Digitales Marketing

Marketingplan auf einer Seite erstellen: Vorlage und Anleitung

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie erstellen Sie einen Marketingplan auf einer Seite?

Ein Marketingplan auf einer Seite ist ein Arbeitsdokument, das Ziel, Zielgruppe, Angebot, Kanal, Budget und Messung auf einem einzigen Blatt bündelt. Sie schreiben pro Zeile genau eine Entscheidung, ergänzen Verantwortliche und Termine und prüfen die Seite anschließend alle drei Monate.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

In diesem Beitrag erhalten Sie deshalb keine abstrakte Begriffsliste, sondern eine Vorlage, die Sie sofort ausfüllen können. Außerdem erklären wir, wie Sie jede Zeile formulieren, welche Sätze nichts bringen und wie Sie den Plan am Quartalsende lesen. Alle Beispiele sind Beispielszenarien, Beträge stehen als "Einheiten" statt in einer Währung.

Wir sind Talha Aslan und Team, und zu Beginn einer neuen Zusammenarbeit stellen wir meist dieselbe Frage: "Was wollen Sie in diesem Quartal wem über welchen Weg verkaufen?" Passt die Antwort nicht auf eine Seite, liegt das Problem selten am Dokument. Meistens fehlen schlicht die Entscheidungen. Betrachten Sie diese Seite also als Entscheidungsliste und nicht als Bericht.

Warum sollte der Plan auf eine Seite passen?

Das größte Problem langer Pläne ist einfach: Nach dem Startmeeting öffnet sie niemand mehr. Eine Präsentation mit dreißig Folien wirkt im Raum beeindruckend. Allerdings schaut die Person, die am Dienstagmorgen Anzeigentexte schreibt, nicht mehr hinein. Eine einzelne Seite bleibt dagegen auf dem Schreibtisch oder ganz oben im gemeinsamen Ordner und beeinflusst deshalb tatsächlich die täglichen Entscheidungen.

Die Begrenzung schafft zudem Disziplin. Zunächst wirkt es leicht, fünf Ziele zu notieren. Passt in eine Zeile aber nur eines, müssen Sie entscheiden, welches zählt. Somit wird aus einer Formatregel ein Werkzeug für klare Prioritäten.

Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Neue Mitarbeitende, Freelancer oder Geschäftspartner sehen das gesamte Bild in wenigen Minuten. Außerdem lesen alle dieselbe Seite, sodass Missverständnisse seltener werden. Eines gilt trotzdem: Eine kurze Seite ersetzt keine Recherche. Sie recherchieren weiterhin, dann verdichten Sie das Ergebnis auf einen Satz.

  • Die Seite ist kurz und wird deshalb im Alltag wirklich geöffnet.
  • Die Zeilenbegrenzung zwingt Sie zu Prioritäten.
  • Neue Beteiligte erfassen das Bild schnell.
  • Änderungen sind einfach, denn es gibt keine hundert Zeilen zum Umschreiben.

Welche Zeilen gehören in einen Marketingplan auf einer Seite?

Der Kern besteht aus sechs Zeilen: Ziel, Zielgruppe, Angebot, Kanal, Budget und Messung. Die Reihenfolge ist kein Zufall, denn jede Zeile baut auf der vorherigen auf. Zum Beispiel müssen Sie die Zielgruppe kennen, bevor Sie einen Kanal wählen, und den Kanal, bevor Sie das Budget festlegen.

Das Existenzgründungsportal des Bundes beschreibt auf seiner Seite zur Marketingplanung eine ähnliche Abfolge: erst Ziele, dann Maßnahmen, danach das Budget und schließlich die Erfolgskontrolle. Wir verdichten diese Punkte deshalb auf das, was ein kleines Unternehmen auf einer Seite steuern kann. Die folgende Tabelle zeigt, welche Frage jede Zeile beantwortet.

ZeileBeantwortete FrageSchwache FassungStarke Fassung
ZielWas ändert sich in diesem Quartal?Mehr Umsatz40 neue Angebotsanfragen bis Quartalsende (Beispiel)
ZielgruppeWer kommt mit welchem Problem?Alle von 25 bis 55Eigenheimbesitzer, die ihre Küche erneuern wollen
AngebotWarum sollte man Sie wählen?Gute QualitätEin Preis vom Aufmaß bis zur Montage, schriftlicher Liefertermin
KanalWie erreicht die Zielgruppe Sie?Wir sind überallEin Hauptkanal, ein Unterstützungskanal
BudgetWie viel geben wir aus?Je nach LageMonatssumme, Kanalanteil, Testanteil
MessungWoran erkennen wir den Erfolg?Wir schauen in BerichteEine Hauptkennzahl, zwei unterstützende Kennzahlen

Die Zahlen in der Tabelle sind nur Beispiele. Ihr eigenes Ziel sollte daher aus Ihren eigenen Daten stammen.

Wie sieht die Vorlage zum Ausfüllen aus?

Die folgende Vorlage können Sie in ein Dokument oder eine Tabelle kopieren und mit Ihren Antworten füllen. Schreiben Sie in jede Zelle höchstens zwei kurze Sätze. Wird der Text länger, ist die Entscheidung vermutlich noch nicht klar. Lassen Sie zudem die Spalten für Verantwortliche und Termine nicht leer, denn eine Zeile ohne Verantwortung bleibt meist liegen.

ZeileSatz zum AusfüllenVerantwortlichTermin
ZielBis [Datum] bringen wir [Kennzahl] von [Startwert] auf [Zielwert].
Zielgruppe[Wer] sucht in [welcher Situation] eine Lösung für [welches Problem].
Angebot[Produkt oder Leistung] bringt [konkreten Nutzen]; unser Beleg ist [Beleg].
HauptkanalWir erreichen die Zielgruppe zuerst über [Kanal] mit [Inhalts- oder Anzeigenformat].
Unterstützungskanal[Kanal] unterstützt Personen aus dem Hauptkanal durch [Maßnahme].
BudgetMonatlich [Betrag]; [Kanal 1] erhält [Betrag], Tests erhalten [Betrag].
MessungHauptkennzahl [Kennzahl]; weitere Kennzahlen [Kennzahl] und [Kennzahl]; Quelle [Werkzeug].
StoppregelBleibt das Ergebnis nach [Zeitraum] unter [Schwelle], stoppen wir [Kanal oder Kampagne].

Die letzte Zeile fehlt in vielen Vorlagen. Dabei spart gerade sie oft das meiste Geld, denn sie beendet schwache Kampagnen rechtzeitig. Legen Sie die Stoppregel vorab fest, hängen Sie weniger emotional an einer schwachen Kampagne.

Wie formulieren Sie die Zielzeile?

Die Zielzeile enthält ein Ergebnis, einen Startwert, einen Zielwert und ein Datum. "Unsere Marke stärken" ist eine Richtung, aber kein Ziel. Dagegen lässt sich "monatliche Angebotsanfragen bis Quartalsende vom heutigen Stand auf einen festgelegten Wert bringen" später eindeutig prüfen. Deshalb rät auch das Existenzgründungsportal, Ziele so zu formulieren, dass Sie den Erfolg später kontrollieren können.

Kennen Sie den Startwert nicht, messen Sie ihn zuerst, denn ohne Ausgangspunkt lässt sich kein Ziel auswerten. In diesem Fall lautet das Ziel des ersten Quartals eben: "Messung einrichten und Ausgangswert ermitteln." Das klingt klein. Allerdings bauen alle folgenden Quartale darauf auf.

Prüfen Sie außerdem, wie nah die Kennzahl am Geschäftsergebnis liegt. Die Followerzahl kann steigen, während der Umsatz stagniert. Wählen Sie daher möglichst ein Ergebnis wie Anfrage, Termin oder Bestellung. Unser Beitrag zu Online Marketing KPIs liefert Ihnen eine Startliste, und bei der Festlegung hilft unser Text zu Conversion Zielen.

  • Wählen Sie ein Ergebnis und verschieben Sie das zweite Ziel ins nächste Quartal.
  • Notieren Sie den Startwert oder messen Sie ihn zuerst.
  • Binden Sie das Datum an einen echten Kalendertag.
  • Vergleichen Sie den Zielwert mit Ihren bisherigen Daten.

Wen beschreibt die Zielgruppenzeile?

Die Zielgruppenzeile beschreibt eher eine Situation als eine Altersspanne. "Frauen von 35 bis 50" sagt Ihnen fast nichts. "Erstmalige Eigenheimbesitzer, die ihre Küche erneuern wollen und ihr Budget festgelegt haben" prägt dagegen unmittelbar Anzeigentext, Keywords und Angebot. Anders gesagt: Die Situation erklärt das Verhalten besser als demografische Merkmale.

Das Existenzgründungsportal empfiehlt ebenfalls, potenzielle Kunden genau kennenzulernen. Auf eine Seite passt zwar nicht die gesamte Recherche, wohl aber ihre Zusammenfassung. Wie Sie dabei vorgehen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zur Zielgruppenanalyse, deshalb wiederholen wir es hier nicht.

Hier ein praktischer Test: Denken Sie an Ihre letzten fünf Kunden und schreiben Sie auf, was diese beim ersten Kontakt gesagt haben. Solche Sätze sind meist wertvoller als alles, was Sie selbst formulieren würden, denn sie zeigen die echte Sprache Ihres Marktes. Übernehmen Sie also möglichst die Worte Ihrer Kunden in diese Zeile.

Warum steht das Angebot vor dem Kanal?

Ein guter Kanal rettet kein schwaches Angebot. Werbung zeigt Ihr Angebot lediglich mehr Menschen. Überzeugt es nicht, werden Sie von mehr Menschen schneller abgelehnt. Deshalb sollten Sie zuerst die Frage beantworten: Warum sollte diese Person gerade uns wählen?

Eine starke Angebotszeile enthält drei Dinge: einen konkreten Nutzen, einen Beleg und einen nächsten Schritt. Zum Beispiel gibt "schriftlicher Liefertermin, ein Preis vom Aufmaß bis zur Montage" dem Leser etwas Vergleichbares, "gute Qualität" dagegen nicht. Als Beleg dienen Garantiebedingungen, ein Referenzprojekt oder eine Prozessbeschreibung. Schreiben Sie jedoch keinen Beleg auf, den Sie nicht haben.

Andererseits muss ein Angebot nicht immer ein Rabatt sein. Lieferzeit, Einrichtungshilfe, Testmöglichkeit oder eine risikomindernde Bedingung gehören ebenso dazu. Wie Sie sich klar vom Wettbewerb abheben, zeigt unser Text zur Produktpositionierung. Ein rabattgetriebener Plan bringt schnell Bewegung, senkt aber zugleich Ihre Marge.

Wie viele Kanäle gehören in die Kanalzeile?

Für ein kleines Team ist ein Hauptkanal plus ein Unterstützungskanal der gesündeste Start. Der Hauptkanal trägt den Großteil des Ziels. Der Unterstützungskanal erinnert danach die gewonnenen Personen oder schafft Vertrauen. Fünf Kanäle gleichzeitig bedeuten dagegen meist, dass alle fünf unterversorgt bleiben.

Entscheiden Sie vor allem nach der Suchabsicht. Suchen Menschen aktiv nach Ihrer Lösung, zählt vor allem die Suche, also prüfen Sie Optionen wie Google Ads Verwaltung oder SEO Beratung. Entdecken Menschen Ihr Produkt eher zufällig, passen soziale Kanäle oft besser.

Halten Sie auf der Seite nur das Ergebnis fest: den Kanalnamen, das geplante Format und den Grund für die Wahl. Gerade der Grund ist wichtig, denn in drei Monaten lesen Sie dort die Logik Ihrer Entscheidung nach. Zudem verhindert er, dass ein Kanal nur aus Gewohnheit weiterläuft.

Beachten Sie außerdem die Kapazität im Team. Ein Kanal braucht Inhalte, Pflege und Auswertung, nicht nur Budget. Wählen Sie deshalb nur so viele Kanäle, wie Sie wirklich regelmäßig betreuen können.

Was schreiben Sie in die Budgetzeile?

In die Budgetzeile gehören drei Angaben: Gesamtsumme, Kanalanteil und Testanteil. Die Gesamtsumme ermitteln Sie in einer eigenen Rechnung; für Suchkampagnen beschreibt unser Beitrag zum Google Ads Budget im B2B einen möglichen Weg. Hier steht nur das Ergebnis dieser Arbeit. Das Existenzgründungsportal nennt ebenfalls keine pauschale Summe und rät, bei einem Markteintritt oder einem neuen Produkt mehr einzuplanen.

Ergänzen Sie neben den Werbekosten auch Produktions- und Werkzeugkosten. Denn Bilder, Texte, Videos, Abonnements und externe Hilfe gehören ebenfalls dazu. Ein Plan, der nur Werbeausgaben zählt, zeigt daher zu niedrige Kosten.

Übertragen Sie den Monatsbetrag auf eine Kampagne, arbeitet Google Ads mit einem durchschnittlichen Tagesbudget. Die Google Ads Hilfe empfiehlt, ein Monatsbudget durch 30,4 zu teilen. Danach können Sie mit unserem ROAS Rechner Ihr eigenes Szenario durchspielen und die Wirtschaftlichkeit prüfen.

Notieren Sie zudem, was ein neuer Kunde über alle Kanäle hinweg kostet, denn davon hängt Ihre Liquidität ab. Die Rechnung erklärt unser Beitrag zu Blended CAC.

Welche Fragen beantwortet die Messzeile?

Die Messzeile beantwortet drei Fragen: Welche Kennzahl zeigt den Erfolg, wo lesen wir die Daten, und wer prüft sie wann? Wählen Sie eine Hauptkennzahl und höchstens zwei weitere. Bei zehn Kennzahlen finden Sie immer eine, die gut aussieht, also täuschen Sie sich leicht selbst.

Haben Sie eine Website, legen Sie das wichtigste Ergebnis in Google Analytics fest. Google beschreibt ein Schlüsselereignis als Ereignis, das eine für den Erfolg Ihres Unternehmens besonders wichtige Aktion misst. Ein abgeschicktes Formular, ein Anruf oder ein Kauf passen dazu. Welches Ereignis Sie wählen, bestimmt Ihre Zielzeile.

Kennzeichnen Sie außerdem Ihre Links, damit Sie Kampagnen unterscheiden können. Die Google Dokumentation zu benutzerdefinierten URLs empfiehlt, immer utm_source, utm_medium und utm_campaign zu verwenden, und weist darauf hin, dass die Werte zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Konkret legen Sie mit unserem UTM Generator dafür ein einheitliches Schema fest. Mehr zum Konzept finden Sie im Beitrag zu UTM Parametern.

Wohin gehören Verantwortliche und Termine?

Schreiben Sie neben jede Zeile den Namen einer Person. "Das Marketingteam" ist keine Verantwortung. Eine benannte Person verfolgt die Aufgabe, holt bei Bedarf Hilfe und bringt das Ergebnis ins Meeting mit. Zudem übernimmt in kleinen Unternehmen oft jemand mehrere Zeilen. Trotzdem sollten Sie diese Arbeitslast ehrlich einschätzen.

Beim Kalender können Sie die drei Monate dritteln: im ersten Monat Einrichtung, im zweiten Start und Tests, im dritten Verbesserung und Auswertung. Diese Aufteilung ist keine Regel, sondern nur ein praktischer Einstieg. Ist die Messung bereits eingerichtet, starten Sie direkt mit dem zweiten Abschnitt.

  1. Tragen Sie pro Zeile eine verantwortliche Person ein.
  2. Setzen Sie für jede Aufgabe einen Endtermin im Kalender.
  3. Bestimmen Sie einen festen Tag für den kurzen Wochencheck.
  4. Tragen Sie das Reviewmeeting zum Quartalsende schon heute ein.

Der letzte Punkt wirkt klein, entscheidet aber viel. Denn ohne festen Termin versandet der Plan zum Quartalsende meist still und leise.

Beispielszenario: Wie sieht der Plan einer Möbelwerkstatt aus?

Das folgende Beispiel stammt nicht von einem echten Kunden. Wir haben es nur erfunden, um zu zeigen, wie sich die Vorlage füllt, und alle Beträge und Ziele sind Beispielrechnungen. Stellen Sie sich eine Werkstatt vor, die Küchenschränke nach Maß baut und in einer einzigen Stadt arbeitet.

  • Ziel: Monatliche Angebotsanfragen bis Quartalsende von 10 auf 25 steigern (Beispiel).
  • Zielgruppe: Eigenheimbesitzer in der Stadt, die sich für eine neue Küche entschieden haben und für ein Aufmaß bereit sind.
  • Angebot: Aufmaß vor Ort, 3D Zeichnung und schriftlicher Liefertermin.
  • Hauptkanal: Google Ads bei Suchanfragen nach Küchenschränken.
  • Unterstützungskanal: Ein Instagram Profil mit fertigen Projekten.
  • Budget: 100 Einheiten im Monat; 70 für Anzeigen, 20 für Bildproduktion, 10 für Tests (Beispiel).
  • Messung: Hauptkennzahl sind Formulare und Anrufe. Weitere Kennzahlen sind Kosten pro Anfrage und der Anteil der Gespräche, aus denen ein Auftrag wird.
  • Stoppregel: Liegen die Kosten pro Anfrage nach sechs Wochen über dem erlaubten Wert, ändert sich die Kampagnenstruktur.

Wie Sie sehen, enthält also jede Zeile eine Entscheidung. Die Werkstatt hätte zum Beispiel auch TikTok, E-Mail und einen Blog erwägen können. Sie wegzulassen ist ebenfalls eine Entscheidung. Kurz gesagt: Der Wert des Plans entsteht auch aus dem, was er bewusst weglässt.

Wie unterscheidet sich der Plan bei Dienstleistung und E-Commerce?

Die Vorlage bleibt gleich, nur der Inhalt der Zeilen ändert sich. Bei Dienstleistern ist das Ergebnis meist ein Gespräch oder eine Angebotsanfrage, und den Verkauf schließt danach ein Mensch ab. Im E-Commerce ist das Ergebnis dagegen eine Bestellung. Daher gehören Produktgruppen, Lagerbestand und Marge direkt in den Plan.

ZeileDienstleistungE-Commerce
HauptkennzahlQualifizierte AngebotsanfragenBestellungen und Deckungsbeitrag
AngebotAblauf, Vertrauen, LieferbedingungenProdukt, Preis, Versand, Rückgabe
ZielgruppeBranche, Region, UnternehmensgrößeProduktgruppe, Wiederkauf
HauptrisikoAnfragen mit geringer QualitätAusgaben für margenschwache Produkte
AuswertungLänger, je nach VerkaufszyklusMeist kürzer

Im B2B können Monatsergebnisse täuschen, wenn der Verkaufszyklus lang ist, denn die Anzeige dieses Monats wird womöglich erst Monate später zum Auftrag. Binden Sie deshalb Zwischenkennzahlen an die Stufen des Verkaufsprozesses. Wie Sie diese Stufen aufbauen, zeigt unser Beitrag zum Conversion Funnel.

Wie führen Sie den Quartalsrückblick durch?

Der Quartalsrückblick zeigt, ob der Plan wirklich lebt. Sie öffnen die Seite, lesen jede Zeile der Reihe nach und treffen eine von drei Entscheidungen: weitermachen, ändern oder aufgeben. Das Ergebnis ist keine neue Präsentation. Es ist dieselbe Seite in aktualisierter Fassung.

  1. Halten Sie mit Start- und Endwert fest, ob Sie das Ziel erreicht haben.
  2. Vergleichen Sie Kanäle nach der Hauptkennzahl und nicht nach Likes.
  3. Stellen Sie geplante und tatsächliche Ausgaben nebeneinander.
  4. Prüfen Sie, ob die Stoppregel gegriffen hat.
  5. Übertragen Sie neue Kundenfragen in die Zeilen Zielgruppe und Angebot.
  6. Wählen Sie ein Ziel für das nächste Quartal und datieren Sie die Seite neu.

Warum drei Monate? Weil ein Monat für die meisten Kanäle zu früh ist und ein Jahr zu spät, um daraus zu lernen. Das Existenzgründungsportal nennt Marketing eine Daueraufgabe, und der Quartalstakt macht diese Aufgabe für kleine Unternehmen handhabbar. Ist Ihr Verkaufszyklus allerdings lang, dehnen Sie den Abstand entsprechend.

Bewahren Sie zudem die alten Fassungen auf. So sehen Sie ein Jahr später, worauf jede Entscheidung beruhte.

Wann ändern Sie den Plan und wann warten Sie?

Den Plan ohne ausreichende Daten zu ändern, ist die häufigste Zeitverschwendung, die uns begegnet. Zum Beispiel kann eine Anzeige nach zwei Wochen schwach aussehen. Dauert Ihr Verkaufszyklus aber zwei Monate, sagt das noch wenig aus. Andererseits lohnt es sich nicht, bei einem offensichtlichen technischen Problem drei Monate zu warten.

Ziehen Sie die Grenze so: Was Sie sofort beheben, ist eine Störung, und was bis zum Quartalsende wartet, ist Strategie. Ein defektes Formular, falsches Tracking, ausverkaufte Ware oder eine tote Seite lösen Sie noch am selben Tag. Änderungen an Kanal, Ziel oder Angebot sollten dagegen auf Daten beruhen.

  • Sofort handeln: Formularfehler, defekte Links, falsches Tracking, Lagerprobleme.
  • Stoppregel anwenden: sobald die vorab festgelegte Schwelle überschritten ist.
  • Warten: wenn Daten fehlen, der Zeitraum kurz ist und nur ein Gefühl dahintersteht.
  • Bis zum Quartalsende verschieben: Änderungen an Kanal, Ziel und Zielgruppe.

Schreiben Sie diese Einteilung vor dem Meeting auf. So folgen Sie einer Entscheidung aus einem ruhigen Moment und nicht einer aus der Panik.

Wann reicht ein Marketingplan auf einer Seite nicht aus?

Ein Marketingplan auf einer Seite fasst Entscheidungen zusammen und ist kein Betriebshandbuch. Betreuen Sie viele Produkte, Länder oder Marken, braucht womöglich jede Einheit ihre eigene Seite. Zudem erwarten Investoren, Ausschreibungen oder förmliche Anträge meist ein deutlich ausführlicheres Dokument.

Die Seite ersetzt auch keinen Redaktionsplan, keine Kontostruktur für Anzeigen und keinen Markenleitfaden. Richtig ist, diese Dokumente von der Seite aus zu verlinken: Oben steht die eine Seite, darunter liegen die Details. Sie können zum Beispiel den Link zum Redaktionsplan direkt neben die Kanalzeile setzen.

Größere Unternehmen führen vielleicht eine Unternehmensseite und darunter Seiten für einzelne Abteilungen. Der Leitfaden der US Behörde für kleine Unternehmen nennt für einen vollständigen Plan Zielmarkt, Wettbewerbsvorteil, Vertrieb, Ziele, Maßnahmen und Budget. Die Seite darf also kurz sein, die Denkarbeit dahinter allerdings nicht.

Welche Fehler passieren am häufigsten?

Die meisten Fehler entstehen nicht durch die Vorlage, sondern weil Entscheidungen aufgeschoben werden. Zwar wirkt die Seite voll, doch die Zeilen enthalten keine Entscheidung. Die folgende Liste zeigt, worauf wir beim Lesen eines Plans zuerst achten.

  • Absichten statt Ziele: "Bekanntheit steigern" liefert kein messbares Ergebnis.
  • Alle als Zielgruppe: Eine Botschaft für alle passt zu niemandem richtig.
  • Angebot nur nebenbei: "Hochwertig und günstig" steht auch beim Wettbewerb.
  • Zu viele Kanäle: Budget und Aufmerksamkeit zerfasern, und kein Kanal liefert genug Daten.
  • Budget nur als Werbekosten: Produktion und Werkzeuge bleiben unbeachtet.
  • Keine Stoppregel: Schwache Kampagnen laufen aus Gewohnheit weiter.
  • Kein Termin für den Rückblick: Die Seite gerät zum Quartalsende in Vergessenheit.

Ein weiterer Fehler: Den Plan allein zu schreiben und dem Team danach nur mitzuteilen. Wer mit Kunden spricht, kennt die Einwände, und wer produziert, kennt die Kapazität. Nehmen Sie sich also für beide eine Stunde Zeit. Dann wird aus dem Plan ein Dokument, das auch die Umsetzenden mittragen.

Wie formulieren Sie die Sätze im Plan?

Die Sprache im Plan ist kurz, konkret und überprüfbar. Ein guter Test lautet: Können Sie am Ende des Satzes fragen, ob Sie es getan haben? "Wir sind in den sozialen Medien aktiv" gibt darauf keine klare Antwort. Dagegen lässt sich "wir zeigen jede Woche zwei fertige Projekte" leicht prüfen.

Streichen Sie zudem schmückende Wörter. "Ganzheitlich", "Synergie" oder "effektiv" enthalten keine Entscheidung, außerdem versteht jeder etwas anderes darunter. Müssen Sie einen Fachbegriff nutzen, formulieren Sie ihn so, dass alle im Unternehmen ihn verstehen. Zum Beispiel schreiben Sie statt ROAS beim ersten Mal "Umsatz pro eingesetzter Werbeeinheit".

Lesen Sie die Seite schließlich laut vor. Der Satz, an dem Sie hängen bleiben, wird vermutlich auch im Team missverstanden. Kürzen Sie ihn deshalb, beschränken Sie ihn auf eine Entscheidung und schreiben Sie den Namen der verantwortlichen Person daneben.

Wie teilen Sie den Plan mit externen Partnern?

Arbeiten Sie mit Freelancern, einer Agentur oder anderen externen Fachleuten, wird diese Seite zum Rückgrat des Briefings. Teilen Sie sie gleich im ersten Gespräch anstelle einer langen Präsentation, kommen Sie direkt zu den Entscheidungen. Außerdem erkennt die andere Seite sofort, welche Annahmen sie hinterfragen sollte.

Wenn Sie den Plan mit einem Online Marketing Berater teilen, trennen Sie klar drei Dinge: bekannte Daten, geschätzte Annahmen und noch offene Fragen. Diese Trennung ist wichtig, denn gute Partner verbringen die meiste Zeit mit den Annahmen. Zudem hilft ein ehrliches "wissen wir nicht" weit mehr als eine Schätzung, die wie eine Tatsache aussieht.

Halten Sie Konto- und Datenzugriffe ebenfalls aus dem Plan heraus. Passwörter, Benutzernamen oder Kundenlisten gehören nicht auf die Seite, denn ein breit geteiltes Dokument ist dafür kein sicherer Ort. Vergeben Sie Zugriffe stattdessen personenbezogen über die Benutzerverwaltung der jeweiligen Plattform.

Wie schaffen Sie den Plan an einem Nachmittag?

Für die erste Fassung brauchen Sie zunächst keine Tage. Eine unperfekte Seite, die Sie wirklich nutzen, schlägt einen umfassenden Plan, der nie fertig wird. Die folgende Reihenfolge hilft Ihnen, aus den vorhandenen Daten einen ersten Entwurf zu erstellen.

  1. Daten sammeln: Stellen Sie aktuelle Verkäufe, Anfragen und Ausgaben nebeneinander.
  2. Kunden zuhören: Notieren Sie Fragen und Einwände Ihrer letzten Kunden.
  3. Ziel wählen: Legen Sie ein Ergebnis für die nächsten drei Monate fest.
  4. Zielgruppe und Angebot schreiben: Nutzen Sie jeweils höchstens zwei Sätze.
  5. Kanal und Budget abstimmen: Wählen Sie nur so viele Kanäle, wie Ihr Budget trägt.
  6. Messung prüfen: Stellen Sie sicher, dass Sie die Hauptkennzahl wirklich ablesen können.
  7. Stoppregel ergänzen: Schreiben Sie Zeitraum und Schwelle auf.
  8. Gegenlesen lassen: Versteht eine außenstehende Person die Seite nicht, vereinfachen Sie die Sätze.

Ist der Entwurf fertig, legen Sie dann sofort los. Der Plan ändert sich ohnehin ein wenig durch das, was Sie in den ersten zwei Wochen lernen.

Was tun Sie zuerst, wenn der Plan fertig ist?

Prüfen Sie zuerst die Messung und geben Sie erst danach Geld aus. Testen Sie ein Formular selbst, schauen Sie, ob das Ereignis im Bericht erscheint, und kontrollieren Sie die Kennzeichnung Ihrer Kampagnenlinks. Danach klären Sie die Aufgaben der ersten Woche mit den Verantwortlichen und legen die Seite dort ab, wo alle sie finden.

Machen Sie aus dem Wochencheck auch kein schweres Meeting. Fünfzehn Minuten können reichen: Wo steht die Hauptkennzahl, was ist die größte Hürde, und wer macht diese Woche was? So bleibt die Seite Teil der Arbeit, ohne dass Sie auf das Quartalsende warten müssen.

Möchten Sie den Plan einmal von außen lesen lassen, können Sie mit Digital Marketing Experte Talha Aslan und seinem Team Ihre Zeilen zu Ziel, Angebot und Kanal gemeinsam durchgehen. Am Ende ist der beste Plan nicht der längste, sondern derjenige, den alle drei Monate lang wirklich öffnen und nutzen.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Reicht ein Marketingplan auf einer Seite für kleine Unternehmen?
Ja, für die meisten kleinen Unternehmen reicht er am Anfang aus, weil er die wichtigsten Entscheidungen sichtbar macht. Arbeiten Sie mit einer Produktgruppe und wenigen Kanälen, lenkt die Seite den Alltag gut. Kommen weitere Produkte, Länder oder Marken hinzu, sorgen eigene Seiten für jede Einheit für mehr Ordnung.
Mit welchem Programm erstelle ich den Plan?
Nutzen Sie ein Dokument oder eine Tabelle, die Ihr Team ohnehin öffnet, denn das Programm entscheidet nicht über das Ergebnis. Wichtig ist, dass die Seite an einem festen Ort liegt, alle dieselbe Fassung sehen und Sie jedes Quartal eine datierte Kopie sichern. Eine einfache Tabelle schlägt oft ein komplexes Projektwerkzeug.
Wie setze ich ein Ziel, wenn ich keine Daten habe?
Machen Sie das Einrichten der Messung und das Ermitteln eines Ausgangswerts zum Ziel des ersten Quartals, denn ohne Startwert lässt sich ein Ziel später nicht auswerten. Erfassen Sie drei Monate lang regelmäßig Anfragen, Verkäufe und Ausgaben. Danach legen Sie im zweiten Quartal auf echter Datenbasis ein Ziel mit Zahl und Datum fest.
Wie viele Ziele gehören in den Plan?
Wir empfehlen ein Hauptziel pro Quartal, denn begrenztes Budget und begrenzte Aufmerksamkeit wirken besser, wenn sie auf ein Ergebnis zielen. Außerdem lässt sich der Erfolg so leichter lesen. Ein zweites Thema können Sie als unterstützende Kennzahl beobachten oder ins nächste Quartal verschieben. So erkennen Sie klarer, welche Arbeit etwas bewirkt hat.
Was unterscheidet einen Marketingplan vom Businessplan?
Ein Marketingplan behandelt den Weg zum Kunden, ein Businessplan dagegen das gesamte Unternehmen. Dazu zählen auch Finanzierung, Betrieb und Organisation. Die eine Seite ersetzt deshalb keinen Businessplan. Sie verdichtet nur den Marketingteil zu einer nutzbaren Zusammenfassung, auf die Ihr Team jede Woche schauen kann, ohne lange zu suchen.
Was tue ich, wenn der Plan nicht funktioniert?
Trennen Sie zuerst Störung und Strategieproblem, denn beide verlangen unterschiedliche Lösungen. Störungen wie ein defektes Formular oder falsches Tracking beheben Sie sofort. Bei Änderungen an Kanal, Ziel oder Angebot prüfen Sie die vorab festgelegte Stoppregel und die Datenmenge. Danach treffen Sie die Entscheidung im Quartalsrückblick mit Ihrem Team.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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