Digitales Marketing

Was ist eine Demand Gen Kampagne? Google Ads Anleitung für Einrichtung und Strategie

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist eine Demand Gen Kampagne in Google Ads?

Eine Demand Gen Kampagne ist ein Kampagnentyp in Google Ads, der mit Bild, Video und Karussellanzeigen auf YouTube, Discover, Gmail, Maps und im Google Displaynetzwerk Menschen erreicht, bevor sie suchen. Ihr Ziel ist es, Nachfrage zu erzeugen, statt vorhandene Nachfrage nur abzuschöpfen.

Ich betreue Werbekonten seit 2012, und eine Frage höre ich ständig: „Wir haben doch schon Suchkampagnen, wozu brauchen wir das?" Die Antwort ist einfach. Suchanzeigen erreichen Menschen, die ihr Bedürfnis kennen und es eintippen. Allerdings suchen viele potenzielle Kunden nie, weil sie Ihr Produkt gar nicht kennen. Genau diese Menschen erreicht eine Demand Gen Kampagne.

Dieser Artikel ist ein Leitfaden für Einrichtung und Steuerung. Den Umzug der Displaykampagnen in diesen Kampagnentyp habe ich bereits in meinem Beitrag zur Umstellung von Displaykampagnen auf Demand Gen beschrieben; das wiederhole ich hier nicht. Stattdessen geht es um Formate, Kanäle, Targeting, Gebote und Messung, gestützt auf die Google Ads Hilfe.

Worin unterscheidet sich Demand Gen von einer Suchkampagne?

Beide Kampagnentypen laufen im selben Konto, aber sie greifen in unterschiedlichen Momenten. Eine Suchkampagne hängt an Keywords. Jemand gibt eine Suchanfrage ein, und Ihre Anzeige erscheint als Antwort. Demand Gen dagegen zeigt sich, während jemand YouTube schaut, durch Discover scrollt oder Gmail öffnet. Das heißt, diese Person sucht Sie gerade nicht.

Dieser Unterschied prägt Ihre Erwartungen. In der Suche erhalten Sie Klicks mit hoher Kaufabsicht, doch das Volumen hängt davon ab, wie oft Menschen suchen. Bei Demand Gen ist das mögliche Volumen deutlich größer. Andererseits liegt die Kaufrate beim ersten Kontakt meist niedriger. Deshalb führt es in die Irre, beide Kampagnen am selben Ziel zu messen.

In der Praxis baue ich beide als Kette auf, die sich selbst speist. Demand Gen stellt Ihre Marke neuen Menschen vor. Danach suchen einige davon nach Ihrem Markennamen, und Ihre Suchkampagne sammelt diese Nachfrage ein. Somit geben Sie Ihr Budget nicht nur für vorhandene Nachfrage aus, sondern erzeugen auch neue. Wie Sie die ganze Reise planen, zeigt mein Beitrag über den Conversion Funnel.

Für welche Unternehmen lohnt sich Demand Gen?

Nicht jedes Unternehmen holt aus diesem Kampagnentyp gleich viel heraus. Nach meiner Erfahrung profitieren vor allem Angebote, die sich visuell verkaufen: Mode, Kosmetik, Wohnen, Bildung, Reisen und Produkte, die eine neue Kategorie schaffen. In diesen Märkten merken Menschen oft erst beim Anblick, dass sie etwas brauchen.

Bei dringenden Dienstleistungen sieht es anders aus. Wer einen Klempner oder einen Abschleppdienst braucht, tippt das sofort in Google ein. Eine YouTube Anzeige verschwendet hier meist Geld. Daher empfehle ich diesen Unternehmen, zuerst die Suche zu stärken.

Im B2B Bereich ist das Bild gemischt. Für Software oder Beratungsfirmen mit langen Verkaufszyklen kann Demand Gen helfen, im Kopf der Entscheider einen Platz zu gewinnen. Trotzdem sollten Sie hier keine direkten Verkäufe erwarten. Messen Sie stattdessen Zwischenschritte wie Formulare, Downloads oder Demoanfragen. Kurz gesagt hängt die Eignung davon ab, wie visuell Ihr Produkt ist und wie lange Ihr Verkaufszyklus dauert.

Wo erscheinen Anzeigen einer Demand Gen Kampagne?

Die Google Hilfeseite zu Demand Gen nennt fünf Kanäle: YouTube (inklusive Shorts), Discover, Gmail, Maps und das Google Displaynetzwerk. Laut Google erreichen diese Flächen bis zu 3 Milliarden aktive Nutzer pro Monat. Allerdings ist das Googles eigene Zahl. Ihre tatsächliche Reichweite in Ihrem Markt bestimmt Ihr Targeting.

Jeder Kanal trifft einen anderen Moment im Alltag der Nutzer. Folglich wirkt dasselbe Motiv nicht überall gleich. Die folgende Tabelle fasst die Kanäle nach Nutzersituation und nach der Abrechnungslogik aus Googles FAQ zusammen:

KanalWas der Nutzer gerade tutPassendes MotivAbrechnung
YouTube (In Stream, In Feed, Shorts)Schaut oder wischt durch VideosHorizontales und vertikales VideoNach Impressionen (CPM)
DiscoverScrollt durch einen persönlichen FeedBilder und KarussellsBei Bildern nach Klicks (CPC)
GmailPrüft die Tabs Werbung und Soziale NetzwerkeBild und kurzer TextTeaser Klick
Google DisplaynetzwerkLiest Websites und nutzt AppsBilder und VideoNach Impressionen (CPM)
MapsSucht einen Ort in der NäheStandortbezogenes BildFolgt der Gebotsstrategie

Wie funktionieren die Kanalsteuerungen?

Laut dem Artikel zu Kanalsteuerungen haben Sie zwei Wege. Erstens die automatische Auswahl „Alle Google Kanäle". Google empfiehlt sie den meisten Werbetreibenden, denn das System verteilt das Budget so, dass die Gesamtkosten möglichst niedrig bleiben. Zweitens die manuelle Auswahl, bei der Sie Kanäle auf Anzeigengruppenebene selbst festlegen.

Bei manueller Auswahl können Sie YouTube zudem in überspringbare In Stream Anzeigen, In Feed und Shorts aufteilen. Außerdem lassen sich Discover, Gmail, Maps und das Displaynetzwerk einzeln ein oder ausschalten. Allerdings passt nicht jeder Kanal zu jedem Anzeigentyp. Maps zum Beispiel braucht nicht verbundene Standort Assets.

So entscheide ich in der Regel:

  • Vollständige Motive vorhanden: Starten Sie mit allen Kanälen und beobachten Sie den Kanalbericht zwei Wochen lang.
  • Kein Hochformatvideo: Schalten Sie Shorts vorerst ab, denn ein schwacher Zuschnitt kostet Budget.
  • Bedenken bei der Markensicherheit: Testen Sie das Displaynetzwerk in einer eigenen Anzeigengruppe.

Berichte nach Kanal gibt es auf Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigenebene. Dadurch sehen Sie mit Daten, welcher Kanal wirklich beiträgt.

Welche Anzeigenformate bietet eine Demand Gen Kampagne?

Bei der Einrichtung stehen drei Grundtypen bereit: Videoanzeigen, Bildanzeigen und Karussellanzeigen. Ein Karussell besteht aus 2 bis 10 wischbaren Bildkarten. Zusätzlich können Sie Ihren Produktfeed aus dem Merchant Center verknüpfen und Produktbilder in die Anzeigen holen.

Jede Anzeige enthält außerdem Text: Anzeigentitel, Beschreibung, Unternehmensname, finale URL und einen Call to Action. Google erlaubt bis zu 5 Logos pro Anzeige. Bei den Assets unterstützt Demand Gen nur Sitelinks. Also fehlen hier die anderen Assets, die Sie aus der Suche kennen.

Welches Format Sie wählen, hängt von Ihrem Material ab. Googles FAQ bestätigt, dass Sie nicht zwingend Video und Bild kombinieren müssen; auch ein einziges Format läuft. Dennoch gibt Vielfalt dem System mehr Spielraum. Wenn Sie nur Produktfotos haben, starten Sie zunächst mit Bild und Karussellanzeigen. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, ergänzen Sie ein einfaches Video von 15 Sekunden.

Welche Größen brauchen Bilder und Videos?

In der Praxis kosten Formate mehr Zeit als fast alles andere. Die Spezifikationen für Demand Gen Assets nennen klare Werte, und ich gebe sie dem Team als Checkliste:

  • Quadratisches Bild (1:1): mindestens 300x300, empfohlen 1200x1200 Pixel.
  • Querformat (1.91:1): mindestens 600x314, empfohlen 1200x628 Pixel.
  • Hochformat (4:5): mindestens 480x600, empfohlen 960x1200 Pixel.
  • Hochformat (9:16): mindestens 600x1067, empfohlen 1080x1920 Pixel.
  • Bilddateien: JPG oder PNG, maximal 5 MB.
  • Logo (1:1): mindestens 144x144 Pixel, maximal 150 KB.

Für Videos unterstützt Google 16:9, 1:1, 4:5 und 9:16. Für Shorts nutzen Sie am besten 1080x1920 im Hochformat. Die Mindestlänge liegt bei 5 Sekunden. Allerdings laufen Videos unter 10 Sekunden nicht als YouTube In Stream Anzeige. Wenn Sie also In Stream Platzierungen möchten, schneiden Sie eine Fassung mit mindestens 10 Sekunden. Zudem hilft es, pro Seitenverhältnis mindestens ein Asset hochzuladen, damit das System für jeden Kanal die passende Version findet.

Welches Kampagnenziel sollten Sie wählen?

Beim Anlegen fragt Google nach einem Werbeziel. Die Anleitung zum Erstellen nennt diese Optionen: Umsätze, Leads, Websitezugriffe, App Werbung, YouTube Reichweite, Aufrufe und Interaktionen sowie Ladenbesuche und Werbeaktionen. Zudem können Sie eine Kampagne ohne Zielvorgabe erstellen.

Diese Wahl ist mehr als ein Etikett, denn sie beeinflusst die vorgeschlagene Gebotsstrategie und die Messeinstellungen. Zum Beispiel schlägt das System beim Ziel Umsätze conversionbasierte Gebote vor. Fehlt Ihrem Konto eine verlässliche Conversion Aktion, arbeitet dieses Ziel daher blind.

Meine Regel ist einfach. Ist das Conversion Tracking solide, wählen Sie Umsätze oder Leads. Ist es noch nicht verlässlich, starten Sie mit Websitezugriffen und reparieren das Tracking in der Zwischenzeit. Mein Beitrag zu Conversion Zielen hilft bei der Frage, was Sie zählen sollten. Außerdem empfehle ich, die erweiterten Conversions einzurichten, um Datenverluste zu verringern.

Wie richten Sie eine Demand Gen Kampagne Schritt für Schritt ein?

Der Ablauf ähnelt anderen Google Ads Kampagnen, doch einige Einstellungen gibt es nur hier. Ich habe die Reihenfolge der Google Hilfe mit meinen eigenen Notizen verbunden:

  1. Kampagne starten: Klicken Sie auf Erstellen, wählen Sie Kampagne, vergeben Sie einen Namen und aktivieren Sie bei Bedarf die Option für den Produktfeed.
  2. Ziel wählen: Entscheiden Sie sich für Umsätze, Leads, Zugriffe oder ein anderes Ziel.
  3. Geräte und Standorte festlegen: Wählen Sie Computer, Smartphones, Tablets und TV Bildschirme; Standort und Sprache legen Sie auf Kampagnen oder Anzeigengruppenebene fest.
  4. Gebot und Budget eintragen: Wählen Sie eine Gebotsstrategie und danach ein Tages oder Gesamtbudget.
  5. Anzeigengruppe aufbauen: Bestimmen Sie Kanäle, Zielgruppen und demografische Merkmale.
  6. Anzeigen hinzufügen: Laden Sie Video, Bild oder Karussellanzeigen mit ihren Assets hoch.

Jede dieser Entscheidungen beeinflusst die Lernphase. Deshalb sollten Sie vor dem Start alle Einstellungen noch einmal prüfen. Häufige Änderungen nach dem Start unterbrechen das Lernen.

Welche Gebotsstrategie passt wann?

Demand Gen bietet fünf zentrale Strategien: Klicks maximieren, Conversions maximieren, Ziel CPA, Conversion Wert maximieren und Ziel ROAS. Die FAQ nennt zudem Ziel CPC. Welche Strategie Sie wählen, hängt davon ab, wie viele Conversion Daten Ihr Konto bereits hat.

Die Empfehlung in den Demand Gen FAQ ist eindeutig. Starten Sie mit Conversions maximieren und wechseln Sie zu Ziel CPA oder Ziel ROAS, sobald die Kampagne mindestens 50 Conversions erzielt hat. Beim Wechsel zu Ziel ROAS rät Google zu einem Ziel, das etwa 20 Prozent unter dem ROAS der letzten 30 Tage liegt. Danach passen Sie das Ziel in Schritten von etwa 10 Prozent an.

In der Praxis halte ich das für richtig. Setzen Sie bei einer neuen Kampagne gleich ein strenges ROAS Ziel, gewinnt sie kaum Impressionen und gibt fast nichts aus. Andererseits ist Klicks maximieren ein vernünftiger Start in einem Konto ohne Conversion Tracking. Ein realistisches ROAS Ziel finden Sie mit unserem ROAS Rechner.

Wie viel Budget braucht eine Demand Gen Kampagne?

Demand Gen kennt zwei Budgetarten. Ein Tagesbudget kann optional Start und Enddatum haben. Ein Gesamtbudget verlangt beide Daten, und das System verteilt die Ausgaben selbst über diesen Zeitraum. Für eine Saisonaktion oder einen Launch ist das Gesamtbudget daher oft die praktischere Wahl.

Google nennt außerdem eine Schwelle. Wenn Sie Ziel CPA nutzen, sollte das Tagesbudget mindestens das Zehnfache Ihres Ziel CPA betragen. Zum Beispiel bedeutet ein Ziel CPA von 20 Euro ein Tagesbudget von mindestens 200 Euro. Kampagnen unter dieser Grenze bleiben oft lange in der Lernphase hängen. Zudem hat häufiges Erhöhen und Kürzen denselben Effekt. Ändern Sie das Budget deshalb höchstens einmal pro Woche, in kleinen Schritten, und warten Sie danach einige Tage.

Bei kleinen Budgets rate ich: Verteilen Sie das Geld nicht auf mehrere Demand Gen Kampagnen. Nutzen Sie eine Kampagne mit einer oder zwei Anzeigengruppen. Laut FAQ gibt es bei Klicks maximieren außerdem kein Mindestbudget. Mit unserem Google Ads Budget Rechner bringen Sie Ihren Plan in Zahlen.

Welche Zielgruppen können Sie ansprechen?

Eine Demand Gen Kampagne arbeitet mit Zielgruppen, nicht mit Keywords. Folglich entscheidet Ihre Zielgruppenwahl über den größten Teil des Ergebnisses. Ich empfehle, vorher eine Zielgruppenanalyse zu machen. Googles Übersicht zu Demand Gen Zielgruppen gliedert die Optionen so:

  • Google Segmente: kaufbereite Zielgruppen, wichtige Lebensereignisse, gemeinsame Interessen und detaillierte demografische Merkmale.
  • Benutzerdefinierte Segmente: Zielgruppen, die Sie über Suchbegriffe oder Arten von Websites beschreiben.
  • Eigene Daten: Websitebesucher, App Nutzer, Personen mit Interaktionen auf Ihrem YouTube Kanal und Kundenlisten.
  • KI gestützte Optionen: Lookalike Segmente, passende Zielgruppen und die Neukundengewinnung.

Demografisch wählen Sie Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen und Elternstatus. Außerdem können Sie eigene Listen ausschließen. Zum Beispiel schützt der Ausschluss bestehender Kunden das Budget einer Neukundenkampagne.

Wie funktionieren Lookalike Segmente und was ändert sich?

Lookalike Segmente sind ein Targeting Werkzeug speziell für Demand Gen. Sie wählen eine Ausgangsliste, etwa Ihre Kundenliste oder Käufer der letzten Wochen. Danach sucht das System neue Menschen, die dieser Liste ähneln. Der Artikel zu Lookalike Segmenten nennt drei Reichweitenstufen: eng, ausgewogen und breit.

Eng zielt auf etwa 2,5 Prozent der Nutzer am Zielort, ausgewogen auf 5 Prozent und breit auf 10 Prozent. Kurz gesagt betont eng die Ähnlichkeit und breit die Reichweite. Wichtig ist zudem: Diese Segmente lassen sich in anderen Kampagnentypen nicht nutzen.

Allerdings gibt es eine neue Entwicklung. Seit März 2026 führt Google schrittweise ein Update ein, das Lookalikes als Vorschläge behandelt. Damit wirkt die Reichweitenstufe nicht mehr als feste Grenze. Stattdessen nutzt das System Ihre Liste und die Stufe als Signale. Für Werbetreibende, die das alte Verhalten behalten möchten, bietet Google ein Formular zur Abmeldung an. Prüfen Sie deshalb, wie sich Ihr Konto verhält. Die Sicht von Meta beschreibe ich im Beitrag zu Meta Custom Audiences und Lookalikes.

Wann sollte die optimierte Ausrichtung aktiv bleiben?

Die optimierte Ausrichtung erlaubt dem System, über Ihre gewählten Zielgruppen hinauszugehen und Menschen mit hoher Conversion Wahrscheinlichkeit zu finden. Sie liefern Hinweise, und das System nutzt sie zunächst als Ausgangspunkt, bevor es erweitert.

Diese Einstellung hat zwei Seiten. In einem Konto mit vielen Conversion Daten erhöht sie die Reichweite und kann Kosten senken. Dagegen fehlt dem System bei wenigen Conversions die Grundlage, sodass es Geld für unpassende Nutzer ausgeben kann. Eine kleine Ausgangsliste macht die Erweiterung zudem noch unberechenbarer.

So entscheide ich konkret:

  • Konvertiert die Kampagne regelmäßig, lasse ich die optimierte Ausrichtung aktiv.
  • Ist das Tracking neu, schalte ich sie in den ersten Wochen ab und beobachte den Zielgruppenbericht.
  • Teste ich ein eng gefasstes Lookalike, deaktiviere ich die Erweiterung, denn sonst verwischt das Testergebnis.

Bedenken Sie außerdem: Mit aktiver Erweiterung sind Ihre Zielgruppen ein Startpunkt, keine Grenze. Conversions aus Segmenten, die Sie nie gewählt haben, sind also kein Fehler. In jedem Fall sollten Sie Ihre Entscheidung dann mit dem Bericht absichern.

Wie passen Sie Motive an jeden Kanal an?

In einer Demand Gen Kampagne zählt das Motiv mehr als das Targeting. Denn Ihre Anzeige erscheint nicht als Suchergebnis, sondern in einem Feed, durch den Menschen gern scrollen. Verpassen Sie die erste Sekunde, wischen sie weiter.

Diese kurzen Regeln nutze ich pro Kanal:

  1. Shorts: Drehen Sie im Hochformat, zeigen Sie Produkt oder Problem in den ersten zwei Sekunden, und sorgen Sie dafür, dass es auch ohne Ton funktioniert.
  2. YouTube In Stream: Zeigen Sie Ihre Marke in den ersten fünf Sekunden, damit Nutzer den Namen auch beim Überspringen sehen.
  3. Discover: Wählen Sie ein natürliches Bild, das in einen Newsfeed passt; textlastige Banner wirken hier fremd.
  4. Gmail: Formulieren Sie den Titel wie eine Betreffzeile, mit einem klaren und neugierig machenden Nutzen.

Nutzen Sie außerdem mehrere Bilder und Titel pro Anzeigengruppe. Google empfiehlt Vielfalt, damit das System die beste Kombination findet. Beachten Sie aber, dass Sie die Frequenz nicht manuell begrenzen können; das System steuert sie selbst. Daher ist regelmäßiger Motivwechsel Ihr wichtigster Schutz gegen Ermüdung.

Wie arbeitet eine Demand Gen Kampagne mit einem Produktfeed?

Für den E-Commerce ist die Verknüpfung mit dem Produktfeed eine der stärksten Funktionen. Sobald Sie das Merchant Center verbinden, können Sie Produktbilder, Preise und Links zu Produktseiten in Ihre Anzeigen aufnehmen. Somit erscheinen echte Produkte unter einer Video oder Bildanzeige.

Das hilft vor allem in zwei Situationen. Erstens, wenn Sie neuen Zielgruppen Ihr Sortiment zeigen möchten. Zweitens, wenn Sie Besucher an Produkte erinnern wollen, die sie ohne Kauf angesehen haben. Für den zweiten Fall können Sie den Ansatz aus meinem Beitrag zu Remarketing im Sales Funnel übertragen.

Die Qualität des Feeds entscheidet hier alles. Fehlende Bilder, falsche Preise oder abgelehnte Produkte landen direkt in Ihren Anzeigen und kosten Vertrauen. Beheben Sie deshalb die Fehler im Merchant Center, bevor Sie den Feed verbinden. Falls Sie den Feed neu aufbauen müssen, ist mein Leitfaden zu Google Shopping und dem Merchant Center ein guter Einstieg.

Mit welchen Kennzahlen bewerten Sie eine Demand Gen Kampagne?

Die Berichte von Demand Gen nutzen andere Definitionen als die Suche. Laut Googles Artikel zu Messwerten hängt die Bedeutung einer Interaktion vom Kanal ab. Bei YouTube In Stream zählt ein Ansehen von 10 Sekunden oder ein Klick zur Website. In YouTube Feeds und Shorts zählen 5 Sekunden Ansehen, ein Klick zur Wiedergabeseite oder ein Klick zur Website.

Diese Definitionen sind wichtig, weil sie verändern, wie Sie Ergebnisse lesen. Wer „Interaktionen" als Klicks liest, zieht falsche Schlüsse. Deshalb beobachte ich drei Ebenen:

  • Aufmerksamkeit: Impressionen, Aufrufrate und CPM. Sie zeigen, ob Sie die Zielgruppe erreichen.
  • Interesse: Klickrate, Sitzungen und Sitzungsdauer. Sie zeigen, ob die Botschaft ankommt.
  • Ergebnis: Conversions, Conversion Wert und CPA. Sie zeigen den geschäftlichen Beitrag.

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Wie testen Sie Marken und Conversion Lift?

Die eigentliche Wirkung von Demand Gen bleibt im Last Click oft unsichtbar. Jemand sieht Ihre Anzeige auf YouTube, sucht drei Tage später nach Ihrer Marke und kauft über eine Suchanzeige. Der Last Click Bericht schreibt den Verkauf also der Suche zu. Wer Demand Gen nur nach dem letzten Klick bewertet, unterschätzt die Kampagne folglich.

Google bietet für dieses Problem drei Lift Studien: Brand Lift, Search Lift und Conversion Lift. Konkret misst Brand Lift mit Umfragen Bekanntheit und Erinnerung. Search Lift zeigt, wie viel häufiger Menschen nach dem Kontakt nach Ihrer Marke oder verwandten Begriffen suchen. Conversion Lift vergleicht schließlich Conversions zwischen Gruppen mit und ohne Anzeigenkontakt.

Ob diese Studien verfügbar sind, hängt von Budget und Konto ab; prüfen Sie daher, was Ihr Konto anbietet. Können Sie keinen Test fahren, vergleichen Sie zumindest das Suchvolumen für Ihre Marke vor und nach der Kampagne. Das ist grob, aber besser, als gar nicht hinzuschauen.

Welche Fehler passieren bei Demand Gen am häufigsten?

In Kontoprüfungen sehe ich dieselben Fehler immer wieder. Die meisten sind nicht technisch, sondern betreffen Erwartungen und Aufbau. Die häufigsten sind:

  1. CPA wie in der Suche erwarten: Eine Kampagne für kalte Zielgruppen bringt teurere erste Conversions. Setzen Sie Ziele entsprechend.
  2. Mit nur einem Bild starten: Das System hat nichts zum Vergleichen, und das Motiv ermüdet schnell.
  3. Conversion Gebote ohne Tracking: Ohne Signale werden die Ausgaben zufällig.
  4. In der Lernphase ständig ändern: Jede größere Änderung startet das Lernen neu.
  5. Bestehende Kunden nicht ausschließen: Budget für Neukunden landet bei Menschen, die ohnehin kaufen.
  6. Nur auf den letzten Klick schauen: Sie übersehen die Nachfrage, die die Kampagne der Suche liefert.

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Wie steuern mein Team und ich Demand Gen Kampagnen?

Bevor wir eine Demand Gen Kampagne starten, prüfen mein Team und ich drei Dinge: die Genauigkeit des Conversion Trackings, die Größe der eigenen Listen und die Vielfalt der vorhandenen Motive. Fehlt eines davon, ergänzen wir es zuerst und starten danach.

Die ersten zwei Wochen dienen meist der Datensammlung. In dieser Zeit lassen wir große Einstellungen unangetastet und beheben nur offensichtliche Probleme, etwa abgelehnte Anzeigen oder defekte Links. Danach lesen wir Kanal und Zielgruppenberichte und verschieben Budget in die Anzeigengruppen, die am besten laufen. Außerdem erneuern wir Motive regelmäßig und ersetzen ermüdete Assets.

Im Reporting zeigen wir Kunden nie nur Last Click Zahlen. Wir stellen Veränderungen beim Markensuchvolumen, neue Nutzer und, wenn möglich, Ergebnisse aus Lift Studien gemeinsam dar. So wird der echte Beitrag der Kampagne sichtbar. Wenn Sie Ihr Konto so betreuen lassen möchten, sehen Sie sich unsere Google Ads Verwaltung an.

Fazit: Wo sollte Ihre erste Demand Gen Kampagne starten?

Eine Demand Gen Kampagne ist der strukturierteste Weg, Menschen zu erreichen, die Ihre Suchkampagnen nicht erfassen. Ihr Erfolg ruht auf drei Grundlagen: solides Conversion Tracking, gut gewählte Zielgruppen und kanalgerechte Motive. Stimmen diese drei, erzeugt die Kampagne mit der Zeit direkte Verkäufe und zusätzliche Markensuchen.

Mein Rat für den Start ist schlicht: eine Kampagne, alle Google Kanäle, Conversions maximieren sowie mindestens drei verschiedene Bilder und ein Video. Lassen Sie die Einstellungen zwei Wochen in Ruhe, dann entscheiden Sie anhand der Kanal und Zielgruppenberichte. Sobald Sie 50 Conversions erreicht haben, können Sie zu Ziel CPA oder Ziel ROAS wechseln und skalieren.

Noch ein Tipp: Halten Sie Ihre Erwartungen vor dem Start schriftlich fest. Notieren Sie den Zielbereich für den CPA, die drei Kennzahlen, die Sie beobachten, und ein Datum für die Entscheidung. Diese kleine Gewohnheit schützt Sie davor, auf schwankende Zahlen der ersten Woche zu reagieren. Zudem erhalten Ihr Team oder Ihre Agentur so einen gemeinsamen Bezugspunkt, und die Diskussion stützt sich auf Daten statt auf Eindrücke.

Denken Sie schließlich daran, dass dieser Kampagnentyp Geduld braucht. Wer nach der ersten Woche urteilt, schaltet oft eine gute Kampagne zu früh ab.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Mindestbudget braucht eine Demand Gen Kampagne?
Für Klicks maximieren setzt Google kein Mindestbudget voraus. Nutzen Sie jedoch Ziel CPA, empfiehlt Google ein Tagesbudget von mindestens dem Zehnfachen Ihres Ziel CPA. Ein Ziel CPA von 15 Euro bedeutet also mindestens 150 Euro pro Tag. Darunter dauert die Lernphase meist deutlich länger.
Was unterscheidet Demand Gen von Performance Max?
Demand Gen läuft nur auf visuellen Flächen, also YouTube, Discover, Gmail, Maps und dem Displaynetzwerk, und überlässt Ihnen die Wahl der Zielgruppen. Performance Max nutzt dagegen das gesamte Google Inventar inklusive Suche und automatisiert den Großteil des Targetings. Wer Zielgruppen und Motive steuern will, wählt meist Demand Gen.
Ist ein Video für Demand Gen Pflicht?
Nein, ein Video ist keine Pflicht. Googles offizielle FAQ bestätigt, dass auch ein einziges Format, etwa nur Bilder, ausgeliefert wird. Allerdings bleibt die Reichweite auf YouTube Flächen ohne Video begrenzt. Schon ein kurzes Video hilft dem System, mehr Kanäle effizient zu nutzen und bessere Kombinationen zu finden.
Wie groß muss eine Ausgangsliste für Lookalike Segmente sein?
Früher verlangte Google mindestens 100 Nutzer in der Ausgangsliste; laut aktueller Hilfeseite gilt diese Vorgabe nicht mehr. In der Praxis liefert eine größere und hochwertigere Liste trotzdem bessere Ergebnisse. Eine Liste zahlender Kunden sendet ein stärkeres Signal als eine allgemeine Besucherliste.
Kann ich die Frequenz in Demand Gen begrenzen?
Nein, eine manuelle Frequenzbegrenzung gibt es in diesem Kampagnentyp leider nicht. Laut Googles FAQ steuert das System die Häufigkeit der Anzeigen selbst. Am wirksamsten verhindern Sie Wiederholungen daher, indem Sie regelmäßig neue Bilder, Videos und Titel hinzufügen und ermüdete Assets entfernen.
Wann zeigt eine Demand Gen Kampagne Ergebnisse?
Aussagekräftige Ergebnisse sehen Sie meist nach zwei bis vier Wochen, weil das System Daten zum Lernen braucht. Google empfiehlt, vor dem Wechsel zu Ziel CPA oder Ziel ROAS mindestens 50 Conversions abzuwarten. Verzichten Sie in dieser Zeit auf größere Änderungen, damit das Lernen stabil bleibt.
  • Demand Gen
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  • Lookalike Segmente
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  • Nachfrage erzeugen
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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