim Traffic kurz halten.

Anders gesagt: Eine Migration ist kein simples Kopieren von Dateien. Google kennt Ihre alten URLs seit Jahren. Zudem hängen Links, Klicks und Indexeinträge an genau diesen Adressen. Beim Umzug entscheiden also Sie, wie dieses Gedächtnis auf die neuen Adressen übergeht. Mit einem sauberen Plan bleibt die Schwankung kurz. Ohne Plan kann sich der Verlust dagegen über Monate ziehen.

Google bestätigt das außerdem in der eigenen Dokumentation. Der Leitfaden zum Umzug mit URL Änderungen weist darauf hin, dass es nach größeren Änderungen zu Rankingschwankungen kommen kann, während Google die Website neu crawlt. Das Ziel ist daher nicht null Bewegung. Stattdessen geht es darum, die Schwankung kurz und kontrolliert zu halten.

Nutzen Sie diesen Beitrag am besten als Arbeitsliste. Bestimmen Sie zunächst, welche Art von Umzug vor Ihnen liegt. Danach arbeiten Sie die gemeinsamen Vorbereitungen und den Abschnitt zu Ihrer Art ab. Kombiniert ein Projekt mehrere Arten, dann bündeln Sie alle passenden Abschnitte in einem einzigen Zeitplan.

Worin unterscheidet sich eine Website Migration von einem Relaunch?

Bei einem klassischen Relaunch bleiben Sie meist auf derselben Domain. Es ändern sich also Design, Templates und manchmal der Aufbau der Inhalte. Dieses Szenario beschreibe ich ausführlich im Beitrag SEO beim Website Relaunch schützen. Die Migration ist dagegen der größere Rahmen: Hier ändert sich die Adresse selbst, das System oder der Server.

In der Praxis überschneiden sich beide oft. Ein Onlineshop bekommt zum Beispiel ein neues Design und wechselt gleichzeitig die Plattform. Dann brauchen Sie beide Checklisten. Die Unterscheidung bleibt trotzdem wichtig, denn die Risiken kommen aus verschiedenen Richtungen:

  • Beim Relaunch drohen vor allem verlorene Inhalte, eine kaputte Überschriftenstruktur und fehlende interne Links.
  • Bei der Migration drohen fehlende Weiterleitungen, falsche Canonical Tags, Crawling Sperren und verlorene Signale.
  • Im kombinierten Projekt treffen beide Gruppen gleichzeitig ein. Deshalb ist ein Zeitplan in Phasen sicherer.

Mein Rat: Schalten Sie neues Design und neue URLs möglichst nicht am selben Tag live. Trennen Sie deshalb beides. Wenn der Traffic dann sinkt, finden Sie die Ursache viel schneller.

Welche Arten der Migration gibt es und wie riskant ist jede?

Nicht jede Website Migration wiegt gleich schwer. Die Tabelle fasst die sechs Arten zusammen, die mir am häufigsten begegnen, samt relativem Risiko. Die Risikospalte ist eine Einschätzung aus der Praxis als Ausgangspunkt, keine Garantie. Zudem können Größe und technische Altlasten Ihrer Website sie verschieben.

Art der MigrationÄndern sich URLs?Relatives RisikoKritischer Schritt
Hosting oder ServerwechselNeinNiedrigTTL senken, Erreichbarkeit testen
Umstellung von HTTP auf HTTPSNur das ProtokollNiedrig bis mittelWeiterleitungen per 301, gemischte Inhalte bereinigen
Neue URL StrukturJaMittelVollständige Weiterleitungstabelle
Wechsel von CMS oder ShopsystemMeistensMittel bis hochTemplates, Metadaten, strukturierte Daten
DomainumzugJaHoch301 plus Tool zur Adressänderung
Zusammenlegung von WebsitesJaHochInhalte zuordnen und konsolidieren

Die Reihenfolge gibt Ihnen eine grobe Priorität. Allerdings addieren sich die Risiken, sobald Sie mehrere Arten kombinieren. Wer Domain und Shopsystem am selben Tag wechselt, packt also zwei riskante Aufgaben in einen einzigen Launch.

Welche Daten sollten Sie vor dem Umzug sichern?

Geht nach dem Launch etwas schief und Sie haben keine Momentaufnahme von vorher, können Sie nicht belegen, was sich verändert hat. Deshalb ist mein erster Schritt immer eine gründliche Bestandsaufnahme.

  • Leistungsdaten aus der Search Console für die letzten 16 Monate, exportiert nach Seite, Suchanfrage und Land.
  • Ein vollständiger Crawl: alle URLs, Statuscodes, Titel, Meta Descriptions, Canonical Tags und H1.
  • Analytics Daten: organische Einstiegsseiten und die Seiten, die Conversions bringen.
  • Eine Liste der Seiten mit den stärksten Backlinks. Diese haben im Weiterleitungsplan Vorrang.
  • Kopien der aktuellen robots.txt, der XML Sitemap und einer eventuellen hreflang Struktur.
  • Beispiele Ihres Schema Markups: Produkt, Artikel, FAQ und lokales Unternehmen.

Zudem halte ich die Rankings der wichtigsten Trafficseiten fest. So sehen Sie nach dem Umzug genau, welche Seite bei welcher Suchanfrage verloren hat. Die Vorbereitung dauert zunächst ein paar Stunden. Dafür erspart sie Ihnen später tagelanges Rätselraten.

Legen Sie die Dateien danach mit Datum in einem gemeinsamen Projektordner ab. Irgendwann fragt jemand, wie viel Traffic eine Seite früher hatte. Dann haben Sie die Antwort in Sekunden. Die Search Console speichert nur eine begrenzte Historie, deshalb ist diese Sicherung oft die einzige Quelle für langfristige Vergleiche.

Wie erstellen Sie eine Weiterleitungstabelle?

Eine Weiterleitungstabelle ordnet jeder alten URL ihr neues Ziel zu. In jeder Website Migration kostet dieser Schritt die meiste Arbeit. Allerdings zahlt er sich auch am stärksten aus. Auch Google nennt die Zuordnung alter zu neuen URLs als einen der ersten Schritte im Leitfaden zum Umzug.

Konkret gehe ich in dieser Reihenfolge vor:

  1. Führen Sie alle alten URLs aus Crawl, Sitemaps, Search Console und Analytics in einer Liste zusammen.
  2. Suchen Sie für jede alte URL die inhaltlich nächste neue Seite. Eine Zuordnung eins zu eins hat immer Vorrang.
  3. Entscheiden Sie, was mit Seiten ohne Gegenstück passiert: Weiterleitung auf eine ähnliche Seite oder Statuscode 404 bzw. 410.
  4. Listen Sie Varianten mit Parametern, Paginierung, Schrägstrich am Ende und Groß oder Kleinschreibung gesondert auf.
  5. Testen Sie die gesamte Tabelle in der Testumgebung. Jede Zeile sollte ihr Ziel in einem einzigen Schritt erreichen.

Die häufigste Abkürzung, die ich sehe: alle alten URLs auf die Startseite umleiten. Google hält solche Sammelweiterleitungen auf eine unpassende Seite nicht für hilfreich. Somit können die Signale der betroffenen Seiten verloren gehen. Für kurze, lesbare neue URLs hilft Ihnen der Slug Generator.

Was unterscheidet die Weiterleitungen 301, 302 und 308?

Ein dauerhafter Umzug braucht eine dauerhafte Weiterleitung. Laut der Google Dokumentation zu Weiterleitungen und der Google Suche sind 301 und 308 permanent. Google liest sie somit als starkes Signal, dass das Ziel kanonisch sein soll. Dagegen gelten 302, 303 und 307 als temporär, daher kann die Quellseite in den Suchergebnissen bleiben.

Dieselbe Seite nennt außerdem ein paar wichtige Details:

  • Serverseitige Weiterleitungen haben die besten Chancen, dass Google sie richtig interpretiert.
  • Ein sofortiger Meta Refresh zählt als permanent, ein verzögerter dagegen als temporär.
  • JavaScript Weiterleitungen sind nur die letzte Option. Scheitert das Rendering, sieht Google die Weiterleitung womöglich nie.

Der Leitfaden zum Umzug warnt zudem vor Weiterleitungsketten. Der Googlebot folgt zwar bis zu zehn Schritten, Google empfiehlt aber weniger als drei, weil jeder Zwischenschritt Nutzer ausbremst. Prüfen Sie deshalb vor dem Launch Beispiel URLs mit dem Redirect Checker. Danach wissen Sie, ob jede URL in einem Schritt und mit dem richtigen Statuscode ankommt.

Worauf müssen Sie beim Domainumzug achten?

Domainumzüge entstehen durch ein Rebranding, eine Fusion oder den Wechsel von einer Länderdomain zu einer generischen Domain. Das ist die riskanteste Art der Website Migration, denn sämtliche Signale müssen auf eine andere Domain wandern. Meine Checkliste:

  1. Prüfen Sie zunächst die Historie der neuen Domain. Eine Domain mit Vergangenheit als Spamseite kann Probleme mitbringen.
  2. Bestätigen Sie beide Domains in der Search Console als Inhaber, und zwar mit demselben Google Konto.
  3. Leiten Sie jede alte URL seitengenau per 301 auf die passende neue URL weiter.
  4. Kontrollieren Sie, dass Canonical Tags, hreflang und Sitemap der neuen Website auf die neue Domain zeigen.
  5. Starten Sie danach das Tool zur Adressänderung in der Search Console.

Laut der Hilfeseite zum Tool zur Adressänderung funktioniert es nur für Properties auf Domainebene. Außerdem setzt es eine 301 Weiterleitung von der alten auf die neue Startseite voraus, und seine Wirkung hält 180 Tage an. In dieser Zeit crawlt Google bevorzugt die neue Website und überträgt Signale dorthin. Lassen Sie die alte Domain daher innerhalb dieser 180 Tage auf keinen Fall auslaufen. Besser noch: Behalten Sie die Weiterleitungen nach Googles Empfehlung mindestens ein Jahr, am besten dauerhaft.

Was braucht die Umstellung von HTTP auf HTTPS?

Technisch ist HTTPS eine URL Änderung, denn das Protokoll gehört zur Adresse. Trotzdem bleiben Sie auf derselben Domain, also brauchen Sie das Tool zur Adressänderung nicht. Das steht ebenso im Leitfaden von Google. Meine Checkliste:

  • Stellen Sie sicher, dass das Zertifikat alle Hostnamen abdeckt, also mit und ohne www.
  • Leiten Sie jede HTTP Adresse per 301 in einem Schritt auf ihr HTTPS Gegenstück mit gleichem Pfad weiter.
  • Stellen Sie Bilder, Skripte und Stylesheets in den Templates auf HTTPS um, damit keine Warnungen zu gemischten Inhalten entstehen.
  • Aktualisieren Sie Canonical Tags, interne Links und die XML Sitemap auf HTTPS Adressen.
  • Legen Sie in der Search Console die HTTPS Property an oder prüfen Sie die Abdeckung Ihrer Domain Property.

Den häufigsten Fehler sehe ich bei getrennten Regeln für www und HTTPS. Dann springt http://site.de zuerst auf https://site.de und danach auf https://www.site.de. Diese Kette mit zwei Schritten ist keine Katastrophe, trotzdem ist sie unnötig. Schreiben Sie stattdessen eine Regel, die jede Variante direkt zur finalen Adresse schickt.

Was geht beim Wechsel von CMS oder Shopsystem kaputt?

Beim Wechsel von WordPress zu einer Eigenentwicklung, von einem Shopsystem zum nächsten oder von einer statischen Seite zu einem CMS entstehen Probleme meist an unauffälligen Stellen. Das neue System zeigt zwar dieselben Seiten, arbeitet im Hintergrund allerdings anders. Konkret vergleiche ich diese Bereiche einzeln:

  • Titel und Meta Descriptions. Beim Massenimport bleiben sie oft leer oder fallen auf einen Standardwert zurück.
  • Canonical Tags. Manche Systeme erzwingen auf Filter und Sortierseiten ihre eigene Logik.
  • Strukturierte Daten. Preis, Lagerbestand und Bewertungen fehlen im neuen Theme eventuell.
  • Paginierung und Filter. Ein neues Parameterformat kann Tausende neue URLs erzeugen.
  • Bildadressen und Alternativtexte. Beides beeinflusst den Traffic aus der Bildersuche.
  • Ladezeit. Ein schweres Theme verschlechtert Ihre Core Web Vitals.

Shopsysteme nutzen für Kategorien und Produkte sehr unterschiedliche URL Muster. Fragen Sie daher schon vor der Auswahl, wie viel Kontrolle Sie über die URLs haben. Für große Sortimente lohnt sich der Beitrag zur Kategoriestruktur für große Websites. Bei Plattformwechseln unterstütze ich Sie außerdem im Rahmen der E-Commerce Beratung.

Welche Fehler sollten Sie bei einer neuen URL Struktur vermeiden?

Manchmal bleiben Domain und System gleich, und nur die Adressen ändern sich. Sie entfernen zum Beispiel Datumsangaben aus Blog URLs, streichen Kategorieordner oder löschen Dateiendungen. Diese Art der Website Migration wirkt klein, trifft allerdings die ganze Website. Vermeiden Sie diese Fehler:

  1. URLs nur ändern, weil sie „schöner aussehen“. Ohne klaren Nutzen gehen Sie das Risiko umsonst ein.
  2. Interne Links nicht anpassen. Selbst mit funktionierenden Weiterleitungen verschwenden Links auf alte URLs Crawl Budget und Ladezeit.
  3. Varianten mit Schrägstrich, Großschreibung oder Dateiendung vergessen.
  4. Eine alte URL kurz nach dem Umzug für einen anderen Inhalt wiederverwenden.
  5. Alte und neue URLs gleichzeitig in der Sitemap lassen.

Meine Regel ist einfach: Die neue Struktur sollte so klar sein, dass sie jahrelang hält. Denn Websites, die alle zwei Jahre ihre URLs ändern, müssen ihre Signale jedes Mal neu umziehen. Erstellen Sie die neue Sitemap vor dem Launch mit dem XML Sitemap Generator und nehmen Sie nur kanonische URLs mit Statuscode 200 auf.

Beeinflusst ein Hosting oder Serverwechsel die Rankings?

Bleiben die URLs gleich, ist der Serverwechsel die Art mit dem geringsten Risiko. Gering heißt allerdings nicht null. Googles Leitfaden zum Umzug ohne URL Änderungen beschreibt, dass die Crawling Frequenz des Googlebots direkt nach dem Umzug vorübergehend sinken kann und in den folgenden Tagen stetig steigt. Eine kurze Delle beim Crawling ist also normal.

Meine Checkliste, abgeleitet aus diesem Leitfaden und meiner eigenen Praxis:

  • Senken Sie die TTL Ihrer DNS Einträge mindestens eine Woche vor dem Umzug, damit sich die Änderung schneller verbreitet.
  • Stellen Sie sicher, dass auf dem neuen Server keine Sperre per robots.txt oder noindex übrig ist.
  • Bestätigen Sie die Search Console per HTML Datei, dann kopieren Sie diese Datei auch auf den neuen Server.
  • Prüfen Sie mit dem Tool zur URL Prüfung, ob der Googlebot den neuen Server erreicht.
  • Lassen Sie das alte Hosting aktiv, bis dort kein Traffic mehr ankommt.

Ob Ihre DNS Einträge schon auf die neue Adresse zeigen, sehen Sie schnell mit der DNS Abfrage. Beobachten Sie zudem die Antwortzeit des neuen Servers. Ein langsamer Server senkt die Crawling Frequenz und schadet so indirekt der Sichtbarkeit.

Welche Seiten behalten Sie beim Zusammenlegen zweier Websites?

Zusammenlegungen entstehen, wenn zwei Marken fusionieren oder eine Kampagnenseite in die Hauptseite wandert. Diese Art verlangt die meisten Entscheidungen, denn jede Seite eins zu eins umzuziehen ist selten sinnvoll. Ich ordne jeden Inhalt einer von drei Gruppen zu:

  • Behalten und umziehen: Seiten mit Traffic, Links oder Conversions, deren Thema die Hauptseite noch nicht abdeckt.
  • Zusammenführen: Hat die Hauptseite schon eine ähnliche Seite, vereinen Sie die Stärken beider Inhalte und leiten die alte Seite dorthin weiter.
  • Entfernen: Dünne, veraltete Seiten ohne Signale bekommen den Statuscode 410 oder 404.

Dazu kommt zudem eine Falle. Konkurrierten beide Websites um dieselben Suchanfragen, addieren sich ihre Rankings nach der Fusion nicht einfach. Google braucht Zeit, um die neue Seite zu bewerten, und Schwankungen in dieser Phase sind normal. Laut dem Leitfaden brauchen größere Websites zudem länger. Setzen Sie deshalb von Anfang an realistische Erwartungen.

Wie schützen Sie hreflang auf mehrsprachigen Websites?

Bei mehrsprachigen Websites bedeutet eine Migration auch, das hreflang Netz neu aufzubauen. Jede Sprachversion muss alle anderen Versionen mit ihren neuen URLs nennen. Steht in einer Version noch eine alte URL, bricht der Rückverweis, und Google ignoriert die Angaben womöglich.

Konkret prüfe ich beim Umzug:

  • Die hreflang Angaben zeigen auf die finale URL mit Statuscode 200, nicht auf eine Weiterleitung.
  • Jede Version nennt auch sich selbst, und der Eintrag für die Standardversion zeigt auf die richtige Seite.
  • Ändern sich die Sprachordner, erstellen Sie für jede Sprache eine eigene Weiterleitungstabelle.

Die Grundlagen erkläre ich im Beitrag Was ist das hreflang Tag. Um die Angaben für die neuen URLs schnell zu erzeugen, nutzen Sie den hreflang Generator. Damit vermeiden Sie zudem Tippfehler, die beim Schreiben von Hand entstehen.

Ziehen Sie Sprachversionen von eigenen Länderdomains in Ordner einer einzigen Domain um, braucht jede alte Domain einen eigenen Plan. Wandert zum Beispiel die deutsche Version von einer .de Domain in den Ordner /de/, dann leiten Sie jede Seite dieser Domain auf ihr Gegenstück unter /de/ weiter und beobachten die alte Domain zusätzlich in der Search Console.

Was sollten Sie vor dem Launch in der Testumgebung prüfen?

Die Testumgebung ist vor allem Ihre Versicherung. Schützen Sie die neue Website mit Passwort oder IP Freigabe, denn die Testkopie gehört nicht in den Google Index. Allerdings muss das Entfernen dieses Schutzes als eigener Punkt auf Ihre Launch Liste.

Diese Prüfungen mache ich in der Testumgebung:

  • Crawlen Sie alle Zeilen der Weiterleitungstabelle in einem Durchgang. Jede alte URL sollte in einem Schritt ein Ziel mit Statuscode 200 erreichen.
  • Vergleichen Sie Titel, Meta Descriptions, H1 und Canonical Tags der wichtigsten Templates direkt mit der alten Website.
  • Prüfen Sie Mobilansicht und Ladezeit. Ein schweres Theme beheben Sie vor dem Launch, nicht danach.
  • Testen Sie Formulare, Warenkorb, Kasse und Dankesseiten von Anfang bis Ende.

Teilen Sie die Liste mit dem Team und geben Sie jedem Punkt eine verantwortliche Person. Dann wird der Launch Tag zur reinen Kontrolle statt zur Überraschung. Bei der Durchsicht vieler Metadaten zeigt Ihnen die Google SERP Vorschau, wie jeder Titel in den Suchergebnissen aussieht.

Was tun Sie am Tag des Umzugs, Schritt für Schritt?

Wählen Sie einen Tag und eine Uhrzeit mit wenig Traffic. Meiden Sie im Handel Aktionswochen und im B2B Geschäft das Quartalsende. Meine Liste für den Launch Tag folgt dieser Reihenfolge:

  1. Entfernen Sie noindex und robots.txt Sperren aus der Testumgebung. Dieser vergessene Schritt gehört zu den teuersten Fehlern, die ich kenne.
  2. Schalten Sie die Weiterleitungsregeln live und testen Sie sofort zufällige Stichproben aus der Tabelle.
  3. Reichen Sie die neue XML Sitemap in der Search Console ein.
  4. Starten Sie beim Domainumzug das Tool zur Adressänderung.
  5. Prüfen Sie Ihre wichtigsten Seiten mit dem Tool zur URL Prüfung und beantragen Sie die Indexierung.
  6. Kontrollieren Sie, dass Analytics und Conversion Tags auf den neuen Seiten auslösen.

Laut Googles Leitfaden kann eine Sitemap mit neuen URLs anfangs null indexierte Seiten zeigen. Das ist also normal. Müssen Sie die robots.txt an die neue Struktur anpassen, liefert Ihnen der robots.txt Generator eine saubere Datei. Klären Sie schließlich vorab, wer für welche Art von Problem zuständig ist. Wer weiß, wen er anrufen muss, gewinnt im Ernstfall wertvolle Minuten.

Was sollten Sie in den ersten 30 Tagen überwachen?

Der Launch ist allerdings nur die halbe Arbeit. Die eigentlichen Probleme zeigen sich oft erst später, wenn Google die alten URLs erneut crawlt. In den ersten 30 Tagen prüfe ich täglich oder alle zwei Tage:

  • Crawling Statistiken in der Search Console: Anstiege bei 404, 5xx und Weiterleitungsfehlern.
  • Den Bericht zur Seitenindexierung: wie schnell neue URLs in den Index kommen und wie viele Seiten als Seite mit Weiterleitung erscheinen.
  • Den Leistungsbericht: den Punkt, an dem sich Impressionen und Klicks von alten und neuen URLs kreuzen.
  • Serverlogs: welche alten URLs der Googlebot noch abruft.
  • Conversions: Der Traffic kann stabil bleiben, während ein Formular oder die Kasse still versagt.

Vergleichen Sie danach alles mit Ihrer Bestandsaufnahme. So erkennen Sie schnell, ob ein Rückgang die ganze Website betrifft oder nur ein Template. Fallen zum Beispiel nur Produktseiten, liegt die Ursache wahrscheinlich im Produkttemplate. Ab der dritten Woche prüfen Sie seltener, halten den monatlichen Vergleich aber mindestens sechs Monate lang durch. Den größeren technischen Rahmen beschreibe ich im Beitrag Technisches SEO nach der KI Wende.

Wie lange dauert es, bis sich der Traffic nach einer Website Migration erholt?

Eine einheitliche Antwort gibt es nicht, denn jede Website ist anders. Laut Googles Leitfaden kann es bei einer mittelgroßen Website einige Wochen oder länger dauern, bis Google statt der alten die neuen URLs anzeigt. Bei großen Websites dauert es entsprechend länger. Das ist die belastbarste offizielle Grundlage, um Erwartungen zu steuern.

Dazu ein grober Rahmen aus meiner eigenen Arbeit. Lesen Sie ihn als Ausgangswert aus der Praxis, nicht als Garantie:

  • Serverwechsel und saubere HTTPS Umstellungen pendeln sich meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ein.
  • Neue URL Strukturen und Systemwechsel schwanken oft einige Wochen bis einige Monate.
  • Domainumzüge und Zusammenlegungen können mehrere Monate brauchen. Manche Projekte erreichen das alte Niveau nie ganz.

Am stärksten verlängert sich die Erholung, wenn Fehler nach dem Launch spät behoben werden. Die Überwachung der ersten 30 Tage bestimmt somit direkt, wie schnell Sie sich erholen.

Noch ein Punkt: Vermeiden Sie kurz vor und nach dem Umzug große inhaltliche Änderungen. Wer Seiten löscht, Titel massenhaft umschreibt oder neue Kategorien eröffnet, verwischt die Ursache jeder Delle. Lassen Sie die Migration zuerst ankommen, und optimieren Sie dann.

Welche Fehler bei der Website Migration sehe ich am häufigsten?

Über die Jahre habe ich Migrationen in vielen Größen begleitet und Projekte auch nach dem Launch gerettet. Die meisten Fehler entstehen nicht aus fehlendem Technikwissen, sondern aus mangelnder Planung und Abstimmung. Diese begegnen mir am häufigsten:

  1. Das noindex der Testumgebung geht mit der neuen Website live.
  2. Alle alten Seiten leiten auf die Startseite weiter.
  3. Die Website nutzt temporäre statt permanente Weiterleitungen, weil die Software standardmäßig 302 setzt.
  4. Niemand verlängert die alte Domain, und sie läuft nach einigen Monaten aus.
  5. Canonical Tags der neuen Website zeigen noch auf die alte Domain.
  6. Links in Anzeigen, Newslettern und Social Media Profilen bleiben veraltet.

Der letzte Punkt wirkt nicht wie ein SEO Thema, trotzdem ist er wichtig. Aktualisiert niemand die finalen URLs in Google Ads, läuft jeder bezahlte Klick über eine Weiterleitung, und das Tracking kann durcheinandergeraten. Wenn Sie die bezahlte Seite gleich mitdenken möchten, finden Sie mehr zur Google Ads Verwaltung.

Fast alle diese Fehler haben dieselbe Wurzel: Das Team sieht die Migration als reine Entwickleraufgabe. Daher müssen Marketing, Paid Media und Redaktion den Zeitplan ebenso kennen. Ein kurzes Meeting und eine gemeinsame Checkliste verhindern die meisten dieser Fehler.

Sollten Sie die Migration selbst umsetzen oder Hilfe holen?

Für eine kleine Unternehmenswebsite reichen die Checklisten oben meist für einen Serverwechsel oder die Umstellung auf HTTPS. Wechseln Sie dagegen Domain oder Plattform eines Onlineshops mit Tausenden URLs, übersteigen die Kosten eines Fehlers schnell die Kosten für Unterstützung. Fragen Sie sich deshalb:

  • Welchen Anteil Ihres Umsatzes bringt der organische Traffic?
  • Kann jemand in Ihrem Team Weiterleitungsregeln schreiben und testen?
  • Haben Sie Zeit, die Website nach dem Launch 30 Tage lang täglich zu beobachten?

Beantworten Sie auch nur eine Frage mit Nein, dann lohnt sich ein zweiter Blick von außen. Im Rahmen meiner SEO Beratung übernehme ich die Prüfung vor dem Launch, die Kontrolle der Weiterleitungstabelle und die Überwachung danach. Über die Kontaktseite erreichen Sie mich direkt, ohne Vermittler, und wir schärfen den Plan gemeinsam.

Welchen Weg Sie auch wählen: Passen Sie die Listen an Ihr Projekt an und haken Sie jeden Schritt ab. Eine Migration scheitert selten an einem großen Schritt. Sie scheitert an kleinen Details, die jemand vergessen hat.

Häufig gestellte Fragen

Wie früh sollten Sie eine Website Migration planen?
Beginnen Sie bei kleinen Websites einige Wochen und bei großen Websites einige Monate vorher. Diese Zeit brauchen Sie für die Bestandsaufnahme, die Weiterleitungstabelle und den Test in der Testumgebung. Bei überhasteten Umzügen fällt gerade der Test am häufigsten weg, deshalb sollten Sie einige Tage Puffer einplanen.
Wie lange sollten Sie die alte Domain behalten?
Behalten Sie die alte Domain so lange wie möglich, idealerweise dauerhaft. Google empfiehlt, Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen zu lassen, und das Tool zur Adressänderung wirkt 180 Tage. Lassen Sie die Domain auslaufen, kann ein Dritter sie kaufen, von Ihren alten Backlinks profitieren und Ihrer Marke schaden.
Ist ein Rankingverlust während der Migration normal?
Ja, kurze Schwankungen sind normal, und Google erwähnt sie selbst in der Dokumentation. Ein Warnsignal ist dagegen ein Rückgang, der sich nach einigen Wochen nicht bessert oder sich auf bestimmte Seitengruppen konzentriert. Prüfen Sie dann zuerst Weiterleitungen, Canonical Tags und den Bericht zur Seitenindexierung, danach die Serverlogs.
Brauchen Sie bei der Umstellung auf HTTPS das Tool zur Adressänderung?
Nein, für die Umstellung von HTTP auf HTTPS brauchen Sie es nicht. Google hat das Tool nur für Umzüge von einer Domain oder Subdomain auf eine andere vorgesehen. Bei HTTPS genügen Weiterleitungen per 301 für die gesamte Website, aktualisierte Canonical Tags und eine neue Sitemap. Prüfen Sie außerdem, ob die Search Console die HTTPS Version erfasst.
Wann ist ein 404 besser als eine Weiterleitung?
Ein 404 oder 410 ist richtig, wenn die alte Seite auf der neuen Website kein sinnvolles Gegenstück hat. Eine Weiterleitung auf eine unpassende Seite, vor allem auf die Startseite, hilft Nutzern nicht, und Google behandelt sie oft wie ein Soft 404. Seiten mit Traffic oder Backlinks leiten Sie dagegen auf den inhaltlich nächsten Inhalt weiter.
Müssen Sie interne Links nach der Migration anpassen?
Zwingend ist es nicht, aber ich empfehle es dringend. Auch bei funktionierenden Weiterleitungen kostet jeder Klick auf eine alte interne URL einen zusätzlichen Schritt, und der Googlebot folgt unnötigen Weiterleitungen. Aktualisierte interne Links verbessern die Ladezeit und helfen Google, die neuen URLs schneller zu übernehmen.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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