Website für Industrieunternehmen: Standards, die Händler und Exportanfragen bringen

Viele Herstellerseiten wirken wie ein Prospekt, den jemand ins Netz gestellt hat. Oben ein Foto der Halle, darunter ein Absatz über Qualität und Vertrauen, am Ende ein Kontaktformular, das kaum jemand ausfüllt. Seit 2012 arbeite ich mit produzierenden Unternehmen, und dieses Muster sehe ich immer wieder. Dabei sucht ein Einkäufer aus dem Ausland oder ein möglicher Vertriebspartner zuerst Maße, Werkstoffe, Zertifikate und Lieferzeiten. In diesem Beitrag zeige ich, welche Standards eine Website für Industrieunternehmen wirklich braucht, damit Händler und Exportanfragen kommen, und am Ende finden Sie eine Prüftabelle für Ihre eigene Seite.
Was ist eine Website für Industrieunternehmen, und was unterscheidet sie?
Eine Website für Industrieunternehmen ist eine B2B Vertriebsplattform, die Produkte mit technischen Daten, Nachweisen und Einkaufsbedingungen zeigt und Anfragen von Händlern und Exportkunden messbar erfasst. Anders als eine klassische Firmenseite stellt sie nicht die Firmengeschichte, sondern die Belege für eine Kaufentscheidung in den Vordergrund.
Eine übliche Unternehmensseite spricht meist einen einzigen Besuchertyp an. In der Industrie schauen allerdings ein Einkäufer, ein Konstrukteur und ein Qualitätsmanager mit ganz unterschiedlichen Fragen auf dasselbe Produkt. Die Aufgabe der Seite ist deshalb nicht Beeindrucken. Sie muss die Vorauswahl überstehen. Wer Lieferanten aussortiert, streicht Seiten mit Lücken einfach von der Liste. Eine E-Mail mit der Begründung bekommen Sie dann nicht.
Daher wiederhole ich hier keine allgemeinen Webdesign Regeln. Es geht ausschließlich um Standards, die für Hersteller typisch sind: Katalog, Datenblatt, CAD Dateien, Zertifikate, Händlerbewerbung, Händlersuche, mehrsprachiger Export und Anfrageformular. Wie ich grundsätzlich an Gestaltung herangehe, beschreibe ich auf meiner Seite zum Webdesign.
Mit welcher Frage kommt ein industrieller Einkäufer auf Ihre Seite?
Ein Einkäufer kommt selten mit einer einzigen Frage. Er bringt eine Checkliste mit. Passt das Produkt zu meinen Maßen? Erfüllt es meine Anforderungen an den Werkstoff? Außerdem: Gibt es die Nachweise, die mein Markt verlangt? Und wie lang ist die Lieferzeit? Findet er darauf in den ersten Minuten keine Antwort, geht er zum nächsten Anbieter.
Die Forschung von Gartner stützt dieses Verhalten. Laut Gartner verbringen B2B Käufer nur 17 Prozent der gesamten Kaufreise mit Gesprächen mit möglichen Lieferanten. Den größten Teil der Zeit recherchieren sie selbst. Zudem ergab eine Gartner Umfrage unter 632 B2B Käufern aus dem Herbst 2024, veröffentlicht 2025, dass 61 Prozent insgesamt einen Einkauf ohne Vertriebsmitarbeiter bevorzugen. In derselben Umfrage berichten 69 Prozent von Widersprüchen zwischen der Website und den Aussagen des Vertriebs.
Kurz gesagt: Ihre Website hält die erste Verkaufspräsentation, lange bevor Ihr Außendienst im Gespräch sitzt. Und sie muss exakt zu dem passen, was Ihr Vertrieb sagt.
Wer entscheidet mit, und was sucht jede Rolle?
Industrielle Beschaffung liegt selten bei einer Person. Zum Beispiel prüft beim Kauf einer Pumpe oder eines Verbindungselements der Konstrukteur die technische Eignung. Der Einkauf achtet dann auf Preis und Lieferbedingungen. Die Qualitätssicherung schaut auf die Nachweise. Ein möglicher Händler stellt dagegen eine ganz andere Frage: Verdiene ich mit dieser Marke in meinem Gebiet Geld? Die Tabelle ordnet jeder Rolle die Seite zu, die ihre Frage beantwortet.
| Rolle | Kernfrage | Seite mit der Antwort |
|---|---|---|
| Konstrukteur oder Projektingenieur | Passen Maße, Toleranzen, Werkstoff und Leistung? | Datenblatt, CAD Download |
| Einkäufer | Mindestmenge, Lieferzeit, Versand und Zahlungsbedingungen? | Kaufmännischer Infokasten auf der Produktseite, Anfrageformular |
| Qualitätsmanager | Sind die Zertifikate gültig, und wer hat sie ausgestellt? | Zertifikatsseite, Konformitätserklärungen |
| Geschäftsführung | Liefert diese Firma über Jahre zuverlässig? | Fertigungskapazität, Referenzen, Über uns |
| Händler oder Distributor | Gebietsschutz, Marge und Unterstützung? | Händlerbewerbung, Händlersuche |
Diese Tabelle fülle ich gemeinsam mit der Geschäftsführung aus, bevor jemand eine Sitemap zeichnet. So endet die Diskussion über die nötigen Seiten früh. Überflüssige Seiten kommen gar nicht erst ins Projekt.
Wie bauen Sie den Produktkatalog einer Website für Industrieunternehmen auf?
Der Katalog ist das Rückgrat jeder Herstellerseite. Der häufigste Fehler: Produkte nach dem internen Nummernsystem des Werks sortieren. Ihre internen Nummern kennt der Einkäufer allerdings nicht. Er sucht nach Anwendung, Branche oder technischer Eigenschaft. Deshalb empfehle ich drei Ebenen: Anwendung oder Branche, Produktfamilie und einzelnes Modell.
Jede Familienseite zeigt die gemeinsamen Merkmale, die Auswahlkriterien und eine Vergleichstabelle der Modelle. Die Modellseite beschreibt dann ein einzelnes Produkt vollständig. Außerdem sollten Sie Filter anbieten, etwa nach Durchmesser, Druckstufe, Werkstoff, Anschlussart oder Norm. Sobald Filter Hunderte URLs erzeugen, braucht das technische SEO Aufmerksamkeit. Mehr dazu steht in meinem Beitrag zur Kategoriestruktur für große Websites.
- Jedes Modell bekommt eine eigene, dauerhafte und lesbare URL.
- Die Artikelnummer steht im Seitentitel und im Text, denn Einkäufer suchen danach.
- Auslaufmodelle bleiben online, mit einem Hinweis auf das Nachfolgemodell.
- Neben dem Produktfoto steht eine bemaßte technische Zeichnung.
Also sollte der Katalog jede Antwort liefern, die Ihr Vertrieb am Telefon gibt, und zwar bevor jemand fragt.
Gehört das Datenblatt auf eine HTML Seite oder in ein PDF?
Meine kurze Antwort: in beide, mit Vorrang für HTML. Die technischen Daten gehören auf die Produktseite selbst. Das PDF ist dagegen die Kopie, die Einkäufer herunterladen und zur Beschaffungsakte legen. Steckt die Tabelle nur im PDF, haben mobile Besucher Mühe, und Ihre Produktseite wirkt für Suchmaschinen dünn.
Andererseits sollten Sie PDFs nicht unterschätzen. Google führt PDF ausdrücklich unter den indexierbaren Dateitypen. Das heißt, ein gutes Datenblatt kann selbst in den Suchergebnissen erscheinen. Erstellen Sie PDFs deshalb mit auswählbarem Text und nicht als eingescanntes Bild.
- Benennen Sie die Datei nach Artikelnummer und Sprache.
- Füllen Sie das Titelfeld in den Dokumenteigenschaften aus, sonst erscheint womöglich ein sinnloser Titel in der Suche.
- Drucken Sie die URL der Produktseite und das Revisionsdatum auf die erste Seite.
- Ersetzen Sie bei einer neuen Revision die Datei unter derselben URL, statt alte Stände unter neuen Namen liegen zu lassen.
Somit finden Suchmaschinen und das Archiv Ihrer Kunden immer das aktuelle Dokument.
Wie teilen Sie CAD Dateien und 3D Modelle?
Wer Maschinen, Werkzeuge, Verbindungselemente oder Bauprodukte herstellt, bekommt Anfragen nach CAD Dateien. Sobald ein Konstrukteur Ihr Modell in seine Konstruktion einsetzt, steht Ihr Produkt praktisch in der Stückliste. Daher gehört der CAD Download zu den wertvollsten Conversions auf einer Herstellerseite.
In der Praxis fragen Kunden am häufigsten nach neutralen 3D Formaten wie STEP und IGES sowie nach DWG und DXF für Zeichnungen. Welche Formate Sie anbieten, entscheiden Sie am besten anhand der bisherigen Anfragen Ihres Vertriebs. Jedes Format für jedes Produkt bereitzustellen, erzeugt sonst ein schwer pflegbares Archiv.
Die eigentliche Frage lautet: Schützen Sie die Dateien mit einem Formular? Wenn alles hinter einer E-Mail Abfrage liegt, sammeln Sie Kontakte, verlieren aber einen Teil der Ingenieure. Meine Erfahrung aus Projekten: Zeichnungen und Basisdatenblätter bleiben frei, 3D Modelle gibt es über ein kurzes Formular. Name, Firma, E-Mail und Land reichen. So verlieren Sie den Konstrukteur nicht, und der Vertrieb sieht, welche Firma welches Produkt einplant.
Zudem sollten Sie jeden Download als eigenes Ereignis in der Analyse messen. Welche Zeichnung aus welchem Land kommt, ist oft ein ehrlicherer Indikator als jede Vertriebsprognose.
Wie schaffen Zertifikate auf der Website Vertrauen?
Die Zertifikatsseite ist in der Industrie kein Schmuck, sondern ein Ausschlusskriterium. Der Qualitätsmanager interessiert sich nicht für eine Reihe Logos, sondern für die Gültigkeit. Geben Sie deshalb zu jedem Dokument prüfbare Angaben an.
- Die Norm, zum Beispiel ISO 9001 oder ISO 14001.
- Außerdem die Zertifizierungsstelle und die Zertifikatsnummer.
- Den Geltungsbereich: welcher Standort, welche Produktgruppe.
- Schließlich das Ablaufdatum und eine aktuelle PDF Kopie.
Bei akkreditierten Managementsystemzertifikaten prüfen Einkäufer immer häufiger globale Datenbanken wie IAF CertSearch. Dort sehen sie Status, Geltungsbereich und Zertifizierungsstelle. Folglich muss der Geltungsbereich auf Ihrer Seite exakt mit diesem Eintrag übereinstimmen. Eine Abweichung kostet Vertrauen, statt es aufzubauen.
Für Konformitätsnachweise der Produkte gilt dieselbe Logik. Verlangt Ihr Zielmarkt eine bestimmte Kennzeichnung oder eine Konformitätserklärung, verlinken Sie diese direkt von der Produktseite. Ein abgelaufenes Zertifikat online zu lassen, schadet mehr als gar keines. Prüfen Sie die Daten deshalb mindestens einmal im Jahr.
Wie zeigen Sie Fertigungskapazität und Werk?
Hört ein ausländischer Einkäufer zum ersten Mal von Ihnen, stellt er sich eine Frage: Ist das wirklich der Hersteller oder ein Händler? Konkrete, überprüfbare Angaben zur Fertigung beantworten das am besten.
Nennen Sie zum Beispiel die Hallenfläche, den Maschinenpark nach Art und Anzahl, die monatliche oder jährliche Kapazität und Ihre Prüfmittel. Statt Stockfotos zeigen Sie Bilder Ihres eigenen Werks. Schreiben Sie unter jedes Foto, welche Linie es zeigt. Ein kurzes Werksvideo schafft oft mehr Vertrauen als ein langer Text über das Unternehmen.
Allerdings zählt hier Ehrlichkeit. Übertriebene Kapazitäten fallen Ihnen spätestens beim ersten großen Auftrag auf die Füße. Früher oder später prüft ein Auditor oder ein Lieferantenbesuch Ihre Zahlen. Veröffentlichen Sie also nur Zahlen, hinter denen Sie stehen.
Außerdem filtert eine gute Fertigungsseite. Ein Käufer, der mehr Volumen braucht, als Sie liefern können, steigt früh aus. Somit verschwendet Ihr Vertrieb keine Zeit mit Anfragen, die nie gepasst hätten.
Was gehört auf eine Seite für die Händlerbewerbung?
Viele Hersteller, die ihr Händlernetz ausbauen wollen, stellen nur ein Formular mit dem Titel „Händler werden“ online. Dieses Formular bleibt dann leer oder füllt sich mit unpassenden Bewerbungen. Denn ein seriöser Distributor möchte vor der Bewerbung wissen, was er gewinnt und wozu er sich verpflichtet.
Eine gute Bewerbungsseite beschreibt drei Dinge klar: was Sie bieten, was Sie erwarten und wie der Ablauf aussieht. Zu Ihrem Angebot gehören etwa Gebietsschutz, Schulungen, Marketingmaterial und technischer Support. Ihre Erwartungen betreffen zum Beispiel Lager, technisches Personal, Jahresziele oder Referenzen.
- Zunächst schickt der Interessent das Formular, und Sie prüfen es. Nennen Sie, innerhalb wie vieler Arbeitstage Sie antworten.
- Danach vereinbaren Sie mit passenden Kandidaten ein Videogespräch.
- Dann einigen sich beide Seiten auf Konditionen und Gebiet.
- Schließlich folgen Vertrag und Schulung.
Im Formular selbst genügen für die Vorauswahl wenige Felder: Land und Region, Unternehmensart, bereits vertretene Marken, Mitarbeiterzahl und interessante Produktgruppen. So kann Ihr Vertrieb Bewerbungen auf einen Blick priorisieren.
Wie sollte eine Händlersuche funktionieren?
Eine Händlersuche führt Endkunden und lokale Käufer zur nächsten autorisierten Verkaufsstelle. Gleichzeitig ist sie sichtbare Unterstützung für Ihre bestehenden Händler. Sehen Händler, dass über Ihre Website Anfragen kommen, setzen sie sich stärker für Ihre Marke ein.
Technisch sehe ich am häufigsten dieses Problem: Die Händlerliste existiert nur in einem Kartenmodul. Dann stehen die Daten nicht im HTML der Seite, und Suchmaschinen können sie für Suchen wie „Vertragshändler in Linz“ nicht nutzen. Ergänzen Sie die Karte deshalb immer um eine Textliste.
- Eine crawlbare Händlerliste, gruppiert nach Land und Stadt.
- Pro Händler: Firmenname, Adresse, Telefon und die betreuten Produktgruppen.
- Eine klare Trennung zwischen Verkaufsstelle, Servicepartner und Distributor.
- Ein Kontaktfeld, das ohne Händler in der Region direkt zum Werk führt.
Zudem braucht die Liste eine verantwortliche Person, die sie aktuell hält. Ein Kunde, der einen geschlossenen Händler anruft, verliert mehr als einen Kauf, nämlich das Vertrauen in Ihre Marke.
Wie wird eine Website für Industrieunternehmen exportfähig und mehrsprachig?
Für einen exportierenden Hersteller ist Mehrsprachigkeit eine Marktentscheidung, keine Übersetzungsaufgabe. Legen Sie zunächst fest, in welchen Märkten Sie wirklich verkaufen wollen. Erst dann eröffnen Sie für jeden Markt eine Sprachversion. Eine halbfertige Seite in fünf Sprachen schneidet schlechter ab als eine vollständige in zwei.
Googles Dokumentation zu lokalisierten Versionen nennt drei Wege: hreflang Verweise im HTML, HTTP Header und die Sitemap. Der Weg über HTTP Header ist für Hersteller besonders wertvoll, denn so verknüpfen Sie Sprachversionen von PDF Datenblättern. Dieselbe Seite warnt zudem, dass Google die Angaben ignorieren kann, wenn zwei Seiten nicht gegenseitig aufeinander verweisen. Die Umsetzung erkläre ich im Beitrag zum hreflang Tag, die Strukturwahl im Leitfaden zu mehrsprachiger Website SEO.
Außerdem rät Google davon ab, Besucher anhand ihrer IP automatisch in eine andere Sprache umzuleiten. Bieten Sie stattdessen einen sichtbaren Sprachwähler an. In der Industrie gilt das besonders, denn ein Einkäufer in Polen liest vielleicht lieber die deutsche Seite. Um Fehler zu vermeiden, erzeugen Sie die Angaben am besten mit meinem hreflang Generator.
Was braucht Lokalisierung in der Industrie über die Übersetzung hinaus?
Bei Industrieprodukten geht es bei der Lokalisierung weniger um Wörter als um Einheiten, Normen und kaufmännische Sprache. Liefern Sie zum Beispiel in die USA, erwarten Einkäufer Zoll und psi. In Europa sind Millimeter und bar üblich. Beide Einheiten nebeneinander in einer Tabelle sind oft die pragmatischste Lösung.
Ebenso unterscheiden sich Normbezeichnungen je nach Markt. Einkäufer suchen nach der Normnummer, die in ihrem eigenen Markt gilt. Nennen Sie daher die erfüllten Normen in der Schreibweise des jeweiligen Marktes. Zudem verringern international übliche Kürzel wie die Incoterms Missverständnisse bei Lieferbedingungen.
- Überlassen Sie Fachbegriffe nicht der maschinellen Übersetzung; lassen Sie einen Fachübersetzer oder Ihren Händler vor Ort gegenlesen.
- Schreiben Sie Telefonnummern im internationalen Format und nennen Sie bei den Geschäftszeiten die Zeitzone.
- Stellen Sie in jeder Sprachversion Referenzen aus dem jeweiligen Markt nach vorn.
Kurz gesagt soll jede Sprachversion dem Einkäufer vermitteln: Das hier ist für Sie gemacht. Wann sich welcher Markt lohnt, bespreche ich im Beitrag Internationale SEO und GEO Beratung: Wer braucht sie?
Wie gestalten Sie das Anfrageformular?
Das Formular für die Angebotsanfrage, international oft RFQ genannt, ist der wichtigste Conversion Punkt einer Herstellerseite. Anders als ein allgemeines Kontaktformular sammelt es alles, was der Vertrieb für ein Angebot braucht, in einem Schritt. Ohne diese Angaben beginnt jede Anfrage mit zwei Tagen E-Mail Verkehr.
Meist genügen Produkt oder Artikelnummer, Menge oder Jahresbedarf, Lieferland, gewünschte Lieferzeit und ein Feld zum Hochladen einer Zeichnung. Machen Sie trotzdem nicht jedes Feld zur Pflicht. Ein Ingenieur ohne Kenntnis des Jahresbedarfs bricht sonst womöglich ab. Beschränken Sie Pflichtfelder auf das, was Sie für einen Preis wirklich brauchen.
Auch die Platzierung zählt. Klickt ein Einkäufer auf der Produktseite auf „Angebot für dieses Produkt anfragen“, sollte die Artikelnummer bereits im Formular stehen. Das senkt Fehler und zeigt Ihnen, welche Produkte Anfragen auslösen. Feldanzahl, mehrstufige Formulare und Fehlermeldungen behandle ich im Beitrag zum Formular für Termin, Angebot und Demo.
Geben Sie schließlich auf der Dankeseite ein klares Versprechen: Wer antwortet, und wie schnell? Für einen Einkäufer im Ausland ist dieser eine Satz ein Zeichen von Seriosität.
Wie überzeugen Sie Einkäufer ohne sichtbare Preise?
Viele Hersteller veröffentlichen aus gutem Grund keine Listenpreise. Der Preis hängt von Menge, Werkstoff und Lieferbedingungen ab. Allerdings sollte ein verborgener Preis nicht auch die Konditionen verbergen. Selbst ohne Preis möchte der Einkäufer wissen, wie eine Zusammenarbeit aussieht.
Deshalb empfehle ich auf jeder Produktseite einen kurzen kaufmännischen Infokasten. Dort stehen etwa Mindestbestellmenge, übliche Lieferzeit als Spanne, Verpackung, Musterregelung und akzeptierte Lieferbedingungen. Schwanken diese Werte, nennen Sie eine Spanne mit dem Hinweis, dass die Bestellung die endgültigen Werte bestimmt.
Damit gewinnen Sie zweierlei. Erstens weiß der Einkäufer vor dem ersten Gespräch, ob Sie passen. Zweitens beantwortet Ihr Vertrieb nicht ständig dieselben Fragen. Zudem sinkt die von Gartner beschriebene Lücke zwischen Website und Vertrieb, weil alle mit derselben schriftlichen Quelle arbeiten.
Ebenso hilft es, Muster als eigene Aktion anzubieten. Wer ein Muster anfragt, steckt meist schon in einer ernsthaften Bewertung.
Wie schreiben Sie Referenzen und Anwendungsberichte?
Referenzen in der Industrie sollten nicht bei einer Reihe Kundenlogos enden. Einkäufer wollen sehen, wie Sie ein ähnliches Problem gelöst haben. Anwendungsberichte überzeugen deshalb weit mehr als Logos.
Ein guter Anwendungsbericht hat vier Teile: Branche und Bedarf des Kunden, die technische Herausforderung, Ihr vorgeschlagenes Produkt oder Ihre Lösung und das Ergebnis. Beim Ergebnis nennen Sie nur Fakten, die der Kunde freigegeben hat und die Sie belegen können. Für Zahlen holen Sie vorher eine schriftliche Erlaubnis ein.
Dürfen Sie den Kunden nicht nennen, veröffentlichen Sie stattdessen ein anonymes Beispiel mit Branche und Land. Zum Beispiel gibt „ein Lebensmittelbetrieb in Mitteleuropa“ genug Kontext. So wahren Sie Vertraulichkeit und zeigen trotzdem Branchenerfahrung.
Verlinken Sie schließlich jeden Bericht mit den passenden Produktseiten. Ein Ingenieur, der den Bericht liest, sollte mit einem Klick beim eingesetzten Modell und dessen Datenblatt landen.
Welche Suchanfragen sollte die SEO einer Website für Industrieunternehmen bedienen?
Industrielle Suchanfragen haben wenig Volumen, aber hohe Kaufabsicht. Eine Artikelnummer, die nur ein paar Mal im Monat gesucht wird, kann zu einem großen Auftrag führen. Deshalb sollten Sie Suchanfragen mit hoher Absicht verfolgen, statt Volumen hinterherzulaufen.
- Artikelnummern und Modellnamen.
- Technische Suchen, die Werkstoff und Maß kombinieren.
- Suchen nach Anwendung oder Branche, etwa ein Produkt für einen bestimmten Anlagentyp.
- Kaufmännische Zusätze wie „Hersteller“, „Lieferant“ oder „OEM“.
Ordnen Sie dann jede Suchanfrage genau einer Seite zu. Das verhindert, dass Ihre eigenen Seiten bei wachsendem Katalog gegeneinander antreten. Wie das geht, zeigt die Tabelle in meiner Anleitung zum Keyword Mapping.
Für strukturierte Daten empfiehlt Google Organization Markup auf der Startseite oder der Seite über das Unternehmen, etwa mit Adresse, Telefon und Umsatzsteuer ID. Den Code erstellen Sie mit meinem Schema Generator. Möchten Sie die Suche insgesamt gemeinsam angehen, finden Sie Details auf meiner Seite zur SEO Beratung.
Ab wann lohnt sich ein Händlerportal?
Mit wachsender Händlerzahl verschicken Sie dieselben Dokumente immer wieder per E-Mail: aktuelle Preisliste, Kampagnenmotive, Schulungsunterlagen, Servicehandbücher. Ab diesem Punkt spart ein passwortgeschützter Händlerbereich Zeit. Trotzdem braucht nicht jeder Hersteller vom ersten Tag an ein Portal.
Meine Regel aus der Praxis ist einfach. Bei wenigen Händlern und selten geänderten Dokumenten genügt ein geteilter Ordner. Erstreckt sich das Netz dagegen über mehrere Länder und ändern sich die Unterlagen oft, kostet das Versionschaos echtes Geld. Dann rechnet sich ein Portal schnell.
Stellen Sie bei der Planung diese Fragen. Welches Dokument verlangen Händler am häufigsten? Welche Informationen sollen nur bestimmte Händler sehen? Laufen Bestellungen und Bestände über das Portal oder bleiben sie im ERP? Die Antworten entscheiden, ob das Portal ein einfaches Dokumentenarchiv oder eine Bestellplattform ist.
Denken Sie außerdem daran, dass Suchmaschinen Inhalte hinter einem Login nicht sehen. Sperren Sie öffentliche technische Daten also nicht im Portal ein.
Wie nutzen Sie die Prüftabelle für eine Website für Industrieunternehmen?
Mit der folgenden Tabelle bewerten Sie Ihre aktuelle Seite oder ein neues Projekt. Markieren Sie jede Zeile mit ja, teilweise oder nein. Die Zeilen mit nein bilden die Aufgabenliste für den ersten Launch.
| Standard | Für wen? | Prüffrage |
|---|---|---|
| Katalog nach Anwendung und Familie | Konstrukteur, Einkauf | Findet man ein Produkt ohne interne Nummer? |
| Technische Daten als HTML | Konstrukteur, Suchmaschine | Stehen Maße und Werkstoff als Text auf der Seite? |
| Aktuelles Datenblatt als PDF | Einkauf | Nennt das PDF Revisionsdatum und Produkt URL? |
| CAD Download | Konstrukteur | Lässt sich eine Zeichnung ohne Formular laden? |
| Zertifikatsdetails | Qualitätsmanager | Sind Nummer, Geltungsbereich und Ablaufdatum sichtbar? |
| Fertigungskapazität | Geschäftsführung | Gibt es eigene Werksfotos und belegbare Zahlen? |
| Händlerbewerbung | Händler, Distributor | Stehen Angebot und Erwartungen klar auf der Seite? |
| Händlersuche | Endkunde, Händler | Existiert die Liste als Text außerhalb der Karte? |
| Sprachversionen | Exportmärkte | Ist hreflang gegenseitig, und ist die IP Umleitung aus? |
| Anfrageformular | Einkauf | Steht die Artikelnummer automatisch im Formular? |
| Kaufmännischer Infokasten | Einkauf | Sind Mindestmenge und Lieferzeitspanne genannt? |
| Messung | Geschäftsführung | Messen Sie Anfragen, CAD Downloads und Bewerbungen als eigene Ereignisse? |
Ich empfehle, diese Prüfung jährlich zu wiederholen, denn eine Herstellerseite altert mit jedem neuen Produktprogramm.
In welcher Reihenfolge läuft das Projekt am besten?
Bei Herstellern bremst meist nicht das Design ein Projekt, sondern der Inhalt. Technische Daten, Zeichnungen und Nachweise zu sammeln, dauert oft Monate. Deshalb plane ich solche Projekte vom Inhalt her rückwärts.
- Rollen und Märkte festlegen: Wer kauft, und in welchen Ländern?
- Produktdaten in einer Tabelle bündeln: Nummer, Maße, Werkstoff, Nachweise, Zeichnungen.
- Katalogstruktur und URL Schema freigeben.
- Die Vorlage der Produktseite mit einem echten Produkt gestalten, nicht mit einer leeren Hülle.
- Seiten für Zertifikate, Händler und Anfragen vorbereiten.
- Zuerst in der Hauptsprache live gehen, dann Sprachversionen nach Marktpriorität ergänzen.
- Messung für Anfragen, CAD Downloads und Händlerbewerbungen vor dem Launch testen.
Nach dem Launch ergänzen Suchanzeigen den organischen Kanal gut, wenn Sie schneller Besucher möchten. Die Einrichtung für industrielle Käufer beschreibe ich im Beitrag zu Google Ads Suchkampagnen für B2B. Schalten Sie Anzeigen allerdings erst, wenn die Produktseiten fertig sind. Sonst fließt das Budget auf unvollständige Seiten.
Wo beginnen Sie mit Ihrer Website für Industrieunternehmen?
Sie müssen nicht alles gleichzeitig erledigen. Wenn Sie an einer Stelle anfangen, machen Sie die Seiten Ihrer fünf meistangefragten Produkte vollständig: technische Daten als HTML, aktuelles PDF, Zeichnungen, Links zu Nachweisen, kaufmännischer Infokasten und ein Anfrageformular mit übernommener Artikelnummer. Diese fünf Seiten dienen dann als Vorlage für den Rest.
Danach machen Sie die Zertifikatsseite überprüfbar und schreiben echte Konditionen auf die Seite für die Händlerbewerbung. Sprachversionen ergänzen Sie, sobald Ihre Marktentscheidung steht, eine nach der anderen und jeweils vollständig.
Eine Herstellerseite ist erfolgreich, wenn sie die Fragen des Einkäufers beantwortet, bevor er zum Telefon greift, nicht wenn sie hübsch aussieht. Prüfen Sie Ihre aktuelle Seite mit der Tabelle oben, und die Lücken zeigen sich von selbst. Wenn Sie diese Prüfung gemeinsam machen möchten, schreiben Sie mir über meine Kontaktseite.




