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Firmenwebsite: Welche Seiten braucht sie? Die vollständige Liste

Talha Aslan 15 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite wirklich?

Eine Firmenwebsite braucht sechs Kernbereiche: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt und Rechtstexte wie Impressum und Datenschutzerklärung. Alles Weitere hängt von Ihrer Branche und Ihrem Vertrieb ab. Die richtige Liste entsteht also aus den Fragen Ihrer Kunden vor dem Kauf, nicht aus einer festen Seitenzahl.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Diesen Leitfaden haben wir für Unternehmer geschrieben, die eine neue Firmenwebsite planen oder eine alte ersetzen wollen. Sie erfahren, welche Aufgabe jede Seite hat, was Sie weglassen können und welche Zusatzseiten Ihre Branche braucht. Am Ende finden Sie außerdem eine Checkliste, die Sie vor der Angebotsanfrage ausfüllen können.

Warum sollten Sie die Seitenliste Ihrer Firmenwebsite vor der Anfrage klären?

Die Seitenliste legt den Umfang des Projekts fest. Denn Gestaltung, Texte, Fotos und Preis hängen alle davon ab. Ohne gemeinsame Liste lassen sich zwei Angebote kaum vergleichen, weil ein Anbieter vielleicht fünf Seiten kalkuliert und der andere zwanzig.

Genau hier beginnen die meisten Probleme, die wir in der Praxis sehen. Der Unternehmer wünscht sich einen "professionellen Auftritt", und der Dienstleister füllt seine übliche Vorlage. Beim Start bleibt dann die Referenzseite leer, alle Leistungen stehen in einem einzigen Absatz, und für eine Anfrage fehlt ein klarer Weg.

Wenn Sie an dieser Entscheidung hängen bleiben oder Ihr Team sich nicht einig wird, können Sie Ihre Firmenwebsite erstellen lassen und diesen Schritt gemeinsam mit uns klären. Wir entscheiden zum Beispiel anhand Ihres Vertriebs, welche Leistung eine eigene Seite verdient. Somit entsteht die Seitenzahl aus dem echten Bedarf und nicht aus einem Paketnamen.

Stellen Sie sich beim Entwurf zudem eine weitere Frage: Was muss ein Kunde wissen, bevor er Sie kontaktiert? Meist geht es um Ablauf, Zeitrahmen, Ansprechpartner und frühere Arbeiten. Jede Antwort ist ein Kandidat für einen Abschnitt oder eine Seite. Deshalb wächst Ihre Liste aus den Fragen der Kunden und nicht aus internen Meinungen.

Wie trennen Sie unverzichtbare, empfohlene und optionale Seiten?

Die erste Prüfung ist einfach. Kann ein Kunde ohne diese Seite nicht entscheiden, gehört sie zum Kern. Erleichtert sie die Entscheidung nur, ist sie empfohlen. Seiten, die allein für eine bestimmte Zielgruppe wichtig sind, bleiben dagegen optional. Die folgende Tabelle fasst die Aufgabe jeder Seite zusammen.

SeiteHauptaufgabePriorität
StartseiteAngebot erklären und zur passenden Seite führenKern
Leistungen und LeistungsdetailsFragen vor der Anfrage beantwortenKern
ReferenzenAussagen belegenKern
Über unsZeigen, mit wem der Kunde arbeitetKern
KontaktErreichbarkeit sichern und Standort bestätigenKern
Impressum und DatenschutzPflichtangaben und Datenverarbeitung erklärenKern
AngebotsformularDem Vertrieb die richtigen Angaben liefernEmpfohlen
Blog und RatgeberMenschen während der Recherche erreichenEmpfohlen
Häufige FragenWiederkehrende Rückfragen verringernEmpfohlen
Karriere, Presse, DownloadsEine bestimmte Zielgruppe bedienenOptional

Welche Aufgabe hat die Startseite tatsächlich?

Die Startseite muss nicht alles erklären. Ihre Aufgabe besteht darin, in wenigen Sekunden drei Fragen zu beantworten: Was machen Sie, für wen machen Sie es und was ist der nächste Schritt? Betrachten Sie sie daher als Zusammenfassung und Wegweiser, nicht als Prospekt.

Reihenfolge und visuelle Hierarchie sind ein eigenes Thema, das wir im Beitrag Startseite gestalten behandeln. Für die Seitenliste zählt hier nur eine Regel: Alles, was Sie auf der Startseite erwähnen, braucht auch eine eigene Seite dahinter. Sonst finden Besucher keinen Ort, wenn sie mehr erfahren möchten.

Ein kurzer Test hilft dabei. Zeigen Sie die Startseite fünf Sekunden lang jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt, und fragen Sie dann, was Sie verkaufen. Fällt die Antwort falsch aus, liegt es meist an der Überschrift und nicht an der Gestaltung. Diesen Test können Sie zudem schon mit einem Textentwurf machen, also lange bevor Layoutkosten entstehen.

Gehören Leistungen auf eine Seite oder auf mehrere?

Geben Sie jeder Leistung eine eigene Seite, wenn sich die Kaufentscheidung unterscheidet. Ändern sich Zielkunde, Preislogik oder Ablauf, reicht eine einzige Seite nicht aus. Andererseits schaden kleine Varianten derselben Leistung auf getrennten Seiten, denn so entstehen nahezu identische Inhalte.

  • Erstellen Sie eine Übersichtsseite, die auf die einzelnen Leistungen verweist.
  • Beschreiben Sie auf jeder Detailseite Umfang, Ablauf, Ergebnis und passende Kunden.
  • Nutzen Sie pro Seite nur eine Handlungsaufforderung, also einen klaren nächsten Schritt.
  • Warten Sie mit neuen Seiten, bis echter Inhalt dafür vorliegt.

Den Aufbau einer Detailseite erklären wir im Beitrag Leistungsseite gestalten. Google empfiehlt außerdem, jeden Inhalt nur unter einer einzigen Adresse erreichbar zu machen. Dubletten verschlechtern nämlich die Nutzererfahrung und verschwenden Crawlingressourcen, wie der SEO Startleitfaden von Google beschreibt.

Was gehört auf die Referenzseite?

Die Referenzseite sollte ein Beleg sein und keine reine Logosammlung. Schreiben Sie deshalb zu jedem Projekt drei Dinge auf: das Problem des Kunden, Ihre Arbeit und das sichtbare Ergebnis. Lässt sich das Ergebnis nicht in Zahlen fassen, genügt die Beschreibung der erbrachten Leistung.

Klären Sie zudem früh die Rechte. Holen Sie eine schriftliche Freigabe ein, bevor Sie Namen oder Logos von Kunden nutzen; fehlt sie, beschreiben Sie das Projekt anonym. Zum Aufbau von Zitaten und Bewertungen hilft unser Beitrag über den Bereich für Kundenstimmen. Erfundene Bewertungen oder Kundennamen sind natürlich tabu, denn dieser eine Fehler beschädigt das Vertrauen in die gesamte Firmenwebsite.

Sie haben gerade erst gegründet? Auch dann müssen Sie die Seite nicht streichen. Nennen Sie sie stattdessen "Arbeitsbeispiele" und zeigen Sie Leistungsarten, Ergebnisse und Ihren Ablauf. Danach bitten Sie jeden neuen Kunden um Erlaubnis und ergänzen echte Projekte, sodass die Seite mit der Zeit an Gewicht gewinnt.

Warum verkauft die Seite "Über uns" mit?

Auf einer Firmenwebsite beantwortet diese Seite die Frage "Wer ist dieses Unternehmen?", bevor jemand eine Anfrage stellt. Vor allem bei größeren und langfristigen Aufträgen lesen Interessenten sie sehr genau. Ein Absatz mit dem bloßen Gründungsjahr reicht daher nicht aus.

Auch der Leitfaden von Google zu hilfreichen Inhalten rät dazu, klar zu zeigen, wer die Inhalte erstellt hat. Beschreiben Sie also Ihr Team, Ihre Schwerpunkte und Ihre Arbeitsweise mit echten Angaben. Das Schreiben selbst erklären wir im Beitrag Seite "Über uns" schreiben.

Für die Seitenliste bleibt noch eine Entscheidung offen: Brauchen Teamprofile und Zertifikate eigene Seiten? In einem kleinen Unternehmen wirkt alles auf einer Seite meist aufgeräumter. Fragen Kunden allerdings bei Ausschreibungen oder Lieferantenfreigaben nach Nachweisen, beschleunigt eine eigene Seite für Qualität und Zertifikate den Prozess.

Was fehlt auf der Kontaktseite am häufigsten?

Am häufigsten fehlt alles nach der Telefonnummer: wer antwortet, wann die Antwort kommt und welche Angaben Sie benötigen. Dabei hat der Besucher auf dieser Seite bereits entschieden, aktiv zu werden. Gehen Sie deshalb diese kurze Liste durch:

  1. Schreiben Sie Telefon, E-Mail und vollständige Adresse als Text, nicht in ein Bild.
  2. Nennen Sie Ihre Geschäftszeiten und Ihre übliche Antwortzeit.
  3. Geben Sie bei mehreren Standorten für jeden die eigene Adresse an.
  4. Binden Sie eine Karte ein, aber nennen Sie die Adresse trotzdem im Text.
  5. Verlinken Sie unter dem Formular Ihre Datenschutzhinweise.

Empfangen Sie Kunden vor Ort, können Sie Ihr Unternehmen zusätzlich mit strukturierten Daten beschreiben. Das ist Code, der Suchmaschinen die Bedeutung der Angaben erklärt. Die Dokumentation von Google zu lokalen Unternehmen nennt die Felder. Den Code selbst erzeugen Sie etwa mit unserem Schema Generator.

Brauchen Sie eine eigene Seite für Angebotsanfragen?

Ja, wenn Ihr Vertrieb vorab Angaben benötigt. Maße, Stückzahlen, Lieferort oder Projektumfang passen zum Beispiel nicht in ein kurzes Kontaktformular. Dann bleibt die Kontaktseite für allgemeine Fragen, während die Angebotsseite kaufbereite Interessenten bedient.

Bei einer einfachen Leistung genügt dagegen ein Formular, denn zwei Formulare stiften nur Verwirrung. Feldanzahl und Reihenfolge behandeln wir im Beitrag Formular optimieren. Planen Sie außerdem eine Dankesseite ein, damit Sie den nächsten Schritt erklären und Anfragen sauber messen können.

Läuft Ihr Vertrieb vor allem über Telefon oder WhatsApp? Lassen Sie das Formular trotzdem nicht weg. Manche Kunden schreiben lieber außerhalb der Geschäftszeiten, und manche Einkaufsabteilungen müssen schriftlich anfragen. Das Formular ersetzt also keinen Kanal, sondern steht als zweiter Weg daneben.

Welche Rechtstexte braucht eine Firmenwebsite in Deutschland?

Die Rechtstexte hängen davon ab, was Ihre Firmenwebsite sammelt und verkauft. Für geschäftsmäßige digitale Dienste schreibt § 5 DDG allgemeine Informationspflichten vor. Die Angaben müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Details erklärt unser Beitrag zur Impressumspflicht.

  • Impressum: Name, Anschrift, Kontaktwege und je nach Unternehmen Registerangaben und steuerliche Kennnummern.
  • Datenschutzerklärung: welche Daten Sie erheben, warum und wer sie erhält.
  • Cookiehinweise: nötig, wenn Ihre Website entsprechende Dienste einsetzt.
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen und Widerruf: wichtig, sobald Sie direkt online verkaufen.

Die technische Umsetzung finden Sie im Leitfaden zur datenschutzkonformen Website. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung, daher sollte Ihr Rechtsbeistand die Texte abschließend prüfen. Von einer anderen Website kopierte Texte helfen selten, denn sie beschreiben fremde Datenflüsse. Erstellen Sie die Texte zudem erst, wenn Formulare und Analysewerkzeuge feststehen, weil diese Wahl den Inhalt bestimmt.

Welche Zusatzseiten braucht Ihre Branche?

Nach dem Kernbereich entscheiden die Fragen Ihrer Kunden. Die folgende Tabelle ist ein Ausgangspunkt aus unserer Praxis und keine feste Regel. So fragen Kunden beim Hersteller zum Beispiel nach Produktunterlagen, beim Restaurant dagegen nach Speisekarte und Reservierung.

BrancheMögliche ZusatzseitenWarum sie helfen
Produktion und IndustrieProduktgruppen, technische Unterlagen, ZertifikateDer Einkauf verlangt Daten und Nachweise
Bau und HandwerkAbgeschlossene und laufende ProjekteKunden urteilen nach bisherigen Arbeiten
KanzleiRechtsgebiete, AnwaltsprofileLeser suchen zuerst Fachgebiet und Person
LogistikEinsatzgebiete, Transportarten, AngebotsformularRoute und Ladung bestimmen das Angebot
Restaurant oder CaféSpeisekarte, Reservierung, AnfahrtDie Entscheidung fällt schnell
BildungseinrichtungProgramme, Anmeldung, LehrkräfteFamilien und Teilnehmer wollen den Ablauf kennen
SoftwareFunktionen, Schnittstellen, Dokumentation, DemoDie technische Prüfung beginnt vor dem Vertrieb

Kopieren Sie diese Tabelle nicht einfach, sondern notieren Sie die letzten zehn Kundenfragen. Taucht eine Frage immer wieder auf, verdient sie vermutlich eine Seite oder zumindest einen Abschnitt. Auch Nachrichten per E-Mail und Gesprächsnotizen aus dem Vertrieb liefern dafür gutes Material.

Brauchen Sie wirklich einen Blog und eine Seite mit häufigen Fragen?

Ein Blog lohnt sich, wenn Sie Suchverkehr wollen und regelmäßig veröffentlichen können. Ohne Plan wirken drei alte Beiträge dagegen, als kümmere sich niemand um die Website. Fehlt Ihnen also die Kapazität, verschieben Sie den Blog in die zweite Phase. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über den Unternehmensblog für SEO und Vertrieb.

Eine Seite mit häufigen Fragen nützt vor allem den Lesern. Beantwortet Ihr Team täglich dieselbe Frage am Telefon, entlastet sie den Vertrieb spürbar. Bauen Sie sie allerdings nicht allein für auffällige Suchergebnisse, denn Google hat seinen Umgang damit geändert. Die Hintergründe erklären wir im Beitrag über FAQ Rich Results und das FAQPage Schema.

Wann lohnen sich Karriere, Presse und Downloads?

Diese Seiten ergeben Sinn, sobald eine bestimmte Zielgruppe danach sucht. Legen Sie sie also nicht "für später" an, sondern nur mit einem konkreten Anlass und wenn Sie sie aktuell halten können. Diese Fragen erleichtern die Entscheidung:

  • Karriere: Stellen Sie regelmäßig ein oder sammeln Sie Bewerbungen?
  • Presse: Fragen Journalisten nach Logos, Bildern oder Stellungnahmen?
  • Downloads: Verschickt Ihr Vertrieb ständig dieselbe Datei?
  • Partner oder Händler: Erwarten Sie über diesen Weg wirklich Bewerbungen?

Eine Karriereseite, die jahrelang "keine offenen Stellen" meldet, sendet ein falsches Signal. Bleibt sie absehbar leer, ist ein kurzer Hinweis auf der Kontaktseite die ehrlichere Lösung. Dasselbe gilt für Kataloge. Können Sie ein PDF nicht aktuell halten, genügt ein Downloadlink auf der passenden Leistungsseite, denn ein veralteter Katalog erzeugt im Vertrieb nur falsche Preisfragen.

Welche unsichtbaren Seiten werden gern vergessen?

Einige Seiten erscheinen nie im Menü, trotzdem braucht die Firmenwebsite sie für einen sauberen Betrieb. Viele Angebote erwähnen sie auch nicht, deshalb gehören sie auf Ihre Liste. Fragen Sie gezielt danach:

  • Fehlerseite: führt verirrte Besucher zurück zu den Hauptbereichen.
  • Dankesseite: erscheint nach dem Absenden und erleichtert die Messung.
  • Sitemap: übergibt Suchmaschinen eine Liste Ihrer Adressen.
  • Suchergebnisseite: nötig, wenn Sie eine interne Suche anbieten.
  • Weiterleitungsregeln: führen alte Adressen auf die neuen Seiten.

Prüfen Sie vor dem Start zudem die Barrierefreiheit. Je nach Angebot kann sie sogar gesetzlich relevant sein, wie unser Beitrag zur barrierefreien Website erläutert. So entdecken Sie kleine Fehler, etwa einen leeren Bildschirm nach dem Absenden, bevor es ein Kunde tut.

Wie ändert sich die Seitenliste bei mehreren Sprachen?

Sie müssen nicht jede Seite in jeder Sprache anbieten. Kaufen ausländische Kunden nur zwei Produktgruppen, ist die Übersetzung des gesamten Blogs selten die erste Priorität. Wählen Sie stattdessen zunächst die Seiten, die in diesem Markt verkaufen: Startseite, passende Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt und die dortigen Rechtstexte.

Die Sprachversionen müssen außerdem nicht denselben Inhalt tragen. Jede zusätzliche Sprache bringt zudem Pflegeaufwand mit sich, deshalb gehört die Entscheidung in Ihren Vertriebsplan. Prüfen Sie für jedes Zielland auch die lokalen Pflichtangaben, denn die deutschen Regeln gelten nicht automatisch überall.

Technisch braucht jede Sprache eine eigene Adresse, und die Sprachauswahl sollte zur gleichen Seite in der anderen Sprache führen. Unser Beitrag zur mehrsprachigen Website geht darauf ein. Zudem lesen sich Seiten in der lokalen Suchsprache deutlich natürlicher als direkte Übersetzungen.

Welche Seiten gehören ins Menü und welche in die Fußzeile?

Ins Hauptmenü Ihrer Firmenwebsite gehören nur Seiten, die eine Entscheidung voranbringen: Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt und gegebenenfalls der Blog. Impressum, Datenschutz, Karriere und Sitemap stehen dagegen in der Fußzeile. So bleibt das Menü kurz, und nichts geht verloren.

Weitere Hinweise finden Sie im Beitrag Navigation und Menü gestalten. Bedenken Sie allerdings: Eine veröffentlichte Seite allein genügt nicht. Google empfiehlt, jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite aus zu verlinken. Eine Seite ohne interne Links bleibt also für Leser wie Suchmaschinen fast unsichtbar.

Welche Inhalte sollten Sie für jede Seite vorbereiten?

Eine Liste allein baut noch keine Firmenwebsite, denn hinter jeder Zeile stehen Text, Bilder und Freigaben. Projekte stocken meist beim Warten auf Inhalte und nicht bei der Gestaltung. Ergänzen Sie daher eine Spalte: Wer liefert das Material für diese Seite, und bis wann?

  • Text: Umfang, Ablauf und häufige Fragen zu jeder Leistung.
  • Bilder: echte Fotos von Produkten, Team und Standort, Stockfotos nur im Notfall.
  • Nachweise: Kundenfreigaben, Zertifikate und kurze Projektbeschreibungen.
  • Fakten: aktuelle Firmierung, Anschrift, Telefonnummer und Geschäftszeiten.
  • Freigabe: eine einzige Person, die final entscheidet.

Wirkt das Sammeln überwältigend, schließen Sie zunächst Ihre drei wichtigsten Leistungen ab und verschieben den Rest. Acht fertige Seiten helfen Ihnen mehr als zwanzig halb leere. Verzögert sich zum Beispiel ein Fotoshooting, können Sie mit fertigen Texten starten und die Bilder später austauschen.

Welche Seiten sollte eine Firmenwebsite besser weglassen?

Manche Seiten lassen eine Website nur größer wirken. Niemand pflegt sie, und Leser erfahren dort nichts Neues. Streichen Sie deshalb möglichst diese Beispiele:

  • Fast identische Seiten für Städte oder Stadtteile.
  • Eine Seite zu Vision und Mission ohne echte Aussage.
  • Eine Galerie mit einem Foto oder Neuigkeiten mit einem einzigen Beitrag.
  • Platzhalterseiten mit "Bald verfügbar" für Inhalte, die noch fehlen.

Die Prüfung ist einfach: Bietet die Seite Lesern etwas Neues, bleibt sie; existiert sie nur für Suchmaschinen, fällt sie weg. Google warnt in seinem Leitfaden zu hilfreichen Inhalten ebenfalls vor Inhalten, die vor allem Suchverkehr anziehen sollen. Außerdem lässt sich eine kleine Website später leichter ausbauen, als unnötige Seiten aufzuräumen und weiterzuleiten.

Beispielszenario: Wie sieht die Liste für einen Maschinenbauer aus?

Das folgende Beispiel ist kein echter Kunde, sondern ein Beispielszenario, das die Methode zeigt. Stellen Sie sich einen kleinen Maschinenbauer mit drei Produktgruppen vor. Er verkauft vor allem im Inland, und Anfragen kommen per Telefon und E-Mail.

  1. Kernseiten: Startseite, Über uns, Kontakt, Impressum und Datenschutz.
  2. Vertriebsseiten: je eine Detailseite für die drei Produktgruppen und eine Übersicht.
  3. Nachweise: abgeschlossene Projekte und Qualitätszertifikate.
  4. Abschluss: ein Angebotsformular mit technischen Fragen und eine Dankesseite.
  5. Zweite Phase: Sprachversionen und Blog, sobald der Redaktionsplan steht.

Diese erste Version bleibt also überschaubar. Nach dem Start zeigen dann echte Fragen und Besucherdaten, welche Seite noch fehlt. Deshalb bevorzugen wir einen Aufbau in Phasen, statt am ersten Tag alles starten zu wollen.

Wie nutzen Sie die Checkliste für Ihre Firmenwebsite?

Füllen Sie diese Liste für Ihre Firmenwebsite aus, bevor Sie etwas an einen Webdesigner oder eine Agentur schicken. Schreiben Sie zu jedem Punkt einfach "vorhanden", "machen wir" oder "nicht nötig". Notieren Sie außerdem, wer Texte und Bilder für die jeweilige Seite liefert.

  • Die Startseite nennt Ihr Angebot und den nächsten Schritt.
  • Jede Hauptleistung hat eine eigene Detailseite.
  • Referenzen haben eine schriftliche Freigabe oder eine anonyme Form.
  • Die Seite "Über uns" beschreibt Menschen, Fachwissen und Arbeitsweise.
  • Die Kontaktdaten stehen als Text auf der Seite und sind aktuell.
  • Angebotsformular und Dankesseite stehen auf der Liste.
  • Ihr Rechtsbeistand kennt Impressum und Datenschutzerklärung.
  • Die Zusatzseiten für Ihre Branche stehen fest.
  • Die Aufteilung auf Menü und Fußzeile steht fest.
  • Fehlerseite, Sitemap und Weiterleitungen stehen ebenfalls auf der Liste.

Wie wächst eine Firmenwebsite nach dem Start sinnvoll weiter?

Die Seitenliste friert beim Start nicht ein, denn die wertvollsten Daten kommen erst danach. Beobachten Sie, welche Seiten Besuche erhalten, wo Formulare ausgefüllt werden und welche Fragen Kunden weiterhin stellen. So entscheiden Sie über neue Seiten anhand von Belegen statt nach Gefühl.

Kommt am Telefon immer wieder dieselbe Frage, ergänzen Sie zunächst die Leistungsseite. Wächst das Thema, kann daraus dann ein eigener Ratgeber entstehen. Verlinken Sie neue Seiten außerdem von verwandten Seiten aus; unser Beitrag zur internen Verlinkung erklärt das Vorgehen.

Wir empfehlen zudem, alle Seiten mindestens einmal im Jahr zu prüfen. Alte Preisangaben, ausgeschiedene Mitarbeiter, eingestellte Leistungen und abgelaufene Zertifikate schwächen still das Vertrauen. Leiten Sie entfernte Seiten auf das nächstliegende Thema weiter, denn alte Links können weiterhin dorthin führen.

Wie setzen Sie die Seitenliste bei der Angebotsanfrage ein?

Hängen Sie die Liste direkt an Ihre Anfrage an. Dann kalkuliert jeder Anbieter denselben Umfang, und Sie können die Angebote nebeneinanderlegen. Unser Beitrag Webdesign Briefing erstellen zeigt, wie Sie diese Informationen aufbereiten. Fragen Sie vor allem, ob Texterstellung und Rechtstexte zum Umfang gehören, denn diese Punkte fehlen oft.

Notieren Sie außerdem neben jeder Seite, wer den Inhalt liefert. Stellen Sie die Texte selbst bereit und erwarten vom Anbieter die Fotos, schreiben Sie das klar hinein. Klären Sie zudem, wer nach dem Start Änderungen übernimmt, wie neue Seiten entstehen und auf wessen Namen Domain und Hosting laufen. Somit beruht Ihr Vergleich auf dem echten Umfang und nicht allein auf der Seitenzahl.

Was tun, wenn Sie den Seitenplan nicht selbst lösen können?

Vielleicht haben Sie eine Liste, wissen aber nicht, wie Sie Ihre Leistungen aufteilen, welche Seiten zuerst kommen oder wer die Texte schreibt. Das ist normal, und meist fehlt dann eine Entscheidung und nicht die Gestaltung. Aus dem eigenen Unternehmen heraus sieht man zudem nur schwer, was Kunden wirklich fragen.

In dieser Phase hört sich unser Team Ihren Vertrieb an, priorisiert die Seitenliste gemeinsam mit Ihnen und klärt den Umfang. Danach können wir auch Gestaltung und Start übernehmen. Ein auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Angebot erhalten Sie über unsere Seite zu professionellem Webdesign. Schicken Sie die ausgefüllte Checkliste gleich mit, dann läuft die Angebotserstellung deutlich schneller.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Seiten sollte eine Firmenwebsite haben?
Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht, aber zum Kern gehören Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt und Rechtstexte. Bieten Sie mehrere Leistungen an, bekommt jede Hauptleistung eine eigene Detailseite. Richten Sie sich also nach den Fragen Ihrer Kunden und nicht nach einer festen Seitenzahl oder einem Paketnamen.
Braucht eine Firmenwebsite zwingend einen Blog?
Nein, ein Blog ist keine Pflicht, allerdings hilft er sehr, wenn Sie Suchverkehr gewinnen möchten. Können Sie nicht regelmäßig veröffentlichen, verschieben Sie ihn in eine zweite Phase, denn wenige alte Beiträge wirken schnell vernachlässigt. Schließen Sie zuerst Ihre Vertriebsseiten ab und erstellen Sie danach einen realistischen Redaktionsplan.
Kann ich ohne Referenzen eine Firmenwebsite starten?
Ja, das können Sie, denn fehlende Referenzen sind kein Grund für einen Aufschub. Stellen Sie stattdessen Ablauf, Fachwissen, Zertifikate und Ihre Leistungsarten in den Vordergrund. Verwenden Sie niemals erfundene Kundennamen oder Bewertungen. Mit jedem neuen Auftrag bitten Sie dann um Erlaubnis und bauen die Seite Schritt für Schritt aus.
Darf ich Impressum und Datenschutzerklärung von einer anderen Website kopieren?
Davon raten wir ab, denn fremde Texte beschreiben nicht Ihre eigenen Angaben und Datenflüsse. Welches Formular welche Daten erhebt und wohin sie gelangen, ist für jedes Unternehmen anders. Erstellen Sie die Texte daher passend zu Ihrem Betrieb und lassen Sie sie rechtlich prüfen. Diese Antwort ersetzt keine Rechtsberatung.
Sollte die Seitenliste vor der Angebotsanfrage fertig sein?
Ja, möglichst, denn Angebote mit unklarem Umfang lassen sich kaum vergleichen. Ein Anbieter kalkuliert vielleicht fünf Seiten, ein anderer dagegen zwanzig. Hängen Sie deshalb eine kurze Seitenliste an Ihre Anfrage an und nennen Sie, wer die Inhalte liefert. So erhalten Sie deutlich klarere und besser vergleichbare Antworten von allen Anbietern.
Reicht für kleine Unternehmen eine einzige Seite aus?
Für den Anfang kann das genügen, wenn Sie nur eine Leistung anbieten und wenige Kundenfragen bekommen. Bieten Sie allerdings mehrere Leistungen an oder möchten Suchverkehr gewinnen, helfen getrennte Seiten, weil jede Leistung ihre Fragen unter eigener Adresse beantwortet. Eine einzelne Seite können Sie später jederzeit erweitern, sobald der Bedarf entsteht.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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