Klicktiefe: Wie viele Klicks von der Startseite sind zu viel?

Kurze Antwort
Was ist die Klicktiefe (Crawl Depth) einer Seite?
Die Klicktiefe gibt an, wie viele Klicks Sie auf dem kürzesten internen Linkpfad von der Startseite bis zu einer Unterseite brauchen. Die Startseite liegt auf Ebene null, eine Kategorie aus dem Hauptmenü auf Ebene eins, ein Produkt darin auf Ebene zwei. Wichtige Seiten sollten Sie möglichst innerhalb von drei Klicks halten.
In diesem Ratgeber zeigen wir, Talha Aslan und unser Team, wie wir die Klicktiefe in Projekten messen, warum Paginierung und Filter Seiten unbemerkt nach unten drücken und mit welchen Methoden Sie eine Seitenstruktur abflachen, ohne etwas kaputtzumachen. Alle Beispiele sind Beispielszenarien und keine Kundenfälle; als Domain verwenden wir example.com.
In englischen Quellen finden Sie dafür die Begriffe crawl depth, click depth oder page depth. Im Deutschen spricht man außerdem von Seitentiefe oder Linktiefe. Kurz gesagt stellen alle Begriffe dieselbe Frage: In wie vielen Schritten erreichen Crawler und Besucher diese Seite?
Ist die Klicktiefe dasselbe wie die Verzeichnistiefe einer URL?
Nein, beide Werte messen etwas anderes und werden oft verwechselt. Die Verzeichnistiefe zählt die Ordner in einer Adresse; example.com/damen/schuhe/laufen/trail/ liegt also vier Ordner tief. Die Klicktiefe betrachtet dagegen nicht die Adresse, sondern die Linkstruktur. Deshalb kann eine Adresse mit vier Ordnern nur einen Klick entfernt sein, wenn die Startseite direkt auf sie verlinkt.
Umgekehrt funktioniert das ebenso. Eine kurze Adresse wie example.com/produkt123 kann auf Ebene acht landen, wenn der einzige Link am Ende einer langen paginierten Liste steht. Der Einstiegsleitfaden von Google erwähnt zwar, dass Verzeichnisse beim Gruppieren ähnlicher Themen helfen können. Die Ordnerstruktur allein entscheidet allerdings nicht, wie leicht eine Seite auffindbar ist.
| Messgröße | Was sie betrachtet | Beispiel | Bedeutung für SEO |
|---|---|---|---|
| Klicktiefe | Kürzester Linkpfad ab der Startseite | Start, Kategorie, Produkt: 2 Klicks | Tempo der Entdeckung und Stärke interner Links |
| Verzeichnistiefe | Anzahl der Ordner in der Adresse | /a/b/c/: 3 Ordner | Ordnung und Gruppierung; allein kein Rankingsignal |
| Paginierungstiefe | Seitenzahl innerhalb einer Liste | ?page=9 | Einträge am Listenende rutschen nach unten |
| Filtertiefe | Anzahl kombinierter Filter | Farbe + Größe + Preis | Vervielfacht URLs und verteilt das Crawling |
Gibt Google eine offizielle Grenze für die Klicktiefe vor?
Nein, in der Dokumentation von Google Search Central steht keine Regel, nach der Google Seiten ab einer bestimmten Klickzahl nicht mehr crawlt. Die bekannte Regel der drei Klicks ist also keine Google Regel. Sie ist ein Richtwert aus Usability und SEO Praxis. Klar formuliert die Dokumentation dagegen alles rund um Links.
Im Leitfaden zu crawlbaren Links schreibt Google, dass jede Seite, die Ihnen wichtig ist, von mindestens einer anderen Seite Ihrer Website verlinkt sein sollte. Zudem erklärt Google, dass es einen Link in der Regel nur crawlen kann, wenn er ein normales a Element mit Attribut href ist. Der Einstiegsleitfaden ergänzt, dass Google die meisten neuen Seiten über Links auf bereits gecrawlten Seiten findet.
Anders gesagt: Google entdeckt Ihre Seiten, indem es einer Kette von Links folgt. Je länger die Kette, desto mehr Schritte braucht der Crawler, und jeder Schritt ist eine weitere Bruchstelle. Daher sollten Sie die Klicktiefe nicht als direkten Rankingfaktor lesen, sondern als strukturellen Zustand, der Entdeckung und Wichtigkeit beeinflusst.
Warum haben Seiten nahe der Startseite einen Vorteil?
Auf den meisten Websites erhält die Startseite die meisten externen Links, und Google ruft sie am häufigsten ab. Seiten, auf die sie direkt verlinkt, sieht der Crawler beim nächsten Besuch also sofort. Deshalb fallen neue Inhalte und Änderungen auf nahen Seiten meist früher auf.
Der zweite Effekt betrifft die Verteilung interner Links. Eine Seite weit oben bekommt meist Links aus dem Menü, von Kategorieseiten und aus der Breadcrumb. Eine tiefe Seite hängt dagegen oft an einem einzigen Link einer Listenseite. Außerdem verraten Anzahl und Position der Links, welche Seiten die Website selbst für wichtig hält.
- Entdeckung: Nahe Seiten erreicht der Crawler in weniger Schritten.
- Aktualität: Seiten mit Links von oft gecrawlten Seiten besucht Google meist früher erneut.
- Wichtigkeit: Eine Seite mit vielen internen Links wirkt wie eine Seite, die Sie hervorheben.
- Nutzer: Besucher finden das Gesuchte mit weniger Klicks und springen seltener ab.
Allerdings garantiert nichts davon ein Ranking. Eine dünne Seite nahe der Startseite rankt trotzdem nicht, und eine starke tiefe Seite kann über externe Links dennoch auffindbar sein.
Wie viele Klicks von der Startseite sind für wichtige Seiten ideal?
Aus unserer Praxis ergibt sich dieser Startbereich: umsatzstarke Kategorie und Leistungsseiten mit einem oder zwei Klicks, Produkt und Artikelseiten mit höchstens drei oder vier Klicks. Das ist ein Richtwert aus der Praxis und keine Garantie, denn Größe und Aufbau der Website verändern das Bild.
| Seitentyp | Ziel für die Klicktiefe | Warum |
|---|---|---|
| Hauptleistung oder Hauptkategorie | 1 | Zentrum von Umsatz und Suchnachfrage |
| Unterkategorie, Standort oder Leistungsunterseite | 1 bis 2 | Suchanfragen mit Kaufabsicht |
| Produkt, Artikel, Fallstudie | 2 bis 4 | Große Menge, daher über Hubseiten tragen |
| Archiv, Tag, alte Kampagne | Darf tief liegen | Unkritisch, wenn kein Suchziel |
Bei der Zielsetzung zählt der Wert einer Seite, nicht die Anzahl. In einer Kategorie mit hundert Produkten bringt es oft mehr, die zehn meistgesuchten Artikel nach oben zu holen, als die ganze Liste abzuflachen. Diese Prioritätenliste bauen Sie also aus Suchanfragen in der Search Console und Ihren Verkaufsdaten.
Auf einer kleinen Unternehmenswebsite liegt ohnehin alles innerhalb von zwei Klicks. In einem Onlineshop mit Tausenden Produkten oder einem Blog mit Hunderten Beiträgen steigt die durchschnittliche Tiefe dagegen leise auf sieben oder acht. Solche Strukturen messen, korrigieren und überwachen wir monatlich; Umfang und Ablauf finden Sie auf der Seite unserer SEO Beratung, dort können Sie auch ein Angebot anfragen.
Wie hängt die Klicktiefe mit dem Crawl Budget zusammen?
Die Klicktiefe verbraucht das Crawl Budget nicht direkt. Vielmehr verteilen die unnötigen URLs, die oft hinter einer tiefen Struktur stecken, das Budget auf zu viele Adressen. Der Leitfaden von Google zum Crawling Budget großer Websites betont, dass das Thema vor allem sehr große oder sich schnell ändernde Websites betrifft und die meisten kleineren Websites sich darum nicht sorgen müssen.
Derselbe Leitfaden erklärt, dass Google versucht, alle oder die meisten bekannten URLs einer Website zu crawlen, und dass doppelte oder unwichtige URLs Crawlingzeit verschwenden. Erzeugen Sortieroptionen und Filterkombinationen zum Beispiel Tausende neue Adressen, beschäftigt sich der Crawler zunächst damit statt mit Ihren echten Produkten. Somit wird aus einem Tiefenproblem ein Effizienzproblem beim Crawling.
Wenn Googlebot bei Ihnen seltener vorbeikommt, finden Sie Ursachen rund um Serverantworten und Statistiken im Beitrag warum Googlebot weniger crawlt. Dieser Artikel konzentriert sich dagegen nur auf die strukturelle Tiefe.
Warum erhöht die Paginierung die Klicktiefe so stark?
Die Paginierung ist der heimtückischste Grund für wachsende Tiefe. Verlinkt eine Kategorieseite nur auf die Seiten eins, zwei, drei und weiter, muss ein Crawler neun Seiten durchlaufen, um ein Produkt auf Seite zehn zu erreichen. Liegt die Kategorie selbst schon auf Ebene zwei, landet dieses Produkt auf Ebene elf.
Der Paginierungsleitfaden von Google empfiehlt, jede Seite mit einem normalen Link mit href auf die nächste Seite zu verweisen und jeder Seite eine eigene URL zu geben. Außerdem rät er davon ab, die erste Seite als kanonische Adresse der ganzen Reihe zu verwenden. Schließlich weist er darauf hin, dass Google rel next und prev nicht mehr nutzt.
Konkret senken Sie die Tiefe in paginierten Listen mit diesen Schritten.
- Erhöhen Sie die Zahl der Einträge pro Seite auf ein sinnvolles Maß, damit die Reihe kürzer wird.
- Verlinken Sie nicht nur Nachbarseiten, sondern auch mehrere Seiten voraus und die letzte Seite.
- Teilen Sie lange Kategorien in Unterkategorien, damit jede Liste kurz bleibt.
- Stellen Sie die wichtigsten Produkte oben in der Kategorie und in passenden Ratgebern heraus.
Die technische Einrichtung beschreiben wir im Beitrag Paginierung für SEO richtig einrichten.
Wie blähen Filter und Facettennavigation die Tiefe auf?
Bei der Facettennavigation kombinieren Besucher Optionen wie Farbe, Größe, Marke und Preis, und jede Kombination erzeugt eine eigene URL. Jeder zusätzliche Filter fügt eine Ebene hinzu, deshalb wächst die Zahl der Kombinationen sehr schnell. Am Ende trifft der Crawler auf weit mehr Filteradressen als auf echte Produktseiten.
Der Leitfaden von Google zur Facettennavigation beschreibt das als übermäßiges Crawling und empfiehlt, Filter URLs ohne Indexierungsbedarf per robots.txt zu sperren. Sollen gefilterte Seiten in den Index, rät Google zum üblichen Trennzeichen &, zu einer gleichbleibenden Filterreihenfolge und zum Statuscode 404 für Kombinationen ohne Ergebnis.
Für die Tiefe ist der Kern einfach. Filteradressen schaffen neue Ebenen, aber selten neuen Wert. Zudem nehmen sie den wichtigen Seiten Crawlingzeit weg. Die Entscheidungen zu Canonical und robots.txt erklären wir im Beitrag Facettennavigation und ihre SEO Wirkung.
Können Endlos Scrollen und die Schaltfläche Mehr laden Seiten verstecken?
Ja, wenn beide nur mit JavaScript arbeiten. Der Paginierungsleitfaden von Google erinnert daran, dass Crawler in der Regel den URLs im Attribut href von a Elementen folgen, während Endlos Scrollen und Schaltflächen zum Nachladen meist auf JavaScript beruhen. Daher sollten diese Inhalte zusätzlich über crawlbare Links erreichbar sein.
Beispielszenario: Der Blog auf example.com zeigt zwölf Beiträge in der Hauptliste und lädt den Rest beim Scrollen nach. Die URL ändert sich nie, und eine paginierte Alternative fehlt. Dann existieren die Beiträge nach Nummer zwölf für einen Crawler nur, wenn andere Links auf sie zeigen. Kurz gesagt wird ihre Klicktiefe unendlich.
Dasselbe gilt für Produktbeschreibungen in Tabs und für Akkordeonmenüs. Stehen die Links mit echten Adressen im ersten HTML, ist alles in Ordnung. Entstehen sie erst nach einem Klick, sieht der Crawler sie unter Umständen nie; prüfen Sie wichtige Links also im Quelltext.
Die Lösung ist einfach. Behalten Sie das Scrollerlebnis, aber hinterlegen Sie eine paginierte Struktur, in der jeder Abschnitt eine eigene URL und einen Link mit href hat. Dann scrollen Besucher, und Crawler folgen den Seiten der Reihe nach.
Warum rutschen Blogbeiträge mit der Zeit immer tiefer?
Chronologische Blogs werden von allein tiefer. Jeder neue Beitrag steht oben in der Liste und schiebt ältere Beiträge eine Stufe zurück. Zeigt ein Blog zum Beispiel zehn Beiträge pro Seite, landen Ihre ersten Artikel nach zweihundert Veröffentlichungen auf Listenseite zwanzig.
Das schadet vor allem wertvollen älteren Ratgebern. Ein Artikel mit externen Links und laufendem Suchtraffic wird innerhalb der Website fast unsichtbar. Eine reine Datumsliste reicht also nicht aus.
- Gruppieren Sie Beiträge über Kategorie und Themenseiten nach Inhalt statt nach Datum.
- Verlinken Sie aus neuen Beiträgen im Kontext auf passende ältere Ratgeber.
- Halten Sie wichtige Ratgeber auf Hubseiten und oben auf der Blogstartseite.
- Ergänzen Sie Links aus neueren Inhalten, sobald Sie einen alten Beitrag aktualisieren.
So wächst die Tiefe nicht mit der Zahl Ihrer Inhalte. Stattdessen öffnet jeder neue Beitrag einen frischen Weg zu älteren Inhalten.
Rettet das interne Suchfeld tief liegende Seiten?
Nein, das Suchfeld hilft Besuchern, ist aber kein Weg für Crawler. Crawler finden Seiten über Links; sie tippen keine Begriffe in ein Formular und warten auf Ergebnisse. Der Gedanke, ein Produkt sei ja über die interne Suche auffindbar, löst daher kein Problem mit der Klicktiefe.
Zudem erzeugen interne Suchergebnisseiten häufig dünne und doppelte Inhalte. Verbreiten Sie diese über Links, wächst die Zahl der Adressen ähnlich wie bei Filtern. Auf vielen Websites ist es deshalb sinnvoll, solche Seiten aus dem Index herauszuhalten.
Zusammengefasst: Behalten Sie das Suchfeld für die Nutzer, aber bauen Sie dauerhafte Wege zu wichtigen Seiten über Menü, Kategorien und interne Links.
Wie steuern Sie die Klicktiefe auf mehrsprachigen Websites?
Auf mehrsprachigen Websites hat jede Sprache ihren eigenen Startpunkt. So wirken etwa example.com/en/ und example.com/de/ jeweils als Ebene null für die eigenen Inhalte. Daher braucht jede Sprachversion ein vollständiges Menü und eine eigene Kategoriestruktur.
In der Praxis sehen wir oft eine zweite Sprache, die schwächer verlinkt ist als die Hauptsprache. Eine Kategorie aus dem Hauptmenü der einen Sprache ist in der anderen nur über den Sprachumschalter erreichbar. Folglich liegt dieselbe Seite in einer Sprache zwei Klicks tief und in der anderen fünf.
Beim Messen starten Sie den Crawler deshalb getrennt von jeder Sprachstartseite und vergleichen die Verteilungen nebeneinander. So erkennen Sie sofort, in welcher Sprache die Struktur Lücken hat.
Wie messen Sie die Klicktiefe Ihrer Website?
Die Klicktiefe messen Sie mit einem Website Crawler. Solche Programme starten auf der Startseite, folgen den Links und zeigen für jede URL an, nach wie vielen Schritten sie erreichbar war. Wir empfehlen kein bestimmtes Produkt; die meisten Desktop und Cloudcrawler bieten eine Spalte für die Tiefe.
- Starten Sie den Crawler mit der kanonischen Adresse der Startseite und lassen Sie ihn robots.txt beachten.
- Aktivieren Sie das Rendern von JavaScript, falls Ihr Menü mit JavaScript entsteht.
- Sortieren Sie nach Abschluss die URL Liste nach der Spalte für die Tiefe.
- Filtern Sie auf Seiten mit Statuscode 200, die indexierbar und kanonisch sind.
- Zählen Sie die Seiten je Ebene und übernehmen Sie wichtige Seiten ab Ebene vier in eine eigene Liste.
- Gleichen Sie diese Liste mit Klicks und Impressionen aus der Search Console ab.
Außerdem entdecken Sie beim Crawlen defekte Links. Ein kaputter interner Link unterbricht einen Pfad und erhöht die Tiefe künstlich. Für eine schnelle Prüfung können Sie unseren Broken Link Checker nutzen.
Was verrät die Search Console über die Klicktiefe?
Die Search Console zeigt keine Spalte für die Klicktiefe. Indirekt hilft sie dennoch sehr. Der Bereich für interne Links im Bericht Links listet die Seiten, die von Ihrer eigenen Website am häufigsten verlinkt sind, und zeigt für eine gewählte Seite, welche Seiten auf sie verweisen.
Die Hilfeseite zum Bericht Links erklärt, dass die Daten eine Stichprobe und keine vollständige Liste sind, dass Tabellen höchstens 1.000 Zeilen zeigen und dass der Bericht nicht angibt, ob ein Link nofollow ist. Deshalb nutzen Sie ihn neben einem Crawler, nicht stattdessen.
In der Praxis lesen Sie ihn so: Steht eine wichtige Seite weit unten in der Liste interner Links oder fehlt sie ganz, liegt sie vermutlich zu tief. Den Umgang mit dem Werkzeug insgesamt erklären wir in der Search Console Anleitung für Einsteiger.
Welche Seiten dürfen ruhig tief liegen?
Nicht jede Seite muss innerhalb von drei Klicks liegen. Wenn Sie Seiten ohne Suchziel tiefer lassen, schaffen Sie sogar Platz für die wichtigen. Entscheidend ist, dass tiefe Seiten bewusst dort liegen.
- Alte Kampagnen und Ankündigungen, die keinen Suchtraffic mehr bringen.
- Dünne Listen wie Tagarchive und Datumsarchive.
- Konto, Warenkorb, Kasse und Dankeseiten.
- Dauerhaft eingestellte Produkte, bis Sie passende Weiterleitungen planen.
Andererseits sollten diese Seiten nie tief liegen: umsatzstarke Leistungs und Kategorieseiten, Ihre meistgesuchten Produkte, neue Inhalte, die schnell entdeckt werden sollen, und Ratgeber mit externen Links. Ohne diese Trennung füllen Sie das Menü sonst mit Links, die Sie nicht brauchen.
Mit welchen Methoden flachen Sie die Seitenarchitektur ab?
Abflachen bedeutet, wichtige Seiten mit weniger Klicks an die Startseite anzubinden. Es bedeutet nicht, Seiten zu löschen oder URLs zu ändern. Meist senken Sie die Tiefe allein über die Linkstruktur und lassen die Adressen unverändert; damit entfällt jedes Risiko durch Weiterleitungen.
- Verlinken Sie umsatzstarke Kategorien direkt aus dem Hauptmenü.
- Ergänzen Sie Kategorieseiten um Blöcke für Unterkategorien und hervorgehobene Produkte.
- Bauen Sie Hubseiten für Themencluster und verlinken Sie dort jeden passenden Artikel.
- Setzen Sie kontextuelle interne Links im Fließtext.
- Verbinden Sie jede Seite per Breadcrumb mit ihren übergeordneten Ebenen.
- Nutzen Sie den Footer nur für wenige wirklich wichtige Seiten.
- Beseitigen Sie defekte interne Links und Weiterleitungsketten.
Das Gesamtbild zur internen Verlinkung finden Sie in unserem Beitrag interne Verlinkung als SEO Strategie. Hier heben wir nur die Teile hervor, die die Tiefe senken.
Wie verringern Breadcrumbs und Hubseiten die Klicktiefe?
Breadcrumbs sind die Pfadlinks oben auf einer Seite, etwa Start, Kategorie, Unterkategorie. Sie verbinden eine tiefe Produktseite mit den übergeordneten Ebenen und verkürzen damit die Wege nach oben. Zudem zeigen sie Besuchern, wo sie sich gerade befinden.
Eine Hubseite bündelt dagegen ein Thema an einem Ort. Ein Hub für Ratgeber zu Laufschuhen auf example.com verlinkt zum Beispiel vierzig Artikel auf einer einzigen Seite. Verlinkt das Hauptmenü auf diesen Hub, liegen alle vierzig Artikel nur noch zwei Klicks von der Startseite entfernt. Inhalte, die vorher auf Ebene sechs oder sieben im Archiv lagen, kommen also wieder an die Oberfläche.
Die Vorteile für Nutzer und Suche beschreiben wir im Beitrag warum Ihre Website eine Breadcrumb Navigation braucht.
Rettet eine XML Sitemap tief liegende Seiten allein?
Nein, eine XML Sitemap unterstützt die Entdeckung, ersetzt aber keine internen Links. Der Leitfaden zum Crawling Budget sagt, dass Google Sitemaps regelmäßig liest, und empfiehlt, alle Inhalte aufzunehmen, die Google crawlen soll. Allerdings bleibt eine URL in der Sitemap ohne interne Links trotzdem eine verwaiste Seite.
Die Sitemap sagt, dass diese Adressen existieren. Interne Links sagen, wie wichtig diese Adressen sind und wozu sie gehören. Sie brauchen also beides. Ein Abgleich der Crawlerliste mit der Sitemap ist deshalb eine nützliche Kontrolle: Seiten, die in der Sitemap stehen, aber im Crawl fehlen, sind entweder verwaist oder liegen sehr tief.
Wie Sie diesen Abgleich durchführen, zeigt der Beitrag verwaiste Seiten finden und beheben.
Warum ist es keine Lösung, alles ins Menü zu packen?
Der scheinbar einfachste Weg ist ein Megamenü mit Hunderten Links. Technisch liegt dann jede Seite einen Klick entfernt, doch das schafft zwei Probleme. Erstens bekommt jede Seite denselben Link, und damit verschwimmt, welche Seite Vorrang hat.
Zweitens leidet die Nutzung. Ein Menü mit Hunderten Optionen erschwert die Orientierung und ist auf dem Smartphone kaum bedienbar. Auch der Linkleitfaden von Google merkt an, dass viele dicht gedrängte Links schwer zu unterscheiden sind.
Außerdem wiederholt sich ein Megamenü auf jeder Seite, macht sie schwerer und überdeckt die wichtigen Links im Inhalt. Trägt eine Produktseite zum Beispiel hundertfünfzig Menülinks und nur drei kontextuelle Links, schwächt das das Signal zum eigentlichen Thema der Seite.
Wir empfehlen daher einen gestuften Aufbau: Hauptkategorien im Menü, Unterkategorien und Empfehlungen auf Kategorieseiten, kontextuelle Links im Inhalt. So sinkt die Tiefe, und das Prioritätssignal bleibt erhalten.
Beispielszenario: Klicktiefe im Onlineshop von sieben auf drei senken
Beispielszenario: Ein Schuhgeschäft auf example.com führt rund sechshundert Produkte pro Kategorie, und jede Listenseite zeigt zwanzig Artikel. Die Paginierung bietet nur Links zurück und weiter. Ihr Crawler zeigt, dass ein großer Teil der Produkte auf Ebene sieben oder tiefer liegt.
Zunächst teilen Sie jede Kategorie nach Marke und Einsatzzweck in Unterkategorien, damit jede Liste kürzer wird. Danach erhöhen Sie die Zahl der Artikel pro Seite und ergänzen im Paginierungsblock Links zur ersten, zur letzten und zu mehreren folgenden Seiten. Dann sperren Sie Farb und Preisfilter per robots.txt für das Crawling und lassen nur die wenigen Filterseiten mit echter Suchnachfrage offen.
Schließlich verlinken Sie Bestseller oben auf jeder Kategorieseite und passende Ratgeber auf den Produktseiten. Beim nächsten Crawl liegen die meisten wichtigen Produkte auf Ebene drei und vier. Das ist eine Demonstration der Methode und keine Beispielrechnung; Ergebnisse unterscheiden sich je Website, und Rankings sind nie garantiert.
Wie verfolgen Sie die Ergebnisse nach dem Abflachen?
Nach dem Livegang beobachten Sie die Wirkung über mehrere Wochen. Ziel ist, mehrere Signale gemeinsam zu lesen statt einer einzigen Zahl. Notieren Sie außerdem das Datum der Änderung, damit Vergleiche leichtfallen.
- Crawlen Sie die Website erneut und vergleichen Sie die Verteilung der Tiefe mit dem vorherigen Crawl.
- Prüfen Sie im Bericht Links der Search Console, wie sich die Zahl interner Links verändert.
- Beobachten Sie im Bericht zur Seitenindexierung die Seiten, die Google gefunden, aber nicht indexiert hat.
- Verfolgen Sie im Leistungsbericht Impressionen und Klicks der abgeflachten Seiten.
- Prüfen Sie im Bericht zu den Crawlingstatistiken (Crawl stats) die Gesamtzahl der Anfragen.
Im ersten Monat prüfen Sie wöchentlich, danach monatlich. So merken Sie früh, wenn neue Produkte oder Beiträge die Struktur wieder vertiefen.
Ergebnisse kommen nicht über Nacht, denn Google braucht Zeit, um die neue Struktur zu entdecken. Steigen jedoch die internen Links wichtiger Seiten und sinkt ihre Tiefe, sind Sie auf dem richtigen Weg.
Welche Fehler bei der Klicktiefe passieren am häufigsten?
Die häufigsten Fehler, die wir sehen, sind Entscheidungsfehler und keine technischen Fehler. Wer zum Beispiel nur auf die durchschnittliche Tiefe schaut und wichtige Seiten nicht trennt, steckt die ganze Arbeit an die falschen Stellen. Die folgende Liste können Sie als Checkliste nutzen.
- Wichtige Links nur über JavaScript Klickereignisse ohne echtes href anbieten.
- Paginierung mit URL Fragmenten (#) bauen, die Google ignoriert.
- Alle paginierten Seiten per Canonical auf Seite eins verweisen lassen.
- Interne Links mit nofollow versehen und eigene Pfade abschneiden.
- Pfade durch Weiterleitungsketten und defekte Links verlängern.
- Das Megamenü mit Hunderten Links füllen und die Priorität verwischen.
Die meisten dieser Fehler werden sichtbar, sobald Sie Crawlerdaten und Daten aus der Search Console nebeneinanderlegen. Deshalb gehört beides in jede Analyse.
Wie lösen wir Probleme mit der Klicktiefe auf Ihrer Website?
Talha Aslan und unser Team behandeln das Thema als strukturelle Korrektur mit laufender Kontrolle und nicht als einmaligen Crawlbericht. Zunächst crawlen wir Ihre Website und schlüsseln die Klicktiefe nach Seitentypen auf. Dann bestimmen wir mit Daten aus der Search Console, welche tiefen Seiten echtes Suchpotenzial haben.
Danach übertragen wir die Entscheidungen zu Menü, Kategorien, Paginierung, Filtern und internen Links in einen priorisierten Fahrplan. Wir setzen die Änderungen mit Ihren Entwicklern um, prüfen sie mit einem neuen Crawl und verfolgen sie im Monatsbericht. Rankings versprechen wir nicht, aber wir sorgen dafür, dass strukturelle Probleme dauerhaft gelöst bleiben.
Vermuten Sie, dass Ihre wichtigen Seiten zu tief liegen, nennen Sie uns über die Seite der SEO Beratung von Talha Aslan und Team Größe und Ziele Ihrer Website und fordern Sie ein Angebot an. Kurz gesagt wollen wir Google und Ihren Besuchern den kürzesten Weg zu Ihren wertvollsten Seiten bieten.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



