Digitales Marketing

Eigenes Team oder Agentur? So Steuern Sie Ihr Digital Marketing Richtig

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 5 Aufrufe

Kurze Antwort

Eigenes Team oder Agentur: Was Passt Besser für Ihr Marketing?

Bei der Frage eigenes Team oder Agentur gibt es keine Antwort, die für jedes Unternehmen gleich gut passt. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Größe, Ihrem Budget und davon ab, wie schnell Sie breite Expertise brauchen. Kleinere Unternehmen starten meist mit einer Agentur, während wachsende Firmen mit der Zeit zu einem eigenen Team oder einem Hybridmodell wechseln.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Jedes wachsende Unternehmen stellt sich früher oder später dieselbe Frage. Steuern Sie das Marketing mit einem eigenen Team, oder geben Sie es an eine Agentur? Zudem betrifft diese Entscheidung mehr als nur das Budget. Sie betrifft auch Tempo, Kontrolle, die Breite der Expertise und die Frage, wo das Markenwissen am Ende liegt. Der Fehler, den ich in der Praxis am häufigsten sehe, ist diese Frage wie eine Frage mit einer einzigen richtigen Antwort zu behandeln. Die richtige Antwort hängt jedoch von Größe, Phase und Zielen Ihres Unternehmens ab. Dieser Leitfaden vergleicht eigenes Team oder Agentur fair, ohne eine Seite zu bevorzugen, und nutzt dafür konkrete Kriterien. Am Ende finden Sie eine kurze Entscheidungshilfe, die Ihnen Ihre eigene Antwort erleichtert.

Was Unterscheidet ein Eigenes Team Wirklich von einer Agentur?

Ein eigenes Team besteht aus festangestellten Mitarbeitenden, die die Marke jeden Tag leben. Eine Agentur betreut dagegen mehrere Kundinnen und Kunden gleichzeitig. Sie bringt Erfahrung aus verschiedenen Branchen direkt in Ihr Projekt ein. Dadurch steht ein eigenes Team der Marke näher, während eine Agentur einen breiteren Werkzeug- und Erfahrungspool mitbringt. Welcher Vorteil mehr wiegt, hängt von der Phase ab, in der sich Ihr Unternehmen gerade befindet.

In der Praxis betrachten manche Unternehmen diese beiden Modelle jedoch als strikte Gegensätze. In der Praxis überlappen sie sich aber oft. Ein Unternehmen kann SEO über eine Agentur laufen lassen und gleichzeitig Social Media Inhalte mit dem eigenen Team produzieren. Deshalb lautet die bessere Frage nicht "Team oder Agentur", sondern "welche Aufgabe liefert auf welcher Seite das bessere Ergebnis".

Ebenso markiert die Daten- und Inhaltshoheit einen echten Unterschied. Ein eigenes Team hält jeden Inhalt und jeden Datenpunkt standardmäßig in den eigenen Systemen des Unternehmens. Bei einer Agentur müssen Sie allerdings vorher klären, wo diese Daten liegen. Zudem sollten Sie festlegen, wie diese Daten nach Vertragsende zu Ihnen wandern, sonst riskieren Sie beim Trennen den Verlust der Kampagnenhistorie.

Außerdem unterscheidet sich das Tempo der Kommunikation. Mit einem eigenen Team klären Sie eine Frage schnell im Flur oder per kurzer Nachricht. Eine Agentur arbeitet dagegen meist über einen geplanten Call oder ein Ticket. Folglich entscheidet dieser Unterschied oft, welche Seite bei einem dringenden Anliegen schneller reagiert.

Was Kostet der Aufbau Ihres Eigenen Teams?

Der Aufbau eines festangestellten Marketingteams umfasst mehrere Posten gleichzeitig. Dazu zählen Gehalt, Sozialleistungen, Weiterbildung, Softwarelizenzen und die Zeit, die Sie für die Führung der Mitarbeitenden aufwenden. Stellen Sie sich folgendes Beispielszenario vor: Sie stellen drei Fachleute für SEO, Werbeanzeigen und Content ein. Daneben tragen Sie auch den Einstellungsprozess und die Lizenzkosten. Zudem braucht eine neue Fachkraft Zeit, um die Lernkurve zu durchlaufen, sodass die ersten Monate oft weniger Ergebnisse bringen als erwartet.

Eine Agentur bündelt dagegen die meisten dieser Kosten in einer monatlichen Pauschale. Zunächst hat die Agentur ihr Personal bereits geschult und ihre Werkzeuge bereits aufgebaut. Sie nutzen diese Infrastruktur einfach gemeinsam mit anderen Kundinnen und Kunden. Die genauen Kosten eines festangestellten Teams hängen von Branche, Stadt und Teamgröße ab, deshalb nennen wir hier keine feste Zahl. Für die Budgetplanung hilft der Google Ads Budget Rechner, um den Werbeanteil separat zu kalkulieren.

Zudem ist ein oft übersehener Posten die Personalfluktuation. Verlässt eine Schlüsselperson Ihr eigenes Team, braucht der Wiederaufbau ihres Wissens Zeit, und Kampagnen können in dieser Phase ins Stocken geraten. Bei einer Agentur fällt der Abgang einer einzelnen Person auf Kundenseite dagegen kaum auf, denn die Agentur hält intern bereits eine Vertretungsstruktur bereit. Auch die Führungszeit ist ein versteckter Posten, denn Coaching und Leistungsgespräche kosten eine Führungskraft ebenfalls Zeit.

Wie Funktionieren Agentur Preismodelle?

Agenturen nutzen meist eines von drei Preismodellen. Das erste ist eine feste monatliche Pauschale, das zweite eine prozentuale Provision vom Werbebudget, das dritte eine projektbasierte Abrechnung. Konkret hält eine feste Pauschale Ihr Budget planbar. Eine Provision vom Werbebudget bedeutet dagegen, dass die Agenturgebühr mit Ihrem Werbebudget mitwächst. Die projektbasierte Abrechnung passt eher zu einmaligen Projekten wie einer Website oder einem Markendesign.

  • Feste monatliche Pauschale: planbarer Cashflow, der Umfang braucht aber klare Grenzen.
  • Provision vom Werbebudget: die Agenturgebühr steigt mit dem Werbebudget.
  • Projektbasierte Abrechnung: passt zu einmaligen Projekten wie Website oder Markenidentität.

Die Vertragslaufzeit zählt ebenso viel wie das Preismodell selbst. Manche Agenturen verlangen eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten oder einem Jahr, andere bevorzugen eine monatliche Kündigung. Dafür geben kurze Laufzeiten Ihnen Flexibilität. Längere Laufzeiten bringen dagegen meist einen günstigeren Stückpreis.

Beim Preisvergleich sollten Sie nicht nur auf die Gesamtsumme schauen, sondern auch den Leistungsumfang vergleichen. Zwei Agenturen bieten vielleicht denselben Monatspreis, doch die eine liefert zwei Calls und einen Basisbericht, die andere wöchentliche Optimierung und eine ausführliche Analyse. Ein Vergleich nach Leistungsumfang statt nach Stundensatz liefert konkret das ehrlichere Bild.

Welches Modell Gewinnt bei den Kosten für Marketingtechnologie?

In der Praxis verursachen professionelle Werkzeuge für SEO und Analyse oft hohe Lizenzkosten. Bauen Sie ein eigenes Team auf, kaufen Sie jedes Werkzeug selbst und schulen Ihr Personal in der Nutzung. Bei einer Agentur stecken diese Werkzeuge meist in der Servicegebühr, denn die Agentur teilt dieselbe Lizenz zwischen mehreren Kundinnen und Kunden.

Vor allem für kleinere Unternehmen mit wenigen gleichzeitigen Kampagnen fällt dieser Vorteil deutlich aus. Denn eine einzelne Marke rechtfertigt selten die volle Lizenzgebühr dieser Werkzeuge allein. Wächst das Kampagnenvolumen, lohnt sich eine eigene Lizenz zunehmend mehr. Manche Unternehmen kombinieren beide Ansätze: Grundlegende Analysewerkzeuge bleiben im eigenen Team, teurere und selten genutzte Spezialwerkzeuge bleiben bei der Agentur.

Welches Modell Ist Schneller?

Eine Agentur startet meist schneller, denn sie hat bereits Prozesse und ein Team bereit. Sie überspringen damit Einstellung, Schulung und den Aufbau der Werkzeuge. Ein eigenes Team bewegt sich dagegen bei kleinen täglichen Entscheidungen schneller, denn es braucht keine externe Freigabe für Markenfragen. Der Tempovorteil liegt also zu Beginn eines Projekts bei der Agentur, im Tagesgeschäft dagegen beim eigenen Team.

Ebenso zeigt sich derselbe Unterschied bei einer Krise. Eine Agentur muss den Kontext zu Ihrer Marke erst zusammentragen, deshalb dauert ihre Reaktionszeit etwas länger. Ein eigenes Team kennt die Geschichte der Marke bereits und liefert die erste Reaktion oft schneller. Deshalb bleibt Krisenkommunikation meist eine Aufgabe für das eigene Team.

Wie Breit Muss die Expertise Sein?

Eine Agentur bündelt mehrere Fachleute gleichzeitig für SEO, Werbeanzeigen, Content und Design. Dagegen erreicht eine einzelne eigene Fachkraft selten dieselbe Tiefe in so vielen Feldern gleichzeitig. Ein eigenes Team kennt dagegen die Geschichte der Marke und die internen Abläufe genau, deshalb muss es diesen Kontext nicht bei jedem Projekt neu erklären.

Eine E-Commerce Marke braucht zum Beispiel gleichzeitig SEO, Performance Werbung, E-Mail Marketing und Social Media. Kurz gesagt, eine einzige Person mit dieser Tiefe in allen vier Bereichen zu finden, ist schwierig. Deckt der Bedarf mehrere Kanäle gleichzeitig ab, ist eine Agentur konkret die realistischere Option. Diese Breite hilft auch, wenn Sie einen neuen Kanal ausprobieren möchten, denn die Agentur bringt dort bereits gesammelte Erfahrung direkt mit.

Wie Real Ist das Risiko des Kontrollverlusts?

Arbeiten Sie mit einer Agentur, geben Sie das Tagesgeschäft der Kampagnen an eine externe Partei. Dadurch folgen manche Entscheidungen den Standardabläufen der Agentur und nicht Ihrer direkten Freigabe, denn die Agentur entscheidet oft nach eigenem Ermessen. Um dieses Risiko zu begrenzen, halten Sie den Kontozugriff auf Ihren eigenen Namen. Schreiben Sie außerdem die Berichtsfrequenz in den Vertrag. Zweitens legen Sie klar fest, dass Sie bei strategischen Entscheidungen das letzte Wort haben. Der offizielle Leitfaden von Google für Werbetreibende bietet allgemeine Hinweise zur Verwaltung von Kontozugriff bei der Zusammenarbeit mit Agenturen; diesen Leitfaden sollten Sie vor dem Vertragsabschluss durchlesen.

Mit einem eigenen Team liegt die Kontrolle vollständig bei Ihnen, dafür aber auch die volle Verantwortung. Ist das Team in einem Bereich schwach, wartet keine zusätzliche Fachkraft im Hintergrund, die diese Lücke auffängt.

In der Praxis begrenzt ein wöchentliches Kurzgespräch zusammen mit einer ausführlichen monatlichen Leistungsbesprechung dieses Risiko am besten. Somit hält dieser Rhythmus die Agentur davon ab, große Entscheidungen ohne Ihre Freigabe zu treffen. Achten Sie zudem auf Warnsignale: langsame Antworten, Berichte mit demselben Schema oder Strategieänderungen ohne vorheriges Gespräch können ein schleichender Kontrollverlust sein.

Wie Verringern Sie das Risiko des Markenwissen Verlusts?

Trennen Sie sich von einer Agentur, bleiben die aufgebaute Kampagnenhistorie und die gesammelten Kundeneinblicke vielleicht nicht bei Ihnen. Um dieses Risiko zu begrenzen, schreiben Sie in den Vertrag, dass Berichte und Rohdaten regelmäßig in Ihre eigenen Systeme wandern. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass die Kontoinhaberschaft immer bei Ihnen liegt, sonst müssen Sie bei einem Agenturwechsel wieder von null starten. Unser Leitfaden Website und Domain von einer Agentur zurückholen zeigt, worauf Sie bei der Beendigung einer laufenden Zusammenarbeit achten sollten.

Eine einfache Gewohnheit verringert dieses Risiko deutlich: Fügen Sie am Ende jeder Kampagnenperiode eine kurze Zusammenfassung der gelernten Lektionen zu Ihrer eigenen Ablage hinzu. Zusammengefasst bleibt so das Wissen, welche Botschaft funktioniert hat, im Unternehmen, selbst wenn die Agentur wechselt.

Welche Unternehmensgröße Sollte Welches Modell Wählen?

Die Phase Ihres Unternehmens entscheidet weitgehend über die Antwort auf die Frage eigenes Team oder Agentur. Die folgende Tabelle bietet eine allgemeine Orientierung für Unternehmen unterschiedlicher Größe. Allerdings sollten Sie sie als Ausgangspunkt aus der Praxis betrachten, nicht als starre Regel.

UnternehmensphaseBesser passendes ModellHauptgrund
Frühphasen StartupAgenturBreite Expertise ohne eigenes Team aufzubauen
Wachsendes KMUHybridKritische Aufgaben bleiben intern, Spezialwissen kommt von außen
Filialunternehmen oder KonzernEigenes Team plus AgenturunterstützungMarkenwissen bleibt intern, Expertise fließt von außen hinzu
Einzelgründer oder KleinstunternehmenAgentur oder FreelancerEin festangestelltes Team passt meist noch nicht ins Budget

Betrachten Sie diese Tabelle als Ausgangspunkt, nicht als feste Regel. Ein gut finanziertes Startup kann beispielsweise schon früh eine Fachkraft festanstellen. Entscheidend ist, die Tabelle zusammen mit Ihrem eigenen Wachstumstempo und Ihrer Liquidität zu lesen.

Außerdem verschiebt die Branche diese Tabelle etwas. Ein kleines Unternehmen in einer schnell wandelnden Branche möchte eine Fachkraft womöglich früher intern holen als ein ähnlich großes Unternehmen in einer ruhigeren Branche. Berücksichtigen Sie deshalb, wie schnell sich Ihre eigene Branche verändert.

Warum Kann eine Agentur in der Startup Phase Sinnvoller Sein?

Ein Frühphasen Startup muss meist schnell testen und das Budget in den richtigen Kanal lenken. Zunächst erzeugt der Aufbau eines festen Teams in dieser Phase fixe Kosten, bevor der Product Market Fit überhaupt feststeht. Die Zusammenarbeit mit einer Agentur bleibt hier flexibler, denn Sie passen den Leistungsumfang an, wenn sich der Bedarf ändert. Zieht das Wachstum an, sollten Sie aber regelmäßig prüfen, ob dieselbe Agentur noch passt.

In dieser Phase kümmert sich oft die Gründerin oder der Gründer selbst stark um das Marketing. Dann arbeitet die Agentur als Umsetzungspartner für die strategische Richtung der Gründung. Verschiebt sich die Zeit der Gründung mehr zur Produktentwicklung, wächst der an die Agentur übergebene Aufgabenbereich natürlich mit.

Muss Jedes Wachsende Unternehmen ein Eigenes Team Aufbauen?

Nein, Wachstum allein zwingt nicht zum Aufbau eines eigenen Teams. Manche schnell wachsenden Unternehmen setzen stattdessen auf mehr Agenturen oder einen größeren Leistungsumfang. Vor allem ist die Steuerung des Marketings für diese Unternehmen einfach nicht die Priorität, der Aufbau des eigenen Produkts schon. Entscheidend ist hier also nicht die Umsatzgröße, sondern wie strategisch wichtig das Marketing für das Unternehmen geworden ist.

Rückt das Marketing dagegen ins Zentrum des Wettbewerbsvorteils einer Marke, wird es riskant, dieses Wissen außerhalb des Unternehmens zu halten. An diesem Punkt behalten Unternehmen meist zumindest die strategischen Rollen intern. Die Umsetzung läuft weiterhin über eine Agentur. Der eigentliche Unterschied liegt darin, ob Marketing eine Unterstützungsfunktion oder der Wettbewerbsvorteil selbst ist.

Wann Sollte ein Wachsendes KMU zum Eigenen Team Wechseln?

Erreicht Ihr Marketingbudget eine bestimmte Schwelle und nähert sich die monatliche Agenturgebühr den Kosten einer festangestellten Fachkraft, ergibt ein Wechsel zum eigenen Team meist Sinn. Zudem ist ein weiteres Signal, wenn Ihre Marke ständiges, tiefes Wissen in einem Kanal braucht, etwa Content oder Community Management. Dieses Feld intern zu halten, spart zudem die wiederkehrende Arbeit, jedes Mal ein neues Briefing für die Agentur zu schreiben.

In der Praxis ist ein schrittweiser Wechsel meist sicherer als ein plötzlicher. Holen Sie zuerst die Aufgabe mit dem häufigsten, markenspezifischen Wissen ins Haus. Lassen Sie die Agentur die anderen Bereiche weiterführen, so übernehmen Sie nicht die gesamte Verantwortung auf einmal.

Warum Reizt das Hybridmodell Konzerne Besonders?

Im Konzernmaßstab setzen Marken meist auf ein eigenes Team und Agenturunterstützung gleichzeitig. So bleibt das Markenwissen intern, während spezialisierte Expertise von der Agentur kommt. Zum Beispiel bleibt die Markenführung intern, während technisch anspruchsvolle Arbeit wie Performance Werbung über eine Agentur läuft. Diese Struktur hält Kontrolle und breite Expertise gleichzeitig in Ihrer Hand.

Filialunternehmen oder Konzerne mit mehreren Ländern stehen vor einer zusätzlichen Ebene: lokalem Marktwissen. Allerdings kostet es meist zu viel, ein eigenes Team für jeden Markt aufzubauen. Ein zentrales eigenes Team, das mit lokalen Agenturen zusammenarbeitet, liefert zentrale Konsistenz und lokale Passung gleichzeitig.

In diesem Aufbau legt das zentrale Team meist die Markenstandards und den Messrahmen fest. Lokale Agenturen passen diese Standards an Sprache und Gewohnheiten jedes Marktes an. So bleibt die Marke weltweit konsistent, während der lokale Kontext erhalten bleibt, denn ein lokales Team kennt die Gewohnheiten dieses Marktes besser als Sie aus der Distanz je könnten.

Wie Bauen Sie ein Hybridmodell Auf?

Im Hybridmodell trennen Sie zuerst Aufgaben, die markenspezifisches Wissen brauchen, von Aufgaben, die technische Expertise brauchen. Konkret funktionieren Markenstimme und tägliches Community Management meist besser intern. SEO Audits und Kampagnenanalyse können dagegen über einen externen Partner laufen, denn sie brauchen Plattformwissen, das sich oft ändert.

  1. Listen Sie die Aufgaben auf, die markenspezifisches, dauerhaftes Wissen brauchen.
  2. Setzen Sie technische, plattformabhängige und oft wechselnde Aufgaben auf eine separate Liste.
  3. Halten Sie die erste Liste intern und sprechen Sie für die zweite mit einer spezialisierten Agentur.
  4. Prüfen Sie diese Aufteilung jedes Quartal; Wachstum kann einzelne Aufgaben auf die andere Seite verschieben.

Welche Rolle Sollten Sie Zuerst Einstellen?

Beim Wechsel zum eigenen Team ist die erste Einstellung meist eine allgemeine Marketingkoordination. Diese Person lernt zunächst die Marke genau kennen und steuert danach die Abstimmung mit Agenturen. Technischere Rollen, etwa eine Performance Werbung Fachkraft, kommen meist als zweite oder dritte Einstellung, denn die passende Person für diese Rolle zu finden, ist schwieriger und teurer. Deshalb hilft es, die erste Einstellung möglichst nah an die Marke zu setzen, um auch die verbleibende Agenturbeziehung besser zu steuern.

Zudem übernimmt diese erste Person eine Brückenrolle: Sie trägt die technische Sprache der Agentur ins Unternehmen und die Prioritäten des Unternehmens zurück zur Agentur. Funktioniert diese Brückenrolle gut, läuft das Hybridmodell reibungslos.

Die zweite Einstellung zielt meist auf die am meisten drückende Aufgabe. Ist das Werbebudget gewachsen, fällt vielleicht eine Performance Fachkraft auf. Ist das Content Volumen gestiegen, passt vielleicht eine Redaktion besser. Dieser stufenweise Ansatz lässt Sie wachsen, sobald ein Bedarf sich bestätigt hat.

Worauf Sollten Sie bei der Agenturwahl Achten?

Entscheiden Sie sich für eine Agentur, schauen Sie auf frühere Arbeiten und Branchenerfahrung. Prüfen Sie außerdem, wie transparent die Berichterstattung ausfällt. Das offizielle Google Partnerprogramm verleiht Agenturen, die bestimmte Zertifizierungs- und Kontoverwaltungskriterien erfüllen, ein Badge. Dieses Badge zeigt einen Mindeststandard, den Googles offizieller Leitfaden beschreibt, auch wenn es allein keine Qualitätsgarantie ist. Prüfen Sie zudem, ob das Agenturteam Ihre Sprache spricht, also Berichte klar und einfach darstellt.

Einen genaueren Blick auf unseren Auswahlprozess bietet unser Leitfaden Webdesign Agentur finden: Kriterien. Für manche Aufgaben ist die Zusammenarbeit mit einer unabhängigen Fachkraft statt einer Agentur ebenfalls eine Option. Diesen Unterschied vergleichen wir in unserem Beitrag Webdesign Agentur oder Freelancer.

Dennoch sollten Sie die Referenzprüfung nicht überspringen. Ein direktes Gespräch mit früheren Kundinnen und Kunden zeigt, ob die Erfolgsgeschichten aus der Präsentation auch im Alltag der Zusammenarbeit zutreffen. Ein starkes Portfolio garantiert keine reibungslose Passung; fehlt der Agentur ein Kunde aus Ihrer Branche oder Größe, zahlen Sie womöglich für ihre Lernkurve.

Wie Verwalten Sie das Risiko der Vertragsbindung?

Manche Agenturen registrieren Ihre Website oder Werbekonten auf ihren eigenen Namen. Das erzeugt ein Zugriffsrisiko nach Vertragsende. Schreiben Sie zum Schutz in den Vertrag, dass die Inhaberschaft von Domain, Hosting und Werbekonten immer bei Ihrem Unternehmen bleibt. Geben Sie der Agentur nur einen Administratorzugriff statt der Inhaberschaft; unser Leitfaden Agenturzugriff für Google Ads geben zeigt die einzelnen Schritte.

Ebenso verringert eine Ausstiegsklausel im Vertrag dieses Risiko. Möchte eine Seite die Zusammenarbeit beenden, legen Sie vorab fest, innerhalb wie vieler Tage die Daten und Konten übergehen. Das schützt Sie bei einem späteren Streitfall.

Prüfen Sie vor der Unterschrift Konto für Konto, wessen Name tatsächlich auf jedem Asset steht. Bestätigen Sie, dass Werbekonto und jede Social Media Seite auf Ihr Unternehmen registriert sind. Diese Prüfung zu überspringen, kann sich Jahre später zu einem echten Problem entwickeln.

Wie Unterscheiden Sich Reporting und KPI Tracking in Beiden Modellen?

Bei einer Agentur kommt das Reporting meist in einem vorab festgelegten Rhythmus, wöchentlich oder monatlich, in einem Standardformat. Mit einem eigenen Team legen Sie Rhythmus und Format selbst fest, das gibt Ihnen mehr Einblick in Echtzeit, kostet aber auch interne Zeit für die Vorbereitung. Egal welches Modell Sie wählen, achten Sie darauf, dass die verfolgten Kennzahlen zu Ihrem Geschäft passen; unser Beitrag Online Marketing KPIs ist dafür ein guter Startpunkt.

In beiden Modellen zählt vor allem eines: Verfolgen Sie dieselben Kennzahlen über Monate hinweg konsequent. Das trennt kurzfristiges Rauschen von einem echten Trend. Ändert sich das Berichtsformat, bleibt der Vergleich nur sinnvoll, wenn die verfolgten Kennzahlen gleich bleiben. In beiden Modellen hilft es außerdem, mindestens ein volles Quartal an Daten abzuwarten, bevor Sie eine vereinbarte Kennzahl ändern.

Zudem zählt die Zielgruppe des Berichts. Eine Zusammenfassung für die Geschäftsführung und die ausführliche Tabelle, die Ihr Team täglich nutzt, speisen sich aus denselben Daten. Sie brauchen nur eine andere Sprache. Diese beiden Ebenen zu trennen bringt in beiden Modellen die richtige Detailtiefe zur richtigen Person.

Welche Aufgaben Sollten Sie an eine Agentur Geben?

Aufgaben, die häufig aktualisiertes Plattformwissen brauchen, funktionieren meist besser mit einer Agentur. Das Gleiche gilt für Aufgaben mit hoher technischer Tiefe und wiederholbarer Ausführung. Änderungen bei Suchmaschinenalgorithmen und Updates der Werbeplattformen fallen in diese Kategorie. Hier aktuell zu bleiben, braucht dauerhafte, spezialisierte Expertise. Diese Aufgaben außerhalb zu halten, gibt Ihrem eigenen Team zudem mehr Zeit für markenspezifische Arbeit.

  • Technische SEO Audits und Optimierung der Seitengeschwindigkeit.
  • Verfolgung häufig wechselnder Funktionen und Richtlinien auf Werbeplattformen.
  • Wiederholbare technische Arbeit wie A/B Tests und Datenanalyse von Kampagnen.

Welche Aufgaben Sollten Sie Intern Halten?

Markenstimme, Kundenbeziehungen und Krisenkommunikation funktionieren meist besser intern. Auch das tägliche Community Management gehört hierzu, denn diese Aufgaben brauchen das Gefühl einer Person, die die Marke jeden Tag lebt. Arbeit, die ständige Abstimmung mit dem Vertrieb braucht, läuft ebenfalls schneller intern, einfach weil der Kommunikationsweg kürzer wird.

Auch die Beantwortung von Kundenbeschwerden gehört in diese Gruppe. Eine Beschwerde mit dem richtigen Ton zu beantworten, gelingt leichter in den Händen einer Person, die die bisherigen Fälle und Kundenbeziehungen kennt. Themen mit ständigem Austausch zum Produktteam laufen aus demselben Grund intern meist reibungsloser.

Ebenso gehören Preisgestaltung und Kampagnenkalender meist intern dazu, denn sie hängen direkt mit Vertrieb und Lagerbestand zusammen. Diese Information jedes Mal nach außen zu geben, kostet Zeit und erhöht das Risiko, dass eine veraltete Kampagne länger läuft als sie sollte.

Worauf Sollten Sie Beim Übergang Achten?

Wechseln Sie von einer Agentur zum eigenen Team oder umgekehrt, planen Sie eine Übergangsphase. Die gesamte Last plötzlich zu übergeben, schadet meist der Leistung. Stellen Sie sicher, dass laufende Kampagnen und die bisherigen Daten lückenlos übergehen. Die folgende Tabelle stellt beide Modelle anhand von vier Kernkriterien gegenüber.

KriteriumEigenes TeamAgentur
KostenstrukturFest, monatliches Gehalt und LeistungenVariabel, abhängig vom Leistungsumfang
StartgeschwindigkeitAbhängig von der Einstellungszeit, meist langsamerStartet meist schneller
Breite der ExpertiseBegrenzt durch PersonalstärkeMehrere Fachleute gleichzeitig
MarkenwissenVertieft sich mit der Zeit, bleibt internKann beim Agenturwechsel teilweise verloren gehen

Ein schriftlicher Zeitplan für den Übergang zeigt beiden Seiten klar ihre Zuständigkeiten. Legen Sie vorab fest, welche Aufgabe in welcher Woche übergeht und wann welches Konto wechselt; mit diesem Zeitplan verkleinern Sie auch die Lücke während des Übergangs.

Kurze Entscheidungshilfe: Welche Fragen Sollten Sie bei Eigenes Team oder Agentur Stellen?

Stellen Sie sich die folgenden Fragen, um die Entscheidung eigenes Team oder Agentur zu schärfen. Ihre Antworten ziehen Sie ganz natürlich zu einem Modell hin; fallen die Antworten gemischt aus, ist ein Hybridmodell meist der sichere Mittelweg.

  1. Deckt Ihr Marketingbudget eine festangestellte Fachkraft, oder passt ein geteilter Service besser?
  2. Liegt die benötigte Expertise bei einer Person, oder umfasst sie mehrere Fachbereiche?
  3. Muss Ihr markenspezifisches Wissen intern bleiben, oder ist die Aufgabe wiederholbar?
  4. Wie schnell müssen Sie starten; können Sie eine Einstellungszeit abwarten?
  5. Wie oft und in welcher Detailtiefe möchten Sie Reporting und Kontrolle sehen?
  6. Zwingt Sie Ihr Wachstumstempo dazu, diese Entscheidung in sechs Monaten erneut zu prüfen?

Fazit: Welches Modell Passt bei Eigenes Team oder Agentur zu Ihnen?

Die richtige Antwort auf die Frage eigenes Team oder Agentur hängt davon ab, wo Ihr Unternehmen heute steht. Sie hängt zudem davon ab, wo Sie in sechs Monaten stehen wollen. Für kleine Unternehmen, die schnell testen müssen, ist eine Agentur meist der flexiblere Einstieg. Für wachsende Unternehmen, bei denen sich markenspezifisches Wissen immer weiter vertieft, hält ein Hybridmodell oder ein schrittweiser eigener Teamaufbau auf Dauer besser. Entscheidend ist, diese Entscheidung nicht einmalig zu treffen; mit wachsendem Budget müssen Sie diese Balance immer wieder neu bewerten. Eine ähnliche Entscheidungshilfe bietet unser Beitrag organisches Wachstum oder bezahlte Werbung, und für eine vergleichbare Entscheidung auf der Vertriebsseite unser Leitfaden eigener Online Shop oder Marktplatz.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Was ist günstiger, ein eigenes Team oder eine Agentur?
Eine feste Antwort gibt es nicht; im kleinen Maßstab ist eine Agentur meist günstiger, weil Sie die Kosten für Gehälter, Schulung und Werkzeuglizenzen mit anderen Kundinnen und Kunden teilen. Wächst Ihr Budget und konzentriert sich der Bedarf auf einen Bereich, kann eine festangestellte Fachkraft die bessere Wahl werden. Für einen fairen Vergleich stellen Sie die Agenturgebühr dem vollen Kostenbild des nötigen Teams anhand eines Beispielszenarios gegenüber.
Funktioniert ein Hybridmodell auch für kleine Unternehmen?
Ja, ein Hybridmodell ist nicht nur großen Unternehmen vorbehalten. Ein kleines Unternehmen kann Social Media Inhalte mit dem eigenen Team produzieren und gleichzeitig SEO über eine Agentur laufen lassen. Entscheidend ist, korrekt zu trennen, welche Aufgabe markenspezifisches Wissen braucht und welche technische Expertise. Ist diese Trennung klar, funktioniert ein Hybridmodell auch im kleinen Maßstab gut.
Verlieren wir unsere Daten und Berichte bei einem Agenturwechsel?
Daten gehen nicht verloren, wenn Kontoinhaberschaft und Datenübergabe im Vertrag korrekt festgelegt sind. Das Risiko entsteht, wenn eine Agentur Konten auf ihren eigenen Namen registriert oder Berichte nur im eigenen System hält. Bestätigen Sie vor Beginn der Zusammenarbeit schriftlich, dass die Kontoinhaberschaft bei Ihnen liegt.
Wie lange dauert der Aufbau eines eigenen Teams?
Die richtige Person zu finden und ihr Zeit zum Kennenlernen der Marke zu geben, dauert von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten; eine feste Zeitangabe gibt es nicht. In dieser Phase halten viele Unternehmen eine Agentur im Boot, damit das Marketing nicht stillsteht. Eine frühzeitige Planung des Übergangs macht diese Phase deutlich reibungsloser.
Welche Unternehmensgröße sollte unbedingt mit einer Agentur arbeiten?
Eine feste Schwelle gibt es nicht, aber eine Agentur ergibt meist für Unternehmen Sinn, die noch keinen dauerhaft tiefen Bedarf für eine festangestellte Fachkraft aufgebaut haben. Frühphasen Startups und Kleinstunternehmen fallen meist in diese Gruppe. Wird der Bedarf dauerhaft und planbar, lohnt sich eine erneute Prüfung des Wechsels zum eigenen Team.
Verlieren wir bei einer Agentur die gesamte Kontrolle?
Nein, Kontrollverlust lässt sich durch Vertragsbedingungen und Zugriffsverwaltung weitgehend verhindern. Die Kontoinhaberschaft bei sich zu behalten, die Berichtsfrequenz vorab festzulegen und das letzte Wort bei strategischen Entscheidungen zu behalten, hält die Kontrolle in Ihrer Hand. Das Risiko des Kontrollverlusts steigt vor allem, wenn diese Punkte im Vertrag nicht klar definiert sind.
  • Digital Marketing
  • Agenturauswahl
  • eigenes Team
  • Marketingstrategie
  • Wachstum
  • Hybridmodell
  • Marketingbudget
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Angebot für Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Wir melden uns am selben Tag und senden Umfang, Zeitplan und Preis innerhalb von 1 Werktag als schriftliches Angebot.