Google Displaykampagnen wechseln zu Demand Gen: Zeitplan, Migrationstool und Checkliste

Warum wechseln Google Displaykampagnen zu Demand Gen?
Demand Gen ist der Kampagnentyp in Google Ads, der YouTube, Discover, Gmail, Maps und das Google Displaynetzwerk in einer einzigen Kampagne bündelt. Am 26. Mai 2026 hat Google angekündigt, dass eigenständige Displaykampagnen in diesen Typ übergehen. Seit Juni 2026 rollt Google dafür schrittweise ein Migrationstool aus.
Ich betreue Werbekonten seit 2012, und Display war in dieser Zeit fast immer eine eigene Welt. Es gab eigene Gebotslogik, eigene Berichte und eigene Regeln für Creatives. Jetzt hebt Google diese Trennung auf. Das Netzwerk selbst bleibt bestehen; es ändert sich nur der Weg, über den Sie es einkaufen. In diesem Beitrag fasse ich die Ankündigung ausschließlich anhand offizieller Quellen zusammen. Danach zeige ich Ihnen, was Sie in Ihrem Konto prüfen sollten und wie Sie den Wechsel planen.
Vorab ein wichtiger Hinweis: Google hat noch nicht alle Termine festgelegt. Deshalb gebe ich nur wieder, was in der offiziellen Ankündigung und in der Google Ads Hilfe steht. Offene Punkte kennzeichne ich ausdrücklich.
Wie sieht der Zeitplan für die Demand Gen Umstellung aus?
Google plant die Umstellung in drei Stufen und nicht an einem einzigen Tag. Die offizielle Ankündigung von Google nennt 2027 als Zielmarke für den Abschluss. Die Google Ads Hilfe beschreibt die Stufen so:
- Juni 2026: Das Migrationstool startet schrittweise. Berechtigte Werbetreibende können bestehende Displaykampagnen freiwillig umziehen.
- Später: Neue Displaykampagnen lassen sich dann nur noch im neuen Kampagnentyp anlegen. Bis dahin können Sie bestehende Kampagnen weiter bearbeiten.
- Später: Google zieht alle verbleibenden Kampagnen automatisch um, ohne auf eine Aktion der Werbetreibenden zu warten.
Für die Stufen zwei und drei gibt es noch kein festes Datum. Einige Branchenberichte nennen Januar 2027; allerdings steht dieses Datum nicht auf der offiziellen Hilfeseite. Daher empfehle ich Ihnen, sich an den Hinweisen im eigenen Konto zu orientieren und nicht an Gerüchten.
Mein Rat ist klar: Warten Sie nicht auf den automatischen Umzug. Wenn Sie selbst umstellen, entscheiden Sie, wie Sie mit nicht unterstützten Einstellungen umgehen. Beim automatischen Umzug geben Sie diese Entscheidung dagegen aus der Hand.
Was genau ist eine Demand Gen Kampagne?
Demand Gen ist ein bild und videobasierter Kampagnentyp, der Interesse wecken soll, bevor jemand überhaupt sucht. Suchkampagnen fangen vorhandene Nachfrage ab. Demand Gen versucht dagegen, Nachfrage aufzubauen und zu pflegen. Die Aufgabe von Display bleibt also dieselbe; sie bekommt nur ein größeres Schaufenster.
Laut der Hilfeseite zu Demand Gen laufen diese Kampagnen auf YouTube (einschließlich Shorts), Discover, Gmail, Maps und im Google Displaynetzwerk. Bei den Creatives stehen Bilder, Videos, Karussellanzeigen mit 2 bis 10 Karten und Produktfeeds zur Verfügung. Bei den Geboten optimieren Sie auf Klicks, Conversions oder Conversion Wert.
In der Praxis bedeutet das Folgendes. Früher hatten Sie eine Displaykampagne und daneben eine eigene Videokampagne, also zwei Budgets parallel. Jetzt zeigen Sie derselben Zielgruppe dieselbe Botschaft als Bild und als Video aus einer Kampagne. Zudem lesen Sie die Ergebnisse an einer Stelle. Vor allem für kleine Teams ist das eine echte Vereinfachung.
Verschwindet das Google Displaynetzwerk?
Nein, das Google Displaynetzwerk bleibt. Die Ankündigung sagt das deutlich: Werbetreibende erreichen auch über den neuen Kampagnentyp weiterhin mehr als 2 Millionen Websites, Videos und Apps. Es ändert sich nur der Kampagnentyp, über den Sie dieses Inventar buchen.
Bei den Zahlen ist mir allerdings ein kleiner Unterschied aufgefallen. Der Blogbeitrag spricht von 2 Millionen Websites, Videos und Apps. Die Hilfeseite zur Integration des Netzwerks nennt dagegen „mehr als 3 Millionen Websites und Apps“ und über 90 Prozent der weltweiten Internetnutzer. Beide Werte stammen aus internen Daten unterschiedlicher Zeiträume. Deshalb präsentiere ich keinen der beiden Werte als harte Tatsache; ich erkläre, dass beide Messungen von Google selbst stammen.
Entscheidend ist Folgendes: Wenn Sie Anzeigen nur im Displaynetzwerk zeigen möchten, geht das weiterhin. Google betont ausdrücklich, dass Displaywerbetreibende ihre Anzeigen auch künftig ausschließlich dort ausspielen können. Wie das funktioniert, erkläre ich weiter unten im Abschnitt zu den Kanalsteuerungen.
Welches neue Inventar gewinnen Displaywerbetreibende?
Klassische Displaykampagnen liefen in Gmail, im Displaynetzwerk und in einem begrenzten Teil von YouTube. Laut dem Vergleich von Google kommen nun Discover, Maps (Beta), ein erweitertes YouTube Inventar und YouTube Shorts hinzu.
Diese Erweiterung hat zwei Seiten. Einerseits erreichen Sie mit demselben Budget mehr Kontaktpunkte; vor allem Discover und Shorts sind stark bei mobilen Nutzern. Andererseits zeigt das System eine schwache Anzeige vor einem neuen Publikum, wenn Ihr Creative nicht zu diesen Flächen passt.
Deshalb empfehle ich, das Inventar passend zu Ihren Creatives zu öffnen. Zum Beispiel: Wenn Sie noch kein Hochformatvideo haben, starten Sie mit bildstarken Flächen. Sobald ein kurzes Video vorliegt, nehmen Sie Shorts und YouTube dazu. So sehen Sie den Beitrag jedes neuen Kanals einzeln und verteilen das Budget nicht blind.
Was übernimmt das Migrationstool?
Google hat das Migrationstool so gebaut, dass Sie Kampagnen nicht neu aufsetzen müssen. Laut dem Migrationsleitfaden von Google überträgt das Tool diese Elemente in die neue Kampagne:
- Kampagneneinstellungen und Lernhistorie: Das Tool übernimmt die Leistungsdaten der letzten 42 Tage. Laut Google verkürzt sich die Lernphase dadurch auf etwa ein bis zwei Tage.
- Budgethöhe: Ihr Budget zieht unverändert mit um. Allerdings zählt der Verbrauch der alten Kampagne am Umstellungstag nicht für die neue Kampagne.
- Logo und Unternehmensname: Fehlt ein Logo, setzt das Tool einen Platzhalter ein. Ersetzen Sie ihn danach sofort durch Ihr echtes Logo.
- Kampagnenstatus: Pausierte Kampagnen bleiben pausiert, aktive bleiben aktiv.
- Berichtsdaten: Die alte Kampagne wechselt in den Status „Entfernt“, bleibt für Berichte aber bis zu fünf Jahre im Konto.
Die neue Kampagne übernimmt den alten Namen mit dem Zusatz „#2“, und Google fügt Labels mit dem Umstellungsdatum hinzu. So finden Sie umgezogene Kampagnen später schnell per Filter. Schließlich sollten Sie eines wissen: Eine umgezogene Demand Gen Kampagne lässt sich nicht in eine Displaykampagne zurückverwandeln.
Welche Einstellungen unterstützt Demand Gen nicht?
Dieser Teil braucht die meiste Vorbereitung. Einige ältere Displayeinstellungen haben in Demand Gen kein Gegenstück, und Google bittet Sie, sie vor dem Umzug zu ändern oder zu entfernen. Die folgende Tabelle basiert auf der Liste in der Google Ads Hilfe:
| Alte Displayeinstellung | Was Sie vor dem Umzug tun sollten |
|---|---|
| Manuelle CPC Gebote | Auf Ziel CPC umstellen |
| Sichtbare Impressionen (vCPM) | Auf Klicks maximieren umstellen |
| Gebotsanpassungen und saisonale Anpassungen | Vorher entfernen |
| Gemeinsame Budgets | In ein eigenes Kampagnenbudget umwandeln |
| Ausschlüsse auf Anzeigengruppenebene | Vorher entfernen |
| Assets für Leadformulare | Vorher löschen |
| Click to Call Assets | Einen anderen Call to Action ergänzen |
| Eigener Werbetext für Aktionen | Vorher entfernen |
| Zahlung pro Conversion | Zuerst auf conversionbasierte Optimierung wechseln |
Am genauesten schaue ich auf die Ausschlüsse auf Anzeigengruppenebene. Viele Konten haben dort über Jahre Placement und Themenausschlüsse gesammelt. Exportieren Sie diese, bevor Sie etwas löschen, denn danach müssen Sie sie eventuell auf Kampagnen oder Kontoebene neu anlegen.
Wie ändern sich die Gebotsstrategien?
Die Änderung bei den Geboten setzt fort, was Google seit Jahren sagt: weniger manuelle Kontrolle, mehr automatische Gebote. Ziel CPA, Conversions maximieren, Conversion Wert maximieren, Ziel ROAS und Klicks maximieren ziehen problemlos mit um.
Außerdem kommen zwei neue Optionen dazu. Die erste ist Ziel CPC, also der naheliegende Ersatz für Konten mit manuellen CPC Geboten. Die zweite ist ein Gesamtbudget für einen festen Kampagnenzeitraum. Konkret legen Sie dann einen Gesamtbetrag für eine bestimmte Laufzeit fest. Bei kurzen Aktionen, zum Beispiel einem saisonalen Sale, ist das oft praktischer als tägliche Budgets.
Eine Empfehlung auf der Hilfeseite zu Demand Gen ist besonders wichtig. Wenn Sie mit Ziel CPA arbeiten, empfiehlt Google ein Tagesbudget von mindestens dem Zehnfachen Ihres Ziels. Bei 20 Euro Ziel CPA brauchen Sie also mindestens 200 Euro pro Tag. Für kleine Konten ist diese Schwelle eine echte Hürde. Deshalb starte ich in solchen Fällen meist mit Conversions maximieren oder einer klickbasierten Strategie, um zunächst Daten zu sammeln.
Ob Ihr Budget diese Schwelle erreicht, prüfen Sie schnell mit unserem Google Ads Budget Rechner. Wenn Sie einen ROAS Zielwert setzen möchten, hilft Ihnen der ROAS Rechner bei einem realistischen Wert.
Wie wirkt sich Demand Gen auf die Zielgruppen aus?
Bei den Zielgruppen sind die Nachrichten überwiegend gut. Lookalike Segmente, Customer Match, Remarketinglisten, kontextbezogenes Targeting sowie Themen und Placementausschlüsse ziehen mit um. Google betont zudem, dass die frühere Funktion der ähnlichen Zielgruppen in Form von Lookalike Segmenten weiterlebt.
Zwei Dinge fallen allerdings weg. Erstens die kombinierten Zielgruppen; diese legen Sie im Zielgruppen Builder neu an. Zweitens die Beobachtungseinstellung für nicht demografische Zielgruppen. Sie können also keine Zielgruppe mehr nur zu Berichtszwecken beobachten, ohne sie auch auszurichten.
Für Konten mit Remarketing kann der Wechsel sogar eine Chance sein. Denn Sie zeigen derselben Besucherliste jetzt Bild und Videoanzeigen aus einer Kampagne. Die Strategie dahinter beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag über Remarketing im Sales Funnel. Wenn Sie Ihre Zielgruppe ganz neu definieren möchten, ist meine Anleitung zur Zielgruppenanalyse ein guter Startpunkt.
Welche Anzeigenformate können Sie weiter nutzen?
Responsive Displayanzeigen, Karussellanzeigen, hochgeladene statische Bildanzeigen und Produktfeeds funktionieren im neuen Kampagnentyp. Daher ziehen die meisten Creatives eines normalen Displaykontos ohne Probleme mit um.
Zwei Formate fehlen derzeit: HTML5 Anzeigen und Anzeigen über Adserver von Drittanbietern. Google kündigt sie für Ende 2026 an. Marken, die auf animierte HTML5 Banner oder einen externen Adserver setzen, sollten mit dem Umzug deshalb eventuell noch warten. Sobald Google allerdings den Termin für den automatischen Umzug nennt, sollten Sie diesen Plan neu bewerten.
Bei den Creatives rate ich dazu, den Wechsel nicht als rein technische Aufgabe zu sehen. Der neue Kampagnentyp erreicht auch Hochformatvideos und Shorts. Wenn Sie nur Querformatbanner haben, wirkt die Kampagne auf diesen Flächen schwach. Deshalb empfehle ich vor dem Umzug mindestens ein quadratisches Bild, ein Hochformatbild im Verhältnis 4:5 und ein kurzes Hochformatvideo.
Können Sie mit Kanalsteuerungen nur im Displaynetzwerk bleiben?
Ja, das geht. Seit März 2025 bietet Google in Demand Gen Kanalsteuerungen an. Damit wählen Sie, wo Ihre Anzeigen erscheinen: auf YouTube, in Discover, in Gmail oder im Google Displaynetzwerk. Zudem wirkt die Einstellung auf Anzeigengruppenebene und nicht auf Kampagnenebene.
Diese Flexibilität ist in der Praxis sehr nützlich. Zum Beispiel öffnen Sie eine Anzeigengruppe nur für das Displaynetzwerk und eine andere nur für YouTube. So behalten Sie eine ähnliche Struktur wie bisher und vergleichen die Leistung Kanal für Kanal.
Trotzdem ist die Richtung von Google eindeutig: Google möchte, dass Sie alle Kanäle offen lassen. Die Hilfeseite zur Integration des Displaynetzwerks berichtet von einem statistisch signifikanten Plus von 16 Prozent bei den Conversions, wenn Werbetreibende das Netzwerk zu Demand Gen hinzufügen. Ich behalte in den ersten Wochen meist die alte Kanalaufteilung bei und sammle saubere Vergleichsdaten. Danach öffne ich die Kanäle schrittweise.
Was ändert sich bei Berichten und Messung?
Die wichtigsten Berichte sind vorhanden. Der Placementbericht zu den Orten, an denen Anzeigen erschienen sind, die Kanalberichte und Conversion Lift Studien gibt es auch in Demand Gen. Außerdem segmentieren Sie die Ergebnisse nach Format, also etwa In Feed, überspringbare In Stream Anzeigen und Shorts.
Allerdings fehlen für das Displaynetzwerk zwei Studien: Brand Lift und Search Lift. Marken, die Bekanntheitskampagnen so messen, brauchen daher einen anderen Plan. Zum Beispiel vergleichen Sie die Entwicklung der Markensuchen in der Search Console und in Google Ads vor und nach dem Start.
Die Grundlage bleibt das Conversion Tracking. Weil der neue Kampagnentyp auf automatische Gebote setzt, zeigt das System bei schwachen Conversiondaten Anzeigen den falschen Personen. Prüfen Sie deshalb vor dem Umzug Ihre erweiterten Conversions. Nutzen Sie außerdem einheitliche Parameter aus dem UTM Generator, damit Ihre Webanalyse den Kampagnenverkehr sauber trennt.
Migrationstool oder manuelle Budgetverschiebung: Was passt besser?
Google bietet zwei Wege an. Der erste ist das Migrationstool, das Google als empfohlene Methode bezeichnet. Der zweite ist eine neue Kampagne, in die Sie das Budget der alten Kampagne nach und nach verschieben. So schneiden die beiden Wege im Vergleich ab:
| Kriterium | Migrationstool | Manuelle Budgetverschiebung |
|---|---|---|
| Lernhistorie | Letzte 42 Tage ziehen mit, Lernphase ein bis zwei Tage | Die neue Kampagne lernt bei null |
| Tempo | Wenige Minuten | Mehrere Wochen |
| Kontrolle | Einstellungen ziehen automatisch mit | Sie bauen die Struktur selbst neu auf |
| Risiko | Kein Weg zurück | Die alte Kampagne bleibt als Rückfallebene |
| Passt zu | Sauberen, gut laufenden Kampagnen | Unübersichtlichen Konten mit Neuaufbaubedarf |
Meist bevorzuge ich das Tool, weil die Lernhistorie echten Wert hat. Wenn eine Kampagnenstruktur über die Jahre allerdings ausgefranst ist, nutzen Sie den Wechsel besser als Anlass für einen sauberen Neuaufbau.
Was sollten Sie vor dem Umzug in Ihrem Konto prüfen?
Bevor Sie auf den Button klicken, gehen Sie am besten eine kurze Checkliste durch. Diese Liste nutze ich in Kundenkonten:
- Exportieren und sichern Sie alle Displaykampagnen, Anzeigengruppen und Ausschlüsse.
- Finden Sie manuelle CPC Gebote und Gebote auf sichtbare Impressionen, und legen Sie die Ersatzstrategie vorher fest.
- Listen Sie Gebotsanpassungen, gemeinsame Budgets und Ausschlüsse auf Anzeigengruppenebene auf.
- Prüfen Sie Leadformulare, Click to Call Assets und eigene Werbetexte für Aktionen.
- Stellen Sie sicher, dass jede Kampagne ein echtes Logo und einen Unternehmensnamen hat.
- Kontrollieren Sie, ob die Conversion Aktionen korrekt auslösen und ob die primären Ziele stimmen.
- Setzen Sie Kampagnen mit HTML5 Anzeigen oder Drittanbieteranzeigen auf eine eigene Liste.
Schneller geht das mit unserem Google Ads Audit Tool. Es zeigt die wichtigsten Strukturprobleme Ihres Kontos in einem Bericht. Beachten Sie außerdem: Google empfiehlt, im Migrationstool höchstens 100 Kampagnen pro Durchgang auszuwählen. Teilen Sie große Konten daher in Gruppen auf.
Wie läuft die Umstellung in der Google Ads Oberfläche ab?
Die englischsprachige Hilfe beschreibt die Schritte klar. In der deutschen Oberfläche können die Menünamen anders übersetzt sein; deshalb nenne ich die englischen Begriffe in Klammern:
- Öffnen Sie die Kampagnenübersicht und filtern Sie den Kampagnentyp auf Display.
- Markieren Sie die Kampagnen, die Sie umziehen möchten.
- Wählen Sie im Menü Bearbeiten (Edit) die Option zum Upgrade auf Demand Gen („Upgrade to Demand Gen“).
- Übernehmen Sie die Änderung; der Vorgang dauert meist nur wenige Minuten.
Nach dem Umzug durchlaufen Ihre Anzeigen erneut die Prüfung. Laut Google brauchen neue Kampagnen eine Freigabe, egal welche Methode Sie wählen. Planen Sie den Wechsel daher nicht direkt vor einem wichtigen Verkaufstag. Ich wähle meist einen ruhigen Wochentag am Wochenanfang, an dem der Traffic stabil ist und das Team Zeit für die ersten Auswertungen hat.
Wie überwachen Sie die ersten zwei Wochen nach dem Wechsel?
Google schreibt offen, dass die Leistung in den ersten Tagen schwanken kann. Das ist normal. Gefährlich ist vielmehr, in Panik Einstellungen zu ändern, denn jede Änderung startet das Lernen neu.
Meine Routine für die ersten zwei Wochen sieht so aus:
- Tag eins bis drei: Ich prüfe nur Kosten, Impressionen und den Freigabestatus. Laufen die Anzeigen, und verteilt sich das Budget wie erwartet?
- Tag vier bis sieben: Ich vergleiche die Kosten pro Conversion mit dem Durchschnitt der alten Kampagne aus den letzten 30 Tagen.
- Zweite Woche: Ich öffne die Kanal und Placementberichte und suche nach Ausgaben an unerwarteten Stellen.
Denken Sie außerdem daran, dass sich das Budget am Umstellungstag zurücksetzt. Laut Google steht nicht verbrauchtes Tagesbudget an diesem Tag für die neue Kampagne erneut bereit. Die Gesamtausgaben können an diesem Tag also höher ausfallen. Halten Sie diesen einmaligen Ausreißer nicht für ein Leistungsproblem.
Wie sollten Sie die von Google genannten Zahlen einordnen?
Die Ankündigung enthält zwei auffällige Zahlen. Erstens verzeichneten Werbetreibende, die das Displaynetzwerk zu Demand Gen hinzufügten, im Schnitt 9,5 Prozent mehr ROI. Als Quelle nennt Google eigene globale interne Daten vom August 2025. Zweitens beschreibt eine Fallstudie einen um 24 Prozent niedrigeren CPA und 19 Prozent mehr Conversions.
Behalten Sie dabei zwei Punkte im Kopf. Zum einen handelt es sich um Durchschnittswerte und ausgewählte Beispiele; Ihr Konto kann sich anders verhalten. Zum anderen misst hier derjenige, der das Produkt auch verkauft. Das macht die Zahlen nicht falsch, aber sie sind eben kein unabhängiger Beleg.
Ich vertraue in meiner Arbeit nur einem Vorher und Nachher Vergleich im selben Konto. Vergleichen Sie gleich lange Zeiträume, dieselbe Conversion Definition und möglichst eine ähnliche Saison. Kurz gesagt: Der Durchschnitt von Google gibt eine Richtung vor, doch die Entscheidung sollten Ihre eigenen Daten treffen.
Was sollten Leadgenerierer statt Leadformularen nutzen?
Viele Dienstleister sammeln Anfragen über Leadformulare in Displaykampagnen. Weil Sie diese Assets vor dem Umzug löschen müssen, kann Ihr Anfragefluss plötzlich abreißen. Deshalb brauchen Sie vorher einen Ersatzplan.
Der verlässlichste Weg ist eine kurze, fokussierte Landingpage auf Ihrer Website. Geben Sie der Seite nur ein Ziel: das Formular absenden oder einen Termin buchen. Halten Sie die Formularfelder knapp; Name, Telefon und eine kurze Notiz reichen oft aus. Markieren Sie danach die Dankeseite als Conversion, denn ohne dieses Signal findet die automatische Gebotsstrategie nicht die richtigen Personen.
Prüfen Sie zudem Ladezeit und mobile Darstellung. Besucher aus der Anzeige haben den Komfort eines Formulars mit einem Fingertipp nicht mehr. Die Landingpage muss das also ausgleichen. Die Conversion Rate vor und nach dem Wechsel vergleichen Sie mit unserem Conversion Rate Rechner.
Welche Unternehmen trifft die Demand Gen Umstellung am stärksten?
Wie stark Sie der Wechsel trifft, hängt davon ab, wie sehr Sie Ihre Displaykampagnen angepasst haben. Bei einem Konto mit Standardeinstellungen dauert der Umzug nur Minuten. Einige Kontotypen brauchen dagegen mehr Vorbereitung:
- Konten mit manuellen Geboten: Sie müssen ihre Gebotslogik von Grund auf neu denken.
- Dienstleister mit Leadformularen: Sie müssen die Anfragen auf die eigene Website verlagern.
- Marken mit HTML5 Bannern: Sie brauchen bis zur Einführung des Formats einen anderen Creative Plan.
- Unternehmen, die Bekanntheit mit Brand Lift messen: Sie brauchen für das Displaynetzwerk eine neue Messmethode.
Onlineshops profitieren oft, weil Produktfeeds und Hochformatvideos gut zusammenspielen. Trotzdem ist das keine feste Regel; testen Sie also, bevor Sie davon ausgehen.
Demand Gen, Performance Max oder AI Max: Wie wählen Sie richtig?
Der Wechsel wirft natürlich eine weitere Frage auf: Gehört visuelles Inventar in Demand Gen oder in Performance Max, das alle Kanäle abdeckt? Meine kurze Antwort lautet so. Demand Gen gibt Ihnen mehr Kontrolle über Creatives und Zielgruppen, während Performance Max stärker auf Automatisierung setzt.
Wenn Sie zum Beispiel eine bestimmte Zielgruppe mit einer bestimmten Botschaft erreichen möchten, passt Demand Gen besser. Suchen Sie dagegen Conversions im gesamten Google Inventar und überlassen dem System gern die Steuerung, dann liegt Performance Max vorn. Für die Suche beschreibe ich die neuen Funktionen zur Suchanfragenzuordnung in meinem Beitrag über AI Max für Suchkampagnen.
Ich sehe diese drei Kampagnentypen nicht als Konkurrenten. In einem gut aufgebauten Konto arbeitet jeder Typ in einer anderen Phase des Funnels. Wichtig ist vor allem, dass Sie nicht mit drei Kampagnen gleichzeitig um dieselbe Zielgruppe gegen sich selbst bieten.
Wie begleiten mein Team und ich die Demand Gen Umstellung?
In den Konten, die wir betreuen, behandeln wir diesen Wechsel als kleines Umbauprojekt und nicht als technische Pflichtaufgabe. Zunächst exportieren wir das Konto und listen alle nicht unterstützten Einstellungen auf. Danach entscheiden wir, welche Kampagnen per Tool umziehen und welche wir neu aufbauen.
Vor dem Umzug prüfen mein Team und ich das Conversion Tracking und schließen Lücken bei den Creatives. Nach dem Umzug beobachten wir das Konto in den ersten zwei Wochen täglich. Die Verantwortung für Strategie und Ergebnis liegt bei mir; die Umsetzung übernehmen erfahrene Kolleginnen und Kollegen.
Wenn Sie diesen Wechsel gemeinsam planen möchten, erreichen Sie uns über unsere Seite zur Google Ads Verwaltung. Im ersten Schritt prüfen wir Ihre aktuellen Displaykampagnen und erstellen einen realistischen Zeitplan für den Umzug.
Womit sollten Sie jetzt anfangen?
Die Botschaft von Google ist eindeutig: Display verschwindet nicht, sondern zieht unter das Dach von Demand Gen. Das Migrationstool ist bereits verfügbar; das Ende der Neuanlage und der automatische Umzug folgen. Warten verschafft Ihnen also keine Zeit, sondern kostet nur Kontrolle.
Drei Dinge können Sie schon heute tun. Erstens: Listen Sie Ihre Displaykampagnen und alle nicht unterstützten Einstellungen auf. Zweitens: Bringen Sie Conversion Tracking und Creatives für die neuen Flächen in Form. Drittens: Ziehen Sie Ihre sauberste Kampagne als kleinen Test um und beobachten Sie sie zwei Wochen lang.
Mit diesen drei Schritten trifft Sie der Termin für den automatischen Umzug nicht unvorbereitet. Zudem haben Sie so die Chance, das neue Inventar vor Ihren Wettbewerbern zu testen.
Zum Schluss ein Hinweis: Diesen Leitfaden habe ich auf Basis der offiziellen Seiten von Google mit Stand September 2026 zusammengestellt. Wenn Google den Zeitplan aktualisiert, achten Sie auf die Hinweise in Ihrem Konto und in der Hilfe, und passen Sie Ihren Plan dann entsprechend an.




