Backlink Analyse der Konkurrenz: Linklücken finden, Qualität bewerten und Chancenliste aufbauen

Was ist eine Backlink Analyse der Konkurrenz?
Eine Backlink Analyse der Konkurrenz ermittelt, von welchen Domains die Websites verlinkt sind, mit denen Sie in der Suche konkurrieren, und vergleicht diese Liste mit Ihrem eigenen Linkprofil. Das Ziel: Quellen finden, die auf Ihre Wettbewerber verlinken, aber nicht auf Sie, diese nach Qualität filtern und realistische Chancen priorisieren.
Seit 2012 verantworte ich die Strategie von SEO Projekten. Beim Linkaufbau sehe ich immer wieder denselben Fehler: Teams sagen „wir brauchen mehr Backlinks“, doch niemand weiß, welche Links konkret fehlen. Eine Backlink Analyse der Konkurrenz macht aus diesem vagen Gefühl eine Tabelle. Somit arbeiten Sie mit Daten statt mit Vermutungen.
Was ein Backlink ist und was einen guten Link ausmacht, erkläre ich im Beitrag Was sind Backlinks. Die Inhalts, Keyword und SERP Seite der Wettbewerbsrecherche behandle ich in der Anleitung zur SEO Konkurrenzanalyse. Dieser Artikel konzentriert sich deshalb nur auf die Linklücke: Daten sammeln, bereinigen, Qualität bewerten und eine Chancenliste aufbauen.
Wie unterscheidet sich die Backlink Analyse der Konkurrenz von einer allgemeinen Wettbewerbsanalyse?
Eine allgemeine Wettbewerbsanalyse prüft, für welche Keywords ein Konkurrent rankt, welche Inhaltsformate er veröffentlicht und wie er seine Seiten aufbaut. Die Backlink Analyse der Konkurrenz stellt dagegen eine einzige Frage: Woher kommen die Vertrauenssignale dieser Websites, und warum fehlen Sie in diesen Quellen?
In der Praxis ist diese Trennung wichtig. Zum Beispiel kann ein Wettbewerber schwächere Inhalte haben als Sie. Trotzdem schieben ihn Links von Branchenverbänden, Lokalpresse und Lieferantenseiten nach vorne. Das erkennen Sie nicht, wenn Sie nur seinen Blog lesen. Daher lohnt es sich, das Linkprofil als eigene Aufgabe zu behandeln.
Außerdem liefert die Linkrecherche Ideen für Ihren Redaktionsplan. Die am häufigsten verlinkten Seiten eines Konkurrenten zeigen, welche Formate in Ihrer Branche zitiert werden können. Anders gesagt: Sie erhalten nicht nur eine Kontaktliste, sondern auch Hinweise, welche Inhalte Sie als Nächstes erstellen sollten.
Welche Wettbewerber sollten Sie vergleichen?
Die erste Regel lautet: Ihr Marktkonkurrent und Ihr Suchkonkurrent sind nicht unbedingt dieselbe Website. Taucht die Firma, mit der Sie um Aufträge kämpfen, bei Google kaum auf, verrät ihr Linkprofil wenig. Andererseits ist ein Verzeichnis oder Marktplatz, der für Ihre Ziel Keywords auf Seite eins steht, ein echter Suchkonkurrent.
Ich stelle das Vergleichsset aus drei Quellen zusammen:
- Seite eins Ihrer Zielbegriffe: Domains, die für Ihre 10 bis 20 wichtigsten Keywords regelmäßig unter den ersten fünf stehen.
- Websites ähnlicher Größe: Vergleichbare Anbieter, die trotzdem besser ranken. Ihre Chancen sind meist erreichbar.
- Eine Stufe darüber: Ein oder zwei Branchenführer. Sie zeigen das langfristige Ziel.
Lassen Sie allerdings Riesen wie Wikipedia, große Nachrichtenportale oder breite Marktplätze weg. Diese sammeln Links allein durch ihre Markenstärke, deshalb bieten sie kein Muster zum Nachahmen. Drei bis fünf Wettbewerber reichen in der Regel für einen soliden Vergleich.
Zudem sollten Sie das Set nicht einfrieren. Rankings verschieben sich, also wechseln auch die Akteure auf Seite eins. Prüfen Sie vor jeder vollständigen Runde kurz Ihre Zielbegriffe und passen Sie die Liste an. Ein Neueinsteiger, der schnell klettert, hat oft das lehrreichste Linkprofil.
Wie funktioniert eine Linklückenanalyse?
Eine Linklückenanalyse (englisch Link Gap) schneidet die verweisenden Domains Ihrer Wettbewerber mit Ihren eigenen verweisenden Domains. Heraus kommen drei Gruppen: Domains, die auf alle verlinken, Domains, die nur auf Wettbewerber verlinken, und Domains, die nur auf Sie verlinken. Relevant ist vor allem die zweite Gruppe.
Das stärkste Signal ist dabei die Überschneidung. Verlinkt eine Website auf drei Ihrer Konkurrenten, behandelt sie offensichtlich Themen Ihrer Branche. Zudem hat sie eine Redaktionspraxis, die ausgehende Links erlaubt. Folglich gehört die Anzahl der Überschneidungen zu den wichtigsten Kriterien bei der Bewertung.
Ich empfehle, zunächst auf Domainebene zu vergleichen. Ein Export auf Seitenebene erzeugt schnell Tausende Zeilen, und Hunderte Unterseiten einer einzigen Website blähen die Tabelle auf. Vergleichen Sie also erst Domains und prüfen Sie danach nur für die ausgewählten Chancen, auf welcher Seite und in welchem Kontext der Link steht. So bleiben Sie schnell und genau.
Welche Tools eignen sich, um die Linklücke zu finden?
Google gibt Ihnen keine Linkdaten über Ihre Wettbewerber. Deshalb brauchen Sie den Index eines Drittanbieters. Jedes Tool pflegt einen eigenen Index, und keines sieht das gesamte Web. Für Ihre eigene Website bleibt dagegen die Google Search Console die verlässlichste Quelle.
| Tool | Was es zeigt | Daten der Konkurrenz | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Google Search Console, Bericht „Links“ | Verlinkende Websites, am häufigsten verlinkte Seiten, Linktext | Nein, nur Ihre bestätigte Property | Tabellen enden bei 1.000 Zeilen; der Bericht ist eine Stichprobe |
| Semrush Backlink Gap | Überschneidung verweisender Domains für bis zu fünf Domains | Ja | Die Filter Best, Weak, Strong, Shared und Unique trennen die Lücke |
| Ahrefs Link Intersect | Domains und Seiten, die auf Konkurrenten verlinken, aber nicht auf Sie | Ja | Liegt unter Competitive Analysis; bis zu 10 Wettbewerber möglich |
| Manuelle Tabelle | Führt Exporte aus zwei Tools zusammen und entfernt Dubletten | Abhängig vom Export | Kostet Zeit, schließt aber Indexlücken |
Die Angaben zu den Tools stammen aus den Hilfeseiten der Anbieter: der Dokumentation zu Semrush Backlink Gap und dem Hilfeartikel zu Ahrefs Link Intersect. Menünamen ändern sich mit der Zeit, also prüfen Sie vor dem Start die aktuelle Oberfläche.
Welche Rolle spielt die Search Console dabei?
Die Search Console liefert keine Konkurrenzdaten, sie legt aber die Basis für den Vergleich. Drittanbieter übersehen oft einen Teil Ihrer eigenen Links. Dann steht eine Quelle als „die haben sie, wir nicht“ in der Liste, obwohl sie bereits auf Sie verlinkt.
Der Linkbericht von Google bietet drei externe Ansichten: die am häufigsten verlinkten Seiten, die am häufigsten verlinkenden Websites und den häufigsten Linktext. Allerdings handelt es sich um eine Stichprobe, und jede Tabelle endet bei 1.000 Zeilen. Dennoch können Sie über die Exportfunktion neueste Links und weitere Beispiellinks herunterladen.
Mein Ablauf sieht so aus: Ich führe die Liste der verlinkenden Websites aus der Search Console mit der Tool Liste meiner Domain zusammen. Danach entferne ich diese Quellen aus der Lückenliste. Somit vermeiden Sie die peinliche Anfrage an eine Website, die längst auf Sie verlinkt. Fehlt Ihnen noch die Einrichtung, starten Sie mit meiner Search Console Anleitung.
Wie bereinigen Sie rohe Backlinkdaten?
Der erste Export ist fast immer unordentlich. Er enthält Scraper Kopien, Statistikseiten, verlorene Links und irrelevante Verzeichnisse. Bewerten Sie die Liste vor der Bereinigung, landen wertlose Zeilen ganz oben.
- Dubletten entfernen: Fassen Sie Subdomains und www Varianten zu einer Stammdomain zusammen.
- Verlorene Links aussortieren: Verschieben Sie alles, was das Tool als verloren markiert, in ein eigenes Tabellenblatt.
- Scraper streichen: Seiten, die Inhalte des Konkurrenten automatisch kopieren, sind keine Chance.
- Linkattribut notieren: Halten Sie nofollow, sponsored und ugc in einer eigenen Spalte fest.
- Sprache und Markt markieren: Verkaufen Sie im DACH Raum, bringen themenfremde Verzeichnisse aus anderen Ländern selten Wert.
Nach diesen Schritten schrumpft die Liste meist deutlich. Die verbleibenden Zeilen verdienen dann allerdings einen genauen Blick. Kurz gesagt: Die Bereinigung ist der langweiligste, aber lohnendste Teil der Arbeit.
Welche Spalten gehören in Ihre Chancentabelle?
Eine gute Analyse beginnt mit einer guten Tabelle. Nutzen Sie Rohexporte unverändert, geraten Spalten durcheinander, und das Team vergisst, warum es was getan hat. Deshalb baue ich in jedem Projekt dasselbe Gerüst. Dann versteht auch jemand, der die Datei drei Monate später öffnet, sofort den Stand.
- Domain: Die bereinigte Stammdomain.
- Verlinkte Wettbewerber: Welche Konkurrenten und wie viele Überschneidungen.
- Beispielseite: Die URL, auf der der Link steht.
- Linktyp: Redaktionell, Presse, Verband, Partner, Ressourcenliste oder Spam.
- Linkattribut: Follow, nofollow, sponsored oder ugc.
- Punkte und Stufe: Die Summe aus fünf Kriterien und die daraus folgende Priorität.
- Status: Nicht kontaktiert, kontaktiert, Antwort erhalten, gewonnen oder abgelehnt.
Ergänzen Sie außerdem eine kurze Notizspalte. Vermerke wie „Autor gewechselt“ oder „nach Inhaltsupdate erneut anfragen“ sparen Ihnen in der nächsten Runde Stunden. Zusammengefasst: Die Tabelle ist kein Archiv, sondern eine lebendige Aufgabenliste.
Wie bewerten Sie die Qualität eines Links?
Domainwerte aus SEO Tools helfen bei einer ersten Sichtung, sie ersetzen aber nicht Ihre Entscheidung. Jeder Anbieter berechnet seine eigene Kennzahl, und Google nutzt diese Werte nicht. Verwenden Sie den Wert daher als Filter und entscheiden Sie erst, nachdem Sie die Seite geöffnet haben.
Bei jeder Quelle stelle ich mir diese Fragen:
- Thematische Nähe: Behandelt die Website Ihre Branche oder Ihre Zielgruppe?
- Anzeichen echter Besucher: Erscheint die Seite in der Suche, gibt es Kommentare oder Shares?
- Linkkontext: Steht der Link im Fließtext oder im Footer beziehungsweise am Ende einer langen Liste?
- Dichte ausgehender Links: Eine Seite mit Dutzenden themenfremden Links gibt weniger Wert weiter.
- Redaktioneller Prozess: Zeigt die Website Autorenangaben, eine Kontaktseite und regelmäßige Beiträge?
Für eine schnelle Vorprüfung eignet sich der Domain Wert Rechner. Prüfen Sie zusätzlich, ob die Domain erst kürzlich den Besitzer gewechselt hat; ein abrupter Themenwechsel im Archiv ist dafür ein typisches Warnsignal.
Welche Links der Konkurrenz sollten Sie nie kopieren?
Nicht jeder Link eines Wettbewerbers taugt als Vorbild. Manche Konkurrenten bauen ihr Profil mit Methoden auf, die Google ausdrücklich als Linkspam einstuft. Kopieren Sie solche Links als vermeintliche Chance, holen Sie sich das Risiko des Konkurrenten auf die eigene Website.
Die Spamrichtlinien von Google nennen unter anderem diese Beispiele: Kauf oder Verkauf von Links zu Rankingzwecken, übermäßiger Linktausch, automatisch erzeugte Links, bezahlte Advertorials mit Links, minderwertige Verzeichnisse und Lesezeichenseiten, optimierte Links in Forensignaturen sowie Footerlinks, die über viele Websites verteilt sind.
Andererseits sind Werbe und Sponsoringlinks an sich kein Problem. Google verlangt, bezahlte Links mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" zu kennzeichnen. Ein gesponserter Veranstaltungslink im Profil der Konkurrenz kann also völlig legitim sein; einen Rankingeffekt sollten Sie davon aber nicht erwarten. Markieren Sie das in der Tabelle, sonst jagt Ihr Team den falschen Zielen hinterher.
Wie ordnen Sie die Links der Konkurrenz nach Typen?
Sobald Sie die bereinigte Liste nach Typen sortieren, zeigt sich die Linkstrategie des Wettbewerbers. Ein Konkurrent gewinnt Links über die Presse, ein anderer über Partnerseiten, ein dritter über Ratgeberinhalte. Folglich verlangt jeder Typ eine andere Maßnahme.
| Linktyp | Typisches Beispiel | Ihre Maßnahme | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Redaktioneller Link | Ein Fachblog zitiert eine Quelle | Bessere Ressource erstellen und dem Autor anbieten | Hoch |
| Presse und Nachrichten | Lokalzeitung berichtet über das Unternehmen | Echten Nachrichtenwert schaffen und Pressemitteilung vorbereiten | Mittel bis hoch |
| Verband oder Institution | Mitgliederverzeichnis, Seite der IHK | Mitgliedschaft oder Teilnahme an Veranstaltungen | Niedrig |
| Partner oder Lieferant | Referenz oder Händlerseite | Bestehende Geschäftspartner um einen Link bitten | Niedrig |
| Ressourcenliste | Seite mit „nützlichen Tools“ | Passendes Tool oder passenden Ratgeber vorschlagen | Mittel |
| Spam oder bezahlt | Themenfremdes Verzeichnis, ungekennzeichnetes Advertorial | Nicht kopieren, nur notieren | Keiner |
Verbands und Partnerlinks bringen meist die schnellsten Erfolge. Denn mit diesen Quellen haben Sie bereits eine Beziehung; es fehlt nur die Anfrage.
Was verraten die meistverlinkten Seiten der Konkurrenz?
Der am wenigsten genutzte Bericht der Linkrecherche ist oft die Liste der meistverlinkten Seiten eines Konkurrenten. Sie zeigt, welche Inhalte in Ihrer Branche von selbst Zitate sammeln. Meist sind das keine Produktseiten, sondern Studien, Datensammlungen, Rechner oder ausführliche Ratgeber.
Angenommen, eine Statistikseite eines Wettbewerbers erhält Links von Dutzenden Domains. Dann haben Sie zwei Möglichkeiten. Erstens veröffentlichen Sie eine aktuellere, besser belegte Seite zum gleichen Thema. Zweitens bieten Sie diese Version den Autoren an, die bisher auf das Original verlinken. Der zweite Schritt funktioniert allerdings nur, wenn der erste wirklich besser ist.
Nehmen Sie diese Liste deshalb mit in die Redaktionsplanung. Wie Sie verlinkungswürdige Inhalte aufbauen, beschreibe ich im Beitrag Website Traffic mit Content Marketing steigern. Zudem erklärt mein Leitfaden zu E-E-A-T, welche Vertrauenssignale solche Seiten zitierwürdig machen.
Wie lesen Sie die Verteilung der Linktexte?
Linktexte (Anchor Texte) verraten viel darüber, ob ein Profil natürlich gewachsen oder gesteuert ist. In natürlichen Profilen bestehen die meisten Linktexte aus dem Markennamen, der nackten Domain, allgemeinen Wörtern wie „hier“ und Formulierungen, die zum Satz passen.
Besteht dagegen ein großer Teil der Linktexte aus demselben kommerziellen Begriff, sollten Sie aufmerksam sein. Wiederholt sich zum Beispiel eine exakte Phrase wie „günstige Büromöbel“ auf Dutzenden themenfremden Websites, hat der Konkurrent diese Links sehr wahrscheinlich gesteuert. Wer dieses Muster kopiert, geht dasselbe Risiko ein.
Nutzen Sie denselben Blick für Ihr eigenes Profil. Zeigt die Linktext Tabelle in der Search Console überwiegend Ihren Markennamen, sehen Sie ein gesundes Bild. Kurz gesagt: Es geht nicht darum, die Linktexte der Konkurrenz nachzubauen, sondern zu verstehen, was in Ihrer Branche natürlich aussieht.
Was zeigt die Geschwindigkeit des Linkaufbaus?
Die meisten Tools stellen neue und verlorene verweisende Domains im Zeitverlauf dar. Diese Grafik zeigt, wann und wie intensiv ein Konkurrent Links gewonnen hat. Plötzliche Sprünge deuten meist auf eine Kampagne, ein Presseereignis oder einen gekauften Linkblock hin.
Wählen Sie den Monat mit dem Sprung und listen Sie die neuen Links dieses Zeitraums auf. Prüfen Sie dann die Quellen einzeln. Haben Nachrichtenseiten nach einer veröffentlichten Studie verlinkt, haben Sie eine nachahmbare Taktik gefunden. Kamen dagegen in derselben Woche Hunderte themenfremde Blogs dazu, ist das ein Warnsignal.
Legen Sie danach den Rankingverlauf des Konkurrenten neben diese Grafik. Steigt die Sichtbarkeit einige Wochen nach dem Linkzuwachs, funktioniert dieser Quellentyp in Ihrer Branche. Somit wählen Sie Ihre Prioritäten auf Basis von Daten statt nach Bauchgefühl.
Wie bewerten Sie Ihre Chancenliste?
Auch nach Bereinigung und Sortierung kann die Liste lang bleiben. Damit das Team seine Energie richtig einsetzt, brauchen Sie ein einfaches Punktesystem. Ich vergebe für jede Chance ein bis fünf Punkte in fünf Kriterien:
- Überschneidung: Auf wie viele Wettbewerber verlinkt die Quelle? Drei oder mehr bringen die volle Punktzahl.
- Thematische Nähe: Wie nah ist die Website an Ihrer Zielgruppe?
- Quellenqualität: Gibt es echte Leser, einen redaktionellen Prozess und ein sauberes Profil ausgehender Links?
- Erreichbarkeit: Gibt es Kontaktdaten, eine bestehende Beziehung oder einen offenen Gastbeitragskanal?
- Aufwand: Braucht der Link neuen Inhalt oder nur eine E-Mail?
Teilen Sie die Liste dann nach Gesamtpunktzahl in drei Stufen: sofort anfragen, Inhalt nötig und beobachten. So entsteht ab der ersten Woche eine konkrete Aufgabenliste. Außerdem sieht in einer gemeinsamen Tabelle jeder, wer für welche Chance zuständig ist.
Wie machen Sie aus defekten Links eine Chance?
Defekte Links sind ein oft übersehenes Nebenprodukt der Wettbewerbsrecherche. Manche Websites verlinken noch auf Seiten, die Ihr Konkurrent gelöscht oder verschoben hat. Diese Websites schicken ihre Leser also auf eine Fehlerseite, und Sie können eine funktionierende Alternative anbieten.
Die meisten Tools listen defekte Zielseiten mit Statuscode 404 gesondert auf. Sehen Sie sich ältere Versionen dieser Seiten an, um den Inhalt zu verstehen. Haben Sie eine ähnliche, aktuelle Ressource, schreiben Sie der verlinkenden Website eine kurze Nachricht. Fehlt sie, überlegen Sie, ob sich die Erstellung lohnt.
Prüfen Sie ebenso Ihre eigene Website. Ein Teil Ihrer eingehenden Links landet womöglich auf verschobenen oder gelöschten Seiten. Mit dem Broken Link Checker finden Sie solche Fehler, und mit dem Redirect Checker kontrollieren Sie Ihre 301 Weiterleitungsketten. So behalten Sie den Wert, den Sie bereits gewonnen haben.
Wie verändert sich die Analyse in lokalen und kleinen Nischenmärkten?
Bei lokalen Unternehmen und engen Branchen sieht das Bild anders aus. Wettbewerber haben oft wenige Links, deshalb kann schon eine starke Quelle das Ranking verschieben. Zudem crawlen die Tools kleine lokale Websites seltener, also bleiben Lücken in den Daten.
Ergänzen Sie das Tool dann durch eine manuelle Suche. Suchen Sie den Markennamen des Konkurrenten in Anführungszeichen und prüfen Sie, ob die Treffer Links enthalten. Gemeindemitteilungen, Lokalportale, Einträge der IHK und Veranstaltungsseiten tauchen dabei häufig auf. Diese Quellen sind echte, erreichbare Chancen, auch wenn kein Tool sie anzeigt.
In B2B-Nischen stechen dagegen Ausstellerlisten von Messen, Fachzeitschriften und Normungsgremien hervor. Zum Beispiel stammt der wertvollste Link eines Industrieherstellers oft von der Mitgliederseite eines Ingenieurverbands. Möchten Sie zusätzlich Ihre lokale Sichtbarkeit auf der Karte stärken, lesen Sie meinen Beitrag zu Google Maps SEO.
Wie schreiben Sie eine gute Kontaktanfrage?
Eine gute Chancenliste verpufft mit einer schlechten E-Mail. Denn Website Betreiber bekommen jede Woche viele Vorlagen. Die ersten zwei Sätze Ihrer Nachricht müssen deshalb zeigen, dass Sie den Inhalt wirklich gelesen haben.
- Nennen Sie die Seite und erklären Sie in einem Satz, warum Ihr Link den Lesern hilft.
- Erwähnen Sie ein konkretes Problem, falls vorhanden, etwa einen defekten Link oder veraltete Daten.
- Sagen Sie klar, was Ihre Ressource ergänzt; verzichten Sie auf allgemeines Lob wie „toller Artikel“.
- Bieten Sie weder Geld noch Linktausch noch Gegenleistungen an; das widerspricht den Richtlinien von Google.
- Bleibt auch nach einer Erinnerung eine Antwort aus, schließen Sie das Thema ab.
Nach meiner Erfahrung antworten warme Kontakte am häufigsten: Lieferanten, Kunden, Verbände und Partner aus gemeinsamen Veranstaltungen. Arbeiten Sie daher zuerst die warme Liste ab und erst dann die kalte. Halten Sie zudem das Ergebnis jeder Nachricht fest, weil Sie so in der nächsten Runde wissen, welche Quellentypen reagieren.
Hilft die Linkrecherche auch bei der Sichtbarkeit in KI Suchen?
Ja, allerdings nur indirekt. KI gestützte Suchangebote legen nicht im Detail offen, welche Signale sie bei der Quellenauswahl gewichten. Ich behaupte deshalb nicht, dass ein bestimmter Link Sie in ChatGPT bringt. Ein Nebenprodukt der Linkrecherche hilft trotzdem: Sie sehen, wo und in welchem Zusammenhang der Name Ihres Konkurrenten auftaucht.
Viele verlinkende Websites vergleichen und empfehlen zudem Marken Ihrer Branche. Fehlt Ihr Name auf diesen Seiten, kann das Ihre Sichtbarkeit in der klassischen Suche und in KI Antworten gleichermaßen begrenzen. Markieren Sie Vergleichsseiten und Bestenlisten daher gesondert in Ihrer Chancentabelle.
Wie Ihre Marke in KI Antworten erscheint, prüfen Sie mit dem Tool KI Sichtbarkeit prüfen. Die strategische Seite beschreibe ich im Beitrag Marke in ChatGPT und Gemini sichtbar machen.
Wie messen Sie die Ergebnisse der Backlink Analyse der Konkurrenz?
Linkarbeit wirkt zeitverzögert, weil Suchmaschinen Seiten erst erneut crawlen und bewerten müssen. Daher reicht ein Blick auf Rankings allein nicht aus. Legen Sie stattdessen eine Messtabelle mit drei Ebenen an: Prozess, Ergebnis und Wirkung.
Auf der Prozessebene verfolgen Sie, wie viele Chancen Sie angeschrieben und wie viele Antworten Sie erhalten haben. Danach zählen Sie auf der Ergebnisebene die gewonnenen verweisenden Domains und deren Priorität aus der Lückenliste. Schließlich beobachten Sie auf der Wirkungsebene Impressionen, Klicks und durchschnittliche Position der verlinkten Seiten in der Search Console.
Wiederholen Sie Ihre Backlink Analyse der Konkurrenz außerdem jedes Quartal. Eine schrumpfende Lückenliste zeigt, dass Sie auf Kurs sind. Prüfen Sie Zielseiten zudem mit dem SEO Check, sonst verdeckt ein technisches Problem die Wirkung neuer Links. Realistische Zeiträume finden Sie im Beitrag Wie lange dauert SEO.
Welche Fehler passieren bei der Backlink Analyse der Konkurrenz am häufigsten?
Über die Jahre habe ich dieselben Fehler in vielen Projekten gesehen. Diese kommen am häufigsten vor:
- Nur die Gesamtzahl der Backlinks zählen: Tausend Links können von einer einzigen Website stammen. Verweisende Domains sagen mehr.
- Toolwerte für unfehlbar halten: Aufwand in eine themenfremde Website stecken, nur weil ihr Wert hoch ist.
- Das falsche Vergleichsset: Marktkonkurrenten einbeziehen, die in der Suche nie auftauchen.
- Spam für eine Chance halten: Riskante Taktiken der Konkurrenz kopieren.
- Einmalige Arbeit: Die Liste einmal erstellen und nie wieder aktualisieren.
Noch ein Punkt: Schwache Links der Konkurrenz müssen Sie nicht beunruhigen. Google schreibt auf der Hilfeseite zum Disavow Tool, dass die meisten Websites dieses Tool nicht benötigen. Ein paar minderwertige Links im eigenen Profil sind also kein Grund zur Panik.
Wie sieht ein praktischer Plan für die erste Woche aus?
All diese Schritte wirken vielleicht einschüchternd. Dennoch schaffen Sie die erste Runde in einer Woche. Bei neuen Projekten gehe ich meist in dieser Reihenfolge vor:
- Tag eins: Zielbegriffe wählen und drei bis fünf Suchkonkurrenten festlegen.
- Danach, an Tag zwei: Die Lückenliste aus dem Tool und die eigenen Links aus der Search Console exportieren.
- Tag drei: Dubletten entfernen, Scraper und Spamquellen aussortieren.
- Am vierten Tag: Die übrigen Quellen nach Typ sortieren und mit fünf Kriterien bewerten.
- Tag fünf: Erste Nachrichten an die warme Liste senden, also an Partner und Verbände.
Ab der zweiten Woche widmen Sie sich den Chancen, die neue Inhalte erfordern. Diese Reihenfolge stellt schnelle Erfolge an den Anfang und hält das Team motiviert. Zudem haben Sie am Ende der ersten Woche einen messbaren Ausgangspunkt.
Wann können Konkurrenzdaten Sie in die Irre führen?
Linkdaten sind ein starker Kompass, aber nicht der einzige. Manchmal liegt ein Wettbewerber vorne, weil seine Seitenstruktur besser ist, seine Website schneller lädt oder sein Inhalt die Suchintention genauer trifft. Dann löst Linkaufbau das Problem nicht.
Machen Sie deshalb vor der Lückenanalyse einen kurzen Vergleich: Beantworten Ihre Seite und die Seite des Konkurrenten dieselbe Frage? Sind Ladezeit und technischer Zustand ähnlich? Liegen Sie in einem dieser Punkte zurück, beheben Sie das zuerst. Sonst bringen die gewonnenen Links nicht die erhoffte Wirkung.
Wie oft sollten Sie die Backlink Analyse der Konkurrenz wiederholen?
In umkämpften Branchen hat sich eine vollständige Analyse pro Quartal plus eine kurze monatliche Kontrolle bewährt. Bei der Kontrolle prüfen Sie nur die neuen Domains, die Ihre Konkurrenten in den letzten 30 Tagen gewonnen haben. So erkennen Sie eine neue Kampagne oder ein Presseereignis, solange es frisch ist.
In ruhigeren Branchen genügt oft eine vollständige Runde alle sechs Monate. Steigt allerdings ein neuer Wettbewerber auf Seite eins ein oder fallen Ihre Rankings spürbar, prüfen Sie sofort, ohne auf den Kalender zu warten. Häufig erklärt ein starker Block frischer Links beim Konkurrenten den Rückgang.
Mein Team und ich setzen diese Arbeit im Rahmen unserer SEO Beratung als wiederkehrenden Zyklus um: sammeln, bereinigen, bewerten, anfragen und messen. Sie können denselben Zyklus mit einer kleinen Tabelle starten. Entscheidend ist nicht, die Liste einmal zu erstellen, sondern sie mit jeder Runde kürzer zu machen.




