Formular optimieren für Termin, Angebot und Demo: UX Regeln für mehr Anfragen

Die ganze Arbeit an einer Website läuft am Ende in ein kleines Feld: das Formular für Termin, Angebot oder Demo. SEO bringt Besucher, Anzeigen bringen die passenden Menschen. Wer sein Formular optimieren möchte, gewinnt deshalb genau dort, wo andere Anfragen verlieren. In diesem Beitrag teile ich Regeln, die ich seit 2012 an Kundenformularen aufgebaut, getestet und repariert habe. Es geht um Feldanzahl, mehrstufige Formulare, Fehlermeldungen, Vertrauenselemente, mobile Tastaturen, Dankeseiten und Formularanalyse.
Was heißt es, ein Formular optimieren zu wollen?
Ein Formular optimieren heißt, Felder, Texte, Reihenfolge und Rückmeldungen so zu ordnen, dass Besucher eine Termin-, Angebots- oder Demoanfrage mit wenig Aufwand, wenigen Fehlern und genug Vertrauen abschicken. Das Ziel ist nicht, möglichst viele Daten zu sammeln. Stattdessen geht es um genau die Angaben, die der Vertrieb für das erste Gespräch braucht.
Diese Definition hat deshalb zwei Seiten. Aus Sicht der Nutzer muss das Formular kurz wirken, klar sagen, was es möchte, und bei Fehlern den Weg zur Korrektur zeigen. Aus Sicht des Unternehmens muss jede Anfrage so gut sein, dass der Vertrieb anrufen und weiterkommen kann. Diese beiden Ziele stehen allerdings oft im Konflikt. Das Marketing möchte mehr Anfragen, der Vertrieb möchte bessere.
Gutes Formulardesign ist also eine Abwägung auf einem einzigen Bildschirm. Ich beginne immer mit derselben Frage. Was müssen Sie wissen, wenn Sie diese Person zum ersten Mal anrufen? Meist sind das also drei oder vier Felder. Jedes weitere Feld verlangt zusätzliche Arbeit vom Besucher, und dafür brauchen Sie einen guten Grund.
Warum brauchen Termin-, Angebots- und Demoformulare ein eigenes Design?
Die drei Formulare sehen oft ähnlich aus. Trotzdem hat der Besucher bei jedem eine andere Frage im Kopf. Beim Terminformular lautet sie: „Wann kann ich kommen?“ Beim Angebotsformular fragt er sich: „Was kostet mich das?“ Und beim Demoformular zweifelt er: „Passt diese Software wirklich zu meinem Team?“ Deshalb sollten Feldreihenfolge, Buttontext und Dankeseite genau dieser Frage folgen.
| Formulartyp | Eigentliche Frage des Besuchers | Pflichtfelder (Startpunkt) | Später erfragen | Inhalt der Dankeseite |
|---|---|---|---|---|
| Termin | Wann kann ich kommen? | Name, Telefon, Wunschtermin | Adresse, ausführliche Beschreibung | Bestätigter Termin, Anfahrt, Absagemöglichkeit |
| Angebot | Was kostet mich das? | Name, Kontaktweg, Leistung, Umfang | Budget, Firmierung, Steuerdaten | Antwortzeit, nächste Schritte |
| Demo | Passt das zu meinem Team? | Geschäftliche E-Mail, Name, Firma, Teamgröße | Aktuelle Tools, Integrationen | Kalender zur Terminwahl, Vorbereitungshinweise |
Die Felder in der Tabelle sind ein Startpunkt aus meiner Praxiserfahrung, keine Garantie. Je nach Branche kommt ein Feld hinzu oder fällt weg. Wichtig ist nur, dass Sie jedes Feld im Vertriebsgespräch tatsächlich nutzen.
Wie viele Felder sollten Sie abfragen, wenn Sie ein Formular optimieren?
Die kurze Antwort: Wer ein Formular optimieren will, fragt so viele Felder ab, wie der Vertrieb für den ersten Kontakt braucht, und keines mehr. Das Baymard Institute hat Checkout Prozesse im E-Commerce untersucht. Demnach enthält ein durchschnittlicher Checkout 11,3 Formularfelder, obwohl die meisten Shops mit 8 Feldern auskämen. Zudem haben laut derselben Studie 17 % der Nutzer einen Kauf abgebrochen, weil ihnen der Checkout zu kompliziert war (Baymard Institute).
Diese Zahlen stammen aus dem Onlinehandel. Die Logik gilt allerdings auch für Termin- und Angebotsformulare, denn Besucher empfinden jedes Feld als Aufwand. Außerdem hat jemand im Angebotsformular noch nicht entschieden, Ihnen Geld zu zahlen. Seine Geduld ist daher geringer als die eines Kunden mit vollem Warenkorb.
Mein einfacher Test sieht so aus. Für jedes Feld frage ich den Vertrieb: „Würden Sie diese Person auch ohne diese Angabe anrufen?“ Lautet die Antwort ja, fliegt das Feld aus der Pflichtliste. Die genaue Firmierung zum Beispiel brauchen Sie beim ersten Anruf selten; sie kommt spätestens mit der Rechnung. Faxnummer, zweite Telefonnummer und „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ überstehen die erste Runde fast nie.
Wer ein Formular optimieren möchte, dem reichen weniger Felder allerdings nicht. Auch die optische Last zählt. Wenn Sie zwei Felder eng nebeneinander in einen vollen Block quetschen, wirkt selbst ein kurzes Formular lang.
Welche Felder können Sie streichen oder später erfragen?
Hilfreich ist zunächst eine Einteilung in drei Gruppen. Diese Übung mache ich bei jedem neuen Projekt gemeinsam mit dem Team, und sie dauert meist eine halbe Stunde.
- Pflichtfelder: Alles, was für den ersten Kontakt unverzichtbar ist. Meist sind das Name, ein Kontaktweg und das Thema der Anfrage.
- Qualifizierende Felder: Alles, was dem Vertrieb bei der Priorisierung hilft. Budgetrahmen, Teamgröße oder Projektumfang gehören hierher.
- Spätere Felder: Adresse, Steuernummer oder eine lange Beschreibung. Diese Angaben holen Sie im ersten Gespräch oder über ein freiwilliges zweites Formular auf der Dankeseite ein.
Über qualifizierende Felder diskutieren Teams am häufigsten. Eine Budgetfrage kann die Zahl der Anfragen senken. Andererseits erspart sie dem Vertrieb Gespräche mit unpassenden Interessenten. Deshalb empfehle ich, das Budget als Auswahl von Spannen anzubieten statt als freies Textfeld. Der Besucher muss keine Zahl tippen, und Sie erhalten trotzdem ein grobes Segment.
Wenn Sie freiwillige Felder behalten, kennzeichnen Sie diese klar. Ein Zusatz „(optional)“ hilft Besuchern schneller als viele Sternchen an den Pflichtfeldern.
Wann schlägt ein mehrstufiges Formular die einseitige Variante?
Ein mehrstufiges Formular verteilt die Fragen auf zwei oder drei Bildschirme. Gut gebaut, beginnt der Besucher mit einer leichten Frage und bringt dann meist zu Ende, was er angefangen hat. Allerdings ist das nicht für jedes Formular die richtige Lösung.
Ich wähle den mehrstufigen Aufbau in diesen Fällen:
- Das Formular hat mehr als sechs Felder, und alle sind wirklich nötig.
- Die erste Frage kann mit einer leichten, ansprechenden Auswahl starten, zum Beispiel mit Karten zu „Welche Leistung interessiert Sie?“.
- Spätere Fragen hängen von früheren Antworten ab, Sie brauchen also eine bedingte Logik.
Ein Terminformular mit drei oder vier Feldern in Schritte zu teilen, ergibt dagegen wenig Sinn. Jeder Klick auf „Weiter“ bringt eine Pause und eine neue Entscheidung. Bei einem kurzen Formular ist das reine Reibung.
Bei mehrstufigen Formularen zählen zwei Details. Zunächst braucht es eine Fortschrittsanzeige; „Schritt 2 von 3“ genügt. Dann gehören die Kontaktdaten in den letzten Schritt. Der Besucher beschreibt zuerst sein Anliegen und sieht erst danach die Frage nach Telefon oder E-Mail. Somit trifft die Bitte um persönliche Daten auf jemanden, der schon Mühe investiert hat, und der Widerstand sinkt.
Sollten Sie das Formular einbetten oder als Popup zeigen?
Ein Popup zieht zwar Aufmerksamkeit auf sich, unterbricht allerdings auch das Lesen. Für Termin- und Angebotsformulare bevorzuge ich daher meist ein eingebettetes Formular. Der Besucher liest über die Leistung, lässt sich überzeugen und findet das Formular im selben Fluss. So steht kein zusätzlicher Klick zwischen Entscheidung und Handlung.
Ist die Seite allerdings lang und das Formular steht ganz unten, hilft ein fixierter Button. Ein Sprung zum Formularbereich oder ein seitliches Panel stört weniger als ein Popup. Vor allem mobil ärgern bildschirmfüllende Fenster mit winzigem Schließsymbol die Nutzer und verschlechtern das Seitenerlebnis.
Bei Demoformularen liegt der Fall etwas anders. Besucher entscheiden oft auf der Preis- oder Funktionsseite. Deshalb setze ich den Demobutton auf alle diese Seiten und sammle das Formular selbst auf einer schlanken, eigenen Seite. Das vereinfacht auch die Messung, weil jede Anfrage über dieselbe URL läuft. Kurz gesagt: Wo Sie das Formular zeigen, zählt genauso viel wie das, was Sie fragen.
Wie schreiben Sie Beschriftungen, Platzhalter und Hilfetexte?
Wer ein Formular optimieren will, stößt zuerst auf diesen Fehler: Die Beschriftung fehlt, und nur ein grauer Platzhalter steht im Feld. Sobald der Besucher tippt, verschwindet dieser Text. Dann weiß er womöglich nicht mehr, welches Feld er gerade ausfüllt. Zudem brauchen Screenreader und Autofill eine echte Beschriftung.
Setzen Sie die Beschriftung deshalb immer über das Feld, sichtbar und kurz. Den Platzhalter nutzen Sie nur als Formathinweis, zum Beispiel „+49 151 12345678“ im Telefonfeld. Darunter passt ein kleiner Hilfetext. Ein Satz wie „Wir nutzen die Nummer nur zur Terminbestätigung“ nimmt dem Telefonfeld viel von seiner Hemmschwelle.
- Formulieren Sie Beschriftungen als Begriff, nicht als Frage. „Telefonnummer“ genügt.
- Vermeiden Sie Fachjargon. Schreiben Sie „Wie erreichen wir Sie?“ statt „Kontaktkanal“.
- Nennen Sie das erwartete Format vorher. Erklären Sie es nicht erst in der Fehlermeldung.
- Bei weniger als fünf Optionen zeigen Sie sichtbare Auswahlfelder statt eines Dropdowns.
Kurz gesagt: Die Beschriftung zeigt jederzeit, was der Besucher eintippt. Ein Platzhalter kann diese Aufgabe nicht übernehmen.
Wie retten oder ruinieren Fehlermeldungen ein Formular?
Fehlermeldungen sind vor allem der am meisten vernachlässigte Teil eines Formulars. Dabei steigen Besucher genau an dieser Stelle oft aus. Ein roter Kasten mit „Ungültige Eingabe“ sagt weder, was falsch ist, noch, wie man es behebt.
Das Tutorial der W3C zur Barrierefreiheit empfiehlt, dass jede Fehlermeldung die Beschriftung des Feldes nennt, das Problem verständlich beschreibt und eine Lösung anbietet. Außerdem rät es, nach einem fehlerhaften Absenden den Fokus auf das erste fehlerhafte Feld zu setzen (W3C WAI).
In der Praxis halte ich mich an diese Regeln:
- Zeigen Sie den Fehler direkt unter dem Feld, nicht allein oben auf der Seite.
- Prüfen Sie die Eingabe, wenn der Besucher das Feld verlässt. Blenden Sie nicht bei jedem Tastendruck rote Warnungen ein.
- Formulieren Sie die Meldung als Lösung: „In Ihrer E-Mail Adresse fehlt anscheinend das @ Zeichen.“
- Löschen Sie bei einem Fehler niemals die bisherigen Eingaben.
- Ergänzen Sie Farbe um Text oder ein Symbol, weil farbenblinde Menschen Rot nicht immer erkennen.
Die vierte Regel klingt zunächst banal. Trotzdem sehe ich regelmäßig Seiten, die nach einem Serverfehler das ganze Formular leeren. Die meisten Besucher versuchen es danach kein zweites Mal.
Warum sind mobile Tastaturtypen so wichtig, wenn Sie ein Formular optimieren?
Füllt jemand Ihr Formular auf dem Smartphone aus und erscheint nicht die passende Tastatur, muss er selbst umschalten. Eine Buchstabentastatur im Telefonfeld wirkt wie eine Kleinigkeit. Bei Terminformularen mit viel mobilem Traffic summieren sich solche Kleinigkeiten allerdings. Deshalb beginnt mobiles Formulardesign mit dem richtigen Eingabetyp.
Der Leitfaden von web.dev beschreibt, dass das passende type Attribut mobil die richtige Tastatur öffnet und zugleich eine einfache Validierung ermöglicht (web.dev). MDN ergänzt, dass inputmode nur einen Hinweis zur Tastatur gibt und keine Validierung erzwingt.
| Feld | Empfohlenes Attribut | Angezeigte Tastatur |
|---|---|---|
| Telefon | type="tel", autocomplete="tel" | Ziffernblock |
| type="email", autocomplete="email" | Tastatur mit @ und Punkt | |
| Personenzahl, Menge | inputmode="numeric" | Nur Ziffern |
| Budget, Maße | inputmode="decimal" | Ziffern mit Dezimaltrennzeichen |
| Website Adresse | type="url" | Tastatur mit / und .com |
Noch ein Hinweis: Nutzen Sie type="number" nicht für Felder, die mit einer Null beginnen können, etwa Postleitzahlen. Manche Browser entfernen die führende Null oder zeigen Pfeiltasten an. Für solche Felder ist inputmode="numeric" daher die sicherere Wahl.
Welche Felder brauchen Autofill?
Autofill ist zudem die günstigste Verbesserung, um mobil Zeit beim Ausfüllen zu sparen. Der Browser schlägt Name, Telefonnummer und E-Mail mit einem Tipp vor. Dafür genügt der richtige autocomplete Wert je Feld, etwa name, email, tel oder organization.
Das häufigste Problem in der Praxis: Ein Entwickler schaltet die Vorschläge mit autocomplete="off" ab, weil sie angeblich das Design stören. Damit zwingen Sie Besucher, jeden Buchstaben selbst zu tippen. Ebenso schwächen nichtssagende Feldnamen wie „input_7“ die Erkennung des Browsers.
Sollten Sie Vor- und Nachname getrennt abfragen? Für die meisten Termin- und Angebotsformulare genügt ein Feld „Vollständiger Name“. Zwei Felder erhöhen die Feldanzahl und verwirren Menschen mit mehreren Vornamen. Braucht Ihr CRM getrennte Werte, können Sie den Namen im Hintergrund aufteilen.
Zeigen Sie dann dieselbe Flexibilität beim Telefonfeld. Besucher tippen Leerzeichen, Schrägstriche, Klammern oder eine Ländervorwahl. Nehmen Sie all das an und bereinigen Sie die Nummer auf dem Server. Das ist besser, als jemanden mit „Ungültige Nummer“ abzuweisen.
Wo gehören Vertrauenselemente hin?
Vertrauenselemente gehören direkt neben oder unter das Formular, also an den Moment der Entscheidung. Kundenlogos ganz unten auf der Seite lösen das Zögern im Formular nicht. Bevor jemand seine Telefonnummer eintippt, fragt er sich, was Sie damit vorhaben. Die Antwort muss genau dort stehen.
Diese Elemente haben bei mir funktioniert:
- Eine Zusage zur Antwortzeit: „Ich melde mich am selben Werktag.“
- Eine klare Aussage zur Datennutzung: „Ich nutze Ihre Nummer nur für diese Anfrage, keinen Newsletter.“
- Ein echter Mensch: Name und kurze Info zu der Person, die die Anfrage liest.
- Ein konkreter Beleg: ein bekannter Kunde aus Ihrer Branche oder eine überprüfbare Bewertung.
Erfundene Zähler und Drucktaktiken wie „12 Personen sehen sich diese Seite gerade an“ bringen kurzfristig vielleicht Klicks. Allerdings beschädigen sie Vertrauen, vor allem bei B2B Angebotsformularen. Ich setze sie nicht ein.
Vertrauen hängt zudem von der Qualität der ganzen Seite ab. Eine schnelle, aufgeräumte und aktuelle Website senkt das Zögern, noch bevor der Besucher das Formular erreicht. Dieses Thema behandle ich in Webdesign Projekten zusammen mit dem Formular.
Senken Datenschutzhinweis und Einwilligung die Conversion Rate?
Der Datenschutzhinweis ist Pflicht, und darüber diskutiere ich nicht. Wer personenbezogene Daten erhebt, muss nach der DSGVO darüber informieren. Die eigentliche Frage lautet, wie Sie das zeigen, ohne Besucher abzuschrecken.
Mein Vorgehen ist daher einfach. Direkt über dem Button steht ein kurzer Satz mit Link zur Datenschutzerklärung. Braucht der Newsletter eine eigene Einwilligung, bleibt dieses Kästchen leer, und das Absenden hängt nicht davon ab. So bleiben Terminanfrage und Werbeeinwilligung sauber getrennt.
Einen langen Rechtstext als Scrollbox ins Formular zu packen, ist dagegen keine gute Idee. Niemand liest ihn, und das Formular wirkt viel länger, als es ist. Eine eigene Seite mit Link ist für Besucher und Prüfungen sauberer. Für eine verbindliche rechtliche Einschätzung fragen Sie bitte Ihre eigene Rechtsberatung; ich beschreibe hier nur Platzierung und Formulierung.
Wie beeinflussen Buttontext und Platzierung das Ergebnis?
Das Wort „Absenden“ sagt dem Besucher nichts darüber, was als Nächstes passiert. Der Buttontext sollte das Ergebnis des Klicks beschreiben: „Termin reservieren“, „Angebot anfordern“ oder „Demotermin wählen“. Zudem erinnert er ein letztes Mal an den Zweck des Formulars.
Außerdem zählt die Platzierung. Ein Terminformular sollte in den meisten Fällen weit oben stehen oder über einen fixierten Button jederzeit erreichbar sein. Auf einer Angebotsseite möchten Besucher dagegen zuerst über Umfang und Ablauf lesen. Deshalb platziere ich das Formular nach dem Inhalt und wiederhole die Handlungsaufforderung auf der Seite.
Mobil muss der Button groß genug für den Daumen sein und sichtbar bleiben, wenn die Tastatur aufgeht. Deaktivieren Sie ihn außerdem während des Sendens und zeigen Sie „Senden läuft …“. So vermeiden Sie doppelte Anfragen durch Doppelklicks.
Manche Besucher schreiben lieber eine Nachricht, als ein Formular auszufüllen. Deshalb lohnt sich ein alternativer Kanal neben dem Formular. Mit dem WhatsApp Link Generator erstellen Sie in Sekunden einen Link mit vorbereitetem Text.
Warum gehört die Dankeseite zum Formular?
Viele Websites zeigen zum Beispiel nach dem Absenden eine kleine grüne Zeile und hören dann auf. Damit verschenken sie den wärmsten Moment der ganzen Reise. Der Besucher hat Ihnen gerade Vertrauen gezeigt, sein Interesse ist am höchsten.
Eine gute Dankeseite enthält vier Dinge:
- Eine klare Bestätigung: „Ihre Anfrage ist bei uns angekommen.“
- Den nächsten Schritt samt Zeitpunkt: „Ich rufe Sie morgen bis 12 Uhr an.“
- Hinweise zur Vorbereitung: Unterlagen für den Termin oder Fragen, über die man vor der Demo nachdenken kann.
- Einen freiwilligen zweiten Schritt: Terminwahl im Kalender oder ein kurzes Zusatzformular zum Umfang.
Die Dankeseite hat noch einen Vorteil, nämlich die Messung. Eine eigene URL erlaubt Ihnen, Conversions einfach über den Seitenaufruf zu erfassen. Schließen Sie diese Seite allerdings per noindex von der Suche aus. Bauen Sie außerdem eine Prüfung ein, damit direkte Aufrufe nicht als Conversion zählen; sonst blähen sich Ihre Zahlen auf.
Bei Demoformularen halte ich einen eingebetteten Kalender auf der Dankeseite für eine der wirksamsten Taktiken. Wählt der Besucher seinen Termin in derselben Sitzung, entfällt die Wartezeit nach dem Motto „Wir melden uns“.
Welche Ereignisse sollte Ihre Formularanalyse messen?
Wer nur Absendungen zählt, sieht nicht, wo Besucher aussteigen. Formularanalyse zeigt dagegen, wie viele Menschen beginnen, an welchem Feld sie hängen bleiben und wie viele abschließen.
Die erweiterten Messfunktionen von Google Analytics 4 liefern zwei fertige Ereignisse. form_start entsteht, wenn ein Nutzer in einer Sitzung zum ersten Mal mit einem Formular interagiert, form_submit beim Absenden. Laut Google müssen Sie benutzerdefinierte Dimensionen anlegen, um Parameter wie form_id und form_name in Berichten zu nutzen (Google Analytics Hilfe).
Aus meiner Erfahrung kommt eine Warnung hinzu: form_submit kann auch Versuche zählen, die an einer Validierung scheitern. Daher messe ich die echte Conversion mit einem eigenen Ereignis, etwa generate_lead, das die Erfolgsantwort des Servers oder die Dankeseite auslöst.
- Startrate: Wie viele Seitenbesucher haben das Formular angefasst?
- Abschlussrate: Wie viele davon haben erfolgreich abgeschickt?
- Fehlerrate: Welches Feld hat die meisten Fehlermeldungen ausgelöst?
- Ausfülldauer: Wie viel Zeit lag zwischen Start und Absenden?
Für eine Auswertung nach Kampagnen versehen Sie Links zur Formularseite mit Parametern. Der UTM Generator hilft Ihnen dabei ohne Tippfehler.
Wie liefern Sie Google Ads saubere Conversions aus dem Formular?
Wenn Sie Anzeigen schalten, ist das Formular das Auge Ihrer Gebotsstrategie. Google Ads lernt nur über ein korrektes Conversion Signal, welche Klicks Anfragen bringen. Ein falsch eingerichtetes Formular lenkt den Algorithmus zu den falschen Menschen.
Ich achte deshalb auf drei Punkte. Erstens löst nur ein erfolgreiches Absenden die Conversion aus. Zweitens zählen wiederholte Anfragen derselben Person als eine Conversion. Drittens aktiviere ich erweiterte Conversions für Leads, die E-Mail oder Telefonnummer aus dem Formular nutzen. Laut Google gleicht diese Methode gehashte Nutzerdaten (SHA256) zusammen mit der GCLID ab und verbessert so die Genauigkeit von Offline Conversion Daten (Google Ads Hilfe).
Konkret heißt das: Sie melden aus Ihrem CRM zurück, ob aus einer Anfrage wirklich ein Kunde wurde. Somit sucht das Anzeigensystem nach Käufern statt nach bloßen Formularausfüllern. Die B2B Seite dieses Aufbaus beschreibe ich in Google Ads Suchkampagnen für B2B. Für die komplette Kontobetreuung finden Sie Details unter Google Ads Verwaltung.
Besucher, die das Formular abbrechen, sind auch nicht verloren. Wie Sie sie zurückholen, lesen Sie in meinem Beitrag zum Thema Sales Funnel mit Remarketing stärken.
Wie blockieren Sie Spam, ohne echte Besucher zu nerven?
Einige Wochen nach dem Start tauchen die ersten Botanfragen auf. Der erste Reflex ist ein Bilderrätsel für alle. Das senkt zwar den Spam, strengt aber auch echte Menschen an.
Stattdessen arbeite ich in Schichten. Zunächst setze ich ein unsichtbares Honeypot Feld ein; Bots füllen es aus, Menschen sehen es nicht. Dann prüfe ich die Zeit zwischen Seitenaufruf und Absenden, denn Anfragen in unter einer Sekunde stammen fast immer von Maschinen. Auf dem Server begrenze ich außerdem wiederholte Anfragen von derselben IP. Ein sichtbares Captcha zeige ich nur verdächtigem Traffic.
Gefälschte Anfragen sind zudem ein eigenes Problem für die Werbung. Zählen Botanfragen als Conversion, versucht der Gebotsalgorithmus, mehr von diesem Traffic zu bringen. Anfragen, die den Spamfilter nicht bestehen, dürfen den Conversion Tag also nie erreichen. Aus demselben Grund bleibt die Markierung echter Kunden im CRM der zuverlässigste Schutz für Ihre Datenqualität.
Wie testen Sie Änderungen, wenn Sie ein Formular optimieren?
Jede Änderung am Formular ist also eine Hypothese. „Ohne Budgetfeld kommen mehr Anfragen“ mag stimmen, doch die Zahl qualifizierter Anfragen kann sinken. Deshalb schaue ich nicht nur auf Absendungen, sondern auch auf den Anteil der Anfragen, aus denen Umsatz wird.
Auf Websites mit wenig Traffic erreicht ein klassischer A/B Test selten ein belastbares Ergebnis. Dann vergleiche ich Zeiträume: zwei oder vier Wochen vor der Änderung mit gleich langen Wochen danach. Ich notiere außerdem Kampagnen, Saison und Budgetwechsel, weil ich das Ergebnis sonst falsch deute.
Auch ein einfacher Test mit dem eigenen Smartphone verrät viel. Füllen Sie das Formular im Mobilfunknetz aus, mit einer Hand und mit Autofill. Machen Sie anschließend absichtlich einen Fehler und lesen Sie die Meldung. Prüfen Sie zum Schluss, ob Dankeseite und Benachrichtigung wirklich ankommen. Diese fünfminütige Probe deckt einen großen Teil versteckter Probleme auf.
Wie die Formularseite in der Suche erscheint, prägt zudem die Qualität des Traffics. Titel und Beschreibung Ihrer Leistungsseite prüfen Sie mit der Google SERP Vorschau.
Was hat Formulardesign mit SEO Traffic zu tun?
Das Formular ist der letzte Schritt, der über den Wert des organischen Traffics entscheidet. Als reine Beispielrechnung: Dieselben tausend Besucher bringen mit einem guten Formular vielleicht zehn Anfragen, mit einem schlechten nur zwei. Anders gesagt: Wer sein Formular optimieren lässt, gewinnt mehr Anfragen ohne zusätzlichen Traffic.
Zudem spielt die Suchintention mit. Wer nach „Preis“ sucht, ist bereit für ein Angebotsformular. Wer dagegen nach „wie“ sucht, braucht zuerst Inhalt und eine niedrigschwellige Handlungsaufforderung. Diese Zuordnung erkläre ich ausführlich in Keywords finden, die verkaufen. Einen vollständigen Fahrplan inklusive Formularen erarbeite ich in der SEO Beratung.
Checkliste vor dem Livegang
Diese Liste gehe ich vor jedem Livegang eines Formulars durch. Jeder Punkt ist für sich klein. Zusammen entscheiden sie allerdings über die Qualität.
- Haben Sie für jedes Feld gefragt, ob der Vertrieb auch ohne diese Angabe anrufen würde?
- Stehen die Beschriftungen sichtbar über den Feldern?
- Erscheint bei Telefon, E-Mail und Zahlen die passende Tastatur?
- Stimmen die autocomplete Werte, und hat niemand sie abgeschaltet?
- Stehen Fehlermeldungen unter dem Feld und nennen sie die Lösung?
- Bleiben Eingaben nach einem Fehler erhalten?
- Beschreibt der Buttontext das Ergebnis?
- Stehen Datennutzung und Antwortzeit neben dem Formular?
- Nennt die Dankeseite den nächsten Schritt?
- Löst nur ein erfolgreiches Absenden die Conversion aus?
- Lassen die Spamfilter echte Besucher in Ruhe?
Planen Sie eine neue Website, kostet es weniger, Formulare von Anfang an nach dieser Liste zu bauen, als sie später zu reparieren. Zu Umfang und Preisen lesen Sie mehr unter Website erstellen lassen: Kosten. Wenn ich Ihr aktuelles Formular prüfen soll, schreiben Sie mir über die Kontaktseite.




