Digitales Marketing

Zugriff für Marketingberater: So vergeben Sie ihn ohne Passwort

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie richten Sie den Zugriff für Marketingberater sicher ein?

Der Zugriff für Marketingberater bedeutet, dass Sie der eigenen Google oder Meta Identität des Beraters eine Rolle zuweisen, ohne ein Passwort zu teilen. Das Eigentum bleibt bei Ihnen, Sie vergeben pro Plattform die niedrigste passende Rolle, dokumentieren jede Freigabe und entfernen sie am letzten Arbeitstag.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Dieser Leitfaden erklärt nicht nur eine einzelne Plattform. Stattdessen baut er eine gemeinsame Routine für GA4, Google Ads, die Search Console, Meta und den Tag Manager auf. Für die einzelnen Klickwege verweisen wir auf unsere separaten Anleitungen. Somit übergeben Sie einem neuen Berater ein kontrolliertes Zugriffspaket, das Sie jederzeit zurücknehmen können.

Wir von Talha Aslan und Team behandeln diese Routine als ersten Schritt jeder neuen Zusammenarbeit. Eine saubere Einrichtung schützt das Unternehmen, und zugleich arbeitet der Berater ohne Wartezeiten auf Freigaben. Menünamen können sich allerdings ändern. Achten Sie deshalb auf die Logik der Rollen und prüfen Sie die aktuellen Schritte auf der offiziellen Hilfeseite.

Warum ist das Teilen von Passwörtern die riskanteste Lösung?

Wer ein Passwort teilt, gibt alles frei, was an diesem Konto hängt, und nicht nur ein Dashboard. Zum Beispiel öffnet Ihr Google Passwort neben dem Werbekonto auch Ihr Postfach, Ihre Drive Dateien und weitere verbundene Dienste. Zudem erscheint jede Änderung unter Ihrem Namen, also lässt sich später nicht mehr klären, wer was getan hat.

Auch die Bestätigung in zwei Schritten funktioniert auf diese Weise nicht richtig. Der Berater muss Sie bei jeder Anmeldung um einen Code bitten, und irgendwann denken Sie darüber nach, die Bestätigung abzuschalten. Genau diese Entscheidung schwächt Ihre Sicherheit dann am stärksten.

  • Zu großer Umfang: Ein Passwort öffnet das ganze Konto statt einer Rolle.
  • Fehlender Nachweis: Der Verlauf zeigt ein gemeinsames Login, aber keine Person.
  • Schweres Ende: Um den Zugriff zu beenden, müssen Sie das Passwort überall ändern.
  • Riskante Wiederherstellung: Eine geänderte Adresse für die Kontowiederherstellung erschwert die Rückholung erheblich.

Sehen Sie es daher als Warnsignal, wenn jemand schon in der ersten Nachricht nach Ihrem Passwort fragt. Unser Passwort Generator hilft Ihnen, die eigenen Anmeldungen zu stärken, allerdings bleiben diese Passwörter bei Ihnen. Außerdem bietet ein Passkey für die passwortlose Anmeldung dort, wo er verfügbar ist, zusätzlichen Schutz.

Was sollten Sie vor dem Zugriff für Marketingberater prüfen?

Prüfen Sie zunächst, ob die Konten wirklich Ihnen gehören. In vielen Unternehmen hat ein früherer Mitarbeiter das Werbekonto eröffnet und eine frühere Agentur die Website eingerichtet. Sind Sie nicht der Inhaber, können Sie auch niemand anderem sicher eine Rolle geben.

  1. Inhaber feststellen: Schauen Sie nach, wer auf jeder Plattform die höchste Berechtigung hält.
  2. Zweiten Administrator ergänzen: Machen Sie eine Vertrauensperson aus dem Unternehmen zur Vertretung.
  3. Kontosicherheit einschalten: Aktivieren Sie die Bestätigung in zwei Schritten für Administratoren.
  4. Nutzerliste bereinigen: Entfernen Sie Personen, die nicht mehr mit Ihnen arbeiten.
  5. Umfang festhalten: Klären Sie, was der Berater in welchem Kanal übernimmt.

Der zweite Administrator wirkt wie eine Kleinigkeit, ist aber eine wichtige Absicherung. So empfiehlt Google auf der Seite zu den Nutzerberechtigungen im Tag Manager mindestens zwei Administratoren, damit Sie sich nicht aussperren. Dieselbe Logik können Sie auf die anderen Plattformen übertragen.

Wirken die Konten verstreut, ordnen Sie sie zuerst. Dafür ist unser Beitrag digitale Assets verwalten ein guter Ausgangspunkt. Kontrolliert eine frühere Agentur noch Ihre Website oder Domain, gehen Sie außerdem zuerst die Schritte aus dem Beitrag Website und Domain zurückholen durch.

Was bedeutet das Prinzip der geringsten Rechte in der Praxis?

Geringste Rechte heißt, dass jemand nur die Rolle erhält, die seine aktuelle Aufgabe verlangt. Wer also Berichte prüft, braucht keine Bearbeitungsrechte, und wer Kampagnen steuert, muss keine Nutzer hinzufügen können. Somit bleibt ein Fehler oder ein übernommenes Konto auf einen begrenzten Bereich beschränkt.

Dieses Prinzip drückt kein Misstrauen aus. Ein guter Berater stört sich selten an einer engen Rolle, denn auch seine eigene Verantwortung wird dadurch klarer. Kommt es zu einem Problem, wissen alle Beteiligten sofort, wer welchen Bereich ändern konnte.

In der Praxis helfen Ihnen diese drei Fragen:

  • Was erledigt diese Person in dieser Woche tatsächlich?
  • Welche niedrigste Rolle der Plattform reicht dafür aus?
  • Bis wann braucht sie diese Berechtigung?

Die letzte Frage überspringen viele Unternehmen. Dabei braucht man manche Rechte nur während der Einrichtung. Sie können zum Beispiel eine Rolle vorübergehend erhöhen, um eine Verknüpfung anzulegen, und sie danach wieder senken. Kurz gesagt ist eine Rolle kein dauerhafter Titel, sondern eine Erlaubnis, die Sie an die Aufgabe anpassen.

Welche Rolle reicht auf welcher Plattform aus?

Die folgende Tabelle fasst unsere Startempfehlung für den Zugriff für Marketingberater zusammen. Allerdings hängt die endgültige Entscheidung vom Arbeitsumfang ab, deshalb verstehen Sie sie bitte als Rahmen für Ihr Gespräch. Die Rollennamen stammen aus den offiziellen Hilfeseiten und können sich im Lauf der Zeit ändern.

PlattformNur zur PrüfungZur VerwaltungBleibt meist bei Ihnen
GA4Betrachter oder AnalystMarketer oder BearbeiterAdministrator auf Kontoebene
Google AdsLesezugriffStandardAdministrator und Abrechnung
Search ConsoleEingeschränkter NutzerUneingeschränkter NutzerBestätigte Inhaberschaft
MetaTeilzugriff mit BerichtsaufgabenTeilzugriff mit Werbe- oder InhaltsaufgabenVolle Kontrolle über das Business Portfolio
Tag ManagerLesenBearbeiten oder GenehmigenKontoadministrator und Entscheidung über Veröffentlichungen

Ein Gedanke zieht sich durch die ganze Tabelle: Selbst eine Verwaltungsrolle ist nicht dasselbe wie Eigentum. Der Berater darf die Kampagne steuern, aber er kann nicht ändern, wem das Konto gehört. Genau diese Trennung bildet die Grundlage einer sicheren Einrichtung.

Auf welcher Ebene sollten Sie eine GA4 Rolle vergeben?

Wählen Sie in GA4 zuerst die Ebene und dann die Rolle. Google beschreibt auf der Seite zu GA4 Rollen und Datenbeschränkungen die Rollen Administrator, Bearbeiter, Marketer, Analyst und Betrachter. Eine Rolle auf Kontoebene gilt für alle Properties, eine Rolle auf Propertyebene nur für diese eine. Daher reicht für einen Berater mit nur einer Website meist die Propertyebene.

So unterscheiden sich die Rollen im Kern. Betrachter sehen Daten und Einstellungen. Analysten teilen zusätzlich ihre erstellten Explorationen. Marketer arbeiten mit Zielgruppen, Ereignissen und Schlüsselereignissen. Bearbeiter verwalten Propertyeinstellungen, jedoch keine Nutzer. Administratoren fügen außerdem Nutzer hinzu und entfernen sie.

Zwei Datenbeschränkungen sind außerdem nützlich: Sie können Kostenmesswerte und Umsatzmesswerte sperren. Braucht etwa ein Berater für Inhalte keine Umsatzzahlen, schalten Sie diese Werte einfach ab. In den Berichten erscheinen sie dann als null, also sagen Sie dem Berater das vorab. Falls Ihre Messung ohnehin Lücken zeigt, lesen Sie unseren Beitrag zu fehlenden GA4 Conversions.

Wie wählen Sie die passende Zugriffsebene in Google Ads?

In Google Ads bestimmt der Arbeitsumfang die Wahl. Die Seite zu den Zugriffsebenen in Google Ads nennt fünf Stufen: nur E-Mail, Abrechnung, Lesezugriff, Standard und Administrator. Für eine Kontoprüfung genügt der Lesezugriff. Für die laufende Kampagnenarbeit reicht dagegen meist die Standardebene.

Der Administrator unterscheidet sich deutlich, denn er darf zusätzlich Zugriff erteilen und Zugriffsebenen ändern. Auch Produktverknüpfungen und Anfragen von Verwaltungskonten liegen in seiner Hand. Vergeben Sie dieses Recht daher nur, wenn die Aufgabe es wirklich verlangt, und nur für begrenzte Zeit.

Denken Sie außerdem daran, dass die Standardebene Abrechnungsdaten bearbeiten kann. Stellen Sie also sicher, dass die Zahlungsart Ihnen gehört und dass Rechnungshinweise bei Ihnen ankommen. Als Beispielszenario erhält Ihre Buchhaltung die Abrechnungsebene, der Berater die Standardebene und die Geschäftsführung den Administratorzugriff.

Die Schritte für Einladung und Entfernung wiederholen wir hier nicht. Unser Beitrag zum Agenturzugriff in Google Ads beschreibt sie im Detail. Möchten Sie die Anzeigenarbeit auslagern, zeigt Ihnen unsere Seite zur Google Ads Verwaltung den möglichen Umfang.

Wann ist eine Verknüpfung mit einem Verwaltungskonto sinnvoll?

Eine solche Verknüpfung lohnt sich, wenn ein Berater mehrere Werbekonten aus einer Oberfläche steuert. Dabei sendet er aus seinem Verwaltungskonto eine Anfrage, und Sie nehmen sie als Administrator Ihres Kontos an oder lehnen sie ab. Somit entsteht eine Verbindung zwischen zwei Unternehmen, statt dass Sie Personen einzeln hinzufügen.

Dieser Komfort hat allerdings einen Preis. Nach der Verknüpfung zeigt Ihre eigene Nutzerliste womöglich nicht alle Personen aus dem Team des Beraters, die Ihr Konto sehen können. Stellen Sie deshalb vorab diese Fragen:

  • Wer aus Ihrem Team sieht unser Konto?
  • Wie beenden Sie den Zugriff, wenn jemand Ihr Team verlässt?
  • Wie läuft es ab, wenn wir die Verknüpfung lösen möchten?

Arbeiten Sie nur mit einer Person oder einem kleinen Umfang, ist eine direkte Einladung oft transparenter. Prüfen Sie außerdem vor der Annahme, ob das anfragende Verwaltungskonto wirklich zu Ihrem Berater gehört. Kurz gesagt wählen Sie die Methode nach der gewünschten Sichtbarkeit und nicht nach Gewohnheit.

Warum ist die Inhaberschaft in der Search Console ein eigenes Thema?

Die Inhaberschaft in der Search Console hängt an einem Bestätigungstoken, deshalb genügt es nicht immer, eine Person aus der Liste zu entfernen. Googles Seite zu Nutzern und Berechtigungen in der Search Console trennt bestätigte Inhaber, delegierte Inhaber, uneingeschränkte und eingeschränkte Nutzer. Für die meisten SEO Aufgaben ist der uneingeschränkte Nutzer ein sinnvoller Start.

Besonders wichtig ist das Ende der Zusammenarbeit. Laut Google endet der Zugriff eines entfernten Inhabers sofort, seine Bestätigungstoken bleiben jedoch bestehen. Solange ein Token existiert, kann der frühere Inhaber sich erneut bestätigen und wieder Zugriff erhalten. Daher müssen Sie auch Spuren wie eine HTML Datei, ein Meta Tag oder einen DNS Eintrag beseitigen.

Dabei lauert jedoch eine Falle: Dasselbe Token kann auch einen anderen Google Dienst bestätigen. Prüfen Sie also vor dem Löschen, was davon abhängt. Für die praktische Bereinigung empfehlen wir unsere Anleitung, um alte Inhaber und Nutzer aus der Search Console zu entfernen.

Worin unterscheiden sich Person und Partner bei Meta?

Fügen Sie eine Person hinzu, erhält ein einzelner Mensch Zugriff in Ihrem Business Portfolio. Fügen Sie einen Partner hinzu, teilen Sie Ihre Assets mit einem anderen Business Portfolio. Führt der Berater ein Unternehmen mit eigenem Portfolio, ist der Partnerzugriff meist übersichtlicher, denn sein Team arbeitet dann aus seinem eigenen Portfolio heraus.

Beim Partnerweg schickt Ihnen der Berater seine Business Portfolio ID, und Sie wählen Assets und Zugriffsstufe aus. Meta unterscheidet dabei zwischen voller Kontrolle und Teilzugriff. Der Teilzugriff umfasst Aufgaben wie das Erstellen von Inhalten, die Anzeigenverwaltung oder das Beantworten von Nachrichten. Deshalb brauchen die meisten Aufträge keine volle Kontrolle.

Und wenn der Berater die Konten gleich für Sie anlegt? Davon raten wir ab. Behalten Sie stattdessen Werbekonto, Seiten und Datenquellen in Ihrem eigenen Portfolio, damit sie nach dem Ende der Zusammenarbeit bei Ihnen bleiben. Die genauen Schritte finden Sie in unserem Beitrag zum Agenturzugriff im Meta Business Portfolio.

Warum gehört der Tag Manager in Ihren Plan?

Viele Unternehmen übersehen den Tag Manager, weil er hinter der sichtbaren Seite des Marketings liegt, dabei kann eine Änderung dort Code auf Ihrer Website ergänzen. Vergeben Sie das Recht zum Veröffentlichen deshalb bewusst. Google kennt auf Kontoebene die Rollen Nutzer und Administrator, auf Containerebene dagegen Lesen, Bearbeiten, Genehmigen und Veröffentlichen.

Bearbeiten erlaubt neue Arbeitsbereiche und Änderungen, jedoch weder Versionen noch Veröffentlichungen. Genehmigen darf Versionen erstellen, aber nicht veröffentlichen. Veröffentlichen enthält schließlich alle Rechte. Als Beispielszenario bearbeitet der Berater die Tags, und die für Ihre Website zuständige Person prüft und veröffentlicht sie. So durchläuft jede Änderung ein Vieraugenprinzip.

In einem kleinen Unternehmen lässt sich diese Trennung nicht immer einhalten. Haben Sie das Veröffentlichungsrecht trotzdem vergeben, werfen Sie regelmäßig einen Blick in den Versionsverlauf. Tragen Sie außerdem weitere kritische Assets wie geschäftliche E-Mail und Domain in dieselbe Liste ein.

Wie erstellen Sie eine Checkliste für die Inhaberschaft?

Diese Checkliste ist eine einseitige Übersicht, die zeigt, wem welches Asset gehört und wer welche Rolle hat. Eine einfache Tabellenkalkulation reicht völlig aus. Wichtig ist nur, dass jede Zeile aktuell bleibt, denn eine veraltete Liste kann mehr täuschen als gar keine Liste.

AssetInhaberRolle des BeratersGrundNächste PrüfungStatus
GA4 PropertyGeschäftsführungMarketerZielgruppen und SchlüsselereignisseQuartalsweiseAktiv
Google Ads KontoGeschäftsführungStandardKampagnenverwaltungQuartalsweiseAktiv
Search Console PropertyGeschäftsführungUneingeschränkter NutzerSEO BerichteQuartalsweiseAktiv
Meta WerbekontoBusiness PortfolioTeilzugriffAnzeigenverwaltungQuartalsweiseAktiv
Tag Manager ContainerGeschäftsführungBearbeitenEinrichtung der TagsEnde der EinrichtungRolle senken

Diese Zeilen sind ein Beispielszenario, passen Sie sie also an Ihre Situation an. Eine Spalte für Passwörter gehört allerdings niemals hinein. Die Liste dokumentiert Zugriffe und ist kein Passwortspeicher.

Wie sollten Sie die Zugriffsanfrage entgegennehmen?

Am saubersten ist eine schriftliche Liste vom Berater. Das heißt, er nennt die gewünschte Rolle, die Plattform, die E-Mail Adresse und die Aufgabe. Diese Liste dient Ihnen als Kontrolldokument und zeigt zugleich, wie klar der Berater den Auftrag durchdacht hat.

Eine gute Zugriffsanfrage enthält diese Punkte:

  • Plattform und Asset, zum Beispiel die GA4 Property Ihrer Website.
  • Gewünschte Rolle und den Grund dafür.
  • Die E-Mail Adresse oder Business Portfolio ID für die Einladung.
  • Die Angabe, ob die Berechtigung dauerhaft oder nur für die Einrichtung gilt.

Danach senden Sie die Einladungen selbst und tragen jede davon in Ihre Liste ein. Fällt Ihnen die Wahl der Rollen schwer, kann ein erfahrener Online Marketing Berater die passende Liste aus dem Arbeitsumfang ableiten. Die Einladung sollte trotzdem immer von einer befugten Person aus Ihrem Unternehmen kommen.

Welche E-Mail Adresse sollte die Rolle erhalten?

Vergeben Sie die Rolle an das Google Konto oder die geschäftliche E-Mail Adresse der Person, die die Arbeit erledigt. Vermeiden Sie ein gemeinsames Postfach für Werbung, denn so verlieren Sie die persönliche Nachvollziehbarkeit. Bei Google identifiziert die Adresse den Nutzer, und sie muss zu einem Google Konto gehören.

Halten Sie dieselbe Disziplin auch auf Ihrer Seite ein. Binden Sie Unternehmenskonten nicht an die private Gmail Adresse eines Mitarbeiters. Nutzen Sie stattdessen eine dauerhafte Verwaltungsadresse auf Ihrer Firmendomain. Dann bleibt das Eigentum im Unternehmen, auch wenn die Person geht.

Als Beispielszenario hat ein Unternehmen sein Werbekonto vor langer Zeit mit der Adresse einer Praktikantin eröffnet. Ist sie nicht mehr erreichbar, kann die Übertragung zu einem langen Wiederherstellungsprozess werden. Mit einer Firmenadresse vom ersten Tag an entsteht dieses Problem gar nicht. Zudem liegen Ihre Daten für die Kontowiederherstellung so an einem Ort.

Welche Fehler machen den Zugriff für Marketingberater riskant?

Die meisten Fehler entstehen aus Eile und nicht aus böser Absicht. Ein Unternehmen möchte schnell starten, wählt den bequemsten Weg und vergisst dann die Korrektur. Deshalb empfehlen wir, die folgende Liste schon am ersten Tag durchzugehen.

  • Alle zu Administratoren machen: Das ist bequem, verteilt die Kontrolle aber zu breit.
  • Das Konto vom Berater eröffnen lassen: Daten und Verlauf bleiben womöglich nicht bei Ihnen.
  • Nur einen Administrator behalten: Ist diese Person nicht erreichbar, kommen Sie nicht mehr hinein.
  • Eine Plattform vergessen: Tag Manager und Search Console fehlen oft auf der Liste.
  • Nichts dokumentieren: Am Ende wissen Sie nicht, wen Sie entfernen müssen.
  • Codes weitergeben: Ein per Nachricht gesendeter Code hebelt die Bestätigung in zwei Schritten aus.

Es gibt auch den umgekehrten Fehler: eine so enge Rolle, dass der Berater seine Arbeit nicht leisten kann. Für die Verknüpfung von Conversions in Google Ads brauchen Sie zum Beispiel unter Umständen Administratorrechte. Geben Sie das Recht in diesem Fall kurz frei und senken Sie es danach wieder. Kurz gesagt zählt nicht die niedrigste Rolle, sondern die niedrigste, die für die Aufgabe genügt.

Worauf sollten Sie bei Daten und Vertrag achten?

Der von Ihnen gewährte Zugriff kann auch Kundendaten betreffen. Zum Beispiel können Zielgruppen, Postfächer und Formulareinträge personenbezogene Daten enthalten. Betrachten Sie den Zugriff deshalb nicht nur als technische Einstellung, sondern regeln Sie ihn auch im Vertrag. Dieser Abschnitt ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung, wenden Sie sich also für Ihren Fall an Ihre Rechtsberatung.

Diese Punkte sollten Sie vertraglich klären:

  • Wem die Konten und die erzeugten Daten gehören.
  • Auf welche Daten der Berater zu welchem Zweck zugreift.
  • Wie Zugriff und Assets am Ende der Arbeit an Sie zurückgehen.
  • Ob der Berater Subunternehmer einsetzen darf.

Wie Sie das für SEO Aufträge formulieren können, zeigt unsere SEO Vertrag Checkliste. Außerdem ist eine Vertraulichkeitserklärung sinnvoll, vor allem dann, wenn Sie jemand Externem Kundennachrichten öffnen.

Wie oft sollten Sie Zugriffe überprüfen?

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist eine Prüfung pro Quartal ein vernünftiger Anfang. Das ist keine offizielle Regel, sondern der Rhythmus, den wir empfehlen. Prüfen Sie zudem sofort, wenn sich Ihr Team oder Ihre Dienstleister ändern.

Die Prüfung dauert nicht lange, denn Ihre Liste liegt ja schon vor. Sie öffnen die Nutzerliste jeder Plattform, vergleichen sie mit Ihrer Dokumentation und entfernen alles Überflüssige. In Google Ads kann der Administrator außerdem die Anmeldemethoden und letzten Anmeldungen der Nutzer sehen, somit fallen ungenutzte Zugänge schnell auf.

Drei Signale verdienen besondere Aufmerksamkeit: ein Nutzer, den Sie nicht kennen, eine Rollenerhöhung ohne Erklärung und eine Verknüpfung, die Sie nicht angefragt haben. In solchen Fällen beenden Sie den Zugriff zuerst und stellen dann Fragen. Denn einen beendeten Zugriff wieder zu öffnen, ist deutlich einfacher, als einen Schaden zu beheben.

In welcher Reihenfolge vergeben Sie Rollen in der ersten Woche?

Öffnen Sie nicht alles auf einmal, sondern folgen Sie dem Ablauf der Arbeit. Der Berater muss zunächst den Istzustand sehen und erst danach etwas ändern. Daher ist ein Start mit Prüfrollen am ersten Tag sicher und sinnvoll. Die folgende Reihenfolge ist ein Beispielszenario, das gut zu einem kleinen Unternehmen passt.

  1. Erster Tag: Vergeben Sie Prüfrollen in GA4, Search Console und Google Ads.
  2. Zweiter oder dritter Tag: Hören Sie sich die Befunde an und legen Sie gemeinsam die Aufgaben fest.
  3. Später in der Woche: Wechseln Sie für freigegebene Aufgaben zu Verwaltungsrollen.
  4. Bei Bedarf: Öffnen Sie Tag Manager und Administratorrechte nur kurz.
  5. Am Ende der Woche: Aktualisieren Sie die Liste und senken Sie vorübergehende Rechte.

Ein dringendes Projekt kann diese Reihenfolge natürlich ändern. Muss zum Beispiel eine Kampagne sofort starten, wechseln Sie schon am ersten Tag zur Standardebene. Trotzdem bringt ein gestufter Start einen weiteren Vorteil: Sie sehen die Arbeitsweise des Beraters, bevor Sie breite Rechte geben. Außerdem können Sie diese Reihenfolge beim nächsten Auftrag wiederverwenden.

Gilt dieselbe Regel für Website, CRM und andere Tools?

Ja, die Regel gilt auch dort. Werbe- und Analyseoberflächen sind nur ein Teil des Bildes, denn ein Berater fragt vielleicht auch nach dem Website Backend, dem E-Mail Tool, dem CRM oder einem Planungstool für Social Media. Die meisten Tools erlauben eigene Nutzer, allerdings heißen die Rollen je nach Produkt anders. Prüfen Sie die aktuellen Optionen auf der jeweiligen Hilfeseite.

Seien Sie im Website Backend vorsichtig, denn eine Administratorrolle kann auch die Installation von Plugins oder das Anlegen von Nutzern erlauben. Für reine Inhaltsarbeit genügt meist eine engere Rolle. Ebenso birgt das Recht zum Export von Kundendaten im CRM ein eigenes Risiko, deshalb lassen Sie es ausgeschaltet, solange die Aufgabe es nicht verlangt.

Domain und Hosting bilden eine eigene Klasse. Ein Fehler dort kann Ihre ganze Website und Ihr Postfach treffen. Wird ein DNS Eintrag nötig, ist es also oft am besten, wenn Sie ihn selbst setzen. Anders gesagt schreibt der Berater auf, was fehlt, und Sie tragen es in Ihrem Konto ein.

Was tun Sie zuerst, wenn etwas schiefgeht?

Begrenzen Sie bei verdächtigen Vorgängen zuerst den Zugriff und bitten Sie danach um eine Erklärung. Dazu zählen ein unbekannter Nutzer, ein unerwarteter Anstieg der Ausgaben oder eine Verbindung ohne Ihre Zustimmung. Panik ist nicht nötig, aber Abwarten ist genauso wenig richtig.

  1. Entfernen Sie den verdächtigen Nutzer oder die Verbindung.
  2. Ändern Sie Ihr eigenes Administratorpasswort und prüfen Sie die Bestätigung in zwei Schritten.
  3. Sehen Sie sich den Änderungsverlauf an und notieren Sie Ihre Beobachtungen.
  4. Pausieren Sie bei betroffenen Werbeausgaben die Kampagnen und prüfen Sie die Abrechnung.
  5. Wenden Sie sich an den offiziellen Support der Plattform.

Sprechen Sie danach offen mit dem Berater, denn viele Probleme haben eine einfache Erklärung. Trotzdem sollten Sie fremde Personen ignorieren, die gegen Geld eine Kontorettung versprechen. Nutzen Sie für die Wiederherstellung nur offizielle Wege, und bedenken Sie, dass keine Methode ein Ergebnis garantiert.

Wie beenden Sie den Zugriff für Marketingberater am Projektende?

Beenden Sie den Zugriff für Marketingberater am letzten Arbeitstag mit einer Checkliste. Planen Sie das zusammen mit der letzten Lieferung und warten Sie nicht auf das Vertragsende. Informieren Sie den Berater außerdem rechtzeitig, damit er offene Aufgaben und Berichte übergeben kann.

  1. Übergabe einholen: Fordern Sie Berichte, Kampagnennotizen und Beschreibungen der Tags an.
  2. Google Ads: Entfernen Sie den Nutzer und lösen Sie eine vorhandene Verknüpfung.
  3. GA4: Entziehen Sie die Rolle; das vollständige Löschen verlangt einen Administrator auf Kontoebene.
  4. Search Console: Entfernen Sie den Nutzer und bei Inhabern auch die Token.
  5. Meta: Nehmen Sie Person oder Partner aus Ihren Assets heraus.
  6. Tag Manager: Entfernen Sie den Nutzer und prüfen Sie die letzten Versionen.
  7. Eintrag schließen: Tragen Sie das Datum ein und ändern Sie jedes geteilte Passwort.

Führen Sie nach der Entfernung eine kurze Kontrolle durch. Kampagnen oder Tags hängen womöglich an einem Tool, das mit dem persönlichen Konto des Beraters verbunden ist. Beobachten Sie deshalb in den Tagen nach dem Zugriffsende Ihre Conversion Daten und die Anzeigenauslieferung.

Wie sichern Sie die Kontinuität beim Beraterwechsel?

Das größte Risiko beim Wechsel besteht darin, dass alter und neuer Berater gleichzeitig breite Rechte behalten. Planen Sie deshalb eine kurze Übergabephase. Geben Sie zunächst dem neuen Berater eine Rolle, holen Sie dann die Übergabenotizen des alten Beraters ein und beenden Sie schließlich den alten Zugriff.

Dieser Übergang bleibt einfach, wenn die Assets in Ihren eigenen Konten liegen, denn Anzeigenverlauf, Zielgruppen und Berichte bleiben erhalten. Schwieriger wird es, wenn das Konto dem früheren Berater gehört, weil sich manche Daten womöglich nicht übertragen lassen. Deshalb ist eine von Anfang an richtige Inhaberschaft die günstigste Versicherung gegen spätere Verluste.

Möchten Sie für den nächsten Auftrag den SEO Umfang klären, finden Sie Details auf unserer Seite zur SEO Beratung. So oder so bleibt der Ablauf gleich: Sie aktualisieren die Liste, bewerten die Rollen neu und schließen unnötige Rechte.

Wie fassen Sie eine sichere Zugriffsroutine zusammen?

Die Regel ist einfach: Das Eigentum bleibt bei Ihnen, die Rolle geht an den Berater und die Dokumentation liegt in Ihrer Liste. Teilen Sie keine Passwörter, laden Sie Personen einzeln ein, wählen Sie die niedrigste passende Rolle und beenden Sie den Zugriff am letzten Arbeitstag. Sobald diese Routine steht, haben Sie zudem eine fertige Vorlage für jeden weiteren Berater.

Schon eine einzige Stunde für Ihre Konten kann heute eine große Lücke schließen. Suchen Sie zunächst nach Konten, die Ihnen nicht gehören, und ergänzen Sie dann einen zweiten Administrator. Entfernen Sie danach alle Personen, mit denen Sie nicht mehr arbeiten.

Wir folgen derselben Routine für den Zugriff für Marketingberater, wenn wir einen neuen Auftrag beginnen: Das Unternehmen erteilt den Zugriff, und die Assets bleiben beim Unternehmen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Ihnen die Arbeitsweise von Digital Marketing Experte Talha Aslan und Team.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich dem Berater mein Passwort geben?
Nein, Sie müssen dem Berater Ihr Passwort nicht geben. GA4, Google Ads, Search Console, Meta und Tag Manager unterstützen Rollen für einzelne Personen. Der Berater meldet sich mit seiner eigenen Identität an, deshalb bleiben seine Aktionen getrennt erkennbar. Außerdem entfernen Sie diesen Zugriff in einem Schritt, ohne eigene Anmeldedaten zu ändern.
Ist eine Administratorrolle für den Berater problematisch?
Meist ja, sofern die Aufgabe sie nicht wirklich verlangt, denn Administratoren können auch Nutzer hinzufügen und Zugriffsebenen ändern. Für Kampagnen und Berichte reichen in der Regel engere Rollen. Braucht eine Einrichtung doch Administratorrechte, geben Sie sie kurz frei, senken Sie sie danach wieder und vermerken Sie das in Ihrer Liste.
Wie gebe ich einem Berater ohne Portfolio Zugriff auf Meta?
Hat der Berater kein Business Portfolio, fügen Sie ihn als Person in Ihr eigenes Portfolio ein und weisen ihm Aufgaben für einzelne Assets zu. Führt er ein Unternehmen mit eigenem Portfolio, ist der Partnerweg übersichtlicher. In beiden Fällen bleiben die Assets in Ihrem Portfolio, und die Aufgaben entsprechen genau dem Auftrag.
Stoppen die Kampagnen, wenn ich den Zugriff entferne?
Normalerweise nicht, denn Kampagnen gehören zum Konto und nicht zum Nutzer. Allerdings können ein Tool, eine Regel oder eine Zahlungsart betroffen sein, die am persönlichen Konto des Beraters hängen. Fragen Sie deshalb vorher nach verbundenen Tools. Beobachten Sie danach einige Tage lang Ihre Anzeigenauslieferung und die Conversion Daten.
Wo sollte ich die Zugriffsliste aufbewahren?
Bewahren Sie sie in einer Tabelle des Unternehmens mit begrenzten Berechtigungen auf. Sie sollte Asset, Inhaber, Rolle, Grund, Prüftermin und Status enthalten. Passwörter und Bestätigungscodes gehören jedoch niemals in diese Datei, denn dafür gibt es einen separaten Passwortspeicher. So können Sie die Zugriffsliste bedenkenlos mit zuständigen Kollegen teilen.
Kann ein früherer Berater noch auf meine Konten zugreifen?
Ja, das kann er, solange Sie ihn nicht entfernt haben. In der Search Console kann sich ein früherer Inhaber zudem erneut bestätigen, wenn sein Token bestehen bleibt. Prüfen Sie also jede Nutzerliste, beseitigen Sie alte Token und kontrollieren Sie Verknüpfungen. Sehen Sie etwas Verdächtiges, beenden Sie zuerst den Zugriff.
  • Kontozugriff
  • Marketingberater
  • GA4 Nutzerrollen
  • Google Ads Zugriffsebenen
  • Search Console Inhaberschaft
  • Meta Business Portfolio
  • geringste Rechte
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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