Interne Verlinkung: So stärken Sie Ihr SEO mit einer durchdachten Linkstruktur

Die Links zwischen Ihren eigenen Seiten sind oft der günstigste SEO Hebel, den Sie haben. Zugleich sind sie allerdings der am häufigsten vernachlässigte. In diesem Leitfaden erkläre ich die interne Verlinkung so, wie ich sie seit 2012 in Projekten erlebe: Ankertexte, das Modell aus Hub und Spokes, verwaiste Seiten und Klicktiefe. Außerdem bekommen Sie eine Prüfroutine und einen Plan, den Sie noch diese Woche umsetzen können.
Was ist interne Verlinkung und warum ist sie für SEO wichtig?
Interne Verlinkung bezeichnet die geplante Verbindung von Seiten derselben Domain über Hyperlinks. Google nutzt diese Links, um neue Seiten zu finden, thematische Zusammenhänge zu verstehen und wichtige Seiten zu erkennen. Ihre Besucher finden über dieselben Links ihren nächsten Schritt auf der Website.
Wenn ich den Nutzen in einem Satz zusammenfassen soll, dann so: Mit interner Verlinkung entscheiden Sie selbst, wohin Besucher und Autorität innerhalb Ihrer Website fließen. Externe Backlinks aufzubauen dauert oft Monate, und das Ergebnis liegt zum großen Teil bei anderen. Interne Links dagegen haben Sie vollständig in der Hand. Einen Link, den Sie heute setzen, kann Google beim nächsten Crawl bereits sehen.
Vor allem ein Muster sehe ich häufig. Ein Unternehmen veröffentlicht eine neue Leistungsseite mit gutem Text. Allerdings verweist kaum eine andere Seite darauf, und so bleibt die Seite monatelang schwach. Mit drei oder vier gut platzierten Links im Fließtext erholt sie sich meist deutlich schneller. Deshalb gehört die interne Verlinkung zu den ersten Themen jeder SEO Beratung, die ich übernehme.
Worin unterscheiden sich interne und externe Links?
Ein interner Link führt von einer Seite Ihrer Website zu einer anderen Seite derselben Website. Ein externer Link führt dagegen zu einer fremden Domain oder kommt von einer fremden Domain zu Ihnen. Die eingehenden externen Links nennen wir daher meist Backlinks.
Der entscheidende Unterschied ist also die Kontrolle. Auf Anzahl und Qualität Ihrer Backlinks haben Sie nur indirekt Einfluss. Sie veröffentlichen gute Inhalte, pflegen Kontakte und warten dann ab. Bei internen Links bestimmen Sie dagegen selbst, welche Seite auf welche verweist und mit welchen Worten. Anders gesagt: Backlinks bestimmen, wie viel Stärke Ihre Website erreicht. Interne Links bestimmen, wie sich diese Stärke verteilt.
Ein Vergleich hilft mir dabei oft. Backlinks sind die Autobahnen, die in eine Stadt führen, und interne Links sind die Straßen in der Stadt. Eine breite Autobahn nützt wenig, wenn die Straßen im Zentrum verstopft sind. In der Praxis liegt das Problem genau dort, wenn eine Startseite stark ist, die Unterseiten aber schwach bleiben.
Wie nutzt Google interne Links?
In seinen Best Practices für Links beschreibt Google zwei Zwecke. Zunächst helfen Links dabei, neue Seiten zum Crawlen zu finden. Außerdem dienen sie als Signal, wenn Google die Relevanz einer Seite einschätzt. Ein interner Link ist also Weg und Etikett zugleich.
Dasselbe Dokument nennt zudem eine wichtige technische Bedingung. Google kann einen Link nur dann zuverlässig crawlen, wenn er ein HTML Element a mit einem Attribut href ist. Buttons, die nur über JavaScript Ereignisse funktionieren, erfüllen diese Bedingung nicht. Manche Web Apps steuern ihr Menü zum Beispiel komplett über JavaScript. Besucher merken davon nichts, doch ein Crawler sieht diesen Weg womöglich nie.
Den wertvollsten Satz des Dokuments finde ich ganz einfach. Jede Seite, die Ihnen wichtig ist, sollte mindestens von einer anderen Seite Ihrer Website verlinkt sein. Das klingt zunächst selbstverständlich. Trotzdem fallen bei vielen Websites, die ich prüfe, einzelne Seiten durch diesen Test. Wir nennen sie verwaiste Seiten, und ich behandle sie weiter unten ausführlich.
Zudem liest Google den Text rund um einen Link als Kontext. Setzen Sie einen Link daher nicht in einen fremden Absatz, sondern in einen Satz, der das Thema tatsächlich behandelt.
Wie schreiben Sie gute Ankertexte?
Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Teil eines Links. Googles Beschreibung ist knapp: Ein guter Ankertext ist beschreibend, angemessen kurz und relevant. Ihre Leser sollen also vor dem Klick wissen, wohin der Link führt.
In der Praxis halte ich mich an diese Regeln:
- Verzichten Sie auf "hier klicken" und "mehr lesen". Solche Formulierungen sagen nichts über die Zielseite.
- Beschreiben Sie das Ziel. Eine Formulierung wie "unser Webdesign für Handwerksbetriebe" gibt Lesern und Google ein klares Signal.
- Lassen Sie den Anker im Satz. Er sollte auch ohne Umfeld verständlich sein, ohne den Lesefluss zu stören.
- Stopfen Sie keine Keywords hinein. Google erinnert im selben Dokument daran, dass Keyword Stuffing gegen seine Spamrichtlinien verstößt.
- Variieren Sie die Formulierung. Wenn jeder Link zur selben Seite exakt gleich lautet, wirkt das unnatürlich.
Bei Backlinks ist ein exakt passender Ankertext riskant. Bei internen Links haben Sie dagegen mehr Spielraum. Mein eigener Test bleibt trotzdem gleich: Würde der Satz seltsam klingen, wenn ich ihn einem Kunden laut vorlese? Falls ja, schreibe ich ihn um.
Wie bauen Sie interne Verlinkung nach dem Hub und Spoke Modell auf?
Beim Modell aus Hub und Spokes verbinden Sie eine breite Übersichtsseite mit mehreren Detailseiten zu Unterthemen. Konkret verlinkt der Hub auf jede Detailseite. Jede Detailseite verweist zurück auf den Hub und, wo es passt, auf benachbarte Detailseiten.
Nehmen wir zum Beispiel einen Anbieter von Software für Steuerkanzleien. Der Hub könnte eine Seite über "Kanzleisoftware" sein. Die Spokes behandeln etwa digitale Belegerfassung, Mandantenportal, Fristenverwaltung und Schnittstellen zur Buchhaltung. Somit erkennt Google, dass die Website das Thema zusammenhängend abdeckt und nicht als lose Sammlung einzelner Artikel.
Beim Aufbau gehe ich in dieser Reihenfolge vor:
- Wählen Sie das Thema mit dem höchsten wirtschaftlichen Wert und legen Sie dafür einen Hub fest.
- Sammeln Sie Fragen und Unterthemen, denn jedes davon ist ein möglicher Spoke. Dabei hilft eine gute Recherche nach Keywords, die verkaufen.
- Setzen Sie in jedem Spoke früh einen beschreibenden Link zum Hub.
- Stellen Sie die Spokes auf dem Hub mit einer kurzen Liste oder knappen Absätzen vor.
- Verbinden Sie Spokes, die sich wirklich ergänzen, aber verlinken Sie nicht jeden mit jedem.
Für Dienstleister mit Blog ist diese Form der internen Verlinkung der schnellste Weg, verstreute Inhalte zu einem klaren Themencluster zu bündeln.
Was sind verwaiste Seiten und wie finden Sie sie?
Eine verwaiste Seite (Orphan Page) erhält von keiner anderen Seite Ihrer Website einen internen Link. Sie ist online und steht vielleicht sogar in der Sitemap. Allerdings führt kein Menü, keine Kategorie und kein Artikel zu ihr. Besucher erreichen sie beim Surfen also nicht.
Verwaiste Seiten entstehen meist auf drei Wegen. Häufig sind es Landingpages einer Kampagne, die nach dem Ende aus dem Menü verschwunden sind. Oft stammen sie auch aus einem Relaunch, bei dem alte Inhalte online blieben, aber nicht in die neue Navigation kamen. Schließlich verlieren ältere Blogartikel ihre Links, wenn sich Paginierung oder Filter ändern.
Zum Aufspüren vergleichen Sie dann zwei Listen. Die erste enthält alle URLs, die auf Ihrer Website existieren, etwa aus der XML Sitemap, einem Export des CMS oder den Serverlogs. Die zweite enthält nur die URLs, die ein Crawler über Links erreicht. Jede Adresse, die in der ersten Liste steht und in der zweiten fehlt, ist ein Kandidat. Ist Ihre Sitemap veraltet, erstellt unser XML Sitemap Generator schnell eine aktuelle Fassung.
Danach ist die Entscheidung einfach. Hat die Seite einen Wert, verlinken Sie sie von passenden Stellen aus. Hat sie keinen Wert und keinen Traffic, entfernen Sie sie oder leiten sie auf die nächstpassende aktuelle Seite weiter. Sie verwaist zu lassen, ist nie eine gute Lösung.
Warum ist die Klicktiefe wichtig?
Die Klicktiefe beschreibt die minimale Zahl an Klicks, die Sie von der Startseite bis zu einer Seite brauchen. Die Startseite hat die Tiefe null, eine Seite im Hauptmenü meist die Tiefe eins. Ein Produkt innerhalb einer Kategorie liegt dagegen oft zwei oder drei Klicks entfernt.
Warum spielt das eine Rolle? Weil die Startseite auf den meisten Websites die meisten Backlinks sammelt und diese Stärke über Links nach unten fließt. Jede zusätzliche Ebene erschwert diesen Fluss. Zudem verlieren Besucher die Geduld, lange bevor sie tief vergrabene Seiten erreichen.
Ich arbeite deshalb mit einem Richtwert aus der Praxis, der keine Garantie ist. Halten Sie wirtschaftlich wichtige Seiten innerhalb von drei Klicks ab der Startseite. Finde ich eine Leistungsseite oder Kategorie, die tiefer liegt, suche ich einen Weg, sie nach vorne zu holen.
Die üblichen Maßnahmen sind überschaubar. Konkret helfen ein Block mit wichtigen Kategorien auf der Startseite, Links zu Unterkategorien auf Kategorieseiten, Links aus Blogartikeln zu passenden Leistungen und eine sinnvolle Breadcrumb Navigation. Vermeiden Sie außerdem endlose Ketten aus "nächste Seite" in Archiven, denn ältere Beiträge rutschen sonst sehr tief.
Welche Rolle spielen Kategorieseiten für die Linkstruktur?
In Onlineshops und auf großen Content Websites bilden Kategorieseiten das Rückgrat der internen Linkstruktur. Sie erhalten Stärke aus der Navigation und geben sie an Unterkategorien, Produkte und Artikel weiter. Folglich zieht eine schwach aufgebaute Kategorieseite alles darunter mit nach unten.
Auf einer guten Kategorieseite möchte ich konkret drei Dinge sehen. Erstens klare Textlinks zu den Unterkategorien. Zweitens eine Sortierung, die Bestseller oder besonders gesuchte Produkte nach vorne stellt. Drittens einen kurzen Einleitungstext zur Kategorie mit Links zu passenden Ratgebern, der Lesern und Suchmaschinen Kontext gibt.
Wie Sie die Hierarchie selbst planen, ist ein eigenes, größeres Thema. Ich erkläre es ausführlich im Artikel zur Kategoriestruktur für große Websites und wiederhole es hier nicht. Kurz gesagt: Ist die Kategoriestruktur das Skelett, dann sind interne Links das Nervensystem. Wenn Sie beides nicht gemeinsam planen, kann keines die Schwächen des anderen ausgleichen.
Achten Sie andererseits auf Filterseiten. Wenn sich jeder Filter für Farbe, Größe und Preis zu crawlbaren Links vervielfacht, verschwenden Sie Crawling Ressourcen, und das Signal an Ihre echten Kategorieseiten verwässert.
Wie verlinken Sie von Blogartikeln auf Leistungsseiten?
Für Dienstleister liegt hier meist die größte Chance. Blogartikel ziehen Menschen an, die nach Informationen suchen, und bekommen oft mehr Backlinks als Leistungsseiten. Verweisen diese Artikel jedoch nie auf eine Leistung, verpufft die Aufmerksamkeit, bevor daraus Umsatz entsteht.
Meine Methode ist dabei einfach. Für jeden Artikel lege ich genau eine Leistungsseite als Hauptziel fest. Dann setze ich einen natürlichen Link an der Stelle, an der ein Leser diese Leistung tatsächlich brauchen könnte. In einem Artikel über Ladezeiten ist es zum Beispiel sinnvoll, Lesern mit einem langsamen Theme die Seite zum Webdesign zu zeigen.
Dabei achte ich auf einige Punkte:
- Verlassen Sie sich nicht nur auf einen Button am Ende. Links im Fließtext bekommen mehr Klicks und tragen mehr Kontext.
- Verlinken Sie nicht in jedem Absatz dieselbe Leistungsseite. Ein oder zwei starke Stellen reichen aus.
- Machen Sie aus einem Ratgeber keinen Verkaufsprospekt. Fühlt sich der Leser bedrängt, wirken weder Artikel noch Link.
- Verlinken Sie von der Leistungsseite zurück auf passende Ratgeber, damit Leser in der Entscheidungsphase weitere Informationen finden.
Genau an dieser Stelle verbindet sich Ihre interne Verlinkung direkt mit dem Vertrieb.
Wie nützlich sind Links in Menü, Footer und Breadcrumbs?
Diese drei Bereiche wiederholen sich auf jeder Seite, es sind also seitenweite Links. Sie sind nützlich, haben allerdings Grenzen. Da Menü und Footer überall gleich aussehen, können sie allein nicht erklären, warum eine Seite wichtiger ist als eine andere.
Beim Menü rate ich daher zu Zurückhaltung. Wer alles ins Menü packt, hebt nichts hervor. Hauptleistungen und Hauptkategorien gehören hinein. Seiten der zweiten und dritten Ebene sollten dagegen Links aus Kategorieseiten und Inhalten erhalten.
Der Footer eignet sich für Impressum, Datenschutz, Kontakt und wenige wichtige Seiten. Hunderte Links zu Städten oder Keywords im Footer bringen Nutzern allerdings nichts und wirken wie Spam.
Breadcrumbs zeigen Besuchern, wo sie sich befinden, und geben jeder Seite einen festen Link zu ihren übergeordneten Kategorien. Wenn Sie sie zudem gemäß der Dokumentation zu strukturierten Daten für Breadcrumbs auszeichnen, erscheint die Position der Seite in den Suchergebnissen womöglich verständlicher. Zusammengefasst sind Breadcrumbs eine Linkebene, die mit wenig Aufwand viel bringt.
Wie viele interne Links sollte eine Seite haben?
Eine offizielle Regel mit fester Zahl gibt es nicht. Googles Dokument zu Links formuliert es praktisch: Wenn Sie glauben, dass es zu viele sind, dann ist das wahrscheinlich so. Das Maß ist also keine Zahl, sondern der Nutzen für den Leser.
Mein Startbereich aus der Praxis, ohne Garantie, sieht so aus. In einem Blogartikel mit etwa 1.500 Wörtern lesen sich vier bis acht Links im Fließtext meist angenehm. Bei umfassenden Ratgebern mit 3.000 Wörtern können es acht bis zwölf sein. Auf Leistungsseiten setze ich lieber weniger, dafür sorgfältig ausgewählte Links.
Zudem zählen drei Dinge mehr als die Zahl. Jeder Link braucht einen Grund. Drei oder vier Links in einem Absatz erschweren das Lesen. Und erwarten Sie keinen Zusatznutzen, wenn Sie denselben Link auf einer Seite wiederholen. Sogar der Linkbericht der Search Console fasst doppelte Links von derselben Quelle zum selben Ziel zusammen.
Deshalb schlage ich vor, die Frage nach der Anzahl durch eine bessere zu ersetzen: Wohin möchte jemand, der diese Seite liest, als Nächstes? Die Antwort liefert die passende Zahl meist von selbst.
Sollten Sie nofollow bei internen Links nutzen?
Meine kurze Antwort lautet nein, denn nofollow hat einen anderen Zweck. Das Attribut ist für externe Links gedacht, denen Sie nicht vertrauen, und für bezahlte Beziehungen. Zwischen Ihren eigenen Seiten wirkt es so, als würden Sie Ihrer eigenen Website misstrauen.
Früher nutzten zum Beispiel manche SEOs das sogenannte PageRank Sculpting. Sie setzten nofollow auf interne Links zu unwichtigen Seiten und hofften, so mehr Stärke auf wichtige Seiten zu lenken. Diese Taktik funktioniert schon lange nicht mehr und sorgt heute nur für Unordnung.
Was also tun mit Login, Warenkorb oder Kundenkonto, die nicht in den Suchergebnissen erscheinen sollen? Dafür gibt es andere Werkzeuge. Seiten, die nicht in den Ergebnissen stehen sollen, versehen Sie mit noindex. Bereiche, die Google gar nicht crawlen soll, sperren Sie per robots.txt. Die Links selbst bleiben normale Links. So bleibt das Nutzererlebnis intakt, und Google erhält eine eindeutige Botschaft.
Die einzige Ausnahme sind Bereiche mit Inhalten von Nutzern. Links in Foren oder Kommentaren können Sie etwa mit ugc kennzeichnen. Das betrifft allerdings den Umgang mit Nutzerinhalten und nicht Ihren internen Linkplan.
Wie prüfen Sie die interne Verlinkung einer bestehenden Website?
Eine Prüfung der internen Verlinkung beginnt damit, die Links Ihrer Website zu erfassen und Stärken und Schwächen zu erkennen. Ihr kostenloser Startpunkt ist die Google Search Console. Ihr Linkbericht enthält eine Tabelle der intern am häufigsten verlinkten Seiten. Zu jeder Seite sehen Sie außerdem, welche Seiten auf sie verweisen.
Beim Lesen sollten Sie allerdings zwei Grenzen kennen. Laut der Hilfeseite der Search Console zeigen die Tabellen höchstens 1.000 Zeilen, und der Bericht ist eine Stichprobe statt einer vollständigen Liste. Daher empfehle ich bei größeren Websites einen vollständigen Crawl mit einem Desktop Crawler.
Bei der Prüfung arbeite ich diese Fragen der Reihe nach ab:
- Sind die Seiten mit den meisten internen Links wirklich meine wichtigsten Seiten?
- Wie viele Klicks tief liegen die Leistungs- und Kategorieseiten, die Umsatz bringen?
- Welche Seiten erhalten überhaupt keine internen Links?
- Gibt es defekte Links oder Ketten aus Weiterleitungen?
- Sind die Ankertexte beschreibend, oder stehen dort leere Formulierungen wie "hier" und "Details"?
Auf den meisten Websites ergeben die Antworten auf diese fünf Fragen bereits die Aufgabenliste für den ersten Monat. Halten Sie die Ergebnisse in einer einfachen Tabelle fest, dann können Sie den Fortschritt zudem Monat für Monat vergleichen.
Interne Linkarten im Vergleich
Verschiedene Arten interner Links erfüllen also verschiedene Aufgaben. Die Tabelle zeigt auf einen Blick, wofür jede Art gut ist und wo sie an Grenzen stößt.
| Linkart | Hauptaufgabe | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Hauptmenü | Zugang zu Kernseiten | Überall sichtbar, senkt die Klicktiefe | Verwischt Prioritäten, wenn es überladen ist |
| Footer | Rechtliche Seiten und Service | Stabil und vorhersehbar | Wirkt bei Übertreibung wie Spam |
| Breadcrumb | Zeigt die Hierarchie | Feste Links zu übergeordneten Kategorien | Wirkt nur nach oben |
| Link im Fließtext | Kontext und thematische Nähe | Stärkstes Kontextsignal, viele Klicks | Braucht Aufwand und Pflege von Hand |
| Block mit ähnlichen Artikeln | Hält Leser auf der Website | Skaliert automatisch | Nutzlos bei schwacher Relevanz |
| Kategorielisten | Verteilt Produkte und Beiträge | Rückgrat großer Websites | Paginierung kann die Tiefe erhöhen |
Das Fazit ist klar: Keine Linkart reicht allein aus. Menü und Breadcrumbs bilden das Gerüst, die Links im Fließtext tragen dann die eigentliche Bedeutung.
Typische Fehler bei der internen Verlinkung
Über die Jahre sehe ich auf vielen Websites immer wieder dieselben Fehler. Die gute Nachricht: Die meisten beheben Sie in wenigen Stunden.
- Wenige Links auf wichtige Seiten, viele auf unwichtige. Die Datenschutzerklärung bekommt zum Beispiel einen Link von jeder Seite, während die wichtigste Leistungsseite nur im Menü steht.
- Defekte Links. Alte Links auf gelöschte oder verschobene Seiten führen Besucher und Crawler in eine Sackgasse.
- Ketten aus Weiterleitungen. Ein Link führt zur alten URL, von dort zur neuen und dann noch zur HTTPS Version.
- Leere Ankertexte. Wörter wie "hier", "klicken" oder "Details" tragen keinen Kontext.
- Links nur per JavaScript. Klickbare Elemente ohne href sind für Google kein verlässlicher Weg.
- Derselbe Anker für zwei verschiedene Seiten. So lassen Sie zwei Seiten um dieselbe Suchanfrage konkurrieren.
Der letzte Punkt wiegt am schwersten, denn hier treffen interne Verlinkung und Keyword Planung aufeinander. Haben Sie nicht entschieden, welche Seite für ein Keyword die Hauptseite ist, bleiben auch Ihre Links unentschlossen. Klären Sie also zuerst die Zuordnung von Keyword und Seite und verlinken Sie dann danach.
Wie schwächen Weiterleitungen und defekte Links Ihre interne Linkstruktur?
Zeigt ein interner Link auf eine weitergeleitete URL, landet der Besucher am Ende trotzdem auf der richtigen Seite. Allerdings bedeutet jede Weiterleitung eine zusätzliche Anfrage, eine zusätzliche Wartezeit und einen zusätzlichen Schritt für den Crawler. Je länger die Kette, desto langsamer lädt die Seite und desto mehr Crawling Ressourcen gehen verloren.
Defekte Links sind dagegen ein noch klarerer Verlust, weil sie gar nichts weitergeben. Ein Link auf eine Seite mit dem Statuscode 404 verärgert zudem Besucher. Nach Migrationen und Relaunches wächst dieses Problem besonders schnell.
Die Lösung ist einfach, verlangt aber Disziplin. Sobald Sie eine Weiterleitung einrichten, passen Sie auch die internen Links an, damit sie direkt auf die neue URL zeigen. Betrachten Sie Weiterleitungen nur als Sicherheitsnetz für alte externe Links und Lesezeichen. Einzelne URLs prüfen Sie mit unserem Redirect Checker, der jede Station bis zum Ziel anzeigt.
Bei einem Umzug hilft Ihnen meine Checkliste zur Website Migration, damit Sie keinen Schritt übersehen. Beim Redesign lesen Sie am besten meinen Beitrag dazu, wie Sie SEO beim Website Relaunch schützen. Kurze, dauerhafte URLs für neue Seiten ersparen Ihnen zudem später Weiterleitungen, und ein Slug Generator erleichtert die Wahl.
Plan für die interne Verlinkung in sieben Schritten
Lassen Sie mich das Bisherige in einen Plan übersetzen. Wenn ich mit einem neuen Kunden starte, folgt meine Arbeit an der internen Verlinkung ungefähr dieser Reihenfolge:
- Prioritätenliste erstellen. Bestimmen Sie die 10 bis 20 Seiten, die Umsatz oder Anfragen bringen. Sie sind nicht alle gleich wichtig.
- Ausgangslage messen. Notieren Sie für jede Seite die Zahl interner Links, die Klicktiefe und die verwendeten Ankertexte.
- Quellseiten finden. Listen Sie passende Artikel auf, die bereits Traffic und Backlinks haben. Von dort aus setzen Sie die Links.
- Links setzen. Geben Sie jeder wichtigen Seite mindestens drei oder vier Links im Kontext, mit variierten Ankertexten.
- Aufräumen. Binden Sie verwaiste Seiten ein oder entfernen Sie sie, und reparieren Sie defekte Links.
- Regel für neue Inhalte festlegen. Jeder neue Artikel verlinkt auf seinen Hub und erhält mindestens einen Link aus einem älteren Artikel.
- Ergebnisse verfolgen. Beobachten Sie in der Search Console Impressionen und durchschnittliche Position der Zielseiten über die folgenden Wochen.
Vor allem Schritt sechs macht aus einem einmaligen Projekt eine Gewohnheit. Bitten Sie Ihr Team, ihn in die Checkliste für Veröffentlichungen aufzunehmen. Sonst entstehen innerhalb weniger Monate neue verwaiste Seiten.
Wie messen Sie die Wirkung interner Links?
Die Wirkung interner Links lässt sich kaum mit einer einzigen Kennzahl isolieren. Im selben Zeitraum ändern sich schließlich auch Inhalte, Backlinks und der Algorithmus. Trotzdem zeigen einige Indikatoren die Richtung recht deutlich.
Zunächst betrachte ich als ersten Indikator Impressionen und durchschnittliche Position der Zielseiten in der Search Console. Notieren Sie das Datum, an dem Sie Links gesetzt haben, und vergleichen Sie dann die folgenden Wochen. Mein zweiter Indikator liegt in GA4: Wechseln Leser tatsächlich von den Quellartikeln zu den Zielseiten?
Der dritte Indikator betrifft das Crawling. Landen neue Seiten schneller im Index als früher, beschleunigt Ihre Linkstruktur vermutlich die Entdeckung. Auch das Tool zur URL Prüfung in der Search Console liefert Hinweise darauf, wie Google eine Seite gefunden hat.
Ein Vorbehalt noch. Interne Links sind kein Zaubertrick. Eine dünne Seite bringen Sie nicht allein durch Links nach oben. Sie helfen aber einer guten Seite, schneller die Sichtbarkeit zu erreichen, die sie verdient, und genau darin liegt nach meiner Erfahrung ihr eigentlicher Wert.
Spielen interne Links für die KI Suche eine Rolle?
Einen dokumentierten "KI Faktor für interne Links" gibt es nicht. Die indirekte Rolle halte ich trotzdem für eindeutig. Systeme wie ChatGPT, Gemini und Perplexity stützen sich beim Antworten auf eigene Crawler oder auf Suchindizes. Auch diese Crawler entdecken Seiten zum großen Teil, indem sie Links folgen.
Folglich hilft eine durchdachte Linkstruktur KI Systemen dabei, zu erkennen, wie gründlich Ihre Website ein Thema abdeckt. Ein Cluster aus stimmigen, verbundenen Seiten rund um einen Hub stärkt den Eindruck, dass Ihre Marke sich in diesem Thema auskennt. Das größere Bild beschreibe ich im Artikel zur Generative Engine Optimization.
Zudem kommt ein technischer Aspekt hinzu. Viele KI Crawler verarbeiten JavaScript nur eingeschränkt oder gar nicht. Deshalb ist es noch wichtiger als in der klassischen Suche, dass Ihre Links im einfachen, serverseitig erzeugten HTML stehen. Ausführlicher gehe ich darauf im Beitrag über technisches SEO nach der KI Wende ein.
Kurz gesagt: Interne Verlinkung veraltet im KI Zeitalter nicht. Im Gegenteil, sie bleibt eine Grundvoraussetzung dafür, dass Maschinen Ihre Website verstehen.
Womit sollten Sie heute anfangen?
Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu reparieren. Mein Rat: Erledigen Sie diese Woche nur drei Dinge. Schreiben Sie zunächst Ihre fünf wichtigsten Seiten auf und prüfen Sie in der Search Console, wie viele interne Links jede davon erhält. Danach nehmen Sie die Seite mit den wenigsten Links und verlinken sie aus drei passenden Artikeln im Fließtext. Schließlich suchen Sie auf Ihrer Website nach leeren Ankern wie "hier klicken" und "mehr" und ersetzen sie durch beschreibende Formulierungen.
Diese drei Schritte kosten also nur wenige Stunden. Auf den meisten Websites bewirken sie trotzdem innerhalb weniger Wochen spürbare Bewegung. Anschließend folgen die Suche nach verwaisten Seiten, der Aufbau von Hub und Spokes und die Regel für neue Inhalte.
Möchten Sie die interne Verlinkung Ihrer Website gemeinsam erfassen und einen Plan für Ihre wichtigsten Seiten entwickeln? Dann erreichen Sie mich über meine Seite zur SEO Beratung. Ich arbeite direkt mit Kunden, ohne Zwischenhändler, und erstelle Prüfung und Linkplan selbst.




