Google Spam Update: Was das August Update bedeutet und wie Sie Abstrafungen vermeiden

Ein Google Spam Update ist eine Verbesserung der automatischen Systeme, mit denen Google Verstöße gegen seine Spamrichtlinien erkennt. Jede Einführung kann deshalb einzelne Websites deutlich nach unten drücken. Das August Update war nach wenigen Tagen abgeschlossen, danach startete bereits die Septemberrunde. In diesem Leitfaden erkläre ich beide, und zwar ausschließlich auf Basis offizieller Quellen.
Ich arbeite seit 2012 mit Suchergebnissen, und jede Spamwelle bringt dieselbe Unruhe: Der Traffic bricht ein, alle vermuten das Core Update, und niemand prüft die eigentliche Ursache. Deshalb gehe ich hier Schritt für Schritt durch Diagnose, manuelle Maßnahmen, den Antrag auf erneute Überprüfung und die Gewohnheiten, die eine Website dauerhaft schützen. Den SEO Check können Sie parallel geöffnet lassen.
Was ist ein Google Spam Update?
Ein Google Spam Update ist eine spürbare Verbesserung der automatischen Systeme, mit denen Google Seiten aufspürt, die gegen die Spamrichtlinien verstoßen. Das bekannteste dieser Systeme ist SpamBrain, ein auf KI basierendes System zur Spamabwehr. Nach dem Rollout ranken betroffene Seiten schlechter oder verschwinden ganz aus den Ergebnissen.
Ein Punkt ist mir gleich zu Beginn wichtig: Ein Spam Update schafft keine neuen Regeln. Die Regeln stehen bereits auf der Seite zu den Spamrichtlinien für die Google Websuche. Das Update verbessert lediglich die Fähigkeit, Verstöße zu erkennen. Die sinnvolle Frage lautet daher nicht „Was hat das Update verboten?“, sondern „Was auf meiner Website verstößt gegen die Richtlinien?“
Google kündigt jede Einführung im Search Status Dashboard an. Dort stehen Startzeit, Geltungsbereich und die Abschlussmeldung. Daten und Laufzeiten übernehme ich deshalb immer von dort. Forengerüchte und Beiträge in sozialen Netzwerken sind dagegen keine solide Grundlage für eine Diagnose.
Was hat das Google Spam Update im August verändert?
Laut Search Status Dashboard begann die Augustrunde am 18. August gegen 09:27 Uhr pazifischer Zeit. In der ersten Meldung schrieb Google, dass das Update weltweit und für alle Sprachen gilt. Zudem kündigte Google an, dass der Rollout einige Tage dauern könne.
Die Abschlussmeldung kam am 21. August; das Dashboard nennt eine Gesamtdauer von 2 Tagen und 16 Stunden. Es war außerdem die dritte Spamwelle des Jahres. Die beiden vorherigen starteten am 24. März und am 24. Juni. Die Märzrunde dauerte etwa 19,5 Stunden, die Junirunde rund zwei Tage.
Einen eigenen Blogbeitrag oder eine neue Richtlinie hat Google zum Augustrollout nicht veröffentlicht. Anders gesagt: Google hat bestehende Regeln wirksamer durchgesetzt. Zum Vergleich dauerte das Spam Update im August des Vorjahres 26 Tage und 15 Stunden. Kürzere Rollouts bedeuten also, dass betroffene Websites den Einbruch heute innerhalb weniger Tage deutlich sehen.
„Alle Sprachen“ schließt selbstverständlich auch deutschsprachige Ergebnisse ein. Ein kleiner Onlineshop und ein großer Verlag durchlaufen dieselben automatischen Prüfungen; die Größe einer Website schützt nicht.
Warum folgte die Septemberrunde so schnell?
Am 24. September startete Google das nächste Spam Update. Die Meldung im Dashboard nennt wieder den weltweiten Geltungsbereich und alle Sprachen. Allerdings heißt es diesmal, dass der Rollout bis zu zwei Wochen dauern kann. Heute, am 30. September, gibt es noch keine Abschlussmeldung.
Zwischen den beiden Runden liegen gut fünf Wochen. Google erklärt nicht, warum die Updates in diesem Takt erscheinen, also spekuliere ich darüber auch nicht. Die praktische Konsequenz ist trotzdem klar: Eine Website, die den August gut überstanden hat, ist im September nicht automatisch sicher. Jede Welle kann dem System schließlich beibringen, eine andere Taktik besser zu erkennen.
Mein Rat ist einfach. Nehmen Sie während eines laufenden Rollouts keine großen Änderungen an der Website vor. Warten Sie zunächst die Abschlussmeldung ab und messen Sie die Wirkung einige Tage später. Sonst können Sie den Effekt Ihrer eigenen Änderungen nicht vom Effekt des Updates trennen. Beobachten Sie in der Zwischenzeit die täglichen Daten; die Impressionen Ihrer zehn stärksten Seiten liefern meist die früheste Warnung.
Worin unterscheidet sich ein Spam Update von einem Core Update?
Diese beiden Updatearten verwechseln viele Betreiber ständig. Dabei unterscheiden sich Diagnose und Lösung grundlegend. Ein Core Update justiert die Systeme neu, die Qualität und Relevanz von Inhalten insgesamt bewerten. Ein Spam Update zielt dagegen auf Taktiken, die Regeln brechen. Die folgende Tabelle fasst den Unterschied zusammen:
| Kriterium | Spam Update | Core Update |
|---|---|---|
| Ziel | Richtlinienverstöße und Manipulation | Allgemeine Qualität und Relevanz |
| Dauer in diesem Jahr | Einige Stunden bis wenige Tage | Rund 12 Tage |
| Typische Wirkung | Starker Einbruch oder Entfernung | Schrittweise Bewegung nach oben oder unten |
| Lösung | Den Verstoß beseitigen | Inhalte tatsächlich verbessern |
| Erholung | Systeme brauchen Monate, um Konformität zu erkennen | Oft erst nach einem späteren Core Update sichtbar |
In diesem Jahr gab es Core Updates im März und im Mai, beide dauerten etwa 12 Tage. Der Abgleich des Einbruchsdatums mit den Einträgen im Dashboard ist somit immer der erste Schritt. Überschneiden sich ein Spam Update und ein Core Update in derselben Woche, vergleichen Sie am besten einzelne Seitengruppen statt der ganzen Website.
Wie funktioniert SpamBrain und was erkennt es?
Google beschreibt SpamBrain als sein auf KI basierendes System zur Spamabwehr. Laut der offiziellen Seite zu Spam Updates verbessert Google dieses System regelmäßig, um neue Spamarten zu erkennen. Was wir Spam Update nennen, ist häufig die gebündelte Einführung solcher Verbesserungen.
Ein detailliertes technisches Dokument zur inneren Funktionsweise von SpamBrain gibt es nicht. Seien Sie daher vorsichtig bei Artikeln, die „das eine Signal“ kennen wollen. Bekannt ist vor allem, dass das System sowohl Spamseiten als auch Spamlinks erkennt. Auf der Linkseite sagt Google konkret: Sobald die Systeme die Wirkung von Spamlinks aufheben, geht jeder Rankingvorteil verloren, den diese Links zuvor gebracht haben.
Dieser Satz ist wichtig, weil viele Websitebetreiber glauben, sie hätten eine Abstrafung erhalten. In der Praxis verlieren sie oft nur künstlich aufgebaute Stärke. Sie können also Rankings verlieren, ganz ohne Strafe. Außerdem lässt sich dieser Verlust nicht anfechten; er beseitigt lediglich eine Unterstützung, die der Website nie zustand.
Welche Praktiken decken die Spamrichtlinien von Google ab?
Google hat die Seite mit den Spamrichtlinien zuletzt am 28. August überarbeitet. Die einzelnen Abschnitte ordne ich in drei Gruppen, denn diese Einteilung beschleunigt jedes Audit:
- Inhalte: Missbrauch skalierter Inhalte, Scraping, Affiliateseiten ohne Mehrwert, Keyword Stuffing, versteckter Text und versteckte Links.
- Technik: Cloaking, irreführende Weiterleitungen, Doorway Pages, gehackte Inhalte, schädliche Praktiken, irreführende Funktionen.
- Autorität: Linkspam, Missbrauch abgelaufener Domains, die Richtlinie zur Websitereputation, von Nutzern erstellter Spam, maschinell erzeugter Traffic.
Am Ende der Seite steht zusätzlich ein Abschnitt zu weiteren Praktiken, die zu einer Herabstufung oder Entfernung führen können. Dazu zählen rechtliche Entfernungen, die Entfernung personenbezogener Daten, das Umgehen von Richtlinien sowie Betrug. Zum Beispiel kann Google laut Richtlinie weitere Inhalte einer Website herabstufen, wenn zahlreiche gültige Urheberrechtsbeschwerden gegen sie vorliegen.
Kurz gesagt: Die Liste ist lang, doch der gemeinsame Nenner bleibt derselbe, nämlich die Täuschung von Nutzern oder Suchsystemen.
Wie schadet der Missbrauch skalierter Inhalte Ihrer Website?
Diesen Verstoß sehe ich in den letzten zwei Jahren am häufigsten. Die Definition von Google ist eindeutig: viele Seiten erstellen, deren Hauptzweck die Manipulation von Rankings ist und die Nutzern nicht helfen. Ob Sie dafür KI, Scraping oder menschliche Texter einsetzen, spielt keine Rolle.
Die Beispiele in den Richtlinien sind konkret. Eines davon: mit generativer KI viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer erzeugen. Ein weiteres: Feeds oder Suchergebnisse auslesen und daraus mit Synonymtausch, Übersetzung oder ähnlichen Umwandlungen neue Seiten vervielfältigen. Ebenso zählt es dazu, zusammenhanglose Textstücke nur wegen der Keywords aneinanderzureihen.
Typische Warnsignale in der Praxis sind Hunderte Stadtseiten mit identischem Leistungstext, Tausende Beiträge nach dem Muster „Was ist X“ aus einer einzigen Vorlage sowie Vergleiche ohne eigene Daten oder Erfahrung. Fragen Sie deshalb nicht, wie viele Seiten Sie haben, sondern warum jede einzelne existiert. Für das Schreiben selbst bieten die Grundsätze aus SEO Texte schreiben und die Vertrauenskriterien nach EEAT einen soliden Rahmen.
Was hat sich im August an der Richtlinie zur Websitereputation geändert?
Am 28. August veröffentlichte Google einen Beitrag im Search Central Blog zur Richtlinie zur Websitereputation. Die Richtlinie richtet sich gegen Inhalte Dritter, die auf einer vertrauenswürdigen Website vor allem deshalb erscheinen, um deren Rankingsignale auszunutzen. Ein typischer Fall sind fachfremde Gutscheinseiten oder Casinoseiten in einem Unterverzeichnis eines Nachrichtenportals.
Die Änderung folgte auf Gespräche mit der Europäischen Kommission. Seit dem 30. August wirken manuelle Maßnahmen nach dieser Richtlinie innerhalb und außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums unterschiedlich. Für Suchende außerhalb des EWR fällt der betroffene Bereich direkt ab. Für Suchende innerhalb des EWR greift die manuelle Maßnahme dagegen nicht; stattdessen kann der betroffene Bereich mit der Zeit unabhängig vom Rest der Website ranken.
Besonders relevant ist das für Websites mit Zielgruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, denn die Schweiz gehört nicht zum EWR. Dieselbe Seite kann sich somit je nach Markt unterschiedlich verhalten. Benachrichtigungen kommen weiterhin über die Search Console; berechtigte Websites können nach einem Antrag auf erneute Überprüfung zudem eine Mediation anstoßen.
Warum ist das Kapern der Zurücktaste ein neues Risiko?
Am 13. April erklärte Google das Back Button Hijacking zu einem ausdrücklichen Verstoß gegen die Richtlinie zu schädlichen Praktiken. Die Durchsetzung begann dann am 15. Juni. Die Definition ist einfach: Gelangen Nutzer mit der Zurücktaste nicht auf die Seite, von der sie kamen, greift die Website in den Browserverlauf ein.
Ich betone diesen Punkt, weil die meisten Betreiber das nicht absichtlich tun. Laut Google selbst stammen manche Fälle aus eingebundenen Bibliotheken oder Werbeplattformen. Ein Werbeplugin kann also ohne Ihr Wissen gefälschte Einträge in den Verlauf schreiben.
Sie können das selbst testen. Rufen Sie Ihre Website zunächst über die Google Suche auf, klicken Sie sich durch einige Seiten und drücken Sie danach auf Zurück. Landen Sie auf einer unerwarteten Zwischenseite oder Anzeige, suchen Sie das verantwortliche Skript und entfernen Sie es. Testen Sie vor allem auf mobilen Browsern, denn dort zeigen sich solche Probleme zuerst. Dieser Verstoß kann sowohl zu manuellen Maßnahmen als auch zu automatischen Herabstufungen führen.
Warum helfen gekaufte Links nicht mehr?
Linkspam umfasst unter anderem Linkkauf, übermäßigen Linktausch, automatisierten Linkaufbau und massenhafte Einträge in minderwertige Verzeichnisse. Die Haltung von Google dazu hat sich seit Jahren nicht geändert. Geändert hat sich allerdings die Fähigkeit, solche Links zu erkennen.
Ich komme auf den früheren Punkt zurück: Sobald Spamlinks ihre Wirkung verlieren, verschwindet auch ihr Vorteil. Deshalb fällt eine Website, die mit gekauften Links gestiegen ist, nach einem Spam Update oft auf ihre „echte“ Position zurück. Von einer Strafe zu sprechen, ist hier irreführend; das Ranking war nie verdient.
Für ein gesundes Linkprofil sollten Sie zunächst den aktuellen Stand kennen. In meinem Beitrag über Backlinks und Linkqualität erkläre ich, welche Links echten Wert haben. Prüfen Sie außerdem die ausgehenden Links Ihrer eigenen Seiten; der Broken Link Checker listet defekte und verdächtige externe Links schnell auf. Gesponserte Links kennzeichnen Sie schließlich mit rel="sponsored".
Wie unterscheiden Sie eine manuelle Maßnahme von einem algorithmischen Einbruch?
Die Unterscheidung ist einfach, aber entscheidend. Bei einer manuellen Maßnahme prüft ein Mitarbeiter von Google Ihre Website und stellt einen Richtlinienverstoß fest. Bei einem algorithmischen Einbruch ist kein Mensch beteiligt; automatische Systeme ranken die Website schlicht niedriger.
Verlässlich erkennen Sie eine manuelle Maßnahme nur über den Bericht „Manuelle Maßnahmen“ in der Search Console. Ist der Bericht leer, hat keine manuelle Maßnahme Ihren Einbruch verursacht. Enthält er einen Eintrag, nennt Google den Verstoß und den betroffenen Bereich klar, und Sie erhalten zusätzlich eine Nachricht in der Search Console. Als Einstieg in das Tool eignet sich meine Search Console Anleitung für Einsteiger.
In diesem Jahr kam noch eine Änderung hinzu. Am 14. April ergänzte Google seine Dokumentation um den Hinweis, dass es Spammeldungen auch für manuelle Maßnahmen nutzen kann. Eine Meldung von Wettbewerbern oder Nutzern trainiert also nicht mehr nur Systeme, sondern kann eine direkte Prüfung auslösen. Umso wichtiger ist die Einhaltung der Richtlinien.
Wie diagnostizieren Sie einen Einbruch nach einem Google Spam Update?
Bleiben Sie ruhig und gehen Sie der Reihe nach vor. Diese Abfolge nutze ich in jedem Audit:
- Bestimmen Sie im Leistungsbericht der Search Console den Tag, an dem der Einbruch begann, und gleichen Sie ihn mit den Daten im Dashboard ab.
- Prüfen Sie die Berichte zu manuellen Maßnahmen und zu Sicherheitsproblemen.
- Klären Sie, ob die ganze Website oder nur ein bestimmtes Verzeichnis betroffen ist; vergleichen Sie Seitengruppen.
- Suchen Sie auf den betroffenen Seiten nach einem gemeinsamen Muster: Vorlagentexte, gekaufte Links, Weiterleitungsketten oder Werbecode.
- Prüfen Sie in den Serverlogs, ob sich das Verhalten des Googlebot verändert hat.
- Halten Sie die Ergebnisse schriftlich fest und priorisieren Sie den Maßnahmenplan.
Bei den Schritten vier und fünf sparen Tools viel Zeit. Die Logfile Analyse zeigt das Crawlverhalten, und mit dem Redirect Checker schließen Sie irreführende Weiterleitungen aus. Überschneidet sich der Einbruch mit mehreren Updates, fällen Sie kein vorschnelles Urteil. Klären Sie stattdessen zuerst, welche Seitengruppe wann gefallen ist.
Welche Fehler sollten Sie während eines Rollouts vermeiden?
Entscheidungen in den ersten Tagen nach einem Einbruch verschlimmern die Lage oft. Diese Reflexe begegnen mir in Audits am häufigsten:
- Hunderte Seiten auf einmal löschen oder weiterleiten, während der Rollout noch läuft.
- Ein neues Linkpaket kaufen, um den Verlust auszugleichen.
- Alle Inhalte per KI neu schreiben lassen und am selben Tag veröffentlichen.
- Einen Antrag auf erneute Überprüfung suchen, obwohl keine manuelle Maßnahme vorliegt.
- Die Seitenarchitektur nach einer einzigen Theorie aus einem Forum umbauen.
Das gemeinsame Problem: Behandlung ohne Diagnose. Schlimmer noch, manche dieser Schritte schaffen einen neuen Verstoß; hastig gekaufte Links können zum Beispiel in der nächsten Welle einen zweiten Verlust auslösen. Messen Sie daher zuerst und ändern Sie danach. Nehmen Sie Änderungen außerdem in kleinen Paketen vor und notieren Sie jeweils das Datum. So erkennen Sie später, welcher Schritt tatsächlich geholfen hat.
Wie bereiten Sie einen Antrag auf erneute Überprüfung vor?
Die Hilfeseite zum Bericht „Manuelle Maßnahmen“ beschreibt den Ablauf klar. Der wichtigste Satz lautet sinngemäß: Wenn Sie das Problem nur auf einigen Seiten beheben, kehren Sie nicht teilweise in die Suchergebnisse zurück. Senden Sie den Antrag deshalb erst, wenn die Korrektur alle betroffenen Seiten abdeckt.
Ein guter Antrag erklärt drei Dinge. Erstens beschreibt er das genaue Problem auf Ihrer Website. Zweitens listet er die Schritte auf, mit denen Sie es behoben haben. Schließlich dokumentiert er das Ergebnis dieser Schritte. Bei einer linkbezogenen Maßnahme können Sie zum Beispiel eine Liste entfernter Links und Ihre Korrespondenz beifügen.
Stellen Sie nach der Korrektur sicher, dass Google die Seiten erreichen kann: keine Anmeldepflicht, keine Paywall und keine Sperre in der robots.txt. Testen Sie danach einige URLs als Stichprobe mit dem Prüftool für URLs in der Search Console. Laut Google dauern die meisten Prüfungen einige Tage oder Wochen; bei linkbezogenen Anträgen kann es länger dauern. Über den Fortschritt informiert Google Sie per E-Mail.
Wie lange dauert die Erholung nach einem Spam Update?
Die ehrliche Antwort: nicht kurz. Google schreibt, dass Änderungen einer Website helfen können, wenn die automatischen Systeme über einen Zeitraum von Monaten lernen, dass sie die Spamrichtlinien einhält. Das Wort „Monate“ stammt aus der offiziellen Dokumentation, nicht aus meiner Schätzung.
Bei manuellen Maßnahmen sieht es etwas anders aus. Akzeptiert Google Ihren Antrag, fällt die Maßnahme weg. Trotzdem kehren die Rankings nicht zwingend auf das frühere Niveau zurück. Positionen, die auf gekauften Links beruhten, kommen nicht wieder, denn der Wert dieser Links liegt bereits bei null.
Deshalb plane ich die Erholung auf zwei Ebenen. Die erste Ebene beseitigt den Verstoß. Die zweite baut die eigene Stärke der Website auf: originäre Inhalte, echte Referenzen und natürliche Links. Dazu gehört auch, Inhalte aktuell zu halten, wie ich im Beitrag Content aktualisieren beschreibe. In der Wartezeit ist es zudem genauso wichtig, keine neuen Verstöße hinzuzufügen.
Welche Kontrollen schützen Sie vor dem nächsten Google Spam Update?
Regelmäßige Audits sind der günstigste Schutz. Mein Team und ich prüfen bei Kundenwebsites jedes Quartal folgende Punkte:
- Seiten der letzten drei Monate durchgehen: Bietet jede einzelne etwas Neues?
- Seitengruppen aus einer einzigen Vorlage erkennen und bei Bedarf zusammenführen.
- Unnatürliche Wiederholungen in Titeln und Texten finden; hier hilft ein Blick auf die Keyword Dichte.
- Alle Skripte von Drittanbietern auflisten: Werbung, Chat, Analyseplugins.
- Kommentarbereiche und Foren von Spam befreien.
- Attribute bei Gastbeiträgen, gesponserten Inhalten und ausgehenden Links prüfen.
- Die Berichte zu manuellen Maßnahmen und Sicherheitsproblemen in der Search Console öffnen.
Diese Liste ist unspektakulär, aber sie wirkt. Die meisten Probleme entstehen nicht aus böser Absicht, sondern aus alten Entscheidungen, die niemand mehr hinterfragt hat. Zudem verkürzt ein regelmäßiges Audit die Diagnosezeit, wenn die nächste Spamwelle kommt.
Warum sind abgelaufene Domains und Doorway Pages riskant?
Missbrauch abgelaufener Domains bedeutet, eine alte Domain zu kaufen und sie vor allem wegen ihres früheren Rufs mit fachfremden, wertlosen Inhalten zu füllen. Eine Domain, die einst einem Verein gehörte und plötzlich Casinoseiten oder Produktvergleiche zeigt, fällt zum Beispiel darunter. Google führt diese Taktik daher ausdrücklich als Spam.
Der Kauf einer alten Domain ist damit nicht verboten. Nutzen Sie sie für eine echte Marke mit eigenen, originären Inhalten, gibt es kein Problem. Heikel wird es erst, wenn Sie die frühere Stärke der Domain für einen anderen Zweck ausnutzen. Prüfen Sie also vor dem Kauf die Geschichte der Domain; dabei hilft das Website Archiv.
Doorway Pages zielen auf ähnliche Suchanfragen und leiten Nutzer zu einer Endseite weiter. Leistungsseiten für jeden Stadtteil mit fast identischem Text sind ein typisches Beispiel. Nutzer finden dort nichts Neues, deshalb kann Google solche Seiten als Doorways einstufen. Wenn Sie lokale Seiten anlegen, geben Sie jeder echte Informationen zu genau diesem Gebiet.
Wie erkennen Sie Cloaking und irreführende Weiterleitungen?
Cloaking bedeutet, Suchmaschinen und Nutzern unterschiedliche Inhalte zu zeigen. Eine irreführende Weiterleitung schickt Nutzer auf eine andere Seite als die, die Suchmaschinen sehen. Absichtlich macht das kaum ein Betreiber; nach meiner Erfahrung deutet beides meist auf eine gehackte Website hin.
Die Symptome sehen häufig so aus: Eine Seite öffnet sich am Desktop normal, doch ein Klick aus den Google Ergebnissen auf dem Smartphone führt ganz woanders hin. Ebenso kann sich der Inhalt im Prüftool für URLs von dem unterscheiden, was Ihr Browser zeigt. Diesen Unterschied können Sie selbst testen.
Einige Schritte genügen. Starten Sie zunächst für wichtige Seiten einen Livetest im Prüftool und vergleichen Sie den Screenshot mit Ihrem Browser. Öffnen Sie die Seiten danach über die Google Ergebnisse auf verschiedenen Geräten. Prüfen Sie schließlich Weiterleitungsketten. Finden Sie ein unerwartetes Ziel, kontrollieren Sie die Serverkonfiguration und die Datei .htaccess und deaktivieren Sie Plugins einzeln, um die Quelle einzugrenzen.
Wie verhindern Sie gehackte Inhalte und Nutzerspam?
Zwei Punkte der Richtlinien können außerhalb Ihrer Kontrolle entstehen: gehackte Inhalte und von Nutzern erstellter Spam. Gehackte Inhalte sind Code, Seiten oder Weiterleitungen, die jemand über eine Sicherheitslücke ohne Erlaubnis auf Ihrer Website platziert. Google sieht darin sowohl eine Gefahr für Nutzer als auch ein Werkzeug zur Rankingmanipulation.
Grundlage des Schutzes sind aktuelle Software, starke Passwörter und klare Zugriffsrechte. Veraltete Plugins und offen erreichbare Adminbereiche sind die häufigsten Einfallstore. Für Ihr Technikteam bietet der Beitrag zu den OWASP Top 10 Sicherheitslücken eine praktische Checkliste.
Nutzerspam gelangt über Kommentarfelder, Foren und Profilseiten auf die Website. Richten Sie eine Moderation ein, versehen Sie Nutzerlinks mit rel="ugc" und filtern Sie automatische Registrierungen. Erhält Ihre Website außerdem plötzlich Impressionen für Keywords, die Sie nie bearbeitet haben, werten Sie das als Frühwarnung. Oft ist es das erste Zeichen eingeschleuster Seiten.
Gilt die Manipulation von Antworten der KI ebenfalls als Spam?
Ja. Am 15. Mai stellte Google in seiner Dokumentation klar, dass die Spamrichtlinien auch für Antworten generativer KI in der Google Suche gelten. Die Einleitung der Richtlinienseite definiert Spam seitdem als Techniken, die Nutzer täuschen oder Suchsysteme manipulieren, einschließlich Versuchen, Antworten generativer KI zu manipulieren.
Versteckte Anweisungstexte, gefälschte Vergleichsseiten oder massenhaft erzeugte Bestenlisten für AI Overviews tragen somit dasselbe Risiko wie klassischer Spam. Es gibt legitime Wege, in Antworten der KI aufzutauchen; diese beschreibe ich im Leitfaden Content für AI Overviews schreiben.
Kurz gesagt: Die Regel ist gleich geblieben, nur ihr Geltungsbereich ist gewachsen. Eine Taktik, die in klassischen Ergebnissen verboten ist, bleibt auch in Antworten der KI verboten.
Wie führen mein Team und ich ein Spam Audit durch?
Verliert eine Website nach einer Spamwelle Traffic, schauen mein Team und ich zuerst auf die Daten und bilden erst dann Hypothesen. Am ersten Tag führen wir Search Console, Dashboarddaten und Serverlogs zusammen. Danach ordnen wir betroffene Seitengruppen den Verstoßarten zu. Anschließend sortieren wir den Maßnahmenplan nach Wirkung und Aufwand.
Am meisten Zeit spart die richtige Frage. „Welches Update hat uns getroffen?“ reicht allein nicht aus. „Welche Seiten sind gefallen, und wegen welcher Merkmale?“ führt dagegen zur Antwort. Wie sich Wettbewerber im selben Zeitraum bewegt haben, liefert zusätzlichen Kontext; dafür nutzen wir die Methode aus der SEO Konkurrenzanalyse.
Hat Ihre Website einen ähnlichen Einbruch erlebt und wünschen Sie einen unabhängigen Blick von außen, führen mein Team und ich dieses Audit im Rahmen unserer SEO Beratung gemeinsam mit Ihnen durch. Unser Ziel ist keine schnelle Rettung, sondern eine Website, die auch das nächste Update gut übersteht.
Was ist die sicherste Strategie gegen Spam Updates?
Nach vielen Jahren komme ich zu einem einfachen Schluss: Die sicherste Strategie besteht darin, Updates nicht hinterherzulaufen. Jede neue Welle macht regelwidrige Taktiken ein Stück wirkungsloser. Eine Website, die sich an die Regeln hält, bleibt dagegen meist unberührt und steigt oft sogar, weil Wettbewerber fallen.
Investieren Sie Ihr Budget also in dauerhaften Wert statt in Abkürzungen. Inhalte mit echter Erfahrung, natürlich verdiente Links, eine saubere technische Basis und eine sichere Nutzererfahrung tragen langfristig das geringste Risiko. Gewöhnen Sie sich außerdem an, nach jeder größeren Welle das Search Status Dashboard zu prüfen.
Sobald die Abschlussmeldung für September erscheint, messen Sie die Wirkung; sehen Sie einen Einbruch, gehen Sie die Diagnoseschritte aus diesem Leitfaden der Reihe nach durch. Methode schlägt Panik, und zwar jedes Mal. Beim nächsten Google Spam Update gilt dieselbe Reihenfolge: Datum, Berichte, Seitengruppen und erst dann die Korrektur.




