Nofollow Links, Dofollow, Sponsored und UGC: Was ist der Unterschied?

Kurze Antwort
Was ist der Unterschied zwischen Dofollow und Nofollow Links, und wofür stehen sponsored und ugc?
Nofollow Links sind Links mit dem Wert rel="nofollow", mit dem Sie Google sagen, dass Sie Ihre Website nicht mit der Zielseite in Verbindung bringen möchten. Dofollow ist kein offizieller Wert, sondern bezeichnet einen normalen Link ohne rel Wert. Sponsored kennzeichnet bezahlte Links, ugc steht für Nutzerinhalte wie Kommentare und Foren.
In diesem Leitfaden trennen wir die vier Begriffe sauber voneinander. Außerdem zeigen wir, welcher Wert zu welchem Link gehört, was eine falsche Kennzeichnung kosten kann und wie Sie Ihre Website Schritt für Schritt prüfen. Bei Talha Aslan und Team erleben wir Linkattribute als eines der Themen im technischen SEO, das auf Kundenseiten am häufigsten durcheinandergerät.
Gibt es überhaupt ein Dofollow Attribut?
Nein, das gibt es nicht. In der Dokumentation von Google taucht kein rel Wert namens "dofollow" auf. Die SEO Branche nutzt das Wort für gewöhnliche Links ohne nofollow. Deshalb hat rel="dofollow" keinerlei technische Wirkung, denn weder Browser noch Google kennen diesen Wert.
Googles Anleitung zum Kennzeichnen ausgehender Links sagt es klar: Normale Links brauchen überhaupt keinen rel Wert. Ein "Dofollow Link" ist also nur der umgangssprachliche Name für einen Link ohne Kennzeichnung.
Die Unterscheidung wirkt klein, in der Praxis spielt sie allerdings eine Rolle. Manche Themes und Plugins bieten einen Schalter wie "auf Dofollow setzen". Meist entfernt dieser Schalter nur einen vorhandenen nofollow Wert. Wenn Sie nie prüfen, was das Plugin tatsächlich in den Code schreibt, sammeln sich auf Ihrer Website sinnlose oder widersprüchliche Werte an.
Wie unterscheiden sich die rel Werte im direkten Vergleich?
Die folgende Tabelle stellt die vier Begriffe nach ihrem Zweck nebeneinander. Sie stützt sich auf die Definitionen in Googles offizieller Dokumentation und auf typische Einsatzfälle, die wir in Projekten sehen.
| Wert | Was er aussagt | Typischer Einsatz | Haltung von Google |
|---|---|---|---|
| Kein Wert (Dofollow) | Normaler, redaktioneller Link | Quellenangaben, interne Links, empfohlene Seiten | Bewertet den Link auf übliche Weise |
| sponsored | Anzeige oder bezahlte Platzierung | Sponsored Posts, Affiliate Links, Banner, bezahlte Einträge | Bevorzugter Wert für bezahlte Links |
| ugc | Von Nutzern erstellte Inhalte | Blogkommentare, Forenbeiträge, Communityprofile | Hilft beim Erkennen von Nutzerinhalten |
| nofollow | Wunsch, nicht mit dem Ziel verbunden zu sein | Quellen, denen Sie nicht vertrauen, wenn nichts anderes passt | Allgemeiner Ersatzwert |
Vor allem die Zeile sponsored verdient Aufmerksamkeit. Ein bezahlter Link ohne Kennzeichnung kollidiert nämlich direkt mit Googles Spamrichtlinien. Die Wahl zwischen ugc und nofollow ist dagegen deutlich flexibler.
Was genau signalisieren Nofollow Links an Google?
Kurz gesagt teilt nofollow Google mit, dass Sie für die Zielseite nicht bürgen. Laut Googles Anleitung nutzen Sie den Wert, wenn die anderen Werte nicht passen und Google Ihre Website nicht mit der verlinkten Seite verbinden soll. Zudem passt er, wenn Google die Seite nicht ausgehend von Ihrer Website crawlen soll.
Die Anleitung enthält außerdem ein wichtiges Detail. Google folgt Links mit diesen Attributen laut Dokumentation "im Allgemeinen" nicht. Diese Formulierung ist bewusst gewählt, denn Google behält sich Spielraum vor. Google hat erklärt, dass es diese Werte als Hinweise in seine Bewertung einbezieht und nicht als strikte Befehle behandelt. Folglich machen Nofollow Links die Zielseite nicht unsichtbar: Google kann sie trotzdem über Sitemaps oder Links anderer Websites finden.
Nofollow Links senden also ein Signal gegen die Weitergabe von Rankingwert und gegen eine Verbindung; sie blockieren nichts. Wenn Sie eine Seite aus dem Index heraushalten möchten, brauchen Sie ein anderes Werkzeug. Den Unterschied erklären wir in unserem Vergleich von noindex, nofollow und robots.txt.
Wann ist der Wert sponsored Pflicht?
Jeder Link, den Sie gegen Geld, Produkte oder einen anderen Vorteil setzen, gilt als bezahlter Link. Google bevorzugt für solche Links den Wert sponsored, nofollow bleibt allerdings eine akzeptable Kennzeichnung. Entscheidend ist, dass der Link keinen Rankingwert weitergibt.
Googles Spamrichtlinien erkennen an, dass der Kauf und Verkauf von Links zur normalen Ökonomie des Webs gehört. Dieselbe Seite stellt allerdings klar, dass solche Links nur dann keinen Verstoß darstellen, wenn Sie sie mit nofollow oder sponsored kennzeichnen. Das Problem ist also nicht die Werbung selbst, sondern die fehlende Kennzeichnung.
Typische Fälle, in denen Sie sponsored einsetzen sollten:
- Links in einem Werbeartikel, für den eine Marke bezahlt hat.
- Provisionslinks aus Affiliate Programmen.
- Links in Testberichten, die Sie für ein kostenloses Produkt schreiben.
- Banner, Textanzeigen und bezahlte Verzeichniseinträge.
- Event und Partnerseiten, auf denen Sponsorenlogos verlinken.
Warum nutzen Kommentare und Foren den Wert ugc?
Ugc steht für "user generated content", also von Nutzern erstellte Inhalte. Links in Blogkommentaren, Forenbeiträgen, Fragebereichen und Nutzerprofilen gehören in diese Gruppe. Diese Links haben nicht Sie geschrieben, daher erwartet auch niemand, dass Sie für sie bürgen.
Googles Anleitung erlaubt zudem eine interessante Ausnahme. Bei vertrauenswürdigen Mitgliedern, die regelmäßig hochwertige Beiträge liefern, können Sie erwägen, den Wert zu entfernen. Zum Beispiel wirkt der Link eines Fachmanns, der seit Jahren hilfreiche Antworten in Ihrem Forum schreibt, wie eine Quelle, die Ihre Community bestätigt.
Ebenso spricht der Schutz vor Spam für ugc. Googles Spamrichtlinien beschreiben Spam, den Nutzer in öffentliche Bereiche einer Website einfügen, als eigenes Problem. Sie halten außerdem fest, dass Websitebetreiber davon oft nichts wissen. Den echten SEO Nutzen von Kommentaren beleuchten wir im Beitrag helfen Blogkommentare bei SEO.
Können Sie mehrere rel Werte in einem Link kombinieren?
Ja, das ist möglich. Laut Googles Anleitung dürfen Sie mehrere Werte in denselben Link schreiben und sie durch Leerzeichen oder Kommas trennen. So sind rel="ugc nofollow" und rel="ugc,nofollow" beide gültig. Diese Kombination ist praktisch, wenn Ihre Website auch mit älteren Suchmaschinen kompatibel bleiben soll.
Trotzdem sollten Sie es nicht unnötig verkomplizieren. Für einen Link im Kommentarbereich ist ugc allein klar genug. Ein zusätzliches nofollow schadet nicht, liefert allerdings auch keine neue Information. In seltenen Fällen, etwa bei einem bezahlten Kommentar oder einem gesponserten Nutzerprofil, ergibt die Kombination aus sponsored und ugc dagegen Sinn.
Langfristig ist es am saubersten, alle Linktypen Ihrer Website aufzulisten und jedem genau eine Regel zuzuordnen. Dann müssen Ihre Redakteure nicht bei jedem Beitrag neu entscheiden. Zudem kann ein neuer Entwickler die Regel aus einem Dokument lesen und genauso anwenden.
Haben Nofollow Links überhaupt keinen Einfluss auf das Ranking?
Ehrlich gesagt erklärt Google das nicht im Detail. Die offizielle Anleitung sagt, dass Google solchen Links im Allgemeinen nicht folgt, und Google behandelt die Werte als Hinweise. Die Behauptung, nofollow habe immer exakt null Wirkung, ist daher unbelegt. Ebenso unbelegt ist die Behauptung, solche Links hätten starke Rankingkraft.
In der Praxis bringen Nofollow Links indirekte Vorteile. Schon einer der Nofollow Links von einer Nachrichtenseite kann Ihnen Besucher schicken. Außerdem kann er Ihre Bekanntheit steigern und Leser dazu bringen, Sie an anderer Stelle zu erwähnen. Deshalb greift es zu kurz, einen Link nur mit der Frage "Ist er Dofollow?" zu beurteilen. Wir prüfen bei Linkchancen zunächst, ob die Leser der Quelle Ihre Kunden sind, und sprechen erst danach über das Attribut.
Was einen guten Link ausmacht, erklären wir im Leitfaden was sind Backlinks und wie erkennen Sie Linkqualität. Wie wir dort betonen, zählen Relevanz und eine echte redaktionelle Entscheidung mehr als der Attributtyp.
Was passiert, wenn Sie einen bezahlten Link nicht kennzeichnen?
Ein bezahlter Link ohne Kennzeichnung fällt unter Googles Definition von Linkspam. Konkret nennen die Spamrichtlinien Beispiele. Dazu zählen der Kauf oder Verkauf von Links für Rankingzwecke, Geld gegen Beiträge mit Links und Textanzeigen, die keinen Rankingwert blockieren. Das birgt ein Risiko für die verlinkende und für die verlinkte Website.
Google kann auf solche Verstöße algorithmisch oder mit einer manuellen Maßnahme reagieren. Falls Sie eine manuelle Maßnahme erhalten haben, führt Sie unser Leitfaden Google manuelle Maßnahme aufheben durch den Ablauf. Selbst dann kann kein Fachmann ein sicheres Ergebnis versprechen.
Vergessen Sie außerdem die algorithmische Seite nicht. Spamupdates verbessern im Lauf der Zeit Googles Fähigkeit, Linkspam zu erkennen. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag über Google Spamupdates und wie Sie eine Abstrafung vermeiden geschrieben.
Welche falschen Kennzeichnungen kommen am häufigsten vor?
In unseren Audits entstehen falsche Kennzeichnungen meist durch unbedachte Konfiguration. Niemand handelt mit böser Absicht. Allerdings überlagern sich Themes, Plugins und redaktionelle Gewohnheiten, bis das Bild unübersichtlich wird. Die folgende Liste fasst die Fehler zusammen, die wir am häufigsten sehen:
- Links in Sponsored Posts, die gar keinen Wert tragen.
- Ein Plugin, das jedem externen Link nofollow anhängt, auch vertrauenswürdigen Quellen.
- Affiliate Links, die über eine Weiterleitungsseite laufen und am Ende ohne Kennzeichnung bleiben.
- Kommentarbereiche ohne ugc, sodass Spamlinks Unterstützung von Ihrer Website erhalten.
- Interne Links mit nofollow, um das Crawling zu steuern.
- Ein erfundener Wert rel="dofollow", von dem jemand glaubt, er habe das Problem gelöst.
Jeder dieser Fehler birgt ein anderes Risiko. Zum Beispiel ist ein unmarkierter Sponsored Post ein ernstes Richtlinienrisiko. Unnötige Nofollow Links zu seriösen Quellen schwächen dagegen nur Ihre Unterstützung für gute Verweise. Beheben Sie daher immer zuerst die bezahlten Links.
Ist es sicher, jeden externen Link auf nofollow zu setzen?
Nein, deshalb raten wir davon ab. Googles Dokumentation zu crawlbaren Links empfiehlt nofollow nur, wenn Sie der Quelle nicht vertrauen, und ausdrücklich nicht für jeden externen Link Ihrer Website. Dieselbe Seite hält fest, dass Quellenangaben helfen können, Vertrauenswürdigkeit aufzubauen.
Wer jeden ausgehenden Link auf nofollow setzt, sagt Lesern und Google im Grunde, dass er niemandem vertraut. Ein Link auf eine offizielle Dokumentation zeigt zum Beispiel, worauf Ihr Inhalt beruht. Es gibt keinen Grund, diesen Link zu kennzeichnen.
Legen Sie stattdessen Regeln nach Vertrauensstufe fest. Offizielle Quellen und redaktionell empfohlene Seiten bleiben ohne Wert. Bezahlte Links erhalten sponsored, Nutzerinhalte ugc und zweifelhafte Quellen nofollow. So hat jeder Wert tatsächlich eine Bedeutung. Ein schriftliches Regelwerk beschleunigt zudem spätere Audits, weil alle die Begründung an derselben Stelle nachlesen.
Sollten Sie interne Links auf nofollow setzen?
In den meisten Fällen nicht. Googles Anleitung empfiehlt für Links innerhalb der eigenen Website eine Disallow Regel in der robots.txt statt nofollow. Der Grund liegt in der Funktionsweise des Crawlings. Nofollow verhindert nicht, dass Crawler die Seite auf anderen Wegen erreichen, daher eignet es sich nicht zuverlässig zur Steuerung des internen Crawlings.
Vor Jahren war eine Praxis namens "PageRank Sculpting" verbreitet. Websites setzten nofollow auf manche internen Seiten, um Linkkraft auf wichtige Seiten zu lenken. Heute gilt dieser Ansatz als unnötig und verwirrend. Ausführlicher behandeln wir das im Beitrag sind interne Links mit nofollow sinnvoll.
Soll eine interne Seite nicht im Index erscheinen, nutzen Sie noindex. Soll sie nicht gecrawlt werden, genügt die robots.txt. Nofollow erledigt dagegen keine dieser beiden Aufgaben vollständig.
Wie unterscheiden sich Nofollow Links von noindex?
Nofollow beschreibt die Art eines Links, noindex entscheidet dagegen, ob eine Seite in den Index gelangt. Laut Googles Anleitung erlauben Sie das Crawling und setzen eine noindex Regel, wenn eine Seite nicht im Index landen soll. Um den Abruf einer Seite zu blockieren, ist robots.txt mit Disallow das richtige Werkzeug.
Diese Begriffe zu verwechseln, ist trotzdem ein häufiger Fehler. Beispielszenario: Ein Betreiber möchte nicht, dass seine Dankeseite in den Suchergebnissen erscheint, und setzt nofollow auf den Menülink. Die Seite steht allerdings weiter in der Sitemap und in anderen Links, also findet Google sie trotzdem. Die richtige Lösung wäre noindex auf der Seite selbst gewesen.
Nofollow lässt sich außerdem als Robots Meta Tag nutzen. Dann gilt es für alle Links der Seite. Diese Nutzung unterscheidet sich vom rel Wert auf Linkebene, und Sie brauchen sie selten. Denkbar ist sie etwa für eine Seite, auf der Nutzer frei posten und Sie nicht moderieren können. Auf normalen Inhaltsseiten stiftet sie meist mehr Verwirrung als Nutzen.
Wie wirken Ankertext und rel Wert zusammen?
Der Ankertext ist der klickbare Text eines Links, daher zählt er unabhängig vom rel Wert. Laut Googles Anleitung ist guter Ankertext beschreibend, angemessen kurz und relevant für die Seite, auf der er steht, sowie für die Zielseite. Allgemeine Formulierungen wie "hier klicken" sind schwach.
Bei bezahlten Links fällt kommerzieller Ankertext mit exaktem Suchbegriff zusätzlich auf. Ein Link ohne Kennzeichnung mit einer Phrase wie "günstigste Kredite" in einem Sponsored Post hinterlässt zum Beispiel eine typische Spur von Manipulation. Wer hier sponsored weglässt, geht somit ein noch größeres Risiko ein.
Ankertexttypen und eine natürliche Verteilung erklären wir im Leitfaden was ist Ankertext und wie setzen Sie ihn richtig ein. Wenn Sie rel Werte und Ankertexte gemeinsam prüfen, bleibt Ihr Linkprofil natürlich.
Wie kennzeichnen Sie Affiliate Links richtig?
Affiliate Links bringen Ihnen pro Klick oder Verkauf eine Provision. Das ist eine bezahlte Beziehung, daher fällt sie unter Googles Definition bezahlter Links. Der Wert sponsored ist für diese Links der klarste Weg.
Zudem leiten viele Websites Affiliate Links über eine Weiterleitung auf der eigenen Domain. Eine Adresse wie example.com/go/produkt schickt den Besucher zum Beispiel in den Shop. Diese Konstruktion ist an sich kein Problem. Der Link auf der Seite braucht allerdings trotzdem sponsored, denn die Weiterleitung ersetzt die Kennzeichnung nicht.
Seien Sie außerdem gegenüber Ihren Lesern transparent. Ein Hinweis am Anfang des Beitrags, dass Links Provisionen bringen, stärkt das Vertrauen. Zudem spielt er für Werberegeln in manchen Ländern eine Rolle. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung, klären Sie lokale Regeln daher mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Vermeiden Sie schließlich Seiten, die nur Affiliate Links auflisten. Google kann Seiten ohne eigenen Mehrwert, die Besucher nur weiterschicken, als dünne Inhalte einstufen. Eigene Tests, Vergleiche oder Erfahrungen geben der Seite einen Grund, der über die Links hinausgeht.
Wie behandeln Sie JavaScript Links, Social Profile und Verzeichnisse?
Rel Werte funktionieren auch bei JavaScript Links, allerdings unter einer Bedingung. Laut Googles Anleitung gelten die Werte nur für a Elemente, die Google crawlen kann. Die Seite zu crawlbaren Links verlangt zudem ein a Element mit href Attribut. Links, die JavaScript nachträglich einfügt, gelten als crawlbar, solange sie dieses Standardmarkup nutzen.
Soziale Plattformen versehen ausgehende Links in Profilen und Beiträgen meist mit eigenen Werten. Deren Code steuern Sie nicht, betrachten Sie diese Links also als Trafficquelle und nicht als Rankingwerkzeug.
Verzeichnisse verlangen dagegen mehr Sorgfalt. Googles Spamrichtlinien zählen Links aus minderwertigen Verzeichnissen und Bookmarkseiten zu den Beispielen für Linkspam. Massenhafte Einträge in Hunderte Verzeichnisse sind somit keine wertvolle Strategie, ob gekennzeichnet oder nicht. Echte Branchenverzeichnisse und lokale Unternehmenslisten sind dagegen etwas anderes, weil tatsächliche Kunden sie nutzen. Der Test ist einfach: Besuchen echte Menschen diese Liste, oder existiert sie nur wegen der Links?
Wie reagieren Sie auf Angebote, Links auf Ihrer Website zu kaufen?
Sobald Ihre Website etwas Traffic hat, erhalten Sie vermutlich Nachrichten mit dem Angebot, gegen Bezahlung einen Link in einen Ihrer Beiträge einzufügen. Solche Angebote anzunehmen, ist an sich nicht verboten. Allerdings sollten Sie klar verlangen, dass der Link sponsored trägt.
In der Praxis verschwinden viele dieser Angebote, sobald die Kennzeichnung zur Sprache kommt. Das zeigt, dass es eigentlich um den Kauf von Rankingkraft ging und nicht um Werbung. Wer so ein Angebot ohne Kennzeichnung annimmt, macht seine Website womöglich zum Teil eines Linknetzwerks.
Falls Sie selbst über Linkkauf nachdenken, legen Sie denselben Maßstab an. Ein Link mit sponsored kann sinnvoll sein, wenn er Ihnen echte Besucher bringt. Unmarkierte Links nur für das Ranking zu kaufen, birgt dagegen ein Richtlinienrisiko und schafft keinen dauerhaften Wert. Bedenken Sie zudem, dass auch der Tausch von Produkt gegen Beitrag mit Link auf derselben Liste der Spambeispiele steht.
Wie entscheiden Sie, welcher Wert zu einem Link passt?
Am einfachsten stellen Sie dem Link vier Fragen. In den meisten Fällen führen sie Sie in wenigen Sekunden zum richtigen Wert:
- Haben Sie für diesen Link Geld, ein Produkt, einen Rabatt oder einen anderen Vorteil erhalten? Dann nutzen Sie sponsored.
- Hat ein Nutzer den Link eingefügt und nicht Sie? Dann nutzen Sie ugc.
- Vertrauen Sie der Quelle und empfehlen Sie sie Ihren Lesern ehrlich? Dann setzen Sie keinen Wert.
- Passt nichts davon, und Sie möchten trotzdem nicht mit der Seite verbunden sein? Dann nutzen Sie nofollow.
Die Reihenfolge ist bewusst gewählt, denn das Risiko unterscheidet sich. Die erste Frage birgt das höchste Risiko und steht deshalb vorne. Ein Link, den ein Nutzer eingefügt und für den jemand bezahlt hat, braucht zum Beispiel trotzdem sponsored; ugc können Sie zusätzlich ergänzen.
Halten Sie die Entscheidung außerdem schriftlich fest. Wenn alle im Team dieselben Fragen in derselben Reihenfolge stellen, entsteht ein einheitliches Linkprofil. Diese Einheitlichkeit hilft Ihnen dann auch, Probleme bei Audits deutlich schneller zu erkennen.
Wie prüfen Sie die rel Werte auf Ihrer Website?
Für ein Audit brauchen Sie keine teure Infrastruktur; eine feste Methode genügt. Auf Kundenseiten gehen wir in dieser Reihenfolge vor:
- Crawlen Sie die Website und exportieren Sie alle externen Links mit ihrem rel Wert.
- Ordnen Sie die Links in Gruppen: redaktionell, bezahlt, Affiliate, Nutzerinhalt und intern.
- Notieren Sie für jede Gruppe den Zielwert und vergleichen Sie ihn mit dem Ist Zustand.
- Prüfen Sie das Archiv der Sponsored Posts gesondert, weil ältere Beiträge am häufigsten keine Kennzeichnung haben.
- Kontrollieren Sie im Quellcode, ob Kommentar und Forenvorlagen ugc setzen, statt sich auf einen einzelnen Testkommentar zu verlassen.
- Beheben Sie Fehler auf Vorlagenebene, nicht Beitrag für Beitrag.
- Wiederholen Sie den Crawl einen Monat später und prüfen Sie, ob neue Inhalte die Regel einhalten.
Dieses Audit selbst durchzuführen, kann allerdings Zeit kosten. Wenn Sie möchten, beheben wir das Problem auf Ihrer Website und behalten es dauerhaft im Blick; Umfang und Angebot finden Sie auf der Seite unserer SEO Beratung.
Warum zählt der rel Wert Ihrer eingehenden Backlinks?
Zunächst hilft Ihnen der Blick auf die Werte eingehender Links, die Gesundheit Ihres Linkprofils zu verstehen. Ein Profil, in dem jeder Link ohne Kennzeichnung ist, kann unnatürlich wirken, ebenso eines, in dem jeder Link nofollow trägt. Im echten Web kommen Links gemischt aus Nachrichten, Foren, Social Profilen und redaktionellen Quellen.
Beispielszenario: Eine Website erhält in kurzer Zeit viele unmarkierte Links aus Werbeartikeln auf themenfremden Blogs. Tragen all diese Links kommerzielle Ankertexte, entsteht ein Muster, das auf bezahlte Links hindeutet. Ein solches Profil erzeugt mehr Risiko als Rankingnutzen.
Prüfen Sie rel Werte ebenso, wenn Sie Linkprofile der Konkurrenz untersuchen. Unser Beitrag zur Backlink Analyse der Konkurrenz zeigt Ihnen den Weg. Um verlorene wertvolle Links zurückzugewinnen, lesen Sie unseren Leitfaden zur Link Reclamation und defekten Backlinks.
Welcher Wert passt zu Gastbeiträgen und Werbeartikeln?
Konkret ist ein Gastbeitrag ein Inhalt auf einer fremden Website, der meist auf den Autor zurückverlinkt. Hat jemand für den Beitrag bezahlt oder erschien er im Tausch gegen ein Produkt oder eine Leistung, gilt der Link als bezahlt und braucht sponsored. Googles Spamrichtlinien nennen bezahlte Artikel mit Links, die Rankingwert weitergeben, als klares Beispiel.
Eine rein redaktionelle Einladung zu einem Fachbeitrag ohne Bezahlung ist dagegen ein anderer Fall. Trotzdem weckt es Misstrauen, wenn der Autor Links mit Suchbegriffen auf die eigene Website im ganzen Text verteilt. Deshalb empfehlen wir, den Autorenlink in der Autorenbox mit natürlicher Formulierung zu setzen.
Außerdem kann bezahlter Inhalt auf einer fremden Website, der deren Ansehen ausnutzt, gegen eine weitere Richtlinie verstoßen. Dieses Risiko erklären wir im Beitrag über Site Reputation Abuse und Parasite SEO.
Wer sollte Ihre Strategie für Nofollow Links verantworten?
Zunächst: Rel Werte sind keine einmalige Einstellung. Sie sind eine Regel, die mit Ihrem Redaktionsprozess, dem Anzeigenverkauf und dem Communitymanagement mitlebt. Deshalb sollte die Verantwortung nicht bei einer einzigen Person liegen. Redaktion, Entwicklung und Vertrieb sollten dieselbe Regel kennen.
Für ein kleines Unternehmen ist dieses Regelwerk meist in wenigen Stunden aufgesetzt. Auf einer Verlagsseite mit Hunderten Sponsored Posts erfordert es allerdings laufende Kontrolle, alte Inhalte zu bereinigen und neue zu schützen. Bei Talha Aslan und Team begleiten wir diese Kontrolle mit regelmäßigen Berichten. Darin führen wir neue bezahlte Inhalte, Vorlagen mit geänderter Kennzeichnung und ungewöhnliche Anstiege eingehender Links als eigene Punkte auf.
Schließlich garantiert keine Kennzeichnung allein ein Ranking. Eine korrekte Kennzeichnung senkt das Risiko und beschreibt Ihre Website gegenüber Google zutreffend. Rankings entstehen aus vielen Faktoren zusammen, etwa Inhaltsqualität, technischer Zustand und echten Links. Wenn Sie Ihre Linkattribute prüfen und regelmäßig überwachen lassen möchten, können Sie auf unserer Seite zur SEO Beratung ein Angebot anfordern.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



