Website für Exportunternehmen: Was muss sie leisten?

Kurze Antwort
Wie sollte eine Website für Exportunternehmen aufgebaut sein?
Eine Website für Exportunternehmen ist eine Firmenwebsite, auf der ausländische Einkäufer Ihr Unternehmen prüfen und ein Angebot anfragen können. Sie spricht die Sprache des Zielmarkts, beschreibt Produkte technisch, lädt dort schnell und enthält vollständige Rechtstexte. Beginnen Sie mit zwei Märkten, danach folgen Sprachstruktur, Produktseiten und Anfrageformular.
Diesen Leitfaden haben wir für Unternehmer geschrieben, die mit dem Auslandsgeschäft beginnen oder ihre bestehende Website auf den Export vorbereiten wollen. Unser Ziel ist, dass Sie die richtigen Entscheidungen treffen, bevor Sie einen Auftrag vergeben. Kurz gesagt wissen Sie am Ende, was die Seite braucht und was Sie bei der Angebotseinholung fragen sollten.
Was unterscheidet eine Website für Exportunternehmen von einer normalen Firmenwebsite?
Eine auf das Inland ausgerichtete Firmenwebsite spricht meist Menschen an, die schon von Ihnen gehört haben. Diese Besucher kennen das Unternehmen über Kontakte, eine Messe oder eine regionale Empfehlung. Ausländischen Einkäufern fehlt dieses Vertrauen, deshalb übernimmt die Seite die Arbeit des ersten Vertriebsgesprächs.
Allerdings geht der Unterschied weit über die Übersetzung hinaus. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich beide Ansätze beim selben Thema unterscheiden.
| Thema | Firmenwebsite im Inland | Website für den Export |
|---|---|---|
| Wissen der Besucher | Kennt das Unternehmen oft | Sieht das Unternehmen zum ersten Mal und will Belege |
| Sprache | Eine Sprache kann genügen | Sprache des Zielmarkts, mit eigenen Adressen |
| Produktangaben | Allgemeine Übersicht kann genügen | Technische Daten, Normen, Verpackung und Lieferung |
| Kontakt | Telefon steht im Vordergrund | Klares Anfrageformular, das Zeitzonen berücksichtigt |
| Rechtstexte | Heimisches Recht | Heimisches Recht plus Regeln des Zielmarkts |
| Messung | Besuche insgesamt | Anfragen nach Land und Sprache |
Worauf achten ausländische Einkäufer zuerst?
Einkäufer suchen Antworten auf drei Fragen: Gibt es dieses Unternehmen wirklich, passt das Produkt zu meinem Bedarf, und kann dieser Lieferant mit mir arbeiten? Deshalb braucht der erste Abschnitt Ihrer Startseite einen konkreten Satz statt eines Slogans. Nennen Sie, was Sie herstellen, an wen Sie verkaufen und in welche Märkte Sie liefern.
Zum Beispiel sagt "Ihr Partner für Qualität" einem ausländischen Einkaufsleiter nichts. Ein Satz mit Produktgruppe, Produktionsort und Exportumfang führt ihn dagegen zur Produktseite. Außerdem sollten diese Angaben höchstens zwei Klicks entfernt sein:
- Vollständiger Firmenname, Anschrift und Gründungsangaben.
- Echte Fotos von Werk, Lager oder Büro.
- Produktgruppen mit einer technischen Seite je Gruppe.
- Name des Exportverantwortlichen, geschäftliche E-Mail und gesprochene Sprachen.
Warum bringt Ihre aktuelle Website keine Anfragen aus dem Ausland?
Das Bild wiederholt sich häufig: Die Seite existiert, es gibt einen Sprachschalter, und trotzdem kommt keine qualifizierte Anfrage aus dem Ausland. Allerdings liegt es selten am alten Design. Vielmehr fehlen auf den Seiten die Begriffe, nach denen Einkäufer suchen, die Produktdaten bleiben lückenhaft, und der Weg zum Angebot ist unklar.
Diese Punkte können Sie selbst beheben. Allerdings kostet es meist mehr, wenn Sie Sprachstruktur, Produktdaten und Technik nacheinander flicken, obwohl sich alles gleichzeitig ändern müsste. Falls die Seite eine neue Planung braucht und Sie Ihre Firmenwebsite erstellen lassen möchten, zeigt unser Ablauf, wer welche Aufgabe übernimmt. Arbeitet Ihr eigenes Team weiter, folgen Sie den nächsten Abschnitten der Reihe nach. Das Grundgerüst beschreibt zudem unser Leitfaden zur B2B Website und ihrer Seitenstruktur. Unser Beitrag zur Website für Industrieunternehmen vertieft Händler und Werk.
Mit welchen Sprachen sollten Sie beginnen?
Wählen Sie die Sprachen deshalb nach echter Nachfrage. Ihre Exportdaten, Messegespräche und eingehenden Nachrichten sind dafür das verlässlichste Signal. Im Allgemeinen bringt der Start mit Englisch und der Sprache des stärksten Zielmarkts mehr, als zehn Sprachen halb fertig zu lassen.
Beantworten Sie zunächst diese Fragen, bevor Sie eine Sprache hinzufügen:
- Kann jemand in dieser Sprache antworten, wenn eine Anfrage eintrifft?
- Können Sie Produktdaten und technische Unterlagen in dieser Sprache bereitstellen?
- Wer aktualisiert die Übersetzung bei einem neuen Produkt, und wie schnell?
- Kennen Sie die Begriffe, nach denen Einkäufer in diesem Markt suchen?
Können Sie das nicht bejahen, warten Sie also vorerst mit dieser Sprache. Eine unbeantwortete Anfrage schadet mehr als eine, die nie kam, denn der Einkäufer behält Ihr Unternehmen als unzuverlässig in Erinnerung.
Wie bauen Sie die Sprachstruktur auf Adressebene auf?
Zunächst braucht jede Sprache eine eigene, dauerhafte Adresse. Googles Dokumentation zu mehrregionalen Websites beschreibt drei Hauptstrukturen mit ihren Vor- und Nachteilen. Von URL Parametern rät sie ab.
| Struktur | Beispiel | Vorteil | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| Länderdomain | example.de | Starkes Ländersignal | Eigene Domain je Land und mehr Pflegeaufwand |
| Subdomain | de.example.com | Einfache Einrichtung, eigener Server möglich | Nutzer erkennen nicht immer, ob Sprache oder Land gemeint ist |
| Unterverzeichnis | example.com/de/ | Einfache Einrichtung, wenig Pflege | Ein Serverstandort, Trennung der Seiten schwieriger |
Für viele mittelgroße Exporteure ist das Unterverzeichnis wegen des geringen Pflegeaufwands ein sinnvoller Start. Dennoch hängt die Entscheidung von der Zahl der Länder und Ihrer Rechtsform ab. Details liefert unser Vergleich ccTLD oder gTLD für internationales SEO.
Leiten Sie Besucher außerdem nicht automatisch anhand der IP Adresse in eine andere Sprache um. Laut Google kann das verhindern, dass Nutzer und Suchmaschinen alle Versionen sehen. Stattdessen gehört eine sichtbare Sprachauswahl auf die Seite; unser Beitrag zur Gestaltung der Sprachauswahl erläutert das.
Wie zeigen Sie Suchmaschinen, dass Sprachversionen zusammengehören?
Sprachversionen verbinden Sie mit hreflang Angaben, die Suchmaschinen die Entsprechung einer Seite in einer anderen Sprache oder Region nennen. Googles Dokumentation zu lokalisierten Versionen betont drei Punkte: Jede Version nennt sich selbst und die anderen, Verweise laufen in beide Richtungen, und Adressen stehen vollständig da.
Zudem kann laut demselben Dokument eine Version als Duplikat gelten, wenn der Hauptinhalt unübersetzt bleibt. Das heißt, ein übersetztes Menü über unübersetztem Fließtext bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Die Angaben erzeugen Sie mit unserem hreflang Generator; das Konzept erklärt der Beitrag Was ist das hreflang Tag.
Daraus folgt eine klare Frage an jeden Anbieter: Entstehen diese Verknüpfungen automatisch, wenn wir eine Sprache oder ein Produkt ergänzen? Lautet die Antwort nein, wachsen die Fehler mit der Website.
Reicht eine Übersetzung, oder brauchen Sie marktspezifische Inhalte?
Die Übersetzung überträgt Text in eine andere Sprache, die Lokalisierung schreibt ihn für das Kaufverhalten im Zielmarkt neu. Die Wörterbuchentsprechung eines Begriffs weicht oft von dem Wort ab, nach dem Menschen tatsächlich suchen. Deshalb sollten Sie vor der Übersetzung Produktnamen, Normbezeichnungen und Einheiten des Zielmarkts sammeln.
Prüfen Sie für jeden Markt diese Unterschiede:
- Passen Einheiten, Datumsformat und Währung zu den örtlichen Gewohnheiten?
- Stehen Liefer- und Zahlungsbedingungen so da, wie Einkäufer sie erwarten?
- Passen die Anwendungsbeispiele zu den Branchen des Landes?
- Steht die Telefonnummer im internationalen Format mit Ländervorwahl?
Zum Beispiel erwartet ein Markt metrische Maße, ein anderer für dasselbe Produkt Zoll. Zeigen Sie Preise auf der Seite, lesen Sie vor der Entscheidung unseren Beitrag zur Preisstrategie mit mehreren Währungen.
Außerdem lohnt es sich, den Text vor der Veröffentlichung von einem Einkäufer oder örtlichen Vertreter lesen zu lassen. Ein falscher Begriff lässt Ihr Produkt schnell wie ein anderes aussehen. Planen Sie diese Prüfung deshalb von Anfang an ein, damit sie nicht in der letzten Woche untergeht.
Wann brauchen Sie eine eigene Länderseite?
Eine eigene Länderseite ist sinnvoll, wenn Sie mehrere Märkte mit derselben Sprache beliefern oder ein Land eine andere Lieferung und Vertretung hat. Den Ländernamen im gleichen Text zu tauschen, hilft dagegen nicht, denn solche Seiten bieten dem Einkäufer nichts Neues.
Eine gute Länderseite enthält echte Informationen über den jeweiligen Markt. Zum Beispiel nennt sie den regionalen Händler oder Vertreter, erklärt den Versand in dieses Land, führt relevante Unterlagen auf und bietet einen örtlichen Kontaktweg. Google zählt zudem lokale Adressen, Telefonnummern, Sprache und Währung zu seinen Signalen für die geografische Ausrichtung.
Haben Sie noch keine echten Informationen, verzichten Sie auf die Seite. Ergänzen Sie sie später, sobald sich Daten aus dem Markt angesammelt haben, und vermeiden Sie somit dünne Inhalte. Wer die Marktentwicklung gemeinsam mit der Suche plant, findet in unserem Beitrag zur internationalen SEO Beratung eine Entscheidungshilfe.
Wie sollte der Produktkatalog auf der Website funktionieren?
Jede Produktgruppe und jedes wichtige Produkt sollte eine Seite mit eigener Adresse haben. Setzen Sie nur auf ein PDF zum Herunterladen, lesen Einkäufer die Daten am Smartphone schlecht, und Sie verschenken in der Suche die eigene Seite je Produkt. Diese Wahl behandelt unser Vergleich PDF Katalog oder HTML Seite.
Nehmen Sie diese Felder in eine Exportproduktseite auf:
- Produktname, Modellnummer und gegebenenfalls die Entsprechung nach Branchennorm.
- Tabelle mit technischen Daten, Material und Maßen.
- Verpackungsangaben, Stückzahl je Karton und Palettenaufbau.
- Mindestbestellmenge und Lieferzeit, allerdings nur mit Werten, die Sie aktuell halten.
- Konformitätsunterlagen und ein technisches Datenblatt zum Herunterladen.
- Eine Schaltfläche für die Anfrage auf derselben Seite.
Schließlich sollten Sie das PDF nicht ganz streichen, denn Einkäufer teilen es intern. Machen Sie die HTML Seite zur Hauptquelle und das PDF zu ihrem Anhang.
Welche Angaben sollte das Anfrageformular abfragen?
Das Formular sollte erfassen, was Ihr Vertrieb für eine erste Antwort braucht, und nicht mehr. Einkäufer aus dem Ausland schreiben oft über Zeitzonen hinweg; daher spart die richtige Angabe beim ersten Mal viele Rückfragen. Andererseits schrecken fünfzehn Pflichtfelder selbst ernsthafte Einkäufer ab.
| Feld | Pflicht? | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Name, Firma, geschäftliche E-Mail | Ja | Grundlage für Antwort und Vorauswahl |
| Land | Ja | Leitet die Anfrage an die richtige Person |
| Produkt und ungefähre Menge | Ja | Bestimmt den Umfang des Angebots |
| Lieferort und Lieferbedingung | Nein | Beschleunigt die Frachtberechnung |
| Dateianhang | Nein | Ermöglicht technische Zeichnungen |
Ein Formular, das von einer Produktseite kommt, sollte den Produktnamen automatisch übernehmen. Zeigen Sie eine Bestätigung in derselben Sprache, und versprechen Sie nur eine Antwortzeit, die Sie einhalten. Bei Spam hilft unser Beitrag Kontaktformular Spam verhindern.
Wie zeigt eine Website für Exportunternehmen Vertrauen und Zertifikate?
Zertifikatslogos aufzulisten reicht nicht, denn Einkäufer wollen sie prüfen. Nennen Sie je Dokument Name, Geltungsbereich, ausstellende Stelle und Gültigkeit, und bieten Sie möglichst das Dokument selbst zum Herunterladen an. Entfernen Sie abgelaufene Unterlagen, denn ein altes Datum beschädigt das Vertrauen sofort.
Behaupten Sie außerdem niemals Konformität mit einer Norm, die Sie nicht erfüllen. Was der Zielmarkt verlangt, klären Sie mit der zuständigen amtlichen Stelle oder Ihrem Berater. Die Vertrauenselemente können Sie so ordnen:
- Überprüfbare Identität: Firmenname, Anschrift, Steuernummer und Registerangaben.
- Produktions- und Qualitätsnachweise mit Geltungsbereich.
- Kundenreferenzen mit Erlaubnis und Messeteilnahmen.
- Echte Fotos von Standort und Team.
Die Erwartungen an Vertrauen unterscheiden sich zudem je Markt. Das behandeln wir in unserem Beitrag zur internationalen B2B Leadgenerierung.
Woher wissen Sie, dass die Seite im Ausland schnell lädt?
Messen Sie die Geschwindigkeit aus dem Land des Einkäufers, nicht aus Ihrem Büro. Eine Seite, die an Ihrem Firmensitz sofort öffnet, kann in einem fernen Markt deutlich langsamer sein. Bewerten Sie deshalb Serverstandort, Content Delivery Network (CDN, liefert Dateien von Punkten nahe am Besucher) und Bildgrößen gemeinsam.
Die Core Web Vitals Seite auf web.dev definiert drei Messwerte: LCP für das Laden, INP für die Interaktivität und CLS für die visuelle Stabilität. Die Zielwerte prüfen Sie dort. Für die Bewertung zählt das 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Unser Leitfaden zu Core Web Vitals erklärt die Begriffe.
Ein kurzer Hinweis zu Servern: Google behandelt den Serverstandort nicht als eindeutiges Signal, denn Lösungen wie ein CDN verändern das Bild. Also ist ein Server im Zielland allein für die Sichtbarkeit in der Suche nicht nötig. Die Geschwindigkeit für Nutzer ist allerdings ein eigenes Thema, das Sie mit echten Messungen verfolgen sollten. Zudem bringt die Umwandlung schwerer Katalogbilder in WebP auf vielen Seiten einen einfachen Gewinn.
Welche Rechtstexte braucht eine Website für Exportunternehmen?
Welche Texte nötig sind, hängt davon ab, wohin Sie verkaufen und welche Daten Sie erfassen. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung; klären Sie die Texte deshalb mit einem Anwalt, der den Zielmarkt kennt. Datenschutzhinweise, Cookie Informationen und Anbieterangaben betreffen praktisch alle.
Verkaufen Sie in die Europäische Union, schauen Sie vor allem auf zwei Themen. Die Seite der Europäischen Kommission zur Anwendung der DSGVO erklärt, dass die Verordnung auch für Unternehmen außerhalb der EU gelten kann, wenn sie Personen in der EU Waren oder Dienstleistungen anbieten. Für Angebote in Deutschland regelt § 5 DDG die Informationspflichten bei geschäftsmäßigen digitalen Diensten; mehr dazu in unserem Beitrag zur Impressumspflicht.
- Datenschutzerklärung: erklärt in jeder Sprache, was das Formular erfasst und warum.
- Cookie Hinweis: richtet sich nach Ihren Mess- und Werbewerkzeugen.
- Impressum: macht Firmenname, Anschrift und Kontakt leicht auffindbar.
- Verkaufsbedingungen: kommen hinzu, wenn Sie direkt über die Seite verkaufen.
- Hinweise des Heimatlands: decken Ihre Pflichten als Verantwortlicher am Sitz ab.
Praktische Schritte zeigt unser Leitfaden zur datenschutzkonformen Website.
Was bringen strukturierte Daten einer Website für Exportunternehmen?
Strukturierte Daten sind eine standardisierte Auszeichnung, mit der Suchmaschinen die Fakten Ihrer Seite maschinell lesen. Laut Googles Dokumentation zu Organization hilft das Google, Ihre Verwaltungsangaben zu verstehen und Sie von anderen Organisationen zu unterscheiden.
Das Dokument nennt keine Pflichtfelder und rät, alle passenden Eigenschaften zu ergänzen. Dazu gehören Adresse, Kontaktpunkt, Logo und Umsatzsteuernummer (vatID). Das Feld für die Umsatzsteuernummer ist für Exporteure besonders nützlich, denn Einkäufer können diese Angabe in öffentlichen Registern prüfen.
Den Code müssen Sie nicht von Hand schreiben. Unser Schema Generator erstellt einen Entwurf für Ihre Entwicklung. Achten Sie dann auf Einheitlichkeit: Name und Anschrift in der Auszeichnung müssen zum sichtbaren Text und zu Ihren Geschäftsunterlagen passen.
In Projekten für eine Firmenwebsite bleibt dieses Detail oft bis zuletzt liegen. Richten Sie die Auszeichnung allerdings auf Vorlagenebene ein, trägt jede Sprachversion automatisch dieselben richtigen Angaben. Ändert sich die Anschrift, passen Sie außerdem nur eine Stelle an.
Wie gestalten Sie Startseite und Menü?
Für ausländische Einkäufer sollte das Menü dem Kaufweg folgen, nicht Ihrem Organigramm. Stehen "Über uns" und "Aktuelles" vorn, während Produkte drei Klicks entfernt liegen, gehen Einkäufer, bevor sie finden, was sie suchen. Halten Sie deshalb Produktgruppen, Anwendungen, Firmenangaben und Anfragen im Hauptmenü sichtbar.
Die Startseite hat dieselbe Aufgabe: Besucher zur passenden Produktgruppe oder zum passenden Markt führen. Beginnen Sie zum Beispiel mit einer Zusammenfassung Ihrer Leistung, dann folgen Produktfamilien, danach Unterlagen und schließlich der Aufruf zur Anfrage. Behalten Sie dieses Gerüst in allen Sprachen bei, denn das erleichtert die Pflege und die Orientierung beim Sprachwechsel.
Vermeiden Sie zudem eine einzige lange Seite. Mit eigener Adresse für jede Produktfamilie teilen Einkäufer Links intern leichter, und Suchmaschinen finden mehr Seiten.
Halten Sie auch die Menübezeichnungen einfach. Statt interner Namen nutzen Sie Begriffe, die Einkäufer in der Zielsprache kennen. Interne Kürzel für Produktfamilien bedeuten Ihnen vielleicht etwas, Besuchern allerdings nichts.
Welche Kontaktwege sollten Sie anbieten?
Stellen Sie den Kanal nach vorn, der im Markt des Einkäufers üblich ist, aber antworten Sie auf jedem Weg, den Sie nennen. E-Mail mit Firmendomain, Telefonnummer mit Ländervorwahl und Anfrageformular bilden die Grundlage. Messenger sind eine Ergänzung, nicht der einzige Weg.
- Nennen Sie Geschäftszeiten mit Zeitzone, damit Einkäufer wissen, wann eine Antwort kommt.
- Nennen Sie je Sprache eine Person, denn Einkäufer wollen ihr Gegenüber sehen.
- Halten Sie den Messekalender aktuell, weil ein Gespräch vor Ort Vertrauen schafft.
- Leiten Sie das Formular an ein Postfach, das Sie regelmäßig prüfen.
Kurz gesagt schlagen wenige Kanäle mit schneller Antwort viele Kanäle mit verpassten Anfragen. Bleibt eine ausländische Anfrage eine Woche im Postfach liegen, rettet auch die beste Website den Auftrag nicht.
Wie beschreiben Sie Kapazität und Referenzen?
Schreiben Sie vor allem, was sich prüfen lässt, und streichen Sie Übertreibungen. Formeln wie "führend in der Branche" sagen ausländischen Einkäufern nichts. Teilen Sie stattdessen echte Angaben wie Werksgröße, Maschinenpark, Produktionsablauf und Qualitätskontrolle, und nutzen Sie nur Zahlen, die Sie aktuell halten.
Für Referenzen holen Sie die schriftliche Erlaubnis des Kunden ein. Bekommen Sie diese nicht, beschreiben Sie Branche und Land ohne Firmennamen. Erfinden Sie trotzdem niemals Logos oder Kundenstimmen. Eine falsche Referenz lässt die ganze Seite verdächtig wirken, sobald jemand sie prüft.
Ein kurzes Video vom Standort oder eine echte Fotogalerie überzeugt zudem oft besser als langer Werbetext. Komprimieren Sie die Dateien, denn schwere Medien bremsen die Seite in fernen Märkten.
Beispielszenario: Wo beginnt ein Hersteller von Maschinenteilen?
Als Beispielszenario nehmen wir einen mittelgroßen Hersteller von Maschinenteilen. Seine Seite gibt es in der Heimatsprache, die englische Version besteht nur aus maschineller Übersetzung. Die Exportdaten zeigen Anfragen aus Frankreich und Rumänien. Daher konzentriert er sich zunächst auf Englisch und Französisch.
Danach ordnet er die Produkte nach Familien und erstellt je Familie eine Seite mit technischer Tabelle. Das Formular übernimmt den Produktnamen, und französische Anfragen gehen an eine Person, die die Sprache spricht. Wegen des Ziels in der EU prüft er Anbieterangaben und Datenschutzerklärung mit seinem Anwalt.
Dieses Szenario beschreibt keinen echten Kunden; wir haben es nur gewählt, um die Reihenfolge der Entscheidungen zu zeigen. Wichtig ist hier die Abfolge und kein Ergebnisversprechen: zuerst der Nachweis der Nachfrage, dann die Sprache, danach die Produktdaten und schließlich Messung und Ausbau.
Wie messen Sie Anfragen aus dem Ausland?
Anfragen nach Land und Sprache führen Sie zur richtigen Entscheidung, Besucherzahlen nicht. Definieren Sie den Formularversand in Ihrem Analysewerkzeug als Conversion und ergänzen Sie Sprache und Land. Somit sehen Sie, welcher Markt wirklich Nachfrage erzeugt.
Links von Messen, aus Newslettern oder von LinkedIn trennen Sie mit unserem UTM Generator. Danach stellen Sie jedes Quartal diese drei Fragen:
- Welche Sprachversion bringt qualifizierte Anfragen?
- Welche Produktseite erhält Besuche, erzeugt aber keine Nachfrage?
- Wie viele Anfragen beantworten wir pünktlich in derselben Sprache?
Die letzte Frage zeigt oft eine Grenze im Team und nicht auf der Website. Verbessern Sie deshalb erst den internen Ablauf, bevor Sie in eine Sprache oder einen Markt investieren, den Ihre Antwortkapazität nicht trägt.
Welche Fehler machen Exporteure am häufigsten?
Die meisten dieser Fehler entstehen bei der Planung und nicht auf der Seite selbst. Daher spart diese Liste vor dem Designstart Zeit und Budget.
- Die ganze Seite maschinell übersetzen, ohne Fachbegriffe zu prüfen.
- Die Sprachauswahl nur mit Flaggen zeigen, denn Sprache und Land sind nicht dasselbe.
- Produktdaten in einem großen PDF einschließen.
- Eine private statt einer geschäftlichen E-Mail nutzen.
- Einen Produktionsbetrieb mit Stockfotos beschreiben.
- Abgelaufene Unterlagen auf der Seite lassen.
- Seiten übersetzen, das Formular aber in einer Sprache belassen.
- Seiten in einer Sprache öffnen, in der niemand antwortet.
Lassen Sie die Seite zudem nach dem Start nicht allein. Neue Produkte, neue Unterlagen und veränderte Marktinformationen brauchen regelmäßige Pflege; bestimmen Sie deshalb von Anfang an eine zuständige Person.
Checkliste für die Website für Exportunternehmen: Was prüfen Sie vor dem Start?
Gehen Sie diese Liste vor dem Start für jede Sprachversion einzeln durch. Das heißt, testen Sie, ob ein Formular, das auf Englisch funktioniert, in den anderen Sprachen ebenso läuft.
- Jede Sprache hat eine eigene dauerhafte Adresse, und die Sprachauswahl ist sichtbar.
- Die hreflang Verknüpfungen laufen in beide Richtungen, und jede Version nennt sich selbst.
- Der Hauptinhalt ist wirklich übersetzt, auch Titel und Metatexte.
- Produktseiten enthalten technische Tabellen, Verpackung und Unterlagen.
- Das Anfrageformular trägt den Produktnamen und bestätigt in jeder Sprache.
- Zertifikate sind aktuell, ihr Geltungsbereich steht dabei, und sie lassen sich prüfen.
- Sie haben die Geschwindigkeit im Zielland gemessen und verfolgen die Core Web Vitals.
- Sie haben Datenschutz, Cookies und Impressum für den Zielmarkt geprüft.
- Firmenangaben stimmen auf allen Seiten und in den strukturierten Daten überein.
- Sie messen den Formularversand als Conversion.
Danach machen Sie einen weiteren Test. Schicken Sie jemandem im Zielland nur die Adresse und fragen Sie, wie viele Minuten es dauert, Unternehmen, Produkt und Anfrageweg zu verstehen. So zeigen sich schnell Lücken, die Ihr Team nicht mehr sieht. Dann ordnen Sie die Lücken nach Priorität und legen den Starttermin fest.
Was sollten Sie einen Webdesign Anbieter beim Angebot fragen?
Vergleichen Sie Angebote nicht nur nach Seitenzahl, denn die Kosten einer Exportseite bestimmen vor allem die mehrsprachige Struktur und die Produktdaten. Die folgenden Fragen zeigen vorab, was ein Angebot umfasst. Bleiben die Antworten vage, verlangen Sie den Umfang schriftlich.
- Braucht eine neue Sprache eine Softwareänderung?
- Wer übersetzt, und wer prüft die Fachbegriffe?
- Entstehen hreflang Verknüpfungen und Sitemaps je Sprache automatisch?
- Kann unser Team die Produktdaten in jeder Sprache im Panel pflegen?
- Aus welchen Ländern messen Sie die Geschwindigkeit?
- Bleiben Website und Inhalte nach der Übergabe unser Eigentum?
Klären Sie außerdem, wer den Umzug übernimmt, falls Ihre bisherigen Seiten bereits in der Suche stehen. Geänderte Adressen ohne Weiterleitungen können über Jahre aufgebaute Sichtbarkeit löschen, deshalb gehört dieser Punkt in den schriftlichen Umfang.
Wann sollten Sie Unterstützung holen?
Mit einem Markt, wenigen Produkten und einem starken internen Team können Sie die ersten Schritte selbst gehen. Treffen dagegen mehrere Sprachen, ein großer Produktbaum und Ziele in der Auslandssuche in einem Projekt zusammen, hängt alles voneinander ab. Ändert sich die Sprachstruktur später, ändern sich auch die Adressen, und das gefährdet Ihre Sichtbarkeit in der Suche.
Als Team um Talha Aslan planen wir Sprachstruktur, Produktseiten und Anfrageweg in solchen Projekten gemeinsam. Rankings oder Anfragen garantieren wir nicht, denn das Ergebnis hängt auch von Produkt, Markt und Wettbewerb ab. Wenn Zielmärkte und Produktzahl feststehen, fordern Sie über unsere Leistungsseite professionelles Webdesign ein Angebot an. Dann sehen Sie den Umfang schriftlich und passend zu Ihrem Exportplan.



