Interim CMO: Was leistet eine Marketingleitung auf Zeit und für wen?

Kurze Antwort
Was ist ein Interim CMO?
Ein Interim CMO ist eine erfahrene Führungskraft, die das Marketing eines Unternehmens auf Zeit oder in Teilzeit leitet, ohne fest angestellt zu sein. Strategie, Budgetprioritäten, Teamsteuerung und Messung liegen bei dieser Person; die tägliche Umsetzung übernehmen meist das Team, eine Agentur oder Fachleute.
Der Begriff lässt sich leicht zerlegen. CMO steht für Chief Marketing Officer, also für die oberste Marketingleitung eines Unternehmens. Interim bedeutet, dass die Aufgabe befristet oder nur mit einem Teil der Arbeitszeit besetzt ist. Im englischen Sprachraum heißt das Modell oft Fractional CMO. Dort betont man allerdings stärker die geteilte Arbeitszeit als die zeitliche Befristung.
Geschützt ist dieser Titel nicht. Deshalb versteht jeder darunter etwas anderes. Der eine meint eine Führungskraft, die wöchentlich in der Geschäftsleitung sitzt, der andere gelegentliche Strategieberatung unter demselben Namen. Achten Sie also weniger auf den Titel und mehr auf den Umfang. Wer entscheidet, wer trägt die Verantwortung, und wer berichtet die Ergebnisse an die Geschäftsführung?
Was macht ein Interim CMO im Arbeitsalltag?
Ein Interim CMO nutzt den Großteil seiner Zeit für Arbeit, die Entscheidungen verbessert. Statt ein Kampagnenmotiv zu gestalten, klärt er, warum es diese Kampagne gibt, welche Kundengruppe sie anspricht und woran Sie den Erfolg messen. Die knappen Stunden fließen also dorthin, wo sie am meisten bewirken.
Die Rolle unterscheidet sich je nach Unternehmen, trotzdem tauchen diese Aufgaben häufig auf:
- Die Marketingstrategie und die Prioritäten des Zeitraums schriftlich festhalten.
- Das Budget auf Kanäle verteilen und jede Ausgabe begründen.
- Mitarbeitende, Agenturen und externe Fachleute unter einem Plan bündeln.
- Mit dem Vertrieb eine gemeinsame Sprache für Kundenprofil und Anfragequalität finden.
- Der Geschäftsführung verständliche Berichte vorlegen.
- Bei Bedarf das Stellenprofil für die erste feste Marketingstelle schreiben.
Das Berufsbild einer festen Stelle beschreibt zum Beispiel das Occupational Outlook Handbook der US Statistikbehörde BLS. Danach schätzen Marketingleitungen die Nachfrage ein, entwickeln Preis- und Kundengewinnungsstrategien und steuern die tägliche Arbeit des Personals. Ein Interim CMO berührt ähnliche Felder, allerdings in einem engeren Zeitfenster und deshalb mit strengeren Prioritäten.
Wie unterscheidet sich die Marketingleitung auf Zeit von einer festen Marketingleitung?
Der Kernunterschied liegt in der Präsenz. Laut BLS arbeiten die meisten Marketingleitungen in Vollzeit, daher bleibt eine feste Führungskraft nah am Büroalltag, an den Teambeziehungen und an plötzlichen Problemen. Eine Leitung auf Zeit kommt seltener. Dafür bringt sie Muster aus anderen Branchen mit und steht weiter weg von interner Politik.
| Kriterium | Interim CMO | Feste Marketingleitung |
|---|---|---|
| Arbeitsmodell | Vereinbarte Tage oder Teile der Woche | Reguläre Arbeitszeit im Unternehmen |
| Vertragsform | Meist Dienstvertrag | Meist Arbeitsvertrag |
| Schwerpunkt | Strategie, Prioritäten, Systemaufbau | Strategie und tägliche Teamführung |
| Erreichbarkeit | Begrenzt und nach Kalender | Schnell im Tagesverlauf |
| Wissen im Unternehmen | Geht ohne Dokumentation mit der Person | Wächst im Unternehmen |
| Perspektive | Von außen, aus mehreren Branchen | Tiefes Wissen über Firma und Branche |
| Passende Phase | Übergang, Start oder Umbau | Etablierter, stetig wachsender Betrieb |
Die Zeilen zeigen Tendenzen, keine festen Regeln. Manche Führungskräfte in Teilzeit arbeiten zum Beispiel mit Arbeitsvertrag. Schreiben Sie deshalb zuerst Ihren tatsächlichen wöchentlichen Bedarf auf und denken Sie erst danach über Titel nach.
Worin liegt der Unterschied zu Beratung und Agentur?
Eine Beratung empfiehlt, eine Agentur setzt um, und ein Interim CMO teilt die Führungsverantwortung für die Marketingergebnisse. In der Praxis verschwimmen diese Grenzen. Trotzdem hilft die Trennung, denn wer von einer Agentur Führungsentscheidungen oder von einer Beratung tägliche Teamsteuerung erwartet, wird meist enttäuscht.
Eine Agentur spezialisiert sich auf die Kanäle in ihrem Auftrag. Sie kann zum Beispiel stark bei Suchanzeigen oder Content sein, steuert aber weder Ihre Preisentscheidung noch die Nachfassarbeit im Vertrieb. Eine Beratung analysiert dagegen ein abgegrenztes Thema und gibt eine Richtung vor. Bei einem engen Problem wie der Sichtbarkeit in der Suche ist daher eine SEO Beratung oft die direktere Lösung. Was dazugehört, zeigt unser Beitrag zum Umfang einer SEO Beratung.
Die Leitung auf Zeit steht über beiden Strukturen. Sie steuert die Agentur, ordnet Empfehlungen ein und berichtet an die Geschäftsführung. Davor kommt allerdings eine grundsätzlichere Frage, nämlich ob Sie überhaupt intern aufbauen wollen. Dazu lesen Sie mehr im Vergleich von eigenem Team und Agentur.
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich ein Interim CMO?
Schwellen nach Mitarbeiterzahl oder Umsatz führen hier in die Irre, weil sich Branchen zu stark unterscheiden. Besser passt dieser Test: Sie geben regelmäßig Geld für Marketing aus, steuern mehrere Kanäle oder Dienstleister, und trotzdem verantwortet keine erfahrene Person das Gesamtbild. Dann lohnt sich ein genauerer Blick auf das Modell.
Ein Interim CMO passt meist zu drei Arten von Unternehmen:
- Wachsende Firmen, in denen die Gründung Marketing nebenbei entscheidet.
- Firmen mit Marketingpersonal, aber ohne erfahrene Führung für dieses Team.
- Firmen, deren Marketingleitung gegangen ist und die während der Suche keine Lücke wollen.
Auch klar begrenzte Übergänge sprechen dafür. Beim Eintritt in einen neuen Markt, beim Start eines Produkts oder bei der Zusammenlegung von Marken wird Erfahrung zum Beispiel für begrenzte Zeit entscheidend. Eine feste Stelle wäre dann eine schwere Bindung, wenn der Bedarf nicht bleibt. Somit dient das Modell auch dazu, den Bedarf selbst zu prüfen.
Wann passt dieses Modell nicht zu Ihnen?
Haben Sie Ihr Produkt oder Ihre Leistung noch nicht am Markt geprüft, kommt erfahrene Strategiearbeit meist zu früh. In dieser Phase brauchen Sie zunächst Kundengespräche und kleine Versuche. Ebenso gilt: Ist nur das Anzeigenkonto unordentlich, suchen Sie besser eine Fachkraft für die Umsetzung statt einer Führungskraft.
Schwierig wird das Modell außerdem unter diesen Bedingungen:
- Niemand kann umsetzen, und für die Umsetzung fehlt das Budget.
- Die Inhaber möchten keine Entscheidungsrechte teilen.
- Der Betrieb verlangt ständiges Eingreifen am selben Tag.
- Die Erwartung lautet: garantierte Umsatzsteigerung in kurzer Zeit.
Der letzte Punkt wiegt am schwersten. Eine Führungskraft in Teilzeit kann Ergebnisse beeinflussen, aber niemand kann Marktlage, Produktqualität oder Vertriebsleistung garantieren. Bleiben Sie deshalb vorsichtig, wenn Ihnen jemand genaue Zahlen verspricht. Fragen Sie stattdessen, welche Annahme die Person wann und mit welchen Daten prüfen möchte.
Wo liegen die Grenzen der Verantwortung?
Stehen die Grenzen nicht schriftlich fest, zeigt sich das Problem meist bei der ersten heiklen Entscheidung. Wer entscheidet über einen Agenturwechsel? Welche Person genehmigt eine Budgetüberschreitung? Und wer hat bei der Markensprache das letzte Wort? Bleiben diese Fragen offen, verliert die Führungskraft entweder an Einfluss oder überschreitet ihre Befugnisse.
Praktisch ist eine Einteilung der Arbeit in drei Gruppen. Erstens gibt es Entscheidungen, die diese Person allein trifft, etwa die Reihenfolge von Kanaltests. Zweitens gibt es gemeinsame Entscheidungen, etwa über das Gesamtbudget. Drittens bleiben Bereiche, in denen sie nur eine Einschätzung abgibt; Preispolitik und Einstellungen gehören in vielen Firmen dazu.
Klären Sie außerdem die Wirkung auf das Team. An wen berichten die Mitarbeitenden? Wer entscheidet über Urlaub, Leistungsbeurteilung oder Kündigung? Meist bleiben diese Themen bei der Geschäftsführung, und die Leitung auf Zeit gibt nur eine Einschätzung ab. So steht das Team nicht zwischen zwei Vorgesetzten, und die Pflichten als Arbeitgeber bleiben dort, wo sie hingehören.
Wie sollten Sie Entscheidungsrechte aufteilen?
Teilen Sie Befugnisse nach Art der Entscheidung auf, nicht nach Person. Die Geschäftsführung legt die Richtung des Unternehmens fest, die Marketingleitung wählt den Weg dorthin. Das klingt einfach. In der Praxis bricht diese Trennung allerdings am häufigsten, denn viele Gründer reden bis zum Anzeigentext bei allem mit.
Nehmen Sie als Beispielszenario einen Möbelhersteller. Der Gründer entscheidet, sich stärker auf Geschäftskunden auszurichten. Die Leitung übernimmt diese Vorgabe und bestimmt dann, welche Kanäle sie zuerst testet. Gefällt dem Gründer ein Kampagnentitel nicht, wartet er trotzdem das Testergebnis ab. Somit bleiben beide in ihrem eigenen Bereich.
Ein schriftliches Entscheidungsprotokoll erleichtert diese Ordnung. Notieren Sie zu jeder wichtigen Entscheidung den Grund, die verantwortliche Person und einen Prüftermin. Zudem bleibt dieses Protokoll im Unternehmen, wenn die Führungskraft geht. Stellt sich eine Entscheidung als falsch heraus, sprechen Sie außerdem über die Annahme und suchen keinen Schuldigen.
Welche Honorarmodelle sind üblich?
Beträge nennen wir hier bewusst nicht, denn Preise hängen stark von Erfahrung, Umfang und Markt ab. Wichtiger ist die Frage, wie die Zahlungsform das Verhalten beeinflusst. Drei Modelle kommen häufig vor, und jedes bringt ein eigenes Risiko mit. Prüfen Sie die aktuelle Marktlage also selbst, bevor Sie Angebote vergleichen.
- Monatliches Pauschalhonorar: Sie zahlen regelmäßig für einen festgelegten Umfang. Die Planung bleibt einfach, doch ohne schriftlichen Umfang wächst die Arbeit schnell.
- Stunden oder Tagessatz: Sie zahlen die genutzte Zeit. Das ist transparent, belohnt aber unter Umständen Zeitaufwand statt schneller Lösungen.
- Pauschale plus Erfolgsbonus: Ein Teil hängt vom Ergebnis ab. Das motiviert, allerdings belohnt ein falsch gewählter Maßstab kurzfristiges Denken.
Schauen Sie bei den Gesamtkosten über das Honorar hinaus. Werbebudget, Werkzeuge und Umsetzung sind eigene Posten. Stellen Sie die Marketingkosten zudem dem Wert gegenüber, den Kunden über die Zeit bringen; unser Beitrag zum Customer Lifetime Value erklärt die Rechnung. Ein günstiges Angebot wird also teuer, wenn niemand den Plan umsetzt.
Welche Signale zeigen den Bedarf in Ihrem Unternehmen?
Die meisten Unternehmen bemerken den Bedarf an wiederkehrenden Problemen, nicht an einem Stellentitel. Sie probieren zum Beispiel jeden Monat einen anderen Kanal, aber niemand hat notiert, warum Sie den letzten aufgegeben haben. Ebenso kommen Agenturberichte pünktlich an, doch in der Geschäftsführung kann sie niemand einordnen.
Treffen mehrere dieser Signale zusammen, lohnt sich die Überlegung:
- Die Marketingausgaben steigen, aber niemand verantwortet sie klar.
- Der Vertrieb lehnt die Anfragen ab, das Marketing verteidigt seine Zahlen.
- Die Gründung verbringt viel Wochenzeit mit Freigaben für Anzeigen und Inhalte.
- Mehrere Dienstleister arbeiten für Sie, und keiner sieht die Arbeit der anderen.
- Ihr Team setzt gut um, braucht aber erfahrene Führung.
Diese Signale beweisen noch keinen Bedarf an einer Führungskraft. Manchmal liegt das eigentliche Problem in der Messung. Prüfen Sie deshalb zunächst die Grundlagen mit unserer Übersicht zu Online Marketing KPIs, und treffen Sie dann die Entscheidung. Eine klarere Übersicht beantwortet die Frage manchmal von selbst.
Wie bewerten Sie die passende Person?
Achten Sie darauf, was jemand unter ähnlichen Bedingungen geleistet hat, nicht auf bekannte Namen im Lebenslauf. Wer aus einem großen Konzernbudget kommt, muss mit kleinem Team oft ganz anders denken. Fragen Sie deshalb nach der eigenen Rolle, nach den Einschränkungen und nach den verworfenen Optionen.
Gute Kandidaten bringen im ersten Gespräch kein fertiges Rezept mit. Sie fragen vielmehr, wie Ihr Unternehmen Geld verdient, wie Kunden entscheiden und welche Daten vorliegen. Zudem geben sie offen zu, was sie nicht wissen. Wer dagegen jede Frage mit einem Kanalvorschlag beantwortet, denkt vermutlich noch wie eine Fachkraft für die Umsetzung.
Zu Beginn kann auch ein Blick von außen helfen. Ein Gespräch mit einem erfahrenen Online Marketing Berater klärt zum Beispiel, ob Ihnen wirklich eine Führungskraft fehlt oder eher eine Fachkraft. Danach führen Sie die Gespräche mit den Kandidaten deutlich gezielter. Fragen Sie in Referenzgesprächen außerdem, wie die Person mit Team und Gründung zusammengearbeitet hat, nicht nur nach Ergebnissen.
Was sollten Sie im Gespräch fragen?
Das Ziel ist kein Test, sondern ein Vorgeschmack auf die Zusammenarbeit. Meiden Sie allgemeine Antworten und bitten Sie um Beispiele. Fragen Sie etwa nicht, wie jemand eine Strategie aufbaut, sondern nach einer früheren Entscheidung, die diese Person zurücknehmen musste.
- Mit wie vielen Unternehmen arbeiten Sie gleichzeitig, und wie teilen Sie Ihre Zeit auf?
- Arbeiten Sie für eine Firma, die wir als Wettbewerber sehen könnten?
- Wie verteilen Sie die Zeit, die Sie bei uns verbringen?
- Wie und wie schnell erreichen wir Sie im Notfall?
- Welche Dokumente bleiben hier, wenn Sie gehen?
- Welche Ihrer Entscheidungen war falsch, und wie haben Sie sie korrigiert?
Die Frage nach Wettbewerbern verdient besondere Sorgfalt, denn die Person betreut mehrere Unternehmen gleichzeitig. Sprechen Sie daher offen über Interessenkonflikte und Vertraulichkeit. Hören Sie außerdem genau hin, was jemand für die Anfangsphase vorschlägt. Wer in den ersten Wochen den kompletten Umbau verspricht, hat vermutlich nicht verstanden, wie viel Kontext diese Aufgabe verlangt.
Was gehört in den Vertrag?
Dieser Abschnitt bietet allgemeine Informationen und keine Rechts- oder Steuerberatung; lassen Sie den Vertrag anwaltlich prüfen und klären Sie Steuerfragen mit Ihrer Steuerberatung. Trotzdem beschleunigt es den Ablauf, wenn Sie die Themen kennen. Denn die meisten Konflikte entstehen aus Erwartungen, die niemand aufgeschrieben hat.
- Umfang der Aufgaben und klare Abgrenzung.
- Zeitliche Verpflichtung und Erreichbarkeit.
- Vertraulichkeit, Interessenkonflikte und Wettbewerbsgrenzen.
- Eigentum an Strategiedokumenten und Konten.
- Kündigung, Übergabe und Rückgabepflichten.
Auch die tatsächliche Arbeitsweise zählt. Nach § 7 SGB IV sprechen eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation für eine Beschäftigung. Über das Anfrageverfahren nach § 7a SGB IV können die Beteiligten den Status bei der Deutschen Rentenversicherung Bund klären lassen. Die Bezeichnung im Vertrag reicht also nicht unbedingt aus. Lassen Sie die aktuelle Rechtslage deshalb fachkundig prüfen.
Wie regeln Sie den Zugriff auf Konten und Daten?
Die Grundregel ist einfach: Konten bleiben auf Ihr Unternehmen eingetragen, und die Führungskraft arbeitet mit einem eigenen Benutzer. Geben Sie keine Passwörter weiter. Geteilte Passwörter schaffen nämlich ein Sicherheitsrisiko und erschweren später die Nachverfolgung, wer was geändert hat.
Wählen Sie den Zugriff nach Rolle aus. Die Zugriffsebenen in Google Ads reichen zum Beispiel von Lesezugriff über Standard bis Administrator. Für eine strategische Prüfung genügt oft der Lesezugriff. Die Nutzerverwaltung in Google Analytics folgt einer ähnlichen Rollenlogik. Die Schritte zeigen unsere Beiträge zum Zugriff auf Google Ads und zum Zugriff im Meta Business Portfolio.
Endet der Vertrag mit dem Interim CMO, arbeiten Sie außerdem eine Abschlussliste ab. Entfernen Sie Benutzer, schließen Sie Rechte an geteilten Ordnern, und prüfen Sie, ob alle Dokumente im Unternehmen bleiben. Dabei hilft unser Beitrag zur Verwaltung digitaler Assets. So endet die Zusammenarbeit sauber, und die Nachfolge beginnt nicht bei null.
Woran erkennen Sie, dass die Zusammenarbeit funktioniert?
Wer nur Anzeigenkennzahlen misst, verengt die Aufgabe zu stark. Klicks und Conversions zählen natürlich, doch das eigentliche Ergebnis dieser Rolle ist ein besseres Entscheidungssystem. Nutzen Sie daher eine Übersicht mit zwei Ebenen, die Geschäftsergebnisse und die eingeführten Arbeitsweisen gemeinsam abbildet.
Die erste Ebene umfasst Geschäftsergebnisse: qualifizierte Nachfrage, neue Kunden, Kosten pro Neukunde und Werbeertrag. Für die eigenen Zahlen auf der Anzeigenseite können Sie unseren ROAS Rechner nutzen. Die zweite Ebene betrifft das System. Gibt es einen schriftlichen Plan? Erscheinen Berichte regelmäßig? Kann das Team eigene Entscheidungen treffen?
Halten Sie Ziele zusammen mit dem Ausgangszustand fest, bevor die Arbeit beginnt. Sonst kann später niemand belegen, was sich verändert hat. Erwarten Sie zudem bei einem langen Verkaufszyklus keine schnellen Marketingergebnisse. Beobachten Sie stattdessen Frühindikatoren. Im Geschäftskundenvertrieb liefert zum Beispiel die Zahl erster Angebote ein früheres Signal als unterschriebene Verträge.
Wie bauen Sie einen Arbeitsrhythmus mit dem Team auf?
Das größte Risiko der Teilzeitarbeit ist fehlender Anschluss. Steht alles still, sobald die Leitung fehlt, scheitert das Modell. Binden Sie den Rhythmus deshalb an Kalender und Dokumente, nicht an eine Person. Halten Sie Besprechungen kurz, Entscheidungen schriftlich und nennen Sie für jede Aufgabe eine verantwortliche Person.
- Kurze Wochenbesprechung: Ergebnisse der Vorwoche, aktuelle Hindernisse und Prioritäten der nächsten Woche.
- Monatliches Führungsgespräch: Budget, wichtige Kennzahlen und Entscheidungen, die sich ändern müssen.
- Regelmäßige Planprüfung: Sie prüfen, ob die Strategie noch trägt.
Bestimmen Sie eine interne Ansprechperson im Team. Sie verfolgt den täglichen Ablauf, solange die Leitung fehlt, und sammelt die wichtigen Fragen. Hilfreich ist außerdem ein einziges gemeinsames Dokument für den gesamten Plan. Dann muss niemand fragen, worauf der Fokus in diesem Monat lag. Alle öffnen einfach die Datei und sehen nach.
Wie könnte ein Interim CMO bei einem Hersteller arbeiten?
Das folgende Beispielszenario ist erfunden und beschreibt keinen echten Kunden. Stellen Sie sich einen Hersteller von Industrieprodukten vor. Es gibt eine Marketingkraft, eine Agentur und einen Gründer mit vollem Kalender. Die Werbeausgaben steigen, während der Vertrieb über die Qualität der Anfragen klagt.
Die Führungskraft hört zunächst Vertriebsgespräche an und schreibt das Kundenprofil neu. Danach stellt sie den Agenturbericht von Klicks auf qualifizierte Nachfrage um. Die Marketingkraft bekommt zudem eine wöchentliche Prioritätenliste. Parallel entsteht eine einfache Reihenfolge für Wachstumstests; die Logik dahinter erklärt unser Beitrag zu Growth Marketing.
In diesem Szenario baut die Führungskraft keine Anzeigen selbst, und der Gründer gibt nicht mehr jeden Kampagnentext frei. Am Ende des Zeitraums steht eine Wahl an: weitermachen, eine feste Marketingleitung einstellen oder das neue System mit dem vorhandenen Team führen. Alle drei Wege können ein Erfolg sein, denn das Ziel war nie ein endloser Vertrag.
Welche Fehler passieren bei diesem Modell am häufigsten?
Der häufigste Fehler ist die Erwartung einer Vollzeitleistung von einer Person in Teilzeit. Die Gründung möchte sofortige Antworten, und die Leitung verbraucht ihre knappen Stunden für Kleinigkeiten. Dann entsteht nie eine Strategie, und beide Seiten sind enttäuscht. Sprechen Sie deshalb schon am ersten Tag über Prioritäten.
- Einen wirksamen Plan ohne Umsetzungskapazität erwarten.
- Die Leitung von Team und Vertrieb fernhalten.
- Sie bei Budgetfragen ausschließen, aber für die Ergebnisse verantwortlich machen.
- Konten an den persönlichen Benutzer der Leitung binden.
- Ziele setzen, ohne den Ausgangswert zu notieren.
- Schnelle Ergebnisse erwarten und die Strategie ständig ändern.
Auch auf der Seite der Führungskraft passieren Fehler. Manche wenden zum Beispiel bei jedem Unternehmen dieselbe Vorlage an oder entscheiden, ohne dem Team zuzuhören. Eine ehrliche Leitung sagt Ihnen dagegen auch, wann ihre Rolle nicht mehr nötig ist. Dieser Satz gehört zu den stärksten Vertrauenssignalen in Ihrem Auswahlprozess.
Wann sollten Sie zu einer festen Leitung wechseln?
Denken Sie über eine Vollzeitstelle nach, sobald die Marketingführung eine echte wöchentliche Auslastung erreicht. Warten Entscheidungen auf den Kalender der Leitung, ist das Team gewachsen und frisst die tägliche Abstimmung die Strategiezeit, dann ist die Teilzeitlösung zu klein geworden.
Planen Sie den Wechsel sorgfältig. Die Leitung auf Zeit kann das Stellenprofil schreiben, bei der Auswahl helfen und ein dokumentiertes System an die neue Person übergeben. Somit läuft das Aufgebaute nach dem Wechsel weiter. Achten Sie allerdings auf Interessenkonflikte: Möchte die aktuelle Leitung selbst die Stelle, sollte jemand anderes die Auswahl führen.
Natürlich muss nicht jedes Unternehmen diesen Punkt erreichen. Manche Firmen finden ein dauerhaftes Gleichgewicht zwischen einer Fachkraft auf mittlerer Ebene und regelmäßiger erfahrener Unterstützung. Anders gesagt: Die richtige Struktur hängt vom Umfang der anstehenden Arbeit ab, nicht vom nächsten Titel im Organigramm.
Was sollten Sie vor der Beauftragung eines Interim CMO klären?
Beantworten Sie drei Fragen schriftlich, das vereinfacht die Entscheidung. Erstens: Welches Problem möchten Sie lösen, fehlende Richtung oder fehlende Umsetzung? Zweitens: Wer setzt den Plan dieser Person um? Drittens: Welche Veränderung müssten Sie nach einem festgelegten Zeitraum sehen, um weiterzumachen?
Zeigen die Antworten eine fehlende Richtung, und haben Sie genug Kapazität für die Umsetzung, passt das Modell vermutlich. Zeigen sie nur fehlende Umsetzung, sind Fachkraft oder Agentur der bessere Anfang. In beiden Fällen sollten Sie das Wissen im Unternehmen sichern. Bewahren Sie also alle Dokumente von Anfang an intern auf.
Wir von Talha Aslan und Team sehen seit 2012 in der Praxis dieselbe Lektion: Klare Verantwortung bringt Ergebnisse, Titel allein nicht. Möchten Sie abwägen, welche Rolle bei Ihnen wirklich fehlt, sprechen Sie mit Digital Marketing Experte Talha Aslan und dem Team über Ihre aktuelle Struktur. Dann entscheiden Sie anhand Ihrer eigenen Daten und nicht nach einem Etikett.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



