Digitales Marketing

Kennzahlen nach dem Launch: Was Sie bei einer neuen Website 90 Tage lang messen sollten

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 2 Aufrufe

Kennzahlen nach dem Launch zeigen Ihnen, ob eine neue Website bei Google auftaucht, schnell lädt, Besucher hält und Anfragen bringt. In diesem Beitrag beschreibe ich, wie ich die ersten 90 Tage begleite: Indexierung, Core Web Vitals, Conversions, Engagement und Fehler. Einen Toolvergleich finden Sie hier allerdings nicht. Stattdessen zeige ich, worauf ich wann schaue und was ich dann tue.

Welche Kennzahlen nach dem Launch zählen, und warum sofort messen?

Kennzahlen nach dem Launch sind Messwerte, die Sichtbarkeit, technische Gesundheit, Nutzerverhalten und Geschäftsergebnis einer neuen Website in Zahlen fassen. Sie sollten ab dem ersten Tag messen, denn Indexierungslücken, defekte Formulare und langsame Seiten kosten sonst über Monate unbemerkt Besucher und Anfragen.

Ich bringe seit 2012 Websites online. Dabei sehe ich zudem immer dasselbe Muster. Die meisten Probleme entstehen nicht am Launch Tag, sondern in den ersten drei Wochen. Eine Weiterleitung fehlt, ein Formular verschickt keine E-Mail, oder das mobile Menü klemmt auf einem bestimmten Smartphone. Schaut niemand hin, wächst der Schaden also leise.

Deshalb ist der Launch für mich keine Ziellinie. Der Launch ist der Tag, an dem die Messung beginnt. Wenn Sie in den ersten 90 Tagen die richtigen Zahlen regelmäßig prüfen, schließen Sie technische Lücken früh. Zudem erfahren Sie mit Daten, ob die neue Website ihren Zweck erfüllt.

Warum teile ich die ersten 90 Tage in drei Phasen?

Nicht jede Kennzahl wird gleich schnell aussagekräftig. Fehlerdaten sprechen zum Beispiel nach wenigen Stunden. Die Sichtbarkeit in der Suche braucht dagegen Wochen. Daher teile ich die ersten 90 Tage in drei Phasen, und jede Phase beantwortet eine andere Frage.

PhaseLeitfrageWichtigste KennzahlenPrüfrhythmus
Tag 0 bis 14Funktioniert die Website?Serverfehler, Fehler 404, Formular und Checkout, TrackingTäglich
Tag 15 bis 45Versteht Google die Website?Indexierte Seiten, Impressionen, Crawling Fehler, Core Web VitalsZweimal pro Woche
Tag 46 bis 90Bringt die Website Geschäft?Conversion Rate, Engagement Rate, Anfragen je KanalWöchentlich

Diese Phasen sind ein Startrahmen aus meiner Praxis, keine Garantie. Bei einem großen Onlineshop dauert die zweite Phase länger. Bei einer Firmenwebsite mit fünf Seiten wird sie dann kürzer. Die Reihenfolge bleibt allerdings gleich: zuerst Funktion, dann Sichtbarkeit, zuletzt Geschäftsergebnis.

Am Ende jeder Phase halte ich eine kurze Rückschau. Ich stelle nur drei Fragen: Was hat sich verbessert? Was ist kaputt? Worauf konzentrieren wir uns als Nächstes? So wird aus dem Monitoring eine konkrete Aufgabenliste statt eines Stapels Berichte.

Welche Messungen sollten Sie am Launch Tag prüfen?

Stimmt das Tracking nicht, sind die Daten der nächsten 90 Tage wertlos. Deshalb schaue ich am Launch Tag nicht in Berichte, sondern auf die Messung selbst. Mein Ziel ist also einfach: Jede wichtige Aktion landet genau einmal und unter dem richtigen Namen in den Daten.

Meine Checkliste für den Launch Tag:

  1. Die Property in der Search Console bestätigen und die XML Sitemap einreichen.
  2. Im Echtzeitbericht von GA4 prüfen, ob der Datenstream auf die Live Domain zeigt.
  3. Ereignisse wie Formularversand, Anruf per Klick und Klick auf WhatsApp testen.
  4. Wichtige Ereignisse in GA4 als Schlüsselereignisse markieren.
  5. Kontrollieren, ob das noindex Tag und die Sperre in der robots.txt aus der Testumgebung verschwunden sind.
  6. Die 301 Weiterleitungen von alten auf neue Adressen testen.

Fehlt Ihnen noch eine Sitemap, erstellen Sie sie mit dem XML Sitemap Generator. Außerdem sollten Sie Kampagnenlinks vom ersten Tag an mit dem UTM Generator kennzeichnen. Sonst landet der Traffic des ersten Monats im Topf "Direkt", und Sie erfahren nie seine Quelle.

Wie überwachen Sie die Indexierung nach dem Launch?

Indexierung bedeutet, dass Ihre Seiten in der Datenbank von Google angekommen sind. Denn eine Seite außerhalb des Index erscheint nicht in der Suche, egal wie gut sie ist. Deshalb öffne ich ab der zweiten Woche am häufigsten den Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console.

Die Google Dokumentation zum erneuten Crawlen sagt klar, dass das Crawling einige Tage bis einige Wochen dauern kann. Ein paar indexierte Seiten in Woche eins sind also kein Grund zur Panik. Fehlen Ihre zentralen Leistungsseiten allerdings in Woche vier noch immer, stimmt etwas nicht.

Ich halte drei Zahlen nebeneinander fest:

  • Die Anzahl der Seiten in der Sitemap.
  • Die Anzahl der indexierten Seiten.
  • Die nicht indexierten Seiten mit dem jeweiligen Grund.

Mit der Zeit sollten sich die ersten beiden Zahlen annähern. Wächst der Abstand, gehen Sie den Gründen nach. Die Grundlagen des Tools erkläre ich in meiner Search Console Anleitung für Einsteiger. Hier geht es dagegen nur um die Auswertung nach dem Launch.

Wie lesen Sie die Gründe für "Nicht indexiert"?

Die Hilfeseite zum Bericht Seitenindexierung ordnet ausgeschlossene Adressen nach Gründen. Allerdings ist nicht jeder Grund ein Problem. Zum Beispiel sollen alte, weiterleitende Adressen gar nicht im Index stehen. Entscheidend ist, wo Ihre wichtigen Seiten landen.

Diese Gründe begegnen mir nach dem Launch am häufigsten:

  • "Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert": Google kennt die Seite, hält sie aber noch nicht für wertvoll. Stärken Sie Inhalt und interne Links.
  • "Gefunden, zurzeit nicht indexiert": Google kennt die Adresse, hat sie aber nicht gecrawlt. Bei neuen Websites normal; Geduld und interne Links helfen.
  • "Durch noindex Tag ausgeschlossen": oft ein Rest aus der Testumgebung. Prüfen Sie das sofort.
  • "Seite mit Weiterleitung": bei alten Adressen erwartbar.
  • "Nicht gefunden (404)": ein Hinweis auf defekte interne Links oder fehlende Weiterleitungen.

Haben Sie eine alte Website ersetzt, lesen Sie diese Liste zusammen mit meiner Checkliste zur Website Migration. Verlorene Adressen tauchen nämlich meist genau in diesem Bericht auf.

Was sagen Impressionen, Klicks und Position in den ersten Wochen?

Viele Kunden schauen in Woche zwei auf die Klicks und sind enttäuscht. Bei einer neuen Website ist das erste echte Signal allerdings die Impression, nicht der Klick. Das heißt, Impressionen zeigen, für welche Suchanfragen Google Sie bereits testet.

In dieser Phase prüfe ich drei Dinge. Zunächst, ob die Suchanfragen zu Ihren Zielthemen passen. Danach, welche Seite für welche Anfrage erscheint. Schließlich, in welche Richtung sich die durchschnittliche Position Woche für Woche bewegt. Ein einzelner Tag sagt nichts, ein Trend über vier Wochen dagegen viel.

Lesen Sie die durchschnittliche Position nie allein. Sammeln Sie Impressionen auf Position 60 für viele lose Anfragen, sinkt der Durchschnitt. Das ist trotzdem keine schlechte Nachricht. Deshalb filtere ich meine wichtigen Suchbegriffe und verfolge sie getrennt.

Einen realistischen Zeitplan beschreibe ich im Beitrag Wie lange dauert SEO. Dort erkläre ich, warum die ersten Monate Geduld brauchen.

Welche Crawling Signale zählen bei einer ganz neuen Website?

Der Bericht Crawling Statistiken liegt in der Search Console unter Einstellungen. Er zeigt, wie viele Anfragen der Googlebot sendet und wie Ihr Server antwortet. Trotzdem öffnet ihn kaum jemand. Dabei sehen Sie hier am frühesten, wie viel Aufmerksamkeit Google Ihrer Website schenkt.

Ich achte auf drei Punkte. Erstens die durchschnittliche Antwortzeit; steigt sie, bremst Ihr Server den Googlebot. Zweitens die Verteilung der Statuscodes; der Anteil an 404 und 5xx sollte klein bleiben. Drittens die Dateitypen; gehen die meisten Anfragen an Bilder und Skripte, warten Ihre HTML Seiten womöglich in der Schlange.

Bei neuen Websites schwankt das Crawling Volumen stark. Einen einzelnen schwachen Tag werte ich deshalb nicht als Problem. Steigt die Antwortzeit jedoch über Wochen, prüfe ich das Hosting, denn ein langsamer Server schadet Besuchern und Googlebot zugleich.

Wie prüfen Sie Sitemap und interne Verlinkung?

Mit der Sitemap sagen Sie Google, welche Adressen wichtig sind. Der Bericht Sitemaps zeigt, ob Google die Datei lesen konnte und wie viele Adressen darin stehen. In der ersten Woche nach dem Launch möchte ich dort den Status "Erfolgreich" sehen.

Ein häufiges Problem: Die Sitemap enthält noch weiterleitende oder mit noindex versehene Adressen. Damit senden Sie folglich widersprüchliche Signale. Deshalb prüfe ich, dass jede Adresse in der Sitemap den Status 200 liefert und indexierbar ist.

Für die interne Verlinkung öffne ich den Bericht Links in der Search Console. Ihre zentralen Leistungsseiten sollten zu den am stärksten intern verlinkten Seiten gehören. Ist das nicht so, passen Sie Menü und Links im Text an. Die Methode erkläre ich im Beitrag zur internen Verlinkung.

Wie überwachen Sie Core Web Vitals nach dem Launch?

Core Web Vitals sind die drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet. Laut der Web Vitals Dokumentation auf web.dev gelten diese Werte als gut: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1. Zudem betrachtet Google das 75. Perzentil der Seitenaufrufe.

MesswertWas er misstGuter WertTypische Ursache nach dem Launch
LCPLadezeit des größten Inhaltselementsbis 2,5 sUnkomprimiertes Titelbild
INPReaktionszeit auf Interaktionenbis 200 msNachträglich eingebaute Skripte von Drittanbietern
CLSVisuelle Verschiebung des Layoutsbis 0,1Bilder ohne Maße, spät geladenes Cookie Banner

Ich beobachte diese Werte nach dem Launch besonders genau, denn sie verändern sich im Livebetrieb. Nach dem Launch ergänzt das Marketing zum Beispiel ein Chat Widget, ein Pixel und ein Cookie Banner. Folglich kippt ein INP, der in der Testumgebung grün war, innerhalb weniger Wochen ins Gelbe. Den Zusammenhang mit dem Ranking beschreibe ich im Beitrag Wie beeinflusst die Ladezeit SEO.

Warum weichen Labordaten und Felddaten voneinander ab?

Labordaten stammen von einem Testgerät in einem festen Netz. Felddaten kommen dagegen von echten Nutzern auf echten Smartphones. Deshalb kann Lighthouse Ihnen 95 Punkte geben, während der Bericht Core Web Vitals in der Search Console "Optimierung erforderlich" meldet.

Bei neuen Websites fehlen Felddaten in den ersten Wochen oft ganz. Der Chrome UX Report braucht genug Besuche, bevor er Werte zeigt, und er sammelt Daten über ein gleitendes Fenster von 28 Tagen. Im ersten Monat arbeiten Sie also mit Labortests. Ab dem zweiten Monat entscheiden dann die Felddaten.

Wie Sie Labortests richtig lesen, zeige ich im Beitrag zum Google Lighthouse Test. Konkret ist meine Routine schlicht. Nach jeder größeren Änderung teste ich mobil die Startseite, eine Leistungsseite und einen Blogbeitrag. Die Ergebnisse trage ich mit Datum in eine Tabelle ein.

Verschlechtert sich ein Wert, wissen Sie somit genau, nach welcher Änderung das passiert ist. Ohne diese Tabelle wird dagegen jede Verlangsamung zum Ratespiel.

Worauf achten Sie im ersten Monat bei den Conversions?

Conversions sind der Grund, warum die Website existiert: Formular, Anruf, Angebotsanfrage, Kauf. Im ersten Monat interessiert mich weniger die Conversion Rate als die Frage, ob Conversions überhaupt erfasst sind. Eine niedrige Rate ist ein Marketingproblem. Eine fehlende Erfassung ist dagegen ein Messproblem.

Meine Prüfung ist dabei einfach. Ich vergleiche die Formularversände in GA4 mit den Formularen, die tatsächlich im Postfach ankommen. Stimmen die Zahlen nicht, feuert das Tag entweder doppelt, oder manche Formulare kommen nie an. Zudem gleiche ich beide Zahlen mit dem CRM ab.

Haben Sie noch nicht festgelegt, was als Conversion zählt, lesen Sie zuerst meinen Beitrag zu Conversion Zielen. Denn ohne klares Ziel bleibt die Kennzahl bedeutungslos.

Anfangs sind die Zahlen klein, daher schwanken die Raten stark. Ein Rechenbeispiel: 6 Formulare aus 400 Besuchen ergeben 1,5 Prozent. Ein Formular mehr hebt den Wert auf 1,75 Prozent. Bei so kleinen Stichproben entscheide ich also nichts. Null Conversions akzeptiere ich trotzdem nie als normal; ich teste zuerst das Tracking und dann den Ablauf.

Warum ist die Engagement Rate aussagekräftiger als die Absprungrate?

Die Absprungrate in GA4 bedeutet etwas anderes als in Universal Analytics. Laut der Google Hilfeseite zur Engagement Rate gilt eine Sitzung als engagiert, wenn sie länger als 10 Sekunden dauert, ein Schlüsselereignis enthält oder mindestens zwei Seitenaufrufe hat. Die Absprungrate ist der Anteil der nicht engagierten Sitzungen, also das Gegenstück zur Engagement Rate.

Diese Definition ist deshalb wichtig. Im alten System zählte ein Besucher, der eine Seite las und dann anrief, als Absprung. Heute zählt derselbe Besucher als engagiert, weil die Sitzung länger als 10 Sekunden lief. Deshalb sollten Sie alte Berichte nicht direkt mit den Zahlen der neuen Website vergleichen.

In dieser Gruppe nutze ich die Engagement Rate als Hauptindikator. Die Absprungrate verwende ich nur, um Probleme auf einzelnen Seiten zu finden. Praktische Maßnahmen finden Sie im Beitrag Absprungrate senken.

Wie deuten Sie das Engagement pro Seite?

Die Engagement Rate der gesamten Website sagt allein wenig. Die eigentliche Erkenntnis steckt also in der Aufteilung nach Seite und Quelle. Deshalb öffne ich in GA4 den Bericht zu Zielseiten und füge die Dimension Kanal hinzu.

Beim Lesen stelle ich mir diese Fragen:

  • Ist bezahlter Traffic deutlich weniger engagiert als organischer?
  • Liegt das mobile Engagement weit unter dem Desktop?
  • Warum verhält sich eine Leistungsseite anders als die übrigen?
  • Wechseln Blogleser auf die Leistungsseiten?

Liegt mobil weit hinter Desktop, teste ich zuerst die mobile Nutzung. Meist steckt ein versteckter Button oder ein Popup dahinter, das den Bildschirm verdeckt. Zeigt bezahlter Traffic schwaches Engagement, vermute ich dagegen eine Lücke zwischen Targeting und Botschaft der Seite.

Sucht jemand zum Beispiel nach "Preis" und geht, ohne einen Preis zu sehen, liegt das Problem vielleicht im Versprechen, nicht auf der Seite. Solche Brüche sind somit die schnellsten Gewinne der ersten 90 Tage.

Wie verändert sich der Kanalmix in den ersten 90 Tagen?

Bei einer neuen Website kommt der meiste Traffic meist aus direkten Aufrufen, Social Media und bezahlten Kanälen. Die organische Suche baut ihren Anteil langsam aus. Das Tempo hängt zudem von Branche, Wettbewerb und Veröffentlichungsrhythmus ab.

In GA4 öffne ich den Bericht zur Standard Kanalgruppe und notiere am Monatsende die Anteile. Bewegt sich der organische Anteil über drei Monate gar nicht, vermute ich ein inhaltliches oder technisches Problem. Ein sehr hoher Anteil "Direkt" deutet andererseits meist auf Kampagnenlinks ohne UTM Parameter hin.

Anteile lese ich deshalb immer zusammen mit absoluten Zahlen. Steigt das Werbebudget, kann der organische Anteil sinken, obwohl die organischen Besuche weiter wachsen. Anders gesagt: Das Verhältnis allein kann täuschen.

Warum sollten Sie Mobil und Desktop getrennt betrachten?

In vielen Branchen kommt der Großteil der Besucher über das Smartphone. Trotzdem nehmen Designteams eine Website oft am Desktop ab. Die Durchschnittswerte sehen dann gut aus, während mobile Nutzer kämpfen.

Deshalb teile ich Engagement Rate, Conversion Rate und Core Web Vitals immer nach Gerät auf. Liegt die mobile Conversion Rate weit unter dem Desktop, blockiert etwas: das Formular, die Größe der Buttons oder die Ladezeit. Der Bericht Core Web Vitals in der Search Console trennt Mobil und Desktop ohnehin.

Emulatoren allein vertraue ich allerdings nicht. Ich surfe die Website mit einem Android Smartphone der Mittelklasse über mobile Daten. Meine vollständige Routine steht im Beitrag Mobilfreundlichkeit testen.

Wie finden Sie Fehler 404, Serverfehler und kaputte Weiterleitungen?

Fehlerkennzahlen zeigen Probleme, die Besucher sehen, aber nie melden. Niemand schreibt Ihnen, dass eine Seite einen Fehler 404 geliefert hat. Stattdessen geht er zur Konkurrenz. Daher prüfe ich Fehler in den ersten zwei Wochen täglich.

Ich nutze drei Quellen. Erstens die Gruppen "Nicht gefunden (404)" und "Serverfehler (5xx)" in der Search Console. Zweitens die Zugriffsprotokolle des Servers, die auch Fehler zeigen, die Google noch nicht gesehen hat. Drittens die Seitenaufrufe in GA4, gefiltert nach dem Titel Ihrer Fehlerseite.

Weiterleitungen teste ich zusätzlich. Eine Weiterleitungskette, bei der eine Adresse zwei oder drei Mal springt, bremst die Seite und erschwert das Crawling. Einzelne Adressen prüfen Sie mit dem Redirect Checker.

Nach einer Korrektur klicke ich in der Search Console auf "Fehlerbehebung überprüfen". Google kontrolliert die Gruppe dann erneut und meldet das Ergebnis. Teams, die diesen Schritt auslassen, sehen längst behobene Fehler noch wochenlang im Bericht.

Wie überwachen Sie Verfügbarkeit und Ausfälle?

Die Verfügbarkeit ist der Anteil der Zeit, in der Ihre Website erreichbar ist. Google Analytics zeigt keinen Ausfall, weil das Tag bei einer nicht erreichbaren Website gar nicht feuert. Deshalb richte ich einen separaten Uptime Monitor ein, der die Startseite und eine Conversion Seite alle paar Minuten abruft.

Den Alarmkanal lege ich ebenfalls früh fest. Eine E-Mail in der Nacht geht leicht unter. Für kritische Websites bevorzuge ich daher Benachrichtigungen aufs Telefon. Zudem nehme ich die Ausfallprotokolle in den Monatsbericht auf. So haben Sie genaue Daten und Zeiten, wenn Sie mit dem Hoster sprechen.

Kurze Ausfälle allein lassen Rankings nicht abstürzen. Wiederholte 5xx Fehler können den Googlebot aber dazu bringen, langsamer zu crawlen. Also lese ich Ausfalldaten immer neben den Indexierungsdaten.

Wie entdecken Sie defekte Formulare und Probleme im Checkout?

Die teuersten Fehler passieren beim Conversion Schritt. Verschickt ein Formular nichts oder hängt der Checkout in einem Browser, verliert die Website Geld, obwohl alle anderen Kennzahlen gut aussehen. Zudem zeigt die Search Console solche Fehler nicht.

Deshalb mache ich 90 Tage lang jede Woche einen Testkauf. Ich fülle das Formular auf einem echten Smartphone über mobile Daten aus und sende es ab. Bei Onlineshops gehe ich bis in den Checkout. Danach prüfe ich, ob die Benachrichtigung bei der richtigen Person ankommt.

In GA4 beobachte ich außerdem die Lücke zwischen begonnenen und abgesendeten Formularen. Viele Starts und wenige Absendungen deuten meist auf zu viele Felder oder verwirrende Fehlermeldungen hin. Lösungen beschreibe ich im Beitrag Formulare optimieren.

Was verraten Ihnen die Daten der internen Suche?

Hat Ihre Website ein Suchfeld, sind die eingegebenen Begriffe das ehrlichste Feedback. Menschen suchen, was sie im Menü nicht finden. Die erweiterte Messung in GA4 erfasst diese Anfragen automatisch, sobald Sie den passenden Suchparameter hinterlegen.

In den ersten 90 Tagen werte ich diese Liste monatlich aus. Taucht ein Begriff oft auf, fehlt der Inhalt oder er ist im Menü versteckt. Häufige Suchen nach "Preis" auf einer Dienstleistungsseite sprechen zum Beispiel dafür, Preisinformationen sichtbarer zu platzieren. Suchen ohne Treffer wandern direkt auf die Liste für neue Inhalte.

Wie sieht eine wöchentliche Checkliste aus?

Das Geheimnis eines stabilen Monitorings: jede Woche dieselben Fragen in derselben Reihenfolge. Wer ziellos durch Berichte klickt, verliert Zeit. Meine Wochenliste dauert höchstens 20 Minuten.

  1. Search Console: Anzahl indexierter Seiten und neue Fehlergruppen.
  2. Search Console: Impressionen und Positionstrend für wichtige Suchbegriffe.
  3. Bericht Core Web Vitals: Gruppen mit "Schlecht" oder "Optimierung erforderlich".
  4. GA4: Anzahl der Schlüsselereignisse und Abgleich mit dem CRM.
  5. GA4: Engagement Rate je Kanal.
  6. Uptime Monitor oder Serverprotokolle: Ausfälle und 5xx Fehler.
  7. Testkauf: Formular und Checkout.

Neben jeden Punkt schreibe ich "normal" oder "prüfen". Nach drei Monaten passt die Gesundheitsgeschichte der Website so auf eine Seite. Wie Sie Berichte gut lesen, erkläre ich im Beitrag Marketing Report richtig lesen.

Welche Kennzahlen nach dem Launch sollten Alarm auslösen?

Nicht jeder Rückgang ist ein Alarm. Manche Situationen dulden allerdings keinen Aufschub. Schreiben Sie diese vorher auf, folgen Sie im Ernstfall einem Ablauf statt der Panik.

Meine Alarmliste:

  • Ein deutlicher wöchentlicher Rückgang indexierter Seiten.
  • Eine zentrale Leistungsseite fällt aus dem Index.
  • Ein plötzlicher Anstieg von 5xx Fehlern oder ein Ausfall über eine Stunde.
  • Schlüsselereignisse fallen einen ganzen Tag lang auf null.
  • Eine Gruppe im Bericht Core Web Vitals rutscht auf "Schlecht".

Unter diesen Kennzahlen nach dem Launch übersehen Teams am häufigsten den Absturz der Conversions auf null. Meist hat ein Plugin Update das Tag zerstört. Das Team bemerkt es erst im Monatsbericht, und ein ganzer Monat Daten ist verloren. Deshalb richte ich für Schlüsselereignisse eigene Benachrichtigungen in GA4 ein.

Wem und in welcher Form berichten Sie die Zahlen?

Dieselben Zahlen passen nicht für jeden Leser. Entwickler wollen Fehler und Ladezeiten sehen. Die Geschäftsführung will Conversions und Kosten. Versucht ein Bericht, alle zu bedienen, liest ihn niemand.

Ich arbeite deshalb mit zwei Ebenen. Die technische Ebene umfasst Indexierung, Fehler und Core Web Vitals; das Team sieht sie wöchentlich. Die Managementebene zeigt Anfragen, Conversion Rate und Kanalmix; ich teile sie monatlich auf einer einzigen Seite.

Zu jeder Zahl schreibe ich eine kurze Notiz: Was hat sich geändert, warum, und was tun wir jetzt? Somit wird aus einer Zahlenliste ein Entscheidungsdokument.

Welche Entscheidungen stützen Kennzahlen nach dem Launch an Tag 90?

An Tag 90 sollte die Frage nach der technischen Gesundheit beantwortet sein. Offen bleibt das Wachstum. Jetzt zeigen Ihnen die Kennzahlen nach dem Launch, wo sich Investitionen lohnen.

Für Seiten mit Impressionen, aber wenigen Klicks überarbeiten Sie Titel und Beschreibung; dabei hilft mein Beitrag zu Meta Title und Meta Description. Für Seiten mit Traffic, aber ohne Conversions planen Sie Änderungen an Botschaft und CTA. Und für Themen ganz ohne Impressionen erstellen Sie dann einen Content Plan.

Zudem wählen Sie jetzt Ihre langfristigen Indikatoren. Tägliche Monitoringwerte und KPIs für die Geschäftsführung sind nicht dasselbe. Den Unterschied erkläre ich im Beitrag zu Online Marketing KPIs. Kurz gesagt legen die ersten 90 Tage das Fundament, und die nächste Phase baut Wachstum darauf.

Welche Fehler sehe ich nach dem Launch am häufigsten?

Der erste Fehler: Das Tracking erst nach dem Launch einrichten. Die Daten der ersten Woche kommen nie zurück. Ein weiterer Fehler ist, alles im selben Rhythmus zu beobachten. Das Team ermüdet und öffnet bald keine Berichte mehr.

Oft versuchen Teams außerdem, die Zahlen verschiedener Tools exakt abzugleichen. Klicks in der Search Console und Sitzungen in GA4 zählen jedoch unterschiedliche Dinge; kleine Abweichungen sind normal. Ebenso problematisch ist der Vergleich mit der alten Website, ohne die geänderten Definitionen zu kennen.

Schließlich bleibt die Verantwortung oft unklar. Die Agentur glaubt, der Kunde schaut hin. Umgekehrt glaubt der Kunde dasselbe von der Agentur. Am Ende schaut niemand. Deshalb schreibe ich neben jede Kennzahlengruppe einen Namen. In meinen Projekten übernehme ich diese Aufgabe im Rahmen der SEO Beratung. Egal welchen Weg Sie wählen: Benennen Sie die verantwortliche Person ab Tag eins.

Noch ein letzter Gedanke: Monitoring muss nicht perfekt sein. Eine unvollständige, aber regelmäßige Routine schlägt jedes perfekte Dashboard, das niemand öffnet. Fangen Sie klein an, prüfen Sie jede Woche dieselbe Liste und erweitern Sie sie bei Bedarf.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis eine neue Website indexiert ist?
Meist dauert es einige Tage bis einige Wochen, und auch Google nennt diesen Zeitraum für das Crawling. Eine eingereichte Sitemap und starke interne Links beschleunigen den Prozess. Fehlen Ihre zentralen Leistungsseiten in Woche vier noch immer, prüfen Sie ein vergessenes noindex Tag, eine Sperre in der robots.txt oder schwache interne Verlinkung.
Welche Kennzahl ist nach dem Launch am wichtigsten?
Eine einzelne Kennzahl gibt es nicht, aber in den ersten zwei Wochen zählt vor allem, dass Conversions korrekt erfasst sind. Ist Formular oder Checkout defekt, verlieren alle anderen guten Zahlen ihren Wert. Deshalb gleiche ich zuerst die Schlüsselereignisse in GA4 mit dem CRM ab und prüfe danach Indexierung und Core Web Vitals.
Kann ich die Absprungrate in GA4 mit alten Daten vergleichen?
Nein, nicht direkt. In GA4 ist die Absprungrate der Anteil nicht engagierter Sitzungen, und jede Sitzung über 10 Sekunden gilt als engagiert. Universal Analytics zählte dagegen jeden Besuch mit nur einer Seite als Absprung. Vergleichen Sie die neue Website deshalb mit ihren eigenen ersten Wochen, nicht mit alten Berichten.
Warum erscheinen Core Web Vitals nicht sofort in der Search Console?
Der Bericht beruht auf echten Nutzerdaten und braucht genug Besuche, bevor er Werte zeigt. Zudem umfasst er ein gleitendes Fenster von 28 Tagen, daher bleiben die Berichte bei neuen Websites anfangs oft leer. In dieser Zeit arbeiten Sie mit Labortests wie Lighthouse und wechseln ab dem zweiten Monat zu Felddaten.
Wie oft sollte ich die Kennzahlen prüfen?
Ich empfehle tägliche Kontrollen in den ersten zwei Wochen, zweimal pro Woche zwischen Tag 15 und 45 und danach wöchentlich. Diese Abstände stammen aus meiner Praxis und sind keine Garantie. Eine feste Checkliste von etwa 20 Minuten pro Woche hält die Routine durchführbar, und Sie verpassen keine Alarmsituation.
Warum unterscheiden sich Search Console und GA4?
Beide Tools zählen unterschiedliche Dinge. Die Search Console misst Klicks aus den Suchergebnissen von Google, GA4 dagegen Sitzungen, die Ihre Website erreichen und das Tag auslösen. Cookie Einwilligung, Werbeblocker und Nutzer, die vor dem Laden abspringen, vergrößern die Lücke. Kleine Abweichungen sind normal, große deuten auf ein Tracking Problem.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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