Was ist Google Shopping? Shopping Anzeigen, kostenlose Produkteinträge und Merchant Center erklärt

Was ist Google Shopping und wie funktioniert es?
Google Shopping ist das Produktsystem von Google, das Ihre Artikel mit Bild, Titel, Preis und Shopname in der Google Suche, auf dem Tab Shopping, in Google Bilder und auf weiteren Google Oberflächen zeigt. Es arbeitet mit Ihren Produktdaten aus dem Merchant Center statt mit Keywords und hat zwei Zugänge: bezahlte Shopping Anzeigen und kostenlose Produkteinträge.
In diesem Leitfaden erkläre ich Google Shopping aus meiner Praxis und auf Basis der offiziellen Hilfeseiten von Google. Zunächst geht es um die Logik des Systems. Danach behandeln wir das Merchant Center und den Produktfeed. Anschließend folgen Kampagnenstruktur, Gebotsstrategie und Messung. Am Ende haben Sie also nicht nur eine Definition, sondern einen konkreten Fahrplan.
Vorab also ein Vergleich: Bei einer klassischen Suchanzeige wählen Sie die Keywords selbst. Bei Google Shopping trifft Google diese Entscheidung dagegen weitgehend für Sie. Das System gleicht die Suchanfrage mit Ihrem Produkttitel, Ihrer Beschreibung, Ihrer Kategorie und weiteren Attributen ab. Anders gesagt: Die Qualität des Feeds ersetzt in diesem Kanal den Anzeigentext. Ein gutes Budget rettet einen schwachen Feed deshalb nicht lange.
Worin unterscheiden sich Google Shopping Anzeigen und kostenlose Produkteinträge?
Google Shopping bietet zwei getrennte Wege zur Sichtbarkeit. Der erste Weg sind Shopping Anzeigen, die Sie über Google Ads schalten. Sie zahlen pro Klick und erhalten Zugang zu prominenten Platzierungen. Der zweite Weg sind dann kostenlose Produkteinträge. Sie nutzen dieselben Daten aus dem Merchant Center und können Ihre Produkte ohne Werbebudget etwa im Tab Shopping, in Bilder, auf YouTube und in Maps zeigen.
| Kriterium | Shopping Anzeigen | Kostenlose Produkteinträge |
|---|---|---|
| Kosten | Bezahlung pro Klick | Keine Kosten |
| Benötigte Konten | Merchant Center und verknüpftes Google Ads Konto | Nur Merchant Center |
| Steuerung der Sichtbarkeit | Budget, Gebote und Kampagnenpriorität | Keine Garantie, abhängig vom Datenabgleich |
| Platzierungen | Oberhalb der Suchergebnisse, Tab Shopping, Suchnetzwerk Partner | Tab Shopping, Bilder, Lens, YouTube, Maps, Gemini |
| Auswertung | Conversion Berichte in Google Ads | Leistungsberichte im Merchant Center |
Google stellt klar, dass kostenlose Einträge keine Sichtbarkeit überall garantieren. Deshalb sehe ich den kostenlosen Weg als Fundament. Dort bringen Sie Ihre Produktdaten also zuerst in Form. Wenn Sie danach bezahlte Kampagnen starten, beginnen Sie mit einem saubereren Feed. Vor allem bei neuen Shops spart diese Reihenfolge echtes Geld.
Wie holen Sie das Maximum aus kostenlosen Produkteinträgen heraus?
Laut der Google Hilfeseite zu kostenlosen Produkteinträgen können Ihre Produkte ohne Kosten in der Suche, in Maps, in Gemini, auf YouTube, im Tab Shopping, in Bilder und in Lens erscheinen. Für die Teilnahme brauchen Sie die Pflichtangaben zum Produkt, Versandeinstellungen und eine Rückgaberichtlinie.
Auf der kostenlosen Seite gibt es keinen Hebel über Gebot oder Budget. Daher beeinflussen Sie die Sichtbarkeit nur über die Datenqualität. Je vollständiger Titel, Beschreibung, Produktkategorie, GTIN und Bild sind, desto treffsicherer fällt der Abgleich aus.
Zudem können Lieferzeit, Schwelle für kostenlosen Versand und Rückgabefrist direkt auf der Produktkarte erscheinen. Verkaufen mehrere Shops denselben Artikel, entscheiden genau diese kleinen Zeilen oft über den Klick. Bieten Sie zum Beispiel eine längere Rückgabefrist als die Konkurrenz, dann hinterlegen Sie diese klar im Merchant Center.
Schließlich sollten Sie kostenlose Einträge als Ergänzung zu Anzeigen sehen, nicht als Ersatz. Weil ein einziger Feed beide Zugänge versorgt, zahlt sich jede Verbesserung am Feed in zwei Kanälen gleichzeitig aus.
Wofür brauchen Sie das Merchant Center und wie richten Sie es ein?
Das Merchant Center ist die Stelle, an der Sie Ihre Produktinformationen an Google übergeben. Sowohl kostenlose Einträge als auch Shopping Anzeigen lesen ihre Daten dort aus. Egal wie gut Ihr Werbekonto aufgebaut ist: Fehlt etwas im Merchant Center, gehen Ihre Produkte nicht live.
In der Praxis gehe ich meist in dieser Reihenfolge vor:
- Legen Sie das Konto mit einem Google Konto des Unternehmens an, nicht mit einer privaten Adresse.
- Tragen Sie Firmenname, Adresse und Kontaktdaten exakt so ein, wie sie auf Ihrer Website stehen.
- Bestätigen und beanspruchen Sie Ihre Website; ohne diesen Schritt gibt es keine Produktfreigabe.
- Hinterlegen Sie Versandeinstellungen und Rückgaberichtlinie.
- Fügen Sie Produkte hinzu: einzeln, über Google Tabellen oder über die Integration Ihrer E-Commerce Plattform.
- Verknüpfen Sie zum Schluss Ihr Google Ads Konto mit dem Merchant Center.
Außerdem zählen auf der Website Kontaktseite, Rückgabebedingungen und Angaben zur sicheren Zahlung. Denn Google möchte einen Shop sehen, der vertrauenswürdig wirkt. Die Checkliste in meinem Beitrag zu Vertrauen im Onlineshop hilft Ihnen deshalb auch bei der Freigabe im Merchant Center.
Was ist ein Produktfeed und welche Attribute sind Pflicht?
Ein Produktfeed ist eine Datendatei, die jedes Produkt Zeile für Zeile beschreibt. Die Produktdatenspezifikation von Google legt fest, was diese Datei enthalten muss. Die zentralen Pflichtattribute sind:
- id: eindeutige Produktkennung, höchstens 50 Zeichen.
- title: Produktname, höchstens 150 Zeichen.
- description: Produktbeschreibung, höchstens 5000 Zeichen.
- link: URL der Produktseite.
- image_link: URL des Hauptbildes.
- price: Preis mit Währung, zum Beispiel "49.00 EUR".
- availability: einer der Werte in_stock, out_of_stock, preorder oder backorder.
Hinzu kommt bei neuen Produkten meist die Marke, und in den meisten Kategorien erwartet Google eine GTIN oder die Kombination aus MPN und Marke. Bei Bekleidung kommen zudem Farbe, Größe und Geschlecht dazu. Für Varianten fasst item_group_id die Größen und Farben eines Produkts zu einer Familie zusammen.
Mein Rat: Bauen Sie einen Feed nie einmal auf und vergessen ihn dann. Ändern sich Preise und Bestand mehrmals täglich, muss der Feed mithalten. Sonst bemerkt Google Abweichungen zwischen Website und Feed und stoppt womöglich das Produkt.
Für die Datenlieferung gibt es außerdem mehrere Wege. Kleine Shops kommen zum Beispiel mit Google Tabellen gut zurecht. Bei Hunderten Produkten wählen Sie besser die Integration Ihrer Plattform oder eine geplante XML Datei. Planen Sie die Aktualisierung zudem rund um die Stunden, in denen sich Preise und Bestand am stärksten ändern.
Wie schreiben Sie Produkttitel für Google Shopping?
Der Produkttitel ist das stärkste Signal für den Abgleich in Google Shopping. Sucht jemand nach "wasserdichte Wanderschuhe Herren Größe 43", dann sucht Google diese Wörter zuerst im Titel. Schreiben Sie Titel also so, wie Menschen suchen, und nicht wie einen Werbetext.
Die Empfehlungen von Google zu Titeln setzen einige klare Regeln. Sie dürfen also alle 150 Zeichen nutzen. Allerdings nehmen Nutzer je nach Bildschirm meist nur die ersten 70 Zeichen oder weniger wahr. Die wichtigsten Angaben gehören daher nach vorn.
- Nennen Sie Marke, Produkttyp und unterscheidende Merkmale wie Material, Farbe, Größe oder Kapazität.
- Lassen Sie Preis, Rabatt, Liefertermin und Shopname weg; dafür gibt es eigene Attribute.
- Verzichten Sie auf durchgehende Großschreibung, Symbole und Werbesprache.
- Ergänzen Sie bei Varianten Größe und Farbe, damit jede Variante zur passenden Suche findet.
In der Praxis baue ich pro Kategorie eine Titelvorlage. Bei Mode funktioniert "Marke + Produkttyp + Geschlecht + Farbe + Größe" gut. Bei Elektronik passt dagegen "Marke + Modell + Kapazität + Farbe" meist besser. Welche Wörter wirklich gesucht werden, zeigt Ihnen mein Beitrag darüber, wie Sie Keywords finden, die verkaufen.
Warum sind GTIN, Marke und MPN so wichtig?
Die GTIN ist die weltweit anerkannte Barcodenummer eines Produkts. UPC, EAN, JAN, ISBN und ITF 14 gehören zu dieser Familie. Google empfiehlt ausdrücklich, die GTIN zu senden, sobald Ihr Produkt eine hat. Denn mit der GTIN kann das System Ihren Artikel mit demselben Produkt anderer Shops abgleichen.
Dieser Abgleich zählt deshalb doppelt. Erstens erscheinen Sie auf der richtigen Produktkarte, wenn jemand ein bestimmtes Modell sucht. Zweitens sehen auch preisvergleichende Käufer Ihr Angebot. Andererseits schadet eine falsche GTIN mehr als eine fehlende. Google rät selbst dazu, das Feld leer zu lassen, wenn Sie unsicher sind.
Marken mit eigener Herstellung stehen allerdings vor einer anderen Lage. Viele von ihnen haben gar keine GTIN; dann übernehmen Marke und MPN, also die Teilenummer des Herstellers, die Rolle der Kennung. Bei handgefertigten oder individuellen Produkten geben Sie im Feed an, dass keine Kennungen existieren. Kurz gesagt: Wer diese Felder überspringt, landet sehr oft bei abgelehnten Produkten.
Wie richten Sie eine Google Shopping Kampagne ein?
Sobald das Merchant Center steht, wechseln Sie zu Google Ads. Laut der offiziellen Seite zu Shopping Anzeigen nutzen diese Anzeigen Ihre Produktdaten aus dem Merchant Center statt Keywords. Der Kern der Einrichtung ist also die korrekte Verknüpfung beider Konten.
- Verknüpfen Sie Google Ads mit dem Merchant Center und bestätigen Sie die Anfrage.
- Legen Sie eine neue Kampagne mit dem Ziel Umsätze und dem Kampagnentyp Shopping an.
- Wählen Sie das richtige Merchant Center Konto und das Verkaufsland.
- Bestimmen Sie Tagesbudget und Gebotsstrategie.
- Legen Sie die Kampagnenpriorität fest und bilden Sie Produktgruppen.
- Testen Sie, ob das Conversion Tracking den korrekten Kaufwert übermittelt.
Diesen letzten Schritt lassen viele Konten aus. Kommen Kaufwerte unvollständig an, kann keine Gebotsstrategie gute Entscheidungen treffen. Für die Planung hilft Ihnen der Google Ads Budget Rechner, vom Verkaufsziel rückwärts zu rechnen. So hängt das Budget des ersten Monats an einem Ziel statt an einer Schätzung.
Standard Shopping oder Performance Max: Was passt besser?
Google bietet für Produktanzeigen zwei Kampagnentypen: Standard Shopping und Performance Max. Performance Max bringt dieselben Produktdaten auf zusätzliche Flächen wie YouTube, Gmail und Maps. Standard Shopping bietet dagegen eine engere, aber transparentere Struktur.
Einrichtung und E-Commerce Strategie für Performance Max verdienen einen eigenen Beitrag, deshalb wiederhole ich das Thema hier nicht. Konzentrieren wir uns stattdessen auf die Entscheidung. Standard Shopping bevorzuge ich in diesen Fällen:
- Das Konto hat noch wenig Conversion Daten, und die Lernphase soll kontrolliert starten.
- Sie möchten Suchbegriffe sehen und mit auszuschließenden Keywords bereinigen.
- Gebote pro Produktgruppe sind Ihnen wichtig, damit profitable Artikel eigene Regeln bekommen.
- Bei Produkten mit geringer Marge brauchen Sie eine enge Kontrolle der Ausgaben.
Ein Shop mit reifen Conversion Daten und fertigen Creatives erreicht mit Performance Max allerdings oft mehr Reichweite. In der Praxis starte ich häufig mit Standard Shopping und baue die Struktur aus, sobald Daten vorliegen. Die Wahl ist also selten ein Entweder Oder, sondern meist eine Frage der Reihenfolge.
Wie sollten Sie Produktgruppen aufteilen?
Standard Shopping Kampagnen haben keine Keywords; Sie bieten stattdessen auf Produktgruppen. Anfangs liegen alle Produkte in einer einzigen Gruppe namens "Alle Produkte". Diese Gruppe können Sie nach Kategorie, Marke, Produkttyp, Zustand, Artikel ID oder benutzerdefinierten Labels unterteilen.
Am häufigsten nutze ich benutzerdefinierte Labels für Gewinnstufen. Sie tragen etwa in custom_label_0 Werte wie "marge_hoch", "marge_mittel" und "marge_niedrig" ein. Dann geben Sie jeder Stufe ein eigenes Gebot oder ein eigenes ROAS Ziel. Somit arbeitet Google Ads näher an der Gewinnlogik statt am reinen Umsatz.
Zudem lohnt es sich, Bestseller in einer eigenen Gruppe zu beobachten. Diese Produkte verbrauchen den Großteil des Budgets und prägen die Leistung des gesamten Kontos. Führen Sie außerdem eine Liste der Produkte ohne Impressionen; dort liegt das Problem meist am Titel oder an der Kategorie, nicht am Gebot. Einen schnellen ersten Überblick liefert das Tool Google Ads Audit.
Was ist die Kampagnenpriorität und wann setzen Sie sie ein?
Die Kampagnenpriorität bestimmt, welche Kampagne an der Auktion teilnimmt, wenn dasselbe Produkt im selben Land in mehreren Shopping Kampagnen steckt. Laut der Google Seite zur Kampagnenpriorität gibt es drei Stufen: niedrig, mittel und hoch. Standard ist niedrig.
Die Regel ist einfach. Zuerst bietet die Kampagne mit der höchsten Priorität. Ist ihr Budget aufgebraucht, springt die nächste Stufe ein. Bei gleicher Priorität nimmt die Kampagne mit dem höchsten Gebot für das Produkt an der Auktion teil.
Ich nutze diese Einstellung vor allem zur Steuerung von Suchanfragen. Die Kampagne mit hoher Priorität bekommt ein niedriges Gebot und fängt allgemeine Suchen ohne Markenbezug ab. Die Kampagne mit niedriger Priorität bekommt ein höheres Gebot; Marken und Modellsuchen leite ich über auszuschließende Keywords dorthin. Folglich zahlen Sie mehr für Suchen mit hoher Kaufabsicht und weniger für reine Orientierung.
Google weist allerdings auf eine Feinheit hin. Eine Kampagne mit hoher Priorität setzt unter Umständen eine Auktion aus, um Budget für später am Tag aufzusparen, obwohl noch Budget übrig ist. Beobachten Sie die Suchbegriffe daher in den ersten Wochen genau.
Welche Gebotsstrategie eignet sich für Google Shopping?
In Standard Shopping Kampagnen arbeiten Sie mit drei zentralen Optionen. Jede hat eine Phase, in der sie am besten passt. Die meisten Probleme entstehen, weil jemand die Strategie zum falschen Zeitpunkt wählt.
- Manueller CPC: Sie legen den maximalen Klickpreis pro Produktgruppe selbst fest. Bei wenig Daten und hohem Kontrollbedarf ist das der sicherste Start.
- Klicks maximieren: Google versucht, innerhalb Ihres Budgets möglichst viele Klicks zu holen. Für kurze Phasen mit neuen Produkten ist das nützlich.
- Ziel ROAS: Google schätzt bei jeder Suche den möglichen Conversion Wert und passt die Gebote an den gewünschten Werbeertrag an.
Ich starte meist mit manuellem CPC und wechsle zu Ziel ROAS, sobald Conversion Werte stabil fließen. Raten Sie das Ziel nicht, sondern nehmen Sie den echten Ertrag der letzten Wochen als Basis. Mit dem ROAS Rechner finden Sie Ihre Gewinnschwelle anhand der Marge. Zum Beispiel macht ein Shop mit 25 Prozent Marge unter 400 Prozent ROAS nach Werbekosten Verlust.
Heben Sie das Ziel außerdem nicht abrupt an. Plötzliche Änderungen drücken die Impressionen, und das System lernt neu. Verschieben Sie das Ziel stattdessen in kleinen Schritten über einige Wochen.
Wie funktionieren Suchbegriffe und auszuschließende Keywords bei Shopping?
Keywords können Sie einer Shopping Kampagne nicht hinzufügen. Trotzdem zeigt Ihnen der Bericht zu Suchbegriffen genau, bei welchen Anfragen Ihre Anzeigen erschienen sind. Er ist der ehrlichste Spiegel dessen, was Ihr Feed Google erzählt.
Ich empfehle eine wöchentliche Prüfung. Fügen Sie irrelevante Suchen als auszuschließende Keywords hinzu. Ein Shop für Ersatzteile verliert zum Beispiel Geld mit Suchen wie "gebraucht", "Reparatur" oder "Bedienungsanleitung". Schließen Sie solche Begriffe auf Kampagnenebene aus, dann fließt das Budget sofort zu echter Kaufabsicht.
Nutzen Sie den Bericht aber nicht nur zum Aufräumen, sondern auch für den Feed. Bringt ein Wort Conversions, steht aber nicht im Titel, dann nehmen Sie es auf. So übertragen Sie das Gelernte aus der bezahlten Seite auch auf kostenlose Einträge. In großen Konten beschleunigt die Suchbegriffe Ngram Analyse diese Arbeit, weil sie Anfragen nach Wortmustern gruppiert.
Zusammengefasst ersetzt der Suchbegriffbericht bei Shopping die Keyword Liste. Wer ihn ignoriert, steuert die Kampagne blind.
Wie beeinflussen Produktseite und Preiskonsistenz den Umsatz?
Bei Google Shopping führt ein Klick direkt auf Ihre Produktseite. Der Käufer kennt Preis und Bild bereits. Passt die Seite nicht dazu, springt er sofort ab. Daher entscheidet die Produktseite über die Conversion Rate dieses Kanals.
Ich prüfe drei Punkte auf Konsistenz. Erstens den Preis: Der Feedpreis muss dem Preis auf der Seite vor dem Checkout entsprechen. Zweitens den Bestand: Steht ein ausverkaufter Artikel im Feed noch als verfügbar, verlieren Sie Geld und das Konto sammelt Warnungen. Drittens die Variante: Hat jemand auf die rote Version geklickt, sollte die Seite auch rot öffnen.
Auch Ladezeit, Beschreibung, Bewertungen und Lieferinformationen prägen den Kaufmoment. Diese Punkte behandle ich in meinem Beitrag, wie Sie eine Produktseite im Onlineshop optimieren. Strukturierte Produktdaten helfen Google zudem, Preis und Verfügbarkeit korrekt zu lesen; dafür eignet sich der Schema Generator.
Halten Sie schließlich den Weg vom Warenkorb zur Zahlung kurz. Denn selbst hochwertiger Traffic verpufft, wenn der Checkout kompliziert ist.
Worauf sollten Sie bei Produktbildern achten?
In Shopping Ergebnissen sehen Nutzer zuerst das Bild. Sie entscheiden, wie das Produkt wirkt, bevor sie den Titel lesen. Das Bild bestimmt somit als Erstes die Klickrate.
Google erwartet ein Hauptbild, das das Produkt klar zeigt. Werbetext, Wasserzeichen, Logos oder Rahmen auf dem Bild führen oft zu Ablehnungen. Außerdem gilt eine Mindestgröße; die Spezifikation verlangt beim Hauptbild mindestens 500 x 500 Pixel.
In der Praxis hat sich diese Aufteilung bewährt:
- Beim Hauptbild ein schlichter, heller Hintergrund, auf dem das Produkt den Großteil der Fläche füllt.
- In Zusatzbildern Anwendung, Details und Maße.
- Für jede Variante ein eigenes Bild statt eines Fotos für alle Farben.
- Komprimierte Dateien, aber nicht so stark, dass Details leiden.
Größe und Format der Bilder beeinflussen auch die Ladezeit. Wie Sie diese Balance finden, zeigt mein Beitrag, wie Sie Bilder für Ladezeit und SEO optimieren.
Warum lehnt das Merchant Center Produkte ab und wie beheben Sie das?
Die Diagnoseseite im Merchant Center listet abgelehnte Produkte samt Gründen auf. In meiner Arbeit fallen die meisten Fälle in wenige Gruppen.
- Preisabweichung: Der Feedpreis weicht vom Preis auf der Seite ab.
- Abweichende Verfügbarkeit: Die Seite zeigt ausverkauft, der Feed meldet verfügbar.
- Fehlende Kennungen: GTIN, Marke oder MPN fehlen oder stimmen nicht.
- Bildprobleme: Wasserzeichen, Werbetext oder zu geringe Auflösung.
- Richtlinienverstöße: verbotene oder eingeschränkte Kategorien oder irreführende Angaben.
Statt Produkte einzeln zu reparieren, suchen Sie die Ursache. Zeigen Hunderte Artikel eine Preisabweichung, liegt es meist an der Aktualisierungsfrequenz. Ebenso lösen Rabatte, die erst im Warenkorb greifen, denselben Fehler aus.
Warnungen auf Kontoebene wiegen schwerer. Droht eine Sperrung wegen falscher Darstellung, prüfen Sie zuerst Kontakt, Rückgabe, Versand und Firmenangaben. Beantragen Sie danach eine Überprüfung im Merchant Center. Schicken Sie keine Serie von Einsprüchen, sondern nehmen Sie vor jedem Antrag eine echte Korrektur vor.
Was bedeutet das CSS Programm für Händler in Deutschland?
Für Händler in Deutschland gibt es eine Besonderheit. Laut der offiziellen Google Seite nehmen Sie in Ländern mit dem Programm für Preisvergleichsdienste (Comparison Shopping Services, kurz CSS) über einen zugelassenen CSS an Shopping Anzeigen teil. Deutschland gehört als Teil des Europäischen Wirtschaftsraums zu diesen Märkten.
In der Praxis wählen Sie also einen CSS Partner, über den Ihre Shopping Anzeigen laufen. Das Google Ads Konto und das Merchant Center bleiben Ihre Werkzeuge; der CSS ist die Instanz, in deren Namen die Anzeigen erscheinen. Klären Sie deshalb vor dem Start, welche Konditionen und Zuständigkeiten Ihr CSS Partner mitbringt.
Verkaufen Sie zudem ins Ausland, braucht jedes Zielland eigene Produktdaten. Preise stehen in der Landeswährung, Titel und Beschreibungen in der Landessprache. Auch die Produktseite sollte in derselben Sprache und Währung öffnen.
Versand und Rückgabe unterscheiden sich ebenfalls je Land. Geben Sie realistische Lieferzeiten an; ein längeres, aber verlässliches Versprechen ist besser als ein kurzes, das Sie nicht halten. Berechnen Sie außerdem für jedes Land ein eigenes ROAS Ziel, denn Steuern und Rücksendekosten verändern die Marge.
Wie messen Sie die Leistung von Google Shopping?
Wenn Sie Google Shopping Kampagnen messen, zählt die Profitabilität, nicht die Zahl der Klicks. Meine Kernkennzahlen sind Anteil an möglichen Impressionen, Klickrate, Conversion Rate, durchschnittlicher Bestellwert und ROAS. Ich lese sie nach Produktgruppe, Marke und Kategorie.
Die Leistung kostenloser Einträge finden Sie in den Berichten des Merchant Centers. Um diesen Traffic in Google Analytics getrennt zu verfolgen, ergänzen Sie UTM Parameter an den Produktlinks; der UTM Generator erledigt das fehlerfrei. So vermischen Sie den Beitrag bezahlter und kostenloser Kanäle nicht.
Für den Vergleich der Conversion Rate pro Produkt nutzen Sie den Conversion Rate Rechner. Produkte mit Klicks, aber ohne Verkäufe deuten meist auf ein Problem bei Preis, Bestand oder Produktseite hin.
Bewerten Sie eine Kampagne allerdings nie nach einer einzigen Woche. Conversions aus Shopping tauchen oft mit einigen Tagen Verzögerung in den Berichten auf. Beurteilen Sie Gebotsänderungen daher mit Daten aus mindestens ein bis zwei Wochen. In Saisonspitzen liefert der Vergleich mit demselben Zeitraum im Vorjahr ein faireres Bild.
Wie steigern Sie mit Google Shopping Ihren Umsatz am wirksamsten?
Die größten Sprünge sehe ich selten durch einen neuen Kampagnentyp. Sie entstehen, wenn die Grundlagen sitzen. Diese Schritte priorisiere ich, um mit Google Shopping mehr zu verkaufen:
- Schreiben Sie Titel in der Sprache der Suchenden neu und ziehen Sie die Kernangaben in die ersten 70 Zeichen.
- Füllen Sie GTIN, Marke und Produktkategorie vollständig aus.
- Aktualisieren Sie den Feed mehrmals täglich, wenn Preise und Bestand sich häufig ändern.
- Bilden Sie Gewinnstufen mit benutzerdefinierten Labels und bieten Sie nach Marge.
- Prüfen Sie Suchbegriffe wöchentlich, schließen Sie Irrelevantes aus und übernehmen Sie starke Wörter in die Titel.
- Hinterlegen Sie Versand und Rückgabe im Merchant Center; Lieferzeit und kostenloser Versand sind starke Kaufsignale.
- Verbessern Sie mobile Ladezeit und Warenkorb auf den Produktseiten.
Ergänzen Sie außerdem Remarketing, um Besucher zurückzuholen, die Produkte angesehen, aber nicht gekauft haben. Diese Struktur beschreibe ich im Beitrag, wie Sie Ihren Sales Funnel mit Remarketing stärken. Für Abbrüche im Checkout gelten meine Tipps, wie Sie Warenkorbabbrüche reduzieren.
Wann sollten Sie Google Shopping an Fachleute übergeben?
Ein kleiner Shop mit einigen Dutzend Produkten kann Google Shopping mit einem guten Leitfaden selbst betreiben. Sobald Sie jedoch mehrere Hundert Produkte führen, den Feed aus mehreren Quellen speisen oder immer wieder Ablehnungen erhalten, wird die Arbeit zu einer technischen Disziplin.
Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie eines dieser Zeichen sehen: Die Ausgaben steigen, während der ROAS sinkt. Ein großer Teil der Produkte erhält keine Impressionen. Warnungen im Merchant Center kehren zurück. Oder Sie wissen nicht, welche Produkte tatsächlich Gewinn bringen. All das sind Probleme von Daten und Struktur, und ein höheres Budget löst keines davon.
In Projekten zu Google Shopping beginnen mein Team und ich mit einer Prüfung des Feeds. Danach richten wir das Merchant Center sauber ein, dann Kampagnenprioritäten und Gewinnstufen. Unseren Ansatz für Anzeigen finden Sie auf der Seite Google Ads Verwaltung, Verbesserungen im Shop auf der Seite E-Commerce Beratung.
Kurz gesagt ist Google Shopping mit starken Produktdaten einer der effizientesten Kanäle im E-Commerce. Mit schwachen Daten wird er dagegen zu einem der teuersten. Werfen Sie deshalb noch heute einen Blick auf Ihre Feedtitel und die Diagnoseseite.




