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Was ist das Hreflang Tag und wie setzen Sie es ein? SEO für mehrsprachige Websites

Talha AslanTalha Aslan 19 Min. Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist das Hreflang Tag?

Das Hreflang Tag ist ein Link Element der Form rel="alternate" hreflang="Sprache-REGION", das einer Suchmaschine sagt: Von dieser Seite existiert eine Version in dieser Sprache oder für diese Region, und sie liegt unter dieser URL. Konkret verknüpfen Sie damit alle Sprachversionen einer Seite miteinander, damit Google Nutzern die passende Version anzeigt.

Ich betreibe talhaaslan.com seit Jahren dreisprachig: Türkisch im Stammverzeichnis, Englisch unter /en/ und Deutsch unter /de/. Deshalb kenne ich das Thema nicht nur aus der Dokumentation, sondern aus dem eigenen Quelltext. Außerdem betreue ich Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Shops mehrere Länder mit derselben Sprache bedienen.

Mein Leitsatz für dieses Thema lautet: Hreflang ist keine Übersetzungsarbeit, sondern Zuordnungsarbeit. Die Texte übersetzt Ihr Team, die Zuordnung der Versionen zueinander übernimmt das Hreflang Tag. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen daher Schritt für Schritt, wie Sie diese Zuordnung sauber aufbauen, welche Fehler am häufigsten passieren und wie Sie sie ohne teure Werkzeuge prüfen.

Wozu dient das Hreflang Tag und worin unterscheidet es sich vom Canonical?

Das Hreflang Tag löst ein konkretes Problem: Ohne Zuordnung zeigt Google einem Nutzer in Wien womöglich Ihre türkische Seite, weil sie mehr Backlinks hat. Mit Zuordnung versteht Google, dass für diesen Nutzer die deutsche Version gedacht ist. Kurz gesagt steuert Hreflang, welche Version im Suchergebnis erscheint, nicht ob überhaupt eine erscheint.

Das Canonical Tag beantwortet dagegen eine andere Frage. Es sagt Google, welche von mehreren inhaltlich gleichen URLs die Hauptversion ist. Sprachversionen sind allerdings keine Duplikate, denn ein deutscher Text ist etwas anderes als ein türkischer. Deshalb bekommt jede Sprachversion ihr eigenes Canonical, das auf sich selbst zeigt, und zusätzlich die Hreflang Verknüpfung zu den Schwesterseiten.

  • Canonical: Welche URL ist das Original unter identischen Kopien.
  • Hreflang: Welche URL passt zu welcher Sprache oder Region.
  • Beide zusammen: Jede Version zeigt per Canonical auf sich selbst und per Hreflang auf alle Geschwister.

In der Praxis vermischen viele Websites diese beiden Signale. Sie setzen zum Beispiel das Canonical der deutschen Seite auf die türkische Hauptseite und wundern sich, warum die deutsche Version aus dem Index verschwindet. Somit gilt: Canonical trennt Kopien, Hreflang verbindet Sprachen.

Welche Websites brauchen Hreflang und welche nicht?

Hreflang brauchen Sie, sobald dieselbe Seite in mehr als einer Sprache oder für mehr als ein Land existiert. Dazu zählen mehrsprachige Unternehmensseiten, internationale Shops und Portale, die denselben Inhalt für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit unterschiedlichen Preisen oder Ansprechpartnern ausspielen.

Keine Hreflang Zuordnung brauchen Sie hingegen bei einer einsprachigen Website, auch wenn Kunden aus mehreren Ländern kommen. Ebenso wenig brauchen Sie sie für Seiten, die nur in einer Sprache existieren, etwa eine türkische Datenschutzerklärung ohne deutsche Entsprechung. Dort lassen Sie das Tag einfach weg, denn ein Verweis auf eine Seite, die es nicht gibt, ist ein Fehler.

  • Nötig: gleicher Inhalt, mehrere Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch).
  • Nötig: gleiche Sprache, mehrere Länder (Deutschland, Österreich, Schweiz).
  • Unnötig: eine Sprache, ein Markt, keine Varianten.
  • Unnötig: Einzelseiten ohne Übersetzung.

Wenn ich in einer SEO Beratung eine mehrsprachige Website übernehme, prüfe ich zunächst genau diese Frage pro Seitentyp. Denn oft hat eine Website zwar drei Sprachen, aber nur der Produktbereich ist vollständig übersetzt. Daher bekommt der Produktbereich die volle Zuordnung, während Blog und Rechtstexte ohne Hreflang bleiben.

Wie schreiben Sie das Hreflang Tag richtig?

Die Syntax besteht aus drei Teilen: dem Attribut rel="alternate", dem Attribut hreflang mit dem Sprachcode und optional dem Regionscode sowie dem Attribut href mit der absoluten URL. Ein vollständiges Hreflang Tag für unsere deutsche Startseite sieht also so aus:

<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://talhaaslan.com/de/" />

Der Wert im Attribut hreflang folgt einem festen Muster. Zunächst kommt der Sprachcode in Kleinbuchstaben, danach optional ein Bindestrich und der Ländercode in Großbuchstaben. Gültige Beispiele sind tr, en-GB oder de-AT. Der Sprachcode ist Pflicht, der Ländercode ist freiwillig.

  1. Sprache allein: de gilt für alle deutschsprachigen Nutzer weltweit.
  2. Sprache plus Land: de-CH gilt für deutschsprachige Nutzer in der Schweiz.
  3. Falsch: Land allein wie AT, denn Google leitet die Sprache nicht aus dem Land ab.

Außerdem gibt es zwei Regeln, die viele übersehen. Erstens muss die URL im href absolut sein, also mit Protokoll und Domain. Zweitens muss die URL genau die Adresse sein, die Google indexieren soll, mit oder ohne abschließendem Schrägstrich, aber konsistent. Wer diese Details im Griff hat, spart sich später die Fehlersuche.

Wie wählen Sie Sprachcode und Ländercode?

Der Sprachcode folgt dem Standard ISO 639-1, der Ländercode dem Standard ISO 3166-1 Alpha 2. Google schreibt in seiner Dokumentation zu lokalisierten Versionen ausdrücklich, dass es die Sprache nicht automatisch aus einem Ländercode ableitet. Deshalb steht die Sprache immer an erster Stelle.

Die häufigste Stolperfalle ist der Code für Großbritannien. Viele schreiben en-UK, gültig ist allerdings nur en-GB, weil UK kein Ländercode nach ISO 3166 ist. Eine weitere Falle ist der Unterschied zwischen tr und tr-TR. Der erste Code spricht alle Türkischsprachigen an, der zweite nur Nutzer in der Türkei.

  • Nur Sprache verwenden, wenn der Inhalt für alle Länder dieser Sprache gilt.
  • Sprache plus Land verwenden, wenn Preise, Währung oder Rechtstexte je Land abweichen.
  • Skriptcodes wie zh-Hant nur einsetzen, wenn Sie tatsächlich zwei Schriftsysteme pflegen.

In der Praxis rate ich kleineren Websites zum reinen Sprachcode. Denn sobald Sie de-DE schreiben, fühlen sich Nutzer in Österreich und der Schweiz formal nicht angesprochen, und Sie müssen zusätzliche Varianten anlegen. Konkret nutzt talhaaslan.com daher tr, en und de ohne Länderzusatz, weil dieselben Inhalte für alle Länder gelten.

Was ist x-default und welcher Seite geben Sie es?

Der Wert x-default ist ein reservierter Hreflang Wert für Nutzer, deren Sprache oder Region zu keiner Ihrer Versionen passt. Google empfiehlt ihn vor allem für Sprachauswahlseiten und für Startseiten, die Nutzer automatisch weiterleiten. Kurz gesagt ist er die Auffangversion für alle, die sonst durchs Raster fallen.

Welche Seite bekommt den Wert? Entweder eine neutrale Sprachauswahl oder Ihre Hauptsprache. Auf talhaaslan.com zeigt x-default auf die türkische Version, weil sie die vollständigste ist. Ein Shop mit englischer Hauptsprache und Kunden aus zwanzig Ländern nimmt dagegen meistens die englische Version als Standard.

Ein zusätzliches Argument liefert Google selbst. Im Search Central Blog beschreibt Google, dass x-default nicht nur der Sprachauswahl hilft, sondern dem Googlebot auch dabei, URLs zu entdecken, die er sonst vielleicht nie sehen würde. Somit hat der Wert neben der Nutzerführung auch einen Crawling Nutzen.

  • Ein Wert pro Seitengruppe: Jede Gruppe von Sprachversionen hat genau einen Standard.
  • Der Standard ist selbst eine der Versionen oder eine Auswahlseite, keine externe Adresse.
  • Vergessen Sie ihn nicht: Fehlendes x-default ist laut Ahrefs der häufigste Hreflang Fehler überhaupt.

HTML, HTTP Header oder Sitemap: Welche Methode passt zu Ihrer Website?

Google erkennt drei gleichwertige Methoden für die Hreflang Zuordnung: das Link Element im HTML Head, den HTTP Header Link für Dateien ohne HTML wie PDFs und die xhtml:link Elemente in der XML Sitemap. Alle drei gleichzeitig zu nutzen bringt keinen Vorteil, deshalb wählen Sie eine und pflegen sie konsequent.

MethodeWoPasst fürPflegeaufwandNachteil
HTML Link ElementIm Head jeder SeiteKleine und mittlere Websites mit CMSNiedrig bei Vorlagen, hoch bei HandarbeitBläht den Head bei vielen Sprachen auf
HTTP HeaderIn der ServerantwortPDFs und andere Dateien ohne HTMLMittel, braucht ServerzugriffSchwer zu prüfen ohne Werkzeuge
XML SitemapIn der Sitemap DateiGroße Websites mit vielen SprachenNiedrig, zentral gepflegtEin Fehler in der Datei trifft alle Seiten

Meine Faustregel aus der Praxis: Bis etwa 500 URLs pro Sprache reicht das HTML Link Element, weil das CMS die Zeilen aus einer Vorlage erzeugt. Darüber hinaus wechsle ich auf die Sitemap, denn dort ändern Sie eine Datei statt tausend Seiten. Für PDFs bleibt sonst nur der HTTP Header.

Wie fügen Sie das Hreflang Tag im HTML Head ein?

Im Head jeder Seite stehen so viele Zeilen, wie es Versionen gibt, plus eine Zeile für den Standard. Auf talhaaslan.com sind das vier Zeilen pro Seite. Zum Beispiel trägt die deutsche Seite über Hreflang die folgenden Verweise:

  1. <link rel="alternate" hreflang="tr" href="https://talhaaslan.com/" />
  2. <link rel="alternate" hreflang="en" href="https://talhaaslan.com/en/" />
  3. <link rel="alternate" hreflang="de" href="https://talhaaslan.com/de/" />
  4. <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://talhaaslan.com/" />

Beachten Sie zwei Dinge. Erstens stehen exakt dieselben vier Zeilen auch im Head der türkischen und der englischen Seite, denn jede Version listet alle Geschwister und sich selbst. Zweitens zeigen die URLs auf die indexierbare Fassung mit Schrägstrich am Ende, weil das unsere kanonische Schreibweise ist.

Wer diese Zeilen nicht von Hand tippen möchte, nutzt unseren kostenlosen Hreflang Generator. Sie geben die URLs und Sprachcodes ein, das Werkzeug erzeugt den fertigen Block für alle Versionen. Dadurch vermeiden Sie Tippfehler im Ländercode, die später schwer zu finden sind.

Wie geben Sie Hreflang über die XML Sitemap an?

In der Sitemap bekommt jeder url Eintrag zusätzliche xhtml:link Kindelemente, eines pro Sprachversion plus Standard. Der Vorteil für große Websites ist enorm: Sie pflegen die gesamte Zuordnung an einer Stelle. Außerdem zählen diese Kindelemente laut Google nicht zum URL Limit der Sitemap, also kostet die Zuordnung keinen Platz.

Ein Eintrag für unsere deutsche Startseite enthält demnach die loc Angabe mit der deutschen URL und darunter vier xhtml:link Zeilen. Diese Zeilen tragen jeweils rel="alternate", den Wert hreflang und die href Adresse. Die türkische und die englische URL bekommen im selben Dokument denselben Block, nur mit ihrer eigenen loc Angabe.

Ein Beispiel zur Größenordnung, ausdrücklich als Beispielrechnung: Drei Sprachen mal 40 Seiten ergeben 120 URLs. Jede URL trägt vier Hreflang Zeilen, also insgesamt 480 Verknüpfungen. Wenn Sie eine einzige Seite löschen, brechen drei Zeilen auf drei Schwesterseiten plus die Selbstreferenz. In der Sitemap korrigieren Sie das mit einem Eingriff, im HTML mit vier.

Deshalb skaliert die Sitemap Methode besser. Wenn Sie eine solche Datei erzeugen möchten, hilft der XML Sitemap Generator als Grundlage, die Sie danach um die Sprachverweise ergänzen. Wichtig bleibt: Der Namensraum xhtml muss im Kopf der Sitemap deklariert sein, sonst ignoriert Google die Verweise.

Warum ist die Regel der gegenseitigen Verlinkung so kritisch?

Google formuliert die Regel unmissverständlich: Wenn zwei Seiten nicht beide aufeinander zeigen, ignoriert Google die Tags. Das heißt, ein Verweis von der deutschen auf die türkische Seite zählt nur, wenn die türkische Seite ebenfalls auf die deutsche zeigt. Die Zuordnung ist also ein Vertrag, den beide Seiten unterschreiben müssen.

Warum diese Strenge? Sonst könnte jede beliebige Website behaupten, sie sei die deutsche Version von Wikipedia. Die Rückbestätigung schützt daher vor Missbrauch. Für Sie als Betreiber bedeutet das allerdings, dass ein einziges vergessenes Tag die gesamte Verbindung zwischen zwei Sprachen löscht, ohne Fehlermeldung.

Bei kleinen Websites ist genau das der häufigste Fehler, den ich sehe. Jemand legt eine neue deutsche Seite an, trägt dort brav alle Verweise ein und vergisst, die türkische und englische Seite zu aktualisieren. Folglich bleibt die deutsche Seite ein Einzelgänger, und Google zeigt Nutzern in Berlin weiterhin die türkische Version.

  • Neue Sprachversion anlegen heißt immer: alle bestehenden Geschwister ebenfalls anpassen.
  • Seite löschen heißt immer: den Verweis auf allen Geschwistern entfernen.
  • URL ändern heißt immer: den alten Verweis überall durch den neuen ersetzen.

Warum braucht jede Seite die Selbstreferenz?

Die Selbstreferenz bedeutet, dass die deutsche Seite in ihrem eigenen Head auch die Zeile mit hreflang="de" und ihrer eigenen URL trägt. Google verlangt das ausdrücklich: Jede Sprachversion muss sich selbst und alle anderen Sprachversionen auflisten. Ohne diese Zeile ist der Satz an Verweisen unvollständig.

Viele empfinden das zunächst als überflüssig. Warum soll eine Seite auf sich selbst zeigen? Der Grund liegt in der Verarbeitung: Google baut aus allen Verweisen eine Gruppe und prüft, ob jede URL darin vollständig und widerspruchsfrei auftaucht. Fehlt die Selbstreferenz, passt die Gruppe auf der deutschen Seite nicht zur Gruppe auf der türkischen Seite.

Laut der Ahrefs Studie fehlt die Selbstreferenz bei 18 Prozent der untersuchten Websites mit Hreflang. Das ist deshalb bemerkenswert, weil dieser Fehler am leichtesten zu vermeiden ist. Sobald Ihre Vorlage denselben Block auf allen Versionen ausgibt, ist die Selbstreferenz automatisch dabei. Probleme entstehen vor allem dann, wenn jemand den Block pro Seite von Hand kürzt.

Mein Tipp: Denken Sie nicht in Verweisen von A nach B, sondern in einem festen Block pro Seitengruppe. Dieser Block ist auf allen Versionen identisch. Dann ist die Selbstreferenz kein Sonderfall mehr, sondern schlicht eine der Zeilen.

Wie arbeiten Hreflang und Canonical zusammen?

Die Regel ist einfach: Jede Sprachversion trägt ein Canonical, das auf ihre eigene URL zeigt, und ein Hreflang, das auf alle Versionen zeigt. Beide Signale müssen dieselbe Schreibweise der URL verwenden. Zeigt das Canonical der deutschen Seite auf die Fassung mit Schrägstrich, muss das Hreflang ebenfalls diese Fassung nennen.

Der klassische Fehler ist ein Hreflang Verweis auf eine URL, die nicht kanonisch ist. Zum Beispiel zeigt das Hreflang auf die Adresse mit Parameter, das Canonical dieser Seite jedoch auf die Adresse ohne Parameter. Google folgt dann dem Canonical und findet dort keine passende Rückreferenz. Laut Ahrefs betrifft dieser Widerspruch 8 Prozent der Websites mit Hreflang.

  • Canonical der deutschen Seite: die deutsche URL selbst.
  • Canonical der türkischen Seite: die türkische URL selbst.
  • Hreflang auf allen Seiten: exakt diese kanonischen URLs, keine Weiterleitungen, keine Parameter.

Ein Sonderfall sind Seiten mit Filter oder Sortierparametern. Diese Varianten bekommen ein Canonical auf die Grundseite und kein eigenes Hreflang, denn sie sind Kopien und keine Sprachversionen. Wenn Sie Meta Angaben und Canonical sauber erzeugen möchten, unterstützt Sie der Meta Tag Generator beim Aufbau des Head Bereichs.

ccTLD, Subdomain oder Unterverzeichnis: Welche URL Struktur passt?

Bevor Sie Hreflang einsetzen, entscheiden Sie, wo die Sprachversionen leben. Google vergleicht in seiner Anleitung für mehrere Regionen drei Strukturen: länderspezifische Domains, Subdomains unter einer generischen Domain und Unterverzeichnisse unter einer generischen Domain. Jede hat ihren Preis.

StrukturBeispielGeosignalKostenAutorität
Länderdomainbeispiel.de, beispiel.atSehr klar, ein Land pro DomainHoch, mehrere DomainsJede Domain startet bei null
Subdomainde.beispiel.comSchwächer, Nutzer erkennen das Ziel nicht immerNiedrigTeilweise geteilt
Unterverzeichnisbeispiel.com/de/Über Hreflang steuerbarNiedrig, wenig WartungVollständig geteilt

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen empfehle ich das Unterverzeichnis, so wie es talhaaslan.com nutzt. Denn alle Backlinks stärken eine einzige Domain, und die Sprachzuordnung übernimmt das Hreflang Tag. Wenn Ihre Website ohnehin neu entsteht, planen Sie die Struktur am besten schon beim Webdesign ein, statt sie später umzubauen.

Warum schadet die automatische Weiterleitung nach IP?

Viele Websites leiten Besucher anhand ihrer IP Adresse automatisch auf die vermeintlich passende Sprachversion. Google rät davon ausdrücklich ab: Vermeiden Sie es, Nutzer automatisch von einer Sprachversion auf eine andere weiterzuleiten. Der Grund ist einfach, denn der Googlebot crawlt überwiegend aus den USA und landet dann immer auf der englischen Version.

Die Folge: Google sieht Ihre deutsche und türkische Seite womöglich nie, weil jede Anfrage auf die englische Seite umgeleitet wird. Ihre Hreflang Zuordnung zeigt dann auf Seiten, die der Crawler nicht erreicht. Außerdem ärgern Sie echte Menschen, zum Beispiel einen deutschen Kunden im Urlaub in der Türkei, der plötzlich türkische Preise sieht.

Die bessere Alternative ist ein Hinweisband. Sie erkennen die Browsersprache oder das Land, zeigen oben auf der Seite einen Hinweis wie Diese Seite gibt es auch auf Deutsch, und überlassen die Entscheidung dem Nutzer. Dadurch bleibt jede Version für Crawler und Menschen erreichbar.

  • Keine erzwungene Weiterleitung nach IP oder Browsersprache.
  • Stattdessen ein schließbares Hinweisband mit Link zur passenden Version.
  • Die Auswahl des Nutzers in einem Cookie merken, aber nie automatisch umleiten.

Wie finden und testen Sie Hreflang Fehler?

Früher zeigte die Google Search Console einen Bericht zur internationalen Ausrichtung mit Hreflang Fehlern. Diesen Bericht hat Google 2022 entfernt, wie die offizielle Hilfeseite bestätigt, und zugleich betont, dass Hreflang Tags weiterhin unterstützt werden. Das heißt, Sie prüfen Fehler heute mit eigenen Werkzeugen statt im Google Konto.

Mein Prüfablauf besteht aus fünf Schritten, die ich bei jeder Website in derselben Reihenfolge durchgehe:

  1. Syntax prüfen: Stimmen Sprachcode und Ländercode, ist der Wert kleingeschrieben und korrekt getrennt?
  2. URL prüfen: Ist jede Adresse absolut und exakt in der kanonischen Schreibweise?
  3. Statuscode prüfen: Liefert jede Adresse den Code 200, ohne Weiterleitung und ohne Fehlerseite?
  4. Rückverweis prüfen: Zeigt jede genannte Seite auf diese Seite zurück?
  5. Canonical prüfen: Stimmt die Hreflang URL mit dem Canonical der Zielseite überein?

Für Schritt drei nutze ich unseren Redirect Checker, der zeigt, ob eine Hreflang URL wirklich 200 zurückgibt oder still auf eine andere Adresse weiterleitet. Für Schritt eins hilft der Hreflang Generator als Vergleich, denn Sie sehen sofort, wie der korrekte Block aussehen müsste. Die restlichen Schritte erledigt ein Crawler wie Screaming Frog oder ein Blick in den Quelltext.

Welche Hreflang Fehler passieren am häufigsten?

Ahrefs hat in einer Studie mit 374.756 Domains untersucht, wie sauber Websites Hreflang einsetzen. Das Ergebnis ist ernüchternd: 67 Prozent aller Websites mit Hreflang haben mindestens ein Problem. Deshalb lohnt es sich, die sechs häufigsten Fehler zu kennen und jeweils die Lösung parat zu haben.

  • Fehlendes x-default bei 56,3 Prozent: Ergänzen Sie eine Standardzeile pro Seitengruppe, die auf Ihre Hauptsprache zeigt.
  • Fehlende Selbstreferenz bei 18 Prozent: Geben Sie auf jeder Version denselben vollständigen Block aus, inklusive der eigenen URL.
  • Verweis auf weitergeleitete oder defekte URLs bei 16,9 Prozent: Prüfen Sie nach jeder URL Änderung alle Verweise mit einem Statuscode Test.
  • Fehlender Rückverweis bei 15,3 Prozent: Aktualisieren Sie beim Anlegen einer Version immer alle Geschwister.
  • Verweis auf nicht kanonische URLs bei 8 Prozent: Nutzen Sie in Hreflang und Canonical exakt dieselbe Schreibweise.
  • Falscher Sprach oder Ländercode bei 4,6 Prozent: Prüfen Sie jeden Code gegen die ISO Listen, besonders en-GB statt en-UK.

Auffällig ist, dass keiner dieser Fehler technisch anspruchsvoll ist. Allerdings entstehen sie fast immer durch Handarbeit und fehlende Routine bei Änderungen. Somit ist die beste Vorbeugung keine Software, sondern ein fester Ablauf: Jede neue Seite, jede gelöschte Seite und jede URL Änderung löst dieselbe Prüfliste aus.

Wie funktioniert das Hreflang Tag bei Bing und anderen Suchmaschinen?

Bei Bing ist das Hreflang Tag ein deutlich schwächeres Signal als bei Google. Fabrice Canal aus dem Bing Team hat im September 2020 öffentlich erklärt, dass Hreflang bei Bing ein weit schwächeres Signal ist als die Angabe der Inhaltssprache. Deshalb ergänze ich für Bing eine zusätzliche Zeile im Head.

Diese Zeile ist das Meta Element <meta http-equiv="content-language" content="de" />. Es benennt schlicht die Sprache der aktuellen Seite. Für Bing ist diese Angabe zusammen mit dem HTML lang Attribut und der sichtbaren Sprache des Textes das wichtigste Zeichen. Google ignoriert die Zeile weitgehend, sie schadet aber nicht.

Ein wichtiger Punkt gilt für alle Suchmaschinen gleichermaßen: Google erkennt die Sprache einer Seite weder aus Hreflang noch aus dem lang Attribut, sondern algorithmisch aus dem sichtbaren Inhalt. Das heißt, eine Seite mit deutschem Hreflang und englischem Text bleibt für Google eine englische Seite. Hreflang ordnet zu, es übersetzt nichts.

  • Google: Hreflang ist das zentrale Signal für die Zuordnung, Sprache kommt aus dem Inhalt.
  • Bing: Inhaltssprache im Meta Element und lang Attribut wiegen schwerer als Hreflang.
  • Yandex: Unterstützt Hreflang ähnlich wie Google, ebenfalls mit Rückverweispflicht.

Wie kombinieren Sie dieselbe Sprache für verschiedene Länder?

Sobald Sie Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz getrennt ausspielen, wird der Ländercode zur Pflicht. Sie legen dann drei Versionen mit de-DE, de-AT und de-CH an und zusätzlich eine allgemeine Version mit de oder einen Standard für alle übrigen deutschsprachigen Nutzer.

Dasselbe Prinzip gilt für Türkisch in mehreren Ländern. Ein rein technisches Beispiel: Eine Website spricht Türkischsprachige in der Türkei mit tr-TR an und Türkischsprachige in Deutschland mit tr-DE. Beide Seiten sind auf Türkisch, unterscheiden sich aber in Währung, Lieferbedingungen und Ansprechpartnern. Hreflang sorgt dafür, dass jede Gruppe ihre Fassung sieht.

  1. Legen Sie zunächst die allgemeine Sprachversion an, zum Beispiel de.
  2. Ergänzen Sie danach nur die Länder, für die sich Inhalt oder Angebot wirklich unterscheiden.
  3. Verknüpfen Sie schließlich alle Varianten gegenseitig, auch die drei deutschen untereinander.

In E-Commerce Projekten ist genau diese Unterscheidung entscheidend, denn Preise in Euro und Franken oder abweichende Versandkosten sind ein Grund für getrennte Seiten. Wenn Sie einen Shop für mehrere Länder planen, klären wir diese Struktur in der E-Commerce Beratung, bevor die erste Produktseite entsteht. Nachträgliche Umbauten kosten sonst ein Vielfaches.

Brauchen teilweise übersetzte Seiten ein Hreflang Tag?

Ein Hreflang Tag setzen Sie nur zwischen Seiten, die inhaltlich einander entsprechen. Eine deutsche Seite mit drei übersetzten Absätzen und zehn türkischen Absätzen ist keine echte Sprachversion. Deshalb lautet meine Antwort: Erst vollständig übersetzen, dann verknüpfen. Bis dahin lassen Sie die deutsche Seite ohne Verweis auf die türkische Fassung.

Warum so streng? Google bestimmt die Sprache einer Seite aus dem sichtbaren Text. Eine Seite mit überwiegend türkischem Inhalt gilt daher als türkisch, auch wenn das Hreflang Tag Deutsch behauptet. Der Widerspruch schadet beiden Versionen, denn Google vertraut dann Ihren übrigen Angaben weniger.

Ein typischer Fall sind Blogartikel und Rechtstexte. Auf talhaaslan.com existieren manche Rechtstexte nur auf Türkisch, weil sie sich auf türkisches Recht beziehen. Diese Seiten tragen bewusst kein Hreflang Tag, denn es gibt schlicht keine Entsprechung. Ein Verweis auf eine ähnliche, aber nicht gleichwertige Seite wäre falsch.

  • Vollständig übersetzt und gleichwertig: Hreflang setzen.
  • Teilweise übersetzt oder Platzhalter: kein Hreflang, bis die Übersetzung fertig ist.
  • Nur in einer Sprache vorhanden: kein Hreflang, kein x-default.

Checkliste: Wie richten Sie Hreflang Schritt für Schritt ein?

Zusammengefasst folgt eine saubere Einrichtung immer demselben Ablauf. Ich nutze diese zehn Punkte bei jedem Projekt, egal ob es um drei Seiten oder dreitausend geht. Arbeiten Sie die Liste der Reihe nach ab, dann entstehen die klassischen Fehler gar nicht erst.

  1. Legen Sie fest, welche Seiten wirklich in mehreren Sprachen oder Ländern existieren.
  2. Entscheiden Sie sich für eine URL Struktur, vorzugsweise Unterverzeichnisse.
  3. Wählen Sie pro Version den Sprachcode und nur bei Bedarf den Ländercode.
  4. Bestimmen Sie die Standardversion für x-default.
  5. Wählen Sie eine Methode: HTML Head, HTTP Header oder XML Sitemap.
  6. Erzeugen Sie pro Seitengruppe einen vollständigen Block inklusive Selbstreferenz.
  7. Geben Sie denselben Block auf allen Versionen der Gruppe aus.
  8. Setzen Sie auf jeder Version ein Canonical auf sich selbst mit identischer URL Schreibweise.
  9. Prüfen Sie jede Hreflang URL auf Statuscode 200 und Rückverweis.
  10. Legen Sie einen festen Ablauf für neue, geänderte und gelöschte Seiten fest.

Punkt zehn ist der wichtigste, denn eine Zuordnung veraltet mit jeder Änderung an der Website. Daher gehört Hreflang in denselben Prozess wie Weiterleitungen und Sitemap Aktualisierung. Wer das einmal eingerichtet hat, denkt später kaum noch darüber nach.

Verbessert das Hreflang Tag Ihr Ranking direkt?

Nein, das Hreflang Tag ist kein Rankingfaktor. Es entscheidet nicht, ob Ihre Seite auf Position drei oder dreißig steht, sondern welche Ihrer Versionen dort steht. Diese ehrliche Antwort enttäuscht manche Kunden zunächst, denn sie erwarten von jeder technischen Maßnahme einen direkten Sprung nach oben.

Der wirtschaftliche Nutzen entsteht trotzdem, nur indirekt. Wenn ein Nutzer in Zürich Ihre türkische Seite im Suchergebnis sieht, klickt er seltener, und wenn er klickt, springt er schneller ab. Beides senkt Ihre Conversion Rate. Mit korrekter Zuordnung sieht er die deutsche Version, versteht das Angebot und bleibt. Somit wirkt das Hreflang Tag auf Klickrate und Umsatz, nicht auf die Position.

Außerdem verhindert Hreflang, dass Ihre Sprachversionen sich gegenseitig verdrängen. Ohne Zuordnung konkurrieren die englische und die deutsche Seite manchmal um dieselben Suchanfragen. Mit Zuordnung weiß Google, welche Version für welchen Markt gedacht ist, und die Signale bündeln sich statt zu streuen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre mehrsprachige Website sauber zugeordnet ist, schauen wir gemeinsam in den Quelltext. Schreiben Sie mir über die Kontaktseite, dann prüfe ich Ihre Hreflang Struktur und sage Ihnen ehrlich, ob Handlungsbedarf besteht oder alles in Ordnung ist.

Häufig gestellte Fragen

Wo fügen Sie das Hreflang Tag ein?
Das Hreflang Tag gehört in den Head Bereich jeder Sprachversion als Link Element mit rel alternate. Alternativ tragen Sie die Zuordnung in die XML Sitemap als xhtml:link Elemente ein oder senden sie für PDFs im HTTP Header. Wählen Sie eine Methode und nutzen Sie sie konsequent, denn eine Kombination bringt laut Google keinen zusätzlichen Vorteil.
Was bedeutet x&#45;default bei Hreflang?
Der Wert x&#45;default kennzeichnet die Standardversion für Nutzer, deren Sprache oder Region zu keiner Ihrer Versionen passt. Google empfiehlt ihn für Sprachauswahlseiten und für Startseiten, die Besucher weiterleiten. In der Praxis zeigt er meistens auf Ihre Hauptsprache. Außerdem hilft er dem Googlebot dabei, URLs zu entdecken, die er sonst vielleicht übersehen würde.
Hreflang oder Canonical: Verwenden Sie beide zusammen?
Ja, beide arbeiten zusammen und beantworten unterschiedliche Fragen. Das Canonical zeigt auf jeder Sprachversion auf die eigene URL und trennt echte Kopien voneinander. Das Hreflang Tag verbindet dagegen die Sprachversionen miteinander. Wichtig ist, dass beide exakt dieselbe URL Schreibweise verwenden, sonst folgt Google dem Canonical und findet keinen passenden Rückverweis.
Rankt eine mehrsprachige Website auch ohne Hreflang Tag?
Ja, eine mehrsprachige Website rankt auch ohne Hreflang, weil das Tag kein Rankingfaktor ist. Allerdings zeigt Google dann womöglich die falsche Sprachversion an, zum Beispiel die türkische Seite einem Nutzer in Wien. Das senkt Klickrate und Conversion. Zudem können Ihre Sprachversionen ohne Zuordnung um dieselben Suchanfragen konkurrieren, statt sich zu ergänzen.
Wie fügen Sie Hreflang in WordPress ein?
In WordPress übernehmen mehrsprachige Plugins wie WPML oder Polylang die Ausgabe der Hreflang Zeilen automatisch, sobald Sie die Übersetzungen einander zuordnen. Manche SEO Plugins ergänzen die Zeilen ebenfalls. Prüfen Sie danach im Quelltext, ob jede Version alle Geschwister, sich selbst und einen Standardwert nennt. Fehlt etwas, passen Sie die Plugin Einstellungen oder die Themevorlage an.
Wie prüfen Sie Hreflang Fehler?
Prüfen Sie Hreflang in fünf Schritten: Syntax der Codes, absolute und kanonische URLs, Statuscode 200 jeder Adresse, Rückverweis auf jeder genannten Seite und Übereinstimmung mit dem Canonical. Der Bericht zur internationalen Ausrichtung in der Google Search Console existiert seit 2022 nicht mehr. Deshalb nutzen Sie einen Crawler oder Werkzeuge wie unseren Redirect Checker und Hreflang Generator.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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