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Firmenwebsite erstellen: Ablauf, Phasen und technische Entscheidungen

Talha AslanTalha Aslan 17 Min. Lesezeit 2 Aufrufe

Eine Firmenwebsite erstellen heißt nicht, ein paar hübsche Seiten zu zeichnen. Es ist ein Projekt mit fester Reihenfolge, von der Analyse bis zum Livegang. In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen die Schritte, denen ich seit 2012 folge, die technischen Entscheidungen dahinter und die Fallen, die ich am häufigsten sehe. Mein Ziel ist also kein Werbeversprechen, sondern ein Fahrplan für Ihr Gespräch mit einer Agentur.

Was bedeutet es, eine Firmenwebsite erstellen zu lassen, und wie läuft der Prozess ab?

Eine Firmenwebsite erstellen bedeutet, den zentralen Onlineauftritt eines Unternehmens in geplanten Phasen umzusetzen: Analyse, Seitenstruktur, Inhalte, Oberflächendesign, Entwicklung, Test und Livegang. In einem guten Projekt baut jede Phase auf dem Ergebnis der vorherigen auf und dient einem messbaren Geschäftsziel.

In der Praxis teile ich die Arbeit in sieben Phasen. Zunächst führen wir die Analyse durch. Danach entsteht die Informationsarchitektur. Dann folgen Inhalte und Wireframes. Nach der Freigabe des visuellen Designs beginnt die Entwicklung. Schließlich testen wir, gehen live und verbessern die Seite mit echten Daten.

  • Analyse und Zieldefinition.
  • Sitemap und Informationsarchitektur.
  • Inhaltsplan und Wireframes.
  • Visuelles Design und Designsystem.
  • Entwicklung, CMS und Hosting.
  • Test, Qualitätskontrolle und Livegang.
  • Messung und Optimierung nach dem Start.

Diese Reihenfolge ist kein Gesetz. Allerdings kommen übersprungene Phasen fast immer später zurück, und zwar teurer.

Welche Fragen klären Sie in der Analysephase?

Wer eine Firmenwebsite erstellen lässt, unterschätzt oft die Analyse. Sie ist die günstigste Phase und zugleich die, die Unternehmen am häufigsten auslassen. Hier gibt es keinen Code und kein Design, sondern nur die richtigen Fragen. Zum Beispiel besprechen wir, wen die Seite anspricht, welche Handlung Sie von Besuchern erwarten und welche Frage Ihr Vertrieb am häufigsten hört.

Außerdem schaue ich mir die Daten Ihrer bestehenden Website an. Wenn Sie Search Console und Webanalyse nutzen, notiere ich, welche Seiten Besucher bringen und bei welchen Suchanfragen Sie schon sichtbar sind. Diese Daten zeigen, was die neue Struktur schützen muss.

  • Wer ist die Zielgruppe, und wer entscheidet oder beeinflusst den Kauf?
  • Welches Ergebnis soll die Seite liefern: Anfragen, Händlerbewerbungen, Recruiting oder Vertrauen?
  • Was machen Wettbewerber gut, und wo heben Sie sich ab?
  • Welche Inhalte liegen vor, und welche müssen Sie neu schreiben?
  • Wer gibt frei, und wie viele Personen sitzen in der Abstimmung?

Wenn Sie die Zielgruppe genauer betrachten möchten, hilft Ihnen meine Anleitung zur Zielgruppenanalyse. Am Ende der Analyse schreibe ich ein zweiseitiges Projektbriefing. Dieses Dokument dient danach in jeder Diskussion als Schiedsrichter.

Wie legen Sie das Erfolgskriterium des Projekts fest?

„Wir wollen eine moderne Website“ ist kein Ziel. Deshalb beginne ich nie mit dem Design, bevor die Analyse einen messbaren Satz liefert. Ein guter Startpunkt lautet etwa: „Wir zählen qualifizierte Angebotsanfragen aus dem Formular.“ Ebenso funktioniert: „Händleranfragen laufen über ein einziges Formular.“

Für jedes Ziel lege ich drei Dinge zusammen fest: die Handlung, die Messmethode und den Prüfrhythmus. Die Handlung beschreibt, was der Besucher tun soll. Als Messmethode dient das Analyseereignis, das diese Handlung erfasst. Der Prüfrhythmus klärt schließlich, wer den Bericht wann liest.

Beispielsätze für Ziele finden Sie in meinem Beitrag über Conversion Ziele. Hier betone ich nur einen Punkt: Das Ziel ist der Satz, der Designdebatten beendet. Dient ein Element dem Ziel nicht, hinterfragen wir es, egal wie schön es aussieht.

Zudem erspart Ihnen ein klares Ziel nach dem Livegang einen Streit über Geschmack. Sie schauen auf die Daten und entscheiden dann.

Wie bauen Sie Sitemap und Informationsarchitektur auf?

Zunächst listet eine Sitemap Ihre Seiten auf und zeigt, wie sie zusammenhängen. Die Informationsarchitektur bestimmt dann, mit wie vielen Klicks und über welche Begriffe Besucher ans Ziel kommen. Bei einer Unternehmensseite besteht das Grundgerüst meist aus Startseite, Über uns, Leistungs oder Produktseiten, Referenzen, Blog und Kontakt.

Zunächst erstelle ich ein Inventar der bestehenden Inhalte: Was gibt es, was funktioniert, was fällt weg? Danach ordne ich jeder Seite mit einer Keyword Recherche eine Hauptsuchintention zu. So konkurrieren nie zwei Seiten um dieselbe Anfrage. Diesen Schritt erkläre ich ausführlich in meiner Anleitung zum Keyword Mapping.

Wählen Sie für Menüpunkte die Wörter Ihrer Kunden, nicht interne Fachsprache. Konkret sendet „Industrielle Kühlsysteme“ ein klareres Signal als „Unsere Lösungen“. Das hilft Nutzern und Suchmaschinen gleichermaßen.

Bei vielen Produkten oder Leistungen braucht die Kategoriestruktur eine eigene Planung; dazu passt mein Beitrag zur Kategoriestruktur großer Websites. Ersetzen Sie eine bestehende Seite, sollten Sie außerdem schon jetzt alle alten URLs auflisten, denn hier beginnt der Weiterleitungsplan.

Warum sollten Inhalte vor dem Design stehen?

Wenn Sie eine Firmenwebsite erstellen, gestalten Sie um den Inhalt herum, nicht umgekehrt. Trotzdem sehe ich in vielen Projekten das Gegenteil. Jemand zeichnet zuerst eine Vorlage, danach versucht das Team, Text in Kästen zu pressen. Das Ergebnis sind Seiten, die mit Blindtext gut aussahen und mit echtem Text auseinanderfallen.

Deshalb verlange ich vor den Wireframes echte Textentwürfe, mindestens für die Startseite und eine Leistungsseite. Dabei muss der Text nicht perfekt sein, denn es geht um Umfang. Allerdings sollten Überschriftenlänge, Anzahl der Absätze und häufige Fragen feststehen. Dann arbeitet die Gestaltung mit der echten Inhaltsmenge.

Auf diese Punkte achte ich bei Inhalten:

  • Jede Seite hat eine Hauptbotschaft und eine primäre Handlung.
  • Belege wie Zahlen, Zertifikate und Referenzen stehen direkt im Text.
  • Überschriften beantworten die Suchintention; ein Slogan allein reicht nicht.
  • Bilder sind echt; Stockfotos bleiben die letzte Option.

Meine Hinweise zum Schreiben für Suchmaschinen finden Sie im Beitrag SEO Texte schreiben. Kurz gesagt: Verspäten sich die Inhalte, verspätet sich das ganze Projekt. Also benennen wir die verantwortliche Person bereits in der Analyse.

Welche Rolle spielen Wireframes, wenn Sie eine Firmenwebsite erstellen?

Ein Wireframe ist ein Seitengerüst ohne Farbe und Dekoration. Es zeigt, wo welche Information steht, in welcher Reihenfolge und wo die Handlungsaufforderungen sitzen. Schriften und Fotos lassen Sie bewusst weg, denn hier zählt nur eine Frage: Stimmt die Reihenfolge der Informationen?

Wenn ich eine Firmenwebsite erstelle, zeichne ich Wireframes zuerst in mobiler Breite. Google nutzt für die Indexierung die mobile Version einer Seite; die Dokumentation von Google Search Central zur Mobile First Indexierung beschreibt das deutlich. Folglich funktioniert eine Hierarchie, die auf schmalen Bildschirmen trägt, meist auch auf dem Desktop.

Für die Freigabe hole ich möglichst alle Entscheider in ein Meeting. Sonst fragt nach dem fertigen Design jemand: „Warum steht dieser Abschnitt hier?“ Dann beginnt die Arbeit von vorn. Mehr zum mobilen Ansatz lesen Sie im Beitrag Was ist Mobile First Design?.

Zudem warnen Wireframes die Entwickler früh. Sonderkomponenten wie Filter, Rechner oder Händlerkarten tauchen hier auf. Somit schätzen Sie den technischen Aufwand, bevor das Design fertig ist.

Wie entstehen visuelles Design und Designsystem?

Nach der Freigabe der Wireframes übertragen wir die Markenidentität in die Oberfläche. Farbpalette, Typografie, Iconsprache und Bildstil nehmen hier Gestalt an. Fehlt Ihnen ein aktuelles Corporate Design, sollten Sie es zuerst fertigstellen. Sonst muss die Website Entscheidungen treffen, die eigentlich zur Marke gehören.

Statt Seiten einzeln zu zeichnen, baue ich ein Designsystem. Buttons, Formularfelder, Karten, Überschriftenebenen und Abstände liegen in einer Bibliothek. Fügen Sie später eine neue Seite hinzu, bleibt alles stimmig, auch ohne Designer. Meist arbeite ich dafür in Figma; den Ablauf beschreibe ich in Webdesign mit Figma.

  1. Zunächst zeige ich zwei Richtungen für Startseite und eine Unterseite.
  2. Danach wandle ich die gewählte Richtung in ein Designsystem um.
  3. Dann gestalte ich die übrigen Vorlagen mit diesem System.
  4. Schließlich baue ich einen klickbaren Prototyp für Mobil und Desktop.

Eine vertragliche Grenze für Korrekturschleifen ist für beide Seiten gesund. Allerdings ergibt sie nur Sinn, wenn das Feedback gebündelt von einer Person kommt.

Welches CMS passt, wenn Sie eine Firmenwebsite erstellen?

Das Content Management System (CMS) entscheidet, wer die Seite nach dem Start wie oft und wie leicht pflegt. Deshalb wähle ich nach der Kapazität Ihres Teams und dem Bedarf der Seite, nicht nach Technologietrends. Die Tabelle fasst die Optionen zusammen, die ich in der Praxis am häufigsten vergleiche.

OptionStärkeSchwächePasst zu
WordPress (klassisch)Großes Pluginangebot, einfache VerwaltungPluginballast, braucht UpdatedisziplinKMU mit häufigen Inhalten
Headless CMS mit modernem FrontendHohe Performance, Inhalte für viele KanäleAbhängigkeit von Entwicklern, EinrichtungskostenMehrsprachige Seiten mit viel Traffic
Individuelle SoftwareVolle Kontrolle, eigene AbläufeWartung hängt an einem TeamFirmen mit Portal oder Schnittstellen
Baukasten (SaaS)Schneller Start, wenig TechnikBegrenzte Flexibilität und DatenmitnahmeKleine, einfache Visitenkarten

Bei der Wahl stelle ich eine Frage: „Wie viele Minuten dauert es in einem Jahr, eine neue Leistungsseite anzulegen?“ Lautet die Antwort „Wir müssen die Agentur anrufen“, passt das CMS nicht. Achten Sie außerdem darauf, dass Code und Inhalte laut Vertrag Ihnen gehören.

Wie treffen Sie Entscheidungen zu Hosting und Domain?

Wer eine Firmenwebsite erstellen will, sollte das Hosting ernst nehmen, denn es beeinflusst Geschwindigkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit direkt. Für eine Unternehmensseite wird das billigste Shared Hosting oft später teuer. Andererseits braucht nicht jede Firma einen Cloud Cluster.

Konkret prüfe ich diese Kriterien:

  • Serverstandort nahe an Ihrer Zielgruppe oder ein CDN.
  • Automatische Backups außerhalb des Servers.
  • Ein kostenloses SSL Zertifikat mit automatischer Verlängerung.
  • Aktuelle PHP oder Node Versionen und einfache Upgrades.
  • Schneller Support mit technischem Verständnis.

Registrieren Sie außerdem die Domain im Konto Ihres Unternehmens. Liegt sie beim Dienstleister oder bei einem ehemaligen Mitarbeiter, droht Jahre später eine echte Krise. Dokumentieren Sie zudem vor dem Livegang Ihre DNS Einträge. Löscht jemand versehentlich die MX Einträge Ihrer geschäftlichen E-Mail, steht die Kommunikation still. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag E-Mail mit eigener Domain. Die Einträge prüfen Sie mit der DNS Abfrage.

Welche technischen Standards gelten in der Entwicklung?

In der Entwicklung verwandeln Sie das freigegebene Design in funktionierenden Code. Hier fallen Entscheidungen, die niemand sieht, die aber über die Lebensdauer der Seite bestimmen. Konkret verhandle ich über drei Dinge nicht: Versionskontrolle für den Code, eine Testumgebung und einen schriftlichen Ablauf für die Veröffentlichung.

Meine Standardliste sieht so aus:

  1. Semantisches HTML mit sauberer Überschriftenfolge, Listen und Tabellen.
  2. Ein responsives Layout, von schmalen bis zu breiten Bildschirmen geprüft.
  3. Bilder in modernen Formaten und in echter Anzeigegröße.
  4. Formulare mit serverseitiger Prüfung und Spamschutz.
  5. Getrennte Backups für Code und Inhalte.

Bilder verkleinern Sie schnell mit dem Tool Bild verkleinern. Arbeiten mehrere Teams an einer großen Plattform, zählen Architekturentscheidungen noch mehr; dieses Szenario beschreibe ich im Beitrag über Micro Frontends.

Außerdem empfehle ich während der Entwicklung eine kurze wöchentliche Demo. So sehen Sie Probleme in der Woche, in der sie entstehen. Zudem gewöhnt sich Ihr Team früh an die neue Verwaltung.

Kurz gesagt: Die Qualität der Entwicklung erkennen Sie nicht an einem Screenshot. Daher ist es fair, von der Agentur Zugang zur Testumgebung und zur Versionshistorie zu verlangen.

Nach welchen Kennzahlen setzen Sie Performanceziele?

Geschwindigkeit ist kein Schmuck am Ende, sondern ein Budget vom ersten Tag an. Die Core Web Vitals von Google auf web.dev bieten einen guten Rahmen. Als gut gilt ein Largest Contentful Paint (LCP) von höchstens 2,5 Sekunden. Für Interaction to Next Paint (INP) liegt der gute Bereich bei höchstens 200 Millisekunden. Beim Cumulative Layout Shift (CLS) sollten Sie 0,1 nicht überschreiten.

Zudem empfiehlt web.dev, diese Schwellen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe zu messen. Anders gesagt: Die Seite muss für die meisten echten Nutzer schnell sein, nicht nur auf Ihrem schnellen Bürorechner.

In der Praxis beeinflussen diese Ziele also das Design. Ein automatisch startendes Video, drei Schriftfamilien und schwere Scrollanimationen auf einer Startseite machen die Schwellen zum Beispiel schwer erreichbar. Besser besprechen Sie diesen Konflikt vor der Designfreigabe als mitten in der Entwicklung.

Für Messungen vor dem Start folgen Sie meiner Anleitung zum Google Lighthouse Test. Wie die Ladezeit Rankings beeinflusst, erkläre ich in Wie beeinflusst die Ladezeit SEO?.

Warum ist Barrierefreiheit eine technische Pflicht?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen mit Seh, Hör oder motorischen Einschränkungen Ihre Seite nutzen können. Zudem hilft sie jedem, der im Sonnenlicht aufs Handy schaut oder nur eine Hand frei hat. Deshalb sehe ich Barrierefreiheit als Qualitätsmaßstab und nicht als Zusatzfunktion.

Als Referenz nutze ich die WCAG 2.2 des W3C. Auf Stufe AA verlangt sie zum Beispiel für normalen Text ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1. Außerdem sieht das neue Kriterium zur Zielgröße für klickbare Elemente mindestens 24 mal 24 CSS Pixel oder ausreichend Abstand vor.

  • Jedes aussagekräftige Bild hat einen sinnvollen Alternativtext.
  • Formularfelder behalten sichtbare Beschriftungen statt reiner Platzhalter.
  • Besucher navigieren auch per Tastatur, und der Fokus bleibt sichtbar.
  • Farbe trägt nie allein eine Bedeutung; Fehlermeldungen stehen auch als Text da.

Bei der Farbwahl hilft Ihnen das Tool HTML Farbcodes. Zudem verstehen Suchmaschinen eine barrierefreie Struktur besser; beide Ziele ziehen also in dieselbe Richtung.

In welcher Phase legen Sie das SEO Fundament?

SEO als Leistung zu sehen, die man nach dem Start „dazubucht“, ist einer der teuersten Fehler. Der Grund ist also einfach. URL Struktur, Überschriftenhierarchie, interne Links und Metafelder der Vorlagen entstehen während der Entwicklung. Spätere Änderungen bedeuten ein zweites Projekt für Code und Inhalt.

Das SEO Fundament prüfe ich an drei Stellen. In der Sitemap Phase kontrolliere ich Suchintention und URL Plan. In der Entwicklung prüfe ich technische Tags. Vor dem Start stehen Weiterleitungen und Indexierung im Fokus. Somit bestätigt jede Phase die vorherige.

  • Bearbeitbare Title und Description Felder in jeder Vorlage.
  • Kurze, saubere URLs ohne Sonderzeichen.
  • Eine XML Sitemap und eine korrekte robots.txt.
  • Strukturierte Daten für Unternehmen, Leistungen und FAQ.

Dafür nutzen Sie den XML Sitemap Generator und den Schema Generator. Ersetzen Sie eine alte Seite, folgen Sie unbedingt den Schritten im Beitrag SEO beim Website Relaunch schützen.

Worauf achten Sie bei Formularen, DSGVO und Sicherheit?

Der wertvollste Punkt einer Unternehmensseite ist oft das Kontakt oder Angebotsformular. Allerdings sammelt ein Formular personenbezogene Daten und bringt deshalb rechtliche und technische Pflichten mit. In der EU verlangt die DSGVO, dass Sie Betroffene bei der Erhebung ihrer Daten informieren.

Bei der Formulargestaltung schaue ich deshalb nicht nur auf die Zahl der Felder. Ich prüfe auch den Link zur Datenschutzerklärung, das Ziel der Daten und die Speicherdauer. Speichern Sie Anfragen in einem echten System statt nur im Postfach, gehen zudem keine Leads verloren. Für die Formulierung der Rechtstexte arbeiten Sie bitte immer mit einer Kanzlei.

Meine Sicherheitsliste ist kurz: HTTPS auf jeder Seite, starke Passwörter und Zwei Faktor Authentifizierung für die Verwaltung, Botschutz in Formularen sowie regelmäßige Updates für Kern und Plugins. Starke Passwörter erzeugen Sie mit dem Passwort Generator.

Anzahl und Reihenfolge der Felder beeinflussen die Conversion direkt. Beispiele dazu finden Sie im Beitrag Formulare optimieren.

Wie planen Sie die Testphase vor dem Livegang?

Tests sind keine Restarbeit für die Zeit, die nach der Entwicklung übrig bleibt. Deshalb reserviere ich im Projektplan mindestens eine Woche dafür. In dieser Woche prüfen wir die Seite mit echten Inhalten auf echten Geräten. Auf Ihrer Seite übernimmt zudem eine Person die Rolle der Testverantwortlichen.

Die Tests gliedere ich dann in vier Bereiche. Erstens die Funktion: Formulare, Menüs, Filter und Sprachwechsel. Zweitens das Erscheinungsbild in verschiedenen Browsern und Breiten. Drittens Messungen zu Performance und Barrierefreiheit. Viertens SEO und Analyse: Tags, Weiterleitungen und Conversion Ereignisse.

Für die mobile Prüfung hilft meine Anleitung Mobilfreundlichkeit testen. Ob Ihre Weiterleitungen stimmen, sehen Sie mit dem Redirect Checker.

Danach sortiere ich jeden Fehler nach Priorität in einer Tabelle: Blocker für den Start, Korrekturen für die erste Woche und Punkte für die nächste Version. So bleibt der Test keine endlose Schleife, und Sie halten Ihren Starttermin.

Was tun Sie am Tag des Livegangs Schritt für Schritt?

Damit der Starttag ohne Überraschungen verläuft, arbeite ich eine feste Liste ab. Deshalb starte ich lieber am Wochenanfang und zu einer ruhigen Uhrzeit. Ein Start am Freitagabend bedeutet, dass bei Problemen niemand erreichbar ist.

  1. Letztes Backup von Website und Datenbank anlegen.
  2. DNS umstellen oder den neuen Server aktivieren.
  3. SSL Zertifikat auf allen Subdomains prüfen.
  4. Die „noindex“ Sperre aus der Testumgebung entfernen.
  5. 301 Weiterleitungen von alten auf neue URLs testen.
  6. Ein echtes Formular absenden und die Benachrichtigung prüfen.
  7. Im Echtzeitbericht prüfen, ob Analyse und Conversion Tags Daten empfangen.
  8. Die XML Sitemap in der Search Console einreichen.

Den vierten Schritt vergessen Teams am häufigsten. Landet das noindex Tag der Testumgebung im Livesystem, kann die Seite aus der Suche verschwinden. Zur Einrichtung lesen Sie meine Search Console Anleitung.

Was beobachten Sie in den ersten 90 Tagen nach dem Start?

Der Livegang ist nicht das Ende des Projekts, sondern der Beginn der Messphase. In der ersten Woche beobachte ich technische Fehler: 404 Fehlerseiten, fehlerhafte Formulare und Crawling Probleme. Im ersten Monat schaue ich auf das Verhalten: Wo verlassen Besucher die Seite, und welche Handlungen führen sie aus?

Über drei Monate stelle ich diese Fragen:

  • Messen wir das Ziel aus der Analyse, und wie entwickelt sich die Zahl?
  • Wie haben sich indexierte Seiten und Sichtbarkeit gegenüber der alten Seite verändert?
  • Gibt es eine klare Lücke zwischen mobiler und Desktop Conversion Rate?
  • Kann Ihr Team Inhalte selbstständig pflegen?

Rankings schwanken bei neuen Seiten oft einige Wochen; deshalb reagiere ich auf einen frühen Rückgang nicht panisch. Ist ein Einbruch allerdings deutlich und dauerhaft, prüfe ich die Weiterleitungen erneut. Verlassen Besucher die Seite zu früh, helfen die Schritte in Absprungrate senken.

Schließlich altert eine Seite ohne Inhaltsplan innerhalb weniger Monate. Also empfehle ich nach dem Start mindestens einen dreimonatigen Redaktionsplan.

Wie lange dauert es, eine Firmenwebsite erstellen zu lassen?

Die Dauer hängt von der Seitenzahl, dem Stand der Inhalte und dem Tempo der Freigaben ab. Die folgenden Spannen gelten für eine mittelgroße Unternehmensseite mit 15 bis 30 Seiten. Sie beruhen auf meiner Praxiserfahrung, sind keine Garantie und unterscheiden sich von Projekt zu Projekt.

PhaseTypische Dauer (Praxiserfahrung)Ihr Beitrag
Analyse und Ziele1 bis 2 WochenTermine, Datenzugang, ein Entscheider
Sitemap und Inhaltsplan1 bis 2 WochenLeistungsinfos, Freigabe
Wireframes und Design2 bis 4 WochenGebündeltes Feedback
Entwicklung und Inhaltspflege3 bis 6 WochenFinale Texte und Bilder
Test und Livegang1 bis 2 WochenTestverantwortliche Person, letzte Freigabe

Nach meiner Erfahrung entstehen die meisten Verzögerungen durch Inhalte und Freigaben, nicht durch Technik. Daher schützen Sie den Zeitplan am besten, indem Sie Inhaltsverantwortung und Freigabe gleich zu Beginn klären.

Welche Fehler passieren im Prozess am häufigsten?

Wer eine Firmenwebsite erstellen lässt, stolpert oft über dieselben Hürden. Über die Jahre habe ich dieselben Fehler in ganz unterschiedlichen Firmen gesehen. Allerdings ist keiner davon technisch kompliziert. Stattdessen geht es immer um Prozessdisziplin.

  • Die Analyse überspringen und mit „Seiten, die uns gefallen“ starten.
  • Inhalte auf die letzte Woche schieben und Blindtext freigeben.
  • Widersprüchliches Feedback von fünf verschiedenen Personen senden.
  • Ohne Liste der alten URLs live gehen.
  • Domain und Hosting auf den Namen der Agentur laufen lassen.
  • Analyse und Conversion Tracking auf „später“ verschieben.

Typische Fehler in der Oberfläche, die Umsatz kosten, habe ich im Beitrag UX Fehler, die Umsatz kosten gesammelt. Kurz gesagt: Die meisten dieser Fehler verhindern Sie mit Entscheidungen in den ersten beiden Wochen.

Welche Rollen braucht das Projektteam?

Schon bei kleinen Projekten verhindern klare Rollen Chaos in der Kommunikation. Auf Seiten der Agentur gibt es meist Projektleitung, Design, Entwicklung und SEO. Manchmal übernimmt allerdings eine Person mehrere Rollen. Entscheidend ist, dass die Verantwortung schriftlich feststeht.

Auf Ihrer Seite möchte ich mindestens drei Rollen sehen. Erstens eine entscheidende Person mit dem letzten Wort zu Design und Umfang. Zweitens eine inhaltsverantwortliche Person, die Texte, Bilder und technische Fakten sammelt. Drittens eine testverantwortliche Person, die die Seite vor dem Start wie ein echter Nutzer ausprobiert.

  • Halten Sie die Entscheidung bei einer Person; muss ein Gremium zustimmen, planen Sie Termine früh.
  • Die inhaltsverantwortliche Person braucht während des Projekts einige Stunden pro Woche.
  • Kommt die testverantwortliche Person aus Vertrieb oder Support, erkennt sie echte Kundenfragen schneller.

Steigt etwa die Geschäftsführung erst in der letzten Woche ein, öffnet sich ein großer Teil des Designs erneut. Deshalb laden Sie die Leitung mindestens zur Analyse und zur Wireframe Freigabe ein.

Welche Prozessfragen stellen Sie einer Agentur?

Vergleichen Sie Angebote, hinterfragen Sie zuerst den Prozess und erst dann den Preis. Denn der echte Unterschied zwischen zwei Angeboten liegt oft in den enthaltenen Phasen. So enthält eines vielleicht Inhalte und SEO Einrichtung, das andere nur Design und Installation.

  1. Gehört die Analyse zum Angebot, und was liefert sie?
  2. Wie viele Korrekturschleifen gibt es, und wie sammeln wir Feedback?
  3. Wem gehören Code, Designdateien und Inhalte?
  4. Erhalte ich Zugang zur Testumgebung und zur Versionshistorie?
  5. Sind Weiterleitungsplan und SEO Prüfung enthalten?
  6. Wie laufen Wartung, Updates und Support nach dem Start?

Stehen die Antworten schriftlich im Angebot, sinkt das Risiko eines Streits über den Umfang mitten im Projekt deutlich. Weitere Fragen finden Sie in meiner Checkliste für UI und UX Design. Für Industrieunternehmen passt zudem mein Leitfaden zur Website für Industrieunternehmen.

In meinem Webdesign Service betreue ich alle diese Phasen selbst, ohne Zwischenhändler, und verfolge jeden Schritt in meinem eigenen CRM. Möchten Sie Ihr Projekt besprechen, erreichen Sie mich über die Kontaktseite.

Häufig gestellte Fragen

Womit beginne ich, wenn ich eine Firmenwebsite erstellen lassen will?
Beginnen Sie mit der Analyse. Halten Sie zuerst Zielgruppe, gewünschte Handlung der Besucher und die Messmethode schriftlich fest. Sammeln Sie danach vorhandene Inhalte und Daten. Designbeispiele ergeben erst nach diesem Schritt Sinn. Andernfalls entsteht eine Seite, die auf Geschmack statt auf einem klaren Geschäftsziel beruht.
Ist WordPress oder individuelle Software besser für eine Firmenwebsite?
Es gibt keine allgemeine Antwort, denn die Wahl hängt von Ihrer Pflegefrequenz und Ihren Abläufen ab. Für Seiten mit Standardseiten und häufigen Updates reicht WordPress meist aus. Brauchen Sie Portale, Schnittstellen oder komplexe Benutzerrollen, passt individuelle Software oder ein Headless Ansatz oft besser.
Kann das Design starten, bevor die Inhalte fertig sind?
Das geht, ist aber riskant. Wireframes und Layouts richten sich nach der echten Textlänge; späte Inhalte bringen sie leicht durcheinander. Deshalb empfehle ich, mindestens Startseite und eine Leistungsseite vorab zu entwerfen. Die übrigen Seiten schreibt Ihr Team dann parallel, während das Design weiterläuft.
Verliere ich beim Relaunch meine Google Rankings?
Bei guter Planung nicht dauerhaft. Listen Sie alle alten URLs auf, leiten Sie jede per 301 auf ihr neues Gegenstück, erhalten Sie den Wert von Titeln und Inhalten und beobachten Sie danach die Search Console. Kurze Schwankungen in den ersten Wochen sind normal. Ein dauerhafter Einbruch deutet meist auf Lücken bei Weiterleitungen.
Was umfasst die Wartung nach dem Livegang?
Die Wartung umfasst Updates für CMS Kern, Theme und Plugins, regelmäßige Backups, Sicherheitsscans sowie Kontrollen von Links und Formularen. Zudem gehört ein monatlicher Blick auf Performance und Conversion Daten dazu. Ohne Wartung fällt eine Seite bei Sicherheit und Geschwindigkeit langsam zurück, und kleine Probleme wachsen.
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite unbedingt?
Zum Kern gehören Startseite, Über uns, Leistungs oder Produktseiten, Referenzen, Kontakt sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Eine FAQ Seite und ein Blog helfen zusätzlich, weil sie Besucherfragen beantworten und die Sichtbarkeit in der Suche stärken. Die endgültige Seitenliste klären Sie in der Analyse passend zu Branche und Ziel.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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