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Webhosting auswählen: Worauf es bei der Wahl des Servers ankommt

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 1 Aufrufe

Webhosting ist eine dieser Entscheidungen, die Geschwindigkeit, Sicherheit und Sichtbarkeit einer Website still im Hintergrund prägen. Seit 2012 baue und migriere ich Websites für Kunden, und ich sehe immer wieder denselben Fehler. Unternehmen vergleichen den Monatspreis und das Wort "unbegrenzt". Ressourcengrenzen, Backups und Supportqualität prüfen sie dagegen kaum. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die Kriterien, die ich tatsächlich prüfe. Ich empfehle keinen Anbieter. Stattdessen bekommen Sie einen Rahmen, mit dem Sie jedes Angebot selbst bewerten können.

Wie wählen Sie das passende Webhosting für Ihre Website aus?

Webhosting auswählen heißt, Servertyp, Standort und Vertragsbedingungen passend zu Traffic, Software, Sicherheit und Budget Ihrer Website festzulegen. Zunächst ermitteln Sie Ihren Bedarf. Danach vergleichen Sie Shared Hosting, VPS, Cloud und Managed Hosting nach Ressourcen, Backups, Support und SLA. Der Preis kommt zuletzt.

In der Praxis reduziere ich die Entscheidung auf vier Fragen. Wie viele Besucher haben Sie pro Monat, und wie viele sind in der stärksten Stunde gleichzeitig auf der Seite? Welche Software nutzen Sie: eine einfache Firmenwebsite, WordPress oder einen kompletten Onlineshop? Wer kümmert sich um den Server? Und was kostet Sie eine Stunde Ausfall?

Sobald diese Antworten feststehen, schrumpft die Auswahl fast von selbst. Zum Beispiel braucht eine kleine Firmenseite mit einigen tausend Besuchen im Monat keinen Cloud Cluster. Andererseits kann ein gut besuchter Shop in einem billigen Shared Tarif genau dann ausfallen, wenn der Umsatz am höchsten ist.

Was unterscheidet Shared Hosting, VPS, Cloud und Managed Hosting?

Beim Webhosting liegt der Kernunterschied darin, mit wem Sie Ressourcen teilen und wer den Server betreibt. Die folgende Tabelle ist der einfache Vergleich, den ich Kunden im ersten Gespräch zeige. Leistungszahlen nenne ich bewusst nicht, denn dasselbe Modell verhält sich bei jedem Anbieter anders.

KriteriumSharedVPSCloudManaged
RessourcenMit anderen Seiten geteiltEigener virtueller AnteilWächst mit dem BedarfVPS oder Cloud darunter
SerververwaltungAnbieterSie selbstSie oder Ihr TeamAnbieter
Nötiges WissenGeringMittel bis hochHochGering
KostenAm niedrigstenMittelNach NutzungMittel bis hoch
Passt zuKleinen FirmenseitenWachsenden Seiten, eigener SoftwareSchwankendem Traffic, komplexen SystemenUnternehmen ohne eigene IT

Kurz gesagt ist Shared Hosting der einfachste Einstieg, allerdings bremsen laute Nachbarn manchmal mit. Ein VPS gibt Ihnen Freiheit. Zugleich übernehmen Sie Updates und Sicherheit. Die Cloud bietet Flexibilität, trotzdem muss jemand Architektur und Rechnung im Blick behalten. Managed Hosting ist schlicht der Preis dafür, diese Last an den Anbieter abzugeben.

Für wen reicht Shared Webhosting aus?

Beim Shared Webhosting liegt Ihre Website mit vielen anderen Konten auf einem Server. Für Firmenseiten mit wenig Traffic, persönliche Blogs und neue Projekte reicht das oft aus. Verwaltungsoberfläche, E-Mail und Zertifikat sind meist dabei. Deshalb brauchen Sie kaum technisches Wissen.

Der Haken: Sie wissen selten, wie viel Leistung Ihnen wirklich zusteht. "Unbegrenzter Speicher" und "unbegrenzter Traffic" sind Werbesprache. Die echten Grenzen stehen im Abschnitt zur fairen Nutzung: CPU Zeit, gleichzeitige Prozesse und Dateianzahl (Inodes). Stößt Ihre Seite an diese Grenzen, sehen Besucher Fehlermeldungen. Im Kundenbereich steht dann trotzdem weiter "unbegrenzt".

Stellen Sie also vor dem Kauf diese drei Fragen schriftlich:

  • Welche CPU und RAM Grenzen gelten pro Konto, und was passiert bei Überschreitung?
  • Wie hoch sind die Grenzen für Prozesse und Inodes?
  • Wie viele Konten teilen sich ungefähr einen Server?

Ein Anbieter, der diesen Fragen ausweicht, wird auch später nicht offener. Ein Anbieter mit klaren Antworten zeigt Ihnen dagegen wenigstens, wo die Decke liegt.

Dazu kommt der Nachbareffekt. Wird eine andere Seite auf derselben Maschine angegriffen oder plötzlich stark besucht, verlangsamt sich auch Ihre Seite. Außerdem kann eine geteilte IP Adresse gelegentlich die Zustellung von Mails stören. Für eine kleine Firmenseite sind diese Risiken meist tragbar. Sobald die Seite echten Umsatz bringt, sollten Sie die Wahl allerdings neu prüfen.

Ab wann lohnt sich ein VPS?

Beim Webhosting auf einem VPS teilt man eine physische Maschine in virtuelle Server auf, und einer davon gehört Ihnen. Sie bekommen einen festen Anteil an CPU Kernen, RAM und Speicher. Zudem erhalten Sie vollen Zugriff auf das Betriebssystem. Somit können Sie eigene Software installieren und PHP Version sowie Caching selbst einstellen.

Nach meiner Erfahrung sehen die Signale für einen Wechsel so aus. Sie erhalten im Shared Tarif Warnungen zu Ressourcen. Der Adminbereich wird zu Stoßzeiten langsam. Oder ein Dienst, etwa Node.js oder ein Warteschlangensystem, passt schlicht nicht in den Tarif. Treten diese Signale gemeinsam auf, nehme ich den Wechsel ernst.

Allerdings gilt: Ist der VPS "unmanaged", liegen Updates, Firewall, Backups und Monitoring komplett bei Ihnen. Ein Unternehmen ohne IT, das einen unverwalteten VPS kauft und nie aktualisiert, ist eine der häufigsten Sicherheitslücken, die ich in der Praxis sehe. Also wählen Sie einen VPS erst, wenn feststeht, wer ihn betreut.

Ist Cloud Hosting für jede Website die richtige Wahl?

Nein, Cloud Hosting ist nicht für jede Website die richtige Wahl. Cloud Plattformen erlauben es, Ressourcen flexibel hoch und runter zu skalieren. Außerdem lassen sich Datenbank, Dateispeicher und Cache in getrennte Dienste aufteilen. Diese Flexibilität zahlt sich bei stark schwankendem Traffic und komplexer Architektur aus.

Andererseits richtet sich die Rechnung nach der Nutzung. Ausgehender Traffic, Speicher, Snapshots und Load Balancer erscheinen jeweils als eigene Position. Daher können Cloud Konten ohne Budgetkontrolle am Monatsende böse Überraschungen bringen. In Cloud Projekten richte ich deshalb am ersten Tag einen Budgetalarm ein, ohne Ausnahme.

Für das Webhosting einer einfachen Firmenseite oder eines kleinen Blogs ist eine Cloud Architektur oft unnötig kompliziert. Wählen Sie die Cloud also wegen eines konkreten Skalierungsbedarfs, nicht weil sie modern klingt. Onlineshops mit starken saisonalen Spitzen und SaaS Produkte sind die typischen Fälle, in denen dieser Bedarf echt ist.

Ist Managed Hosting den Aufpreis wert?

Beim Managed Webhosting übernimmt der Anbieter Einrichtung, Updates, Sicherheitspatches, Backups und oft auch die Leistungsoptimierung. Sie kümmern sich also nur um die Website selbst. Manche Anbieter haben Tarife, die speziell auf eine Plattform wie WordPress abgestimmt sind.

Ob sich das lohnt, prüfe ich mit einem einfachen Vergleich. Was kostet dieselbe Arbeit intern? Zählen Sie einige Arbeitsstunden pro Monat für die Serverpflege, das Honorar eines externen Administrators und die möglichen Kosten eines Sicherheitsvorfalls zusammen. So betrachtet wirkt der Aufpreis für Managed Hosting oft vernünftig.

Trotzdem bedeutet "managed" bei jedem Anbieter etwas anderes. Suchen Sie daher klare Antworten im Vertrag. Aktualisiert der Anbieter auch Plugins und Themes oder nur die Serverebene? Ist die Bereinigung nach einem Hack enthalten? Und schaut er bei Leistungsproblemen auch in die Anwendung oder nur auf die Hardware?

Wie beeinflusst der Serverstandort Ladezeit und SEO?

Zunächst wirkt sich die physische Entfernung zwischen Server und Besucher auf jeden einzelnen Datenaustausch aus. Sitzt Ihre Zielgruppe in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, liefert ein Server in der DACH Region das erste Byte in der Regel schneller als ein Rechenzentrum auf einem anderen Kontinent.

Googles Leitfaden auf web.dev nennt eine Time to First Byte von 0,8 Sekunden oder weniger als gutes Ziel. Die TTFB ist allein kein Rankingfaktor. Allerdings baut sie die Grundlage für Core Web Vitals wie LCP. Ein langsames Webhosting begrenzt somit den Nutzen jeder späteren Optimierung. Den Zusammenhang zwischen Tempo und Rankings erkläre ich ausführlicher im Beitrag wie die Ladezeit SEO beeinflusst.

Für eine Seite mit Besuchern aus vielen Ländern reicht ein einziger Standort manchmal nicht. Dann kann ein Content Delivery Network (CDN) statische Dateien nah am Besucher ausliefern. Allerdings repariert ein CDN weder eine langsame Datenbank noch eine schlechte Abfrage. Es löst nur das Problem der Entfernung.

Warum ist der Datenstandort für die DSGVO wichtig?

Sammelt Ihre Website personenbezogene Daten über Formulare, Kundenkonten oder Bestellungen, ist der Speicherort auch eine rechtliche Frage. Die DSGVO regelt, unter welchen Bedingungen Sie personenbezogene Daten in Länder außerhalb von EU und EWR übermitteln dürfen. Die Datenschutzseiten der Europäischen Kommission erklären den Rahmen und die aktuellen Übermittlungsinstrumente.

Ich bin kein Jurist, und die letzte Entscheidung gehört zu Ihrer Rechtsberatung. Dennoch empfehle ich, jedem Anbieter ein paar einfache Fragen zu stellen. In welchem Land und in welchem Rechenzentrum liegen meine Daten? Kopiert der Anbieter Backups in ein anderes Land? Setzt er Unterauftragnehmer ein, und wo sitzen diese?

Die Antworten fließen direkt in Ihre Datenschutzerklärung und in den Vertrag zur Auftragsverarbeitung ein. Deshalb ist es viel günstiger, wenn Technik und Recht die Entscheidung gemeinsam treffen, statt nach dem Start nachzubessern.

Wie schätzen Sie den Bedarf an CPU, RAM und Speicher?

Eine exakte Formel für das Webhosting gibt es nicht. Trotzdem können Sie aus vorhandenen Daten eine realistische Schätzung ableiten. Zunächst suchen Sie in Ihrer Webanalyse die Zahl gleichzeitiger Nutzer in der stärksten Stunde. Diese Spitze zählt mehr als die monatliche Gesamtzahl, denn Server geraten in Spitzen unter Druck, nicht im Durchschnitt.

Dann betrachten Sie, wie viel Arbeit jede Seite dem Server abverlangt. Eine gecachte statische Seite kostet kaum CPU. Warenkorb, Suche und Filter fragen dagegen bei jedem Aufruf die Datenbank ab. Folglich braucht ein Onlineshop bei gleicher Besucherzahl deutlich mehr Leistung als eine reine Firmenseite.

  • Speichertyp: Nehmen Sie kein Angebot ohne NVMe oder SSD ernst.
  • RAM: Lassen Sie genug Platz für Datenbank und Cache.
  • CPU: Fragen Sie nach der Zahl der Kerne und ob diese geteilt sind.
  • Traffic: Prüfen Sie das monatliche Volumen und die Gebühr bei Überschreitung.

Planen Sie schließlich Reserven ein. Mein Ausgangspunkt, basierend auf Praxiserfahrung und ohne Garantie, ist ein Tarif, der unter Spitzenlast etwa die Hälfte seiner Ressourcen nutzt. So bleibt Luft, wenn der Traffic plötzlich steigt.

Wie prüfen Sie die Backup Regeln beim Webhosting?

Backups sind der am meisten vernachlässigte Teil jeder Entscheidung für ein Webhosting. "Tägliche Backups inklusive" sagt allein wenig aus. Die eigentlichen Fragen lauten: Wo liegen die Kopien, wie weit reichen sie zurück, und wie lange dauert eine Wiederherstellung?

Ein Backup auf demselben Server kann zusammen mit ihm verschwinden, etwa bei einem Plattendefekt oder einem kompromittierten Konto. Fragen Sie daher, ob der Anbieter Backups auf ein getrenntes System kopiert, idealerweise an einem anderen Standort. Zudem sollten Sie eine eigene, regelmäßige Sicherung haben, die vom Anbieter völlig unabhängig ist.

  1. Wie oft laufen Backups: täglich oder stündlich?
  2. Wie viele Tage Verlauf bewahrt der Anbieter auf?
  3. Liegen die Backups auf demselben Server oder auf einem getrennten System?
  4. Wer stellt wieder her, wie lange dauert das, und kostet es extra?
  5. Können Sie eine einzelne Datei oder nur die Datenbank zurückholen?

In der Praxis vertraue ich einem Backup erst, wenn ich es zurückgespielt und das Ergebnis geprüft habe. Spielen Sie mindestens einmal im Jahr eine vollständige Kopie in eine Testumgebung ein. Dann ist die Krise nie Ihr erster Versuch.

Worauf achten Sie bei Verfügbarkeitsgarantie und SLA?

Ein SLA ist das schriftliche Versprechen des Anbieters zu Verfügbarkeit und Support. Angebote nennen oft einen Wert wie 99,9 Prozent. Was dieser Wert praktisch bedeutet, müssen Sie selbst ausrechnen.

Beispielrechnung: Ein Monat mit 30 Tagen hat 43.200 Minuten. Bei 99,9 Prozent Verfügbarkeit darf der Server rund 43 Minuten pro Monat ausfallen. Bei 99 Prozent sind es bereits etwa 7 Stunden und 12 Minuten. Als Prozentzahl wirkt der Abstand klein. Für einen Onlineshop sind ein paar Stunden Ausfall an einem Wochenendabend jedoch ein echter Verlust.

Genauso wichtig ist, was bei einem Verstoß passiert. Die meisten SLAs erstatten dann nur einen Teil der Monatsgebühr als Gutschrift. Das heißt, Sie bekommen einen Bruchteil der Hostinggebühr zurück, nicht den entgangenen Umsatz. Prüfen Sie außerdem, ob geplante Wartungen als Ausfall zählen und bis wann Sie eine Gutschrift beantragen müssen.

Wie testen Sie die Supportqualität vor dem Kauf?

Am besten beurteilen Sie den Support, indem Sie vor dem Kauf eine echte technische Frage stellen. Schreiben Sie an den technischen Support, nicht an den Vertrieb. Dann notieren Sie, wie lange die Antwort dauert und ob man Ihre Frage wirklich verstanden hat.

Zum Beispiel eignen sich solche Fragen gut. Kann ich die PHP Version pro Website wechseln? Habe ich Zugriff auf die Fehlerprotokolle des Servers? Wen erreiche ich über welchen Kanal, wenn die Seite um Mitternacht ausfällt? Ein Team, das mit Textbausteinen oder einem unpassenden Link antwortet, verhält sich in einer Krise genauso.

Fragen Sie zudem nach Sprachen und Servicezeiten. Sitzt der Anbieter in einer anderen Zeitzone, überlegen Sie, ob jemand in Ihrem Team nachts technische Mails auf Englisch schreiben kann. Den Support spüren Sie beim Webhosting also viel öfter als die Hardware. Deshalb gebe ich dem Supporttest beim Vergleich von Angeboten eine eigene Bewertung.

Welche Sicherheitsfunktionen sind unverzichtbar?

Ein TLS Zertifikat ist heute Grundausstattung, und die meisten Anbieter erneuern kostenlose Zertifikate automatisch. Sicherheit umfasst allerdings viel mehr. Sie sollten wissen, welchen Schutz der Anbieter auf Serverebene liefert und was bei Ihnen bleibt.

  • Eine Web Application Firewall (WAF) oder zumindest eine einfache Filterung von Angriffen.
  • Trennung der Konten: Erreicht ein Angreifer auf einem Shared Server auch Ihre Seite, wenn er die Nachbarseite übernimmt?
  • Scans nach Schadsoftware und Hilfe bei der Bereinigung.
  • Zwei Faktor Anmeldung für den Kundenbereich.
  • Aktuelle Versionen von PHP und Datenbank sowie ein klarer Plan für das Abschalten alter Versionen.

Dennoch schützt selbst der stärkste Server kein veraltetes Plugin. Die meisten Hacks, die ich bearbeitet habe, kamen über die Anwendung, nicht über den Server. Betrachten Sie Sicherheit also als geteilte Verantwortung zwischen Ihnen und dem Anbieter.

Wie wirken sich Serverfehler auf das Crawling durch Google aus?

Liefert ein Server häufig Fehler, leidet nicht nur der Besucher, sondern auch der Googlebot. Laut Googles Dokumentation zu HTTP und Netzwerkfehlern verlangsamt der Googlebot sein Crawling bei 5xx Fehlern und 429 Antworten. Halten die Fehler länger an, können bereits indexierte URLs aus dem Index fallen.

Deshalb sollte Ihre Seite bei geplanter Wartung den Statuscode 503 liefern, nicht eine Wartungsseite mit Code 200. Dann erkennt Google, dass der Ausfall nur vorübergehend ist. Die übrigen technischen Grundlagen habe ich im Beitrag Was ist technisches SEO zusammengefasst.

Konkret empfehle ich, den Bericht zu den Crawling Statistiken in der Search Console einmal im Monat anzusehen. Ein plötzlicher Anstieg der Antwortzeit oder der Fehlerquote ist meist das erste Zeichen eines Engpasses beim Hosting. Für die Messung der gesamten Seitenleistung ist ein Test mit Google Lighthouse ebenfalls ein guter Startpunkt.

Sollten Domain, DNS und E-Mail beim selben Anbieter liegen?

Alles bei einem Anbieter zu bündeln wirkt zunächst bequem. Allerdings entsteht so ein einzelner Schwachpunkt. Wird Ihr Konto beim Webhosting gesperrt oder geraten Sie in einen Streit mit dem Anbieter, stehen Domain und E-Mail im selben Konto ebenfalls still.

Deshalb rate ich Kunden, die Domain bei einem separaten, seriösen Registrar und auf den Namen des eigenen Unternehmens zu registrieren. Die E-Mail läuft idealerweise bei einem eigenen Dienst für geschäftliche E-Mail. Dann legt ein Serverumzug nie Ihr Postfach lahm. Ihre aktuellen Einträge sehen Sie in Sekunden mit der DNS Abfrage.

Prüfen Sie außerdem die Unterstützung für IPv6. Manche Mobilfunknetze arbeiten mit IPv6, und mit dem IPv6 Test sehen Sie, ob Ihre Seite darüber sauber lädt. Das wirkt wie ein kleines Detail. Für manche Nutzer zeigt es sich jedoch als langsame Seite oder gar kein Zugriff.

Warum ist Webhosting für einen Onlineshop anders?

Zunächst verlangt ein Onlineshop dem Webhosting bei jedem Besuch mehr ab als eine reine Firmenseite. Warenkorb, Lagerprüfung, Suche, Filter und Kasse kommen nicht aus dem Cache. Jeder Aufruf geht an die Datenbank. Folglich braucht ein Shop bei gleicher Besucherzahl eine spürbar stärkere Umgebung.

Zudem lässt sich ein Ausfall im Shop direkt in Geld messen. Eine halbe Stunde Stillstand in einer Aktionsnacht kostet jede Bestellung aus diesem Zeitfenster. Schlimmer noch: Das Werbebudget läuft weiter, die Klicks verpuffen also. Daher bitte ich Shopbetreiber, vor jeder großen Aktion die Kapazität mit dem Anbieter durchzugehen.

  • Melden Sie dem Anbieter den erwarteten Anstieg des Traffics vorab schriftlich.
  • Halten Sie Kasse und Warenkorb aus dem Seitencache heraus, alles andere darf hinein.
  • Komprimieren Sie Produktbilder und liefern Sie diese nach Möglichkeit über ein CDN aus.
  • Erstellen Sie direkt vor dem Start der Aktion ein separates Backup der Datenbank.

Die übrigen Bausteine eines Shops behandle ich in der E-Commerce Beratung. Der Server ist nur ein Teil dieses Bildes.

Worauf sollten Sie beim Hosting für WordPress achten?

WordPress steckt hinter einem großen Teil der Firmenseiten, mit denen ich arbeite. Die Kernsoftware ist allerdings schlank. Die Last entsteht vor allem durch Plugins, Themes und Datenbankabfragen. Daher zählen bei der Wahl eines Anbieters vor allem PHP Version, Objektcache und Datenbankleistung.

Prüfen Sie zum Beispiel, ob der Anbieter eine aktuelle, unterstützte PHP Version bietet und ob Sie diese pro Website umstellen können. Ein Objektcache wie Redis oder Memcached senkt außerdem die Last auf der Datenbank bei stark besuchten Seiten. Installation per Klick und automatische Updates sind angenehm, aber nicht entscheidend.

Behalten Sie dabei eines im Kopf. Eine langsame WordPress Seite ist oft wegen überladener Plugins und schwerer Bilder langsam, nicht wegen des Servers. Messen Sie also zuerst die Seite selbst, bevor Sie den Anbieter wechseln. Manchmal bringt ein gut eingestelltes Caching Plugin mehr als ein teurerer Tarif.

Welche Fehler passieren bei der Wahl des Webhosting am häufigsten?

Hier sind die Fehler, die ich immer wieder sehe. Die meisten entstehen nicht aus fehlendem Fachwissen. Sie entstehen, weil im Moment des Kaufs die falsche Frage im Vordergrund steht.

  • Nur auf den rabattierten Preis im ersten Jahr schauen und nie nach der Verlängerung fragen.
  • Die Grenzen der fairen Nutzung in einem "unbegrenzten" Tarif überspringen.
  • Backups allein dem Anbieter überlassen und keine eigene Kopie besitzen.
  • Die Domain auf das private Konto einer Agentur oder eines Mitarbeiters registrieren.
  • Einen unverwalteten VPS kaufen, ohne festzulegen, wer ihn aktualisiert.
  • Nie fragen, wie Sie Ihre Daten bei Vertragsende zurückbekommen.

Besonders ärgerlich ist der Verlängerungspreis. Viele Anbieter geben für die erste Laufzeit einen hohen Rabatt und kehren danach zum Listenpreis zurück. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten über mindestens drei Jahre, nicht nur das erste Jahr.

Wie schützen Sie SEO beim Wechsel des Anbieters?

Ein Serverumzug birgt Risiken, selbst wenn Ihre URLs gleich bleiben. Fehlende Dateien, Probleme mit dem Zeichensatz der Datenbank, vergessene Weiterleitungsregeln und falsche DNS Einträge sind die Probleme, die mir am häufigsten begegnen. Planen Sie den Umzug zu einem neuen Webhosting deshalb und gehen Sie Schritt für Schritt vor.

  1. Senken Sie einige Tage vorher die TTL Ihrer DNS Einträge.
  2. Testen Sie die Seite auf dem neuen Server über eine temporäre Adresse oder die Hosts Datei.
  3. Prüfen Sie, ob die Weiterleitungsregeln auf dem neuen Server funktionieren.
  4. Stellen Sie dann die DNS Einträge um und lassen Sie den alten Server einige Tage weiterlaufen.
  5. Beobachten Sie die Crawling Fehler in der Search Console in den ersten Wochen genau.

Jede einzelne Weiterleitung können Sie mit dem Redirect Checker prüfen. Für einen größeren Umzug mit neuer URL Struktur spart Ihnen die Checkliste zur Website Migration viel Zeit.

Was gehört in eine Checkliste für den Vergleich von Webhosting Angeboten?

Legen Sie mehrere Angebote nebeneinander, bleibt der Vergleich nur fair, wenn Sie allen dieselben Fragen stellen. Die folgende Liste ist die vereinfachte Checkliste, die ich mit Kunden nutze. Verlangen Sie zu jedem Punkt eine schriftliche Antwort, denn mündliche Zusagen helfen im Streitfall kaum.

  • Servertyp, Standort und Land des Rechenzentrums.
  • CPU, RAM, Speichertyp und Grenzen der fairen Nutzung.
  • Häufigkeit, Aufbewahrung und Speicherort der Backups sowie Bedingungen der Wiederherstellung.
  • SLA Wert, Entschädigung und Regel für Wartungsfenster.
  • Supportkanäle, Servicezeiten und übliche erste Antwortzeit.
  • Sicherheitsebenen und Hilfe nach einem Hack.
  • Preis der ersten Laufzeit, Verlängerungspreis und Gesamtkosten über drei Jahre.
  • Format, in dem Sie Ihre Daten bei Vertragsende erhalten.

Haben Sie diese Liste ausgefüllt, stellen Sie oft fest, dass das billigste Angebot in Wahrheit das teuerste ist. Jede Lücke kommt später als Zusatzgebühr oder verlorene Zeit zurück.

Wer sollte im Webdesign Projekt über das Hosting entscheiden?

Idealerweise entscheidet die Entwicklerin oder der Entwickler, der die technischen Anforderungen kennt, gemeinsam mit der Person, die Budget und Risiko verantwortet. Überlassen Sie die Wahl allein der Agentur, folgt sie womöglich deren Gewohnheiten. Überlassen Sie sie allein dem Unternehmen, gewinnt oft nur der Preis.

In meinen Webdesign Projekten gilt eine einfache Regel. Wir eröffnen das Hostingkonto auf den Namen des Kunden, die Zugangsdaten bleiben beim Kunden, und ich arbeite als berechtigter Nutzer. So bleibt der Kunde Eigentümer seiner Infrastruktur, auch wenn unsere Zusammenarbeit endet. Diese Regel empfehle ich jedem Unternehmen, ganz gleich, mit wem Sie arbeiten.

Begleitet zudem eine SEO Beratung Ihre organische Entwicklung, erkennen Sie Serverprobleme viel früher. Crawling Fehler und steigende Antwortzeiten tauchen in Berichten auf, bevor sich Kunden beschweren.

Wie treffen Sie die endgültige Entscheidung beim Webhosting?

Zusammengefasst ist der richtige Server weder der stärkste noch der billigste. Er passt zu Ihrem Bedarf und zu Ihrer Fähigkeit, ihn zu betreuen. Kennen Sie zuerst Traffic und Software. Dann wählen Sie das Modell und vergleichen Backups, SLA und Support schriftlich. Den Preis bewerten Sie als Summe über drei Jahre.

Schließlich sollten Sie die Entscheidung nicht als endgültig betrachten. Mit dem Wachstum der Seite ändert sich der Bedarf, und ein Shared Tarif, der heute reicht, kann in zwei Jahren zum Engpass werden. Prüfen Sie also einmal im Jahr Leistungsdaten, Fehlerberichte und Rechnungen und überdenken Sie die Wahl. Sind Sie unsicher, nutzen Sie eine Testphase oder ein Rückgaberecht. Richten Sie eine Kopie Ihrer Seite ein und messen Sie Antwortzeit, Kundenbereich und Support selbst. Somit stützt sich die Entscheidung auf Ihre eigene Beobachtung und nicht auf Werbetexte.

Häufig gestellte Fragen

Welches Webhosting braucht eine kleine Firmenwebsite?
In den meisten Fällen reicht ein guter Shared Tarif. Für eine Firmenseite mit wenig Traffic zählen vor allem klar genannte Ressourcengrenzen, regelmäßige Backups und schneller Support. Erhalten Sie mit wachsender Seite Warnungen zu Ressourcen, prüfen Sie den Wechsel auf einen VPS oder einen Managed Tarif. Zu Beginn deutlich mehr Leistung zu kaufen, verschwendet nur Budget.
Spielt der Serverstandort für SEO eine Rolle?
Indirekt ja. Google bewertet Seiten nicht nach dem Land des Servers, aber ein Server nahe an Ihrer Zielgruppe verkürzt die Time to First Byte und verbessert das Nutzererlebnis. Bedienen Sie mehrere Länder, senkt ein CDN den Einfluss des Standorts deutlich. Inhalt und Seitenerlebnis wiegen dennoch weit schwerer als der Standort der Maschine.
Was bedeutet eine Verfügbarkeit von 99,9 Prozent?
Sie erlaubt rund 43 Minuten Ausfall in einem Monat mit 30 Tagen. Ein Verstoß bringt Ihnen allerdings meist nur eine Gutschrift auf einen Teil der Hostinggebühr, nicht den entgangenen Umsatz. Prüfen Sie im Vertrag deshalb auch, ob geplante Wartungen als Ausfall zählen und bis wann Sie eine Gutschrift beantragen müssen.
Reichen die Backups meines Anbieters aus?
Nein, sie reichen nicht aus. Liegen die Backups auf demselben Server oder im selben Konto, können ein Plattendefekt oder ein übernommenes Konto sie ebenfalls vernichten. Halten Sie deshalb eine eigene, regelmäßige Kopie, die vom Anbieter unabhängig ist. Spielen Sie diese mindestens einmal im Jahr in eine Testumgebung ein, um die Funktion zu belegen.
Wann ist ein unverwalteter VPS riskant?
Er ist riskant, wenn in Ihrem Team niemand regelmäßig Updates des Betriebssystems, Firewall und Backups übernimmt. Ein Server ohne Updates sammelt mit der Zeit bekannte Sicherheitslücken. Können Sie keine technisch verantwortliche Person benennen, ist ein Managed Tarif trotz höherer Monatsgebühr meist sicherer und in Summe sogar günstiger.
Schadet ein Wechsel des Anbieters meinen Rankings?
Ein gut geplanter Umzug wirkt sich in der Regel nicht dauerhaft auf Rankings aus. Die Risiken sind fehlende Dateien, defekte Weiterleitungen, falsche DNS Einträge und Serverfehler während des Wechsels. Senken Sie vorher die TTL, testen Sie auf dem neuen Server, lassen Sie den alten einige Tage laufen und beobachten Sie die Search Console genau.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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