Hosting Begriffe erklärt: Was bedeuten DNS, cPanel, Inode und VPS?

Was bedeuten Hosting Begriffe, und wie lesen Sie dieses Glossar?
Hosting Begriffe sind die technischen Fachwörter rund um Server, Domain, DNS, Sicherheit und Datensicherung, die eine Website dauerhaft erreichbar machen. Dieses Glossar erklärt zunächst jeden Begriff kurz. Danach zeigt es, was er für Sie als Websitebetreiber konkret bedeutet und wo Sie eine ausführliche Anleitung finden.
Wir sind Talha Aslan und Team, ein Team für Webdesign und digitales Marketing, allerdings kein Hosting Anbieter. Deshalb stützen sich alle Definitionen auf offizielle Dokumentationen, RFC Standards und die Unterlagen der Panelhersteller. Unser Ziel: Sie sollen sich im Gespräch mit Ihrem Anbieter oder beim Tarifvergleich nicht in Hosting Begriffe verstricken.
Sie können das Glossar auf drei Arten nutzen:
- Schnell nachschlagen: Suchen Sie ein unbekanntes Wort aus einer Supportantwort und lesen Sie den ersten Absatz.
- Tarife vergleichen: Lesen Sie die Abschnitte zu Bandbreite, Inode, Kontingent und SLA und legen Sie dann die Limits der Angebote nebeneinander.
- Vertiefen: Folgen Sie dem Link im jeweiligen Abschnitt zur passenden Anleitung.
Die Begriffe folgen grob dem Alphabet. Zusammengehörige Themen wie DNS Einträge haben wir allerdings gebündelt. Möchten Sie zuerst die gesamte Hosting Entscheidung verstehen, lesen Sie unseren Ratgeber zur Webhosting Auswahl. Suchen Sie dagegen Begriffe aus SEO, Google Ads oder Meta Ads, finden Sie diese in unserem separaten Online Marketing Glossar.
Was ist ein A Record, und was ist ein AAAA Record?
Ein A Record ist der DNS Eintrag, der einen Domainnamen mit einer IPv4 Adresse verbindet. Ruft ein Browser example.com auf, fragt der Resolver den A Record ab und erhält etwa die Adresse 192.0.2.10. Der Eintragstyp stammt aus RFC 1035.
Ein AAAA Record erfüllt dieselbe Aufgabe für IPv6. Laut RFC 3596 enthält er eine 128 Bit lange IPv6 Adresse, zum Beispiel 2001:db8::10. Unterstützt Ihr Server IPv6, pflegen Sie am besten beide Einträge; so erreichen Besucher Ihre Seite aus jedem Netz.
Für Sie bedeutet das konkret: Wechseln Sie den Anbieter oder ändert sich die Server IP, passen Sie zuerst A und AAAA Record an. Ein veralteter AAAA Record kann zudem dazu führen, dass eine Website in manchen Mobilfunknetzen nicht lädt, obwohl sie über IPv4 funktioniert. Nutzen Sie IPv6 also nicht wirklich, entfernen Sie alte AAAA Einträge.
Ein naher Verwandter ist außerdem der CNAME Record. Er leitet einen Namen auf einen anderen Namen um, etwa www.example.com auf example.com. Ihre aktuellen Einträge prüfen Sie mit unserem DNS Abfrage Tool.
Was ist Bandbreite, und was heißt monatlicher Traffic?
Technisch gesehen ist Bandbreite die Datenmenge, die eine Verbindung pro Sekunde übertragen kann, also eine Geschwindigkeit. In Hosting Tarifen steht das Wort allerdings oft für das monatliche Transfervolumen, das heißt für alle Daten, die Ihre Website in einem Monat an Besucher sendet. Fragen Sie deshalb beim Anbieter nach, was gemeint ist.
Beispielrechnung: Wiegt Ihre durchschnittliche Seite 2 MB und haben Sie 50.000 Seitenaufrufe im Monat, liegt der grobe Traffic bei rund 100 GB. Caching und ein CDN senken diesen Wert, große Videodateien treiben ihn dagegen schnell nach oben. Das ist eine Schätzmethode und somit keine Garantie.
Auch die Angabe unbegrenzter Traffic verdient einen zweiten Blick. Viele Anbieter haben eine Fair Use Regel; daher zählt das Kleingedruckte mehr als der Tarifname. Die Rechnung und die Signale für ein Upgrade erklären wir in unserem Beitrag zur Bandbreite beim Webhosting.
Was ist ein CDN, und braucht jede Website eines?
Ein CDN (Content Delivery Network) ist ein Netz aus Edge Servern weltweit, die statische Dateien wie Bilder, CSS und JavaScript zwischenspeichern. Besucher laden diese Dateien dann vom nächstgelegenen Edge Server statt vom Ursprungsserver. Somit sinkt die Latenz, und Ihr Hauptserver trägt weniger Last.
Für Websitebetreiber bringt ein CDN drei Vorteile. Erstens laden Seiten für weit entfernte Besucher schneller. Zweitens bleibt der Ursprungsserver bei Lastspitzen ruhiger. Drittens bieten viele CDN Anbieter einen einfachen Angriffsfilter. Allerdings ist ein CDN nicht für jede Website Pflicht. Kommen fast alle Besucher aus demselben Land wie Ihr Server und ist der Traffic gleichmäßig, bleibt der Gewinn oft klein.
Für ein CDN ändern Sie meist die Nameserver oder einen CNAME Record; lesen Sie daher auch den DNS Abschnitt. Wirkt Ihre Website schon jetzt langsam, hilft Ihnen zunächst unser Beitrag warum ist meine Website langsam, den echten Engpass zu finden.
Was sind cPanel und WHM?
cPanel ist eines der verbreitetsten webbasierten Control Panels für Shared Hosting und VPS. Damit verwalten Sie Dateien, E-Mail Konten, MySQL Datenbanken, SSL, Cronjobs und Backups, ohne die Kommandozeile zu öffnen. Als Websitebetreiber melden Sie sich also genau hier an.
WHM (Web Host Manager) ist dagegen die Administratorseite derselben Software. Mit WHM legen Sie Konten an, definieren Pakete und ändern serverweite Einstellungen. Im Shared Hosting haben Sie deshalb keinen WHM Zugang. Diesen nutzen Sie nur mit einem Reseller Tarif oder einem eigenen VPS.
Der Unterschied beschleunigt zudem Supportanfragen. Fehlt zum Beispiel eine PHP Erweiterung, ist das häufig eine WHM Einstellung, und Ihr Anbieter muss sie aktivieren. Einen Rundgang durch die Menüs bietet unser cPanel Leitfaden für Einsteiger.
Was ist ein Cronjob?
Ein Cronjob ist eine geplante Aufgabe, die auf einem Linux Server einen Befehl oder ein Skript zu festgelegten Zeiten startet. Die Aufgaben tragen Sie in eine Crontab ein. Jede Zeile enthält dabei fünf Zeitfelder, nämlich Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat und Wochentag, gefolgt vom Befehl.
Typische Einsätze sind zum Beispiel: WordPress Aufgaben auf einen echten Cron umstellen, den Laravel Scheduler starten, nachts einen Datenbankexport anlegen oder den Cache leeren. In cPanel finden Sie das unter Cron Jobs; auf einem VPS bearbeiten Sie dagegen direkt die Crontab.
# Minute Stunde Tag Monat Wochentag Befehl
30 3 * * * /usr/bin/php /home/nutzer/public_html/aufgabe.php
Das Beispiel startet jede Nacht um 3:30 Uhr ein PHP Skript. Cron verlässt sich dabei auf die Systemzeit; geht die Uhr falsch, laufen Aufgaben zur falschen Zeit. Halten Sie die Serverzeit deshalb per NTP Zeitsynchronisation aktuell. Syntax und Fehlersuche erklärt unsere Anleitung zum Cronjob einrichten.
Was ist DNS, und wie findet eine Domain ihren Server?
DNS (Domain Name System) ist eine verteilte Datenbank, die lesbare Domainnamen in IP Adressen übersetzt. Tippt ein Besucher example.com ein, fragt der Browser zunächst einen Resolver. Dieser wendet sich dann an den autoritativen Nameserver und erhält den A, AAAA oder CNAME Record.
Jeder Eintrag hat außerdem einen TTL Wert (Time to Live). Die TTL legt fest, wie lange Resolver den Eintrag zwischenspeichern dürfen. Die sogenannte DNS Propagation ist also nichts anderes als das Ablaufen dieser Caches. Senken Sie die TTL vor einem Umzug, erscheint die Änderung somit schneller.
Die wichtigste Regel lautet daher: Wissen Sie, wo Ihre DNS Einträge liegen. Sie können beim Domainregistrar, im Hosting Panel oder bei einem CDN Anbieter liegen. Eine Änderung an der falschen Stelle bewirkt nämlich nichts. Welche Einträge aktiv sind, zeigt Ihnen die DNS Abfrage. Löst eine Domain gar nicht auf, gibt Ihnen unser Beitrag zum NXDOMAIN Fehler eine klare Prüfreihenfolge.
Was ist eine Domain, und wem gehört sie eigentlich?
Eine Domain ist die eindeutige Adresse, über die Besucher Ihre Website erreichen, etwa example.com. Sie registrieren sie bei einem Registrar für einen festen Zeitraum. Verlängern Sie nicht rechtzeitig, kann jemand anderes die Domain registrieren. Eine Domain ist also kein einmal gekauftes Eigentum, sondern eine Registrierung, die Sie fortlaufend verlängern.
Entscheidend ist daher, dass die Domain auf Ihr Unternehmen läuft und in einem Konto liegt, das Sie selbst kontrollieren. Liegt sie im Konto einer Agentur oder eines ehemaligen Mitarbeiters, entstehen bei einer Trennung echte Probleme. Inhaber und Ablaufdatum sehen Sie mit unserer Whois Abfrage.
Domain und Hosting sind zudem getrennte Leistungen. Sie können die Domain bei einer Firma und das Hosting bei einer anderen buchen; Nameserver oder DNS Einträge verbinden dann beides. Suchen Sie einen neuen Namen, hilft Ihnen unser Ratgeber Domain auswählen bei Endung und Markenwirkung.
Was sind FTP und SFTP, und welches sollten Sie nutzen?
FTP (File Transfer Protocol) ist ein altes Protokoll, um Dateien zwischen Ihrem Rechner und einem Server zu übertragen. Klassisches FTP sendet Benutzername, Passwort und Dateiinhalte unverschlüsselt. Daher kann jeder, der im selben Netz mitliest, diese Daten sehen.
SFTP ist dagegen ein eigenständiges Protokoll, das innerhalb einer SSH Verbindung läuft und den gesamten Verkehr verschlüsselt. Trotz des ähnlichen Namens ist SFTP also keine verschlüsselte Variante von FTP. Die Methode, die FTP mit TLS absichert, heißt FTPS. Unterstützt Ihr Anbieter beides, wählen Sie zuerst SFTP und dann FTPS.
Unser Rat ist deshalb einfach: Geben Sie einer Agentur oder einem Entwickler nie Ihr cPanel Hauptpasswort. Legen Sie stattdessen ein eigenes Konto mit Zugriff nur auf den nötigen Ordner an und löschen Sie es nach Projektende. Jeden Schritt zeigt unsere Anleitung cPanel FTP Konto erstellen.
Was ist eine Inode, und warum ist das Limit plötzlich voll?
Eine Inode ist die Datenstruktur, die Linux Dateisysteme für jede Datei und jeden Ordner anlegen. Sie speichert Angaben wie Besitzer, Rechte, Größe und den Ort der Daten auf der Festplatte. In der Praxis belegt also jede Datei und jeder Ordner eine Inode. Somit ist die Inode Anzahl ein zweites Limit, unabhängig vom Speicherplatz.
Im Shared Hosting setzen Anbieter häufig ein Inode Limit pro Konto. Auch die CloudLinux Dokumentation führt Inodes unter den Kontolimits auf. Ist das Limit erreicht, können Sie keine neuen Dateien anlegen, selbst wenn die Hälfte der Festplatte frei ist. Folglich stoppen E-Mail Empfang, Plugin Updates und Cache Schreibvorgänge.
Typische Inode Fresser sind Tausende kleiner Cache Dateien, alte Backups, volle Postfächer und Sitzungsdateien. Leeren Sie zunächst den Cache Ordner und verschieben Sie dann alte Backups vom Server. Kehrt das Problem zurück, suchen Sie die Quelle der Dateien, statt sofort einen größeren Tarif zu buchen.
Was ist eine IP Adresse, und ist eine geteilte IP ein Problem?
Eine IP Adresse ist die numerische Adresse, die jedes Gerät und jeden Server im Internet kennzeichnet. IPv4 Adressen sehen etwa so aus: 198.51.100.25. IPv6 Adressen sehen dagegen so aus: 2001:db8::25. Die A und AAAA Records Ihrer Domain zeigen auf diese Adressen.
Im Shared Hosting teilen sich oft Hunderte Websites dieselbe IP Adresse. Der Server erkennt die gewünschte Website am Domainnamen, den Ihr Browser mitsendet; bei HTTPS übernimmt das die Erweiterung SNI. Eine geteilte IP hindert Sie folglich nicht daran, ein SSL Zertifikat zu installieren.
Eine eigene IP lohnt sich vor allem, wenn Sie Ihre E-Mail Reputation selbst steuern wollen oder ein Zahlungsdienst eine IP Freigabeliste verlangt. Welche IP Ihr Server zeigt, prüfen Sie mit unserer IP Abfrage. Den Eintrag, der eine IP zurück auf einen Namen abbildet, nennt man PTR Record; mehr dazu im MX Abschnitt.
Was sind Speicherkontingent, LVE und CageFS?
Das Speicherkontingent ist der gesamte Speicherplatz, den Ihr Hosting Konto belegen darf. Auf Shared Servern ist der Speicher allerdings nicht das einzige Limit. Anbieter begrenzen zudem CPU, Arbeitsspeicher und gleichzeitige Prozesse pro Konto. Eine verbreitete Technik dafür ist LVE von CloudLinux.
LVE (Lightweight Virtual Environment) steckt jedes Hosting Konto auf Kernelebene in eine eigene Ressourcenbox. Laut der CloudLinux Dokumentation zu Limits sind das die wichtigsten Grenzen:
- SPEED: die CPU Leistung, die das Konto nutzen darf.
- PMEM: die Obergrenze für physischen Arbeitsspeicher.
- IO und IOPS: Datendurchsatz der Festplatte und Lese oder Schreibvorgänge pro Sekunde.
- EP: gleichzeitige Zugriffe auf den Webserver.
- NPROC: die Gesamtzahl der Prozesse im Konto.
CageFS sperrt außerdem jeden Nutzer in ein virtuelles Dateisystem. So sieht ein Konto weder andere Konten noch sensible Systemdateien. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Was ist CageFS. Beobachten Sie in cPanel also regelmäßig die Ressourcenanzeige, um zu sehen, wie oft Sie an diese Grenzen stoßen.
Was ist ein MX Record, und warum geht E-Mail verloren?
Ein MX Record ist der DNS Eintrag, der festlegt, welcher Mailserver die E-Mail für eine Domain annimmt. Jeder MX Record hat einen Prioritätswert; laut RFC 1035 haben niedrigere Werte Vorrang. Mehrere MX Records schaffen somit einen Ausweichweg, falls der Hauptserver ausfällt.
Konkret heißt das: Haben Sie Ihre Firmen E-Mail zu Google Workspace oder Microsoft 365 verlegt, müssen die MX Records auf diesen Dienst zeigen. Kopieren Sie beim Umzug die alte Zone samt veraltetem MX Record, landet neue Post weiter auf dem alten Server. Zudem bemerkt das oft tagelang niemand.
Die Zustellbarkeit hängt allerdings nicht nur am MX. Die IP des sendenden Servers braucht außerdem einen passenden PTR Eintrag für Reverse DNS. Wie Nachrichten zwischen Mailservern wandern, erklärt unser Beitrag zum Mail Transfer Agent (MTA).
Was ist ein Nameserver, und wann sollten Sie ihn wechseln?
Ein Nameserver ist der Server, der autoritativ die DNS Einträge einer Domain beantwortet. Die Nameserver, die Sie beim Registrar hinterlegen, sagen dem Internet, wo es nach Ihrer Domain fragen soll. Die NS Records im DNS zeigen dann diese Delegation.
Ein Nameserverwechsel verlegt daher nicht einen einzelnen Eintrag, sondern die Verwaltung der gesamten DNS Zone. A, MX, TXT und alle übrigen Einträge kommen ab dann aus der Zone beim neuen Nameserver. Wechseln Sie, bevor Sie alle Einträge kopiert haben, können E-Mail, Verifizierungseinträge oder Subdomains ausfallen.
Wann also Nameserver wechseln und wann nur den A Record? Betreibt Ihr Hoster auch das DNS und ziehen Sie alle Dienste dorthin, ist der Nameserverwechsel praktisch. Liegt Ihre E-Mail dagegen bei einem anderen Dienst, ist es sicherer, nur A und AAAA Record anzupassen. Die Prüfungen vor dem Umzug finden Sie in unserer Checkliste zum Hosting Wechsel.
Was ist die PHP Version, und warum sollten Sie sie aktuell halten?
Die PHP Version ist der Versionszweig des Interpreters, mit dem Ihr Server den PHP Code Ihrer Website ausführt. WordPress, WooCommerce und Laravel laufen alle mit PHP. Daher bestimmt die gewählte Version sowohl Kompatibilität als auch Sicherheit.
Das PHP Projekt veröffentlicht den Lebenszyklus jedes Zweigs auf seiner Seite zu unterstützten Versionen. Demnach erhält jeder Zweig nach dem Release zwei Jahre aktiven Support und danach zwei Jahre nur noch Sicherheitskorrekturen. Anschließend endet der Support ganz; neue Lücken in diesem Zweig bleiben dann offen.
In der Praxis testen Sie zuerst: Stellen Sie eine Staging Kopie auf die neue Version um, prüfen Sie Warnungen von Plugins und Theme und aktualisieren Sie dann die Live Website. In cPanel erledigen Sie das mit MultiPHP Manager oder PHP Selector; die Schritte zeigt unser Beitrag PHP Version in cPanel ändern.
Was ist SSL/TLS, und wie hängt es mit HTTPS zusammen?
SSL/TLS ist das Sicherheitsprotokoll, das den Verkehr zwischen Browser und Server verschlüsselt und die Identität des Servers bestätigt. SSL ist der Name des älteren Protokolls. Heute läuft TLS, trotzdem spricht der Markt weiter von SSL Zertifikaten. Die aktuelle TLS Version beschreibt RFC 8446.
HTTPS ist schlicht HTTP über TLS. Ein Zertifikat ist also die Voraussetzung dafür, dass Ihre Website per HTTPS lädt. Läuft das Zertifikat ab, zeigen Browser eine Sicherheitswarnung; das schadet Vertrauen und Umsatz direkt.
Für die meisten Betreiber genügen deshalb zwei Prüfungen. Erstens: Erneuert sich das Zertifikat automatisch? Zweitens: Leiten alle Adressen dauerhaft von HTTP auf HTTPS um? Den Zertifikatsstatus sehen Sie mit unserem SSL Check. Zertifikatstypen erklären wir ausführlich im Beitrag Was ist ein SSL Zertifikat.
Was bedeuten SLA und Uptime, und wie viel Prozent genügen?
Uptime ist der Anteil der Zeit, in der ein Dienst in einem bestimmten Zeitraum erreichbar bleibt. Ein SLA (Service Level Agreement) ist dagegen die schriftliche Zusage des Anbieters zu diesem Anteil, samt Ausgleich bei Verfehlung. Kurz gesagt: Uptime ist eine Messung, das SLA ein Vertrag.
Beispielrechnung: In einem Monat mit 30 Tagen erlaubt eine Uptime von 99,9 Prozent etwa 43 Minuten Ausfall. Bei 99,99 Prozent sind es dagegen nur rund 4 Minuten. Das ist reine Mathematik; die echte Ausfallzeit hängt vom Anbieter und der Infrastruktur ab.
Prüfen Sie im SLA daher drei Details. Zählen geplante Wartungen mit? Wer misst? Und worin besteht der Ausgleich? In den meisten Verträgen ist das eine Gutschrift auf die nächste Rechnung, kein Ersatz für entgangenen Umsatz. Deshalb sollte ein wichtiger Onlineshop ein eigenes, unabhängiges Monitoring betreiben und Ausfälle selbst protokollieren.
Was ist SSH, und brauchen Websitebetreiber SSH?
SSH (Secure Shell) ist das Protokoll für einen verschlüsselten Kommandozeilenzugang zum Server. Verwalten Sie einen VPS oder Dedicated Server, erledigen Sie das meiste per SSH, also zum Beispiel Pakete installieren, Dienste neu starten, Logs lesen und Dateien verschieben.
Im Shared Hosting ist SSH oft deaktiviert, und Anbieter schalten es nur auf Anfrage frei. Betreiben Sie eine WordPress Website über ein Panel, brauchen Sie SSH vielleicht nie. Bei einem Deployment mit Laravel, Node.js oder Git geht dagegen mit SSH vieles deutlich schneller.
Sobald Sie SSH aktivieren, wächst allerdings auch Ihre Verantwortung für die Sicherheit. Stellen Sie von Passwörtern auf Schlüssel um, deaktivieren Sie den direkten Root Login und richten Sie einen Schutz gegen Brute Force Versuche ein. Diese Härtung zeigen wir mit Befehlen in unserer Anleitung Swap Datei erstellen und SSH absichern.
Was sind VPS, VDS und Cloud Server?
Ein VPS (Virtual Private Server) ist ein virtueller Server, den eine Virtualisierungssoftware aus einer physischen Maschine herauslöst. Er hat ein eigenes Betriebssystem und Root Zugriff. Im Vergleich zu Shared Hosting erhalten Sie also mehr Kontrolle; Wartung, Updates und Sicherheit liegen dann allerdings größtenteils bei Ihnen.
Im deutschsprachigen Markt heißen solche Angebote oft auch vServer oder virtueller Root Server. VDS (Virtual Dedicated Server) bezeichnet bei manchen Anbietern einen virtuellen Server, dessen CPU und Arbeitsspeicher Sie mit niemandem teilen. Die Definition schwankt jedoch von Firma zu Firma; prüfen Sie daher die Ressourcengarantie im Vertrag, nicht den Tarifnamen.
Ein Cloud Server bezieht Ressourcen dagegen aus einem Serverpool. Sie skalieren ihn meist binnen Minuten und zahlen oft nach Verbrauch. Alle drei vergleichen wir nach Kosten und Einsatz im Beitrag VPS oder Cloud Server. Für eine komplette physische Maschine lesen Sie Was ist ein Dedicated Server.
Was ist ein Backup, und kann RAID es ersetzen?
Ein Backup ist eine Kopie der Dateien und der Datenbank Ihrer Website, die unabhängig vom Live System liegt. Ein gutes Backup bringt Ihre Website auf einen bestimmten Stand zurück, selbst wenn der ganze Server verschwindet.
RAID ist dagegen eine Festplattenkonfiguration, die mehrere Laufwerke als eine logische Einheit nutzt. Manche RAID Level halten das System am Laufen, wenn eine Platte ausfällt. RAID ist allerdings kein Backup. Eine versehentlich gelöschte Datei oder von Ransomware verschlüsselte Daten ändern sich nämlich auf allen Platten gleichzeitig. Die Level erklären wir im Beitrag Was ist RAID.
Prüfen Sie Ihr Backup deshalb mit diesen Fragen:
- Liegt das Backup an einem anderen Ort als der Server Ihrer Website?
- Umfasst es Dateien und Datenbank?
- Wann haben Sie zuletzt eine Wiederherstellung getestet?
- Wie viele Tage können Sie zurückgehen?
Einen vollständigen Plan finden Sie außerdem in unserer Website Backup Strategie.
Hosting Begriffe im Vergleich: Shared, VPS, VDS, Cloud oder Dedicated?
Die bisherigen Hosting Begriffe kommen vor allem beim Vergleich der Hosting Arten zusammen. Die folgende Tabelle fasst Kontrolle, Verantwortung und typische Einsätze kurz zusammen. Preise oder Leistungswerte nennen wir bewusst nicht, denn diese schwanken stark je nach Anbieter und Tarif.
| Art | Ressourcenteilung | Root Zugriff | Wartung durch | Passt für |
|---|---|---|---|---|
| Shared Hosting | Viele Konten auf einem Server, begrenzt durch Limits wie LVE | Nein | Anbieter | Firmenwebsite, kleiner Blog |
| VPS | Virtuelle Maschine; Ressourcen je nach Tarif geteilt | Ja | Meist Sie (außer Managed) | Eigene Software, wachsender Onlineshop |
| VDS | Virtuelle Maschine mit reservierten Ressourcen (Definition variiert) | Ja | Meist Sie | Projekte mit gleichmäßigem Leistungsbedarf |
| Cloud Server | Flexible Ressourcen aus einem Pool | Ja | Sie oder ein Managed Service | Schwankender Traffic, schnelles Skalieren |
| Dedicated Server | Die gesamte physische Maschine gehört Ihnen | Ja | Sie oder ein Managed Service | Hoher Traffic, spezielle Hardware |
Überspringen Sie die Spalte zur Wartung nicht. Jedes Szenario mit Root Zugriff überträgt Ihnen zugleich Updates, Firewallregeln und Backups. Von allen Punkten rund um Hosting Begriffe übersehen die meisten genau diesen.
Müssen Sie alles selbst betreiben, wenn Sie Hosting Begriffe kennen?
Nein. Wer Hosting Begriffe versteht, stellt die richtigen Fragen; einen Server zu betreiben ist allerdings eine eigene Fachdisziplin und kostet Zeit. Ehrlich gesagt ist es für die meisten Firmenwebsites und kleinen Onlineshops am effizientesten, die Technik einem guten Anbieter zu überlassen.
Diese Aufgaben gehören daher meist zu Ihrem Hosting Anbieter:
- Updates von Betriebssystem und Kernel sowie Einstellungen zu CloudLinux und Panellizenz.
- Serverweite Firewall und Angriffsfilter.
- Hardwaredefekte, Plattentausch und RAID Wiederaufbau.
- PHP Erweiterungen auf Serverebene und die Konfiguration des Webservers.
- Arbeit an der IP Reputation, etwa einen Mailserver von einer Sperrliste holen.
Ihr Teil ist es, Domaininhaberschaft, den Ort der DNS Einträge, laufende Backups und den Supportstatus der PHP Version im Blick zu behalten. Technik können Sie also abgeben, Kontrolle und Entscheidungen sollten aber bei Ihnen bleiben. Entscheiden Sie sich dennoch für einen eigenen VPS, gehen Sie nie ohne Backup und Monitoring live.
Was sollten Sie nach diesem Glossar als Nächstes tun?
Nach dem Lesen empfehlen wir, dass Sie anhand dieser Hosting Begriffe eine kurze Bestandsaufnahme Ihrer eigenen Umgebung machen. So wissen Sie im Ernstfall schon vorher, wen Sie anrufen und was Sie wo ändern.
- Auf wen läuft die Domain, und wann läuft sie ab?
- In welchem Panel verwalten Sie Ihr DNS, und zeigen die MX Records auf den richtigen Dienst?
- Welche Limits für Speicher, Inodes und LVE haben Sie, und wie oft erreichen Sie diese?
- Erneuert sich das SSL Zertifikat automatisch, und erhält Ihre PHP Version noch Support?
- Liegen Backups außerhalb des Servers, und wann haben Sie zuletzt eine Wiederherstellung probiert?
Können Sie eine dieser Fragen nicht beantworten, lesen Sie zunächst den passenden Abschnitt noch einmal. Planen Sie eine neue Website oder einen Umzug, begleiten wir Sie im Rahmen unseres Webdesign Service bei Hostingwahl, DNS Einrichtung und Livegang. So passen Infrastrukturentscheidungen zu Ihren Zielen in Design und SEO. Zudem sprechen dann alle Beteiligten dieselbe Sprache, wenn Hosting Begriffe im Projekt auftauchen.



