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Site Reputation Abuse (Parasite SEO) erklärt: Google Richtlinie und Risiken

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 4 Aufrufe

Was ist site reputation abuse (Parasite SEO)?

Site reputation abuse ist das Veröffentlichen von Inhalten Dritter auf einer fremden Website, vor allem um deren bereits erarbeitete Rankingsignale auszunutzen. Im Alltag sagt man daher dazu Parasite SEO. Google behandelt das als eigenes Thema in den Spam Richtlinien und kann gegen die betroffenen Seiten vorgehen.

Deshalb behandeln wir in diesem Beitrag nur diese eine Richtlinie. Allgemeines SEO erklären wir hier nicht, stattdessen verlinken wir auf unsere bestehenden Ratgeber. Den Originaltext der Richtlinie finden Sie auf der Seite zu den Spam Richtlinien in der Google Search Central.

Hinweis: Google kann seine Richtlinien mit der Zeit anpassen. Dieser Ratgeber liefert Ihnen einen dauerhaften Rahmen, prüfen Sie Details aber immer auf der offiziellen Seite.

Warum nennt man es Parasite SEO?

Der Vergleich ist allerdings einfach. Eine Kletterpflanze wächst an einem Baum hoch und lebt von den Nährstoffen, die seine Wurzeln aufnehmen. Genauso wächst eine fremde Seite an einer Host Website hoch und lebt vom Vertrauen, das diese Website über Jahre aufgebaut hat.

Der Host ist in der Praxis meist ein bekannter Verlag, eine Bildungseinrichtung oder ein etabliertes Nachrichtenportal. Dessen Hauptinhalte sind stark, deshalb vertraut Google der Domain.

Denn der Dritte könnte dieses Ranking allein nie erreichen. Er platziert seine Seite daher unter dem Dach des Hosts. Das heißt, der Wert stammt aus der Reputation des Hosts und nicht aus der Qualität der Seite.

Beachten Sie außerdem: Parasite SEO ist Branchenslang. Googles offizieller Name für die Richtlinie lautet site reputation abuse.

Wie definiert Google die Richtlinie zu site reputation abuse?

Auf der Seite zu den Spam Richtlinien steht der Abschnitt unter dem Namen "Site reputation abuse", und der Richtlinientext spricht von der "site reputation policy". Weil wir die deutsche Bezeichnung nicht sicher bestätigen können, nennen wir die englischen Namen.

Der Kern lautet: Die Richtlinie greift, wenn Inhalte Dritter auf einer Host Website vor allem wegen deren etablierter Rankingsignale stehen. Diese Signale stammen zudem meist aus den eigenen Inhalten des Hosts.

Lesen Sie drei Elemente zusammen:

  • Inhalte Dritter: Jemand außerhalb des Teams der Website erstellt oder steuert die Seite.
  • Ranking als Zweck: Der Hauptgrund für die Platzierung ist der Nutzen aus der Reputation des Hosts.
  • Schwache Einbindung: Die Seite passt weder zum Kernthema noch zur redaktionellen Linie des Hosts.

Treffen alle drei zu, steigt somit das Risiko. Fremde Inhalte allein sind dagegen kein Problem. Entscheidend sind also Zweck und Einbindung.

Warum ist diese Richtlinie für Leser und Suchergebnisse wichtig?

Eine Suchmaschine misst das Vertrauen in eine Website anhand dessen, was sie selbst veröffentlicht. Ein Verlag, der über Jahre sorgfältige Ratgeber schreibt, baut dieses Vertrauen langsam auf.

Nutzt jemand anderes dieses Vertrauen für ein anderes Ziel, kommen Leser mit falschen Erwartungen. Zum Beispiel öffnen sie eine Quelle, der sie vertrauen, und finden eine Seite, die nur Werbung macht.

Google sieht darin folglich ein Qualitätsproblem. Würden alle diese Taktik nutzen, füllten sich die Ergebnisse mit gemieteten Plätzen auf starken Domains statt mit Seiten, die sich ihren Platz verdienen.

Die Richtlinie schützt also Leser und ehrliche Verlage zugleich. Nutzen Sie dieselbe Sichtweise bei Ihren eigenen Veröffentlichungsentscheidungen.

Welche Beispiele gelten als site reputation abuse?

Zunächst nennt Google zwei offizielle Beispiele. Das erste ist eine Bildungsseite, die gesponserte Testberichte eines Dritten hostet, wobei dieser Dritte dieselbe Seite auch an andere Websites verteilt.

Das zweite ist dann eine Fachseite, die eine minderwertige Werbeseite eines Dritten hostet, die nicht zum Rest der Website passt. In beiden Fällen hat die Seite kaum etwas mit dem Thema des Hosts zu tun und steht nur wegen dessen Reputation dort.

Die folgenden zwei Szenarien sind unsere eigenen Beispielszenarien und keine Liste von Google. Wir nutzen sie nur, um die Logik zu zeigen:

  • Beispielszenario 1: Eine angesehene Lokalzeitung öffnet einen Unterordner mit Gutscheincodes, und die Redaktion hat darauf keinen Einfluss.
  • Beispielszenario 2: Eine Universitätsdomain hostet Produktvergleiche einer externen Firma, und die Universität prüft sie nie.

In beiden Fällen steigen die Seiten dank der Stärke des Hosts, obwohl der Host sie weder schreibt noch kontrolliert. Das ist also der entscheidende Test.

Welche Fälle sind kein site reputation abuse?

Allerdings verbietet Google nicht alle Inhalte Dritter. Die offizielle Seite nennt Beispiele ohne Verstoß, denn das Publizieren lebt ohnehin von solchen Inhalten.

Bevor Sie wegen fremder Inhalte auf Ihrer Website in Panik geraten, prüfen Sie diese Ausnahmen:

  • Nachrichtenagenturen und Dienste für Pressemitteilungen.
  • Nachrichtenseiten, die syndizierte Meldungen anderer Medien übernehmen.
  • Websites für nutzergenerierte Inhalte, zum Beispiel Foren und Kommentarbereiche.
  • Inhalte Dritter, die etwas direkt mit Lesern teilen sollen und nicht das Ranking manipulieren.

Vor allem der vierte Punkt sorgt für Diskussionen. Ein klar gekennzeichneter Gastbeitrag kann zum Beispiel in Ordnung sein, wenn er Lesern nützt und kein Rankingtrick ist. Stellen Sie deshalb bei jedem fremden Inhalt die Frage nach dem Zweck.

Welcher Inhalt ist riskant und welcher sicher?

Die folgende Tabelle hilft Ihnen, die Richtlinie in der Praxis zu lesen. Sie ist kein Urteil, denn Google bewertet jede Seite nach eigenen Kriterien.

SituationRisikostufeBegründung
Gesponserter Bereich ohne Themenbezug, von Externen betriebenHochDer Inhalt steht nur wegen der Reputation des Hosts dort
Dieselbe Seite eines Dritten auf vielen WebsitesHochDie Seite gehört nicht zur redaktionellen Linie der Website
Inhalte von Nachrichtenagenturen oder PressemitteilungenNiedrigGoogle zählt sie zu den Beispielen ohne Verstoß
Foren und KommentarbereicheNiedrigFür nutzergenerierte Inhalte gedacht
Gastbeitrag mit Autorenangabe und Beteiligung der RedaktionNiedrigAufsicht und Beitrag des Hosts sind vorhanden

Ein niedriger Wert heißt nicht, dass Sie den Inhalt ignorieren dürfen. Dennoch zeigt Ihnen die Tabelle, welche Seiten Sie zuerst prüfen.

Mit welchen Fragen prüfen Sie, ob eine Seite gegen die Richtlinie verstößt?

Im Abschnitt mit den ausführlichen Hinweisen (More detailed guidance) beschreibt Google objektive Faktoren, die Prüfer ansehen. Dazu zählen die Darstellung des Inhalts, die Gleichmäßigkeit der Qualität, die Klarheit der Autorenschaft und die Frage, ob derselbe Inhalt auf mehreren Websites steht.

Deshalb übersetzen wir diese Faktoren in die folgende Checkliste für unsere eigenen Prüfungen. Die Liste ist unsere Auslegung und kein offizielles Formular von Google:

  1. Wer hat diese Seite geschrieben, und weiß der Host davon?
  2. Passt das Thema zum Hauptthema der Website?
  3. Fügt sich die Seite in Menü, interne Links und Design ein?
  4. Steht derselbe Text auch auf anderen Websites?
  5. Dient die Seite Lesern oder nur Suchmaschinen?
  6. Liest und prüft eine Redakteurin oder ein Redakteur die Seite vor der Veröffentlichung?

Antworten Sie bei drei oder vier Fragen mit Nein, dann prüfen Sie den Bereich gesondert. Die Methode liefert keine endgültige Antwort, macht aber riskante Bereiche sichtbar.

Was passiert, wenn Inhalte Dritter ohne Aufsicht online gehen?

In der Praxis steht fehlende Aufsicht im Zentrum der Richtlinie. Weiß der Host nicht, was unter seinem Namen steht, hat die Seite zudem keine Qualitätskontrolle durchlaufen.

Beispielszenario: Ein mittelgroßes Bildungsportal schließt einen Vertrag mit einer externen Agentur. Zunächst legt die Agentur dutzende Ratgeberseiten in einem Unterordner an, und die Redaktion des Portals liest sie nie.

Danach erscheinen nach einigen Monaten diese Seiten häufiger in den Ergebnissen als die eigenen Artikel des Portals. Das bringt kurzfristig Traffic, gefährdet aber langfristig die gesamte Reputation des Portals.

Google kann Seiten außerdem einzeln bewerten. Eine Maßnahme kann also nur die betroffenen Seiten treffen, doch Leser sehen eine einzige Marke. Ein schwacher Bereich zieht deshalb das Vertrauen in die starken Bereiche mit nach unten.

Welche Risiken hat site reputation abuse für Verlage und Website Betreiber?

Das konkreteste Risiko für Betreiber ist eine manuelle Maßnahme gegen die betroffenen Seiten. Google schreibt auf der offiziellen Seite, dass Seiten eine manuelle Maßnahme treffen kann, wenn eine Website gegen die Richtlinie verstößt.

Außerdem kann eine manuelle Maßnahme Seiten im Ranking nach unten drücken oder verbergen. Eine Zahl nennen wir dazu nicht, denn die Wirkung hängt von Ihrer Website, der Seitenzahl und dem Inhalt ab.

Dazu kommen indirekte Risiken:

  • Das Vertrauen der Leser sinkt, wenn gesponserte Inhalte wie Redaktion aussehen.
  • Zudem trägt Ihre Redaktion Verantwortung für Seiten, die sie nie geprüft hat.
  • Partnereinnahmen zahlen sich kurzfristig aus, doch Rankingverluste können auch Ihre Hauptinhalte treffen.
  • Außerdem kostet die Bereinigung Zeit und verlangt die Prüfung jeder betroffenen Seite.

Rechnen Sie deshalb die langfristigen Kosten durch, bevor Sie ein kurzfristiges Einnahmeangebot annehmen.

Welche Risiken entstehen für Marken und Werbetreibende?

Zahlt eine Marke für einen Platz auf einer starken Website, koppelt sie ihre Investition an die Regeltreue des Hosts. Trifft den Host dann eine Maßnahme, verlieren auch Ihre Seiten an Sichtbarkeit.

Beispielszenario: Ein Onlineshop kauft eine Produktvergleichsseite auf der Website eines bekannten Verlags. Die Redaktion des Verlags prüft sie nie. Fällt die Seite im Ranking, ist somit das Budget verloren.

Bezahlte Links sind allerdings ein eigenes Thema. Wir haben sie in unserem Backlink Ratgeber behandelt und wiederholen das hier nicht: Was sind Backlinks und woran erkennen Sie Linkqualität.

Fragen Sie bei jedem Verlag: Hat die Redaktion des Verlags diese Seite freigegeben, oder mieten wir nur Platz auf einer starken Domain?

In der Praxis ist ein schriftlicher Vertrag Ihr bester Schutz. Verlangen Sie die Freigabe durch die Redaktion und eine schriftliche Zusage zur Regeltreue. Das beseitigt das Risiko nicht, klärt aber die Verantwortung.

Welche Fragen stellen Sie bei einem Kooperationsangebot?

Angebote beginnen oft mit "wir würden gern auf Ihrer Website erscheinen". Klären Sie deshalb vor der Antwort, wem die Arbeit gehört und warum sie existiert.

  • Sagt die andere Seite klar, wer den Inhalt schreibt?
  • Kann Ihre Redaktion den Text vor der Veröffentlichung lesen?
  • Geht dieselbe Seite auch an andere Websites?
  • Erfüllt die Seite für Ihre Leser eine echte Aufgabe?
  • Dürfen Sie den Inhalt laut Vertrag jederzeit entfernen?

Bleiben die Antworten vage, ist ein Nein günstig. Ein Ja dagegen kann später teuer werden, denn Korrekturen kosten Zeit.

Sagt der Absender "wir veröffentlichen das schon auf anderen Websites", gilt das als Warnsignal. Denn eine Seite, die auf vielen Websites steht, ähnelt stark dem offiziellen Beispiel von Google. Verlangen Sie stattdessen ein Original nur für Sie, oder lehnen Sie ab.

Nehmen Sie außerdem eine Klausel auf, die den Partner an Ihre redaktionellen Regeln bindet. Kurz gesagt, die Gegenseite erkennt Ihre Standards schriftlich an.

Was tun Sie bei einer manuellen Maßnahme?

Bleiben Sie zunächst ruhig, denn der Ablauf ist dokumentiert. Liegt eine manuelle Maßnahme vor, sehen Sie sie im Bericht zu manuellen Maßnahmen (Manual actions report) in der Google Search Console. Der Bericht zeigt außerdem, auf welchen Seiten das Problem liegt.

Gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie den Bericht und bestätigen Sie, dass die Maßnahme site reputation abuse betrifft.
  2. Listen Sie die betroffenen Seiten auf und klären Sie, wem jede Seite gehört.
  3. Entfernen Sie dann die Seiten oder schreiben Sie sie unter echter eigener Aufsicht neu.
  4. Passen Sie bei Bedarf den Vertrag mit dem Dritten an.
  5. Beantragen Sie nach der Korrektur aller Seiten die Überprüfung (Request Review) und beschreiben Sie ausführlich, was Sie geändert haben.
  6. Senden Sie denselben Antrag nicht erneut, bevor eine Entscheidung vorliegt.

Die Hilfeseite zum Bericht über manuelle Maßnahmen nennt als Bedingung, dass Sie die Probleme auf allen Seiten beheben. Sie weist außerdem darauf hin, dass eine Prüfung mehrere Tage oder Wochen dauern kann. Daher garantiert kein Verfahren ein Ergebnis, die Entscheidung trifft Google.

Vermeiden Sie Abkürzungen, die gegen die Regeln verstoßen. Dieselben Inhalte auf einer neuen Domain erneut zu veröffentlichen oder eine falsche Korrekturerklärung abzugeben, zählt als Umgehungsversuch und verschlimmert die Lage.

Gibt es einen Unterschied für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR)?

Ja. Allerdings trennt Google auf der offiziellen Seite nach Regionen. Außerhalb des EWR können die betroffenen Seiten eine manuelle Maßnahme treffen.

Innerhalb des EWR kann Google die betroffenen Seiten getrennt von der Hauptdomain einordnen, und diese Seiten können ohne die Wirkung einer manuellen Maßnahme eigenständig ranken. Der Seitentext beschreibt diesen Unterschied zudem ausdrücklich.

Berechtigte Websites können zudem eine erneute Prüfung beantragen und in passenden Fällen eine Streitigkeit in die Mediation bringen. Wir geben das daher nur als Information weiter; es ist keine Rechtsberatung.

Erreichen Sie Publikum in mehreren Regionen, prüfen Sie auf der offiziellen Seite und in Ihren Search Console Nachrichten, welche Regel für Sie gilt. Das hilft vor allem bei mehrsprachigen Websites, weil Sie Hinweise dann pro Region verfolgen.

Wie veröffentlichen Sie Inhalte Dritter sicher?

Allerdings müssen Sie Gastbeiträge, Partnerinhalte oder gesponserte Artikel nicht aufgeben. Wichtig ist, dass Sie sie in einem echten redaktionellen Prozess prüfen und wie eigene Inhalte behandeln.

  • Lassen Sie jede Seite eines Dritten von einer Redakteurin oder einem Redakteur nach Ihrem Qualitätsstandard freigeben.
  • Binden Sie die Seite in das Thema Ihrer Website und in die Bedürfnisse Ihrer Leser ein.
  • Zeigen Sie Lesern den Autor und die Art der Zusammenarbeit.
  • Meiden Sie Partner, die denselben Text an andere Websites verteilen.
  • Kennzeichnen Sie bezahlte oder gesponserte Links richtig.
  • Erwägen Sie, Seiten aus dem Index zu halten, die nicht ranken sollen.

Zum letzten Punkt lesen Sie unseren Ratgeber zum Unterschied zwischen noindex, nofollow und robots.txt. Die technische Datei bereiten Sie mit dem Robots.txt Generator vor.

In der Praxis fällt vielen das Nein gegenüber Partnern am schwersten. Denn Angebote kommen schnell und wirken attraktiv. Prüfen Sie dennoch jedes Angebot mit denselben Fragen, dann wird aus einer persönlichen Entscheidung ein Prozess.

Die Liste bietet allerdings keine Garantie. Trotzdem ist beaufsichtigtes und transparentes Veröffentlichen das Gegenteil dessen, was die Richtlinie trifft.

Wie finden Sie riskante Bereiche auf Ihrer eigenen Website?

Prüfen Sie Ihre Website zunächst einmal gezielt auf fremde Inhalte. Ziel ist es, Seiten zu finden, die Ihr Team weder geschrieben noch freigegeben hat.

  1. Listen Sie alle Unterordner und Subdomains der Website auf.
  2. Notieren Sie für jeden Bereich die verantwortliche Person und markieren Sie Bereiche ohne klare Zuständigkeit.
  3. Filtern Sie Seiten heraus, die kaum zum Hauptthema passen, aber viel Traffic erhalten.
  4. Prüfen Sie bei diesen Seiten Autor, Veröffentlichungsdatum und Quelle.
  5. Gehen Sie frühere Kooperationsverträge durch.

Für einen technischen ersten Blick nutzen Sie unseren SEO Check, und tote Links finden Sie mit dem Broken Link Checker.

Allerdings liefert der Ablauf keine automatische Antwort. Sie müssen die Seiten selbst lesen, denn die Kriterien sind Zweck und Aufsicht und kein technisches Merkmal.

Stellen Sie sich beim Prüfen eine praktische Frage: Verlöre mein Leser etwas, wenn ich diese Seite entferne? Lautet die Antwort Nein, dann steht die Seite vermutlich nur wegen des Rankings dort. Lautet sie Ja, verbessern Sie die Seite und benennen Sie eine verantwortliche Person.

Wie bereinigen Sie alte Kooperationsseiten?

Bereiche, die jemand vor Jahren angelegt hat, geraten oft in Vergessenheit, weil niemand sie pflegt. Dennoch können diese Seiten weiter Traffic bringen, und dort steckt oft der größte Teil des Risikos.

Sortieren Sie zunächst jeden alten Bereich in drei Gruppen:

  • Seiten, die zum Thema passen und Lesern helfen: Aktualisieren Sie sie mit einer Redakteurin oder einem Redakteur und behalten Sie sie.
  • Seiten, die zum Thema passen, aber schwach sind: Schreiben Sie sie neu oder führen Sie sie zusammen.
  • Seiten ohne Themenbezug, die nur Externe geschrieben haben: Entfernen Sie sie oder halten Sie sie aus dem Index.

Planen Sie außerdem beim Löschen die Weiterleitungen für die alten Adressen sorgfältig.

Halten Sie außerdem jede Entscheidung schriftlich fest. Das heißt, führen Sie eine Tabelle, die zeigt, welche Seite Sie warum entfernt haben. Müssen Sie später eine Überprüfung beantragen, hilft Ihnen dieser Nachweis.

Wie unterscheidet sich site reputation abuse von Spam Updates und kopierten Inhalten?

Diese drei Themen verwechselt man also oft, obwohl sie verschieden sind. Ein Spam Update ist eine Änderung an den automatischen Systemen von Google. Wir erklären es in unserem Ratgeber zum Google Spam Update und zur Vermeidung von Abstrafungen.

Kopierte Inhalte bedeuten dagegen, dass jemand Ihren Text ohne Erlaubnis erneut veröffentlicht. Kopiert eine Scraper Website Ihre Inhalte, lesen Sie unseren Ratgeber zur DMCA Entfernung.

Bei site reputation abuse liegt das Problem dagegen nicht in der Kopie. Das Problem ist stattdessen, dass eine Website ihre Reputation an fremde Seiten verleiht. Die Richtlinie kann also auch dann greifen, wenn der Inhalt vollständig original ist.

Unbekannte Spam URLs in der Search Console sind wieder eine andere Lage. Dazu lesen Sie unseren Beitrag zu unbekannten Spam URLs in der Search Console.

Wie hängen E-E-A-T und site reputation abuse zusammen?

E-E-A-T (Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) ist der Rahmen, mit dem Google über Inhaltsqualität nachdenkt. Wir gehen hier nicht tief hinein; Details finden Sie in unserem Ratgeber zu E-E-A-T.

Der Zusammenhang ist deshalb dieser: Eine Website baut Vertrauen auf ihrer eigenen Expertise und Erfahrung auf. Fügen Sie fremde Seiten ohne Bezug hinzu, geben Sie somit dieses Vertrauen an andere weiter.

Kurz gesagt, bleiben Autor, Thema und redaktioneller Prozess unklar, wird E-E-A-T schwächer und das Risiko für site reputation abuse wächst. Beide Konzepte beantworten zwei verschiedene Fragen, die sich ergänzen.

Lassen Sie deshalb bei Inhalten Dritter Autorenseite, Veröffentlichungsdatum und Quellenangaben sichtbar.

Ein praktisches Beispiel: Ein Unternehmensblog, der Beiträge unter dem Namen einer Fachperson veröffentlicht, zeigt Lesern und Suchsystemen echte Expertise. Steht auf demselben Blog eine unsignierte Seite zu einem fremden Thema, schwächt das das Vertrauenssignal.

Welche Regeln für Inhalte Dritter legt ein Team fest?

Regeltreue funktioniert besser als Gewohnheit denn als einmalige Bereinigung. Schreiben Sie daher eine kurze Veröffentlichungsregel und schicken Sie sie an Ihre Partner.

Unser Vorschlag umfasst diese Teile:

  1. Umfang: Legen Sie fest, welche Arten von Inhalten Dritter Sie annehmen.
  2. Verantwortung: Benennen Sie eine Redakteurin oder einen Redakteur, die oder der jede Seite freigibt.
  3. Qualität: Setzen Sie Mindeststandards für Originalität, Quellen und Autorenangaben.
  4. Transparenz: Zeigen Sie Lesern, wenn ein Inhalt gesponsert ist oder von einem Partner stammt.
  5. Entfernungsrecht: Nehmen Sie eine Klausel auf, mit der Sie die Seite jederzeit zurückziehen können.
  6. Überprüfung: Lesen Sie veröffentlichte Seiten in festen Abständen erneut.

Halten Sie das Dokument kurz, denn niemand liest ein langes. Lassen Sie neue Redakteure es außerdem am ersten Tag lesen.

Wie überwachen Sie die Website nach der Korrektur?

Die Arbeit endet allerdings nicht mit der Bereinigung. Beobachten Sie, wie Ihre Seiten in der Suche erscheinen, und lesen Sie Ihre Search Console Nachrichten regelmäßig.

Eine einfache Routine reicht oft aus:

  • Prüfen Sie den Bericht zu manuellen Maßnahmen und den Nachrichteneingang in der Search Console.
  • Vergleichen Sie Sichtbarkeit und Klicks der bereinigten Bereiche jeden Monat.
  • Teilen Sie neue Unterordner und Subdomains mit dem Content Team.
  • Prüfen Sie jedes neue Angebot für fremde Inhalte mit derselben Checkliste.

Deuten Sie Trendänderungen daher nicht vorschnell. Diese Richtlinie ist nicht der einzige mögliche Grund für Schwankungen, denn auch Inhalt, Technik und Wettbewerb spielen eine Rolle.

Fällt zum Beispiel eine Seite ab, prüfen Sie zuerst technische Fehler, dann die Inhaltsqualität und zuletzt die Richtlinie. So vermeiden Sie das Löschen von Seiten aufgrund einer falschen Diagnose.

Welche Fehler machen Teams am häufigsten?

Wir sehen in der Praxis immer wieder dieselben falschen Annahmen. Das sind also unsere eigenen Beobachtungen, Zahlen nennen wir nicht.

  • Fremde Inhalte seien verboten. Das stimmt allerdings nicht; Zweck und Aufsicht entscheiden.
  • Eine neue Subdomain löse alles. Bleibt der Zweck gleich, dann hilft die Domainstruktur allein nicht.
  • Ein Hinweis auf Sponsoring genüge. Ein Hinweis allein ändert den Zweck nicht.
  • Alte Kooperationsseiten vergessen. Seiten von vor Jahren können heute noch ranken.
  • Eine Überprüfung beantragen, bevor das Problem behoben ist. Beenden Sie dann zuerst die Korrekturen.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Annahme, nur große Verlage hätten damit zu tun. Denn auch kleine und mittlere Websites nehmen Kooperationsangebote an, ohne genug nachzufragen. Egal, wie groß Sie sind, die Frage bleibt gleich: Gibt es Zweck und Aufsicht?

Die meisten dieser Fehler vermeiden Sie, wenn Sie auf den Zweck schauen, statt die Richtlinie auswendig zu lernen.

Wie geht Talha Aslan und Team an dieses Thema heran?

Deshalb behandeln wir solche Seiten als Risiko und nicht als Trick. Wenn wir mit Kunden arbeiten, klären wir zunächst, wem jeder Bereich gehört, und machen danach die redaktionelle Aufsicht eindeutig.

Kommt ein Kooperationsangebot, stellen wir eine Frage: Hilft dieser Inhalt dem Leser, oder mietet er nur die Stärke der Website? Lautet die Antwort so wie im zweiten Fall, lehnen wir ab.

Technik, Inhalt und Linkstrategie gehören nämlich zusammen. Deshalb behandelt unsere SEO Beratung Veröffentlichungsregeln, Prüfung von Kooperationen und technisches Crawling in einem Rahmen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Der Richtlinientext kann sich ändern, prüfen Sie daher die offizielle Quelle für die aktuelle Fassung.

Häufig gestellte Fragen

Sind Parasite SEO und site reputation abuse dasselbe?
Ja, im Alltag beschreiben beide dasselbe Verhalten. Parasite SEO ist der Branchenbegriff, site reputation abuse ist der offizielle Name der Google Richtlinie. Gemeinsam ist die Idee, dass Seiten Dritter von der erarbeiteten Rankingstärke einer Host Website profitieren, wobei nicht jeder Inhalt eines Dritten als Verstoß zählt.
Ist ein Gastbeitrag site reputation abuse?
Nein, nicht von selbst. Das Risiko bleibt niedrig, wenn eine Redakteurin den Gastbeitrag liest, er zum Thema Ihrer Website passt und der Autor klar erkennbar ist. Es steigt, wenn niemand den Inhalt beaufsichtigt und er nur für das Ranking dort steht. Fragen Sie bei jedem Gastbeitrag nach Zweck, Qualität und Transparenz.
Straft Google gesponserte Inhalte ab?
Gesponserte Inhalte sind für sich genommen kein Verstoß. Problematisch wird es, wenn Inhalte Dritter online gehen, um die Reputation des Hosts zu nutzen, ohne zur Website zu passen und ohne Aufsicht. Sie senken das Risiko, wenn Sie Sponsoring kennzeichnen, redaktionell prüfen und Lesern echten Nutzen bieten. Eine Garantie gibt es dennoch nicht.
Was tue ich bei einer manuellen Maßnahme?
Öffnen Sie zuerst den Bericht zu manuellen Maßnahmen in der Search Console und lesen Sie Grund und betroffene Seiten. Entfernen Sie diese Seiten oder korrigieren Sie sie unter echter eigener Aufsicht, schließen Sie die Arbeit auf allen Seiten ab und beantragen Sie die Überprüfung. Das dauert, und niemand kann das Ergebnis garantieren.
Löst eine neue Subdomain oder ein neuer Unterordner das Problem?
Nicht allein. Die Richtlinie betrachtet Zweck und Aufsicht einer Seite und nicht die URL Struktur. Stützt sich derselbe fremde Inhalt auch auf einer neuen Subdomain auf die Reputation des Hosts, bleibt das Risiko bestehen. Behandeln Sie technische Änderungen als nachrangig und verbessern Sie zuerst den redaktionellen Prozess.
Wo lese ich die aktuelle Fassung der Richtlinie?
Die beste Quelle ist die Seite zu den Spam Richtlinien in der Google Search Central. Richtlinien können mit der Zeit mehr Details bekommen, vergleichen Sie die Zusammenfassung in diesem Ratgeber deshalb vor Entscheidungen mit dem Originaltext. Den Ablauf bei manuellen Maßnahmen prüfen Sie zusätzlich in der Hilfe der Search Console.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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