E-Mail mit eigener Domain: Wie professionelle Firmenadressen Ihr Markenimage prägen

Was ist eine E-Mail mit eigener Domain und wie prägt sie Ihr Markenimage?
Eine E-Mail mit eigener Domain ist ein Postfach, dessen Adresse auf die Domain Ihres Unternehmens endet, etwa name@ihrefirma.de, statt auf Gmail, GMX oder Outlook. Sie zeigt dem Empfänger sofort, wer schreibt, erschwert Identitätsbetrug und erhöht bei sauberer Einrichtung die Chance, dass Ihre Nachrichten im Posteingang landen.
Seit 2012 baue ich die digitale Infrastruktur für Kunden auf. Dieses Thema landet dabei erstaunlich oft ganz hinten auf der Liste. Die Website steht, das Logo ist fertig, die Anzeigen laufen. Trotzdem verschickt das Team Angebote noch von firmenname.vertrieb@gmail.com. In diesem Leitfaden geht es deshalb um Vertrauen, Zustellbarkeit, SPF, DKIM und DMARC, die Wahl des Anbieters und einen Standard für Ihre Adressen.
Kurz gesagt geht es nicht nur um die Optik. Ihre Adresse beantwortet auch eine Frage, die der empfangende Mailserver stellt: Hat diese Firma die Nachricht wirklich verschickt? Diese Antwort liefern Sie über DNS Einträge. Ihr Markenimage gewinnt oder verliert also leise, je nachdem, wie solide diese Einträge sind.
Der Aufbau folgt dieser Logik. Zunächst schaue ich auf die Wahrnehmung, danach auf die technischen Einträge und schließlich auf die Standards im Alltag. Sie können den Text als Geschäftsführer lesen und die technischen Abschnitte an die Person weitergeben, die Ihre Domain verwaltet.
Was kostet eine kostenlose Adresse bei Gmail, GMX oder Outlook wirklich?
Eine kostenlose Adresse wirkt auf den ersten Blick gratis. Allerdings entstehen die Kosten nicht auf der Rechnung, sondern im Kopf des Empfängers. Stellen Sie sich einen Einkäufer vor, der am selben Tag drei Angebote erhält. Eines kommt von einer Firmendomain, zwei von Freemail Adressen. Dass er den ersten Absender als etablierter einschätzt, ist naheliegend. Das ist ein Vorurteil, aber ein reales.
Der zweite Preis ist die Kontrolle. Gehört das kostenlose Konto einem Mitarbeiter, verlassen die Kundengespräche mit ihm das Haus. Bei einem Firmenkonto sperren Sie dagegen den Zugang, übergeben das Postfach an eine Kollegin und schließen alles in einem Schritt.
Der dritte Preis ist technisch. Die DNS Einträge von gmail.com oder outlook.com gehören Ihnen nicht. Verschickt Ihr Newsletter Tool also Massenmails mit einer Absenderadresse bei gmail.com, arbeitet die Authentifizierung gegen Sie. Konkret schreibt Google in den Richtlinien für Absender, dass Gmail für Mails, die sich als Gmail Absender ausgeben, eine DMARC Quarantäne anwendet.
- Vertrauen sinkt: Der Empfänger fragt sich, ob die Firma wirklich existiert.
- Kontrolle fehlt: Die Korrespondenz gehört einer Person, nicht dem Unternehmen.
- Zustellung leidet: Sie können die Einträge zur Authentifizierung nicht verwalten.
- Einheitlichkeit bricht: Jeder Mitarbeiter erfindet sein eigenes Adressformat.
Wann beeinflusst eine Firmenadresse das Vertrauen ganz konkret?
Am deutlichsten sehe ich den Effekt beim ersten Kontakt. Füllt jemand auf Ihrer Website ein Formular aus, sollte die automatische Antwort von derselben Domain kommen wie die Seite. Sonst stutzt der Besucher und fragt sich, ob die Nachricht echt ist. Wie Sie solche Anfragen sauber abholen, beschreibe ich im Beitrag zum Thema Formulare für Termin, Angebot und Demo.
Der zweite Moment betrifft Zahlungen und Rechnungen. Eine Mail mit Bankdaten wirkt sicherer, wenn sie von Ihrer Domain stammt. Zudem erkennen Kunden, die Ihre Domain kennen, eine gefälschte Adresse mit ähnlichem Namen schneller.
Der dritte Moment liegt offline. Dieselbe Domain auf Visitenkarte, Fahrzeugbeschriftung, Messestand und im Google Unternehmensprofil zeigt, dass die Marke unter einer Identität auftritt. Die einheitlichen Kontaktdaten habe ich im Beitrag über Google Maps SEO behandelt, und Ihre Mailadresse gehört genau zu dieser Einheitlichkeit.
Warum gehört die Zustellbarkeit zu Ihrem Markenimage?
Zustellbarkeit beschreibt den Anteil Ihrer Nachrichten, der tatsächlich im Posteingang ankommt. Stellen Sie sich ein gut geschriebenes Angebot mit sauberer Signatur vor, das im Spamordner landet. Der Empfänger sieht es nie. Daher bleibt selbst die Mail, die Ihre Marke am besten vertritt, ohne Wirkung, solange die Anbieter sie nicht prüfen können.
Die großen Anbieter haben deshalb die Latte höher gelegt. Seit Februar 2024 behandelt Google alle, die an einem Tag rund 5.000 oder mehr Nachrichten an private Gmail Konten senden, als Massenabsender. Von ihnen verlangt Google Authentifizierung, eine einfache Abmeldung und niedrige Beschwerdequoten. Außerdem kündigt Google in den häufigen Fragen zu den Absenderrichtlinien an, ab November 2025 strenger gegen nicht konforme Mails vorzugehen, mit vorübergehenden und dauerhaften Ablehnungen.
Und wenn Ihre Firma deutlich weniger verschickt? Auch dann erwartet Google von allen Absendern mindestens SPF oder DKIM, gültige DNS Einträge in beide Richtungen und eine TLS Verbindung. Das heißt, die Regeln gelten für alle, und die Schwelle entscheidet nur über zusätzliche Pflichten.
Praktisch bedeutet das: Auch Angebote, Rechnungen und Formularbenachrichtigungen müssen heute ihre Identität belegen. Eine Nachricht ohne diesen Nachweis wirkt wie Post von einem Fremden, egal wie gut der Inhalt ist. Somit sind DNS Einträge die unsichtbare Schicht Ihres Markenimages.
Was ist ein MX Eintrag und warum ist er der erste Schritt zur E-Mail mit eigener Domain?
Ein MX Eintrag ist der DNS Eintrag, der festlegt, welcher Mailserver Nachrichten für Ihre Domain annimmt. Er ist der erste Schritt jeder Einrichtung, denn mit einem falschen MX kommen Kundenmails nie an, und oft erhält der Absender nicht einmal eine klare Fehlermeldung.
Nutzen Sie Google Workspace oder Microsoft 365, nennt Ihnen der Anbieter die genauen MX Werte. Nutzen Sie das Postfach aus Ihrem Hostingpaket, zeigt der MX meist auf den Hostingserver. Den häufigsten Fehler sehe ich nach einem Wechsel: Jemand vergisst, den alten MX Eintrag zu löschen. Dann landet ein Teil der Mails im neuen Postfach, der Rest auf dem alten Server, und das Team sucht wochenlang nach verlorenen Nachrichten.
MX Einträge tragen außerdem eine Priorität. Der Server mit der niedrigeren Zahl kommt zuerst an die Reihe, der nächste springt ein, falls er nicht antwortet. Auch dieser Ersatzserver sollte zu Ihrem Anbieter gehören. Sonst liegen Ihre Mails auf einer Maschine, die Sie nicht kontrollieren.
Zur Kontrolle prüfen Sie Ihre Domain mit der DNS Abfrage und vergleichen die MX und TXT Werte mit den Vorgaben des Anbieters. Nach einer Änderung können Zwischenspeicher die neuen Werte eine Weile verzögern. Deshalb empfehle ich den Wechsel außerhalb der Geschäftszeiten.
Was leistet ein SPF Eintrag und wie richten Sie ihn ein?
SPF ist ein TXT Eintrag, der die Server auflistet, die im Namen Ihrer Domain Mails verschicken dürfen. Kommt eine Nachricht an, prüft der empfangende Server, ob der sendende Server auf dieser Liste steht. Fehlt er, wirkt die Nachricht verdächtig.
Drei Regeln sind wichtig. Erstens darf eine Domain nur einen SPF Eintrag haben; zwei getrennte Einträge mit "v=spf1" machen die Prüfung ungültig. Zweitens erlaubt der SPF Standard (RFC 7208) bei der Auswertung höchstens 10 DNS Abfragen. Jedes "include" verbraucht eine davon. Wenn Sie also Newsletter Tool, CRM, Rechnungssystem und Kontaktformular einzeln ergänzen, überschreiten Sie die Grenze schnell, ohne es zu merken.
Drittens zählt das Ende des Eintrags. "~all" markiert unbekannte Absender als weichen Fehlschlag, "-all" verlangt eine harte Ablehnung. Ich starte in den ersten Wochen meist mit "~all" und wechsle dann zu "-all", sobald alle legitimen Quellen bestehen. Klären Sie vorher diese Fragen:
- Welcher Server verschickt die Benachrichtigungen Ihres Kontaktformulars?
- Sendet Ihr Newsletter Tool im Namen Ihrer eigenen Domain?
- Schickt Ihr Rechnungssystem oder Ihre Buchhaltung direkt Mails an Kunden?
- Antwortet Ihr CRM oder Ihr Ticketsystem von Ihrer Domain aus?
Was beweist eine DKIM Signatur?
DKIM hängt jeder ausgehenden Nachricht eine kryptografische Signatur an. Der empfangende Server prüft sie mit einem öffentlichen Schlüssel aus Ihrem DNS. So belegen Sie, dass niemand die Nachricht unterwegs verändert hat und dass sie aus einem System stammt, das zu Ihrer Domain gehört.
Laut den Anforderungen von Google für Massenabsender braucht der Versand an private Gmail Konten einen DKIM Schlüssel mit mindestens 1024 Bit. Trotzdem empfehle ich 2048 Bit, sofern Ihr DNS Anbieter das unterstützt; auch die Verwaltungskonsole von Google Workspace legt diese Länge nahe.
In der Praxis aktivieren Sie DKIM für jede Versandquelle einzeln. Ihr Postfachanbieter erzeugt einen Schlüssel, Ihr Newsletter Tool einen anderen, und jeder bekommt im DNS einen eigenen Selektor. Deshalb reicht der Satz "DKIM haben wir schon" nicht, sobald ein neues Tool dazukommt. Sie prüfen dann zusätzlich, ob auch dieses Tool mit Ihrer Domain signiert.
DKIM hat noch einen Vorteil. Läuft eine Nachricht über eine Weiterleitung, scheitert SPF oft, weil der letzte Server nicht mehr auf Ihrer Liste steht. Eine DKIM Signatur bleibt dagegen gültig, solange der Inhalt unverändert bleibt. Leitet zum Beispiel ein Händler sein Postfach an eine andere Adresse weiter, rettet eine saubere Signatur Ihre Nachricht.
Wie verschärfen Sie eine DMARC Richtlinie Schritt für Schritt?
DMARC gleicht die Ergebnisse von SPF und DKIM mit der Domain in der Absenderzeile ab. Danach sagt es dem empfangenden Server, was mit Nachrichten passieren soll, die durchfallen. Zudem schickt es Ihnen Berichte, aus denen Sie sehen, wer in Ihrem Namen Mails verschickt.
Wer sofort die strengste Stufe wählt, blockiert womöglich eigene legitime Mails. Daher gehe ich mit Kunden in dieser Reihenfolge vor:
- Sie starten mit "p=none" und hinterlegen eine Berichtsadresse (rua). In dieser Phase blockiert nichts; Sie sammeln nur Daten.
- Sie lesen die Berichte, finden legitime Quellen, die Sie nicht kannten, und ergänzen für sie SPF und DKIM.
- Besteht der gesamte legitime Verkehr, wechseln Sie zu "p=quarantine"; verdächtige Mails wandern in den Spamordner.
- Nach einigen ruhigen Wochen stellen Sie auf "p=reject", damit Empfänger gefälschte Mails komplett abweisen.
Google und Yahoo akzeptieren "p=none" als Mindeststandard für Massenabsender. Der eigentliche Markenschutz beginnt allerdings erst bei quarantine und reject. Erst dann hat ein Betrüger, der Ihre Domain fälscht, kaum noch eine Chance, jemanden zu erreichen.
Was sagen die Absenderregeln von Google, Yahoo und Microsoft konkret?
Die drei Anbieter verlangen sehr ähnliche Dinge, und das ist kein Zufall. Die Best Practices von Yahoo für Absender fordern von allen mindestens SPF oder DKIM. Massenabsender brauchen SPF und DKIM gemeinsam, eine DMARC Richtlinie mit mindestens p=none, eine Abmeldung mit einem Klick und die Umsetzung von Abmeldungen innerhalb von 2 Tagen. Zudem soll die Spamrate unter 0,3 Prozent liegen.
Microsoft zog am 5. Mai 2025 nach. Wer mehr als 5.000 Mails pro Tag an Adressen bei Outlook.com, Hotmail.com und Live.com schickt, braucht nun SPF, DKIM und DMARC. Laut der Ankündigung von Microsoft landen nicht konforme Nachrichten zuerst im Junk Ordner und können dann mit dem Fehlercode 550 5.7.515 abgelehnt werden.
Google zieht die Linie noch klarer. Der Konzern empfiehlt eine von Nutzern gemeldete Spamrate unter 0,1 Prozent und rät, die Marke von 0,3 Prozent nie zu erreichen. Außerdem gilt der Status als Massenabsender laut Google ohne Ablaufdatum, sobald Sie die Kriterien einmal erfüllen. Kurz gesagt: Für jede Firma, die Newsletter oder Kampagnen verschickt, ist Authentifizierung heute die Eintrittskarte.
Google Workspace, Microsoft 365 oder Hostingpostfach: Welcher Anbieter passt zur E-Mail mit eigener Domain?
Die richtige Wahl hängt davon ab, wie Ihr Team arbeitet und wie viel Sicherheit Sie brauchen. Die Tabelle ist eine vereinfachte Fassung des Vergleichs, den ich in ersten Gesprächen mit Kunden nutze. Preise habe ich bewusst weggelassen, denn sie schwanken je nach Land und Währung; die aktuellen Beträge finden Sie direkt beim Anbieter.
| Kriterium | Google Workspace | Microsoft 365 | Hostingpostfach |
|---|---|---|---|
| Speicher | Business Starter 30 GB gepoolt pro Nutzer, Business Standard 2 TB | 1 TB OneDrive pro Nutzer in den Business Plänen, dazu ein eigenes Postfachkontingent | Begrenzt auf den Speicher des Pakets, geteilt mit den Websitedateien |
| Office Programme | Docs, Sheets und Meet im Browser | Outlook, Word, Excel und Teams; Desktopversionen je nach Plan | Keine, nur Mail |
| Verwaltung | Zentrale Verwaltung von Nutzern und Geräten | Zentrale Verwaltung von Nutzern und Geräten | Einfache Kontoverwaltung in Oberflächen wie cPanel |
| Reputation beim Versand | Große geteilte Infrastruktur mit starkem Ruf | Große geteilte Infrastruktur mit starkem Ruf | Kann unter anderen Websites auf demselben Server leiden |
| Geeignet für | Teams, die im Browser arbeiten und Google Tools kennen | Teams, die viel mit Office Dateien arbeiten | Sehr kleine Firmen mit wenig Versand |
Die Preisseite von Google Workspace nennt Speicher und Teilnehmerzahl für jeden Plan. Bei Microsoft liegt die Grenze der Business Pläne bei 300 Nutzern; größere Teams wechseln in die Enterprise Pläne.
Wann reicht das Postfach aus dem Hostingpaket und wann wird es riskant?
Das Postfach aus dem Hostingpaket kann für ein Büro mit zwei oder drei Personen ein vernünftiger Anfang sein. Es kostet nichts extra, funktioniert sofort mit Ihrer Domain und deckt die Grundlagen ab. Deshalb rate ich nicht jedem Kunden zu Google Workspace oder Microsoft 365.
Manche Situationen erhöhen allerdings das Risiko. Auf einem geteilten Server verschickt vielleicht eine andere Website mit derselben IP Adresse Spam, und Ihre Nachrichten erben diesen schlechten Ruf. Außerdem teilen sich Postfach und Website den Speicher, sodass ein volles Postfach Backups oder Updates blockieren kann. Ein Hosterwechsel bedeutet dann zusätzlich einen Umzug aller Postfächer.
Meine einfache Faustregel: Hat das Team mehr als fünf Personen, verschicken Sie regelmäßig Newsletter oder ist die Kundenkorrespondenz Ihr wertvollstes Archiv, trenne ich Mail und Website. In Webdesign Projekten, bei denen ich Website und Domain gemeinsam plane, kläre ich das im ersten Termin.
Wie legen Sie einen Standard für die Benennung von Adressen fest?
Ein Benennungsstandard ist eine schriftliche Entscheidung darüber, nach welcher Regel Sie Adressen für Personen und Abteilungen anlegen. Fehlt er, wählt einer max@, der nächste m.mueller@ und ein dritter mmueller1985@. Von außen wirkt das Unternehmen dann unordentlich.
Halten Sie diese Punkte fest, bevor Sie das erste Konto anlegen:
- Format: vorname.nachname@, vorname@ oder Initiale plus Nachname? Für wachsende Teams vermeidet vorname.nachname@ die meisten Dopplungen.
- Umlaute: Sie schreiben ä, ö, ü als ae, oe, ue und ß als ss, damit jede Tastatur die Adresse tippen kann.
- Gleiche Namen: Sie ergänzen den Anfangsbuchstaben des zweiten Vornamens, nie ein Geburtsjahr.
- Funktionsadressen: Sie fixieren eine kurze Liste wie info@, vertrieb@, support@ und buchhaltung@.
- Austritte: Sie entscheiden vorab, ob Sie Konten weiterleiten, archivieren oder löschen.
Sinnvoll ist es daher, diesen Standard in Ihrem Styleguide abzulegen. In Projekten zur Markenidentität gebe ich solche Regeln neben Logo und Farbpalette mit in die Übergabe.
Persönliche Adresse oder Funktionsadresse: Was nutzen Sie wann?
Eine persönliche Adresse schafft Vertrauen überall dort, wo die Beziehung über einen Menschen läuft. Schreiben Vertrieb, Projektleitung oder Buchhaltung unter eigenem Namen, sieht der Kunde einen echten Ansprechpartner. Eine Funktionsadresse sichert dagegen die Kontinuität. Wer an vertrieb@ schreibt, erhält auch dann eine Antwort, wenn der Kollege im Urlaub ist.
In der Praxis nutzen Sie beides. Auf Website und Visitenkarte steht die Funktionsadresse, danach läuft das Gespräch über die persönliche Adresse weiter. Verknüpfen Sie Funktionsadressen am besten mit einem gemeinsamen Postfach oder einer Gruppe statt mit einer einzelnen Person. So wartet keine Anfrage auf die Rückkehr aus dem Urlaub.
Manche Adressen sollten intern bleiben. Hängen Domainregistrierung, Social Media Konten oder Werbekonten am Postfach eines einzelnen Mitarbeiters, droht beim Austritt der Verlust des Zugangs. Legen Sie stattdessen eine eigene Verwaltungsadresse an, auf die nur die Geschäftsführung zugreift, und schützen Sie sie mit einem starken Passwort. Der Passwort Generator ist dafür ein schneller Start.
Wie transportiert die Signatur Ihre Markensprache und Ihre Pflichtangaben?
Die Signatur ist eine kurze Visitenkarte am Ende jeder Nachricht. Die visuelle Seite, also Logodatei und Farbabgleich, behandle ich im Beitrag über die digitale Umsetzung des Corporate Designs. Hier geht es daher nur um den Inhalt.
Jede Signatur folgt derselben Reihenfolge: Name, Position, Firma, eine Telefonnummer und die Website. Private Profile, Sinnsprüche und drei Telefonnummern machen sie unruhig. In Deutschland kommt ein rechtlicher Punkt hinzu. Nach § 37a HGB und für die GmbH nach § 35a GmbHG gehören Angaben wie Firma, Rechtsform, Sitz, Registergericht und Registernummer auch in geschäftliche Mails. Lassen Sie den genauen Wortlaut am besten von Ihrer Steuerberatung oder Rechtsberatung prüfen.
Ein Kampagnenparameter am Websitelink hilft zudem. Dann tauchen Besuche aus der Korrespondenz in Ihrer Analyse als eigene Quelle auf. Bauen Sie einen Link mit dem UTM Generator und verwenden Sie ihn in allen Signaturen.
Uneinheitliche Positionen sind ein weiteres häufiges Problem. Unterschreiben zwei Personen mit derselben Rolle als "Vertriebsleiter" und "Head of Sales", weiß der Kunde nicht, welcher Titel gilt. Also führen Sie eine Liste freigegebener Titel neben dem Benennungsstandard.
Wie nutzen Betrüger ähnliche Domains?
Betrüger verwenden selten Ihre echte Domain. Stattdessen registrieren sie eine, die fast gleich aussieht. Zwei vertauschte Buchstaben, eine "1" statt eines "l" oder eine andere Endung reichen, um einer gestressten Buchhaltung eine gefälschte Rechnung unterzuschieben. DMARC schützt Ihre echte Domain, bei ähnlichen Domains hilft es dagegen nicht.
Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Varianten selbst zu registrieren: zentrale Endungen wie .de und .com, häufige Tippfehler und eine Version mit Bindestrich. Auch wenn Sie diese Domains nie nutzen, leiten Sie sie auf Ihre Hauptseite um. Dann hinterlegen Sie eine DMARC Richtlinie mit "p=reject" und einen SPF Eintrag, der keinen Absender erlaubt. So kann niemand von diesen Domains Mails verschicken.
Die Domain selbst ist zudem ein Markenwert. Eine kurze, einprägsame Domain, die Sie am Telefon nicht buchstabieren müssen, macht auch Ihre Mailadresse leicht merkbar. Wer den Wert der eigenen Domain grob einschätzen will, findet mit dem Domain Wert Rechner einen ersten Anhaltspunkt.
In welcher Reihenfolge stellen Sie Ihr Team auf die E-Mail mit eigener Domain um?
Die größten Risiken beim Umzug sind verlorene alte Korrespondenz und verlorene Nachrichten am Tag der Umstellung. Diese Reihenfolge hält beide Risiken klein:
- Zunächst machen Sie Inventur: Wer nutzt welche Adresse, und welche Dienste hängen daran?
- Dann schreiben Sie den Benennungsstandard auf und legen die neuen Konten danach an.
- Beim Anbieter bestätigen Sie die Domain, ergänzen SPF und DKIM und starten DMARC mit "p=none".
- Danach übernehmen Sie das Archiv aus den alten Postfächern in die neuen Konten.
- Den MX Eintrag ändern Sie außerhalb der Geschäftszeiten und prüfen das alte Postfach noch einige Tage.
- Anschließend binden Sie Kontaktformulare, Rechnungssystem und Newsletter Tool mit korrekter Authentifizierung an.
- Schließlich aktualisieren Sie Visitenkarten, Website, Social Media Profile und Branchenverzeichnisse in einem Durchgang.
Schließen Sie die alte kostenlose Adresse nicht sofort. Eine automatische Antwort, die einige Monate lang auf die neue Adresse hinweist, hält alte Kontakte bei Ihnen. Zudem ist das ein guter Moment, um zu prüfen, auf welches Ziel Ihre Formularbenachrichtigungen einzahlen; diesen Zusammenhang erkläre ich im Beitrag über Conversion Ziele.
Welche Fehler tauchen nach der Umstellung häufig auf?
Der häufigste Fehler ist ein Kontaktformular, das weiterhin über die eingebaute Mailfunktion des Servers verschickt. Die Nachricht trägt dann Ihre Domain, kommt aber von einem Server, der nicht in Ihrem SPF Eintrag steht. Folglich landet die automatische Antwort im Spam, und Sie erfahren davon erst, wenn ein Kunde anruft.
Der zweite Fehler ist ein Marketing Tool, das mit seiner eigenen geteilten Domain signiert. Dann passt die DMARC Zuordnung nicht. Aktivieren Sie also in den Einstellungen des Tools die Authentifizierung einer eigenen Absenderdomain.
Der dritte Fehler sind unnötige Weiterleitungen. Wer ein Firmenpostfach automatisch an ein privates Gmail Konto weiterleitet, öffnet eine Sicherheitslücke, und weitergeleitete Nachrichten scheitern womöglich an der Prüfung. Schließlich sehe ich noch einen Klassiker: Es gibt eine Berichtsadresse für DMARC, aber niemand liest dieses Postfach. Ohne die Berichte fehlen Ihnen jedoch genau die Daten, die Sie zum Verschärfen der Richtlinie brauchen.
Wie prüfen und pflegen Sie Ihre E-Mail mit eigener Domain dauerhaft?
Ihre Mailinfrastruktur richten Sie nicht einmal ein und vergessen sie dann. Sobald Sie neue Software einführen, ein Mitarbeiter geht oder die Domain verlängert, prüfen Sie die Einträge erneut. Mit Kunden gehe ich einmal pro Quartal diese Liste durch:
- Zeigt der MX Eintrag nur auf den Anbieter, den Sie tatsächlich nutzen?
- Gibt es genau einen SPF Eintrag, und bleibt er unter der Grenze von 10 Abfragen?
- Signiert jedes Versandtool per DKIM mit Ihrer Domain?
- Zeigen die DMARC Berichte eine Quelle, die Sie nicht kennen?
- Haben Sie die Konten ausgeschiedener Mitarbeiter geschlossen oder übergeben?
- Ist für jedes Administratorkonto die Bestätigung in zwei Schritten aktiv?
- Stimmen Verlängerungsdatum der Domain und hinterlegte Kontaktadresse?
Verschicken Sie Massenmails, beobachten Sie zusätzlich Ihre Spamrate in den Google Postmaster Tools. Steigt sie, liegt die Ursache meist in einer ungepflegten Liste oder in Mails an Menschen, die nie zugestimmt haben.
Diese Prüfung schaffen Sie mit Ihrem eigenen Team. Wenn Domain, Website und Werbekonten allerdings zu einem Knäuel gewachsen sind, beschleunigt ein Blick von außen die Sache. Möchten Sie Ihre Einrichtung gemeinsam durchgehen, erreichen Sie mich über die Kontaktseite.




