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Website mit KI erstellen: Ersetzt das professionelles Webdesign?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Website mit KI erstellen: Ersetzt das professionelles Webdesign?

Eine Website mit KI erstellen kann professionelles Webdesign bei einfachen, kurzlebigen Projekten ersetzen; für eine Website, die Kunden gewinnen, in der Suche auftauchen und mit anderen Systemen arbeiten muss, reicht das allein selten. Klären Sie zunächst die Aufgabe der Website und wählen Sie dann anhand der Tabelle unten Ihren Weg.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Diesen Leitfaden haben wir für Unternehmer geschrieben, die vor der Entscheidung für eine neue Website stehen. Wir nennen keine einzelnen Werkzeuge, denn diese Produkte ändern sich schnell. Die richtigen Fragen bleiben allerdings gleich. Deshalb klären wir hier nicht, welches Werkzeug das beste ist, sondern was Ihr Betrieb tatsächlich braucht. Am Ende haben Sie eine Entscheidungstabelle, eine Checkliste und Fragen für jedes Angebot.

Wer zuerst den größeren Zusammenhang sucht, liest unseren Überblick zu KI im Webdesign und Automatisierung. Hier konzentrieren wir uns dagegen auf eine einzige Kaufentscheidung.

Was können Baukästen mit KI wirklich gut?

Ihre eigentliche Stärke ist das Tempo. Sie tippen ein paar Sätze und sehen kurz darauf Layout, Überschriften, Beispieltexte und Farbvorschläge. Außerdem nehmen diese Werkzeuge die Angst vor der leeren Seite, denn Sie müssen auf niemanden warten, um eine Idee sichtbar zu machen.

In der Praxis sparen sie bei diesen Aufgaben spürbar Zeit:

  • Einen schnellen Entwurf für Partner oder Kunden zeigen.
  • Eine einzelne Seite für Veranstaltung, Kampagne oder persönliches Profil aufsetzen.
  • Erste Textentwürfe schreiben und verschiedene Überschriften testen.
  • Optionen für Farben, Schriften und die Reihenfolge der Abschnitte ansehen.
  • Vor einem echten Projekt für sich selbst klären, was man will.

Eine Seite für ein Wochenendevent lebt zum Beispiel nur kurz und erwartet keinen Suchtraffic. Für so eine Aufgabe ist es sinnvoll, die Website mit KI erstellen zu lassen. Das Problem beginnt erst, wenn man dieses Tempo auf jedes Projekt überträgt. Denn ein schnelles Ergebnis ist noch kein funktionierendes Ergebnis.

Worin unterscheidet sich ein schneller Entwurf von einer Website, die arbeitet?

Ein Entwurf ist eine ansprechende Oberfläche. Eine Website, die arbeitet, versteht dagegen den Besucher, schafft Vertrauen, führt zum nächsten Schritt und misst das Ergebnis. Deshalb können zwei Websites mit identischem Screenshot völlig unterschiedliche Geschäftsergebnisse liefern.

Ein einfaches Beispiel macht das deutlich. Im Entwurf sieht die Schaltfläche „Angebot anfordern“ gut aus. Auf der arbeitenden Website benachrichtigt dieselbe Schaltfläche die richtige Person, speichert die Anfrage und meldet eine Conversion an Ihr Werbekonto. Ebenso enthält der Entwurf eine Leistungsseite, während die arbeitende Website damit eine echte Suchfrage beantwortet und auf passende weitere Seiten verweist.

Vergleichen Sie also nur das Aussehen, schneidet KI meist gut ab. Fragen Sie dagegen, was die Website Ihnen nach sechs Monaten gebracht hat, verschiebt sich das Bild. Wir empfehlen, nach der zweiten Frage zu entscheiden. Dafür brauchen Sie auch kein technisches Wissen, denn es genügt, die Aufgabe der Website in einem Satz aufzuschreiben.

Haben Sie bereits einen schönen Entwurf, aber keine Anfragen? Dann liegt das Problem vermutlich am Aufbau und nicht am Werkzeug. An dieser Stelle lohnt sich professionelles Webdesign, weil es die Geschäftslogik der Website neu ordnet und nicht nur den Bildschirm.

Warum ist Eigenständigkeit die erste echte Grenze?

Generative Modelle setzen Muster wahrscheinlich fort, die sie bereits gesehen haben. Auch Google schreibt in der Dokumentation von Search Central, dass diese Modelle keine Fakten abrufen, sondern eine wahrscheinliche Wortfolge vorhersagen. Folglich ähneln sich Websites derselben Branche leicht: ähnliche Überschriften, ähnliche Versprechen, ähnlicher Aufbau.

Daher liegt für ein Unternehmen genau hier die größte Gefahr. Wenn Besucher Sie nicht vom Wettbewerb unterscheiden können, vergleichen sie den Preis. Zudem kann ein Werkzeug nicht erraten, was nur Ihren Betrieb ausmacht: Ihre Methode, Ihre Lieferzeit, den Grund, warum Kunden zu Ihnen kommen, oder wie Sie ein schwieriges Problem gelöst haben.

Nehmen wir als Beispielszenario zwei Reinigungsfirmen. Beide lassen sich „zuverlässige, professionelle Reinigung“ texten und erhalten fast denselben Text. Die eine Firma übergibt allerdings jeden Auftrag mit Fotonachweis. Fehlt diese Angabe in der Eingabe, fehlt sie auch auf der Website. Daher muss jemand das Besondere an Ihrem Betrieb herausarbeiten, ganz gleich, wie gut das Werkzeug wird. Eigenständigkeit ist kein Designeffekt, sondern zunächst Recherchearbeit.

Wie verändert Ihre Eingabe das Ergebnis?

Die Qualität hängt stark von den Informationen ab, die Sie liefern. Schreiben Sie nur „Mach mir eine Website für eine Reinigungsfirma“, erhalten Sie etwas Allgemeines. Beschreiben Sie dagegen Zielkunden, Einsatzgebiet, häufige Fragen und Ihr wichtigstes Merkmal, rückt das Ergebnis deutlich näher an Ihren Betrieb.

Sammeln Sie deshalb vor der Eingabe diese Angaben in einem Dokument:

  • An wen verkaufen Sie, und mit welcher Frage kommt diese Person auf die Website?
  • Welche drei konkreten Gründe sprechen aus Kundensicht für Sie?
  • Was ist die eine Hauptaktion, die ein Besucher ausführen soll?
  • Welche Fakten darf das Werkzeug keinesfalls erfinden, und haben Sie das klar gesagt?

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, weil ein Werkzeug Lücken mit Vermutungen füllen kann. Dieses Dokument nützt Ihnen außerdem ein zweites Mal. Arbeiten Sie später mit einem Team, bildet es den Startpunkt des Projekts. Kurz gesagt ist diese Vorbereitung nie vergebene Mühe.

Wo hakt es bei der technischen SEO, wenn Sie eine Website mit KI erstellen?

Die Lücken sitzen meist dort, wo man sie nicht sieht. Optisch wirkt die Seite gelungen, doch die Überschriftenstruktur ist unsauber, Title Tags wiederholen sich oder Adressen sagen nichts aus. Die Werkzeuge unterscheiden sich hier stark. Prüfen Sie also Ihr eigenes Werkzeug, statt sich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Klären Sie vor der Veröffentlichung diese Punkte:

  1. Können Sie Title Tag und Meta Description jeder Seite einzeln bearbeiten?
  2. Können Sie die Adressen der Seiten frei festlegen?
  3. Haben Sie Zugriff auf Sitemap und Crawlingregeln?
  4. Können Sie Weiterleitungen einrichten und alte Adressen auf neue umleiten?
  5. Stimmen die strukturierten Daten, also das Markup, das Suchmaschinen beim Verstehen hilft?
  6. Haben Bilder Alternativtexte und vernünftige Dateigrößen?
  7. Lassen sich Search Console und Ihr Analysekonto problemlos anbinden?

Fehlen schon zwei oder drei dieser Punkte, stoßen Sie früh an eine Wachstumsgrenze. Außerdem kostet es oft mehr, solche Lücken später zu schließen, als sie gleich zu vermeiden. Ändern Sie zum Beispiel die Adressstruktur, müssen Sie danach jeden alten Link weiterleiten.

Wie bewertet Google mit KI geschriebene Texte auf Ihrer Website?

Google schaut auf den Wert des Ergebnisses und nicht auf das Werkzeug dahinter. Die Spamrichtlinien nennen es als Beispiel für den Missbrauch skalierter Inhalte, wenn jemand viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer erzeugt. Diese Regel gilt unabhängig davon, wie die Inhalte entstanden sind.

Auch der Leitfaden zu generativer KI äußert sich klar zur Genauigkeit: Sie sollen Inhalte vor der Veröffentlichung von Hand prüfen. Dieselbe Prüfung gilt für Title, Meta Description, strukturierte Daten und Alternativtexte. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Straft Google mit KI geschriebene Texte ab.

Für Websiteinhaber heißt das konkret: Schreibt das Werkzeug „zwanzig Jahre Erfahrung“ oder „tausende zufriedene Kunden“ und stimmt das nicht, haben Sie es veröffentlicht. Der Fehler liegt also beim Inhaber und nicht bei der Software. Prüfen Sie deshalb jede Aussage, jede Zahl und jeden Leistungsnamen einzeln. Der Leitfaden zu hilfreichen Inhalten betont zudem eigene Informationen und eigenen Aufwand. Eine Seite, die nur zusammenfasst, hat es schwer.

Was passiert, wenn Sie Schnittstellen brauchen?

Bei den meisten Unternehmen steht eine Website nicht allein. Formulare laufen ins CRM, Termine in den Kalender, Bestellungen in die Buchhaltung, und der Lagerbestand gleicht sich ab. Allerdings decken die Anbindungen eines fertigen Baukastens meist nur gängige Fälle ab.

Ein einfaches Formular mit Benachrichtigung per E-Mail funktioniert in fast jedem Werkzeug. Schwierig wird es erst, wenn Geschäftsregeln ins Spiel kommen. Vielleicht soll eine Anfrage je nach Region an einen anderen Vertriebler gehen, Firmenkunden sollen andere Preise sehen, oder Daten kommen aus einem älteren System. Solche Wünsche erfordern oft eigene Entwicklung. Zudem bleibt auch bei laufender Anbindung offen, wer bei einem Fehler Bescheid bekommt. Verschwindet eine Anfrage still, merken Sie den Verlust vielleicht nie.

Listen Sie daher vor der Wahl des Werkzeugs alle Systeme auf, mit denen die Website arbeiten muss. Sind es mehr als zwei, testen Sie genau diese Anbindungen vor dem Kauf. Welche Anbindung welchen Zweck erfüllt, zeigen wir in unserem Beitrag zu CRM, ERP und Chatbot an die Website anbinden.

Gehört Ihnen die Website, wenn Sie sie mit KI erstellen?

Diese Frage sollte Ihre Entscheidung stark beeinflussen, dennoch stellen sie nur wenige. Auf einer Plattform mit KI erstellte Websites liegen häufig auf der Infrastruktur dieser Plattform. Deshalb sollten Sie von Anfang an wissen, was passiert, wenn Sie nicht mehr zahlen.

Suchen Sie vor dem Kauf in den Bedingungen und Hilfeseiten nach Antworten auf diese Fragen:

  • Auf wen läuft die Domain, und können Sie sie umziehen?
  • Können Sie Code, Bilder und Texte der Website exportieren?
  • Läuft die exportierte Fassung tatsächlich auch woanders?
  • Welche Nutzungsbedingungen gelten für erzeugte Texte und Bilder?
  • Können Sie Kundendaten und Formulardaten mitnehmen?
  • Was bleibt Ihnen, wenn die Plattform schließt oder ihre Bedingungen ändert?

Dieses Risiko betrifft nicht nur Werkzeuge mit KI. Eine ähnliche Abhängigkeit sehen wir auch bei schlecht aufgesetzter Agenturarbeit. Für diesen Fall haben wir einen Leitfaden, wie Sie Website und Domain von der Agentur zurückholen. Welchen Weg Sie auch wählen, die Regel bleibt gleich: Domain, Analysekonto und Inhalte gehören auf Ihren Namen.

Wer bleibt für Sicherheit und Wartung verantwortlich?

Auf einer gehosteten Plattform übernimmt meist der Anbieter die Aktualisierungen der Infrastruktur. Das ist zunächst eine echte Erleichterung. Allerdings geht dabei nicht die gesamte Verantwortung über. Die Sicherheit Ihres Administratorkontos, der Umgang mit Formulardaten, eingebundene Drittanbieter und Ihr Backupplan bleiben Ihre Aufgaben.

Noch heikler sind Lösungen, bei denen KI selbst Code erzeugt. Dieser Code kann funktionieren und trotzdem Formulareingaben nicht sauber prüfen. Ebenso kann er geheime Schlüssel offen lassen. Wer keinen Code lesen kann, erkennt dieses Risiko jedoch nicht. Auf dem Bildschirm läuft alles, während dahinter eine Lücke sitzt.

Stellen Sie sich deshalb ein paar einfache Fragen. Wen rufe ich zuerst an, wenn die Website angegriffen wird? Wann lief das letzte Backup, und habe ich die Wiederherstellung jemals getestet? Erfahre ich von einem Problem zuerst durch einen Kunden? Bleiben diese Antworten offen, brauchen Sie unabhängig vom Werkzeug einen Wartungsplan. Sicherheit ist somit eine laufende Verantwortung und braucht einen namentlich Zuständigen.

Welche Rolle spielen DSGVO und Barrierefreiheit?

Jede Website mit Formular, Cookies oder Analysewerkzeug berührt personenbezogene Daten. Ein vom Werkzeug erzeugter Cookiebanner oder eine fertige Datenschutzerklärung macht Ihre Website noch nicht konform. Denn die Erklärung muss beschreiben, welche Daten Sie tatsächlich erheben, und das kann ein Werkzeug nicht erraten. Gleiches gilt für ein Impressum.

Außerdem reicht es nicht, dass der Banner sichtbar ist. Prüfen Sie auch, ob Analyse und Werbetags vor der Einwilligung auslösen. Die praktischen Schritte haben wir im Leitfaden zur datenschutzkonformen Website nach DSGVO gesammelt. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung; holen Sie für Ihren Fall bitte anwaltlichen Rat ein.

Barrierefreiheit geht dagegen oft ganz unter. Die WCAG Richtlinien des W3C sind der internationale Standard dafür, Webinhalte für Menschen mit Behinderungen nutzbar zu machen. Konkret beruhen sie auf vier Prinzipien: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Dazu gehören etwa Farbkontrast, Bedienung per Tastatur und Bildbeschreibungen. Testen Sie diese Punkte bei erzeugten Vorlagen von Hand. Navigieren Sie zum Beispiel einmal ohne Maus durch die Website; eine Minute zeigt oft schon viel.

Wird eine Website schnell, wenn Sie sie mit KI erstellen?

Bewerten Sie die Geschwindigkeit nach Messung und nicht nach Werbeversprechen. Die Core Web Vitals von Google decken drei Bereiche ab: LCP für das Laden, INP für die Interaktion und CLS für die visuelle Stabilität. Laut web.dev gelten als gut: LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1.

Was diese Werte bedeuten, erklären wir unter Core Web Vitals erklärt. In der Praxis zählt die Messung Ihrer eigenen Website auf dem Smartphone. Erzeugte Seiten können große Bilder und überflüssigen Code enthalten, vielleicht laufen sie aber auch einwandfrei. Messen Sie also, statt zu vermuten.

Bleiben Sie zudem nicht bei der Startseite stehen. Testen Sie auch Ihre Leistungsseite, Ihre Formularseite und die Seite mit den schwersten Bildern. Probieren Sie anschließend alles von Hand auf einem Smartphone aus, am besten auf einem Mittelklassegerät. Fällt ein Ergebnis schlecht aus, stellt sich zuerst eine Frage: Kann ich das in den Einstellungen des Werkzeugs beheben? Falls nicht, ist diese Grenze nun auch Ihre Grenze.

Wann reicht es, eine Website mit KI erstellen zu lassen, und wann brauchen Sie Profis?

Die folgende Tabelle ist ein Ausgangsrahmen aus unseren Beobachtungen in der Praxis und keine Garantie. Suchen Sie Ihre Zeile und gehen Sie dann zur Checkliste weiter.

SituationWerkzeug mit KIProfessionelles TeamUnser Vorschlag
Einzelseite für Veranstaltung oder kurze KampagneMeist ausreichendOft mehr als nötigMit Werkzeug starten
Ideentest, Investorenentwurf, SkizzeSehr passendNoch zu frühMit Werkzeug starten
Kleines Firmenprofil, geringe SucherwartungMit Sorgfalt ausreichendOptionalWerkzeug plus Expertenprüfung
Lokale Dienstleistung, Kunden sollen über die Suche kommenBegrenztMeist nötigProfi
Website mit bezahltem Traffic und gemessenen ConversionsRiskantNötigProfi
Anbindung an CRM, ERP oder TerminbuchungIn gängigen Fällen möglichNötigProfi
Mehrsprachige FirmenwebsiteBegrenztNötigProfi
Relaunch einer Website mit bestehendem TrafficRiskantNötigProfi

Budget und Branche entscheiden in dieser Tabelle nicht. Entscheidend ist vielmehr diese Frage: Wie groß ist der Schaden, wenn die Website ausfällt oder nicht liefert? Ist der Schaden klein, probieren Sie das Werkzeug aus. Ist er groß, gleicht der frühe Zeitgewinn die späteren Verluste nicht aus.

Beispielszenario: Was sollte ein kleines Café kurz vor der Eröffnung tun?

Stellen Sie sich ein Café zwei Wochen vor der Eröffnung vor. Die Karte ändert sich noch, Adresse und Öffnungszeiten müssen raus. Hier ist es ein vernünftiger erster Schritt, die Website mit KI erstellen zu lassen, denn der Bedarf ist einfach, Tempo zählt und die Inhalte ändern sich oft.

Trotzdem bleiben ein paar Aufgaben bei Ihnen. Registrieren Sie die Domain auf Ihren Namen, halten Sie Ihr Unternehmensprofil aktuell und prüfen Sie Karte und Öffnungszeiten einzeln. Streichen Sie unbelegte Aussagen wie „der beste Kaffee der Stadt“. Verwenden Sie außerdem echte Fotos des Lokals, denn Stockbilder enttäuschen die Gäste vor Ort.

Wann lohnt sich also eine neue Bewertung? Der Bedarf ändert sich, sobald das Café Lieferung, Onlinebestellung oder einen zweiten Standort plant. Dann rücken Bestellablauf, Messung und lokale Suche in den Vordergrund. Ein Werkzeug kann somit der richtige Einstieg sein und für das Wachstum zu eng werden. Wichtig ist, diesen Übergang zu planen und Daten und Domain von Anfang an frei zu halten.

Beispielszenario: Warum entscheidet ein exportierender Hersteller anders?

Nehmen wir nun einen anderen Fall: einen Betrieb, der Industrieteile fertigt und in drei Sprachen Abnehmer sucht. Die Einkäufer verlangen technische Unterlagen, fragen nach Zertifikaten, vergleichen Lieferanten und brauchen Wochen für die Entscheidung. Deshalb soll die Website nicht bloß gut aussehen, sondern Vertrauen aufbauen und qualifizierte Anfragen sammeln.

Allgemeine erzeugte Texte helfen hier daher wenig. Denn ein Fehler in technischen Daten kommt teuer zu stehen. Zudem braucht jede Sprache eine korrekte Sprachauszeichnung, einen sauberen Aufbau der Produktseiten und einen Ablauf zum Herunterladen der Unterlagen. Das Anfrageformular muss vermutlich auch ins CRM laufen und die Anfragen nach Land an den Vertrieb verteilen.

In diesem Szenario sieht die Rechnung anders aus. Ein paar gesparte Stunden wiegen einen einzigen verlorenen Großauftrag nicht auf. Dennoch kann das Team KI nutzen, etwa für Textentwürfe, die Vorbereitung von Übersetzungen und visuelle Ideen, während ein Experte das Ergebnis prüft. Die eigentliche Frage lautet also nicht „KI oder Mensch“, sondern „wer prüft was“. Einkäufer bemerken die Spuren dieser Prüfung sofort.

Was sollten Sie prüfen, bevor Sie eine Website mit KI erstellen?

Gehen Sie diese Liste vor Ihrer Entscheidung durch. Jedes „Nein“ oder „Weiß nicht“ steht für ein Risiko oder eine Frage an einen Experten.

  1. Können Sie die Aufgabe der Website in einem Satz nennen?
  2. Wissen Sie, wie Sie den Erfolg nach sechs Monaten messen?
  3. Ist die Domain auf Ihren Namen registriert?
  4. Können Sie Ihre Inhalte nach einer Kündigung mitnehmen?
  5. Erreichen Formulare die richtige Person, und haben Sie das getestet?
  6. Haben Sie Zugriff auf Title Tag, Adresse und Weiterleitungen?
  7. Laufen Analysekonto und Search Console unter Ihrem eigenen Namen?
  8. Haben Sie die nötigen Anbindungen vor dem Kauf getestet?
  9. Haben Sie jede Aussage und jede Zahl im Text geprüft?
  10. Passen Datenschutzerklärung und Cookieverhalten zu Ihrem tatsächlichen Datenfluss?
  11. Sind Sie die ganze Website selbst auf dem Smartphone durchgegangen?
  12. Wissen Sie, wer im Problemfall zuständig ist?

Diese Liste deckt nur einen Teil der Arbeit vor dem Start ab. Den ganzen Ablauf finden Sie in unserem Beitrag Website vor dem Livegang testen. Testen Sie zum Beispiel das Formular getrennt auf Smartphone und Computer und nicht nur einmal.

Lassen sich Werkzeuge mit KI und professionelle Gestaltung kombinieren?

Ja, für viele Unternehmen ist das sogar der vernünftigste Weg. Werkzeug und Experte müssen keine Gegner sein. Das Werkzeug ist stark in der schnellen Produktion, der Experte in Entscheidung und Kontrolle. Daher kann eine Aufteilung entlang dieser Linie mehr bringen als eines von beiden allein.

In der Praxis könnte die Aufteilung so aussehen:

  • Sie erstellen mit dem Werkzeug einen groben Entwurf und zeigen die gewünschte Richtung.
  • Der Experte legt Informationsarchitektur, Seitenprioritäten und Messplan fest.
  • Gemeinsam sammeln Sie betriebsspezifische Fakten, lassen Texte vorschreiben und prüfen sie.
  • Der Experte erledigt technische SEO, Anbindungen, Sicherheit und Geschwindigkeit.
  • Nach dem Start ergänzen Sie Inhalte und bearbeiten eingehende Anfragen.

So wird die Entwurfsphase kürzer, und es gibt weniger Missverständnisse, weil Sie ein konkretes Beispiel statt einer abstrakten Beschreibung zeigen. Dieser Entwurf fließt außerdem ins Projektbriefing ein, also die kurze schriftliche Zusammenfassung von Zielen und Grenzen. Wie Sie es vorbereiten, zeigt unser Beitrag Webdesignbriefing erstellen.

Was kaufen Sie bei einem professionellen Team eigentlich ein?

Viele denken bei Gestaltung an einen „schönen Bildschirm“. Allerdings fließt ein großer Teil Ihres Geldes in unsichtbare Entscheidungen und in Verantwortung. Ein Team sagt Ihnen zuerst, was Sie lassen sollten. Es zeigt, welche Seite überflüssig ist, welches Versprechen riskant wirkt und welcher Ablauf Kunden verliert.

Auch die Haftungsfrage im weiteren Sinn spielt mit. Macht ein Werkzeug einen Fehler, steht niemand dafür gerade. Ein Team mit schriftlich vereinbartem Umfang muss dagegen hinter seiner Lieferung stehen. Deshalb liegt der Unterschied weniger im Ergebnis selbst als in der Person, die dieses Ergebnis prüft.

Allerdings leistet das nicht jedes Team. Manche Dienstleister füllen bloß fertige Vorlagen aus. Andere lassen die Arbeit selbst von KI erledigen und schreiben eine hohe Rechnung darauf. Daher ist „von Menschen gemacht“ allein kein Qualitätsbeweis. Wie Sie ein Team einschätzen, erklärt unser Beitrag Webdesignagentur finden. Zusammengefasst zählen der Prozess und die Rechte, die Sie bei der Übergabe erhalten.

Welche Fragen sollten Sie beim Einholen von Angeboten stellen?

Angebote vergleichen Sie am besten, wenn alle dieselben Fragen beantworten. So erkennen Sie auch Unterschiede jenseits des Preises. Stellen Sie die folgenden Fragen schriftlich und bitten Sie um schriftliche Antworten.

  1. Wem gehören Domain, Code und Inhalte am Projektende?
  2. Nutzen Sie im Projekt KI, und wer prüft das Ergebnis auf welche Weise?
  3. Welche Seiten, Anbindungen und Korrekturschleifen umfasst das Angebot?
  4. Welche Aufgaben der technischen SEO erledigen Sie vor der Übergabe?
  5. Mit welchem Werkzeug messen Sie die Geschwindigkeit, und auf welchen Seiten?
  6. Wer kümmert sich nach der Übergabe um Wartung, Aktualisierungen und Backups?
  7. Welche Dateien erhalte ich bei einem Wechsel zu einem anderen Team?

Klare Antworten sagen meist auch ein klares Projekt voraus. Eine vage Antwort zur Eigentumsfrage deutet zum Beispiel darauf hin, dass dieselbe Unklarheit später wiederkommt. Ein Team, das jede Frage entspannt beantwortet, bleibt dagegen meist auch während der Arbeit offen. Dieselben Fragen können Sie außerdem an die Hilfeseiten jedes Werkzeugs mit KI richten.

Können Sie eine mit KI erstellte Website später professionalisieren?

Meist ja, allerdings ist das eher ein teilweiser Umzug als reiner Feinschliff. Zunächst müssen Sie sehen, was vorhanden ist. Gibt es exportierbaren Code? Lassen sich die Inhalte kopieren? Bleiben die Adressen erhalten? Die Antworten bestimmen den Umfang der Arbeit.

In der Regel sammeln wir zuerst Texte und Bilder. Danach formulieren wir den Zweck der Website neu, und anschließend richten wir Struktur und Messung ein. Hat die Website schon Suchtraffic, müssen Sie alte Adressen auf neue weiterleiten. Sonst setzen Sie Ihre erarbeitete Sichtbarkeit aufs Spiel. Die Einzelheiten stehen in unserem Beitrag SEO beim Websiterelaunch schützen.

Der Start mit einem Werkzeug ist dabei keine vergebene Mühe. Sie erfahren, welche Seiten Interesse wecken, welche Fragen eingehen und was Kunden nicht verstehen. Diese Daten werden anschließend zum wertvollsten Ausgangsmaterial eines professionellen Projekts. Ein früher Start ist also kein Fehler. Der Fehler besteht vielmehr darin, trotz erreichter Grenzen in derselben Form zu bleiben.

Was ist der letzte Schritt vor Ihrer Entscheidung?

Schreiben Sie drei Zeilen auf ein Blatt: die Aufgabe der Website, den Schaden bei einem Ausfall und die Systeme, mit denen sie arbeiten muss. Ist die Aufgabe einfach, der Schaden klein und die Zahl der Systeme gering, probieren Sie das Werkzeug aus und wenden trotzdem die Checkliste an. Geht es um Vertrieb, großen Schaden oder viele Anbindungen, prüfen Sie den professionellen Weg.

Gehören Sie zur zweiten Gruppe oder sind Sie mit einem Werkzeug an die Grenze gekommen, dann beschreiben Sie uns Ihr Projekt auf unserer Seite Website erstellen lassen. Wir senden Ihnen ein schriftliches Angebot mit Umfang, Zeitrahmen und Preis. Dieses können Sie danach nach denselben Kriterien mit Ihren anderen Optionen vergleichen.

Nennen Sie bei Ihrer Anfrage bitte auch Ihren aktuellen Entwurf oder Ihr Werkzeug. Manchmal lautet die richtige Antwort nämlich nicht neue Website, sondern das gezielte Schließen einzelner Lücken. Zeigt die Tabelle auf ein Werkzeug, wählen Sie es außerdem ohne schlechtes Gewissen, denn nicht jeder Betrieb braucht heute eine individuelle Website. Entscheiden Sie also danach, was die Website für Ihr Geschäft leisten wird, und nicht nach einem Screenshot.

Häufig gestellte Fragen

Schadet es dem Google Ranking, eine Website mit KI zu erstellen?
Nein, das Werkzeug allein senkt Ihr Ranking nicht, denn Google bewertet den Wert des Ergebnisses. Allerdings kann die Massenproduktion von Seiten ohne Mehrwert gegen die Spamrichtlinien verstoßen. Auch fehlende eigene Informationen, eine schwache Struktur und Fehler begrenzen die Sichtbarkeit. Lesen und prüfen Sie daher jede Seite vor der Veröffentlichung und ergänzen Sie betriebsspezifische Fakten.
Reicht ein Baukasten mit KI für einen kleinen Betrieb?
Ja, das reicht oft, wenn die Aufgabe einfach ist und Sie kaum Kunden über die Suche erwarten. Eine Seite mit Leistungen, Adresse und Kontakt ist ein gutes Beispiel. Sollen Kunden dagegen über Suche oder Werbung kommen, zählen Messung, Geschwindigkeit und lokale SEO. Dann lohnt sich eine Prüfung durch Experten, und unsere Checkliste hilft bei der Entscheidung.
Gehört mir eine mit KI erstellte Website?
Das hängt von den Bedingungen Ihrer Plattform ab, eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Lesen Sie vor dem Kauf die Regeln zu Domain, Codeexport, Nutzungsrechten und Datenmitnahme. Fragen Sie vor allem, was Ihnen nach einer Kündigung bleibt. Bei rechtlichen Zweifeln lassen Sie die Bedingungen anwaltlich prüfen, denn dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Nutzen professionelle Webdesigner selbst KI?
Ja, viele Teams nutzen diese Werkzeuge für Entwürfe, Textvorbereitung und visuelle Ideen. Entscheidend ist dabei nicht der Einsatz selbst, sondern wer das Ergebnis prüft. Fragen Sie deshalb beim Angebot, in welcher Phase das Team KI einsetzt und wie es das Ergebnis kontrolliert. Eine klare Antwort senkt das Risiko späterer Überraschungen für Sie deutlich.
Kann ich eine mit KI erstellte Website später professionell umziehen?
Meist ja, der Umfang hängt allerdings davon ab, was die Plattform exportieren lässt. Texte und Bilder lassen sich gut mitnehmen, Code dagegen nicht immer. Hat die Website Suchtraffic, müssen Sie alte Adressen auf neue weiterleiten. Registrieren Sie die Domain deshalb von Anfang an auf Ihren Namen und sichern Sie Ihre Inhalte regelmäßig.
Was sollte ich beim Angebot zum Thema KI fragen?
Fragen Sie zuerst, ob das Projekt KI nutzt, und dann, wer das Ergebnis wie prüft. Klären Sie danach, wem Domain, Code und Inhalte gehören, was die technische SEO umfasst und wer die Website nach dem Start betreut. Stellen Sie allen Anbietern dieselben schriftlichen Fragen. So erkennen Sie Unterschiede jenseits des Preises und vergleichen auf fester Grundlage.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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