Digitales Marketing

Thought Leader Ads: Mitarbeiterbeiträge auf LinkedIn bewerben

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was sind Thought Leader Ads?

Thought Leader Ads sind ein LinkedIn Anzeigenformat, mit dem ein Unternehmen den öffentlichen Beitrag einer Mitarbeiterin, einer Führungskraft oder eines Experten bewirbt, sofern die Person zustimmt. Die Anzeige erscheint unter dem Namen der Autorin oder des Autors. Ihre Zielgruppe sieht also eine vertraute Stimme statt eines Firmenbanners.

Wir halten das Format vor allem für B2B Teams nützlich, die Expertise verkaufen. Denn Entscheider vertrauen oft eher einer Person, die ihr Thema kennt, als einem Logo. Außerdem hat der Beitrag meist schon organisch gezeigt, dass er ankommt. Anders gesagt: Sie geben Inhalten, die funktionieren, bezahlte Reichweite.

Deshalb behandelt dieser Artikel nur die bezahlte Seite. Wir erklären Einrichtung, Freigabe, geeignete Beiträge, Messung und Ethik. Menünamen und Regeln können sich jedoch ändern. Prüfen Sie Details deshalb immer auf der offiziellen LinkedIn Hilfeseite, bevor Sie eine Kampagne aufbauen.

Zur Einordnung: Es gibt drei Beteiligte. Die Person schreibt den Beitrag. Das Unternehmen lässt ihn als Anzeige laufen. Die Leserin oder der Leser sieht ihn im Feed. Allerdings will jede Seite etwas anderes. Die Autorin schützt ihren Ruf, das Unternehmen sucht Sichtbarkeit und Nachfrage, und der Leser erwartet ehrlichen Nutzen. Zusammengefasst: Eine gute Kampagne dient allen dreien.

Wie unterscheiden sich Thought Leader Ads von einem organischen Employee Advocacy Programm?

Ein organisches Employee Advocacy Programm lebt davon, dass Mitarbeitende Beiträge kostenlos im eigenen Netzwerk teilen. Thought Leader Ads nehmen ausgewählte Beiträge daraus und legen Budget dahinter. Beides ist also kein Gegensatz, sondern zwei Glieder derselben Kette.

Das organische Programm samt Schulung und Motivation beschreiben wir im Employee Advocacy Leitfaden. Daher wiederholen wir das hier nicht. Wichtig sind die Unterschiede:

  • Im organischen Programm bestimmen das Netzwerk der Mitarbeitenden und der Algorithmus die Reichweite.
  • Bei bezahlter Bewerbung bestimmen Targeting und Budget die Reichweite.
  • Die organische Messung endet meist bei den Beitragsstatistiken.
  • Auf der bezahlten Seite nutzen Sie Berichte und Kampagnenstruktur im Campaign Manager.

Ein kurzes Beispielszenario: Ein Servicemanager bei einem Maschinenbauer teilt jede Woche einen kurzen Wartungstipp. Allerdings bleiben diese Beiträge in seinem Netzwerk. Bewerben Sie einen davon, erreicht derselbe Tipp Wartungsverantwortliche in Ihrer Zielbranche. Sie nutzen also, was funktioniert, statt neue Inhalte zu produzieren.

Kurz gesagt: Finden Sie zuerst organisch den Gewinner. Danach bringen Sie ihn auf die bezahlte Seite.

Wann lohnen sich Thought Leader Ads?

Sie sind nicht für jedes Unternehmen der erste Schritt. Dennoch lohnt ein Test, wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen:

  • Ihr Vertriebszyklus ist lang, und viele Personen entscheiden mit.
  • Mindestens ein Experte im Haus schreibt gern.
  • Ihre klassischen Firmenanzeigen erzielen wenig Interaktion.
  • Ihre Zielgruppe ist auf LinkedIn aktiv und klar definierbar.
  • Bekanntheit ist derzeit wichtiger als der direkte Verkauf.

Zum Beispiel könnte ein Produktmanager eines Industriesoftware Anbieters einen kurzen Beitrag über einen typischen Kundenfehler schreiben. Der Beitrag enthält zwar keine Verkaufsbotschaft. Erreicht er die richtigen Personen, schafft er trotzdem Vertrauen. Somit ist das ein Beispielszenario und kein Ergebnisversprechen.

Ein weiteres Zeichen ist Ihr Inhaltsarchiv. Wenn Ihr Team bereits Blogartikel schreibt, Vorträge hält oder auf Veranstaltungen spricht, haben Sie Rohmaterial. Sie erzählen dieses Wissen dann in persönlicher Sprache neu, statt bei null zu beginnen.

Andererseits sollten Sie das Budget zuerst anderswo einsetzen, wenn Ihre Zielgruppe nicht auf LinkedIn ist oder kein Experte öffentlich schreiben möchte. Zur Kanalwahl hilft unser Vergleich LinkedIn Ads oder Google Ads für B2B.

Welche Berechtigungen brauchen Sie für Thought Leader Ads?

Sie benötigen zudem eine Rolle auf der Unternehmensseite, die mit Ihrem Werbekonto verknüpft ist. Laut LinkedIn Hilfe können Rollen wie Super Admin, Inhalte Admin oder Berechtigte für Sponsored Content die Anzeige einrichten. Rollennamen ändern sich, prüfen Sie die aktuelle Liste daher auf der Hilfeseite zu Berechtigungen.

In der Praxis empfehlen wir, vier Rollen auf Ihrer Seite zu klären:

  • Die Verantwortliche für das Werbekonto baut die Kampagne und beobachtet das Budget.
  • Der Admin der Unternehmensseite vergibt Zugriffe und prüft die Verknüpfung.
  • Die Redaktionsleitung spricht mit den Autoren und verfolgt offene Freigabeanfragen.
  • Jede Autorin und jeder Autor schreibt den Inhalt und stimmt zu oder lehnt ab.

Halten Sie deshalb diese Rollen schriftlich fest. Dann bleibt keine Kampagne beim Warten auf eine Person liegen.

Testen Sie außerdem die Verknüpfung vor dem Starttag. Denn viele Teams bemerken eine fehlende Berechtigung erst kurz vor der Veröffentlichung. Senden Sie deshalb früh eine Testanfrage. Arbeiten Sie mit einer Agentur, legen Sie schriftlich fest, mit welcher Rolle sie zugreift.

Wie funktioniert die Zustimmung der Autorin oder des Autors?

Bevor Sie einen Beitrag bewerben, müssen Sie die Person um Erlaubnis bitten. Im Campaign Manager wählen Sie den Beitrag aus und senden eine Freigabeanfrage. Laut LinkedIn Hilfe erhält die Person eine E-Mail und kann zustimmen oder ablehnen. Sie kann außerdem automatische Freigaben ein oder ausschalten.

Die Zustimmung bleibt nicht für immer fest. Ein Mitglied kann sie auf der Seite für Sponsoring Berechtigungen widerrufen. Laut offizieller Seite stoppen bei einem Widerruf die Anzeigen, die mit diesem Beitrag laufen. Ihr Plan braucht deshalb eine Antwort auf die Frage: Was tun wir, wenn die Zustimmung zurückgezogen wird?

Sagen Sie der Person klar, dass die Anzeige unter ihrem Namen und Profil läuft. Schicken Sie die Anfrage daher nicht stillschweigend. Sprechen Sie zunächst miteinander. Teilen Sie mit, welchen Beitrag, welche Zielgruppe und welchen Zeitraum Sie planen.

Führen Sie zudem ein Freigabeprotokoll. Eine einfache Tabelle genügt: Beitragslink, Autor, Anfragedatum, Status und Notiz zu einem Widerruf. So wissen Sie jederzeit, welcher Beitrag in welcher Kampagne läuft. Verlässt jemand das Unternehmen oder wechselt die Rolle, prüfen Sie dessen Beiträge sofort.

Wie richten Sie Thought Leader Ads im Campaign Manager ein?

Die Schritte können sich mit Oberflächenänderungen verschieben. Der folgende Ablauf zeigt daher die allgemeine Logik. Genaue Schaltflächennamen prüfen Sie auf der offiziellen Einrichtungsseite.

  1. Wählen Sie Kampagnengruppe und Ziel. Das Ziel muss zu diesem Format passen.
  2. Definieren Sie die Zielgruppe nach Branche, Jobtitel, Unternehmensgröße oder eigener Firmenliste.
  3. Ordnen Sie das Anzeigenformat dem Beitragstyp zu, etwa Einzelbild, Video oder Text.
  4. Suchen Sie die Beiträge, die Sie bewerben wollen, und bitten Sie jede Person um Zustimmung.
  5. Fügen Sie den Beitrag nach der Zustimmung der Anzeige hinzu und tragen Sie Budget und Zeitplan ein.
  6. Verlinkt die Anzeige auf Ihre Seite, ergänzen Sie UTM Parameter und prüfen Sie die Vorschau.

Somit läuft der langsamste Schritt, die Freigabe, parallel zur Budget und Zielgruppenplanung.

Machen Sie vor der Veröffentlichung eine kurze Qualitätsprüfung. Wird das Bild gut zugeschnitten? Öffnet der Link die richtige Seite? Ist der Text abgeschnitten? Prüfen Sie auch die mobile Vorschau, denn viele Nutzer lesen LinkedIn auf dem Smartphone. Beobachten Sie danach die Auslieferung in den ersten Tagen genau.

Welche Beiträge lassen sich bewerben und welche nicht?

Laut LinkedIn Hilfe muss der Beitrag öffentlich sein, und im Profil der Autorin muss der vollständige Name stehen. Text, Einzelbild, Video, Artikel und Newsletter Beiträge sind in der Regel geeignet. Feiern, Umfragen, Dokumente, Beiträge mit mehreren Bildern und Reposts können ausgeschlossen sein.

Diese Liste ändert sich. Lesen Sie die Tabelle deshalb nur als Orientierung:

BeitragstypAllgemeiner StatusWas Sie tun sollten
---------
TextbeitragMeist geeignetPrüfen, ob der Beitrag öffentlich ist
Beitrag mit einem BildMeist geeignetBildtext kurz halten
VideobeitragMeist geeignetDie ersten Sekunden gewinnen
Artikel oder NewsletterMeist geeignetTitel und Einstieg stärken
Umfrage, Dokument, mehrere BilderKann ausgeschlossen seinAktuelle Eignungsseite prüfen
RepostEventuell nicht geeignetOriginalbeitrag wählen

Dennoch sollten Sie der Tabelle nicht blind vertrauen. Beim Aufbau der Kampagne gilt immer die Eignungsinformation, die LinkedIn Ihnen anzeigt.

Auch wenn ein Beitrag geeignet scheint, denken Sie an die Werberichtlinien. Ein Satz, der organisch problemlos ist, wird in bezahlter Bewerbung vielleicht anders bewertet. Übertriebene Versprechen, nicht belegbare Aussagen oder fremde Inhalte können Probleme machen. Lesen Sie daher die Anzeigenspezifikationen und vereinfachen Sie den Text gegebenenfalls gemeinsam mit der Autorin.

Welche Ziele passen zu Thought Leader Ads?

Die LinkedIn Hilfeseite hebt für dieses Format Markenbekanntheit und Interaktion hervor. Bei Videobeiträgen kann zusätzlich das Ziel Videoaufrufe möglich sein. Die Liste kann sich ändern, schauen Sie also in die aktuellen Optionen im Campaign Manager.

Diese Ziele passen also zum Charakter des Formats. Thought Leader Ads wirken meist im ersten Kontakt, wenn es um Vertrauen geht. Sie nutzen sie also nicht primär, um Formulare zu sammeln. Sie nutzen sie, damit die richtigen Personen Sie kennenlernen.

Und wenn Sie Leads wollen? Dann setzen Sie in einem zweiten Schritt Retargeting mit einem anderen Anzeigentyp ein. Zeigen Sie zum Beispiel eine Lead Gen Form Kampagne den Personen, die den Beitrag gesehen haben. So verbinden Sie Bekanntheit und Nachfrage.

Denken Sie auch an die Rolle des Budgets. Bei einer Bekanntheitskampagne wollen Sie möglichst effizient viele passende Personen erreichen. Beim Ziel Interaktion richtet sich das System stärker auf Personen, die wahrscheinlich reagieren. Was bei Ihnen besser funktioniert, erfahren Sie nur durch Tests. In der ersten Runde kann es daher sinnvoll sein, zwei Ziele mit zwei verschiedenen Beiträgen zu testen.

Welche Beiträge funktionieren als Thought Leader Ads gut?

Nach unserer Felderfahrung funktionieren Beiträge, die wie ein nützlicher Gedanke wirken und nicht wie Werbung. Eine Garantie gibt es nicht, aber diese Merkmale helfen oft:

  • Ein starker Einstieg, der das Problem der Leser in einem Satz benennt.
  • Eine konkrete Beobachtung aus echter Erfahrung.
  • Kurze Absätze und ein ruhiges Leseformat.
  • Ein klarer Gedanke statt eines Verkaufssatzes.
  • Ein Bild oder Video mit echtem Gesicht, echter Szene oder Screenshot.

Die folgenden Beiträge bleiben meist schwach:

  • Ankündigungen, die Produktfunktionen aufzählen.
  • Allgemeine Motivationssprüche, die auf alle passen.
  • Interner Jargon, den außerhalb Ihres Teams niemand versteht.

Prüfen Sie vor der Bewerbung, wie ein Beitrag organisch lief. Inhalte, die in den ersten Tagen starke Signale wie Kommentare und Speicherungen sammeln, sind oft bessere Kandidaten.

Wählen Sie Themen daher mit einem einfachen Test: Beantwortet der Beitrag eine echte Frage Ihrer Kunden? Wiederkehrende Fragen aus Vertriebsgesprächen sind eine gute Quelle. Fragen Kunden zum Beispiel oft, wie lange eine Integration dauert, schafft eine kurze, ehrliche Antwort Vertrauen und deckt einen echten Bedarf ab.

Wie sollten sich die Autoren vorbereiten?

Zudem hängt der Erfolg nicht allein vom Budget ab. Das Profil der Autorin ist die erste Anlaufstelle für jeden Neugierigen. Räumen Sie es deshalb vor dem Start auf.

  • Nutzen Sie ein aktuelles, klares Profilfoto.
  • Schreiben Sie eine Überschrift, die Expertise und Unternehmen nennt.
  • Halten Sie den Info Bereich kurz und fokussiert.
  • Legen Sie die passende Unternehmensseite oder Ressource in die Hervorhebungen.
  • Bestimmen Sie eine Person, die die Kommentare beobachtet.

Laut LinkedIn Hilfe soll die Person außerdem eine Verbindung zum Unternehmen im Profil oder mit einem passenden Hinweis offenlegen. Darauf kommen wir im Ethikteil zurück.

Planen Sie zudem Zeit für Antworten auf Kommentare ein. Bezahlte Reichweite bringt Kommentare von Fremden, nicht nur von Bekannten. Eine schnelle, höfliche Antwort erhöht die Glaubwürdigkeit des Beitrags.

Wie unterscheiden sich Thought Leader Ads von klassischem Sponsored Content?

Beide erscheinen im LinkedIn Feed, und Sie steuern beide im Campaign Manager. Allerdings unterscheiden sich Absender und Vorbereitung. Die Tabelle fasst es zusammen:

MerkmalThought Leader AdsKlassischer Sponsored Content
---------
AbsenderPerson (Mitarbeitende, Führungskraft, Experte)Unternehmensseite
FreigabeZustimmung der Autorin nötigNur intern
TonPersönlich, erfahrungsbasiertUnternehmerisch, produktnah
RisikoZustimmung kann widerrufen werden, Personen können gehenBesser kontrollierbar
ZielVor allem Bekanntheit und InteraktionBreitere Zielauswahl
VorlaufLänger wegen FreigabeKürzer

Das heißt, welches Format passt, hängt von Ihrem Ziel ab. Für direkte Leadgewinnung eignen sich klassische Formate besser. Um mit menschlicher Stimme Vertrauen aufzubauen, sind Thought Leader Ads stark.

Wie messen Sie den Erfolg von Thought Leader Ads?

Klären Sie zuerst Ihre Frage. „Kennen uns mehr Menschen?“ und „Haben wir mehr Leads?“ sind verschiedene Fragen. Sie brauchen also verschiedene Kennzahlen. Zunächst zeigt der Campaign Manager Impressionen, Reichweite, Klicks und Interaktionen. Laut LinkedIn Hilfe sieht die Autorin außerdem gebündelte organische und bezahlte Impressionen, und Signale wie Follows und Profilklicks werden erfasst.

In der Praxis lesen Sie diese Signale zusammen:

  • Impressionen und Reichweite: Haben Sie die richtige Zielgruppe erreicht?
  • Interaktionsrate: Hat der Inhalt Interesse geweckt?
  • Profilaufrufe und Follows: Hat die Person Interesse geweckt?
  • Website Klicks: Kamen Besucher auf Ihre Seite?
  • Spätere Aktionen: Folgten Formular, Anruf oder Demo Anfrage?

Allerdings reicht keine Zahl allein. Viele Klicks können zum Beispiel trotzdem Besuche von geringer Qualität bedeuten. Lesen Sie den Kampagnenbericht deshalb zusammen mit Webanalyse und CRM Daten.

Legen Sie auch einen Berichtsrhythmus fest. Eine kurze wöchentliche Kontrolle erlaubt es, Budget von einem schwachen zu einem starken Beitrag zu verschieben. In der Monatsauswertung lesen Sie Bekanntheits und Nachfragesignale gemeinsam. Entscheiden Sie nicht nach den Schwankungen des ersten Tages, denn Daten können täuschen, bevor sich System und Zielgruppe eingespielt haben.

Wie helfen UTM Parameter und CRM bei der Messung?

Enthält die Anzeige einen Link, versehen Sie jede Anzeige mit UTM Parametern. Dann zeigt GA4 zudem, welcher Beitrag den Verkehr gebracht hat. Die Logik erklären wir im Beitrag zu UTM Parametern. Links bauen Sie schnell mit unserem UTM Generator.

Wir empfehlen dazu dieses Muster:

  • Wählen Sie konsistente Werte, etwa linkedin als Quelle und paidsocial als Medium.
  • Tragen Sie das Beitragsthema in den Kampagnennamen ein.
  • Ergänzen Sie im Inhaltsfeld den Namen der Autorin oder ein Kürzel.

Markieren Sie danach Leads aus Formularen mit ihrer Quelle im CRM. Dann können Sie auch nach Monaten noch beantworten, welcher Beitrag diesen Lead gebracht hat. Wie das technisch klappt, zeigt unser Beitrag zur CRM Anbindung für Website Leads.

Beachten Sie außerdem eine Messfalle. Denn Betrachter klicken selten sofort. Oft sehen sie zuerst das Profil der Autorin und finden Sie Tage später über die Suchmaschine. Ein Last Click Bericht unterschätzt LinkedIn dann. Lesen Sie daher indirekte Signale mit, etwa Suchen nach Ihrem Markennamen und direkten Verkehr. Erwarten Sie von einer Bekanntheitskampagne keinen schnellen Umsatz.

Warum sind Anzeigenkennzeichnung und Transparenz wichtig?

Leser wollen wissen, ob ein Inhalt organisch oder bezahlt ist. Thought Leader Ads laufen mit dem LinkedIn eigenen Anzeigenhinweis. Die LinkedIn Hilfe weist außerdem darauf hin, dass die geschäftliche Beziehung offengelegt werden soll. Von der Autorin wird erwartet, die Verbindung zum Unternehmen im Profil oder Beitrag erkennbar zu machen.

Betrachten Sie Transparenz daher als Teil der Kampagne:

  • Die Autorin sollte die Verbindung zum Unternehmen nicht verbergen.
  • Versuchen Sie nicht, den Anzeigenhinweis zu entfernen oder zu verstecken.
  • Stellen Sie bezahlte Bewerbung nicht als organischen Beitrag dar.
  • Prüfen Sie die Werbe und Verbraucherregeln Ihres Landes.

Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Offenlegungspflichten unterscheiden sich je nach Land und Branche. Daher fragen Sie im Zweifel Ihre Rechtsberatung.

Welche Grenzen setzen Einwilligung und Ethik?

Den persönlichen Beitrag eines Mitarbeiters zur Anzeige zu machen, nutzt dessen persönliche Marke. Die Einwilligung muss daher mehr sein als ein technischer Klick. Die Person sollte verstehen, was passiert.

Wir empfehlen daher diese Grundsätze:

  • Machen Sie die Zustimmung nie zur Pflicht. Ein Nein muss möglich sein.
  • Teilen Sie vorab mit, wo die Anzeige läuft und wie lange.
  • Ändern Sie den Beitragstext nicht ohne Erlaubnis der Autorin.
  • Verlässt die Person das Unternehmen, pausieren Sie die Kampagne und prüfen die Zustimmung.
  • Überlassen Sie Kommentare und Nachrichten nicht einer einzigen Person.
  • Teilen Sie die Leistungsdaten mit der Person.

Schützen Sie außerdem personenbezogene Daten. Nutzen Sie die Angaben von Personen, die kommentiert haben, nicht ohne Rechtsgrundlage für andere Zwecke. Greifen Sie niemals zu regelwidrigen Methoden, etwa gefälschten Konten für Freigaben oder fremden Zugangsdaten. Plattformen werten das als Umgehung ihrer Systeme.

Stattdessen hilft eine kurze schriftliche Vereinbarung. Sie regelt Umfang, Dauer, Plattform und den Widerruf der Zustimmung. Bereiten Sie auch einen Antwortplan für negative Kommentare vor. Wer eine Anzeige unter eigenem Namen trägt, sollte damit nicht allein bleiben.

Wie planen Sie das Budget für Thought Leader Ads?

Planen Sie das Budget nach Lernlogik und nicht nach einer festen Zahl. Ein Startansatz aus unserer Felderfahrung: Testen Sie mehrere Beiträge gleichzeitig mit kleinem Budget und skalieren Sie dann den Gewinner. Das ist ein Rahmen zum Einstieg und keine Garantie.

Beispielrechnung (hypothetisch): Ihr monatliches Testbudget beträgt 100 Einheiten. Sie teilen es auf vier Beiträge zu je 25 Einheiten auf. Nach zwei Wochen vergleichen Sie Interaktion und Profilinteresse und verschieben den größten Teil auf die besten zwei. Die Zahlen zeigen also nur die Logik.

Aktuelle Kosten, Gebotsmodelle und Mindestbudgets können sich ändern. Prüfen Sie diese Werte daher auf den offiziellen LinkedIn Seiten. Für die spätere Bewertung des Ertrags hilft unser ROAS Rechner.

Von einer Bekanntheitskampagne einen ROAS zu erwarten, führt in die Irre. Beginnen Sie zuerst mit der passenden Kennzahl. Messen Sie dann Schritt für Schritt die Kette bis zum Umsatz.

Wie legen Sie die Zielgruppe für Thought Leader Ads fest?

Das Targeting zählt hier so viel wie der Inhalt. Ein persönlicher Beitrag, den die falsche Zielgruppe sieht, wird zu einem irrelevanten Post. Listen Sie zunächst die Rollen auf, die die Kaufentscheidung beeinflussen. Grenzen Sie danach nach Branche, Jobtitel und Unternehmensgröße ein.

Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Welchen Jobtitel betrifft der Beitrag im Arbeitsalltag?
  • Gehören Entscheider und Einflussnehmer in dieselbe Zielgruppe?
  • Müssen wir bestehende Kunden ausschließen?
  • Auf welche Konten konzentrieren wir uns, wenn wir eine Firmenliste hochladen?

Zunächst gilt: Eine sehr enge Zielgruppe sammelt zu wenige Impressionen, und das Lernen verlangsamt sich. Eine sehr breite schickt den Beitrag an Menschen, die sich nicht dafür interessieren. Wählen Sie im ersten Test daher eine mittlere Größe und grenzen Sie mit den Ergebnissen weiter ein. Grenzwerte können sich ändern, verlassen Sie sich auf die Schätzung, die der Campaign Manager anzeigt.

Zeigen Sie außerdem nicht gleichzeitig viele Beiträge derselben Zielgruppe. Menschen werden müde, wenn sie dasselbe Gesicht immer wieder sehen.

Sind Thought Leader Ads dasselbe wie eine Influencer Kooperation?

Nein. Bei einer Influencer Kooperation vereinbaren Sie etwas mit einem externen Creator, und der Inhalt entsteht oft für Sie. Bei Thought Leader Ads ist der Beitrag die natürliche Veröffentlichung Ihrer Mitarbeitenden oder Experten. Sie verstärken ihn nur mit Erlaubnis.

Konkret beeinflusst dieser Unterschied das Vertrauen. Das Wissen der Mitarbeitenden ist echt und kommt aus Ihrem Unternehmen. Andererseits hat nicht jeder Experte eine große Reichweite, und Werbebudget kann diese Lücke schließen. Bezahlte Kooperationen finden Sie in unserem Angebot zu Influencer Marketing. Zum Thema Einordnung hilft auch der Beitrag zum Unterschied zwischen KOL und Influencer.

Beides lässt sich auch kombinieren. Ein gemeinsamer Beitrag eines bekannten Gasts mit Ihrem Experten kann zum Beispiel als Kollaboration laufen. Berechtigungen und Freigaberegeln für solche Formate ändern sich, prüfen Sie daher die offiziellen Seiten.

Welche Fehler passieren bei Thought Leader Ads häufig?

Konkret sehen wir diese Fehler am häufigsten:

  • Die Freigabe wird auf den letzten Moment verschoben.
  • Ein organisch schwacher Beitrag soll bezahlt besser laufen.
  • Das Profil der Autorin bleibt unvorbereitet.
  • Von einem einzigen Beitrag werden Ergebnisse erwartet.
  • Die Zielgruppe ist zu eng oder zu breit.
  • UTM Tags fehlen, und die Ergebnisse lassen sich nicht deuten.
  • Eine Bekanntheitskampagne wird an Verkaufszahlen gemessen.
  • Die Autorin erhält kein Feedback zur Leistung.

Die meisten davon sind also Planungsfehler und keine technischen Fehler. Erstellen Sie deshalb vor dem Start eine kurze Checkliste und gehen Sie sie im Team durch.

Ein weiterer Fehler ist Kreativ Ermüdung. Zeigen Sie denselben Beitrag wochenlang derselben Zielgruppe, kann die Interaktion sinken. Erneuern Sie Beiträge in Abständen und erzählen Sie das Gewinnerthema aus einem neuen Blickwinkel. So ermüden Sie die Leser nicht, und die Autorin bekommt eine frische Gelegenheit für Inhalte.

Wo passen Thought Leader Ads in einen LinkedIn und Google Ads Plan?

Das Format erzeugt Nachfrage, bevor Suchkanäle sie abgreifen. Bei Google Ads kommen Menschen zu Ihnen, weil sie etwas suchen. Auf LinkedIn erreichen Sie Personen, die noch nicht suchen. Somit ergänzen sich beide Logiken.

Zum Beispiel kann ein Experte, der durch diese Anzeigen bekannter wird, in den folgenden Wochen die Suchen nach Ihrem Markennamen erhöhen. Danach machen Ihre Suchkampagnen aus diesem Interesse Leads. Zur Rolle der Kanäle lesen Sie unseren Vergleich LinkedIn Ads oder Google Ads. Für den personenbezogenen Zugang hilft unser Leitfaden, wie Sie Kunden über LinkedIn gewinnen.

Sie müssen außerdem diesen Plan nicht allein aufbauen. Mit unserer Google Ads Verwaltung und unserer Leadgenerierung planen Talha Aslan und Team ihn gern mit Ihnen.

Wie sieht ein erster 30 Tage Test mit Thought Leader Ads aus?

Bauen Sie also einen kleinen, messbaren und umkehrbaren Test. Der folgende Ablauf ist ein Vorschlag und kein starrer Kalender.

  1. In der ersten Woche wählen Sie zwei oder drei Experten, erklären den Freigabeprozess und räumen die Profile auf.
  2. Danach veröffentlichen Sie organische Beiträge, beobachten die Leistung und bestimmen Kandidaten.
  3. In Woche drei holen Sie Zustimmungen ein, bauen die Kampagne, ergänzen UTM Tags und starten mit kleinem Budget.
  4. Zuletzt vergleichen Sie die Ergebnisse, skalieren den Gewinner und stoppen schwache Beiträge.
  5. Am Monatsende teilen Sie die Ergebnisse mit den Autoren und entscheiden über die nächste Phase.

Beantworten Sie am Ende diese Fragen. Haben wir die richtige Zielgruppe erreicht? Sind die Autoren mit dem Ablauf zufrieden? Konnten wir die Messung aufbauen? Bei Ja skalieren Sie. Bei Nein schließen Sie zuerst die Lücke.

Fazit: Für wen eignen sich Thought Leader Ads?

Thought Leader Ads sind ein starkes Werkzeug für B2B Unternehmen mit auskunftsfreudigen Experten, die Entscheider mit menschlicher Stimme erreichen wollen. Allein wirken sie jedoch nicht wie ein Wunder. Sie funktionieren, wenn Zustimmung, Inhaltsqualität, Messung und ethische Grenzen zusammenpassen.

Merken Sie sich zum Start drei Dinge. Erstens: Finden Sie organisch den Gewinner. Zweitens: Holen Sie die klare Zustimmung der Autorin ein. Drittens: Messen Sie mit UTM Tags und teilen Sie die Ergebnisse. Möchten Sie die Kampagne gemeinsam mit LinkedIn und Suchkanälen planen, sprechen Sie unser Team an.

Betrachten Sie das Ganze schließlich als lernendes System und nicht als einmalige Kampagne. Dazu notieren Sie am Ende jeder Periode, welches Thema, welche Stimme und welche Zielgruppe funktioniert hat. Diese Notizen machen Ihren nächsten Inhaltsplan und Ihre Budgetentscheidungen belastbarer.

Häufig gestellte Fragen

Sind Thought Leader Ads kostenlos?
Nein. Sie legen im LinkedIn Campaign Manager ein Budget fest, und die gekauften Impressionen laufen als bezahlte Anzeige. Die organische Reichweite des Originalbeitrags bleibt kostenlos, der beworbene Teil kostet jedoch Geld. Preise und Gebotsoptionen können sich ändern, prüfen Sie deshalb die offiziellen LinkedIn Hilfeseiten. Am sichersten starten Sie mit einem kleinen Testbudget.
Darf ich einen Beitrag bewerben, wenn die Person nicht zustimmt?
Nein. Ohne Zustimmung der Autorin oder des Autors dürfen Sie den Beitrag nicht als Thought Leader Ad laufen lassen. Die Person kann die Anfrage ablehnen und eine erteilte Zustimmung später widerrufen. Dann stoppen die Anzeigen mit diesem Beitrag. Sprechen Sie deshalb vorher mit den Mitarbeitenden, das ist fair und vermeidet Überraschungen.
Kann jeder LinkedIn Beitrag als Thought Leader Ad beworben werden?
Nein. Laut LinkedIn Hilfe muss der Beitrag öffentlich sein, und im Profil muss der vollständige Name stehen. Formate wie Umfragen, Dokumente, Beiträge mit mehreren Bildern, Feiern und Reposts können ausgeschlossen sein. Die Regeln ändern sich, daher prüfen Sie die aktuelle Liste, bevor Sie jemanden um Zustimmung bitten.
Welche Ziele passen zu Thought Leader Ads?
Die LinkedIn Hilfeseiten nennen Markenbekanntheit und Interaktion, bei Videobeiträgen kann zusätzlich das Ziel Videoaufrufe möglich sein. Für direkte Leadgewinnung kombinieren Sie das Format meist mit einem weiteren Anzeigentyp weiter unten im Funnel. Die Zielliste kann sich ändern, schauen Sie deshalb in die aktuellen Optionen im Campaign Manager.
Wie messe ich den Erfolg von Thought Leader Ads?
Beginnen Sie mit den Daten im Campaign Manager, etwa Impressionen, Klicks und Interaktionen. Dazu kommen Profilaufrufe und Follower Zuwachs der Autorin oder des Autors. Verlinkt die Anzeige auf Ihre Website, setzen Sie UTM Parameter, damit GA4 und CRM die Besuchs und Lead Qualität zeigen. Klicks allein können täuschen, lesen Sie mehrere Signale zusammen.
Kann ich Thought Leader Ads mit Employee Advocacy kombinieren?
Ja, beides ergänzt sich gut. Im organischen Programm teilen Mitarbeitende Beiträge in ihrem eigenen Netzwerk. Auf der bezahlten Seite bringen Sie die erfolgreichsten Beiträge zu einer größeren, gezielten Zielgruppe. Wenn Sie Beiträge erst organisch testen, setzen Sie Budget auf Inhalte mit nachgewiesener Resonanz, und die Zustimmung der Person bleibt Voraussetzung.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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